1838 / 247 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

1021 verzuͤglich die Stadt anzugreifen, allein die Furcht vor einer Niederlage scheint ihn von jeder ernstlichen Operation abzuhal⸗ ten. Waͤhrend in Aragonien, durch die Sorglosigkeit und Langsam⸗ keit der Anfuͤhrer, die Karlistischen Streitkraͤfte sich ruhig vermeh⸗ ren, macht die Zoͤgerung des Generalissimus Espartero eine Stadt ““ uneinnehmbar, die man mit Sturm haͤtte nehmen köoͤnnen, ohne Spanien. 1“ Widerstand zu erfahren. So langsam und furchtsam der Graf von Luchana ist, eben so thaͤtig und kuͤhn ist sein Gegner. Der

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guͤnstig. Seitdem die Banken von Philadelphia, Boston und dem Suͤden und Suͤdosten ihre Baarzahlungen wieder begon⸗ nen hatten, waren die Aussichten bei weitem besser geworden, und es schien nichts mehr einem lebhaften und ausgedehnten Herbst⸗Verkehr entgegenzustehen. Man glaubte, daß am 1. Ja⸗ nuar 1839 keine einzige Bank mehr in den Vereinigten Staa⸗

Ausgaben um 1500 Contos vermindert und die Einnahme um mehr als diese Summe vergroͤßert. Durch das erwaͤhnte Bud⸗

get wurden noch fernere Ersparungen, jedoch auf andere Weise, gemacht. So betrugen z. B. die Veranschlagungen fuͤr das Kriegs⸗Departement fuͤr das Jahr vom 1. Juli 1837 bis 30. Juni 1838 2900 Contos, und obwohl zur Zeit, als das Bud⸗

get den Cortes vorgelegt wurde, bereits drei Viertel dieser Summe verausgabt waren, so wollten die Cortes doch nicht mehr als 2000 Contos votiren, die in das Budget aufgenommen wurden. Man darf jedoch nicht glauben, daß in den zwei oder drei Monaten,

die von dem Jahre noch uͤbrig waren, noch 900 Contos hät⸗ ten erspart werden koͤnnen. Auch ist zu bemerken, daß der Er-⸗ trag der neu auferlegten Abgaben nur bloß auf dem Papiere steht, da eine der Haupt⸗Einnahmen, der Zehnten, welcher auf 2500 Contos jährlich veranschlagt worden, bekanntlich seit Jah⸗ ren im Ruͤckstande ist. Aber auch schon fruͤher wurden voll staͤndige Budgets vorgelegt und Versuche gemacht, die Ausga- ben zu beschraͤnken. Die Nachweisungen, welche Campos und Carvalho im Jahre 1836 und Passos im Jahre 1837 vorlegten, konnten nicht vollstaͤndiger seyn. In der kurzen außerordentli- chen Session im Sommer 1836 legte der Minister J. de Silvoa Carvalho ein vollständiges Budget vor, in dem die Einnahmen zu 10,000 Contos und die Ausgaben zu 13,500 C. veranschlagt waren. Das Defizit sollte zum Theil durch neue Auflagen bis auf 2000 Contos gedeckt werden, welches später nach der Revo⸗ lution dem Minister Passos gelang. Das damalige Chartisti⸗ sche Ministerium war jedoch der Meinung, daß das Land, wel⸗

tirt seine Flagge und sein Amts⸗Siegel, und man glaubte, daß auch Frankreich und Nord⸗Amerika bald diesem Beispiel fol⸗ gen wuͤrden.

Die Britische Kolonie West⸗Australien zaͤhlt bis jetzt ohne Militair nur 1830 Einwohner; der Verkauf von Lande⸗ reien hat daselbst waͤhrend der v2 drei Jahre nur 871 Pf:b. eingetragen, und doch kostet die Kolonie dem Lande schon gegen 37,000 Pfd. Besser gedeiht die Kolonie Süd⸗Australien welche schon 3000 Einwohner zählt, und wo der Verkauf von Ländereien in den letzten drei Jahren 58,000 Pfund Sterling eingebracht hat. 1—

r gestri en Meldung zufolge, bereits angekommen ist); Se.

Königl. oheit der Großherzog wollte jedoch noch 14 Tage da⸗ weilen.

lbst ger Kaiserl. Hoheit der Großfuͤrst Thronfolger von Ruß⸗

aand wird am 7ten d. M. aus Ems hier erwartet.

Der Marsch dauerte 60 Tage, zum Theil bei großer

Hitze, und uͤberall, wo das Regiment durchkam, ließ es Kranke in den Hospitälern. So langte es allerdings nicht im aller⸗ besten Zustande in Perpignan an, und die Strenge, mit wel⸗ I cher es hier behandelt worden ist, der unfreundliche Tadel, den

es bei seinen Exercitien nicht selten vor einem zahlreichen Publi⸗ kum zu hoͤren bekam, hat einen sehr niederschlagenden Eindruck ten mit der Wiederaufnahme der Baarzahlungen im Ruͤckstande auf die Soldaten gemacht.“ seyn wuͤrde. An Geld war großer Ueberfluß, und die Kapita⸗ . Boͤrse vom z1sten. Es ging heute außerordentlich stuͤr⸗ listen hofften zuversichtlich, daß es der Regierung bei der Wie⸗ misch zu. Der Artikel des Journal des Débats uͤber die derzusammenkunft des Kongresses nicht gelingen wuͤrde, in dem Schweizerischen Angelegenheiten (siehe oben) erregte große Be⸗ Circulationsmittel eine ihnen nachtheilige Veraäͤnderung durchzu⸗ sorgnisse; man vernahm uͤberdies, sehr viele Bestellungen Schwei⸗ setzen. Von Arkansas sind mit dem „Great Western“ Kommis⸗ zerischer Haͤuser in Lyon und Paris wären zuruͤckgenommen sarien nach England gekommen, um eine Anleihe fuͤr jenen worden. 5proc. Rente wich bis auf 111 Fr., schloß jedoch auf Staat zu negoziiren. Das Schicksal, welches die Unter⸗Schatz⸗ II1I. 25. 3 proc. Rente auf 80. 50. Noch schlimmer sah es amts⸗Bill im Kongresse gehabt, hatte den Whigs oder der mit Eisenbahn⸗Actien aus; es schien ein panischer Schrecken Bank⸗Partei neue Kraͤfte verliehen und in den Reihen der Lo⸗ unter die Inhaber gefahren zu seyn; St. Germain und Havre, cofogos oder der demokratischen Partei, der auch die Regierung an⸗ laͤndischen Adelstand erhoben worden. vX““

elche fuͤr den Cours der uͤbrigen die Norm zu geben pflegen, gehoͤrt, Schrecken verbreitet. Der Praͤsident, Herr van Buren, hatte . 8

sanken auf 735 und 975. Orleans haͤlt sich noch uͤber pari, auch seit dem Schluß des Kongresses den Staat New⸗York, in wel- Belgienn.

