1838 / 169 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

nels⸗Ministex bierburch Vollmacht ertheilen, Jie u ab denn Vaͤrstebenden in die alleinige Königlich Preußische Landeshobbit übergehenden Distrikte der Königlich Preußischen Regierung zum ausschließlichen Besitze, so viel dieser davon noch abging, zu überweisen, und wellen Wir, von dem Tage solcher Ueberweisung an, Unsere Diener und sämmtliche Unterthanen in denselben ibrer Uns seitber geleisteten Dienst⸗ und Umerthanen⸗Pflichten entlassen, mit dankbarer Anerkennung ihres Uns bisber bewhiesenen Gehorfams, welchen sie der neulen Landes⸗ Herrschaft in gleicher Maße bewähren werden. Gegeben in Unse⸗ rer Residenzstadt Hannover, den 5. Februar des 1838sten Jahres, Unseres Reiches im Ersten.

8 Ernst August.

G 8e. 5 G. von Schele.“

Leipzig, 17. Juni. Im Allgemeinen sind die Oeko⸗ nomen und Wollzuͤchter, wie die Gastwirthe und Hotels⸗Be⸗ sitzer mit dem diesjährigen Wollmarkte sehr wohl zufrieden. Es sind 4— 7 Rthlr. auf den Stein Wolle mehr bezahlt als im vorigen Jahre und die meisten Geschäfte in kurzer Zeit gemacht worden. Dabei war der Zudrang in den Hotels so groß und dauernd, daß mancher Wirth mit der dreitägigen Wollmesse zufriedener war, als mit der dreiwoͤchentlichen Oster⸗ messe. Wir erinnern uns nicht, in den letzten drei Jahren so viel Wolle und so viel Gutsbesitzer und Landwirthe hier ver⸗

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nem Menschenschlage bewohnt, der den kraͤftigsten Widerstand leisten wird. Ist die dauernde Occupation Konstantine’'s in

dorf gehoͤrig, entschied. Fuͤr die zukuͤnftigen Jahre sind meh⸗ rere nicht unbedeutende Rennen auf der hiesigen Bahn propo⸗ nirt und groͤßtentheils durch Unterschriften bereits vollzählig ge⸗ worden; auch hat die General⸗Versammlung des Vereins fuͤr Pferdezucht ꝛc. hierselbst beschlossen, die Rennen auf hiesiger Bahn kuͤnftig wiederum zum Herbste stattfinden zu lassen. 1 Konigsberg, 13. Juni. Seit einiger Zeit haben Juden eine große Quantitaͤt Kopal, ein gelbes durchsichtiges Harz aus dem Nord⸗Amerikanischen Kopalbaum, welches dem Bernstein aͤhnlich sieht, diesem aber an Brauchbarkeit und Werth weit nachsteht, aus New⸗York eingebracht und, indem sie es als Bern-. 2 stein verkaufen, die Kaͤufer damit zu taͤuschen gesucht, weshalb in dem hiesigen Amtsblatt warnend darauf aufmerksam gemacht wird.

Posen, 10. Juni. Nach dem amtlichen Schluß⸗ Bericht des hiesigen Wollmarkts ist das Quantum der ein⸗ gebrachten Wolle auf 10,000 Ctr. anzunehmen, welche in den wenigen Tagen rasch bis auf einen geringfuͤgigen Rest verkauft worden sind. Elektoral ist bis 110 Rthlr. bezahlt worden. Feine Sorten, die voriges Jahr 70 75 Rthlr. galten, sind mit 80 86 Rthlr. verkauft, und Wolle, die damals nur 55 bis ei⸗ nige 60 Rthlr. galt, fand zu 60 bis 72 Rthlr. Liebhaber. Im Allgemeinen waren die Kaͤufer mit der Wäͤsche zufrieden. Da schon vom Herbst ab bedeutende Posten auf Kontrakte verkauft worden sind, die dann gar nicht hierher kommen, so kann man den Markt als reich besetzt gewesen betrachten.

Posen, 16. Juni. In Folge des schroffen Witterungs⸗ wechsels im Laufe des verflossenen Monats indem auf einen Thermometerstand von + 220 innerhalb weniger Tage ein so tiefer Fall der Temperatur eintrat, daß Schnee sfiel und bei 30 Reaumur ein sehr verderblicher Frost eintrat haben in dem hiesigen Regierungs⸗Bezirke alle Obstbaͤume und besonders der Weinstock ungemein gelitten. Die Saatfelder stehen im Allgemeinen ziemlich gut, und es ist immer noch eher eine er⸗

Aufgabe, die 1zur durch eine Rechnung, nicht aber durch einen Keulenschlag, der Belgiens Finanzen zerschmettern wuͤrde, geloͤst werden kann. Der Text der Protokolle, welche wahr⸗ haftig keine Vorliebe fuͤr Belgien zeigen, spricht schon fuͤr die Nothwendigkeit einer Revision der Rechnungen, die füͤr falsch erkannt sind. Das schreckliche Wort unwiderruflich ist waͤhrend sieben Jahre vor sich selbst erschrocken, und es ist jetzt Zeit, sich an die ordnende Gerechtigkeit, welche nie veral⸗ tet, zu wenden. Nur diesen Schutz erbittet Beigien. Dasselbe hat weder fremdes Besitzthum, noch fremdes Geld sich ange⸗ eignet, eben so wenig wie es auf eine gewaltsame Weise fremde Gebietstheile erworben hat. Wuͤnscht ein Graͤnzdorf zu Hol⸗ land zu gehoͤren, so wird Belgien dasselbe ohne Schmerz ab⸗ treten; es beschraͤnkt seine Wuͤnsche auf die Erhaltung dessen, was es fruͤher besessen und was es jetzt besitzt, so wie es auch alle diejenigen, die seinem Banner freiwillig gefolgt sind, zu erhalten wuͤnscht. Luxemburg und Mastricht sind nicht in der Gewalt Belgiens; dasselbe macht auch keine Ansprüche darauf. Moͤgen die Deutschen und Hollaͤndischen Garnisonen diese Staͤdte besetzt halten, moͤge man den Einwohnern derselben in ihren Handelsbeziehungen zu den Provinzen, in denen sie be⸗ legen sind, alle moͤglichen Erleichterungen erwirken; Belgien hat nichts dagegen, und die Bevoͤlkerung Luxemburgs und Mastrichts wird in allen Laͤndern mit Gunst aufgenommen werden.“

Im Eclaireur de Namur liest man: „Wenn man dem „Journal de Commerce“ Glauben schenken darf, so erwartet Herr de Potter und die republikanische Partei nur die Ruͤck⸗ kehr eines Emissairs aus Paris, um den Widerstand gegen die 24 Artikel foͤrmlich zu organisiren. In Belgien existirt indeß keine republikanische Partei. Als im Jahre 1830 die Regie⸗ rungsform noch unentschieden war, oder richtiger, als man noch kein Staats⸗Oberhaupt gewaͤhlt hatte, mochten einige Belgische Patrioten in der Anwendung des Wahl⸗Prinzips auf den ersten

