kichen und mitlern Provinzen des Preußischen Staats in Ge⸗ meinen von einem solchen Umfange lebt, ist die Moͤglichkeit be⸗ sonderer Elementarschulen fuͤr denselben gegeben. Die betraͤcht⸗ liche Anzahl der Juden⸗Gemeinen von mehr als 500 Mitglie⸗ dern in den vier Regierungsbezirken, welche allein fuͤnf Neun⸗ theile aller Juden im preußischen Staate enthalten, erweitert die Erwartungen von den Fortschritten der sittlichen Bildung, welche den Juden in diesem Landestheile moͤglich werden, in⸗ dem sich die Moͤglichkeit besser eingerichteter Elementarschulen mit Sonderung der Kinder nach Geschlecht und Lebensalter er⸗ oͤffnet.
Sehr allgemein, und nicht blos den Juden besonders eigen, ist die Neigung zum Kleinhandel, uͤberhaupt zu einer Kin⸗ mischung zwischen dem Erzeuger und Verzehrer, um durch eine nicht selten entbehrliche Vermittelung zwischen beiden einen Er⸗ werb zu gewinnen, der schon durch das Bewußtsein einer uͤber⸗ legnen Gewandtheit angenehm wird: aber zu verkennen ist nicht, daß einige Voͤlker ein besondres Geschick dazu, und eine vorzuͤgliche Ausdauer dabei besitzen; namentlich duͤrften den Juden eigenthuͤmliche Anlagen hierzu nicht wohl strittig zu machen sein. Jahrhunderte haben diese Anlagen zu großer Fertigkeit in ihrer Anwendung entwickelt, da die Juden nur erst in sehr neuen Zeiten die Faͤhigkeit, Grundstuͤcke zu besitzen und zuͤnftige Gewerbe zu betreiben, erlangten, und bis dahin fast nur allein auf die Vermittelung zwischen dem Erzeuger und Verzehrer, durch Handel, Maͤkeler⸗- und Wechselgeschaͤfte angewiesen waren. Dienste solcher Art werden mit den Fort⸗ schritten der Bevoͤlkerung und Gewerbsamkeit immer ge⸗ suchter: aber das Beduͤrfniß wird bei der vorherrschenden Nei⸗ gung sie zu leisten dennoch stets durch das Anerbieten uͤberwo⸗ gen. In der Bewerbung um Gewinn aus solchen Diensten entscheidet nun das Uebergewicht der durch Uebung ausgebil⸗ deten Anlagen in solchem Maaße fuͤr die Juden, daß daraus eine Vervielfaͤltigung solcher Dienste entsteht, die gemeinschaͤd⸗ lich wird: denn jedes Eindringen zwischen Erzeuger und Ver⸗ zehrer, das nicht durch deren eignes Beduͤrfniß erzeugt wird, nährt einen laͤstigen Diener auf beider Kosten. Wo die Juden in zahlreichen Gemeinen beisammen wohnen, entsteht indeß bald die Unmoͤglichkeit sich allein von solchen Diensten zu naͤh⸗ ren; vorausgesetzt, daß eine gute Polizei weites Umherschwei⸗ fen außer den Wohnsitzen und offenbar widerrechtliche Hand⸗ lungen verhindert. Es erwaͤchst alsdann fuͤr die Juden selbst die Nothwendigkeit, andern Erwerb zu suchen: sie begannen in Polen schon laͤngst Handwerke zu treiben, und diese Richtung ihrer Thaͤtigkeit wird zunehmen mit der Gelegenheit, sie bei juͤdischen Meistern zu erlernen. So lange naͤmlich Handwer— kerlehrlinge der Regel nach nicht blos zum Erlernen des Ge— werbes, sondern auch zur Vollendung ihrer Erziehung der vaͤ⸗ terlichen Zucht des Meisters uͤbergeben werden, bleibt das Ver⸗ haͤltniß zwischen christlichen Meistern und juͤdischen Lehrlingen stets sehr mangelhaft: und es ist daher nur zu hoffen, daß der Uebergang der Juden zu Handwerken viel schneller und willi⸗ ger erfolgen werde, wenn sich erst ein Stamm von Handwer⸗ kermeistern unter Glaubensgenossen gebildet hat. In Landestheilen, wo Judenfamilien vereinzelt unter den Christen wohnen, ist ein fruchtbares Heranbilden juͤdischer Handwerker nicht zu erwarten: denn hier besteht fortdauernd die Moͤglich⸗ keit hinlaͤnglichen Erwerb aus Kleinhaͤndler⸗, Maͤkeler⸗, Pfand⸗ leiher- und Kommissionsgeschaͤften zu ziehen. Bei der unvoll⸗ kommnen sittlichen Bildung, welche mit solcher Vereinzelung ge⸗ meinhin verbunden ist, werden diese Geschͤfte nur noch gewinn⸗ reicher, und eben deshalb anziehender. Unter solchen Verhaͤlt⸗ nissen duͤrfte selbst ein Verbot dieselben offen zu betreiben nur nachtheilig wirken, indem es Veranlassung gaͤbe, solchen Be⸗ trieb unter den aͤußern Formen eines andern den Juden er⸗ laubten Gewerbes zu verbergen, und dadurch diesem selbst eine verderbliche Richtung zu geben. Hiernach haben die oͤstlichen Provinzen des preußischen Staats weit mehr Hoffnung als die westlichen zur gruͤndlichen Verbesserung des Zustandes ihrer juͤdischen Einwohner zu gelangen.
Wissenschaft, Kunst und Literatur.