von 502 ½ zu 505. Man erwartet ein noch weiteres Sinken. chem er geboren ist, noch nicht besucht, weil er wußte, daß er dort sehr b. Bruͤssel, 30. Aug. Bei der Einweihung der Eisenbahn⸗ anagagaaan Popularttaͤt verloren habe. In Virginien, wo er einige Section von Bruͤgge nach Ostende hat der Buͤrgermeister der

1 s(kekeit zubrachte, soll er ebenfalls mit großer Kaͤlte aufgenommen letztgenannten Stadt folgende Anrede an den Koͤnig gehalten: 1 Großbritanien und Irland. worden und daruͤber sehr betruͤbt gewesen seyn. Die Aerndte „Sire! Die Eisenbahn, deren Schienen bereits einen großen voondon, 31. Aug. Ihre Majestaͤt die Koͤnigin hat vom von Weizen, Roggen und Hafer war in den Vereinigten Theil von Belgien bedecken, berührt jetzt den Ocean; bald wird ste Koͤnige der Franzosen als einen Beweis der Hochschaͤtzung des Staaten bereits eingebracht und uͤberaus ergiebig ausgefallen; ve. mit Deutschland und Feme en taes.hn, und gastfreundlichen Empfanges, den der Herzog von Nemours am man rechnete sogar auf Ueberschuß zur Ausfuhr; bis jetzt hiel⸗ dann werden die Gesetze vom 1. Mai 1834 und vom 26. Mai 1837

Madrid, 24. Aug. Die Koͤnigin hat, um das dem Ge⸗ vo st neral Espartero gegebene Versprechen halten zu koͤnnen, vier Eifer Maroto's fuͤr die Sache des Don Carlos ist aufrichtig. Millionen Realen aus ihrer Schatulle hergegeben. Herr Ga⸗ Im Hauptquartier zu Logrono denkt man wenig daran, Estella biria und die Bank haben sich fuͤr die Zuruͤckzahlung dieser anzugreifen, wenn es auch die Korrespondenzen sagen. Es wer⸗ Summe verbuͤrgt und außerdem noch zwei Millionen fuͤr die den noch viele Tage vergehen muͤssen, ehe der Graf von Luchana Armee des Centrums und zwei Millionen fuͤr die Reserve⸗Ar⸗ die zehn Meilen zuruͤcklegt, die ihn von jener Stadt trennen.

Der Depeschen⸗-Wechsel zwischen Logroüño und Madrid hat end⸗

vorgeschossen. . Dis Unterhandlungen mit dem Herrn Weisweiler, Agenten lich aufgehoͤrt; Espartero hat fuͤr seinen Guͤnstling, van Halen, des Hauses Rothschild, dauern noch fort. das Großkreuz des Ordens Karl's III. erhalten, Rivero ist zum General⸗Lieutenant und mehrere Brigadiers sind zu General⸗ Spanische Graͤnze. Die Devpesche, in welcher der Ge- Majors befoͤrdert worden, auch haben mehrere Ordens⸗Verlei⸗ eral Oraa dem Kommandanten von Saragossa seinen Ruͤckzug hungen stattgefunden, und da alle vakanten Stellen vor der Ein⸗ on Morella und die Aufgabe der Belagerung anzeigte, lautet nahme von Estella vergeben worden sind, so bleibt natuͤrlich olgendermaßen: nichts mehr uͤbrig fuͤr diejenigen, welche sich in dem naͤchsten Nach zweimaligem Sturm, den wir am 16ten und 17ten Gefecht auszeichnen werden. Die auf dem rechten Ufer des Stadt Morella ohne Erfolg versuchten, bin ich genoͤthigt Ebro aufgestellten Truppen haben Befehl erhalten, ihre Bivouacs den Ruͤckzug anzutreten, und mit der Artillerie hier zu beziehen. Der Befehl zum Vorwärtsruͤcken ist aufgeschoben. Monroyo, 18. August 1838. In Logroo sind Ochsen und gesalzenes Fleisch in Menge ange⸗ (gez.) Oraa.“ kommen, um an die Truppen vertheilt zu werden. Der Graf von Luchana steht im Briefwechsel mit Lord John Hay, dem

Niederlande.

Aus dem Haag, 30. Aug. Der Legationsrath und diesseitige Geschaͤftstraͤger bei der freien Stadt Frankfurt, Herr von Scherff, ist (wie das Handelsblad berichtet) in den Nieder⸗

Spanische Rente wich von 20 ½ auf 20 ¼.

1/ auf die gewesen, angekommen.

8* 4 b4 1 vollständig ausgeführt seyn. Schon bei Ihrem Eintritte in Belgien hiesigen Hofe gefunden, einen aͤußerst kunstvoll gearbeiteten und wo die Fene veern. der Bevolm ehrigren der Nation Sie zur Regie rung berufen hatte, haben Sie Sich mit der Zukunft des Landes be⸗ schäftigt, und da Sie es reich durch die Fruchlbarkeit seines Bodenz und belebt durch Gewerbfleiß und Handel fanden, so haben Sit, Sire, bald erkannt, daß es vor Allem seine Verbindungen mit dem Auslande vermehren und zunächst suchen müsse, diejenigen wieder zu gewinnen, die es vor dem Jahre 1830 mit Deutschland gehabt. Um diesen Zweck zu erreichen, mußte man eine Communication mit dem Rhein auffinden, ohne gezwungen zu seyn, sich dabei

sehr kostbaren Secretair zum Geschenk erhalten, der vorgestern hier eingetroffen ist.

Am Montage hat zu Cork das Diner stattgesunden, zu welchem O'Connell dahin eingeladen war. Mehrere Irlaͤn⸗ dische Parlaments⸗Mitglieder wohnten diesem Mahle bei, und der Haupt⸗Inhalt der von O'Connell dort gehaltenen Rede war die Aufforderung, sich der neuen von ihm gebildeten vor⸗ laͤufigen Association anzuschließen.

Das radikale Parlaments⸗Mitglied fuͤr Southwark, Herr Daniel Whittle Harvey, bekanntlich ein geschworener Feind al⸗ ler Pensionen, soll, vielleicht um seine Opposition zu beschwich⸗ tigen, zu dem sehr eintraͤglichen Posten eines Registrators der Londoner Miethskutschen ernannt worden seyn.

Heute war die Zufuhr von neuem inlaͤndischen Weizen an den hiesigen Maͤrkten sehr reichlich und die Qualitaͤt desselben gut; die Preise sielen daher wieder um 1 bis 2 Shilling, und dor Begehr war gering. Auch in fremdem Weizen, der sich auf den letzten Preisen hielt, wurden bei fortdauernder Zufuhr wenig Geschaͤfte gemacht.

