1838 / 155 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Den Vorstehern der Griechischen und Armenischen Gemeinden

wurde befohlen, augenblicklich alle verdaͤchtigen Personen ihrer Bezirke einer Quarantaine von einigen Tagen zu unterwerfen. Diese Maßregeln scheinen auch den guͤnstigsten Erfolg gehabt zu haben, denn man hat von keinem neuen Erkrankungsfalle gehoͤrt. Da auch einige Pilger auf dem Griechischen Schiffe gewesen und den Weg nach Magnesia eingeschlagen hatten, so sandte der Gouverneur Dede Aga sogleich einen Courier ab, um die dortigen Behoͤrden von dem Erkrankungsfalle in Smyrna

n Kenntniß zu setzen.

Es hat hier großes Aufsehen gemacht, daß, als die von

Scala nova kommende Familie eines Konsular⸗Agenten gezwun⸗

en wurde, vor der Stadt Quarantaine zu halten, einer der hiesigen fremden Konsuln die freie Praktika fuͤr jene Familie verlangte.

Am 7. ist die Gesundheits⸗Kommission, die aus dem Dok⸗ tor Herzschlaͤger und zwei andern Personen besteht, hier ange⸗

kommen und hat sich sogleich nach Ardin begeben, um die zur Anlegung von Hospitaͤlern geeigneten Orte zu untersuchen und die Aufstellung von Sanitaͤts⸗Kordons anzuordnen. Von Airdin werden die Kommissarien sich nach Scala nova begeben und dann hierher zuruͤckkehren. Der Doktor Herzschlaͤger soll zum Direktor des hier zu errichtenden Lazareths ernannt wor⸗ den seyn. Man erwartet noch vier andere Aerzte aus Kon⸗ stantinopel.

Am Montag bezog die zweite Abtheilung der National⸗

Miliz mit den Linien⸗Truppen zusammen die Kaserne. Der Gouverneur und alle Behoͤrden der Stadt waren dabei zuge⸗ gen. Die Miliz erhielt die neue Uniform und war von dem besten Geiste beseelt. Das Volk faͤngt auch schon an, die Vor— theile dieses wahrhaft nationalen Instituts einzusehen, durch welches der Schatz von der Last, ein stehendes Heer zu unter⸗ halten, befreit und den Einwohnern die Vertheidigung des Va⸗ terlandes uͤbertragen wird. 8 Der neu ernannte Bischof von Smyrna, Msgr. Antonio Mussabini, ist von Konstantinopel hier angekommen und mit den ihm gebuͤhrenden Ehrenbezeigungen empfangen worden. Gleich nach seiner Landung statteten die fremden Konsuln ihm Besuche ab.

Am g9ten ist der „Trident“ von Athen hier angekommen, um sich der Station in der Levante anzuschließen. An seiner Stelle wird der „Palinurus“ nach Frankreich zuruͤckkehren.

Aus Salonichi schreibt man unterm 4. Mai: „Zugleich mit den Piraten im hiesigen Golf haben sich auch auf mehre— ren Punkten ziemlich starke Raͤuberbanden wieder gezeigt. Es ist indeß den Bemuͤhungen Mustapha Pascha's gelungen, meh— rere dieser Raͤuber einzufangen, die sofort hingerichtet wurden. Das Innere des Landes ist ruhig und Mustapha Pascha durch— reist in diesem Augenblick die zahlreichen seiner Verwaltung an⸗ vertrauten Provinzen, um sich von dem Zustande derselben mit Ligenen Augen zu uͤberzeugen.

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Bogota, 2. April. Am 1. Maͤrz wurde die gewoͤhnliche Session des Kongresses durch eine Botschaft des Praͤsidenten eroͤffnet. Dies Dokument schildert die Lage der Republik nach Innen und nach Außen als sehr zufriedenstellend und zeigt an, baß die mit dem 1. Mai 1837 abgelaufenen, auf Handel und Schifffahrt bezuͤglichen Stipulationen des mit den Vereinigten Staäaicn’ aogeschaesfenen Traliges zwar noch nicht erneuert worden seyen, daß aber die uͤbrigen Punkte des Traktats in Kraft bleiben und genau befolgt wuͤrden. Die Convention mit den Staaten Aequator und Venezuela wegen Vertheilung der inneren und auswaͤrtigen Schuld wird in lobenden Aus⸗ druͤcken erwaͤhnt. Die Frage uͤber die Zulassung der Spani— schen Flagge ist dem Kongresse vorgelegt worden. Die Ein⸗ kuͤnste des Jahres vom J. September 1836 bis zum 31. August 1837 betrugen 2,192,572 Dollars, also 324,400 Dollars weni— ger, als im vorhergehenden Jahre. Diese Differenz wird der Herabsetzung einiger Zoͤlle und einigen anderen Ursachen zuge⸗ schrieben. Die Ausgabe betrug in dem genannten Jahre 2,198,340 Dollars, 22, 440 Dollars mehr, als im vorhergehen⸗ den Jahre. Die Ausgaben fuͤr das gegenwaͤrtige Jahr sind auf 2,893,444 Dollars veranschlagt worden; da sie aber in fruͤ⸗ heren Jahren stets weniger betragen haben, als die Veranschla— gung, so hoffte man, daß, wenn die Zoll⸗Einnahme nicht durch üunvorherzusehende Ursachen vermindert wird, die Ausgaben vollkommen durch die Einnahmen gedeckt werden wuͤrden.

Am 4. Maͤrz hatte der Britische außerordentliche Gesandte, Herr Turner, welcher eine Urlaubs-Reise nach England an— tritt, seine Abschieds⸗Audienz und stellte zugleich den Geschaͤfts⸗ traͤger Herrn Adams vor, der in seiner Abwesenheit die Ange⸗ legenheiten der Gesandtschaft besorgen wird.

Am 13. Maͤrz ist ein Dekret bekannt gemacht worden, wodurch den Spanischen Unterthanen, Spanischen Kauffahrtei⸗ Schiffen und Spanischen Erzeugnissen der Zutritt in die Haͤ— fen von Neu⸗Granada unter denselben Bedingungen, wie allen anderen befreundeten Nationen, mit denen keine besondere Han— dels⸗Vertraͤge abgeschlossen worden, gestattet wird.

