1838 / 248 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

densgeruͤchten oder vielmehr mit denen von Akkomodirungen

8 stehenden Kavallerie⸗Regimenter aus Ober⸗Aegypten hier ange⸗

ziemlich die ganze Macht Mehmed Ali's an der noͤrdlichen

Befehl erhalten, alle Feindseligkeiten fuͤrs erste einzustellen.

Aeggypten, alle Franken hoͤchst unangenehm betroffen, und nicht wenig beigetragen, ihrer schon gesunkenen Achtung den letzten Stoß zu geben. aber auch sehr anmaßender 2 deutenden Grund hin einen unter Franzoͤsischer Protection ste⸗

Reclamation des Oesterreichisches Konsuls ward er jedoch aus dem Gefaͤngniß entlassen, und als er einige Tage darauf in Beglei⸗

er statt aller riß nun den Konsul vom Pferd, und demonstrirte ihm auf eine etwas derbe Weise ad hominem sein Unrecht. ner und Franzosen hier schon seit langer Zeit im Kriege liegen, so konnte ein solcher Anlaß nicht verfehlen, sogleich zur Natio⸗

liäner ward von einem andern Franzosen, nicht dem Konsul, schwer verwundet. ward, gab er den Befehl, sogleich alle dabei Betheiligten zu exiliren. scandaleuse gehoͤren, hier aber ist ein solcher Vorfall von vieler Weichhtigkeit.

8 Nachtheil der Europaͤer und namentlich der Konsuln ausfallen, von deren Machtvollkommenheit man ihnen große Begriffe bei⸗ gebracht hatte.

¹ civilisirten Eu e; Sieer und

1 2 bekannt gemacht. Nachrichten. Das August⸗Heft der

Ausscheiden Redschid Pascha’'s aus dem Minister⸗Conseil. Red⸗ schid Pascha wird Konstantinopel unverzuͤglich verlassen und als Botschafter nach London gehen. Darf man gewissen in Pera umlaufenden Geruͤchten trauen, so bezoͤge sich seine Mission allein auf die Aegyptischen Angelegenheiten. Einige Personen schreiben jedoch seine Entfernung den zahlreichen Intriguen zu, die im Tuͤrkischen Ministerium beständig im Gange sind, und glauben, daß er seine Entlassung von einem Posten, den er nicht länger zu halten vermocht, nachgesucht und erhalten habe. Die von ihm vorgeschlagenen Maßregeln scheinen fuͤr den gegen⸗ waͤrtigen Zustand der Tuͤrkei zu liberal gewesen zu seyn, und obgleich er nach der Entlassung Akif’'s und Halil Pascha's fest zu stehen schien, muß er doch zuletzt die Opposition zu stark ge⸗ funden und daher eine andere Laufbahn fuͤr sich ausersehen haben, um dem drohenden Sturm auszuweichen. Aus Per⸗ sien sind keine neue Nachrichten eingegangen, doch haͤlt sich das Geruͤcht noch immer, daß der Schach von Persien die Belage⸗ rung von Herat aufgegeben habe und sich nach Mesched zuruͤck⸗ iehe. Man will auch wissen, daß noch 8000 Mann Britischer ruppen bei Buschir gelandet seyen und unverzuͤglich nach Schiras marschiren wuͤrden. Beide Orte sind etwa 130 Eng⸗ lische Meilen von einander entfernt, und der Weg dahin fuͤhrt durch sehr schwierige und gefaͤhrliche Bergpaͤsse. ²⁴⁸ .

168 J“ Kahira, 3. Aug. (A. Z.) Obgleich man sich mit Frie⸗

erumträgt, so spricht der Anschein doch ganz dagegen. Alle ruppen, die noch in Aegypten stehen, werden allmaͤlig nach Syrien geschickt. Vorgestern sind die letzten zwei in Aegypten

kommen, und sogleich durch die Wuͤste nach Syrien abmarschirt. Dasselbe geschieht heute mit zwei Infanterie⸗Regimentern, und wei andere, die noch hier garnisoniren, haben ebenfalls den Befehl zum Aufbruch erhalten. Auf diese Weise wird sich so

Syrischen Graͤnze versammeln, und damit sie in ihren Opera⸗ tionen nicht gehindert werde, hat die Armee in Arabien den