Der Naval and Military Gazette zufolge, hat in Folge der drohenden Aussichten im Orient und der Erklaͤrung von Seiten der Englischen Regierung, daß sie nicht im Stande sey, im Fall eines Krieges in Indien noch mehr Regimenter dorthin zu senden, die Ostindische Compagnie bei den Ministern um die Erlaubniß nachgesucht, die in Indien dienenden Regi⸗ menter selbst verstaͤrken zu duͤrfen. Diese Erlaubniß ist ihr be— willigt worden, und die Regimenter sollen binnen kurzem jedes auf tausend Mann gebracht werden. Man erwartet naͤchstens die Einschiffung der zu diesem Zweck hier rekrutirten Mann⸗ schaften. Auch soll die Armee in Ostindien um ein Artillerie⸗ Detaschement vermehrt und namentlich sollen die auswaͤrts die⸗ nenden Artillerie⸗Compagnieen bedeutend verstaäͤrkt werden. Die Morning Chroniecle empfiehlt der Regierung ein Buͤndniß mit dem Beherrscher von Kabul, um dem Russischen Einfluß auf den Schach von Persien das Gegengewicht zu halten und die Graͤnzen des Englisch⸗Ostindischen Reichs zu sichern.

Die uͤber New⸗York eingegangenen Nachrichten aus Ka⸗ nada und die Berichte, welche die Regierung direkt von dort

ten sich jedoch in New⸗York die Preise des Weizens und Mehls noch wie bisher, weil die Zufuhr noch nicht bedeutend war. Man hatte noch immer große Hitze; das Thermometer zeigte 100 bis 103 Grad Fahrenheit im Schatten. Die Blokade der Mexikanischen Kuͤste von Seiten der Franzosen scheint auch in den Vereinigten Staaten uͤberall mit sehr scheelen Blik⸗ ken betrachtet zu werden. Ein Blatt nennt sie eine schla— gende Verletzung der Rechte der Neutralen, einen durch nichts zu rechtfertigenden Eingriff in den Handel und Ver⸗ kehr anderer Nationen; wenn Frankreich an Mexiko Forde⸗ rungen zu machen habe, sagt man, so noͤge es dieselben in geeigneter Weise geltend machen, aber nicht auf einem solchen Wege, daß der Hauptverlust auf England und die Ver⸗ einigten Staaten falle. Was die Streitigkeiten zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten wegen Tevxas anbetrifft, so soll man die Absicht haben, Se. Majestaͤt den Koͤnig von Preußen zu ersuchen, in dieser Sache die Vermittelung zwischen beiden Maͤchten zu uͤbernehmen. Die Graͤnz⸗Streitigkeit zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko war ihrer Entscheidung noch um nichts naͤher geruͤckt. Auch mit dem Indianer⸗Kriege in Florida war es noch beim Alten. Die Suͤdsee⸗Expedition stand im Begriff, unter Segel zu gehen. Mit dem 1. Oktober sollte ein neues Gesetz uͤber die Dampfboͤte in Kraft treten, welches darauf berechnet ist, durch mancherlei heilsame Vorschriften dem Leben der Passagiere groͤßere Sicherheit zu gewaͤhren; die vielen Ungluͤcksfaͤlle, welche durch muthwillige Nachlaͤs⸗ sigkeit auf den Dampfschiffen in den Vereinigten Staaten vorgekommen sind, machten das Beduͤrfniß eines solchen Ge⸗ setzes sehr fuͤhlbar. Ein Dr. Davidge zu Saratoga hatte ein Dampfboot fuͤr die Kanal⸗Schifffahrt erfunden, bei welchem unter dem Wasser arbeitende biegsame Schaufeln an Stelle der Raͤder angebracht sind. In Philadelphia bildete sich eine Ge⸗ sellschaft unter dem Namen „London⸗, Liverpool⸗ und Phila⸗ delphia⸗Dampfschifffahrts⸗Compagnie“ mit einem Kapital von 250,000 Pfd. in 25,000 Actien zu 10 Pfd. Sie will vier Dampfboͤte bauen lassen; zwei davon sollen uͤber Cork nach London und zwei uͤber Belfast nach Liverpool fahren. Die Staͤdte Philadelphia und Baltimore waren wieder einmal von einem heftigen Tornado heimgesucht worden, durch den mehrere

erhalten hat, sind sehr guͤnstigen Inhalts. Lord Durham war, wie schon bekannt, nach Nieder⸗Kanada zuruͤckgekehrt und ließ es sich sehr angelegen seyn, die fuͤr die Ruhe und Wohlfahrt der Provinz erforderlichen Maßregeln zu treffen. In Ober⸗ Kanada hatte man die Miliz schon entlassen koͤnnen, und Alles gewann von neuem ein friedliches Ansehen. Die Insurrection war uͤberall unterdruͤckt. Lord Durham hatte sich unter den Einwohnern der Kolonie sehr beliebt gemacht, und wenn auch unter der Franzoͤsischen Bevoͤlkerung von Nieder⸗Kanada noch einige Aufregung herrschte, die namentlich durch die Reactions⸗ sucht der sogenannten Loyalisten genaͤhrt wurde, so that Graf Durham doch alles Mögliche, um die Leidenschaften beider Par⸗ teien zu beschwichtigen, und das Vertrauen zu ihm stieg von Tag zu Tage. Die Gerichte waren indeß noch fortwaͤhrend mit den Prozessen der gefangen genommenen Rebellen beschaͤf⸗ tigt. Am 30. Juli wurde der zum Tode verurtheilte Moreau, ein Katholik aus Pennsylvanien, der zu den Insurgenten von Short⸗Hills gehoͤrt hatte, in Niagara hingerichtet; das Kriegsgericht zu Toronto hatte 16 Rebellen zum Tode ver⸗ urtheilt; Parker und vier Andere, die mit ihm aus dem Ge⸗ fängniß entflohen waren, hatte man wieder eingebracht. Die nach Bermuda verbannten Insurgenten waren bereits dort an⸗ gekommen und 1n gegen ihr gegebenes Ehrenwort, nicht entfliehen zu wollen, die Erlaubniß erhalten, auf der ganzen Insel frei umher zu gehen. Sir John Colborne, der Befehls⸗ haber der Truppen in Kanada, bereiste die obere Provinz, um die Graͤnzen bis nach Sandwich mit Hinsicht auf die Anlage von Festungswerken zu inspiziren. Durch ein Cirkular des Gouverneurs von Ober⸗Kanada, Sir George Arthur, war bei den Banken dieser Provinz angefragt worden, wann sie ihre Baarzahlungen wieder wuͤrden beginnen koͤnnen; die Bank von Kingston erklaͤrte sich sogleich dazu bereit, aber die Bank von Ober⸗Kanada schien Schwierigkeiten machen zu wollen. Die Getraide- und Heu⸗Aerndte in den Distrikten von Short Hills und Niagara war sehr reichlich ausgefallen, und die von Lord