Das Eco del Norte vom 17. Januar enthaͤlt Berichte uͤber einige Gefechte zwischen den Peruanischen und Chilischen Geschwadern bei Islai, die jedoch zu keinem entscheidenden Re— sultate fuͤhrten. Aus Gugyaquil wird vom 21. Februar ge⸗ meldet, daß die Peruanische Kriegs⸗Korvette „Confederacion“ an deren Bord sich ein General befand, auf ihrer Fahrt von Callao nach Intermedios von dem Chilischen Geschwader weg—

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eine vom 7. Februar datirte Depesche des Gouverneurs von Gua⸗ vaquil, worin derselbe seiner Regierung die Erneuerung der Feindseligkeiten zwischen Chili und Peru anzeigt und zugleich meldet, daß ein Courier dem Peruanischen Konsul in Guaya⸗ quil die Nachricht gebracht habe, daß die Chilische Flotte plo6ͤtz⸗ lich vor Arica erschienen sey und das daselbst stationirte Perua⸗ nische Geschwader genommen habe. Auch Arequipa ist wieder von den Chilischen Truppen besetzt worden; wer dieselben kom⸗ mandirte, war nicht bekannt. Laͤngs der ganzen Kuͤste herrschte die groͤßte Bestuͤrzung. die letzte Expedition kommandirte und wegen Abschließung eines

Abend vor dem zu seiner Hinrichtung bestimmten Tage aus dem Gefaͤngnisse entflohen seyn. . v1“ EEEEEEEIZ11111““

Berlin, 4. Juni. Se. Majestaͤt der Kaiser von Ruß⸗ land haben zur Befoͤrderung des Baues des Buͤrger⸗Hospitals, welches Allerhoͤchstdessen Namen fuͤhrt und als ein Zeichen der lebhaften Theilnahme, welche Allerhoͤchstdieselben dieser Anstalt insbesondere, so wie uͤberhaupt Allem widmen, was zur Wohl⸗ fahrt der hiesigen Einwohner beizutragen geeignet ist, aufs neue ein Geschenk von Tausend Stuͤck Dukaten dem Magistrate der hiesigen Residenz zustellen lassen.

Bekanntmachung vom 3ten d. M. zur Kenntniß der Cinwohner von Berlin zu bringen.

Minden, 25. Mai. Um den baͤuerlichen Grund⸗Besitzern in den Kreisen Paderborn, Buͤren, Warburg und Hoͤxter des Regierungs⸗Bezirks Minden wieder aufzuhelfen, deren zerruͤt⸗ tete Verhaͤltnisse sich großentheils noch aus der Verfassung und den Zustaͤnden in den geistlichen Staaten, die hier in fruͤherer Zeit bestanden, herschreiben, war schon 1834 eine Tilgungs⸗ Kasse zur Erleichterung der Abloͤsung der Real⸗Lasten, mit de⸗ nen die Eingesessenen in hohem Grade belastet sind, errichtet worden, fuͤr welche das Staats⸗Ministerium unter Koͤnigl. Ge⸗ nehmigung ein anderweitiges Reglement vom 8. August 1836 erließ, nach welchem, zur Foͤrderung und Erleichterung des Ab⸗ loͤsungs⸗Geschaͤfts, im Interesse der Berechtigten die Kapital⸗ Abloͤsung durch Obligationen der Tilgungs⸗Kasse zu 4 pCt. Zin⸗ sen, von dem 15fachen auf den 18fachen Betrag der jäͤhrlichen Gefaͤlle gesetzt, die jaͤhrliche Zahlung der Pflichtigen an diese Kasse aber, wenn sie baͤuerliche Wirthe sind, und sich, zur Er— haltung ihrer Guͤter in leistungsfaͤhigem Stand, gewissen Be⸗ dingungen unterwerfen, von 5 auf 4 pCt. vermindert ist, und das zur Abloͤsung in 41 Jahren bestimmte fuͤnfte pCt. aus Staatsmitteln zugeschossen wird. Hiernach zahlt z. B. ein bäaͤuer⸗ licher Wirth, dessen gutsherrliche Lasten auf einen Geldwerth von 50 Rthlr. jaͤhrlich ermittelt und festgesetzt sind, statt dersel— ben 36 Rthlr. jaͤhrlich in die Tilgungs-Kasse und wird nach A1 Jahren, wo auch diese Zahlung aufhoͤrt, ohne Weiteres von jenen Lasten voͤllig frei. Zugleich wurden von Sr. Koͤnigl. Ma⸗ jestaͤt durch eine Kabinets⸗Ordre vom 20. September 1836 zu Vorschuͤssen und Unterstuͤtzungen fuͤr Verbesserung der Wirth⸗ schafts⸗Einrichtungen und Kulturen auf den Paderbornschen Bauerguͤtern, sowohl dominialpflichtigen als anderen, und zum Ankauf von subhastirten Bauerguͤtern, um sie demnaͤchst an an⸗ dere tuͤchtige Wirthe wieder auszuthun, Mittel bewilligt, und zur ferneren Vorbeugung der Mißverhaͤltnisse, welche aus der An⸗ siedelung der Juden auf dem platten Lande und ihrem Verkehr mit den Landbewohnern in diesen Kreisen entsprungen waren, Maßregeln ge⸗ troffen (Gesetz⸗Sammlung 1836, Stuͤck 16, Nr. 1744). Kuͤrzlich haben diese Wohlthaten eine neue Vermehrung erhalten, in⸗ dem des Koͤnigs Majestaͤt, nach einer in dem Mindenschen Amts⸗ blatt enthaltenen Bekanntmachung, durch Kabinets⸗Ordre vom 22. Maͤrz d. J. bewilligt haben, daß aus den Remissions⸗Fonds der drei Westphaͤlischen Regierungen 10 12,000 Rthlr. jener Tilgungs⸗Kasse mit 3 pCt. verzinslich uͤberwiesen werden koͤn⸗ nen, um den Ackerwirthen, deren Zugochsen und Kuͤhe nur ge⸗ miethet sind, oder die solche durch Ungluͤcksfaͤlle verloren haben, oder die einer vermehrten Anzahl beduͤrfen, unter gewissen, nur gegen den Mißbrauch gerichteten Bedingungen, das Kauf—⸗ geld vorzuschießen. Der Vorschuß wird durch Abschlags⸗ Zahlungen von 5 Sgr. fuͤr den Rthlr. in 7 folgenden Jahres⸗ Terminen und von 1 Sgr. fuͤr den Rthlr., welche nach dem letzten derselben nur einmal zu bezahlen sind, getilgt, worauf das Vieh in das Eigenthum des Besitzers uͤbergeht.