Neugranada, und den Schweizern Jose

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Kaspar Koͤpfli. Es sind bereits 44 Stad 169.npt. b

fentlicher Platz in ihrer Mitte abgesteckt. Alle bilden cen -2 ne

arschall Clauzel gegen diese Stadt in Marsch sich As a8e 9., Manschergbeochenen Hatf⸗ Farhat's nichts zu sehen. d A*. ie g schte waeral. Danremont hatte ihm eben so im Oktober 1837 dem Willen der Franzoͤsischen Regierung, so wird fruͤher oder ßige Vierecke von 300 Gepiertsuß Raum, mit Einschluß Der Gen vcus vor Konstantine gegeben, aber der kluge Farhat spaͤter zu Stora elne Niederlassung gegruͤndet, wodurch Bona in der Mitte sie durchschneidenden 20 Fuß breiten Allee. 89lein 25enennee erst, als er wußte, fuͤr welche Seite sich der seine Bedeutung verliert. Es ist sehr zu wuͤnschen, daß der dc Hauptstraßen, denen man die Namen von Pestalozzi, 8g folgre bnschteden hatte. Der General Valé und der Herzog von General Negrier sobald keinen Nachfolger erhalte. Der Gene⸗ ler, Ischokke, Franklin und Jefferson beigelegt, werden *10 jes empfingen diesen Haͤuptling zwar mit einigen Vorwuͤrfen, ral Castellane, der ihn ersetzen sollte, gab, wie man versichert, Breite von 60 Fuß haben. Die sechste oder Washington⸗H G äcch zugleich mit großen Ehren; leider hatte man sich nicht lange Zeichen von Wahnsinn, und erbitterte die Armee waͤhrend straße, am naͤrdlichen Ende der Stadt, wird nur 30 Fuß ahn Ir. des fernen Gastes zu erfreuen. Die 800 sonn⸗ seines achttaͤgigen Kommands's durch die unsinnigsten Placke⸗ sein. Die gleiche Breite ist auch fuͤr die beiden aͤußersten eclber Gn. Beduinen, welche Farhat aus der Wuͤste mitbrachte reien. Derselbe General soll schon lange in Frankreich als ein straßen bestimmt. Die uͤbrigen acht Straßen sind ebenfanen neebranne zrchterlichste Rauber⸗Gesindet, deren Thaten und Original bekannt gewesen seyn. Dennoch wollte man ihn zu 60 Fuß Breite abgesteckt. Das Ganze bildet ein läͤnglas eenen nür zu sehr den schrecklichen Ruf rechtfertigten, den die jenem so wichtigen Posten in einem Lande, das er noch durch⸗ Viereck. Es sind schon uͤber 20 Hauser gebaut worden Are⸗ 1gs der Sahara unter allen Bewohnern der Berberei aus nicht kannte, berufen, weil Casiellane ein Freund des bis zu Ende dieses Jahres sollen noch mehrere aufgefuͤhrt i Bedui Es wurden raͤglich in der naͤchsten Umgebung von Kon⸗ Grafen Molé ist. H Preede Fhen v nen den. Von den 328 abgesteckten Bauplaͤten sind bis settd veeir⸗ alle erdenklichen Verbrechen begangen, Mauren unnd— hzus gngimx n0 ebsPn. Dee c. verkauft oder verschenkt. Der Hrn. Zschokte 1 9 der Stadt, sogar Franzoͤsische Soldaten sand man er⸗ C e mmxen 12 dachte befindet sich an der Ecke der nach ihm benannten Haus⸗ ügec die Jelte und Magazine jede Nacht erbrochen und ge⸗ BBEETEEEETT1A“ 8s Sven⸗ der Morgenseite des oͤffentlichen Platzes. Er 2 Man glaubte anfangs, die Thaͤter seyen einige Ma⸗ liea d büicn 8bn und eine Tiefe von 130 Fuß. Higzlas murs von Achmed's zerstreutem Heere, merkte aber endlich, Berlin, 19. Juni. Zu dem kalendermaͤßig heute begin⸗ Ans —— em Punkte, wo die Haupt⸗Eisenbahn wische . alle diese Unthaten von unseren guten Freunden und Alliir⸗ nenden diesjaͤhrigen Wollmarkt haben die Zufuhren von Wolle lton nen 5 ount⸗Carmel mit der von St.⸗Louis zusenecns daß den Reitern Farhat's, kamen. Die Frechheit dieser rohen bereits seit dem 15ten d. M. begonnen und scheinen bis zu die⸗ einigt gesehen zu haben. trifft. Es ist also vorauszusehen, daß die entstehende Etan Bürbaren ging bald so weit, daß sie die anderen Araber auf sem Augenblicke noch nicht brendigt zu seyn. Bis heute sind Die Dampfwagenfahrten auf unserer Eisenbahn von hier . dem. Markte, in Gegenwart der Franzoͤsischen Truppen, aus⸗ circa 45,000 Ctr. an den Markt gebracht worden. Bereits nach Machern, die in der Zeit vom 4. zum 10. 89. bei 60 Spanien. 1 1l em.

272 1u luͤnderten, sie von den Pferden herabwarfen und ihnen sogar am löten begann der Verkauf, der bei fast immer gleichen Prei⸗ Fahrten 7691 Personen transportirt haben, sind zwei Tage lang Madrid, 6 Juni. In der gestri Si die schmutzigen Kleider von dem Leibe rissen. Es glichen diese sen bis heute mit unverminderter Lebhaftigkeit fortgesetzt worden. wegen nothwendiger Wiederherstelung eines Dammes bei Ge⸗ putir -geG . . nd,

en eürten

uiiih 1 e die migen Wuͤsten⸗Soͤhne eher wilden Bestien welche die Sa⸗- Von seiner, fein⸗mittler und mattler Wolle, nach welchen Sor⸗ richshayn, der durch die Regenguͤsse stellenweise eingesunken vhtes e, die Wiederherstellung des dia qusgespieen, als Wesen unserer Art; sie hatten kei⸗ ten bisher die meiste Frage war, sind ungefaͤhr 15,000 Ctr. ab⸗ war, eingestellt worden. Ebenso unterbleiben sie fuͤr den 20., Aus Lerma de negen seare Pg ar ze. nen Begriff von einem Eigenthums⸗Rechte, keine Ahnung von gesetzt. Die Preise stellten sich bei mittler und fein⸗mittler um 21. 22. 8 1 ige V 1 1 1 egan 1. und 22. Juni, wo eine noͤthige Verfuͤllung jenes Dammes der Oberst Zurbano die von Balmaseda kommanditten Ka uͤberfallen und nicht nur vollkommen geschlagen und zwei (m⸗

einer gesetzlichen Ordnung. Die Franzosen sahen sich bald ge⸗ circa 12 und bei feiner Qualitaͤt um 15 bis 25 Rthlr. pro Ctr. veshegites soll, was freilich dem vergnuͤgungslusti⸗ wungen, ihren Gaͤsten die Bastonnade zu geben und sich so hoͤher, als im vorigen Jahre auf hiesigem Platze gezahlt wur⸗ en Publikum eben so unerwuͤnscht seyn wi 1 gen P s scht seyn wird wie dem Gast⸗ pagnieen gefangen genommen, sondern auch alle von Balnah in Ontario del Pinar zu Gefangenen gemachte Soldaten

