benskrank und selbst fuͤr todt ausgiebt, jedem meiner wauͤnschte — hat sich in der letzten
nur darauf beschraͤnkt,
an eeeee “ einen Antheil an dem Aufstande genommen, bis auf zwei unbedeutende Doͤrfer, die in einem Tage beseitigt wurden, und einige zerstreute, sehr wenig zahlreiche Raͤuberbanden, die noch bis jetzt den Antilibanon in gewissen Richtungen beunruhigen, jedoch nur fuͤr einzelne Reisende, die sich nicht hinlänglich vertheidigen koͤnnen, gefaͤhrlich werden. Nur ein abgesonderter Theil der Drusen, der im Hsran und nament⸗ lich im Gebirge Ledschiäh haust, stets Naͤubereien veruͤbte und von dem fruͤheren schwachen Gouvernement der Tuͤrkischen Pascha’ s nie anders als auf kurze Zeit im Gehorsam gehalten werden konnte — ein Stamm, der hoͤchstens 2000 streitbare Männer ühlt und beim Beginn seiner Insurrection durch mißvergnuͤgte sieberläͤufer und raubsuͤchtige Beduinen der Wuͤste vielleicht um das Doppelte sich vermehrt hatte, ist der einzige Feind, den Mehmed Ali zu bekaͤmpfen genoͤthigt wurde. Wenn dessen ungeachtet dies⸗ verhaͤltnißmaͤßig geringe Zahl nicht nur seit mehreren Monaten einer sechsfach uͤberlegenen Armee Wider⸗ stand zu leisten vermochte, sondern wegen begangener Fehler der fruͤheren Aegyptischen Chefs und ihrer zu großen Verach⸗ tung des falsch beurtheilten Feindes, den Truppen Mehemed⸗ Ali's sogar einige nicht unbedeutende Schlappen beibrachte, so liegt doch der Hauptgrund davon nur in der hoͤchst sonderbaren und fast unangreifbaren Lokalitaͤt, welche jene Drusen, denen man uͤbrigens die groͤßte Tapferkeit, ja Tollkuͤhnheit nicht absprechen kann, inne hatten. Es ward hier im Kleinen wieder⸗ holt, was wir im Großen theils in Spanien gegen Napoleon s Armeen gesehen, theils in dem fast unbegreiflichen Widerstande Cirkassiens gegen die kolossale Macht Rußland’s noch heute ge⸗ wahr werden. Ein vulkanisches Gebirgs⸗Terrain von 8 Stun⸗ den Laͤnge und 4 bis 5 Stunden Breite, das einem Labyrinthe gleicht, indem kaum zu Fuß muͤhsam kletternd und zu Pferde gar nicht fortzukommen ist, wo man meistens den Feind gar nicht zu sehen bekommt, und dennoch von einem Kugelregen aus der Hand der geuͤbtesten Schuͤtzen getroffen wird, bietet weder fuͤr Strategie, noch Taktik einen hinreichenden Spielraum dar, uUnd ist selbst mit der groͤßten Menschenaufopferung mit Gewalt nicht schnell zu nehmen. Einsolcher Krieg mußte gerade die regulaͤren Trup⸗ pen, welche man zuerst allein anwandte und mit Ungeschick anwandte, am leichtesten demoralisiren. Erst als man einige Tausend Al⸗ banesen und Arnauten, die des Bergkriegs gewohnt sind, in das Gefecht brachte, und bessere Dispositionen unter Leitung Soliman Pascha's und spaͤter des immer siegreichen Ibrahim selbst stattfanden, nahm die Sache in kurzer Zeit eine andere Wendung. In diesem Augenblick ist sie so gut als beendet an⸗ usehen. Die Araber, welche auf keine Beute mehr hoffen, aben sich in die Wuͤste zuruͤckgezogen, ein großer Theil der Drusen wie der Ueberlaͤufer, die man durch wohlberechnete List in ein minder unguͤnstiges Terrain gelockt, sind vernichtet worden, und kaum 1500 Drusen leisten in ihrem Stein-La— byrinth noch einen verzweifelten Widerstand, zuweilen mit mehr ooder weniger gluͤcklichen Ausfaͤllen verbunden, die wohl ihre Todes⸗Verachtung und immer noch unge⸗ zaͤhmte Kuͤhnheit beweisen, aber kein ernstliches Resultat mehr hervorbringen koͤnnen. Ein merkwuͤrdiges Beispiel dieser Art gaben sie die Nacht vor unserer Ankunft im Hauptgartier, wo sie die Abwesenheit Ibrahim Pascha's mit dem groͤßten Theil der Armee, der auf einer Expedition im Innern des Gebir⸗ ges von Ledschiah begriffen war, benutzten, und das Lager, in dem man etwas zu forglos schlief, weil man einen solchen Be⸗ such in keiner Art erwartete, uͤberfielen, in dasselbe eindrangen, Mustapha Pascha's Zelte pluͤnderten und in der allgemeinen Verwirrung den Aegyptiern einen Verlust von mehr als 200 Todten und an 300 Blessirten beibrachten (deren langem Zug wir begegneten), ohne selbst mehr als hoͤchstens 100 Mann dabei zu verlieren. Auch folgten waͤhrend unse⸗ rer Anwesenheit noch zwei schwaͤchere Versuche derselben Art. So unangenehm nun dieses Ereigniß auch war, so blieb es doch, da der Zweck nur unvollkommen erreicht wurde, bei der großen Zahl der Aegyptischen Truppen, die im Ganzen uͤber 25,000 Mann betragen, nichts mehr als ein ins Wasser. Daß man uͤbrigens eine so zahlreiche Armee hier versammelt hat, ist sehr weise, denn sie gilt nicht bloß der Handvoll insurgirter Drusen, sondern sie haͤlt das ganze Land in wohlthaͤtiger Furcht, und namentlich das nahe Damaskus, dessen unruhige Population von jeher zu rebel⸗ lischen Bewegungen geneigt war. Ibrahim Pascha — der sich, beilaͤusig gesagt, obgleich man ihn in den Zeitungen fuͤr ster⸗ so wohl befindet, daß ich Freunde und mir selbst eine aͤhnliche Gesundheit Zeit mit seinem gewoͤhn⸗ des Angriff⸗Krieges gegen die Drusen in Terrain fast ganz enthalten, und sich mit sehr zahlreichen Truppen⸗ Corps deren Hauptzweck ist, dem Feinde Da dieser unerlaͤßliche Bedarf im
lichen richtigen Takte ihrem unantastbaren
Zuͤge zu unternehmen, das Wasser abzuschneiden.