Naumburg, 2. Juni. Es ist bereits in Nr. 25 der St. Ztg. von der hier geschehenen Stiftung eines Vereins zur Befoͤrderung der Wald-Conservation Nachricht gegeben wor⸗ den, so wie von der Anerkennung und Belobung desselben durch die vorgesetzten Staats⸗Behoͤrden. Der Verein hatte sich dar— auf mit der unterthaͤnigsten Bitte an des Kronprinzen Koͤnigl. Hoheit gewendet, das Protektorat des genannten Vereins huldreichst zu uͤbernehmen. Auf diese Bitte haben Se. Koͤnigl. Hoheit der Kronprinz in einem an den Vorstand der Gesell— schaft gerichteten huldvollen Schreiben vom 25sten v. M. den loͤblichen Zweck des hier gestifteten Vereins zur Befoͤrderung der Wald⸗Conservation anzuerkennen und das Patronat der Gesell⸗ schaft Hoͤchstselbst anzunehmen geruht.

Magdeburg, 1. Juni. Dr. Romershausen bemerkt in der hiesigen Zeitung uͤber das seltsame Getoͤse am lö6ten v. M., von welchem in Nr. 144 der Staats⸗Zeitung aus der Gegend von Halle Nachricht gegeben worden, daß er dasselbe in Acken an einem offenen Fenster nach Osten, wo er gerade

genommen worden sey. Die Gaceta del Ecxuador enthaͤlt

Der Chilische General Blanco, welcher

Traktats mit Peru zum Tode verurtheilt wurde, soll an dem

¹war, als ein in etwa 1 ½ Minute in der Richtung von nach S. W. in scheinbar großer Naͤhe voruͤberziehendes im Luftraum, dem stoßweisen Rollen und Rasseln schwe Lastwagen vergleichbar, wahrgenommen habe. Es war rer einer so heftigen Lufterschuͤtterung verbunden, daß sie das üInmit liche Gefuͤhl erregte, als werde man von dieser unsichthagst Naturerscheinung unmittelbar beruͤhrt werden und versetzte * Nadel, die aus ihrem fruͤheren Stande von 17⁰ 377 we te Abweichung weiter westlich getrieben wurde, in eine mehr Grade betragende lebhafte Schwingung. Der Himmel war . heftigem und kaltem Nordwinde mit Wolken bedege )r. Romershausen ist mehr geneigt, die Abweichung der M . netnadel der elektrischen Erregung, mit welcher das Phaͤnomg⸗ verknuͤpft gewesen zu seyn scheint und welche bei dem Duran schneiden des magnetischen Meridians die magnetische 8 mung irritirt habe, als der Lufterschuͤtterung zuzuschreiben 89 er wirft die Frage auf, ob nicht vielleicht ein bei dem bedeche Himmel unsichtbar voruͤberziehendes Meteor die Ursach ewese sey? Am 25sten v. M. ist die Kinder⸗Bewahr⸗Anstalt n Magdeburg eroͤffnet worden. 2

No. Getzse

Der Letztere hat sich beeilt, diesen abermaligen Beweis der Kaiserlichen Huld durch eine

mit Beobachtung des magnetischen Deklinatoriums beschaͤftigt

Bromberg, 31. Mat. Durch das abermalige Steigen der Weichsel sind die Wiesen in der Weichsel⸗Niederung zun Theil wieder uͤberschwemmt, und man fuͤrchtet sehr fuͤr den en, sten Heuschnitt. Auch den Saaten in der Niederung droht das Wasser abermals Gefahr. Der Landmann ist in einer uͤblen Lage, da die Witterung den Saaten manchen Schaden gebracht die Feldarbeiten vermehrt hat und das Zugvieh, in Ermangy lung von Ernaͤhrungsmitteln, entkraͤftet ist. Am meisten druͤckt din auf den aͤrmeren Theil der Landleute, unter den bereits 34 Ton⸗ nen Salz zu 405 Pfund und 666 Rthlr. von Seiten der Re⸗ gierung vertheilt worden sind. Die Preise der Konsumtibllien sind fast uͤberall in die Hoͤhe gegangen; allein es ist zu be⸗ dauern, daß der hieraus entspringende Vortheil nur in zie Haͤnde des Getraide⸗Haͤndlers fließt, da der Landmann keine Vorraͤthe mehr besitzt. Der Stadt Labischin, Kreis Schuhin ist die revidirte Staͤdteordnung verliehen worden.

Breslau, 31. Mai. Die hiesigen Pferderennen wurden gestern mit einem Jagdrennen (Herrenreiten), um den Prei der Einsaͤtze zu 5 Frd'or. in einer silbernen Schale, beschlossen Die Hindernisse auf der beinahe eine Deutsche Meile langen Rennbahn waren von der Art, daß ihre Besiegung von Rei⸗ tern und Pferden ungewoͤhnliche Leistungen erforderte. Daoe Pferde, welche konkurrirten, waren 4, unter ihnen blieb der Fuchs⸗Wallach des Fuͤrsten Franz Lichtenstein, geritten vom Gra— fen von Nimptsch, Sieger; das Rennen hatte 18 Minuten ge⸗ dauert.