Leben Washington's von Eduard Gehe. Mit einem
Stahlstich, den Helden zu Pferde darstellend. Leipzig
1838. Verlag von W. Langewiesche in Barmen und Iserlohn.
Unter dem Titel: „Gallerie der Helden“ veranstaltet die Verlags⸗ handlung eine Reihe von Lebensbeschreibungen berühmter Krieger, von verschiedenen Verfassern bearbeitet. Das Leben des Fürsten Blü⸗ cher hat dieselbe eröffnet, und der zweite Band bietet uns das von Washington. In der Einladung zur Subscription sagt der Verle⸗ ger: „Es ist ein erfreuliches Zeichen unserer Zeit, daß die gebildete Lesewelt sich mehr und mehr der Geschichte zuwendet. Dies würde in noch groößerem Maße geschehen, wenn nicht unsere meisten Ge⸗ schichtswerke zu wenig anziehend geschrieben, theils zu oberflächlich und unzuverlässig, theils zu gelehrt, zu weitläuftig, zu trocken und zu kalt wären. Man verlangt Geschichte, reine, unverfälschte Geschichte, — aber nicht um sich dabei zu langweilen. Man verlangt die Geschichte in einer solchen Sprache und Darstellung, daß es nicht eine Arbeit, sondern ein Genuß ist, sie zu lesen, und daß man sich dabei erwärmt, gekräftigt, erboben und begeistert fühlen kann.“
Diesen Worten müssen wir aus innigster Ueberzeugung beistim⸗ men. Das Bestreben die Geschichts⸗Darstellungen, sowohl der Form, wie auch dem Inhalte nach, anziehender und fruchtbringender zu machen, zeigt sich bei uns in allen Sphären derselben. Es ist dieses aber eine schwere Kunst; nur allmälig fann es zur Vollendung ge⸗ bracht werden, und bis dahin sind die Forderungen nicht zu hoch zu stellen. Man hat sich auch hier davor zu hüten, daß nicht „das Bes⸗ sere sich als der schlimmste Feind des Guten“ bewähre. Da nun die Bildung ihren Kreis immer weiter zieht, da der Abstufungen im mer mehrere werden, so müssen auch sehr verschiedenartig bearbeitete Werke, namentlich in der Geschichte als dem allgemeinsten Bildungs⸗ mittel, dargeboten werden. Richt zu den leichtesten gehören aber dann die der oben bezeichneten Art, die sich dem weitesten Kreise der Leser: dem der allgemein Gebildeten überhaupt, empfehlen will. Gründlichkeit, Geschmack, Geist, belebende und anregende Ideen und Reflexionen; Befriedigung für Fantasie, Gemüth und Verstand, wer⸗ den gefordert; — dem allen zu genügen ist aber nicht so leicht, wie die nur zu oft glanben, welche sich in der Ausführung selbst nicht versucht haben.
Das vorliegende Werk gehört zu denen, welche in vielfachen Be⸗ ziebungen mit Ersolg dem Besseren in der eben bezeichneten Gattung nachstreben. Es hat aber mit einem nicht sehr günstigen Stosse zu ringen, — wenn es nämlich darauf ankommt, den Leser zu fesseln, zu unterhalten, zu blenden. Und doch erregt der Mann, wie die Zeit und das große weltgeschichtliche Ereigniß, in welchem Wasbhington die erste Rolle spielte, große Erwartungen. Es sind keine glänzende Thaten zu berrchten, kein rascher, energischer Heid, wie ein Alexander, Cäsar, Friedrich, Rapoleon, setzt uns in Staunen, erfüllt die Welt mit sei⸗ nen Wunderthaten. Es ist die Geduld, die Ausdauer, die Festigkeit, der edle, reine Charakter, den wir mühsam gegen tausendfaches Unge⸗ mach ringen sehen: gegen einen der Zabl, wie der Kriegskunst nach überlegenen äußeren, gegen lästige innere Feinde, gegen Verrath, bö⸗ sen Willen, Muthlosigkeit, Ungeschick, Mangel und Roth aller Art; — und der endlich den Sieg davonträgt. Es gewährt uns das Ganze auch nicht das Interesse, welches wir am Tragischen nehmen. Der Held ist zu einfach, zu schlicht, zu bürgerlich, und das Erschütternde, das endliche Unterliegen im angestrengten Kampfe gegen das Schick⸗ sal, schließt auch nicht das Gemälde. Wenn Washington's Leben demnach auch eines blendenden Reizes ermangelt, so ist es um so be⸗ lehrender und dem Gemüthe wohlthuender. Die Einleitung und die Zeit vor dem großen Kampfe werden weniger ansprechend erscheinen; aber mit diesem und nach seinem Ende hin gewinnt das Buch immer mehr an Interesse.
Auf Einzelnheiten lobend oder tadelnd einzugehen, können wir uns nicht einlassen. Eine Aeußerung fordert uns jedoch auf, noch einige Worte hinzuzufügen, da sie einen in so verschiedenartiger Weise aufgefaßten und überall und immer sich uns darbietenden Begriff angeht. Es heißt nämlich S. 77. „Doch unr der Friede neunt die Mittelstraße eine goldene, der Krieg fordert Entschiedenheit der Maß⸗ regeln.“ — Von den sieben Weisen mit ihrem: „Das Beste ist das Maß“ bis auf die neueste Form des „juste milieu“, hat dieser Be⸗ griff eben so viele verschiedene Bezeichnungsweisen erfahren, als Miß⸗ verständnisse und Verwirrungen veranlaßt. Man hat ihn hinüber⸗ gezogen und gleichbedeutend gesetzt mit Halbheit, Unentschiedenheit (wie hier), Schwäche n. s. w. Aber das ist eben unrichtig; er ist immer einer und derselbe, ein wahrer im Krieg, wie im Frieden, im engen häuslichen wie im weiten Staatsleben. Es wirken nämlich bei jeder That, bei jeder Maßregel und Anordnung, eine Menge, oft ganz entgegengesetzter und feindseliger Verhältnisse und Momente
˙
Abmessen aller ankommt.