ganzen Bereiche des Gebirges von Ledschiah und der angraͤn⸗
gesichert sind, und
“
zenden Plaine nur aus zwei Quellen, die bereits erobert und außerdem nur noch aus sechs sehr ansehnli⸗ chen, zum Theil antiken Cisternen besteht, so ist der Erfolg un— zweifelhaft. Vier dieser Cisternen sind bereits mit nicht gerin— ger Anstrengung und Ausdauer gaͤnzlich zerstoͤrt und wasserleer gemacht worden, die naͤchste Expedition gilt den zwei letzten, und sind diese beseitigt, so hoͤrt alle Moͤglichkeit fuͤr die Insur⸗ genten auf, sich in ihrem Schlupfwinkel laͤnger zu halten. Sie muͤssen entweder in die Wuͤste entfliehen, wo sie auf ihre Todfeinde, die we. stoßen, oder sich auf Gnade und Ungnade dem Sieger ergeben. Der Erfolg wird dann nicht bloß ein partieller, sondern ein dauernder fuͤr die Zukunft seyn, der alle gebrachten Opfer in vollem Maße aufwiegen, und durch Unschaͤdlichmachung dieser gefaͤhrlichen Gegend, wie durch die Vertilgung jenes raͤuberi⸗ schen, nie vorher besiegten Stammes alle ferneren Stoͤrungen der Ruhe in Syrien hoͤchst unwahrscheinlich, wo nicht unmoͤg— lich machen wird. Dessen ungeachtet zeigt Ibrahim Pascha bei dieser Gelegenheit eine Milde und Großmuth, der man in Europa kaum Glauben beimessen wird, und die ich ihm selbst nicht zugetraut haͤtte. Es ist indeß ein unbestreitbares Factum,
Haß er den uͤbrig bleibenden Drusen vollen Pardon angeboten
Hat, ohne irgend eine Entschaͤdigung, noch selbst die Ruͤck— gabe der im Anfang gemachten Beute zu verlangen, und ihnen nur die Bedingung gestellt hat, alle eigenen, wie die eroberten Waffen abzuliefern, und sich friedlich in den Doͤrfern in der Plaine anzusiedeln, die sie vor der Insur⸗— rection schon zum Theil eingenommen hatten. Er gab diese Erklaͤrung zweien zur Unterhandlung ins Lager gekommenen Scheikhs sogar schrifilich, und diese versprachen dankbar die Erfuͤllung der verlangten Bedingung. Doch als sie zu den Ihrigen wieder zuruͤckgekommen waren, konnten sie entweder ihre Ansichten den Uebrigen nicht annehmbar machen, oder wur⸗ den selbst andern Sinnes — genug, sie verweigerten ihr gege⸗ benes Wort zu halten, indem sie die unsinnige Gegenbedingung
—
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machten, daß Ibrahim Pascha zuerst mit seiner ganzen Armee nach Damaskus abziehen und nur Kommissarien zuruͤcklassen solle, denen sie dann die verlangten Waffen abliefern wuͤrden. Daß ein solches, dem Sieger gemachtes Ansinnen nur mit Verachtung abgewiesen werden konnte, versteht sich von selbst; alle Unter⸗ handlung ward abgebrochen, und der Pascha verlangte die Ruͤck⸗ gabe seines schriftlichen Anerbietens, welches die Drusen unredlich verweigerten, und bis diese Stunde noch in ihren Händen haben. Trotz allem diesem habe ich dennoch gegruͤndete Ursache zu glau⸗ ben, daß Ibrahim Pascha noch immer geneigt sey, Gnade vor Recht ergehen zu lassen, wenn die bethoͤrten Empoͤrer, ehe es voͤllig zu spaͤt wird, sich zum Ziele zu legen entschließen. Sie koͤnnen sich darauf verlassen, daß diese in kurzen Worten ertheil⸗ ten vorlaͤufigen Notizen mit — Unparteilichkeit gege⸗ ben und der strengsten Wahrheit gemaͤß sind; bei mehr Muße finde ich, wie schon im Eingang erwaͤhnt, hoffentlich Gelegen⸗ heit zu einer weniger trockenen Erzählung der Details dieser in der Regierungs⸗Geschichte Mehmed Ali's nicht unwichtigen Katastrophe.“ —I
Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika.
New⸗ York, 12. Mai. Der Praͤsident hat dem Kongreß nachstehende auf den Zustand des Schatzes bezuͤgliche Botschaft uͤbersandt:
„Au den Senat und das Repräsentanten⸗Haus.
Ich übersende dem Kongreß eine von dem Secretair des Schatzes entworfene Nachweisung, aus der hervorgeht, daß die Vereinigten Staaten, obgleich mehr als 28 Millionen Dollars bei den einzelnen Staaten deponirt, obgleich einzelne Personen und Banken über 15 Millionen schuldig sind, sich in Gefahr befinden, die verschiedenen pe⸗ cuniairen Verpflichtungen der Regierung nicht getreu und pünktlich erfüllen zu können. Man befürchtete dies Resultat schon seit länge⸗ rer Zeit und war bemüht, es zu vermeiden, und da die Haupt⸗ Schwierigkeit in dem Gesetze liegt, welches die Wiederausgabe solcher Schatzscheine verbictet, die vor der Versallzeit eingelöst werden, so würde sich jenem Uebel am wirksamsten vorbeugen lassen, wenn man dem Schatze während des ganzen Jahres die Benutzung des ganzen fruͤher bewilligten Betrages gestattete. Die ernstlichen Verlegenheiten, welche wahrscheinlich aus der längeren Fortdauer des gegenwärtigen Zustandes der Dinge entstehen würden, veranlassen mich, den Kon⸗ greß ehrerbietigst aufzufordern, sich baldmöglichst mit diesem Gegen⸗ stande zu beschäftigen, der vor allen anderen berücksichtigt zu werden verdient. M. van Buren.“
Die in obiger Botschaft erwaͤhnte Nachweisung des Schatz⸗ Secretairs giebt als Grund fuͤr die eingetretenen Schwierigkei⸗ ten hauptsaͤchlich den Ausfall in den oͤffentlichen Einnahmen an. Das Gesetz vom Oktober vorigen Jahres autorisirte die Regie⸗ rung zur Ausgabe von Schatzscheinen, und uͤber 5 ½ Millionen derselben sind bereits bei Bezahlung der Zoͤlle in den Schatz zuruͤckgekehrt, obgleich keiner vor dem naͤchsten November faͤllig ist. Da diese Noten nicht wieder ausgegeben werden duͤrfen, so sind sie auch dem Schatz voͤllig unnuͤtz, und da in dem ge⸗ genwaͤrtigen Jahre nur ein Viertel der Zoͤlle in baarem Gelde gezahlt worden ist, so ließe sich dem Uebel nur dadurch abhel⸗ fen, daß die Wiederausgabe der Schatzscheine gestattet wird.