Ein sehr beklagenswerther Vorfall hat hier, wie in ganz

Der Französische Konsul hier, ein junger, Kann, hatte auf einen sehr unbe⸗

henden Italiaͤner dieses Schutzes beraubt, und ihn der Tuͤrki⸗ schen Justiz, d. h. dem Tuͤrkischen Stock, uͤberantwortet. Auf

tung einiger seiner Landsleute dem Franzoͤsischen Konsul im Fran⸗ ken⸗Quartier begegnete, und ihn deshalb zur Rede stellte, erhielt ntwort einen Peitschenhieb in's Gesicht. Man

Da die Italiaͤ⸗

nalsache zu werden. Man nahm Partei pro et contra, der Streit erhitzte sich, ein Duell war die Folge, und derselbe Ita⸗

Als der Pascha hiervon in Kenntniß gesetzt In Europa wuͤrde dergleichen nur zur Chronique

r macht die Tuͤrken zu Schiedsrichtern zwischen den Europaͤern, giebt ihnen Gelegenheit, eine Autoritaͤt gegen sie auszuuͤben, und laͤßt sie Reflexionen machen, die alle zum

Moͤge aus diesem ungluͤcklichen Ereigniß we⸗ nigstens die Lehre hervorgehen, daß die Willkuͤr, mit der einige Konsuln nur zu geneigt sind zu herrschen, ihre Graͤnzen hat, und Niemand, am allerwenigsten aber ein Repraͤsentant des s menschliche Gefuͤhl mit Fuͤßen treten

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Breslau, Sevpt. Am 30. August starb der Gymna⸗ Professor Dr. Friedrich Schmieder zu rieg. Er war am 6. Oktober 1770 zu Eisleben geboren und at sich als Schriftsteller, besonders durch Ausgaben alter Klas⸗

Breslau, 1. Sevpt.