Breslau, 1. Juni. Der Fortgang unseres Wollmarktes ist nur guͤnstig fuͤr die Verkaͤufer zu nennen. Hochfeine und feine Wollen sind vergriffen, und selbst auf den Lagern ist in zweiter Hand nur hin und wieder eine Partie davon anzu⸗ treffen. Der Bedarf in diesen Mualitaͤten scheint nicht gang befriedigt zu seyn; es bleibt fortwaͤhrend Frage, und sobald eine Schaͤferei der Art noch zu Markt gebracht wird, so ist sie auch rasch verkauft. In Mittelwollen hat das Geschaͤft sich ebenfallt behauptet, woran anfaͤnglich wohl zu zweifeln war; indessen da die Eigener nicht zu uͤbertriebenen Forderungen sich hinreißen ließen, so ist auch hierin der groͤßte Theil abgesetzt.

Schweidnitz, 28. Mai. Die zu dem am 258sten und 26sten d. M. stattgehabten Fruͤhjahrs⸗Wollmarkte hier aufgela⸗

gerte Wolle hat sich nach genauer Zaͤhlung auf 4040 Ctr. 65

Pfd. belaufen, welche groͤßtentheils am ersten Markttage ver⸗ griffen worden ist. Fuͤr ordinaire Wolle sind 50 bis 60 Rthlr., fuͤr mittlere 65 bis 75 Rthlr., fuͤr feine Wolle 80 bis 99 Rthlr. pro Ctr. gezahlt worden.

Berichtigungen. In Nr. 153 der St. Z., S. 632, Sp. 1, 3. 38 v. u. lies: „mit 71 gegen 26“, statt: „mit 26 gegen 7 Stimmen“, und Sp. 3, Z. 11 v. u. lies: „be⸗ gehrte“ statt: „bewilligte“.

Auswärtige Börsen. Amsterdam, 30. Mai. Niederl. wirkl. Schuld 549⁄13. 5 % do. 1015⁄1 61. Kanz. Bil.. 253⁄16. 5 % Span. 21 ⅞1⅞ Passive 5 ⁄161. Ausg. Sch. —. Zinal. 6. Preuss. Präm.-Sch. —. Poln. —. Oesterr. Met. 102 ⅓. .“ Antwerpen, 29. Mai. Zinsl. 6. Neue Anl. 21 ⁄[¶. Br. 9/⁄16. G. 1 Hamburg, 2. Juni. Bank-Actien 1446. 1443. Engl. Russ. 108 ¼2. 5 % Port. —. do. 3 % —. Neue Anl. —. Paris, 29. Mai. 3 81. 30. 5 % Neap. —. Passive —. 3 % Portug. 24 ⁄½.

Wien, 30. Mai. 4 % —. 3 % 82 ⁄. 21 1 % Bank-Actien —. Neue Anl. 630. 8 2 7% Koͤnigliche Schauspiele. Dienstag, 5. Juni. Im Opernhause: Der Oper in 3 Abth. Musik von C. M. von Weber.

5 % Rente 109. 55.

50% Span. Rente 22 ¼.

1 %

Freischuͤt,

Koͤnigsstaͤdtisches Theater. Dienstag, 5. Juni. Der Vater der Debuͤtantin. Posse in 4 Akten, nach Bayard, von B. A. Herrmann. Vorher: Der Obrist von sechzehn Jahren. Lustspiel in 1 Akt, frei nach dem Franzoͤsischen, von B. A. Herrmann.

In Vertretung des Redactenrs: Wentzel. Gedruckt bei A. W. Hayn.

Bekanntmachungen.

Da uͤber den Nachlaß des am 2. Februar 1837 hierselbst verstorbenen Ober⸗Land⸗Forstmeisters George Ludwig Hartig, welcher hauptsächlich in dem im Grei⸗ fenbagener Kreise, Stettiner Regierungs⸗Bezirks, be⸗ legenen Rittergute Röhrchen besteht, auf Autrag der

enesicial⸗Erben der erbschaftliche Liquidations⸗Prozeß erössnet ist, so werden die sämmtlichen Gläubiger hier⸗ durch vorgeladen, sich in dem angesetzten Liqnidations⸗ Termine,

am 6. Juli d. J., Vormittags 10 Uhr, vor dem Kammergerichts⸗Assessor Hoppe zu gestellen, den Betrag und die Art ihrer Forderung anzugeben, die vorhandenen Dokumente urschriftlich vorzulegen. Auswärtigen werden die Justiz⸗Kommissarien Dr. Kahle, Reusche und Becher als Bevollmächtigte vorgeschlagen.

Die Ausbleibenden haben zu gewärtigen, daß sie

nach Befriedigung

wiesen werden.

Allgemeiner Anzeig und mit ihren Forderungen nur an dasjenige, was

der Masse elwa übrig bleiben möchte, werden ver⸗

Berlin, den 8. Februar 1838. Königl. Preuß. Kammergericht.

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In Sachen das Gesuch des Bürgers Und Böttcher⸗ meisters Johann Daniel Steffens zu Tönning und Consorten um Erlassung von Ediktalien betressend, werden alle diejenigen, welche ihre Abkunft von der weiland Doktorin Kolshorn, Anne Rosine, geb. Vogel, oder deren Söhnen, Johann Heinrich Dauiel, August Gottlieb Friedrich und Karl Ludwig Kolshorn zu Ber⸗ lin, herleiten und daher zur ersten Rebenlinie der vier⸗ 88 Hcethtinie der. EE“ Familien. Fidei⸗ - 5 ge kommiß⸗Erben gehören, bei Strafe der Prällusio aller ihrer etwanigen Vorrechte für verlustig erklärt mit vorgeladen, in dem auf -

der sich meldenden Gläubiger von

kommiß⸗Kapitals anzumelden.

Kreisgericht.

Gegeben Braunschweig, den 21. April 1838. Herzoglich Braunschweig⸗Lüneburgisches

82 7 2 9 4 1 2 f t er fuͤr die Preußischen Staaten. den 30. Juni c., Morgens 10 Uhr, vor hesigem Herzoglichen Kreisgerichte angesetzten Ter⸗ mine zu erscheinen, ihre Abstammung von der vorge⸗ dachten Doktorin Kolshorn nachzuweisen und ihre An⸗ sprüche an der rückständigen und fällig werdenden Zin⸗ sen⸗-Rate des sogenannten Haspelmacherschen Fidei⸗

Anderen hinterlassenen reichhaltigen Bücher⸗Sammlun⸗ gen, welche, nebst mehreren Laudkarten, Kupferstichen und chirurgischen Instrumenten, Anfang August d. J, versteigert werden sollen, ist Schützenstraße Nr. 10 bej dem gerichtl. Bücher⸗Auctions⸗Kommissariuns für Berlin, Rauch, zu haben.