Die Banken im Staate New-⸗York haben am 10. Mai ihre Baarzahlungen wieder begonnen, doch hat dies bis jetzt noch kein bemerkenswerthes Resultat gehabt. Das Vertrauen ist wieder hergestellt, und Geld ist unter den regelmaͤßigen Ge⸗ schaͤftsleuten in Menge vorhanden und fuͤr die gegenwaͤrtigen Beduͤrfnisse des Handels völlig hinreichend. Die Banken des Staats Michigan haben beschlossen, so bald wie moͤglich ihre Baarzahlungen wieder zu beginnen. Die Distrikt⸗Banken wer⸗ den dies am 16. Mai und die anderen Banken 60 Tage spaͤ⸗ ter thun. Die Banken in Middleton, im Staate Connecticut, haben bereits wieder zu zahlen angefangen.
Inland.
Berlin, 13. Juni. Ein in Nr. I11 der Leipziger A. Zeitung vom 21. April enthaltener Artikel aus Danzig, der, nachdem er aus dem genannten Blatte in die Augsburger A. Zeitung uͤbergegangen, bereits mehrfache Berichtigungen her⸗ vorgerufen (S. Nr. 128 und Nr. 137 der Staats⸗Zeitung), da er von vorn bis hinten nichts als Unwahrheiten enthielt, veranlaßt uns heute, in Folge eines aus Preuß. Stargardt bei uns eingegangenen amtlichen Schreibens, nochmals darauf zu⸗ ruͤckzukommen. In dem gedachten Artikel aus Danzig wird naͤmlich insbesondere h v daß gerade bei den juͤngeren katholischen Geistlichen die Wuth und der Haß gegen ihre evan⸗ gelischen christlichen Bruͤder koche. Als Beweis dafuͤr soll die⸗ nen, daß, als in einem nur wenige Meilen von Danzig, auf der Straße nach Berlin gelegenen Hrte ein katholisches Maͤdchen, die Braut eines Evangelischen, gestorben sey, am Grabe ein junger katholischer Priester eine Rede gehalten und darin unter Anderem geaͤußert habe: „Der Himmel habe die Verstorbene, ihrer Froͤmmigkeit wegen, noch vor der Hochzeit mit einem Ketzer zu sich genommen, um ihre Seele vor der ewigen Ver⸗ dammniß zu retten!“ Hiervon (so berichtet man uns aus Stargardt) ist weiter nichts wahr, als daß am hiesigen Orte ein junges Maͤdchen im Monat April d. J. starb, daß sie selbst katholisch war und ihr Braͤutigam sich zur evangelischen Kon— fession bekennt, ferner daß die Bestattung der Leiche mit den groͤßten Feierlichkeiten erfolgte, in der katholischen Kirche Mes⸗ sen gelesen, von einem juͤngeren Huͤlfs⸗Geistlichen in der Kirche selbst und am Grabe von dem hiesigen geehrten katholischen Pfarrer Reden gehalten sind. — Alles uͤbrige ist erdichtet und kann nur aus unlauterer Quelle geflossen seyn. — Referent (evangelischer Konfession) war in der Kirche zugegen und hat spaͤterhin mit mehreren achtbaren Personen Ruͤcksprache genom⸗ men. Es ist aber in keiner der Reden etwas enthalten gewe— sen, was auf die Verschiedenheit des Glaubens Bezug hatte, noch weniger aber die angefuͤhrte Stelle, welche doch der Menge der Zuhoͤrer, die zu einem großen Theile den gebildeteren Staͤn⸗ den angehoͤrten, unmoͤglich entgehen konnte. Es ist sogar von dem juͤngeren Geistlichen der Braͤutigam nuc lobend angefuͤhrt worden und uͤberhaupt bei dieser Gelegenheit nichts vorgekom⸗ men, was auf einen Haß der katholischen gegen die evangeli⸗ schen Christen hindeuten koͤnnte.
— — Landsberg a. d. W., 11. Juni. Die fruͤher wie gewoͤhnlich beendeten Geschaͤfte in Breslau haben zur Folge ge⸗ habt, daß auch der hiesige Wollmarkt vor der gesetzlichen Zeit den üten d. M. seinen Anfang nahm. Schon am 5ten fanden Verkaͤufe statt und mit dem gestrigen Abend waren die Ge⸗ schaͤfte beendet. Wider Erwarten zeigte gleich Anfangs fuͤr feine und gute Mittelwollen. Die Staͤmme, welche mit 70 — 75 Thalern pro Centner und daruͤber bezahlt sind, wurden rasch ausgewaͤhlt. Auch die Gattungen von 90 — 100 Rthlr. pro Centner waren gesucht und fanden schnell Abnehmer. Ueberhaupt zeigte sich im Allgemeinen großer Be⸗
gehr, besonders nach guten Mittelwollen, daher auch viele Kaͤu⸗ Der Markt war
fer den Markt unbefriedigt verlassen haben.
sich die groͤßte Kauflust einer armen Frau. W. Koch. (Herr Seelig: Karl Morin. — George: Amalie, als Debuͤts.)
von vielen und bedeutenden 9 besucht. — Die Zufu war etwas geringer als voriges Jahr, da viele Producenton wegen der kalten und nassen Witterung mit der Schur aufge alten worden sind. Das zu Markt gebrachte Quantum duch ich auf 12,000 Ctr. belaufen. te
Koͤnigsberg, 8. Juni. Direktor des Altstädtischen Gymnasiums, demselben Tage in Insterburg der Ober⸗ Bauer.