Durham am Welland⸗Kanal angeordneten Verbesserungen ka⸗ men fuͤr die Getraide-⸗Ausfuahr aus den See-Distrikten nach; dem Ocean sehr erwuͤnscht. V

Das Dampfboot „Great Western“, welches New⸗York am Abend des 16. August verlassen, kam am Mittwoch um Mitternacht in Bristol an, aber erst heute trafen die von dem⸗ selben mitgebrachten Briefe und Zeitungen in London ein, was den Courier zu folgenden Bemerkungen veranlaßt: „Wahr⸗ lich, wenn auch unser Englisches Postwesen nicht gerade, wie einige unserer Raädikalen uns gern einreden moͤchten, eine Schande fuͤr das Land ist, so gereicht es uns doch auch keines⸗ weges zur Ehre. Den ganzen Donnerstag laͤßt man voruͤber⸗ gehen, ehe die von jenem Schiff uͤberbrachten Briefe in London abgeliefert werden. In Preußen haͤtte so etwas nicht vorfallen koͤnnen. Warum kann unser Postwesen nicht eben so trefflich eingerichtet seyn, wie das dortige? Wir sagen, in Preußen koͤnnte so etwas nicht vorgekommen seyn, aber wir zweifeln auch, ob es in irgend einem, großen Handelsstaat der Welt, England ausgenommen, vorgekommen seyn wuͤrde.“ Die Handels⸗Berichte aus den Vereinigten Staaten lauten sehr

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Menschen ums Leben kamen und ein Werft so wie einige an⸗ dere Gebaͤude zerstoͤrt wurden. In der Stadt Hudson hatte eine verheerende Feuersbrunst stattgefunden; sie wurde durch eala-A a⸗ dem Schornstein eines im dortigen Dock liegenden

ampfbootes verursacht; 60 Haͤuser brannten nieder, und der Schaden wird auf 200,000 Pfd. Sterl. veranschlagt. In New⸗ York war ein vom 19ten Juli datirtes Cirkular des Londoner Handelshauses George Wildes und Compagnie eingegangen, wodurch dieses anzeigt, daß es sich im Stande befinde, alle seine Schulden zu bezahlen und seine Geschaͤfte wieder zu beginnen.

3 In einem von der Times mitgetheilten Handelsschreiben wird die Franzoͤsische Blokade der Mexikanischen Haͤfen als groͤßtentheils verfehlt und eine Invasion in Mexiko selbst, und waͤre es auch mit 10,000 Mann, als fast unmoͤglich dargestellt. Auch wird zu Ehren der Mexikaner versichert, daß, ungeachtet des Bruchs mit Frankreich, kein einziger der in Mexiko leben⸗ den Franzosen gemißhandelt worden sey. Endlich wird die zu⸗ versichtliche Erwartung ausgesprochen, daß England und Nord⸗ Amerika binnen kurzem gegen die Guͤltigkeit dieser Blokade so⸗ wohl, wie der von Buenos⸗Ayres, Einspruch erheben wuͤrden.

Nach Berichten aus St. Lucia vom 14ten v. M. war man daselbst vor den Folgen der zum 1. August d. J. beschlos⸗ 9. Freigebung der Neger nicht ganz ohne Be⸗ orgnisse.

8 Nach Berichten aus Havasia vom 2ten d. M. wollte die dortige Regierung die Ausfuhr-Zoͤlle auf die Produkte der In⸗ sel Cuba erhoͤhen, und zwar auf Zucker um 4 Realen fuͤr die Kiste, auf Kaffee um 3 Realen fuͤr einen Sack von 6 Arrobas, auf Molassen um 2 Realen fuͤr das Faß und auf Zigarren um einen Real fuͤr die Kiste. In Puerto⸗Rico soll am 15. Juli eine auf Ermordung des neuen Gouverneurs zielende Verschwoͤ⸗ rung unter den Soldaten von San Juan vor ihrem Ausbruche entdeckt worden seyn. .

Aus Haiti wird gemeldet, daß der neue Tarif, der die Einfuhr⸗Zoͤlle herabsetzt, sowohl vom Repraͤsentanten⸗Hause als vom Senate angenommen worden sey. Der Markt zu Port⸗ au⸗Prince war mit Lebensmitteln uͤberfuͤllt.

Nachrichten aus Puerto⸗Cabello vom 22. Juli zufolge, erwartete man dort eine sehr reichliche Kaffee-Aerndte. Es herrschte in der Republik Venezuela vollkommene Ruhe, und man glaubte, daß Paez zum Praͤsidenten gewaͤhlt werden wuͤrde.

Aus Neu⸗Seeland sind Briefe vom 18. Maͤrz eingegan⸗ gen, woraus man ersieht, daß der bekannte Baron Thierry sich daselbst fast Koͤnigliche Gewalt angemaßt hatte. Eine Menge von Haͤuptlingen im Norden der Insel hatten ihm Landstriche angeboten, und er herrschte jetzt uͤber einen 180 Englische Mei⸗ len langen Kuͤstenstrich. Fuͤr die Kultivirung dieses Gebiets hatte er bereits Außerordentliches geleistet. Er ist Protestant und gewaͤhrt allen Religionen gleichen Schutz. Ihm hatten mehrere katholische Geistliche, die aus Frankreich dahin gekom⸗ men waren, und denen die Eingeborenen ans Leben gehen woll⸗ ten, ihre Rettung zu verdanken. Er hatte auch bereits ein von ihm selbst in gedraͤngter Kuͤrze entworfenes Gesetzbuch in