Für Landwirthe. Im Feelage der Gebr. Bornträger in Königs⸗ berg ist so eben erschienen und in allen Buchhandlun⸗

Hrn. Dr. med. Wolff, dem Dr. phil. dem Geheim⸗Secretair Hrn. 6

Literarische Anzeigen.

Das Verzeichniß der von dem Königl. Regierungs⸗ Rath Hrn. von Herr, dem Königl. General⸗Arzt Hrn. Dr. med. Schulz, dem Königl. Kreis⸗Physikus Hrn. Büchner, Gotthold und von

gen, zu Berlin durch die Stuhrsche, Schloßplatz Nr. 2, zu haben: Kreyssig, W. A., der Fruchtwechsel im Feld⸗ bau mit seinen wesentlichen und unwesentlichen Fporderungen, seinen größern und geringern Schm rigkeiten und den geeignetsten, praktisch anwend⸗ kbhearsten Mitteln zu Vermeidung und Umgehung der letztern. Preis 25 sgr.

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Kronik des Tages.

t der Koͤnig haben geruht, Sr. Koͤnigl. Ho⸗ Met,inzen von e22, —2. und Sr. Koͤnigl. doheit dem Prinzen August von Wuͤrttemberg den Fchwarzen Adler⸗Orden zu verlethen.

Se. Koͤnigl. Majestaͤt haben dem Ober⸗Landesgerichts⸗Rath ahrenholz und dem Land⸗ und Stadtgerichts⸗Direktor Die⸗ rici, 19 zu Magdeburg, den Charakter als Geheime Ju⸗ desgleichen dem Ober Landesgerichts⸗Salarien⸗Kassen⸗ bers zu Magdeburg den als Hofrath, und dem

ustiz⸗Kommissar und Notar Fritze daselbst den als Justiz⸗

th zu verleihen, und die Land⸗ und Stadtgerichts⸗ Assessoren euter und Graßhoff zu Gardelegen, Muͤller zu Neu⸗ zlbensleben, Laus zu Groß⸗Salza, Schulenburg zu Salz⸗ edel, Heinemann zu Seehausen, Roͤtger, Pomme, Ei⸗ enhart, Kruͤger zu Stendal und Vorberg zu Wanzleben t Land⸗ und Stadtgerichts⸗Raͤthen zu ernennen geruht. Se. Koͤnigl. Majestaͤt haben den Kriminalrichter Spener amm zum Kriminal⸗Rath zu ernennen und den Justiz⸗ ommissarien und Notarien Wiethaus in Unna und Wuͤn⸗ eberg in Blankenstein den Charakter als Justizraͤthe zu ver⸗ ihen geruht. 1 B Se. Koͤnigl. Majestaͤt haben die Land⸗ und Stadtgerichts⸗ ssessoren Rose in Bielefeldt, Seemann in Herford, Ber⸗ en kamp in Luͤbbecke, Seiler in Nieheim und Huber in Parburg zu Land⸗ und Stadtgerichts⸗Raͤthen zu ernennen und

m Ober⸗Landesgerichts⸗Deposital⸗Kassen⸗Rendanten Frie⸗

grichs den Charakter als Rechnungs⸗Rath zu verleihen geruht.

Abgereist: Se. Durchlaucht der Kaiserl. Russische Ge⸗ geral der Infanterie und General⸗Adjutant, Fuͤrst von Lie⸗ en, nach Stettin. 8

Se. it dem

zraͤthe, endanten

Zeitungs⸗Nachrichten. Ausl a

Rußland und Polen.

Odessa, 25. Mai. Der General⸗Gouverneur Graf Wo⸗ anzof ist von seiner Reise nach Bessarabien hierher zuruͤck⸗ gekehrt. Alle aus den Städten des Mittellaͤndischen Meeres, mit henen Odessa in Handelsbeziehungen steht, einlaufenden Nach— fichten verbreiten hier Besorgnisse uͤber den Getraidehandel; ichtsdestoweniger halten sich die Preise. Nach Aegypten ist ichts verschickt worden; vielleicht ist aber ein Theil der nach Konstantinopel bestimmten Ladungen dorthin abgegangen. Aus nseren Donauhaͤfen, wie aus denen der Moldau, wo die Ge⸗ aidepreise niedriger sind, soll viel nach Aegypten ausgefuͤhrt worden seyn.

Seit dem Anfange des April hat der Wind die hier ein⸗ aufenden Schiffe außerordentlich beguͤnstigt. Den Beweis der groͤßten Schnelligkeit hat jedoch das Neapolitanische Schiff „la Giuseppina“ gegeben; dasselbe ist von Castello a mare ausge⸗ laufen, mußte zwei Tage in Konstantinopel verweilen, ist sodann auf unserer Rhede den bestehenden Sanitaͤts⸗Vorschriften nach⸗ gekommen, hat eine neue Ladung eingenommen und ist wieder zuruͤckgefahren, alles dies in 29 Tagen. b

Die vor kurzer Zeit eingetretene Kaͤlte hat dem Winterge⸗ raide in unserer Gegend vielen Schaden gethan; auch in Po⸗ dolien soll dasselbe sehr von der Trockenheit gelitten haben; in⸗ deß hofft man, daß die seit einigen Tagen eingetretenen Regen⸗ gͤsse 89 Wachsthume des Sommer⸗Getraides zu Gute kom⸗ men werden.