Breslau, 9. Juni.
Am 5ten d. M. starb hier Dr. Struve, ce 2 Landesgerichts⸗ Rath
Unsere diesjährige Kunst⸗Ausstellun bietet von neueren Meistern, wenn auch nicht viele, aber do nicht unerhebliche Werke dar. Die Historie hat ihre bedeu tendsten Reproͤsentanten an dem Propheten Jonas von C 8 nin und Scheuren und an Stilkes reuigem Herzog Ludolph Die Genre⸗Gemaͤlde sind diesmal durchaus uͤberwiegend, au Letting's treffliche Beichte im Walde, ist, ihres ernsten tiefsiant en Charakters ungeachtet, gewissermaßen dahin zu rechnen.
chade, daß Hildebrand's Maͤhrchen⸗Erzaͤhlerin, wie manche andere, wegen Ungunst der Besitzer, nur im Katalog steht, abe an der Wand vergeblich gesucht wird. Von den dorhandenen Bildern dieser Klasse sind besonders Hasenclever's Sackpfeifer Hosemann's junger Don Quixote, Frenker s. Holzdiebe in der Schonung, Hornitz's betende Pilger⸗Familie, Schorn's betender Jaͤger, unter den Koͤpfen Stender's studirender Moͤnch in sei⸗ ner Zelle zu nennen. Die Landschafts⸗Malerei ist, wie immer reich bestellt, und aus Duͤsseldorf und Muͤnchen manches Schirt hier, unter letzterem besonders eine Mittagsruhe von Simuge und der Ilyssus von Rottmann. rei hat den Dogen⸗Palast in Venedig von Wyld, w Prager Bruͤcke von Werner, den Dom zu Regensbun und das Thor der Agora oder des alten Marktplatzes in Athen von Heidegger, die Marinen⸗Malerei ein Meeresufer von Gäͤtke das Dampsschiff „le Frangois“ von Mozin, einem Pariser Ma ler und ein paar gute Bilder von Wickenberg aufzuweisen. Auch ein Schlachtgetuͤmmel von Schelver und mehrere Blumen⸗ stuͤcke von Voͤlker sind zu erwähnen. Dagegen steht die Por⸗ trait⸗Malerei diesmal hinter den anderen Gattungen etwat zuruͤck. — Die zugleich von dem hiesigen Gewerbe⸗Vereine mi Einsicht und Geschmack veranstaltete Ausstellung der Erzeugnise des vaterlaͤndischen Gewerbefleißes hat bei den Gewerbetreiben⸗ den noch nicht die allgemeine Theilnahme gefunden, welche nn⸗ thig war, um ein vollstaͤndiges Bild der hangen Industrie von Schlesien zu liefern. Ein allgemeiner Ueberblick uͤber das hie Zusammengestellte wird in einem der naͤchsten Blaͤtter gegeben werden.
Duͤsseldorf, 8. Juni. Heute verstarb hier der ehema lige Preußische Generalk⸗Konsul zu St. Petersburg, Geheime Kommerzienrath und Ritter des Rothen Adler⸗Ordens r Klasse, Fr. J. Hofbauer.
Auswärtige Börsen. Amsterdam, 8. Juni.
Niederl. wirkl. Schuld 541 5/1 6. 5 % do. 101 ⅞1. Kanz. Fil. 25 ½. 5 % Span. 2113⁄16. Passive —. Ausg. Sch. —. Linul 811⁄16. Preuss. Präm.-Sch. 114 ½. Poln. —. Oesterr. Met. 10212%
nns. 8 E“ 838 giinnsl. 6. Neue Anl. 21 ⁄- 1aö 8 II“ esterr. 5 % Met. 106 ⁄. Br. 4 %̃ 101 ⅛1. G. 2 ½ % 11,g. Br. 1 % 26 1. Br. Bank-Actien 1748. 1746. Partial. U 1 151 ¼. G. Loose zu 500 Fl. 126 ½. 126 ¼1. Loose zu 100 Fl. 263. . Preuss. Präm.-Sch. 65 ⅛. 64 ⁄. do. 4 % Anl. 103. G. Poln. Loose 66. 653 ⁄24. 5 % Span. Anl. 12 ⁄. 12 %¾.
Hamburg, 11. Juni.
Bank-Actien 1442. 1440. Engl. Russ. 108 ⁄¼.
3 % —. Neue Anl. —.
5 % Port. —. tn.
London, 8. Juni. Belg. 1017 1. Neue Anl. 22 ⁄. Passive ¼ 21½2 % Holl. 55 ⅛. 5 % 101. 5 % Port. 16 * Bras. 79 ½. Columb. 27 4. Her,
Cons. 3 % —. Ausg. Sch. 8 ¾4. do. 3 % 24 ¼. Engl. Russ. 112 ¾. 25 ¼. Peru 20 ½. Chili 30.
Paris, 8. Juni.
5 % Rente sin cour. 109. 80. 3 % fin cour. 79. 90. 5 % Neq fin cour. 98. 80. 5 % Span. Rente 22 ¼. Passive —. 3 Portug. 24 ½.
Wien, 8. Juni. 5 % Met. 1071/1 6. 4 % 101 ⁄. 3 % 8251. 2 ½ % — Bank-Aetien 1455. Neue Anl. 635.