zusammen und treten unter den mannigfachsten Umständen in die Wirklichkeit, so daß es auf ein richtiges Erwägen, Beachten und Hier nun hat die Vernunft ihr Amt zu verwalten, nicht allein indem sie jedem seinen Antheil, sein Maß,
38
5 1 ¹ 4+ 1
anweiß, sondern auch das Verschiedene, Auseinanderstrebende 8— schroffen unvermittelten Gegensätze, zur Einheit verknüpft, 9 söhnt, bindet oder beherrscht. Dann entsteht das Rechte, Wahr’g nünftige, und das Maß bedeutet eben so viel, wie dies, da erste und wesentlichste Bestimmung der Vernunft an den Din Das schlechte, unrichtige Maß, was man denselben aber an und der Mangel an Versöhnung oder Beherrschung der einzelnenge⸗ mente, oder an Kraft in der Ausführung, sind dann das, was durch ge beit, Einfeitigkeit, Unentschiedenheit u. s. w. richtig bezeichneh d Die Jugend, die Leidenschaft, die Einseitigkeit, die Anarchie * welche das Maß, Mittelstraße und dergleichen Ausdrücke und Penh anfeinden und oft in üblen Ruf gebracht haben. grif Bemerken wollen wir nur noch von dem in Rede sie Buche, daß es im Laufe der Erzählung öfters aus Alten Stellen entlehnt. Mehrere, die aber hier entweder nicht gut paßten, oder sn ausführlich waren, — wie z. B. die Verfassin Urkunde des Nord⸗Amerikanischen Freistaates, — so wie auch 8 Ergänzungen, finden sich, dreizehn an der Zahl, in einem Andeit (S. 219 — 314) zusammen. 1
Meteorologische Beobachtung. 11 Morgens Nachmittags Abends Nach einmalige 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.
e Quellwärme 7,90 Flußwärme 1³,40 Bodenwärme 11,90 Ausdünstung 0,069, Niederschlag 0,02 Wärmewechsel †. 10
+ 7,7⁰.
+ 729R.. 71 „Ct. Wn
—
Auswürtige Börsen. Amsterdam, I4. August. Niederl. wirkl. Schuld 5411⁄1 . 5 % do. 101 ⅛. 24 1. 5 % Span. 207⁄16. Passive —. Ausg. Sch. —. Preuss. Präm.-Sch. —. Poln. —. Oesterr. Met. —. Antwerpen, 13. August. Neue Anl. 20 ⁄¼4. G. * Frankfurt a. M., 16. August. Oesterr. 5 % Met. 106 ⅞. G. 4 % 100 ½. 100 1. 21⁄½2 % 60! Br. 1 % 25 ¾. Br. Bank-Actien 1722. 1720. Partial. 151 ¼. G. Loose zu 500 Fl. 125 ¾. 125 ⁄[¶. Loose zu 100 Fl. 261.9 Preuss. Präm.-Sch. 66. G. do. 4 % Anl. 103 ⅞1. Br. Poln. Loos 66 /⁄[. 65 /1. 5 % Span. Anl. 11 ¼. 11 ⅞. 2 ½ % Holl. 54 6 54 1% Eisenbahn-Actien. St. Germain §20. Br. Versailles rechen Ufer 772 ½. 767 ½. do0. linkes Ufer 600. Br. Strafsburg-Basel 42I, 437 ½2. Sambre-Meuse 448. 447. Leipzig.Drs.
henden
stücken datin⸗
1838. 18. August.
337,01“„Par. 337,94“ “„Par. 338,52" „Par. + 1020 R. . 14,4 09 R. + 10,00 R. + 8,00 R. + 7,90 R. + 6,8 ° R. 80 pCt. 63 pCt. V 70 pEt. halbheiter. heiter. heiter. Wind. W. WNW. WRNB. Wolkenzug. W. Tagesmittel: 337,83“ Par.. + 11,9 9 R..
e-HafrxäeAsathsl. Bbücgscn
Luftdrucbk.. Luftwärme.. Thaupunkt. Dunstsättigung Wetter.
—
Kanr. Jl- Zinzl
.—,
Zinsl. 6
Bordeaux-Teste —. den 99. G. Köln-Aachen 102. Br. Comp.-Centrale —. Hamburg, 17. August.
Bank-Actien 1422 1420. Engl. Kuss. 108 ⁄½. 3 % —. Neue Anl. 19.
London, 14. August.
Cons. 3 % 94 ½¼. Belg. 102 . Neue Anl. 21 ½. Passive M Ausg. Sch. 8 1. 2 ½ fion. 54 ½. 5 % 102 ½. 5 % Port. x do. 3 % 23 ⅞. Engl. Russ. 113 ⁄1. Bras. 82 ⁄hà. Columb 22 ¾. Pern 17 ½. Chili —. “
Paris, 13. August.
5 % Rente 111. 70. 3 % 80. 93. 5 % Neap.
Span. Rente 22 /1. Passive —. 3 % Portug. —. Wien, 14. August.
5 % Met. 107 ⁄2. 4 % —. 3 % 81 ⅛.
Bank-Actien 1440 . Neue Anl. —. Koͤnigliche Schauspiele.
Montag, 20. Aug. Im Schauspielhause: Correggie, Trauerspiel in 5 Abth., von Oehlenschlaͤger. (Herr L. Awe⸗ Antonio Allegri, als Gastrolle. Mad. Werner: Marie. Hin Grua: Guilio Romano. Dlle. B. Stich: Coͤlestine.)
Dienstag, 21. Aug. Im Opernhause: Undine, die Wass⸗ ser-Nymphe, Feen⸗Ballet in 3 Akten, nach de la Motte Fou⸗ qué's Roman, von dem Koͤnigl. Solotaͤnzer Paul Taglione
Musik von Herrmann Schmidt.
Konigsstaͤdtisches Theater. . Montag, 20. Aug. Margarethe von Gent, oder: De Weißkappen. Komische Oper in 3 Akten. Musik von Auber. Dienstag, 21. Aug. Der Vater der Debuͤtantin. Posse in 4 Akten, von B. A. Herrmann. Vorher: Der Obrist vun sechszehn Jahren. Lustspiel in 1 Akt, von B. A. Herrmann.
In Vertretung des Redacteurs: Wentzel. Gedruckt bei A. W. Hapn⸗
5 % Port. —. d
99. 60. 50
2 ½ % —. 1% —
— —
—
—
m
“
“ Literarische Anzeigen. Stuttgart. Bei E. Schweizerbart ist eben erschienen und wurde an alle Buchhandlungen Deutschlands versendet. namentlich an E. S. Mittler in Berlin (Stechbahn No. 3), Posen, Bromberg, Culm und Gnesen:
Ueber den Menschen und die Entwickelung seiner Fähigkeiten, von A. QLuetelet,
Direktor der Sternwarte zu Brüssel, beständigem Secretair der Königl. Akademie daselbst etc. Deutsche A us gabe,
im Linvorständnifs mit dem Herrn Verfasser besorgt
äend mit Anmerkungen versehen von 238 t 8 Dr. V. A. Riecke. Nebst einem Anhang, enthaltend die Zusätze des Herrn Verfassers zu dieser Ausgabe. 42 q Bogen in gr. Svo. mit 7 lithogr. Tafeln. Preis 3 Tnhlr.