ünell als moͤglich dieser unbequemen Alltirten zu entledigen, den. Die Kauflust ist sehr rege, und an Kaͤufern fehlt es nicht. wirthe zu Machern, da dieses Rittergut des Kaufmanns Schnetzer, Corps des Oberst Mayols befreit hat. Auch das ganze G

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bald zu einer gewissen Entwicklung gelangen wird.

henn kein Araber der Gegend getraute sich mehr auf den Markt Der Schluß⸗Bericht uͤber den Wollmarkt wird in einigen Ta⸗ in reizender Gegend gelegen und durch die Liberalitaͤt des Be⸗ u kommen. Farhat⸗Ben⸗Said nahm, aͤrgerlich, daß man ihn gen folgen.

Konstantine nicht hatte pluͤndern lassen, bald wieder den Weg Trier, 13. Juni. Die hiesige Zeitung berichtet⸗

Beamten der Nation die sicherste Garantie der inneren Freiheit und der Abwehr der Feinde unserer Unabhaͤngigkeit erblicken. Indem sie aber den politischen Koͤrperschaften das Recht, nach bester Einsicht uͤber sich zu verfuͤgen, einraͤumten, haben sie auch

zugleich die Regierungsform, welcher ihre Landsleute den Vor⸗ zug gegeben, anerkannt, und in dieser Sphaͤre allein vertheidi⸗ gen sie die Rechte der Unverletzlichkeit unseres Gebiets. Anwendung einer Theorie, welche in sich selbst zusammenbrechen wuͤrde, wenn sie ohne die allgemeine Beistimmung den Sieg erraͤnge, mag ruhigeren Zeiten vorbehalten bleiben.“ Also ganz hat auch der Eclaireur die Hoffnung auf den Belgischen Republikanismus noch nicht aufgegeben.

Diejenigen Individuen, welche an den Unruhen in der Nacht vom 3. Juni Theil genommen haben, erschienen gestern Morgen vor dem Zuchtpolizei⸗Gerichte. Die Anklage sautete auf Widersetzlichkeit gegen die Polizei, Verhoͤhnung derselben und Stoͤrung der naͤchtlichen Ruhe; einer der Angeklagten sollte noch uͤberdies zur Widersetzlichkeit aufgefordert haben. Aus dem Zeugenverhoͤr ergab sich, daß einer der Angeklagten gepfif⸗ fen und geschrieen haͤtte, daß ein Anderer einem Gendarmen einen Fußtritt gegeben, und daß ein Dritter einem Sicherheits⸗ waͤchter bei seiner Festnehmung einen Faustschlag versetzt hatte. Der Eine wurde losgesprochen, der Zweite zu monatlicher und der Letzte zu zwanzigtaͤgiger Gefaͤngnißstrafe verurtheilt. Der Sohn eines ehemaligen Artillerie-⸗Majors, der ebenfalls vorgefordert worden war, weil er sich den Befehlen der Polizei gewaltsam widersetzt haben sollte, wurde freigesprochen. z bp;

Luͤttich, 14. Juni. Der General Maison ist gestern durch unsere Stadt gereist. 1

Seit den letzten Vorfaͤllen im Limburgischen hat der Ge⸗ neral Dibbets den Bewohnern der Doͤrfer, in welchen die Bel⸗ gische Fahne aufgepflanzt worden ist, das Betreten der Stadt Mastricht untersagt. Dieses Verbot trifft auch diejenigen, welche Petitionen zu Gunsten der Gebiets⸗Unverletzlichkeit un⸗ terzeichnet haben.

Die Deutsche Opern⸗Gesellschaft, welche hier und in Ant⸗ werpen mit dem gläͤnzendsten Erfolge Vorstellungen gegeben hat, ist in diesen Tagen nach Deutschland zuruͤckgekehrt. Ein Bruͤsseler Blatt bedauert es sehr, daß die Theatergesetze das Auftreten einer fremden Schauspieler⸗Truppe in der Haupt⸗ stadt nicht gestatten und diese daher eines ausgezeichneten Ge⸗ nusses beraubt worden sey.

Hannover, 16. Juni. In der hiesigen Zeitung liest man: „Da, dem Vernehmen nach, verbreitet wird, als habe Se. Majestaͤt der Koͤnig die Annahme einer Deputation des Magistrats der Stadt Hannover an Allerhoͤchstdero Geburts⸗ feste in Folge einer allgemeinen Unzufriedenheit mit dem Ma⸗ gistrate und mit der Buͤrgerschaft der Stadt abgeschlagen, so sind wir hoͤheren Orts ermaͤchtigt, zu erklaͤren, daß die Ver⸗ weigerung des Empfangs jener Deputation, zu der Se. Ma⸗ jestaͤt sich ungern genoͤthigt gesehen, lediglich den Magistrat betreffe und keinesweges den Koͤniglichen Unwillen gegen eine Buͤrgerschaft habe anzeigen sollen, die Se. Majestaͤt als eine loyale und gutgesinnte mit Vergnuͤgen betrachten und von der Allerhoͤchstdieseilben gern eine Deputation angenommen haben wuͤrden.“

Die hiesige Zeitung publizirt auch nachstehendes Koͤnigl. Patent zur Ermaͤchtigung des Staats⸗ und Kabinets⸗Ministers, ewisse Territorial⸗Veraͤnderungen in Folge eines mit der Krone

reußen geschlossenen Staats⸗Vertrages eintreten zu lassen:

„Ernst August ꝛc. Nachdem durch einen mit der Krone Preußen zur Beseitizung mehrerer Territorial⸗ und Gränz⸗Streitigkeiten, so wie wegen verschiedener gemeinschaftlicher und gemischter Verhältnisse, unter dem 25. November v. J. geschlossenen und am 22 Janunar d. J. von Uns Allerhöchst ratifizirten Vertrag bestimmt worden ist, daß die an der Gräuze der Aemter Stolzenau und Diepenau belegenen Menge⸗ dörfer Glissen, Westenfeld und Brüninghorstedt, so wie das Gesammt⸗ dorf Halle, mit ihren Gemarkungen, nicht weniger auch die auf dem Wege von Lemförde nach Bohmte durch das Dorf Reiniugen führende Chausseestrecke, so weit solche das Köuigl. Preußische Gebiet berührt, Unserer allemigen Landeshoheit, dagegen die an der Gränze des zu⸗ erst genanuten Amis ebenfalls belegenen Men edörfer Ovenstedt und Haevern mit ihren Gemarkungen der alleinigen Landeshoheit der Krone Preußen unterworfen werden sollen, so ermächtigen Wir Un⸗ sere Staats⸗ und Kabinets⸗Minister hierburch, von den nach dem Obigen Uns zu überweisenden Distrikten, so viel Uns noch davon ab⸗ giage in Unserem Allerhöchsten Ramen Besitz zu ergreifen, erklären teselben von dem Tage der Besitz⸗Ergreifung an, mit Unserem Kö⸗ nigreiche Hannover, und zwar die Dörfer Glissen, Halle und Westen⸗ feld mit Unserem Amte Stolzenau, die Dorfschaft Brüninghorstedt oagegen mit Unserem Amte Diepenau, für vereinigt, gesiunen an alle bisherige Königl. Preußische Einwohner und Unterthanen derselben jedes Standes, daß sie von jenem Tage an Uns und Unserem Königlichen Hause gehorsam und mit Treue zugeihan seven, und versprechen dagegen, Un⸗ serelaudesberrliche Gnade ihnen gleich Unseren übrigen Unterthanen ange⸗ deihen zu lassen. Zugleich aber wollen Wir Unserem Staats⸗ und Kabi⸗

Die

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wiederholter Besuche werth ist.

Bei der hoͤchst wichtigen Frage uͤber Nachdruck und Si⸗ cherstellung der Autoren und Verleger, die jetzt wieder aufge⸗ worfen und verhandelt wird auch bei uns in dem handels⸗ gerichtlichen Prozesse wegen Goethe’s Briefe von Doͤring und dem Congrès de Verone von Chateaubriand ist die Schrift von Neef uͤber die Eigenthumsrechte der Schriftsteller und Kuͤnstler und ihrer Nachfolger, welche gratis ausgegeben wird, und die hieruͤber gegebenen Anzeigen, z. B. in der Preuß. Staats⸗Zeitung, im Boͤrsenblatte fuͤr den Deutschen Buchhandel Nr. 56, so wie der Aufsatz vom Professor Sell uͤber den Erwerb des Eigen⸗ thums an Briefen im Archip fuͤr die civilistische Praxis Bd. XXV. Heft 1 sehr beachtenswerth, jedoch ist auch nicht zu uͤber⸗ sehen, was Mittermaier in der neuesten (fuͤnften) Ausgabe der

§. 296 mit gewichtigen Worten und unter genauer Angabe der Literatur hieruͤber ausgesprochen hat.

Darmstadt, 16. Juni. Gestern Abend trafen Ihre Maäjestaͤt die verwittwete Koͤnigin von Bayern zu einem Be⸗ suche bei dem Großherzoglichen Hofe hier ein. Hoͤchstdieselben werden sich nach dem benachbarten Landsitze Seeheim, welchen gegenwaͤrtig Se. Hoheit der Prinz Karl und Ihre Koͤnigl. Hoheit die Prinzessin Karl bewohnen, begeben.

Muͤnchen, 14. Juni. Die polizeiliche Beschlagnahme der Druckschrift: „Die Unduldsamkeit der christlichen Konfessionen vor dem Richterstuhl des neunzehnten Jahrhunderts, von einem protestantischen Bayern; Nuͤrnberg bei Joh. Leonh. Schrag, 1838%, ist vom Koͤniglichen Staats⸗Ministerium des Innern bestaͤtigt worden.

Muͤnchen, 14. Juni. (Allg. Ztg.) In verwichener Nacht starb hier im 79sten Jahre seines fruͤher so uͤberaus einfluß⸗ und thatenreichen Lebens der Staats⸗Minister Maximilian Graf von

nißvollen Tagen, wo Staaten sielen und stiegen, eine bedeutende Rolle durchzufuͤhren, erlischt jetzt mit ihm eine der wenigen noch uͤbrigen Illustrationen aus der Zeit, aus welcher vor wenigen Wochen Reinhard und Talleyrand ihm vorangegangen. ie auch die Urtheile uͤber sein Wirken im Innern (vom J. 1799— 1817) sich lobend oder verwerfend aussprechen moͤgen, in Einem steht die Meinung fest: Montgelas war ein klug besonnener, ein⸗ sichtsvoller Diplomat, voll bewaͤhrter Treue und Anhaͤnglichkeit an seinen Monarchen, ein kundiger, gewandter Steuermann, der am Tage der Gefahr die Ruhe des Blicks nicht verlor. Sein Name ist unzertrennlich verbunden mit der Regierung Max. Joseph's, schon von 1799 an, wo er von Maximilian, der eben zum Kurfuͤrsten von Pfalz⸗Bayern ernannt worden war, das Ministerium der auswaͤrtigen Angelegenheiten erhielt. Es be⸗ zeichnet seine lange amtliche Laufbahn, wenn man erfaͤhrt, daß er schon vor 61 Jahren Hofrath in Muͤnchen und vor 53 Jah⸗ ren Hof⸗Kavalier des Herzogs Karl II. von Zweibruͤcken war. Obwohl 1817, kurz vor Beginn der Bayerschen Verfassung, mit einer Pension von 30,000 Fl. in Ruhestand versetzt, nahm er den⸗ noch als Mitglied der ersten Kammer und der erblichen Reichs⸗ Raͤthe thaͤtigen Antheil an den Angelegenheiten seines Vater⸗ landes. Er war zu Muͤnchen geboren und stammte aus einem Savoyischen Freiherrn⸗Geschlecht. FFSazm e emnn Schweiz. Sre me mgin.

Beasel, 10. Juni. (Leipz. Allg. Ztg.) Unsere Regie⸗

rung wie unsere Zeitung haben sich offen wider die vom Vor⸗ ort ergriffenen Maßregeln gegen Schwyz erklaͤrt. Nun schreit man uͤber Wiedererwachen der „Sarnerei“, d. h. uͤber die ent⸗ schiedene Opposition einiger Kantone, namentlich des unseigen, Uri'’s, Unterwaldens und Neuchatels, gegen die Regierungs⸗ Grundsaͤtze wie gegen das politische Verfahren der uͤbrigen eid⸗ genoͤssischen Staͤnde. Ob auf der naͤchstbevorstehenden Tagsatzung eine Spaltung der Schwyzersache wegen eintreten werde, laͤßt sich noch nicht mit Gewißheit bestimmen, so viel kann jedoch als zuverlaͤssig angenommen werden, daß Zug, Freiburg, Wallis, Tessin und Appenzell⸗Innerrhoden den vorgenannten Kantonen eng sich anschließen, und wenn auch nicht die Mehrheit der Stimmen, dennoch eine thatkraͤftige Opposition wider alle gegen Schwyz zu erlassenden Verfuͤgungen bilden wer⸗ den, die um so einflußreicher sich gestalten duͤrfte, da auch Graubuͤnden und Schaffhausen nicht abgeneigt scheinen, bedin⸗ ungsweise sie zu unterstuͤtzen. Dadurch wuͤrde das conservative Hrincip die Oberhand gewinnen, und entweder eine ploͤtzliche Aufioͤsung der Tagsatzung oder eine wesentliche Umgestaltung in mehreren Cautonen die Folge sein. Heinrich Zschokke ist vor Kurzem durch den Schenkungsbrief einer Baustelle in der zu Anfang 1837 gegruͤndeten Stadt Highland (Hochland), im Bezirke Neuschweizerland im Staat Illinois, uͤberrascht wor⸗ den. Die Gruͤndungsgesellschaft dieses Ortes besteht aus dem Generale Semple, einem geborenen Schottlaäͤnder, gegenwaͤrtig

sitzers in den großartigen Anlagen unentgeltlich geoͤffnet, wohl

Grundsaͤtze des gemeinen Deutschen Privatrechts 2te Abtheilung

Montgelas. Berufen durch Talent und Stellung, in jenen verhaͤng⸗

des Feindes siel den Siegern in die Haͤnde.