Koͤnigliche Schauspiele. Donnerstag, 14. Juni. Im Opernhause: Die Familien Capuleti und Montecchi, Oper in 4 Abth. Musik von Bellini. (Dlle. Botgorschek, vom Koͤnigl. Hoftheater zu Dresden: Nwo meo, als Gastrolle. Herr Charles St. Marie, Solotaͤnzer vong K. K. Hoftheater zunaͤchst dem Kaͤrntnerthore in Wien, win im zweiten Akte ein Pas de deux mit Dlle. Wagon tanzen.) Im Schauspielhause: 1) Les Rivaux d'euv-méme, comeche en Pacte. 2) La premieère représentation de la reprise de: Maitresse an logis, vaulerille en 1 acte, par Scribe. 3) La ühe de Dominique, vaudeville en 1 acte. Freitag, 15. Juni. Im Schauspielhause: Clavigo, Trautr spiel in 5 Abth, von Goethe. Sonnabend, 16. Juni. Im Opernhause, zum erstenmalt⸗ Der schwarze Domino, Oper in 3 Abth⸗, nach dem Franzö schen des Scribe, zur beibehaltenen Musik von Auber, faͤr die Deutsche Buͤhne bearbeitet vom Freiherrn von Lichtenstein. Die eingegangenen Meldungen um Billets sind beruͤcksc⸗ tigt worden und wird ersucht, solche bis Freitag, den liͤnn d. M., Mittags 12 Uhr, abholen zu lassen. 9 Sonntag, 17. Juni. Im Opernhause: Großes Vül und Instrumental⸗Konzert. (Herr de Beriot und Dlle. h. Garcia werden sich in demselben zum letztenmale hoͤren lassn, Hierauf: Der Soldat aus Liebe, pantomimisches Ballet sn
Koͤnigsstadtisches Theater. „ Donnerstag, 14. Juni. Eulenspiegel, oder: Schabern uͤber Schabernack. Wiener Lokal⸗Posse mit Gesang in 4 ten, von J. Nestroy. AF Wegen eingetretener Hindernisse kann die Oper: Juͤdin“ heute nicht gegeben werden. ℳ Freitag, 15. Pini. Auf Begehren: Wilhelm Tell. Iin roischromantische Oper in 3 Akten. Musik von Rossini. (vei⸗ Ernst⸗Seidler: Mathilde. — Herr Schober: Tell, als um erstenmale: Das Testamen 3 b nach Ducange, 8
rollen.) Fraͤulein v.
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Sonnabend, 16. Juni. Drama in 5 Akten,
tretung des Redacteurs: Wentzel. 1
SGSedruckt bei A. W. Hah
Die Architektur⸗Mi.
Graf von
2 ½ % Holl. 541 1/16: 5555. s
Traktat an der Tafna,
mit Abdel⸗Kader geschlossen.
Kader ein Gebiet von 14,800 Stunden uͤberlassen; aber er
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AAmtliche Nachrichten.
892 Nae. Kronik des Tages.
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Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Ober⸗Wegebau⸗Inspek⸗
tor Krause zu Reichssonch den Rothen Adler⸗Orden dritter Flasse mit der Schleife zur verleihen geruht. Kasee. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Steuer⸗Inspektor „mund in Magdeburz den Rothen Adler⸗Orden vierter ser zu verleihen geruht.⸗ S!. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Oekonomie⸗Inspektor gchubert bei der hiesigen Porzellan⸗Manufaktur den Rothen Adler,Orden vierter Klasse zu verleihen geruht.
e. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Schuhmacher⸗Meister Huterowski zu Thorn die Rettungs⸗Medaille mit dem Bande v verleihen geruht.
Se. Koͤnigl. Majestaͤt haben den Land⸗ und Stadtgerichts⸗ Hirektor Wenzel in Wolmirstädt zum Direktor des Land⸗ und Stadtgerichts in Burg Allergnaͤdigst zu ernennen geruht.
Se. Köͤnigl. Hoheit der Prinz Friedrich ist nach Schle⸗
sen, und — Ihre Koͤnigl. Hoheiten der Prinz und die Prinzessin Friedrich der Niederlande, so wie Hoͤchstihre Tochter, die Prinzessin Louise, sind, Ersterer nach dem Haag und Letz⸗
ere nach Schlesien abgereist.
Heute wird das 21ste Stuͤck der Gesetz⸗Sammlung ausge⸗ geben, welches enthaͤlt: unter Nr. 1900. das Reglement fuͤr die Feuer⸗Societaͤt der saͤmmt⸗ lichen Staͤdte des Regierungs⸗Bezirks Gumbinnen. Vom 29. April d. J.; und „ 1901. die Verordnung wegen Aufloͤsung der bisherigen Städte⸗Feuer⸗Societät und Ausfuͤhrung des vorge⸗ dachten Reglements, von demselben Tage. Berlin, den 15. Juni 1838. b Gesetz⸗Sammlungs⸗Debits⸗Comtoir.
Abgereist: Se. Excellenz der Wirkliche Geheime Rath, Ingenheim, nach Wittenberg.
Se. Excellenz der General⸗Lieutenant, General⸗Inspecteur der Festungen und Chef der Ingenieure und Pioniere, Aster, nach Posen. —
Der General⸗Major und Commandeur der 2ten Garde⸗ Landwehr⸗Brigade, von Below, nach der Rhein⸗Provinz.
Der Kaiserl. Russische General⸗Major von Molostwoff, nach Karlsruhe in Schlesien. 11““
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Deputirten⸗Kammer. Sitzung Debatte uͤber die Afrikanischen Angelegenheiten dauert fort. Der General Bugeaud nahm zuerst das Wort und suchte den der von mehreren Seiten angefochten „Ich habe“, sagte er, „Frieden b Die Regierung hat denselben ra⸗ ufizirt, und ich glaube, daß dies ein Gluͤck fuͤr die Afrikanischen Weegendeiten gewesen ist. Wenn man wirklich kolonisiren wil, so muß man seine Nachbarn unterworfen haben, oder in Frieden mit ihnen leben. Unsere Nachbarn gaͤnzlich zu unter⸗ werfen, dazu fehlten uns die Mittel; wir mußten also Frieden chließen, wenn wir irgend etwas Dauerhaftes gruͤnden wollten.