Herr Quetelet ist durch seine ausgezeichneten ztatistischen Untersuchungen über die Geburts., Sterb- lichkeits- und Populations-Verhältnisse, über die Ent. wickelung der Körpergröfse und des Gewichts des Menschen, über die Geisteskrankheiten und den Selbstmord, so wie durch seine Statistik der Ver-. brechen u. s. W. auch in Deutschland so rühmlichst pekannt. dafs wir nicht bezweifeln dürfen, es werde das vorliegende, für den Naturforscher und Arzt, wie für den Philosophen, den Rechtsgelehrten und den National-Oekonomen gleich interessante Werk, in welchem der genannte Gelehrte seine sämmt- lichen Forschungen im Gebiete der Statistik mit Bezugnahme auf die Arbeiten anderer Gelehrten zu einem Ganzen vereinigt hat, auch bei Is. dieselbe günstige Aufnahme finden, deren es sich bei unserns 5 Nachbarn jenseits des Kheins und des Kanals zu ist dafür gesorgt, erfreuen hatte. Die zahlreichen Zusätze, mit denen vom Fach, sowohl der Verfasser als der Uebersetzer diese Deutsche Ausgabe bereichert haben, begründen einen
Velinpapier.
bringen.
bedeutenden Vorzug derselben vor der Pariser Origi- nal-Ausgabe und dem in den Niederlanden erschie- so nenen Nachdrucke.
Bei mir sind erschienen: 1 8 Phantasieen und Wahrheiten. UIn 6 Erfunden, gestochen und erläutert von Dqt Mit Deutschem, Französischem und Englischem Text Imperial-Quer Ato., in Umschlag geheftet. 11“ — Subscriptions-Preis 21 Thlr. 20 sgr. Alle Buch. und Kunsthandlungen des In. und Aus- landes nehmen Bestellungen darauf an. Leipzig, im August 1838. Vvon Obigem siegt ein Probe-Exemplar in der Lüderitzschen Kunsthandlung in Berlin, unter den Linden No. 30, zur geneigten Ansicht aus.
Im Verlage der Gebrüder Reicheubach in Leipzig erschien und ist durch alle Buchhandlungen zu haben, in Berlin durch Ludwig Oehmigke, Burg⸗ straße Nr. 8, und in Reu⸗Ruppin:
Fundamental⸗Philosophie.
Dr. F. C. Biedermaun, Privatdocenten der Philosophie an der Universität Leipzig. In Umschlag. 2 Thlr.
Dies Werk ist ein Versuch, die Grundprobleme der gesammten Lebensanschauung auf einem neuen, von den bisher beobachteten Verfahrungs⸗ weisen völlig abweichenden Wege zur Erledigung zu Durch die gleichmäßige Rücksichtnahme auf Einfachheit und Allgemeinverständlichkeit, wie auf strenge Wissenschaftlichkeit der Forschungen, so wie durch möglichste Vermeidung der Schulterminologie, — das dasselbe nicht bloß den Männern sondern auch allen denen zugänglich sey, welche bei der Philosophie für die wichtigsten Fragen des Lebens Belehrung zu suchen ein Bedürfniß fühsen.
anf die
dargestellt von
Platten. Dr. C. E.
KRetzsch.
In Umschlag.
Ernst Fleischer. mann auf Liszkowo. 15
In Leipzig bei Imm. Müller).
. —
Von L. H. Daverio.
Edizione critica
Gr. 8vo.
zu haben:
Allgemeiner Anzeiger fuͤr die Preußischen Staaten.
Der Einfluß des faktischen Irrthums
Strafbarkeit versuchter Verbrechen nach allgemeinen Prinzipien, nach den Grundsätzen des gemeinen Deutschen Rechtes und mit Berücksichtigung der neueren Gesetzgebungen und Gesetz⸗Entwürfe
Pfotenhauer, Docenten der Rechte an der Universität Halle⸗Wittenberg. 1 Thlr. 5 sgr.
Bei Levit in Bromberg ist erschienen: Anweisung zur Führung der Landwirth schaft auf meinen Gütern von S. 2. Nord⸗
sgr. Räller, in Berlin zu beziehen durch die Euslinsche Buchhandlung (Ferd.
Bei Fr. Schultheß in Zürich ist so eben erschie⸗ nen und durch jede solide Buchhandlung zu beziehen, in Berlin durch C. F. Amelang, Brüderstr. Nr. 11:
La Gerusalemme liberata di Torquato Tasso. 88 Mit Anmerkungen zum Schulgebrauch von
8vo. Broschirt. 1 Thlr. 7 ½ sgr.
La Gerusalemme liberata di Torquato Tasso.
riveduta e corretta
Gio. Gaspare Orelli 2 Thlr. 7 ½ sgr.
Bei F. Rubach in Berlin (Wallstraße Nr. 12), so wie in allen andern Buchhandlungen,
Alphabetisches Verzeichniß sämmtlicher
Ortschaften und einzelu liegender be⸗ nannter Grundstücke des F Staats. Mit specieller Bezeichnung derselde, so wie Angabe der Landwehr⸗Compagnieen, Br⸗ taillone und Regimenter, ferner der landräͤthlichn Kreise, Pfarrkirchen, Ober⸗Landesgerichte, Land⸗ gerichte, Land⸗ und Stadtgerichte, Friedensgeriche oder sonstiger Unter⸗Gerichtsbehörden, wozu di⸗ selben gehören. In 25 Heften, jedes einen Reg⸗ Bezirk, oder 10 Bänden, jeder eine Provinz ent⸗ haltend. Aus amtlichen Quellen zusan⸗ mengestellt von G. König. 1833 — 18385 Preis 4⁴ Thlr. 5 sgr. bööö
Erzaͤhlungen und Novellen.