102

vinzial⸗Bläͤtter enthaͤlt: Wie tief die Neigung zum versoͤhn⸗ lichen Beisammenleben der Katholiken mit den Evangelischen in Schlesten begruͤndet und wie diese friedliche Gesinnung von den oberen geistlichen Behoͤrden beider Konfessionen und vorzugs⸗ weise von den katholischen immer genährt worden ist, legt sich durch die Bereitwilligkeit zu Tage, mit welcher an den Orten, wo bei dem einen Konfessionstheile Verlegenheit um Abhaltung des Gottesdienstes entstand, von der anderen Konfession die zu deren Gebrauch dienenden Kirchen geoͤffnet wurden. Sechs Kirchen, und zwar in Reinerz, Rosenthal (Brieger Kreis), Steinkunzendorf (Reichenbacher Kr.), Milban (Glogauer Kr.), Reichenau (Saganer Kr.), Ebersdorf (Sprottauer Kr.), öͤffne⸗ ten die Katholiken den Evangelischen zur bleibenden Benutzung, und in Mocker (Leobschuͤtzer Kreises) erbauten sich 1822 beide Konfessions⸗Verwandte nach der Zerstoͤrung ihrer Kirche durch Brand eine gemeinschaftliche Kirche. Drei Kirchen, und zwar die evangelischen zu Steinau, zu Parchwitz und zu Schurgast, sind den Katholiken, so wie die drei katholischen Kirchen zu Guttentag, Lublinitz und Ober⸗Glogau, den Evangelischen bis zur Herstellung eigener Kirchen zum zeitweisen Mitgebrauch üͤberlassen. 93 katholische Begraͤbniß⸗Kirchen duͤrfen bei Beer⸗ digungen evangelischer Leichen nach der bischoͤflichen Anordnung vom 6. Mai 1805 fuͤr immer zu den Trauer⸗Feierlichkeiten be⸗ nutzt werden, und beide Religions⸗Parteien bauten sich zu die⸗ sem Behufe in Bunzlau und Loͤwenberg gemeinschaftliche Begraͤb⸗ niß⸗Kirchen. So waltet in Schlesien zwischen Evangelischen und Katholischen ein einiger friedlicher Sinn. Die Pfarr⸗Kirche 9 Seitsch (Guhrauer Kr.) hat von dem Prinzen Friedrich der iederlande als bleibendes Andenken seines Besuches (den §. Juni) ein großes gegossenes silbernes Kreuz mit daran geheftetem 1 und dazu gehoͤrigem massivem Postament von 1 ¼ Elle Hoͤhe und 7 Pfd. Gewicht von Haag aus zum Geschenk erhalten. Wenn das unausgesetzte Bestreben aller Verwal⸗ tungen dahin geht, die Fortschritte zu kontroliren, welche die geistige Bildung der Nation macht, so geht auch das Bestreben der Militair⸗Verwaltung dahin, an dieser Kontrole Theil zu nehmen, und wird, in Bezug auf die alljaͤhrlich in das stehende Heer eintretenden Individuen, der Grad ihrer Schul⸗Bildung sorgfaͤltig erforscht und fuͤr die Foͤrderung ihrer Kenntnisse, bei vorhandenem guten Willen, gesorgt. on den bei der IIten Division, in das zu selbiger gehoͤrige 10 te und II te Infanterie,, üte Husaren⸗ und lste Kuͤrassier⸗Regiment auf diese Weise eintretenden Ersatz⸗Mannschaften waren von 100 1833: §,s pCt., 1834: 9,s pCt., 1835: 8, Ct., 1836: 7,0 pCt., 1837: 5,2 pCt., 1838: 6,0 „Ct. ohne allen Unterricht. Daraus erhellt, daß sich die Zahl der Leute, welche gar keinen Schul⸗Unterricht genossen haben, vermindert. So lange der Wasserstand der Schifffahrt guͤnstig war, haben von Weizen bedeutende Versendungen stattgehabt. Raps, Roͤthe und Ta⸗ back, den man nach Poien sucht, finden raschen Absatz. Eisen hatte zu festen Preisen stete Abnahme. Geringer war der Be⸗ gehr nach Zink und dieser daher im Preise gewichen. Nach Baumwollen⸗Manufaktur⸗Waaren war wenig Nachfrage. Die Fabrikanten entlassen daher viele Arbeiter, die jetzt noch durch Feld⸗Arbeit ihr Fortkommen finden. Leinwand, deren Absatz uͤber See, zumal bei der fortdauernden Blokade Mexiko's, und nach Polen wegen Strenge der Russischen Graͤnzsperre, aus⸗ nehmend stockt, kann jetzt gleichfalls nur wenig gefertigt werden. Der Baron von Cottwitz zu Nimptsch hat einen Versuch, die gemeine Brennnessel zu Gespinnst zu benutzen, gemacht, und es sind von den gewonnenen schoͤnen Garnen Proben der oͤko⸗ nomischen Section der vaterlaͤndischen Gesellschaft uͤbersandt worden. Die TuchFabrication erhaͤlt sich in thaͤtigem Gange, daher war Schafwolle fortdauernd gesucht und fand, wenn Zufuhr aus Polen stattfand, zu den bisherigen guten Preisen raschen Absatz. Obgleich die Kohlen Bergwerke stark betrieben werden, so laͤßt doch der gesteigerte Verbrauch Vor⸗ raͤthe nicht aufkommen. Minden, 27. Aug. Rhein⸗Weser⸗Eisenbahn. Nach dem, was uͤber die -e.. der am 18. Juni hier abgehaltenen dritten General⸗Versammlung der Actionaire (St. Ztg. Nr. 205) bekannt geworden, ist uͤber den Bauplan Fol⸗ gendes beschlossen: 1) Die Arbeiten werden sofort bei Minden (wo Alles dazu vorbereitet ist) begonnen und bis zur schiffba⸗ ren Lippe fortgesetzt; 2) die Arbeiten auf der Strecke zwischen Elberfeld und Witten werden so betrieben, daß mit Eroͤffnung des Tunnels auch diese Strecke in Betrieb gesetzt werden kaun; 3) die Arbeiten am Tunnel bei Linderhausen werden fortgesetzt; 4) die Strecke von Muͤlheim bis Deutz wird vollendet; 5) al⸗ les dieses mit steter Beschraͤnkung und unter Beruͤcksichtigung sowohl der vorhandenen als der zufließenden Geldmittel. Der Antrag, 10,000 Actien auf die Staats⸗Fonds zu uͤbernehmen, war schon fruͤher von des Koͤnigs Majestaͤt zuruͤckgewiesen wor⸗

Schles. Ztg.) Vermischte 9⸗9 3 Sohlesifchen Pro⸗

den. Den Interessenten, welche die ausgeschriebene erste Ac⸗

tien⸗Rate nicht eingezahlt hatten, war der Eintritt in die g. neral⸗Versammlung verweigert, denen, welche die Rate zug nach dem 1. Februar, aber bis zum 18. Juni gezahlt hatne die Conventionalstrafe erlassen worden. Mit der Elberfelder Eisenbahn⸗Gesellschaft soll eine Uebereinkunft weg Mitbenutzung dieser Bahn gegen Bahngeld, zu den Zwech der Rhein⸗Weser⸗Bahn abzuschließen gesucht werden.