ch gestehe bei dieser Gelegenheit, daß die Meinung der Kammer einen großen Einfluß auf mich ausgeuͤbt hat; ich glaubte, daß ich, nachdem ich im Jahre 1836 888 gewesen war, im Jahre 1837 Deputirter und Staatsmann seyn koͤnnte. Uebrigens erlangte ich auch durch den Frieden große Vortheile. Zuvoͤrderst ersparte ich bedeutende Ausgaben, und dann gewann
Zeit, um uns festzusetzen und das war viel; denn bis zu dieser Stunde, obgleich wir uns acht Jahre lang in Afrika be⸗
nden, haben wir noch nicht Zeit gewinnen koͤnnen, um eine jederlassung an der Kuͤste zu gruͤnden. Ich gewann aber auch Zeit zur reiflichen Erwaͤgung der Frage uͤberhaupt; denn so viel auch uͤber diese Frage gesprochen worden ist, so kennt man die⸗ selbe doch noch nicht genau. Die oͤffentliche Meinung hat noch viel zu lernen. Man hat noch kein System, und wenn auch durch den Traktat nur die Zeit zum ruhigen achdenken verschafft haͤtte, so wuͤrde ich schon dadurch dem Lande einen großen Dienst geleistet haben. Man at sich, in Bezug auf Afrika, den seltsamsten Täͤu⸗ chungen hitg geben. Der Traktat an der Tafna mußte der vorigen Regierung schlecht erscheinen, weil sie bestaͤndig mit unerschͤtterlicher Zuversicht erklaͤrt, daß sie die Regentschaft er⸗ obert habe, weil sie Algier genommen hat. Der Traktat mußte 5 denjenigen Rednern nachtheilig erscheinen, die hier, oder i der Pairs⸗Kammer behauptet hatten, daß die Eroberung eine vollendete Thatsache und Abdel⸗Kader nichts als ein Rebell sey. 8 Wier,“ hat man ausgerufen, „„Ihr uͤberlaͤßt dem Abdel⸗ hher ein Terrain von 14,800 Stunden; Ihr uͤberlaßt ihm Enemezen, den Schluͤssel der Regentschaft; Ihr erhebt den mir zu einer Macht!““ Es ist wahr, ich sen⸗ dem Abdel⸗ be⸗
seh dasselbe schon, und wir besaßen dagegen gar nichts. Wir 3 en das Land wohl zuweilen durchstreift, aber dadurch wird es noch nicht erobert und unterworfen. Wenn Sie jenes Ge⸗ iet bedauern, so mache ich mich anheischig, dasselbe mit 8000 95 wieder zu erobern, aber es zu behalten und es 4 benutzen, das moͤge ein Anderer uͤbernehmen. (Ge⸗ qhter.) Ich habe Tremezen, einen Schluͤssel der Re
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worden ist, zu vertheidigen.
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Berlin, Freitag den 15ten Juni
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schon fruͤher sehr richtig be⸗
abgetreten. Herr Desjobert hat Schloß sey. Mir ist wenig⸗
merkt, daß es ein Schluͤssel ohne stens nicht bekannt, daß eine Garnison in Tremezen die Ver⸗ bindungen Abdel⸗Kader'’s mit Marokko jemals verßindert haͤtte. Unsere Garnison war in Tremezen gleichsam gefangen und Abdel⸗Kader ist 15 — 20mal vorbeigezogen, ohne daß die Gar⸗ nison ihn daran haͤtte verhindern koͤnnen. Ich habe uͤbrigens nicht behauptet, daß durch den Traktat an der Tafna alle Schwierigkeiten gehoben seyen; es bleiben im Gegentheil noch sehr große zu beseitigen. Der Herr Conseils⸗Präͤsident hat Ih⸗ nen zu Anfang dieser Eroͤrterung gesagt, daß das, was noch su thun waͤre, bedeutender sey, als das bisher Geschehene. Ich in vollkommen seiner Meinung. Es bleibt noch die Colonisation uͤbrig und diese hat ungeheure Schwierigkeiten. Ich werde Sie ausfuͤhrlicher daruͤber unterhalten, wenn ich das Amendement entwickele, welches ich vorzuschlagen gedenke. Bevor ich aber diese Rednerbuͤhne verlasse, habe ich noch auf einige Anschuldi⸗ gungen zu erwiedern, die im vergangenen Jahre in meiner Ab⸗ wesenheit gegen mich vorgebracht worden sind. Herr Mauguin hat gesagt, daß ich bei einer der Gelegenheiten, die dem Trak⸗ tate vorangingen, bei meiner Unterredung mit Abdel⸗Kader der Wuͤrde Frankreichs etwas vergeben habe. (Tiefe Stille. Man bemerkt die Abwesenheit des Herrn Mauguin.) Es ist sehr leicht, m. H., auf diese Weise uͤber die National⸗Wuͤrde zu ar⸗ gumentiren; aber Sie werden mir einraͤumen, daß es zu glei⸗ cher Zeit seitsam ist, wenn es von Maͤnnern geschieht, die nie⸗ mals in dem Falle gewesen sind, anderswo als auf dieser Red⸗ nerbuͤhne ihre Lehre in Anwendung zu bringen. Besonders seltsam aber ist es, wenn sie sich an Maͤnner wenden, die ihre Proben abgelegt haben. Wenn mein Gegner hier waͤre, so wuͤrde ich ihn fragen, ob es ihm oft begegnet ist, sich dem Feinde gegenuͤber zu befinven. ch wuͤrde so frei seyn, ihn zu fragen, wo er am 15. und 18. Juni 1815, wo er in den Monaten Juni und April war, als ich in den Straßen von Paris die beleidigten Gesetze vertheidigte. (Beifall.) Nach den Unterhandlungen uͤber den Traktat wuͤnschte ich die Bestim⸗ mungen desselben in einer Zusammenkunft zu sanctioniren. Ich ließ dem Abdel⸗Kader diesen Wunsch ausdruͤcken, und er setzte selbst den Ort der Zusammenkunft