der Eisenbahnen, bot dazu das Mittel dar, und Ew. Majestät haben Sich beeilt, es zu ergreifen. Eine Thatsache, deren Andenken die Geschichte bewahren wird, ist, daß Belgien, leidend noch von der Auf⸗ regung seiner politischen Wiedergeburt, doch in der Errichtung der Eisenbahnen auf dem Kontinent eine Initiative ergriffen hat, die von den benachbarten Nationen nach Verdienst gewürdigt worden. Dies giebt einen Begriff davon, was unsere Provinzen zu leisten im Stande gewesen wären, wenn bei der Eroberung Indiens und bei der Entdeckung von Amerika Philipp der Schöne, der uns damals regierte, seine Sorgfalt nicht zwischen den Interessen Belgiens und denen von Spanien, dessen König er geworden war, hätte theilen müssen. Die Abreise dieses Fürsten im Jahre 1505 ist für unser Land ein unglückliches Ereigniß gewesen. Dank sey dem Gebieter der Könige und der Völker dafür, daß sich die Sachen geändert haben! Belgien, unter der Aegide Ew. Maj. rekonstituirt und unabhängig, hat se⸗ nen Rang unter den Europäischen Staaten wieder eingenommen; Künste und Wissenschaften blühen hiüer und der Handel nimmt einen Aufschwung, der unzwelfelhaft zu einem lamgen Wohlstande führen wird. Zu einer schwierigen Zeit sind Sie gekommen, Sire, um das Belgische Volk zu trösten und aufrecht zu halten; mit weiser Aus⸗ dauer fahren Sie fort, seinen Leiden abzuhelfen. Bereits empfindet jeder Kreis im Königreiche die Wirkungen dieser hohen Sorgfalt. Die Ostender insbesondere sagen sich: Diese Eisenbahn, die das Meer berührt, und die, wie wir hoffen, ein doppeltes Geleise bekommt, ist dazu bestimmt, in wenigen Stunden Menschen und Güter von einer Gränze zur anderen zu fübren und diese selbst zu überschreiten. Wel⸗ ches Wunderwerk! Es flößt uns ewige Dankbarkeit gegen unser König ein. Dieses große Ereigniß seiner Regterung wird unseren Handel beleben, und die Schifffahrt, so wie den Fischfang unter Belgischer Flagge vermehren.“

Der Koͤnig beantwortete diese Rede auf das Verbindlichste Mund gab der Stadt Ostende die Hoffnung, daß sie einst mit den ersten Handelsstaͤdten Europas wetteifern werde.

Herr John Cockerill haͤtte bei der Ruͤckkehr von den Wett⸗ rennen in Aachen nach Seraing beinahe durch einen ungluͤckli⸗ chen Sturz vom Wagen das Leben verloren. Man hofft jedoch, diesen fuͤr unsere Industrie so wichtigen Mann durch die Kunst

Deutschlan y1“““

Muͤnchen, 31. Aug. Nachrichten aus Schliersee zufolge, war gestern der Oberst⸗Hofmeister Ihrer Majestaͤt der verwitt⸗ weten Koͤnigin, Graf von Yrsch, daselbst eingetroffen, um An⸗ stalten zum Empfange Ihrer Majestaͤt der Kaiserin von Ruß⸗ land und der Koͤniglichen Majestaͤten fuͤr den heutigen Tag zu treffen. in Stroͤmen herab. b

Der bekannte Eremit von Gauting, der General von Hal⸗ berg⸗Moos, welcher im vorigen Jahre Algier bereiste, ist nun aus der Levante und Aegypten wieder hier eingetroffen.

Das hiesige allgemeine Krankenhaus, durch Koͤnig Maäagj gegruͤndet, feiert am 1. September sein 25 jaͤhriges Jubilaͤum. Waͤhrend dieser Zeit wurden in dem segensreichen Institute 103,040 Kranke aufgenommen.

Augsburg, 1. Sept. (Allg. Ztg.) Alle zum Lager be⸗ orderten Regimenter sind seit gestern in und um die Stadt in einem Umkreis von einigen Stunden vereinigt. Augsburg, das ploͤtzlich seine Bewohner⸗Zahl fast verdoppelt sieht, wimmelt in allen Straßen von einheimischen und fremden Uniformen, von Gaͤsten aus nah und fern. Die Ankunft, Sr. Majestaͤt des Koö⸗ nigs erfolgte gestern Abend 8 ½ Uhr, jubelnd begruͤßt von den wogenden Menschenmassen, die den Wagen ihres Koͤnigs von den Thoren -bis zur Residenz, entlang der schoͤnen Marimili⸗ ans⸗Straße, an dem Hotel des Kaisers vorbei, mit einem nicht eine Minute verstummenden Lebehochrufe begleiteten. Se. Ma⸗

jestaͤt der Kaiser, der, von Friedrichshafen zuruͤck, erst Abends erwartet worden war, traf schon Nachmittags um 2 Uhr ein, und war dann zu wiederholtenmalen zu Wagen und zu Fuß in den Straßen sichtbar. Der Gasthof zu den drei Mohren, in welchem der Kaiser abgestiegen, war fortwaͤhrend umstellt von Menschen, die den Augenblick zu erhaschen suchten, wo des Monarchen imponirende Gestalt in schnellem Schritt oder in einfachem zweispaͤnnigem Wagen, ohne Bedienten, in rascher Erscheinung voruͤbereilte. Von Fuͤrstlichen Personen sind ferner der Erbgroßherzog von Hessen und bei Rhein, der Her⸗ zog Mayx von veuchdanberg, so wie der Prinz von Sachsen⸗Am tenburg angekommen. Heute Vormittag versammelt sich das anze Armee⸗Corps auf den dem Lager gegenuͤber liegenden Feitzern des Exercir⸗Platzes, defilirt vor Ihren Majestaͤten, und bezieht dann das Lager. Morgen (Sonntag) findet in demselben großer Feldgottesdienst statt.

Frankfurt a. M., 2. Sept. Oldenburgischen Fuͤrstenthum Birkenfeld zufolge, haben der Großherzog und die Großherzogin am 26sten v. M. zum ersten⸗ male dieses Rheinische Fuͤrstenthum besucht, und sind sowohl in Oberstein, als in dem Städtchen Birkenfeld mit großem Ju⸗ bel aufgenommen worden. Die Frau Großherzogin setzte nach

seinem Reiche eingefuͤhrt. Das Zoll⸗Haus von Sidney respek⸗

8. .“ .“ 8

dreitaͤgigem Aufenthalt ihre Reise nach Karlsruhe fort (wo sie,

der Gewässer von Holland zu bedienen. Eine neuere Erfindung, die

üst die Scenerie aͤußerst malerisch.

oberung des Koͤnigreichs Valencia unternahm, Morella der

Irkadirt, wie man gemeldet hatte, und es befindet sich nur lin der Citadelle Artillerie. Die Garnison besteht aus dem Ba⸗

Cabrera an ihnen nehmen wuͤrde, zu entgehen. Leider war die Witterung sehr schlecht; der Regen goh

Pben, daß man entweder die Bresche gar nicht eroͤffnet hat, oder

des Generals Oraa ließen glauben, daß er den Ort augenblick⸗

Einem Schreiben aus dem

Einem Schreiben aus dem Karlistischen Hauptquartier Hüate zufolge, hatte man dort die amtliche Anzeige von der Entsetzung Morella's erhalten. Zugleich sollte die Nachricht ingegangen seyn, daß Oraa, bevor er nach Monroyo gelangen onnte, von Cabrera angegriffen und in die Flucht geschlagen vorden sey. Da inzwischen noch kein Buͤlletin Cabrera's be⸗ annt geworden ist, so wird man das Naͤhere hieruͤber noch ab⸗ varten muͤssen.