Warschau, 1. Juni. Die hiesigen Zeitungen mel⸗ den: „Da Se. Durchlaucht der Feldmarschall Fuͤrst von War⸗ schau Gelegenheit gehabt, sich davon zu uͤberzeugen, welch' ein unsicheres und trauriges Loos bisher die zu den War⸗ schauer Theatern gehoͤrenden Personen erwartete, wenn sie, nachdem sie einen Pheit ihres Lebens dem Dienste des Publi⸗ kums gewidmet, wegen vorgeruͤckten Alters oder Gebrechlichkeit nicht mehr faͤhig waren, noch ferner ihren anstrengenden und muͤhsamen Beruf zu erfuͤllen, so hat derselbe Sr. Majestaͤt dem Kaiser einen Pensionirungs⸗Plan fuͤr die erwaͤhnten Theater vorgelegt, dessen Ausfuͤhrung Se. Majestaͤt zu geneh⸗ migen geruhten. Die Mitglieder der besagten Theater, ven dem lebhaftesten Dank fuͤr eine so ausgezeichnete Wohlthat, die ihre Zukunft vor Mangel schuͤtzt, innig durchdrungen, hielten es fuͤr ihre Pflicht, Sr. Durchlaucht durch eine aus der Di⸗ rection und den Chefs aller Theater⸗Abtheilungen bestehende Deputation den Ausdruck ihrer Gefuͤhle darzubringen. Der Statt⸗ halter des Koͤnigreichs empfing diese Hulodigung sehr freundlich und erklaͤrte, daß er, nachdem er seit mehreren Jahren Zeuge der bestaͤndigen Fortschritte der Buͤhne und der von der Direc⸗ tion sowohl in der Verwaltung als auch in jedem anderen zweige des Theaterwesens eingefuͤhrten Ordnung gewesen, sich um so mehr veranlaßt gefuͤhlt Fsbr⸗, die vaͤterliche Sorge unse⸗ tes erhabenen Monarchen auf diesen Gegenstand zu lenken, weil er in jenen Umstaͤnden, so wie in der angemessenen und moralischen Auswahl der dargestellten Stuͤcke, nur eine mit den

sichten der Regierung und dem Gemeinwohl vollkommen voreinstimmende Tendenz habe wahrnehmen koͤnnen; er hoffe aher, daß sie, da 18 Zukunft jetzt durch die Großmuth des ehe chen gesichert sey, ihre eifrigen Bemuͤhungen verdoppeln wuͤrdin⸗ um sich der von Sr. Majestaͤt ihnen erwiesenen Huld ig zu machen.“ Die Verordnung des Administrations⸗

Der General⸗Adjutant und Chef des Generalstabes der aktiven Armee, Fuͤrst Gortschakoff, ist heute von Berlin hier wieder eingetroffen. Gestern reiste der Oesterreichische Botschaf⸗ ter am Russischen Hofe, Feldmarschall⸗Lieutenant Graf von Ficquelmont, von hier ab.

Zu Errichtung eines neuen Hospitals in Suwalki hat der Fuͤrst Statthalter 4000 Gulden beigesteuert.

Der hiesige Wollmarkt beginnt am 15. Juni und wird vier Tage dauern; die zu Markte gebrachte Wolle muß mit einem von den Gemeinde⸗Voͤgten und Buͤrgermeistern auszu⸗ stellenden Zeugniß versehen seyn, worin attestirt wird, daß sie inländisches Produkt ist. I .

Frankreich. b Deputirten⸗Kammer. Sitzung vom 30. Mal. Die Eroͤrterung uͤber das Budget des Ministeriums des Innern ward heute fortgesetzt. Die Kommission trug bei dem Kapitel uͤber die Gehalte darauf an, eine Summe von 21,000 Fr. zu streichen, die bis jetzt dem Polizei⸗Praͤfekten als eine außeror⸗ dentliche Entschaͤdigung bewilligt worden war. Herr Martin (aus Straßburg) benutzte diese Gelegenheit, um eine Beschwerde gegen den Polizei⸗Praͤfekten vorzubringen, der sich geweigert habe, dem Vertheidiger der Laura Grouvelle den Zutritt zu sei⸗ ner Klientin zu gestatten, ohne einen Grund fuͤr diese Weige⸗ rung anzugeben. Der Redner wollte darin eine entschiedene Ungesetzlichkeit erblicken und verlangte Aufschluß von dem Mi⸗ nister des Innern. Herr von Montalivet erklaͤrte, er wisse bis jetzt nichts von diesem Faktum und werde Erkundigungen daruͤber einziehen; er sey aber im voraus uͤberzeugt, daß jener Beamte, wie er auch gehandelt habe, gewiß nur seine Schuldigkeit erfuͤllt haͤtte. Der Antrag der Kommission, hin⸗ sichtlich der vorgeschlagenen Ersparniß, ward hierauf genehmigt. Der von der Regierung verlangte Kredit fuͤr die Findelhaͤuser veranlaßte Herrn von Lamartine, die Rednerbuͤhne zu be⸗ steigen, und sich tadelnd uͤber die in Bezug auf die Findelhaͤu⸗ ser neuerdings eingefuͤhrten Maßregeln auszusprechen. Der Minister des Innern, Herr Benjamin Delessert, und Herr Dupin nahmen an der interessanten Debatte (auf die wir morgen zuruͤckkommen werden), Antheil, in Folge derer der Kredit genehmigt wurde. Alle uͤbrigen Kapitel des Budgets wurden hierauf ohne weitere Eroͤrterung angenommen.