an den Ufern der Tafna fest. Er hatte 5 Stunden mehr als ich zu machen, um auf dem be⸗ stimmten Punkte anzukommen, und in dieser Beziehung ward also der National⸗Wuͤrde nichts vergeben. Es war natuͤrlich, daß ich vor ihm eintraf. Da es bereits spaͤt geworden war, als er mit seiner Armee in der Ferne erschien, und mir daran gelegen war, die NRuͤckkehr meiner Truppen in das Lager zu beschleunigen, so ritt ich mit einigen Offizieren den Arabern entgegen. ooͤtzlich sah ich mich aber von allen Seiten von einem Schwarm Arabischer Reiter umringt; meine Begleitung, die Verraͤtherei fuͤrchtete, forderte mich auf, zuruͤck⸗ zugehen. „„Nein““, erwiederte ich, „„es ist zu spät, man muß jenen Leuten ein edles Vertrauen zeigen!“"““ Und hierauf ging ich im Galopp vorwäͤrts. Ich traf bei Abdel⸗Kader ein, und forderte ihn alsbald auf, abzusteigen, was er auch that, und worauf die Unterredung zwischen uns begann. Abdel⸗ Kader antwortete mit kurzen Worten nach Sitte der Araber. Sie halten keine lange Reden, sie haben nicht den Fehler der Franzosen. (Beifall und Gelaͤchter.) Unsere Unterredung dauerte etwa 40 Minuten. Als ich Alles gesagt hatte, stand ich auf, und er blieb sitzen. Ich glaubte, darin einen gewissen An⸗ spruch auf Ueberlegenheit zu erblicken und ließ ihm durch meinen Dollmetscher sagen, daß, wenn sich ein Franzoͤsischer General erhebe, er sich ebenfalls erheben muͤsse. Der Dollmet⸗ scher war mit der Uebersetzung meiner Worte noch nicht zu Ende, als ich Abdel⸗Kader beim Arm nahm, und ihn zum Auf⸗ stehen zwang. Die Kammer moͤge nun urtheilen, ob ich bei dieser Gelegenheit der Wuͤrde Frankreichs etwas vergeben habe.“ (Nein, nein! und Beifall.) Herr Guizot, der hierauf die Rednerbuͤhne bestieg, machte darauf aufmerksam, daß die dies⸗ malige Eroͤrterung um so wichtiger sey, da der Conseils⸗Praͤsi⸗ dent selbst eingestanden habe, daß es sich in Afrika um den Uebergang von einer Epoche zur anderen handle. Er stellte den Traktat an der Tafna und die Einnahme von Konstantine als zwei sich widersprechende Ereignisse dar, wenn er auch, wie er sagte, einraͤumen muͤsse, daß man der Kegierung keinen ernst⸗ lichen Vorwurf in Bezug auf jene beiden Ereignisse machen koͤnne. Jetzt komme es aber darauf an, sich fuͤr ein bestimm⸗ tes System zu entscheiden, entweder fuͤr dasjenige, welches sich an die Expedition nach Konstantine, oder an das, welches sich an den Tafnaer Traktat knuͤpfe. Das groͤßte Uebel in Bezug auf Afrika sey immer das Schwanken und die Unentschlossen⸗ heit in Bezug auf die zu ergreifenden Maßregeln gewesen. Er selbst, meinte Herr Guizot, koͤnne sich von diesem Vorwurfe nicht freisprechen. Der Redner schilderte in ziemlicher Aus⸗ fuͤhrlichkeit das Verfahren, welches die Regierung seit langer Zeit in Afrika beobachtet habe, und erklaͤrte endlich, daß seiner Ansicht nach nur durch eine beschraͤnkte und friedliche Besetzung Afrika's die vernuͤnftigen Zwecke der Regie⸗ rung, zu erreichen waͤren. Nach einigen Bemerkungen des Herrn Jaubert, der seine fruͤhere Ansicht, daß man ganz Afrika, bis auf die Stadt Algier, raͤumen solle, auch jetzt wie⸗ der vertheidigte, bestieg der Conseils⸗Praͤsident zum zwei⸗ tenmale die Rednerbuͤhne, um einige Aeußerungen der vori⸗ gen Redner zu widerlegen und die Kammer neuerdings aufzu⸗ fordern, der Regierung durch Bewilligung des verlangten Kre⸗ dits die Mittel zu verschaffen, an der Entwick elung der Afri⸗ kanischen Angelegenheiten ungehindert zu arbeiten. Den Schluß der Sitzung machte eine Rede des Herrn Verryer, auf die wir morgen ausfuͤhrlicher zuruͤckkommen werden.
Paris, 9. Juni. Es ist nunmehr die offizielle Anzeige erfolgt, daß der Koͤnig morgen Vormittag um 10 Uhr die Pa⸗ riser National⸗Garde und die Truppen der Garnison mustern wird. Die in Paris auwesenden Stabs Offiziere sind eingela⸗ den worden, sich der Suite des Koͤnigs anzuschließen und sich
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zu dem Ende in dem Hofe der Tuilerieen einzusfinden. Ueber den Ort, wo die Musterung stattfinden wird, weiß man bis zu diesem Augenblicke (3 Uhr Nachmittags) noch nichts Gewisses. Man glaubt indeß, daß sich die Truppen von den Tuilerieen aus in den Elysaͤischen Feldern und in der Rivoli⸗Straße auf⸗ stellen werden. — Der Temps aͤußert sich uͤber die angekuͤn⸗ digte Revue in folgender Weise: „Die so ploͤtzlich beschlossene Musterung der National⸗Garde hat zu den seltsamsten Muth⸗ maßungen Anlaß gegeben. Warum, fragt man sich, eine Re⸗ vue, der keine Nothwendigkeit zum Grunde liegt, wenn wirk⸗ lich einige Gefahr mit derselben verbunden waͤre? Oder, wenn keine Gefahr vorhanden ist, maßregeln? Warum hat man bis zum 28. Juli gewartet?