Briefe aus Saragossa vom 25. August melden, daß die Christinos alle ihre Stellungen vor Morella verlassen und seit dem Ruͤckzuge bereits 1500 Verwundete in die Hospitaͤler ge⸗ bracht haben. Der Sturm am 17ten wird als besonders moͤr⸗ derisch geschidert. Die Stuͤrmenden waren einem dreifachen euer ausgesetzt, von der Citadelle, von der Stadt und von den beiden Karlistischen Kolonnen. Es soll dem General Oraa nur mit Muͤhe gelungen seyn, seine Artillerie zu retten.

Ueber die Stadt Morella theilt die Bresl. Zeitung folgende . mit: „Morella liegt in dem noͤrdlichen Theile der Provinz Tastellon, an dem kleinen Flusse Bergantes, 24 Spanische Meilen von Valencia. Ihr Gebiet erstreckt sich von Belluga bis Popleta de Alcalea in einer Ausdehnung von un⸗ geuͤhr 8 Meilen. Diese ganze Landschaft ist bergig, ohne ir⸗ gend eine Ebene als die von Moll, ¼ Stunden von Morella. Die Luft daselbst ist rein und klar, aber meist kalt. Die Stadt dählt 6052 Einwohner. Von der Ebene von Moll bis Morella Inmitten mehrerer Huͤ⸗ gel und Engpaͤsse erhebt sich zu einer ansehnlichen Hoͤhe ein Werg, umgeben von Thuͤrmen und Waͤllen, in deren Einkrei⸗ zung die Stadt liegt. Die amphitheatralisch gebauten Haͤu⸗ er sind uͤberragt von den schroffen Seiten des Berggipfels, nuf desen Spitze die, wie es scheint, von allen Seiten unzu⸗ gäͤngliche Citadelle emporsteigt. Die Annaͤherung zur Stadt ist aber uͤberhaupt sehr schwierig. Innerhalb der Ringmauer sind vortreffliche Quellen, an Vorraͤthen ist Ueberfluß, und der Aufenthalt ist gesund. Der Handel der Bervoͤlkerung besteht hauptsächlich aus gefaͤrbten Wollentuͤchern, und die unter dem Namen Morellana's bekannten Mantillen sind durch ganz Spanien beruͤhmt. Die „Sentinelle“ fuͤgt diesen Angaben die istorische Bemerkung bei, daß, als Koͤnig D. Jaime die Er⸗

iste Platz war, in dessen Besitz er durch den tapferen Don Blasco de Alagon am 7. Januar 1232 gesetzt wurde. Der Jahrestag dieser Eroberung wird noch jetzt als Haupt⸗ ist gefeiert. Die Straßen von Morella sind nicht bar—

taillon Chambonet, aus zwei Compagnieen Cabrera's und fuͤnf⸗ en Buͤrgern, welche die Waffen ergriffen haben. Diese etzteren sollen zum groͤßten Theil sehr ungern fechten und sich nur deshalb den Truppen anschließen, um der Rache, die sonst Mit Lebens⸗ Beduͤrfnissen scheint der Platz im Ueberflusse versehen zu seyn, denn Cabrera soll in der letzten Zeit allein 12,000 Schafe und 400 Ochsen nach Morella gesendet haben.“

Das Journal de Francfort theilt ein Schreiben von der Spanischen Graͤnze vom 23. August mit, welches interessante Data uͤber die Operationen und die Stellungen der Christinischen und Karlistischen Armeen bei Estella und Morella enthaͤlt. Es lautet folgendermaßen: „In den letzten Tagen ging das Geruͤcht, daß der General Oraa die Bresche in den Mauern von Morella eroͤffnet habe, und daß daher das Schicksal dieses festen Platzes bald entschieden seyn werde. Dies Geruͤcht ist indeß durch kein Resultat bestaͤtigt worden, und Alles laͤßt glau⸗

daß der Angriff, falls er wirklich stattgefunden hat, der Christi⸗ nischen Armee nicht guͤnstig gewesen ist. Die ersten Berichte

lich angreifen werde, indeß haben Verzoͤgerungen, die durch un⸗ vorhergesehene Umstaͤnde herbeigefuͤhrt wurden, ihn verhindert, irgend etiwas zu unternehmen, und dieser Aufschub ist um so nachtheiliger fuͤr ihn gewesen, als die Karlisten dadurch eit gewannen, solche Vertheidigungs⸗Anstalten zu treffen, daß sie im Stande sind, dem Angriffe des Generals Oraa Wi⸗ derstand zu leisten. Cabrera hatte auf einem Terrain, welches seinem ertheidigungsplan trefflich entsprach, seine Armee en chelon aufgestellt. Die Christinische Armee steht dagegen auf einem durchschnittenen, bergigen und den militairischen Evolu⸗ tionen wenig guͤnstigen Terrain. Ein Theil dieser Armee hat Morella eingeschlossen und beschaͤftigt sich mit Belagerungs⸗Ar⸗ beiten; mehrere Bataillone bewachen die Umgegend und be⸗ schuͤzzen die ankommenden Convois. Kleine Karlistische Corps eunruhigen indeß fortwährend die Flanken der Christinischen rmee und die Arbeiter. Um die Convois aufzuhalten, haben die Karlisten quer uͤber die Straße von Saragossa nach Morella seoße Graͤben gezogen, und die Convois koͤnnen daher taͤglich aum eine Meile zuruͤcklegen. Der letzte Transport, welcher von der Division des Generals San Miguel eskortirt wurde, kam nur zur Haͤlfte vor Morella an, die andere Haͤlfte blieb

den Graͤben stecken. Die Bewohner der Ortschaften in der aͤhe von Morella haben ihre VvE verlassen, die nun von den Karlisten besetzt sind. ieser Zustand der Dinge scheint, nach der Gleichguͤltigkeit, womit der General Oraa die

Befehlshaber des Britischen Geschwaders. Die letzten Depe⸗ schen, welche er erhalten hat, fordern ihn auf, die Karlisten an⸗ zugreifen und sich Estella's zu bemaͤchtigen, indem die Englische Regierung, wenn die Karlisten erst einmal geschlagen seyen, auf eine wirksame Weise einschreiten werde, um Don Carlos zu be⸗ wegen, das Spanische Gebiet zu raͤumen. Wenn dies wahr ist, so muß man eingestehen, daß der Buͤrgerkrieg den Interes⸗ sen des Grafen von Luchana besser dient, als der Friede. Um die Lage der Ereignisse und die unbegreifliche Unthaͤtigkeit des Generals Oraa vor Morella und Espartero's in Bezug auf Estella zu begreifen, muß man sich folgendes Raisonnement ver⸗ gegenwaͤrtigen: „„Espartero wird Estella nicht eher angreifen, als bis Oraa Morella eingenommen, Oraa wird Morella nicht eher angreifen, als bis Espartero Estella eingenommen hat.““