Neunter (neue Folge, dritter) Band à 2 Thlr, in so eben an alle solide Buchhandlungen als Fort⸗ setzung versandt worden und in der Plahn sche Buchhandlung (. Nitze) zu Berlin, Jägerstr. Nr. 3 zu haben. Carl Focke in Leipzig⸗
8
„
In allen Buchhandlungen, bei E. S. Mittla (Stechbahn Nr. 3), ist zu haben:
Fr. Stoltz's gründliche 1 Anweisung zur orientalischen Malerei,
Transparent⸗Malerei und zum Uebertragen von Kopfte stichen auf Holz, Pappe u. s. w.; nebst Belehrungen sdas Firnissiren von Kupferstichen, Karten und al⸗ Wasserfarben⸗Malereien, Relief⸗Arbeiten in femd und Haar, Bronziren der Bilderrahmen ꝛc. betre F sso wie Anweisungen, alle hierzu erforderlichen Fun⸗ und Gummi⸗Auflösungen u. dgl. m. zu verferugen Für jeden Dilettanten der Malerei, für junge k2- 7 so wie insbesondere für Lackirer von Holz⸗, bei Leder⸗- und Wachstuch⸗Waaren. Quedlinburg, 8 G. Basse. Mit 5 lithographirten Tafeln. Geheftet. Preis 15 sgr.
8 Für Dilettauten, junge Damen ic.
ist fortwährend
.“
Sane nz
GbHoe ain., 88nn HEE2, 1 , Stzat Emto-i19 n0.
n1
EEqqEq
T“
2 inim. ““
1 2.
4 ☛ “ 18 1½.24 —
32 ⅔ 3 8 BB— 8 2 ½ 1 3 1241Q z nmn
88 ½ . . 8
*
7 2 . 2 “ n ü12&
3 4
—
— — —
FIb (he, 0290, 42* e gs zun 51 “ 2. 3 8
eehe heee eaens denrm b . 11““ . 8 28 ee enn ne EEEbE“]
galnim 49 8
Berlin, Dienstag
2
den 21sten August
e—— Fmmemmnmhme hunbuaeh 7. rne arn . Hhi HarHltmEr An mca. Aasiiaa e
.,12— 2
X — — — — — — —
8 — —— —
59 2
8 . 5 27 an 8 Amtliche Nachrichte 1“ Kronik des Tage beeree
haben dem Superintendenten
ge. Majestaͤt der Koͤni
Kirchner zu Grimmen, im Negierungs⸗Bezirk Stralsund, den Rothen Adler⸗Orden dritter Klasse, dem Deich⸗Hauptmann der Altmark, von Barsewisch auf Esack, den Rothen Adler⸗Or⸗ den vierter Klasse, so wie dem Kutscher Steinbrüͤck zu Aglo⸗ nen, im Kreise Memel, die Rettungs⸗Medaille mit dem Bande
zu verleihen geruht, 1
Im Bezirk der Koͤnigl. Regierung
zu Koͤnigsberg ist dem Predigtamts⸗Kandidaten Dr. phil. Karl Ludwig Hendewerk die erledigte Pfarrstelle an der wangelischen Kirche zu Rossitten, Diszese Schaken, verliehen worden, der Predigtamts⸗Kandidat Friedrich Heinrich Kaul⸗ hars zum Pfarrer der evangelischen Kirchen zu Deutsch Wil⸗ ten, Klingenberg und Georgenau, und der Predigtamts⸗Kandi⸗ dat Julius Otto Eduard Meyhoͤfer zum zweiten Predi⸗
E’E
er an der evangelischen Kirche zu Barten berufen und besta ⸗
iigt worden.
8
2 * — 8 8
Angekommen: Se. Excellenz der General⸗Lieutenant und kommandirende General des 3ten Armee⸗Corps, von Thile II., von Teplitz.
Der Koͤnigl. Saͤchsische General⸗Major meister, von Fabrice, von Dresden.
“ 1“
chte 8
v11 89 E8289 “
1111114656““ 11 11 8. f
Frankreich.
Paris, 14. Aug. Die Koͤnigliche Familie verlaͤßt heute 1 Bere Unruhe erregt zu haben, als in der Schweiz selbst. Lyon
Reuilly und bezieht die Tuilerieen, wo nun der Hof wahrschein⸗
lich so lange verweilen wird, bis die Herzogin von Orleans von dieselbe bezieht einen großen Theil ihres Waaren⸗Bedarfs fuͤr
ihrer Niederkunft genesen ist. Es fällt auf, daß der Herzog von Orleans an dem Besuche
Champlatreux am 11. August nicht Theil genommen hat. straft als die Schweizer Zahlen ihres Tableau décennal du commerce de la France *) vor Augen, wonach der Werth der Importen und Exporten von
Derselbe befand sich an demselben Tage auf dem Schlosse Ro⸗ zuencourt, 10 Lieues von Paris, das einem reichen Banquier nd Deputirten (Herrn Louis Leboeuf) gehoͤrt, zu Gaste, und nahm das Gestuͤt zu Viroflay in Augenschein.
Der heutige Moniteur publizirt eine Koͤnigliche Ordon⸗ nanz, wodurch an der medizinischen Fakultaͤt zu Montpellier ein neuer Lehrstuhl fuͤr Operations- und Bandagen⸗Lehre errichtet vird. Bisher wurde diese Disziplin in Verbindung mit der Pathologie der aͤußeren Krankheiten in einem und u der euen Professur ernennt fuͤr das erstemal die Regierung; fuͤr
Kursus und von demselben Professor vorgetragen.
ede folgende Besetzung tritt oͤffentliche Bewerbung ein.