Gestern ist ein Kabinets⸗Courier von hier nach Chinza in Murcia abgesandt worden, welcher ein Loͤsegeld von me Piastern fuͤr die vier von Palillos gefangen genommenen Pe giere der nach Valencia bestimmten Post uͤberbringt.

Sir George Villiers hat zu Ehren des Franzoͤsischen R. schafters ein glaͤnzendes Diner gegeben, dem auch die Minsse das diplomatische Corps und mehrere andere angesehene e sonen beiwohnten. b 1

8 Spanische Graͤnze. In Bayonne hatte man am 9, 98 V erfahren, daß Espartero mit 16 Bataillonen, 500 Kavallerist und einigen Geschuͤtzen in Pampelong angekommen sey, ug halb die Karlisten in Eile wieder uͤber die Arga zuruͤck zegante waͤren, um in das Ulzama⸗Thal vorzudringen und die Bemg

üngen der Generale der Koͤnigin nach Valcarlos hin, zu w

““ Lissabon, 5. Juni. Ihre Majestaͤten wollen sic in diesem Sommer einige Wochen in dem romantisch gelegme Dorfe Cintra aufhalten. Der Herzog von Terceira is hier angekommen. In den politischen Angelegenheiten gieht es sehr wenig Neues, die Oppositionsblaͤtter machen aut Mangel an wichtigerem Stoff ihre Glossen uͤber eine zahleeich Versammlung von Mannern verschiedener Ansichten, welce kuͤrzlich in der Wohnung des Generals Grafen von Aeilez „. halten wurde und an der saͤmmtliche Minister, mit Ausnaßte des Finanz⸗Ministers Antonio de Carvalho, und mehrere 1g flußreiche Chartisten und Ventista's Theil nahmen. vn sammenkunft scheint indeß keinen anderen Zweck gehatt s haben, als den aufrichtigen Wunsch einer Verschmelzung ner Parteien. Die Minister erklaͤrten daselbst, sie haͤtten keine Kandidaten fuͤr die bevorstehenden Wahlen und wollleen gern diejenigen unterstuͤtzen, die man ihnen vorschluͤge, wofern die selben sich nur zu gemaͤßigten Grundsaͤtzen bekennten und nun von ihnen erwarten koͤnne, daß sie aufrichtig fuͤr die Wohlehe der Nation besorgt seyen.

Die Miguelistischen Guerillas beunruhigen in den nrdle chen Provinzen besonders die Umgegend von Guarda. An ie rer Spitze steht der verbannte Spanische Moͤnch Don Ahbe Buello, der sich fuͤr Dom Miguel ausgiebt und eine auffallene Aehnlichkeit mit diesem haben soll. Er hat den Spaß so be gerrieben, daß er die Leute zum Handkuß bei sich zulaͤßt; au hat er mehrere seiner Anhaͤnger zu hohen Aemtern ernannt, aber die National⸗Garde jener Stadt hat ihm in Verbindung mit Detaschements des Iten und Ften Jäger⸗Regiments kütg lich eine tuͤchtige Schlappe beigebracht. Ungefaͤht dreißig vit seinem Trupp blieben auf dem Platze, drei wurden gefangen genommen und spaͤter in Sabugal erschossen. In Bragattt und in der umliegenden Gegend sind Raͤubereien und Motte thaten an der Tages⸗Ordnung, ohne daß die Behoͤrden iln Mindesten davon Notiz nehmen. der Raͤuberhauptmann Gamacho nebst vierzehn seiner Anhihe ger von den Truppen des Obersten Fontoura getoͤdtet worden.

Der erweiterte Traktat mit England zur Unterdruckung des Sklavenhandels soll so gut als angenommen seyn, nut ein oder zwei Zusatz⸗Artikel sind noch der Gegenstand des Berathungen.

Von Goa und Angola hat die Portugiesische Regißtung 25,000 Pfd. Sterl. in Baarschaften und außerdem Prryhulie zum Werth von 55,090 Pfd., besonders Elephantenzaͤhte Und

Orseille, erhalten.

Algier, 29. Mai. (Allg. Ztg.) Durch einen Offeh des Genie⸗Corps, der mit mir der Expedition nach Konstanne folgte, und diese Stadt erst vor wenigen Wochen verlassen heh erhalte ich eine umstaͤndliche Erzaͤhlung aller Begebenhetth⸗ welche seit der Franzoͤsischen Occupation sich daselbst zugeler gen. Von den Franzoͤsischen Journalen enthaͤlt nur eines, der „Toulonnais“, regelmaͤßige Korrespondenz⸗Nachrichten al Afrika. Alle uͤbrigen Mittheilungen der Franzoͤsischen Prel⸗ uͤber diese Nord⸗Afrikanische Besitzung Frankreichs sind so svi⸗ sam und fragmentarisch, daß der Geschichtsschreiber in spater Zeiten wenig aus diesen kargen Quellen schoͤpfen kann 1 theile Ihnen aus dem muͤndlichen Bericht des Franzöͤsssch Genie⸗Offiziers einige Details mit, welche der Korrespondent de Toulonnais aus Konstantine nur obenhin beruͤhrte. Sie visin daß einige Wochen nach der Erstuͤrmung von Konstantine ei Bundesgenosse der Franzosen aus der Sahara, Farhat⸗Ben⸗Said, die Schlange der Wuͤste, mit ungefaͤht 8 Reitern im Französischen Lager eintraf. Seit 1832 waren 6 Gouverneurs von Algier mit diesem maͤchtigen Scheik in 68 kehr gewesen, welcher als Todfeind des Beys Achmet die Frasr⸗

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Gesandter der Vereinigten Staaten bei der Regierung von

zosen unavfhörlich zu einem Zuge nach Konstantine aufmunt

In Algarbien ist kuürzlich .