8 Portugal. .“

Der Morning Chroniecle wird von ihrem Korre— spondenten in Lissabon unterm 20. August Folgendes geschrie⸗ ben: „Aus den bisher eingegangenen Berichten uͤber die Wah⸗ len ergiebt sich mit ziemlicher Gewißheit, daß die Chartisten im Allgemeinen in allen Theilen des Landes gluͤcklich gewesen sind, und wer weiß, ob nicht die unter dem Einflusse dieser Partei gewaͤhlten Senatoren und Deputirten die Majoritaͤt in den naͤchsten Cortes bilden werden. In Santarem, Alem⸗ quer, Evora, Elvas, Leiria, Coimbra, Penafiel, Vianna, Braga, Guimaraes und Vizeu haben die Chartisten einen vollstaͤndigen Sieg errungen. Aus den entfernteren Theilen des Lissaboner Wahl-⸗Distrikts sind die Resultate noch nicht bekannt; in der Hauptstadt selbst sind die Wahlen zwar zu Gunsten der Ultra's ausgefallen, die Wahlen in den Land⸗Distrikten koͤnnen indeß vielleicht noch das Gleichgewicht halten. Der

ampf fand hier, wie uͤberall, zwischen den Chartitisten und den Ultra⸗Septembristen statt. Die gemaͤßigte Par⸗ tei der September-Maͤnner hat kaum einige Stimmen er⸗ halten, und ihre Partei, die in den letzten Cortes beinahe die Majoritaͤt gehabt haͤtte, wird daher fast ganz vernichtet seyn. In Porto wurden die Wahlen durch die Zollhaus⸗Polizei ge⸗ stoͤrt, die, ungehindert durch die Behoͤrden, sich mit Gewalt einmischte und mit Stoͤcken und Messern das Schicksal des Tages entscheiden wollte. Dessenungeachtet sollen die Wahlen daselbst voͤllig zu Gunsten der Chartisten ausgefallen seyn. Es ist nun als wahrscheinlich anzunehmen, daß die ministerielle oder gemaͤßigte Partei sich den Chartisten anschließen wird, wodurch sie eine ansehnliche Majoritaͤt erhalten, jedoch auch mit einer starken und heftigen Ultra⸗Opposition zu kaͤmpfen haben wuͤrde. Die Chartisten sind uͤbrigens eigentlich die constitutionnelle Partei, da sie die Constitution von 1838 angenommen ha⸗ ben. Der Herzog von Terceira ist an wenigstens zwanzig Orten zum Senator erwaͤhlt worden; nach ihm haben der Herzog von Palmella und der Marquis von Saldanha die meisten Stimmen erhalten. Der Herausgeber des „Correio“, Rodrigo da Fonseca Magelhaens, ist in mehreren Wahl⸗Bezir⸗ ken zum Deputirten erwaͤhlt worden; eben so der jetzige Finanz⸗ Minister, Manoel Antonio de Carvalho, der ebenfalls zur Chartistischen Partei gehoͤrt und in der Hauptstadt die meisten Stimmen zaͤhlt. Manoel Passos hat nur wenige Stimmen er⸗ halten. Man glaubt, daß die Herzoͤge von Terceira und Pal⸗ mella nebst Suares Caldeira und anderen Ultra's zu Senato⸗ ren fuͤr die Hauptstadt gewaͤhlt werden wuͤrden. Unter den Gemaͤßigten ist allein die Wahl des Grafen das Antas als ent⸗ schieden zu betrachten, denn da er die Ultra's in Porto unterstuͤtzt hat, so werden ihm die hiesigen wohl ihre Stimmen geben. Der Graf von Villareal, Jose de Silva Carvalho und andere Minister aus der Zeit vor der September⸗Revolution sind in verschiedenen Di⸗ strikten erwaͤhlt worden. Die Wahlen in Campomajor werden durch ein in der heutigen „Regierungs⸗Zeitung“ erschienenes Dekret

einige Stimmzettel gegen andere von ihm verfertigte vertauscht hatte. Es ist uͤbrigens bemerkenswerth, daß die Regierung sich ihres Einflusses, wie in Porto, nur gegen, nie fuͤr die Charti⸗ sten bedient hat. Die meisten Beamten des Koͤnigreichs sind entschiedene Ultra's und haben ihren Einfluß zur Unterstuͤtzung dieser Partei angewendet. In Porto sollen 500 Munizipal⸗ Gardisten, nach den von den Offizieren ihnen vorgelegten Listen, fuͤr die Ultra's gestimmt haben. Die Mitglieder der Munizi⸗ pal⸗Kammer von Porto, der Civil⸗ und der Miiltair⸗ Gouverneur sind saͤmmtlich Ultra's, und wenn dennoch, wie es nach der Aussage von Reisenden der Fall ist, die Char⸗ tisten den Sieg davongetragen haben, so wuͤrde dies eine sehr entschiedene Gesinnung der Kaufleute und Buͤrger der „heroi⸗ schen Stadt“ zu Gunsten der genannten Partei beweisen. Das gegenwärtige Portugiesische Budget ist dasselbe, welches bereits vor sechs Monaten von den Cortes angenommen wurde. Da es so lange gewaͤhrt hatte, ehe es den Cortes vorgelegt wurde, und da man gern die schon vierzehn Monate dauernde Session schließen wollte, so wurden die einzelnen Artikel nicht so diskutirt, wie es sonst wohl geschehen waͤre. Die Cortes waren bekanntlich vom Januar 1837 bis April 1838 versam⸗ melt, so daß waͤhrend dieser Session für 2 Finanzjahre gesorgt wurde. Das erste endigte mit dem Juni 1837, und als die konstituirenden Cortes ihre Arbeiten begannen, legte der Finanz⸗

annullirt, weil einer der Beamten die Wahl⸗Urne geoͤffnet und

ches eben anfing, sich von einem zerstoͤrenden Buͤrgerkriege zuS erholen, nicht sogleich wieder mit neuen Auflagen belastet wer⸗ den koͤnne, und daß es besser sey, das Defizit durch Anleihen zu decken. Seitdem hat man aber fuͤr gut befunden, neue Ab⸗ sösen zur Deckung des Desfizits auszuschreiben. Das letzte Budget giebt die Ausgaben in runden Zahlen zu 10,500 Con⸗ tos, die Einnahmen noch groͤßer an, und das Defizit ist das kleinste, welches seit mehreren Jahren in dem Budget erschie— nen ist, allein ein Theil der Einkuͤnfte, worunter auch der Zehnten oder die Haͤuser⸗Taxe, ist sehr im Ruͤckstande, und die Einkuͤnfte vom Tabacks⸗Kontrakt sind bereits auf ein Jahr vor⸗ weggenommen. Die voͤllige Organisirung der Finanzen und die Gleichstellung der Ausgaben und Einnahmen wird die Aufmerk⸗ samkeit der Cortes vorzuͤglich in Anspruch nehmen. Die Re⸗ gierung ist durch das Budget ermaͤchtigt, die Abgaben waͤhrend des gegenwaͤrtigen Jahres, naͤmlich bis zum 31. Dezember 1838, zu erheben, und die neuen Kammern werden sich wahr⸗ scheinlich noch vor dieser Zeit versammeln.