Die Akademie der Wissenschaften hielt gestern unter esg Herr
des Herrn Becquerel ihre oͤffentliche Jahres⸗Sitzung. Flourens las die Denkrede auf Antoine Laurent de Jussieu. Den einzigen Preis, welcher zuerkannt wurde (den Monthyon⸗ chen fuͤr Experimental⸗Physiologie), erhielt unter 13 Bewer⸗ hern ein Deutscher, Dr. Bernhard Heine von Wuͤrzburg, fuͤr eine „Experimente und Untersuchungen uͤber die Regeneration des Knochen⸗Systems.“ Der Preis besteht in einer goldenen Medaille, 900 Fr. an Werth. Ueber den Ungluͤcksfall, der sich vorgestern Abend auf der Lisenbahn nach Saint⸗Germain ereignet hat, geht aus der Be⸗ anntmachung des Direktors der Compagnie, Herrn Emile Pe⸗ eire, und aus den Mittheilungen der gestrigen Abendblaͤtter Folgendes hervor: Es war an diesem Sonntag durch das lange vermißte schoͤne Wetter eine ganz ungewoͤhnliche Menge von Reisenden nach St. Germain hinausgelockt worden. Abends bvraͤngte sich nun die ganze Menschenfluth auf einmal zu der Abfahrt⸗Station bei Le Pecq und wollte nach Paris zuruͤckge⸗ chafft seyn. Die Plaͤtze auf dem Convoi, der um acht Uhr ab⸗ bing und eigentlich zur Aufnahme von Passagieren aus den un⸗ erweges liegenden Ortschaften bestimmt war, wurden von den ngeduldigen erstuͤrmt. Der Convoi nahm bei Chatou und Nanterre noch eine große Zahl Personen auf; bei Asnieères war der Andrang noch groͤßer, aber nur noch wenig Plaͤtze vorhan⸗ den. Es wurden hinter dem Convoi Signal⸗Laternen ausge⸗ sangt, welche aber der Conducteur des nachkommenden, um 8 ½ Uhr von Le Pecg abgegangenen Wagenzuges erst dann ge⸗ wahr wurde, als auf sein Herankommen die Menschenmasse, von welcher die Bahn belagert war, erschrocken auseinander⸗ kiebte. Da hatte er eben nur noch Zeit, den Dampf abzulas⸗ Pn, den Zusammenstoß konnte er nicht mehr verhuͤten. ie faͤnf hintersten Wagen des vorderen Zuges wurden erschelt, die beiden vordersten rannten gegen die Lo⸗ bomotive an und wurden aus dem Gelehe geschleudert. er hintere, anrollende Wagenzug erfuhr, den gewaltigen Stoß usgenommen, keinen bedeutenden Schaden. Die Verwirrung lar im ersten Augenblicke unbeschreiblich; die Verletzten schrieen näͤglich um Huͤlfe; man fuͤchtete uͤber Hals und Kopf aus den nagons und von der Bahn hinweg, wo man neues Ungluͤck be⸗ grchtete. Zwoͤlf Personen waren so schwer beschaͤdigt, daß man in Asnieres unterbringen mußte, ihrer fuͤnf nahm der öfoire Herr Duchatenet, in seinem Hause auf. — Man hatte 898 nach Paris und nach Le Pecq Befehl geschickt, bis auf neitere Nachricht keinen Convoi abgehen zu lassen. Die Truͤm⸗ * mußten bei Fackelschein von der Bahn heruntergeschafft 88. blieb ein Stuͤck Holz auf den Rails liegen, so konnte .. Ungluͤck geben. Die Arbeit nahm zwei Stunden weg; naftdeg brach die Ungeduld der zu Le Peca wartenden Menschen⸗ schla n Tumult aus; die Barrieren wurden eingestoßen, Baͤnke zer⸗ gen, Laternen zerbrochen; Gendarmen und Dragoner aus
sollen kuͤnftig der Stellen, wo der Convoi unterwegs anhaͤlt,
Nachmittag, von Luneville zuruͤckkehrend, in den Tuilerieen eingetroffen. An der guͤtlichen Beilegung des unangenehmen Handels mit der Schweiz ist nun fast nicht mehr zu zweifeln, da die „DPresse“, ein ministerielles Organ, zu verstehen giebt, die Regierung werde, wenn sie in der Sache ihren
willen in Zwist mit Freunden und Das waͤre der kluͤgste Ausweg fuͤr Beide, und Frankreich wird 6 Uns kann nichts willkommener seyn, als eine solche Loͤsung, wobei Frankreichs Verlangen, an seiner Ostgraͤnze Ruhe zu haben, befriedigt und das alte, gute
sich gern dabei zu
⸗
Saint Germain mußten einschreiten. Bei Asnieères hegcn die Leute, welche Plaͤtze genommen hatten, mit Ungestuͤm an der Kasse ihr Geld zuruͤck; zuletzt brach man die Kasse auf und etliche Personen uͤbernahmen das Auszahlen, wobei Mancher zu kurz gekommen seyn mag. Von Mitternacht bis zwei Uhr Morgens waren die Convoi's wieder in Gang; uͤber 1000 Per⸗ sonen haben jedoch in St. Germain Nachtquartier suchen muͤs⸗ sen. — Herr Pereire macht bekannt, daß die Compagnie bereits vor dem Unfalle um die Autorisation eingekommen war, tele⸗ graphische Signal⸗Posten laͤngs der Bahn anzubringen; auch
weniger seyn.
Paris, 15. Aug. Der Prinz von Joinville ist gestern
gemacht hat, befindet sich der alte, wackere General Bro, der nach siebenjährigem Aufenthalt in Afrika nach Frankreich zuruͤck⸗ kehrt. Ihm ist das Kommando zu Valence (Droͤme) zuge⸗ dacht. — Aus Tunis vernimmt man, daß Admiral Gallois beim dortigen Dei mit großem Nachdruck die Abstellung der Beschwerden betreibt, aͤber welche sich Frankreich zu beklagen hat. Der Dei hat versprochen, die Einfaͤlle der ihm tributaoͤren Araber in die Provinz Konstantine nach Kraͤften zu hintertrei⸗ ben; auch sind mehrere Boten und Unterhaͤndler des Achmet Bey, die zu dem Pascha nach Tripolis gingen oder von dorther kamen, aufgefangen worden. Ueber die Entschaͤdigungen fuͤr die Franzoͤsischen Kaufleute wird man wohl spaͤter ins Reine kommen. In Tripolis stand die Ankunft der Tuͤrkischen Flotte nahe bevor; es ging die Rede, sie wuͤrde ein starkes Truppen⸗
weck erreiche, es mit der Form nicht so genau nehmen. „Es heißt“, sagt die Presse, „die Tagsatzung wird auf die Fran⸗ zoͤsische Note ablehnend antworten, Louis Bonaparte aber aus freien Stuͤcken die Schweiz verlassen, damit sie nicht um seinet⸗ Kachbarn verwickelt werde.
rieden geben.