der beruͤchtige

nach Suͤden. Er verkuͤndigte damals uͤberall, er wolle den Kopf Achmet Bey’ s holen, wurde aber auf seinem Zuge von den Henanchas geschlagen und floh fast ganz allein nach seiner sandigen Heimath zuruͤck. Man hat seitdem in Konstantine nichts mehr von Farhat gehoͤrt. Araber aus der Provinz Tit⸗ teri erzaͤhlen, er bewohne jetzt das Staͤdtchen Ulad⸗Dschellal in der Sahara und habe sich in die Partei Abdel⸗Kaders geworfen. Der General Bernelle, welcher nach dem Abzuge des Herzogs von Nemours das Kommando von Konstantine erhielt, blieb dort gluͤcklicherweise nicht lange Zeit. In Algier hat man von den militairischen Talenten dieses Ober⸗Offiziers, der die Frem⸗ den⸗Legion in Spanien kommandirte, eine moͤglichst geringe Meinung. Seine Talente als Verwalter sind wo moͤglich noch unbedeutender, und uͤberdies wirft man ihm von allen Seiten Habsucht und Intriguen vor. Der General Nesgrier, welcher ihn ersetzte, ist ebenfalls kein außerordentliches Krieger⸗Talent, aber er ersetzt dasselbe hinreichend durch ein gesundes Urtheil, durch eine unbeschreibliche Thaͤtigkeit, und besonders durch einen hoͤchst loyalen, festen, redlichen Charakter, dem Habsucht und egoistischer Ehrgeiz voͤllig fremd ind. Dieser Ober⸗Komman⸗ dant der Provinz Konstantine hat bereits Resultate erreicht, welche alle Hoffnungen der begeistertsten Freunde dieser Ko⸗ lonte uͤbertreffken. Auf den Weg zwischen Medschez⸗Hammar und Konstantine, wo keine Lager sich befinden, versetzte General Negrier viele Araberstaͤmme, namentlich die Beni⸗ Smelas und die Uled⸗Zenati, so daß die Convois jede halbe Stunde Weges einen Duar erblicken, wo sie im Falle der Ge⸗ fahr Schutz sinden, und dessen Scheik fuͤr die Sicherheit des We⸗ ges auf seinem Bezirke verantwortlich ist. Der Markt ist in Folge dieser Sicherheit sowohl von Arabern, als von Kaufleuten Bona's zahlreich besucht und im Ueberfluß versehen. Das Ge⸗ nie⸗Corps hat bei Konstantine viele große Arbeiten begonnen, wor⸗ unter namentlich die Landstraßen nach dem Thale des Rummel, und nach der Richtung von Stora. Alle durch das Bombarde⸗ ment beschaͤdigten Gebaͤude sind schoͤner als fruͤher wieder hergestellt. Vorzuͤglich verdient die Militair⸗Organisation des Generals Ne⸗ rier alles Lob. Die Bildung einer mobilen Kolonne, welche aus eben 1 viel Eingebornen als Franzosen Letztere saͤmmtlich hommes de choix besteht, keinen Convoi mit sich fuͤhrt und immer marschfertig ist, war eine sehr gluͤckliche Idee. Der Ueberfall gegen die Uled⸗Abdel⸗Nur, der von einem vollstaͤndigen Re⸗ sultate gekroͤnt wurde, und in neuester Zeit die Unterwerfung weses zahlreichen Stammes zur Folge hatte, eben so wie die zuͤge nach Milah und Stora haben die Trefflichkeit jener mo⸗ dilen Kolonne erprobt. Wuͤrde man einen zahlreicheren Theil der Armee in solche leichte, bewegliche Corps umgestalten und namentlich die Kavallerie vermehren, so blieben die Araber viel⸗ leicht nicht lange unerreichbar mehr. Waͤhrend des Marsches nach Stora foͤlgte man einer Roͤmischen Straße, welche vor⸗ twefflich konservirt ist. So lange man dort auf dem Gebiete der Araber marschirte, war man gut empfangen. Ueberall praͤsentirten sich die Kaids vor dem General, versicherten ihn ihrer friedlichen Gesinnungen und begleiteten eine Zeitlang die Kolonne. Als man sich aber dem gebirgigen Gebiete der Kabylen naͤherte, die, eifersuͤchtig auf ihre alte Unabhaͤngigkeit, jeden Fremden mit Ku⸗ gein begruͤßen, da bemerkte man bald alle Vorzeichen des Kam⸗ pfes. Mehrere Haͤuptlinge kamen zu General Negrier, ihm an⸗ zeigend, daß bei der freien, anarchischen Verfassung der Kabylen Niemand bei ihnen hinreichende Gewalt besitze, seine Leute vom Kampfe abzuhalten. „Sey auf deiner Hut!“, sagten sie beim Fort⸗ gehen zu dem General, „wir glauben, daß du diese Nacht an⸗ gegriffen werden wirst.“ Es geschah auch in der That. Waͤhrend der ganzen Nacht war das von der mobilen Kolonne okkupirte errain von Kabylen umringt, welche, ihre wilden Schlachttoͤne ausstoßend, bis zu Tages⸗Anbruch ihr Flintenfeuer fortsetzten. Das Zelt des Generals wurde von vielen Kugeln durchloͤchert, uͤbrigens gab es wenig Verwundete. Mit Beginn der Tageshelle gachte die Kavallerie der Kolonne, die fast ganz aus eingebore⸗ nen jungen Tuͤrken und Kuruglis der Stadt Konstantine besteht, einen Angriff gegen die Kabylen, toͤdtete deren einige Hundert mit der blanken Waffe und machte einige Gefangene. Es zeigte sich bei dieser Gelegenheit abermals, daß diese Gebirgsbewohner, welche sämmtlich Fußgaͤnger sind, bei weitem tapferer und hart⸗ naͤckiger als die Araber streiten. Letztere suchen im Kampfe sich immer wo moͤglich außer Schußweite zu halten, waͤhrend ein⸗ zelne Kahylen, den Tod verachtend, die Kavallerie der Kolonne à bout portant erwarteten und sich niederhauen ließen, nachdem ste einen Feind vom Pferde geschossen hatten. Die Gefangenen wurden auf Befehl des Generals Negrier sogleich enthauptet. Stora, welches man vor dieser Rekognoscirung fuͤr eine Stadt von der Groͤße Bona's hielt, besteht nur aus wenigen Kaby⸗ lenhuͤtten. Dennoch waͤre die Occupation dieses Punktes von Wich⸗ tigkeit, da derselbe am Meere, bei dem suͤdlichen Ende einer tie⸗ ben u. gelegen und von Konstantine nur 22 Stunden, also alb so weit wie Bona entfernt ist. Ueberdies ist das Land