8 18 Paris, 31. Mai. Der Moniteur enthaͤlt Folgendes: „Mehrere Journale 1 unter der Rubrik Alexandrien, 6. Mai einen Artikel mitgetheilt, in welchem der Meldung, daß die Englaͤnder die Stadt Aden an den Ufern des Rothen Meeres gekauft haͤtten, hinzugefuͤgt wird: „„Es ist sehr ange⸗ nehm fuͤr Frankreich, daß der Capitain der „Artemise“, Herr Laplace, gerade noch zur rechten Zeit ankam, um unthaͤtiger Zeuge seyn und die Thatsache konstatiren zu koͤnnen. Dieser Capitain ist bis Moka gegangen, hat sich aber nicht bis Kosier gewagt wegen der gefaͤhrlichen 18 auf diesem Meere, welches von den Englaͤndern seit sechs Jahren nach allen Richtun⸗ hin durchschnitten wird.““ Diese boͤswillige Mit⸗ theilung, deren Quelle schwer zu errathen ist, wider⸗ legt sich am besten durch die Thatsachen. Die Fregatte „Artemise“ mußte sich nach Mascate und Moka begeben, um daselbst eine Mission der Regterung zu erfuͤllen. Ihre Bestim⸗ mung war nicht, im Rothen Meere zu kreuzen, und noch we⸗ niger stand es ihr zu, sich Verhandlungen zu widersetzen, die, wenn sie die Interessen Frankreichs beeintraͤchtigen, dem Ge⸗ biete der Diplomatie angehoͤren. Die „Artemise“ mußte Moka, der Passatwinde halber, bald wieder verlassen, um nach dem Indischen Ocean zuruͤckzukehren, von wo sie sich nach den Chi⸗ nesischen wird, die sie bis jetzt kaum halb ausgefuͤhrt hat. Uebrigens heißt es, den Capitain Laplace schlecht kennen, wenn man vor⸗ aussetzt, daß er sich vor den Klippen des Rothen Meeres fuͤrch⸗ tet. Dieser Offizier hat in dieser Beziehung laͤngst seine Pro⸗ ben abgelegt, und die Achtung der ganzen Marine sichert ihn gegen eine so ungerechte hscare w Pe

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Der Merxikanische Gesandte in Paris, Herr Garro, hat an die Redaction des Siecle ein Schreiben gerichtet, worin es unter Anderem heißt: „Sie sagen in einem Briefe aus Mexiko, daß die Richter daselbst Meineidige, die Soldaten Moͤrder waͤren und daß das Mexikanische Volk groͤßtentheils aus Banditen bestehe. Ein Volk von Banditen kann nicht existiren; wenn es aber ungluͤcklicher⸗ weise wirklich existirte, wenn es 8 Millionen Seelen zaͤhlte, und sich unter dieser ungeheuren Masse von Banditen 20,000 recht⸗ liche Fremdlinge befaͤnden, wuͤrde es dann wohl das beste Mit⸗ tel seyn, deren Familien zu beruhigen, daß man dergleichen Briefe veroͤffentlicht? Ich glaube nicht und ich wuͤrde es be⸗ klagen, wenn die Journale meines Vaterlandes in einen aͤhn⸗ lichen Irrthum verfielen. Ich glaube, es wuͤrde der Gerech⸗ tigkeit und der Wahrheit gemaͤßer und auch beruhigender fuͤr jene Familien seyn, wenn man die Maßregeln veroͤffentlichte, welche die Mexikanische Regierung ergriffen hat, um Excessen vorzubeugen. Ich weiß, daß in Paris ein Schreiben eines Franzoͤsischen Kaufmanns aus Tampico vom 13. April einge⸗ gangen ist, in welchem folgende Stelle vorkommt: „„Wir sind g vollkommen ruhig und die von den Civil⸗ und Militair⸗ Behoͤrden publizirten Proclamationen sind in einem sehr ver⸗ nuͤnftigen Geiste abgefaßt.““ 1

Herr Thiers ist auf seiner Reise nach den Pyrenaͤen⸗Baͤ⸗ dern am 27sten d. auf dem Schlosse des Herzogs Decazes an⸗ gekommen.

Das Journal des Dobats enthaͤlt heute folgenden Ar⸗ tikel: „Der Associationsgeist hat bei. Gelegenheit der Eisenbah⸗ nen seinen Prozeß gewonnen; er muß jetzt seinen Sieg zu be⸗ nutzen wissen, und diejenigen, die ihn vertheidigt haben, muͤssen darauf bedacht seyn, ihm nicht selbst Hindernisse in den Weg

mace uͤber die Theater⸗Pensionen soll naͤchstens bekannt ge⸗ werden. 11111AA*“*“

zu legen. Es muß ihm erlaubt seyn, frei zu handeln und seine Kraͤfte zu entwickeln. Bei der Eroͤrterung der neuen Eisen⸗