Vernehmen beider Laͤnder nicht gestoͤrt wird; nur mit Bedauern und Widerstreben koͤnnen wir uns zu unfreundlichen Schritten gegen ein Nachbar⸗Volk entschließen, welches auf unsere Freund⸗ schaft, auf unseren Schutz die gerechtesten, in Frankreichs eige⸗ nem Interesse wohlbegruͤndeten Anspruͤche hat.“ Die bereits verbreiteten Geruͤchte von Feindseligkeiten und Graͤnzsperre schei⸗ nen indessen in den Ostfranzoͤsischen Departements und ganz besonders bei dem Handelsstande zu Lyon und Marseille groͤ⸗ unterhaͤlt einen taͤglichen lebhaften Verkehr mit der Schweiz; Consumtion und Fabrication uͤber Marseille. Mit der Han⸗ delssperre waͤren die Franzoͤsischen Departements schlimmer ge⸗ Kantone. Man haͤlt der Regierung die
und nach der Schweiz sich fuͤr die zehn Jahre 1827 — 1836 herausstellt, wie folgt:
Einfuhr aus der Schweiz Ausfuhr nach der Schweiz zur Consumtion Französtsche Jahr im Ganzen oder Verarbeitung im Ganzen Produkte und
in Frankreich Fabrikate
1827 17 Mill. Fr. 13 Mill. Fr. 37 Mill. Fr. 24 Mill. Fr. 1828 19 » „ 13 » “ 1““ 8 1829 20 » „ 13 » „ 39 » „ 27 5 „ 1830 19 »„ »„ 13 „» » 42 EE1“* 1831 24 „ 8 9 » „ 41 28 „ 1832 23 » „ 10 » „ 56 35 » ö1111“* 58 32 „ 1834 39 » „ 13 » „ 65 30 » 1835 59 »„ 14 » 273 32 „ 1836 82 » „ 19 † „ 76 » „ 33 » Es ergiebt sich aus diesen Zahlen allerdings, daß die Schweizer keine schlechten Abnehmer sind; hauptsaͤchlich aber, daß der Transit sowohl nach, als von der Schweiz, von Jahr zu Jahr an Lebhaftigkeit und Bedeutung zunimmt, daß die Schweiz in den fuͤnf Jahren 1832—1836 fuͤr 166 Mill. uͤber Frankreich bezogen und fuͤr einen gleichen Betrag uͤber Frankreich versen⸗ det hat. Solche Zahlen gelten als die unwiderleglichsten Frie⸗ dens⸗Argumente.
Aus Toulon vom 10. August wird gemeldet, daß der Erz⸗ herzog Friedrich von Oesterreich am Tage zuvor einen Ausflug nach Hyères gemacht hatte, und sich nun zur Abreise ruͤstete. Er hatte sich des Morgens bei dem Vice⸗Admiral Jurien La⸗ graviere verabschiedet und sich an Bord der „Guerriera“ be⸗ geben, die nur auf guͤnstigen Wind wartete, um nach Gibral⸗ tar abzugehen. Der Vice⸗Admiral machte noch Abends am Bord seine Aufwartung. — Eine ganz ungemeine Thaͤtigkeit 3888 in Folge der am g9ten eingelaufenen telegraphischen
efehle im See⸗Arsenal. Das Linienschiff „Triton“ soll in kuͤrzester Zeit nach Mexiko abgehen und man glaubt, die vier Bombardier⸗Schiffe seyen eben dahin bestimmt. Den 10ten Abends traf die Brigg „Palinurus“ mit wichtigen und eiligen Depeschen des Admiral Gallois an die Regierung auf der Rhede ein. Dieses Fahrzeug war von Smyrna nach Konstantinopel gesendet worden, hatte von dort Depeschen des Admiral Roussin mitgenommen, war am 23. Juli vor Tunis angelangt, und am 1. August von dort nach Frankreich unter Segel gegangen. Flotte daselbst mit Kanonen⸗Salven, einem Diner am Bord des Admiralschiffes und mit allerhand Belustigungen fuͤr die Mannschaft gefeiert worden. Die Escadre des Admiral Stop⸗ ford, 5 Linienschiffe, 1 Fregatte, 4 Briggs und 1 Dampf⸗ boot, warf am 30sten Abends auf der Rhede Anker, schien jedoch bald wieder nach Malta umkehren zu wollen.
In Toulon war am 10ten der telegraphische Befehl ein⸗ gelaufen, in groͤßter Schnelligkeit die vier Bombardier⸗ „Vulcain“, „Cyclope“, „Volcan“ und „Eclair“ auszuruͤsten. Der Marine⸗Minister will taͤglich auf telegraphischem Wege von dem Fortgange der Arbeiten unterrichtet seyn. Der Fregatten⸗Capi⸗ tain Ollivier soll das Kommando dieser Division erhalten. — Unter den Paflagieren des „Tartarus“, welcher die Ueberfahrt von Algier nach Toulon in 49 Stunden, vom 1. zum 6. August,
*) Dieses „Tableau“ ist in Nr. 180 der Staats⸗Zeitung näher besprochen worden.