uͤber zeigte sich eine lebendige Be⸗ 8 in freudiger Erwartung der Ankunft Sr. Koͤnigl. Hoheit des Prinzen Wilhelm von Preußen, Sohnes Sr. Majestaͤt unseres geliebten Koͤnigs. Gegen 8 Uhr Abends schon fuͤllten sich die nach der Porta nigra zu gelegenen Stra⸗ ßen, durch welche Hoͤchstdieselben passiren sollten, mit einer. freudig bewegten Volksmenge. Als die Daͤmmerung eintrat, waren die Haͤuser erleuchtet, und auf der uralten Porta nigra warf ein Freudenfeuer einen magischen Lichtschein uͤber die Gegend dem Hohen Gaste entgegen. Um 11 ½ Uhr Nachts trafen Se. Koͤnigl. Hoheit, von der Beroͤlkerung freudig be⸗ gruͤßt, in hiesiger Stadt ein und stiegen in dem Koͤnigl. Re⸗ gierungs⸗Gebaͤude, in der Amtswohnung des Regierungs⸗Praͤ⸗ sidenten von Ladenberg, ab, welcher Hoͤchstdieselben in Wittlich empfangen und hierher begleitet hatte. Se. Koͤnigl. Hoheit besichtigten heute Morgen die hiesige Garnison und reisten die⸗ sen Nachmirtag nach Luxemburg ab, von wo aus Hoͤchstdiesel⸗ ben wieder hier eintreffen werden.“

Breslau, 16. Juni. Am dten d. M. trafen Se. Koͤnigl. Hoheit der Prinz Friedrich der Niederlande auf der Herrschaft Seitsch ein und wurden von dem herrschaftlichen Dienst⸗Per⸗ sonal, der Orts⸗Geistlichkeit und den Insassen der dazu gehoͤri⸗ gen Doͤrfer mit angemessenen Feierlichkeiten empfangen. Nach⸗ dem der Prinz die Herrschaft in Augenschein genommen, ging er am 10ten d. M. wieder ab, indem er ansehnliche Spenden an die Armen derselben und eine Urkunde zuruͤckließ, durch welche der Gemeinde Seitsch der vierte Theil ihres nicht unbetraͤchtli⸗ chen zu entrichtenden Zins⸗Getraides fuͤr immer erlassen wird.

Anklam, 15. Juni. Die diesjaͤhrigen Rennen auf der hiesigen Bahn wurden, durch gute Witterung beguͤnstigt, am 29sten und 30sten v. M. ausgefuͤhrt. Am ersten Tage fan⸗ den 4 Rennen statt. Im ersten Rennen um den von Sr. Koͤnigl. Hoheit dem Kronprinzen gnaͤdigst bewilligten, drei Jahre hindurch zu vertheidigenden Humpen (Pferde jeden Alters und

andes, ½ Meile, doppelter Sieg, 15 Fr. d'or Einsatz, 10 Fr.dor. Reugeld) errang von 2 Pferden der Hengst „Fright“ des Herrn Grafen von Plessen auf IJvenack den Sieg in resp. 5 Min. 10 Sek. und 5 Min 6 Sek. und e zum zweitenmale den Ehrenpreis. Beim zweiten Rennen um den von dem Koͤnigl. Ministerium des Innern und der Polizei bewilligten Staatspreis von 100 Rthlr. mit 100 Rthlr. Zusatz, ½ Reu⸗ geld von jedem Konkurrenten (Pferde im Preußischen Staate geboren, ½ Meile), siegte von 3 Pferden, von welchen jedoch das eine zuruͤckgezogen wurde, der Hengst „Young Comus“ des Herrn C. Lichtwald auf Lankwitz in 2 Min. 20 Sek. Zum dritten, einem Unterschrifts⸗Rennen (untrainirte Pferde, Of⸗ siziere reiten, Pferde jeden Alters auf dem Kontinent geboren, Einsatz 5 Fr-d'or, play or pay) waren 10 Pferde angemeldet, sie wurden jedoch saͤmmtlich bis auf den Wallach „Fidelio“ des Herrn Lieutenant von Krauthoff vom 2ten Landwehr⸗Regiment zuruͤckgezogen, welcher demnach uͤber die Bahn ging und die Einsaͤtze gewann. Im vierten Rennen mit Bauerpferden um die Preise von 30, 20 und 10 Rthlr. und fuͤr den Haupt⸗Sie⸗ ger die Berechtigung eine Stute durch den der Ritterschaft des Kreises angehoͤrigen Englischen Vollblut⸗Hengst „Young Catton“ decken zu lassen, durchliefen die Pferde der Bauern Luͤder zu Freest, Leeplow zu Altenfaͤhre, des Ackerbuͤrgers Borgwald zu Anklam und des Bauern Volz zu Spantekow die ¼ Meile lange Bahn in 2 Min. 43 Sek. und kamen in vorstehender Ordnung am Siegespfosten an. Die Preis⸗Austheilung mußte einstweilen ausgesetzt werden, weil sich uͤber das Eigenthum des von dem Bauern Luͤder gestellten Pfer⸗ des Zweifel erhoben hatten. Am zweiten Tage sollten abermals 4 Rennen erfolgen, wovon jedoch das letzte um einen vom Verein ausgesetzten Ehrenpreis ꝛc. nicht zu Stande kam, weil die bedungene Zahl von 10 Konkurrenten sich nicht gefun⸗ den hatte. Die uͤbrigen Rennen gewaͤhrten nachstehende Re⸗ sultate. Beim fuͤnften Rennen (um den Vereinspreis von 50 Fr.d'or mit 10 Fr.d'or Einsatz, 5 Fr. d'or fort fait. Pferde aller Laͤnder und Alter. ¼ Meile. Einfacher Sieg.) wurde die Bahn von 3 Pferden betreten, von denen die Stute „Minona“ des Herrn G. Lichtwald zu Neu⸗Brandenburg in 2 Min. 17 Sek. siegte. Das sechste Rennen um den von der Stadt Anklam bewilligten, in einem silbernen Pokal bestehenden Eh⸗ renpreis wurde, weil sich zu dem urspruͤnglich bestimmten Steeple Chase nur ein Konkurrent gemeldet hatte, in ein Her⸗ renreiten auf der freien (/+1 Meile langen) Bahn verwandelt. Von den beiden dazu gestellten Pferden gewann der vom Lieu⸗ tenant von Ohlen vom 3ten Husaren⸗Regiment gerittene Wal⸗ lach „Tally⸗hoo“ des Herrn G. Lichtwald in 3 Min. 19 Sek. den Sieg. Auch zu dem siebenten, oder zweiten Unterschrifts⸗ Rennen (3⸗ und jaͤhrige Kontinental⸗Pferde. ¼½ Meile. Ein⸗ facher Sieg. 10 Fr.d'or Einsatz und ½ fort sait) erschienen nur 2 Pferde, nachdem 4 zuruͤckgezogen waren, auf der Bahn, wo⸗ bei sich der Sieg in 2 Min. 20 Sek. zu Gunsten des Hengstes