den 10. Juni gewaͤhlt und nicht Will man die Vergangenheit ver⸗ leugnen und jenem Jahrestage seinen wahrhaft nationalen und patriotischen Charakter rauben? Man sehe sich vor. Die⸗ jenigen Manner, die die Ruhe des Landes und die Erhaltung der Dynastie aufrichtig wuͤnschen, sehen sehr wohl ein, daß man öoͤffentliche Kundgebungen, welche die Gemuͤther aufzuregen hecsgne⸗ sind, vermeiden kann; aber sie sehen auch ein, daß es este und Erinnerungen giebt, die Niemand verletzen, und de⸗ ren bestaͤndige Wiedererweckung von Wichtigkeit ist. Die Juli⸗ Tage erinnern an den Ursprung der Dynastie und an die Be⸗ dingungen, unter denen das Land dieselbe angenommen hat. Die usterung der National⸗Garde war eine jaͤhr⸗ liche Erneuerung des Bundes. Man denkt ohne Zweifel nicht daran, diesen Bund aufzuloͤsen und dennoch kann die Veraͤnderung der Zeit jener Revue als ein Schritt zur Abschaffung derselben erscheinen. Ein neuerliches Vo⸗ tum der Kammer hat bewiesen, daß das Land nicht leicht auf alte F.. Verzicht leistet. Es war vielleicht un⸗ vorsichtig, jenes Votum hervorzurufen, aber es wuͤrde eben so unvorsichtig seyn, den Jahrestag der Revolution, die uns Alle u dem gemacht hat, was wir sind, ampen und Raketen zu feiern.“ Die Presse sagt dage⸗ gen: „Durch die morgende Revue wird gewissermaßen der Jah⸗ restag der Amnestie gefeiert. Die Amnestie hat ihre Fruͤchte getragen und die gehofften Resultate geliefert. im Lande; die oͤffentliche Sicherheit befestigt sich taͤglich mehr; die National⸗Garde und die Armee sammeln sich um den Koͤ⸗ nig, um mit ihm die Frucht ihres Muthes und ihrer Maͤßi⸗ gung zu genießen. Diese Ruhe, in deren Schatten sich die In⸗ dustrie jetzt so außerordentlich entwickelt, ist ihr gemeinsames Werk, und die Dankbarkeit der Pariser Einwohnerschaft wird sich morgen auf die Urheber und auf die Stuͤtzen ihrer Ruhe und Wohlstandes gleichmaͤßig erstrecken.“ er Messager meldet, daß die Reise des Herzogs von
Nemours nach London, um mehr bestimmt sey. Der Prin ner Adjutanten, der Generale von hier abreisen. gemiethet.
Aus Toulon schreibt man vom 5ten d.: Erklaͤrung gegen Mexiko herrscht in unserem ordentliche Thäͤtigkeit. Die „Badine“ und der „Dupelit⸗ Thouars“ sind in See gegangen, um sich dem Blokade⸗Ge⸗ schwader anzuschließen. Auf der „Indienne“ und der sind Tag und Nacht eine Menge Arbeiter beschaͤftigt, um auch diese beiden Schiffe in den Stand zu setzen, derselben Bestimmung zu folgen.“
olbert und Boyer, am 19ten d.
„Seit der Kriegs⸗
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1838.
warum so hoͤchst aͤngstliche Vorsichts⸗
nur durch einige Tausend
Die Ruhe herrscht
der Kroͤnung beizuwohnen, nun- wuͤrde, nur in Begleitung sei⸗
In London sey das Hotel Grillon fuͤr ihn
Hafen eine außer⸗
Werle
binnen kurzer Zeit
Man hat sich gestern in den Buͤreaus der Deputirten⸗ Kam⸗
mer mit dem Gesetz⸗Entwurfe beschaͤftigt, welcher den Herren Berlioz und Comp. eine Konzession fuͤr das Italiaͤnische T
ter ertheilt. Das Privil und 31 Jahre dauern.
nicht mehr bewilligt. Die Unternehmer werden auf ihre Koster
egium soll im Jahre 1840 beginnen, Eine Subvention wird in der Folge
an der Stelle, wo der Saal Favart stand, ein neues Theater
erbauen, welches am 1. Februar k. 1. Februar an wird dieses Theater ohne weitere Entschaͤdigung zur Verfuͤgung des Herrn Robert gestellt, dessen Privilegium noch bis zum Jahre 1840 dauert. Nach Verlauf der 31 Jahr gehoͤrt das neu erbaute Theater dem Staate. Herr Berlioz is verpflichtet, zwei Cautionen, dere von 60,000 Fr. zu stellen, Ausfuͤhrung der uͤbernommenen
welche als Buͤrgschaft fuͤr di Verbindlichkeiten dienen. Da
J. beendet seyn muß. Vom
die eine von 300,000 Fr., die an⸗
egen sollen den Unternehmern die von der Feuer⸗Versicherungs⸗
200,000 Fr. uͤberlassen werden.
nstalt zu zahlenden Grafen Roy in der Pairs⸗Kammer abge⸗
Der von dem
stattete Bericht uͤber das Renten⸗Gesetz hat heute auf die
Course der Franzoͤsischen Papiere guͤnstig gewirkt. gen wuͤrde aber bedeutender gewesen seyn, wenn nicht die Be sorgniß vor der morgenden Revue manchen Kaͤufer zuruͤckgehal ten haͤtte. Man glaubt, daß die Montags⸗Boͤrse brillanter sey
wird, und man ist ziemlich allgemein der Ansicht, daß nament⸗ lich die 5proc. Rente jetzt einen bedeutenden Aufschwung neh⸗
men wird.
Großhbritanien und Irland. 1 S2
Parlaments⸗Verhandlungen. Oberhaus. S zung vom 8. Juni. Heute veranlaßte im Ausschusse uͤber die Irlaͤndische Armen⸗Bill besonders die 55ͤste Klausel, dur welche gewisse Laͤndereien von der Armen⸗Steuer befreit wer den, eine laͤngere Debatte. Graf Wicklow erklärte sich v zuͤglich dagegen, indem er behauptete, daß diese Ländereien durch den Torf, den sie lieferten, auch Ertrag braͤchten vnd folglich eben so gut wie andere steuerpflichtig seyn muͤßten. Es gelang ihm jedoch nicht, seine Ansicht durchzusetzen, denn zwei
mendements, die er vorschlug, wurden mit respektive N7 gegen 9 und 36 gegen 15 Stimmen verworfen.
Unterhaus. Sitzung vom §. Juni. Als in de heutigen Sitzung uͤber die Bill zur Verminderung der Pfruͤn den⸗Cumulation und der damit in Verbindung stedenden Nicht Anwesenheit der Pfarrer in ihren Kirchspielen der Ausschut Bericht abgestattet werden sollte, wurden einige Versuche
“
Das Stei⸗