8
Corps ans Land setzen. 4
Der Capitain Bazoche, welcher das Franzoͤfische Geschwa⸗ der an der Kuͤste von Mexiko kommandirt, soll seine Abberufung verlangt haben, weil er im Avancement gegen einen juͤngeren, neulich zum Contre⸗Admiral befoͤrderten Tapitain zuruͤckgesetzt sey. Der Contre⸗Admiral Baudin soll bestimmt seyn, bedeu⸗ tende Verstaͤrkungen nach dem Mexikanischen Golf zu fuͤhren, den Oberbefehl zu uͤbernehmen und zu einem entscheidenden An⸗ griff zu schreiten. Man ist mit den Nachrichten von dort nicht besonders zufrieden, und meint, die Regierung haͤtte dem Ta⸗
Der 29. Juli war von der Franzoͤsischen
chiffe
pitain Bazoche gleich von Anfang an eine groͤßere Macht zu Gebote stellen muͤssen. 1b
Fuͤr den heutigen Tag, den Geburtstag Napoleon's, waren schon im Voraus beunruhigende Geruͤchte ausgestreut. Die Polizei, hieß es, waͤre abermals Unruhestistern auf der Spur; eine Menge junger Leute sollte unter der Saͤule auf dem Ven⸗ doͤmeplatz den Ruf:. Es lebe Napoleon! Es lebe der Prinz Louis! erheben; auch wuͤrde eine neue Nummer des Moniteur republicain erscheinen. Die Polizei hat ihre Vorsichtsmaßregeln getroffen, allein es ist weiter nichts geschehen, als daß eine große Menschenmenge sich, wie alle Jahre, um die Vendome⸗Saͤule versammelte und dem Andenken des Kaisers Kraͤnze und Blu⸗ menstraͤuße darbrachte.
Das Journal des Dobats widmet unserm beruͤhm⸗ ten Landsmann, Professor Ehrenberg, der sich gegenwaͤrtig zu Paris befindet, einen eigenen Artikel, um sein Publikum mit dessen Entdeckungen und Verdiensten bekannt zu machen. Dee⸗ selbe wird, nach kurzem Aufenthalte zu Paris, weiter nach Lon⸗ don Peden.
er gewesene Franzoͤsische General⸗Konsul in Mexiko, Ba⸗ ron Deffaudis, ist, von Brest kommend, zu Paris eingetroffen.
Der Zudrang an der Eisenbahn nach St. Germain ist, ungeachtet des Unfalls am Sonntage, vorgestern und gestern wieder sehr bedeutend gewesen. Die Einnahme am Sonntag betrug 24,700 Fr. und wuͤrde ohne jene Stoͤrung wohl weit uͤber 30,000 betragen haben. 9*
Großbritanien und Irland.
Parlaments⸗Verhandlungen. Oberhaus. Siz⸗ zung vom 14. Auguft. (Hamburger Boͤrsenhalle) ange hat sich nicht ein solches Gewitter uͤber Lord Palmerston's Haupt entladen, wie diesen Abend im Oberhause; gluͤcklicher⸗ weise aber war es nur ein kalter Schlag, eine Petition ohne bestimmtes Resultat, eine Diskussion ohne Abstimmung, also auch eine Vertheidigung ohne Niederlage. Aber in Anregung gebracht wurden alle Fragen der auswaͤrtigen Politik, so weit sie den Handel beruͤhren, nicht bloß die Orientalischen, und die Fuͤhrer der Tories ließen sich daruͤber vernehmen: Brougham, Wellington, Lyndhurst und außer ihnen noch Lord Strangford, der sich dabei, wie Lord Brougham bemerkte, als einen utrius⸗ que juris doctum, in den Verhaͤltnissen des Ostens und Westens (Amerika's) gleich Bewanderten zeigte. Als Vertheidiger des Ministeriums trat nun der Chef des⸗ selben auf, und spaͤter, als auch der schlechte Zustand der Britischen Flotte zur Sprache kam, Lord Minto, der Chef des Marine⸗Departements. Wir koͤnnen hier aus der interessanten Debatte nur einige Hauptmomente mittheilen. Lord Lyndhurst, der den Reigen eroͤffnete, uͤbergab eine Pe⸗ tition aus Glasgow, versicherte, sie sey von den 600 angesehen⸗ sten Kaufleuten, Rhedern und Manufakturisten der Stadt un⸗ terzeichnet, theilte aus derselben mit, daß darin uͤber die Beein⸗ traͤchtigung der Britischen Handels⸗Interessen in allen Theilen der Welt geklagt werde, behauptete, an all dem Unheil sey Niemand als Lord Palmerston schuld, und ging dann zu den Beweisen uͤber. Im Jahre 1836, sagte er, betrug Englands Ausfuhr im Allgemeinen 91 Millionen; im Jahre 1837 nur 85; die Ausfuhr von Englischen Manufakturen betrug im er⸗ steren Jahre 78 Millionen, im letzteren nur 72; noch speziel⸗ ler: Baumwollen⸗Manufakte im Jahre 18360 noch uͤber 561 ½ Millionen, im vorigen nur 42; wollene Stoffe resp. 6 ½ und 4 ½ Millionen, — eben so mit Leinenstoffen, Seidenzeugen und dergleichen. Lord Lyndhurst berief sich auf eine dem an⸗ deren Hause vorgelegte Tabelle. Als Ursach dieser Uebelstaͤnde wurde nun zuerst der Preußische Zoll⸗Verein angegeben. „Jedermann“, sagte der Redner, „weiß, mit welchen Schwierig⸗ keiten Preußen zu kämpfen hatte, bevor es gelang, die verschiedenen Deutschen Staaten zu einem Handelsbund zu vereinen, und wenn Lord Palmerston nur die geringste diplomatische Geschicklichkeit ange⸗ wandt hätte, um diesen Widerstand der kleineren Staaten zu unter⸗ stützen, so hätte er den ganzen Plan der Preußischen Regierung ver⸗ eiteln können. Statt dessen bewies man diesseits solche Theilnahm⸗ losigkeit, solche Unachtsamkeit, daß allmälig ein Staat nach dem an⸗ deren genöthigt war, dem immer weiter um sich greifenden Ver⸗ eine beizutreten. Die Folge davon war denn die größte Beeinträch⸗ tigung unseres Handels mit dem inneren Deutschland. Und nicht nur unsere Einfuhr dorthin verminderte sich auf beunruhigende Weise, sondern eine andere Folge des neuen Systems war auch, daß in Deutschland Etablissements entstanden, welche mit Hüͤlfe des wohlfeilen dortigen Arbeitslohns, der guten Fluß⸗ und Ka⸗ nal⸗Schifffahrt und der aus England hinübergeschafften Ma⸗ schinen sich in den Stand setzten, nicht nur die eigenen Bedürsnisse des Landes zu befriedigen, sondern auch an auswärtigen Märkten mit
8