nicht einverstanden erklaͤren. lutionen spotten der

Gewaͤssern begeben, und die wichtige Reise fortsetzen

bahn⸗Gesetze wird es sich zeigen, bis zu welchem Punkte man jenem Geiste die Unabhängigkeit seiner Bewegungen gestatten will, und auf welche positive Buͤrgschaften er fortan zaͤhlen darf Von Seiten der Verwaltung ist seine Befreiung noch nicht ganz entschieden ausgesprochen worden. Einige der in den Kontrakten enthaltenen administrativen Klauseln legen den Com⸗ pagnieen noch Bedingungen auf, durch welche sie in großer Abhängigkeit bleiben. ber nicht allein von der Verwaltung muͤssen die Compagnieen ihre Rechte anerkennen lassen; mit dieser werden sie wahrscheinlich noch leichter fertig werden, als mit der oͤffentlichen Meinung. In der Theorie ist ihnen die letztere ficherlich sehr guͤnstig, aber es steht noch die Frage, ob 82 in der Praxis eben so wohlwollend gesinnt seyn wird. ir finden unter den Klauseln der den Gesetz⸗Entwuͤr⸗ fen angehaͤngten Kontrakte einige, die wir geradezu hart nennen muͤssen. Besonders scheint uns dies in Bezug auf den Tarif der Fall. Fuͤr die Reisenden der ersten Klasse ist das Maximum des Preises der Plaͤtze auf 30 Centi⸗ men fuͤr die Stunde und fuͤr die zweiten Plaͤtze auf 20 Centt⸗ men festgesetzt. Man verlangt also nicht allein von den Eisen⸗ 5 daß sie das Publikum mit einer 4 bis 5mal groͤßeren Schnelligkeit als die Diligencen transportiren, sondern, daß sie dies auch fuͤr die Haͤlfte des Preises bewerkstelligen sol⸗ len. Wir wuͤnschen, daß die Compagnieen bei diesem Tarif noch Vortheile haben moͤgen; wir glauben sogar, daß dies an manchen Orten der Fall seyn wird. Aber worauf koͤnnen die Compagnieen eine foͤrmliche Ueberzeugung von dem Nutzen gruͤnden, wie sie doch zur Uebernahme so ungeheurer Bauten nothwendig ist? Durch welche entscheidende Erfahrungen wer⸗ den sie zu einer solchen Ueberzeugung ermaͤchtigt? Mehr als bei allen anderen bedeutenden industriellen Unternehmungen fehlen bei den großen Eisenbahnen noch dergleichen Erfahrungen. Es ist eine unbekannte Region, und wenn man sich mit dem Schwunge der Einbildungskraft in dieselbe vertieft, so kann man sich leicht schoͤnen Traͤumen uͤberlassen, die aber von der Wirklichkeit sehr verschieden seyn duͤrften. Die gesetz⸗ lichen Tarife der Englischen und Amerikanischen Eisenbahnen sind weit hoͤher als die unsrigen. Waͤre es daher nicht besser, den Compagnieen einen groͤßeren Spielraum zu gestatten und sich hinsichtlich der Verminderung der Preise auf ihr eigenes wohlverstandenes Interesse zu verlassen? In unserm Jahrhun⸗ dert der Gleichheit und der Demokratie koͤnnen die Eisenbah⸗ nen nur dadurch Gluͤck machen, wenn sie sich durch große Wohlfeilheit an die Massen wenden. Uebrigens giebt auch der Vorbehalt des Ruͤckkaufes dem Staate immer das Mittel, dem Monopol einer Compagnie ein Ende zu machen, welche so uͤbel berathen seyn sollte, uͤbertriebene Preise zu verlangen. Wenn wir wirklich einen Werth auf die Fortschritte des Associations⸗ eistes legen, so muͤssen wir 2* auch Freiheiten bewilligen. Wie koͤnnen wir verlangen, daß er vorwaͤrts schreite und sich bewege, wenn wir ihn an Haͤnden und Fuͤßen binden? Auch mit dem immer mehr um sich 5cers6 System, die Dauer der Konzessionen moͤglichst zu beschraͤnken, koͤnnen wir uns Die Ereignisse und die Revo⸗ Bestrebungen derer, die etwas fuͤr die Ewigkeit gruͤnden wollen; aber weil es auf Erden nichts Ewiges giebt, soll man deshalb jedes Element der

Dauerhaftigkeit zuruͤckweisen, um ausschließlich das provisorische

u unterstuͤtzen? Fruͤher verlieh man die Konzessionen auf ewige Peiten; dies ist der Charakter, den sie noch in England und den Vereinigten Staaten beibehalten haben, obgleich man die Ab⸗ neigung dieser Laͤnder fuͤr das Privilegium kennt. Seit einer langen Reihe von Jahren glaubte man in Frankreich, daß es zweckmaͤßig sey, alle durch Privat⸗Compagnieen ausgefuͤhrten oͤffentlichen Bauten nach einem Nießbrauch von 99 Jahren an den Staat zuruͤckfallen zu lassen. Jetzt bemuͤht man sich, die⸗ sen Termin immer mehr und mehr zu verkuͤrzen. Die Ver⸗ theidiger dieses Systems sind uͤberzeugt, daß sie durch dasselbe der Sache der Freiheit dienen und das Land bereichern; aber sie taͤuschen sich auf eine seltsame Weise. Wenn man sich be⸗ muͤht, alle Huͤlfsquellen Frankreichs in den Haͤnden der Cen⸗ tral⸗Gewalt zu vereinigen, wenn man verhindert, daß nicht hier und da im Lande einige feste Punkte, einige maͤchtige Associa⸗ tionen auftauchen, so arbeitet man zu Gunsten einer despotischen Centralisation. Indem man alle Werkzeuge des Reichthums an sich reißt, um sie der Regierung unbedingt zur Verfuͤgung zu stellen, wird es sicherlich gelingen, den Schatz zu bereichern, aber es ist zweifelhaft, ob man dadurch die Entwickelung des Na⸗ tionalreichthums besoͤrdert. Wir halten es fuͤr vollkommen uͤberfluͤssig, hinzuzufuͤgen, daß wir keinesweges verlangen, man solle die hier von uns aufgestellten Grundsaͤtze auf diejenigen Com⸗ pagnieen anwenden, mit deren Vorschlaͤgen sich die Kammer unaͤchst zu beschaͤftigen haben wird. Es wuͤrde seltsam aus⸗ Fve wenn wir fuͤr dieselben mehr vherlgen wollten, als sie selbst fordern. Die ausgezeichneten Geschaͤftsmaͤnner, die an F Spitze stehen, haben gewiß alle ihre Berechnungen sorg⸗ faͤltig und reiflich erwogen, und wir wuͤnschen sehnlichst, daß das Ereigniß ihre Hoffnungen rechtfertigen und noch uͤbertref⸗ fen werde. Da es aber beschlossen ist, daß die Privat⸗Vereine eine große Rolle bei der Ausfuͤhrung der oͤffentlichen Arbeiten spielen sollen, so schien es uns nuͤtzlich, die oͤffentliche Aufmerk⸗ samkeit auf die besten Mittel zur Beguͤnstigung dieses Systems zu lenken. Es ist eine der wichtigsten Administrationsfragen, die in dem gegenwärtigen Augenblick verhandelt werden koͤn⸗ nen, und sie Lreischt die lebhafteste Mitwirkung aller einsichts⸗ vollen Maͤnner.“ 1

In der Gazette des Tribuneaux liest man: „Die Vertheidiger Hubert's und seiner Mitverurtheilten erschienen gestern in der Conciergerie, um sich mit ihren Klienten zu be⸗ sprechen. Es ward ihnen erwiedert, daß dieselben nach gefäͤll⸗ tem Urtheile unter der Gerichtsbarkeit der administrativen Be⸗ hoͤrde staͤnden, und daß der Polizei⸗Praͤfekt die von ihm er⸗ theilte Erlaubniß zuruͤckgenommen habe. Herr Favre hat hier⸗

auf ein Schreiben an den Polizei⸗Praͤfekten gerichtet, in wel⸗