Konstantinopel, 14. Aug. (Allg. Ztg.) Der Mini⸗ ster der auswaͤrtigen Angelegenheiten, Redschid Pascha, der (wie bereits gemeldet) mit einer außerordentlichen Mission nach London von dem Großherrn betraut worden, wird uͤber⸗ morgen auf einem Dampfschiffe von hier abgehen und sei⸗ nen Weg uͤber Italien nehmen, wo er sich einige Zeit am Turiner Hofe aufhalten soll. Von da begiebt sich Red⸗ schid nach Berlin, dann nach London und auf dem Ruͤck⸗ wege nach Paris. Redschid Pascha, der einzige wirklich talent⸗ volle Mann im Ministerrathe des Sultans, der Schoͤpfer der neuen Einrichtungen des Staatsrathes, des Raths der hohen Pforte und des obersten Kriegsrathes, ein eifriger und verstäͤn⸗ diger Reformator, ein Mann von Europaͤischer Bildung und der Einzige, der dem alten Pascha von Aegypten die Wage zu halten vermoͤchte, wird von Allen, denen das Wohl der Pforte am Herzen liegt, geachtet und bewundert, und allgemeines Be⸗ dauern wuͤrde seinen Fall oder seine laͤngere Entfernung von den Geschaͤften bezeichnen. Man kann sich daher die Ueberraschung vorstellen, mit welcher die Nachricht von der urploͤtzlichen Absen⸗ dung Redschids in Konstantinopel aufgenommen wurde. Viele wollten darin eine Abnahme der Großherrlichen Gunst gegen den Mi⸗ nister erblicken, und einen plausiblen Vorwand, ihn von den Geschäͤf⸗ ten zu entfernen. Mich duͤnkt, daß daraus nur auf die Wichtigkeit der Mission zu schließen sey, welche die fuͤr die Zukunft folgenrei sten Verhaͤltnisse, in denen die Pforte Aegypten, Rußland, Eng⸗ land gegenuͤber sich befindet, zu betreffen scheint; der Sultan weiß, wie mir scheint, die Faͤhigkeiten des ausgezeichneten Staatsmannes in vollem Maße zu wuͤrdigen und will ihm durch die Mission nur einen neuen Beweis seines Vertrauens geben. Eher scheint den Guͤnstling Ahmed Fethi Pascha U gnade getroffen zu haben, dessen Anwesenheit in Paris und London zur Vertretung der S Interessen nicht als hinläͤnglich geachtet wurde. Ein Vergleich der Redschid Pascha vorgeschriebenen Route und jener, die Ahmed diesen Sommer befolgte, bringt unwillkuͤrlich auf den Gedanken, daß jener Manches ö. hat, was dieser versaͤumte oder dem gewuͤnschten Resultate nicht zuzufuͤhren vermochte. Die Entzie⸗ hung des Muschirliks Aydin und Guͤzelhissar und der reichen Einkuͤnfte dieses wohlhabenden Kuͤstenlandes, die Ahmed Fethi unläͤngst traf, und die weitere Verleihung desselben an Tahir Pascha, den im vorigen Jahr abgesetzten Topchana⸗Nasiri, scheint diese Ansicht zu bestaͤtigen.

Das Fest, das die Gemahlin Redschid Pascha's der Ba⸗ ronin Barante zu Ehren gab, fiel in seiner Art eben so gut aus und gewaͤhrte in mancher Hinsicht mehr Interesse, als der Ball bei dem hiesigen Franzoͤsischen Botschafter. Madame Red schid machte dabei die Honneurs mit vieler Grazie und be wegte sich mit einer Leichtigkeit und einem Anstande, der unser Europaͤerinnen entzuͤckte und in Erstaunen setzte. Sie war nach Tuͤrkischer Art, aber geschmackvoll und reich gekleidet und trug am Finger einen Ring mit einem ausgezeichnet schoͤnen Dia⸗ manten. Die Kuͤche war durchaus Franzoͤsisch, das Service kost⸗ bar, und Madame Redschid entschuldigte sich, daß nach Tuͤr⸗ kischer Sitte kein Wein servirt werden koͤnne; die Damen muͤß⸗ ten sich, so sagte die Gastgeberin, mit Champagner begnuͤ⸗ gen. Herrn von Barante zu Ehren ward auch der Eintritt in die Großherrlichen Palaͤste gestattet. Das neue Serail von Dschiragan, in der Naͤhe von Dolma Bagdsche, am Europaͤi⸗ schen Ufer des Bosporus, hat eine herrliche Lage, ist aber im Innern durch sonst nichts ausgezeichnet, als durch einen praͤch⸗ tigen Saal, der uͤber 150 Schritt in der Laͤnge hat, und dessen Decke von 36 vergoldeten Saͤulen getragen wird. Der schoͤne anstoßende Park ist von einem Deutschen Gaͤrtner angelegt. Die Bauart des Palastes bietet ein seltsames Gemisch von Eu⸗ ropaͤischer und Asiatischer Architektur; in dieser Ruͤcksicht erweckt das alte Großherrliche Serail in der Stadt groͤßeres Interesse, das, obwohl nur eine Masse von aneinanderstoßenden, zu ver⸗ schiedenen Zeiten en Gebaͤuden, doch in jedem Theile das ungetruͤbte Gepraͤge rein Asiatischen Geschmacks an sich traͤgt. Der Morning Chronicle wird aus Konstanti; nopel vom 8. August geschrieben: „Die lange erhaltene Stille im Osmanischen Kabinet ist wieder durch ein Ereigniß gestoͤrt

ie ihm aus Madrid zugehenden Depeschen befehlen ihm, un⸗

rbeiten betreibt, zu urtheilen, kein Ende 85 zu sollen.

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Minister Passos eine sehr vollstaͤndige Uebersicht von den Finan⸗

1.“

zen des Landes vor; es wurden Einschraͤnkungen beschlossen, die

worden, naͤmlich durch die Entlassung oder vielmehr durch das

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