„Gestern den ganzen Tag wegung in unserer Stadt

iebige, als eine schlechte Getraide⸗Aerndte zu erwarten. Der aps freilich ist uͤberall gaͤnzlich erfroren. Die Feuersbruͤnste haben sich in der letzten Zeit sehr vermehrt: im Monat Mai allein sind deren 20 vorgekommen, die zusammen 83 Gebaͤude in Asche legten. In dem Dorfe Weine, Kreis Fraustadt, wurden 22 Ge⸗ baͤude, und in der Kreisstadt Schrimm 21 Wohnhaͤuser nebst Hintergebaͤuden und Stallungen ein Raub der Flammen. In zwei Faͤllen war der Blitz die Ursache des Feuers. Die Schaafschur ist hin und wieder in Folge des Futterman⸗ gels nicht so ergiebig ausgefallen, als in fruͤhern Jahren, doch Feen die bedeutend in die Hoͤhe gegangenen Wollpreise die roduzenten dafuͤr hinlaͤnglich entschaͤdigt. Eben so sind die Preise der saͤmmtlichen Konsumtibilien in der letzten Zeit gestie⸗ gen. Mehrere Separatisten aus der Gegend von Meseritz beabsichtigen ernstlich eine Auswanderung nach Australien; sie haben theilweise sogar bereits den Auswanderungs⸗Konsens nach⸗ gesucht und wollen schon in den naͤchsten Monaten aufbrechen. Auch bei ihnen wird, wie bei den meisten Auswanderern, die Reue zu spaͤt eintreten. Ein graͤßliches Verbrechen wurde vor einigen Wochen in der Kolonie Ruzyczko veruͤbt, wo eine 74 Jahr alte Waldwaͤrterfrau, wahrscheinlich von ihrem eige⸗ nen Sohn und Enkel, die beide in Untersuchung stehen, erschla⸗ gen worden ist. Muͤnster, 9. Juni. In der Jeren⸗Heil⸗ und Pflege⸗An⸗ stalt der Provinz Westphalen zu Marsberg befanden sich Ende 1836 146 Kranke, im Laufe des Jahres 1837 kamen 90 hinzu, 20 wurden als geheilt und gebessert, 2 als ungeeignet entlassen und 16 starben, so daß am 1. Januar d. J. sich die Anzahl der Kranken auf 179, davon 69 in der Heil⸗ und 110 in der Pflege⸗Anstalt, belief. Unter diesen litten an Tobsucht 18, Wahnsinn 43, Melancholie 24, Verruͤcktheit 29, Bloͤdsinn mit Epilepsie 11, und waren uͤberhaupt 103 maͤnnlichen und 76 weiblichen Geschlechts. Das Verhaͤltniß, wonach von dem Be⸗ stand der 48 und den 1837 hinzugekommenen 61 Irren in der Heil⸗Anstalt nur 18 geheilt wurden, wuͤrde guͤnstiger erscheinen, waͤren die hinzugekommenen 64, von denen sich eigentlich nur 48 fuͤr die Heil⸗Anstalt eigneten, nicht in dieselbe, weil es der Raum gestattete, zunaͤchst aufgenommen und diejenigen, deren Unheilbarkeit sich nach naͤherer Beobachtung und Behandlung ent⸗ schieden herausstellte, erst alsdann der Pflege⸗Anstalt uͤberwiksen worden. Die Koͤnigl. Remonte⸗Kommission hat sich in Folge der diesjaͤhrigen Remonte⸗Ankaͤufe in Westphalen uͤber die Fort⸗ schritte der Pferdezucht dahin geaͤußert, daß, obgleich sie nach der Natur dieser Zucht nur langsamer als in andern landwirth⸗ schaftlichen Industriezweigen von Statten gehen koͤnnen, und obgleich es dadurch, daß die großen Grundbesitzer hier nur aus⸗ nahmsweise ihre Guͤter selbst bewirthschaften, an dem prakti⸗ schen Vorbild einer rationellen Zuͤchtung mangelt, der Erfolg doch befriedigend und eine guͤnstige Einwirkung des Koͤnigl. Land⸗Gestuͤts unverkennbar gewesen sey, indem im Jahre 183 auf 20 Maͤrkten 1140 Pferde, darunter mit dem Gestuͤts⸗ Brande 238, gestellt und davon 103 Pferde incl. 31 von der Abkunft der Koͤnigl. Land⸗Gestuͤts⸗Hengste gekauft, in diesem Jahre auf 19 Maͤrkten zwar nur 976, einschließlich 253 Pferde mit dem Brande des Land⸗Gestuͤts, zur Ansicht gekommen, aber 105 Pferde gekauft worden sind, unter welchen bei 64 die edle Abkunft nachgewiesen ist, so daß die Ausbeute der Pferde mit dem Land⸗Gestuͤts⸗Brande sich uͤber das Doppelte gesteigert hat. Mit den Schullehrer⸗Seminarien in Soest und Buͤren sind zugleich die Taubstummen⸗Schulen daselbst verbunden, wodurch die Seminaristen Gelegenheit erhalten, sich auch mit dieser Art des Unterrichts so vertraut zu machen, daß sie weiterhin, als Ele⸗ mentar⸗Lehrer angestellt, die ihnen etwa zum Privat⸗Unterricht anvertrauten taubstummen Kinder aus ihrem Schul⸗Bezirk mit gutem Erfolg unterrichten und ausbilden, und auch die in die Taubstummen⸗Schulen selbst aufzunehmenden mit Nutzen dazu vorbereiten koͤnnen. Seit 1832 sind eine Menge dazu geschick⸗ ter Seminaristen ins Lehramt uͤbergegangen, auf welche in dem Amtsblatt der Muͤnsterschen Regierung hingewiesen wird. Koblenz, 15. Juni. (Rh. u. M. Z.) Der Fuͤrst von Canino (Lucian Bonaparte) ist gestern Nachmittag auf seiner Reise von London nach Italien hier angekommen. Die Ar⸗ beiten an dem hiesigen Freihafen sind durch den eingetretenen großen Wasserstand unterbrochen worden, sollen aber, sobald der Rhein nur einigermaßen gefallen seyn wird, auf das leb⸗ hafteste wieder betrieben werden, um wo moͤglich in diesem Jahre noch den Quai und die Krahnen herzustellen. Mit dem Bau des Zoll⸗Gebaͤudes und der Revisions⸗Schuppen kann zwar erst spaͤter angefangen, indessen soll derselbe so beschleunigt werden, daß zu Ende des kuͤnftigen Jahres die ganze Anlage beendigt seyn duͤrfte. Die so uͤberaus guͤnstige Handelslage unseres Platzes sindet immer mehr Wuͤrdigung. So hat eine der bedeutendsten Materialwaaren⸗Handlungen Deutschlands hier ein Etablissement gegruͤndet; eine Amsterdamer Tabacks⸗Fabrik soll sich hier niederzulassen beabsichtigen. Einer unserer Mtt⸗

dort aͤußerst fruchtbar und vortrefflich kultivirt, wiewohl von ei⸗

„Soldier“, dem Herrn Baron von Maltzahn auf Sommers⸗

buͤrger, Ignaz Bender, ist mit der Auffuͤhrung der Gebaͤude