Minden, 31. Aug. Pferdezucht. Der im Krei Wiedenbruͤck seit einer Reihe von Jahren bestehende Priva Verein zur Befoͤrderung und Veredelung der Pferdezucht he am 9ten d. M. eine Musterung der diesjaͤhrigen Fohlen ab halten und fuͤr die besten der vorgefuͤhrten 73 Fohlen 4 Pt. mien von ½ bis 1 Fr.d'or ertheilt.

Meteorologische Beobachtung.

Nachmittags Abends Nach einmalign 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung. 338,31““„Par. 337,76“„Par. 337,11„Par.] Quellwärme 7,40 8 +† 7,70 R. +† 17,6 °0 R. + 11,5 ° R. Flußwärme 13,20† + 6,90 R. + 8,3 ° R. + 7,7 0 R.] Bodenwärme 12,20 71 vCt. 40 vCt. 65 vCt. Ausdünstung 0,029, heiter. heiter. heiter. Niederschlag 0. SO. SW. SP. Waůrmewechsel h li SW. + 8,00. 337,79 Par.. +. 12,3 9 R.. +- 7,60 R.. 59 pCt. Sx

1838. 4. September. mmeeeeeeeeew—

Luftdruck Luftwärme.

Thaupunkt. Dunstsättigung

Morgens

Wolkenzug.. Tagesmittel:

Auswärtige Börsen.

Amsterdam, 31. August. 18* . Schuld 54 3/16. 5 % do. 101 ¾. Canz. M Passive 4 ¼. Ausg. Sch. —. Zinsl. Poln. —. Oesterr. Met. 1031½.

9. 38 LE11“ Niederl. wirkl. 24 1. 5 % Span. 19. Preuss. Präm.-Sch. —.

Antwerpen, Zinsl. 5 ¾4. Neue Anl. 18 ¾.

30. August. 8

Frankfurt a. M., 1. September. 5 % Met. 106 1 6. G. 4 % 100. G. 2 ⁄½ % 60- 59 ⅞. 25 „a. Br. Bank- Actien 1719. 1717. Partial. 0I 151. G. Loose zu 500 Fl. 125 1. 125 ½. Loose zu 100 Fl. 262. Preuss. Präm.-Sch. 662⅞. G. do. 4 % Anl. 103 ¼2. G. Poln. Loo 66 ½⁄. 663 ⅞. 5 % Span. Anl. 10 ⅛. 10. 2 ½2 % Holl. 527/⁄16. 58 Lisenbahn-Actien. St. Germain 8221⁄½. Br. Versailles rechte Ufer 745. Br. do. linkes Ufer 585. Br. Strafsburg-Basel 2. . Bordeaux-Teste —. Sambre-Meuse 437 ½. Br. Leipzig-Drasden 99. G. Köln-Aachen 102. Br. Comp.-Centrale 8 1 TINIeEEEFc segn üh . 1 Hamburg, 3. September. Bank-Actien 1427. 1425. Engl. Russ. 10871. 50% Port. ( 3 % —. Neue Anl. —.

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London, 31. August. ““

Belg. —. Neue Anl. 2 Passive †H fion. 54. 5 % 102 ½. 5 % Port. 390

Bras. 84. Columb. 25 ⁄½. X

Cons. 3 % 974. Ausg. Sch. 8 ½. 2 ½ % do. 3 % 23 ¼. Engl. Russ. —. 23 ½. Peru i8. Chili —. v“

PDParis, 30. August. 8G Rente 111. 15. 3 % 80. 70. 5 % Neap. 99. 5S. 50 Span. Rente 21. Passive à ½2. 3 % Portug. —. 11“ ü- 8 Wien, 31. August. 5 % Met. —. 4 % —. 3 ½% 81. 21½ % —⸗ Aectien 1245 ¼. Neue Anl. 63213⁄16

1 % —. B d

Koͤnigliche Schauspiele. 188

Donnerstag, 6. Sept. Im Schauspielhause: veeen b

Lustspiel in 4 Abth., vom Dr. C. Toͤpfer. (Dlle. Enghan Marie, als Gastrolle) Hierauf: Ein Ballet.

Koönigsstaͤdtisches Theater.

Donnerstag, 6. Sept. Der Dachdecker. Komische G. maͤlde in 5 Rahmen, frei nach dem Franzoͤsischen, von Angely. Vorher: Frau oder Schwester? Lustspiel in! A; nach dem Franzoͤsischen, von 4 Gempt.

Freitag, 7. Sept. Der Traum ein Leben. Mährchen in 4 Akten, von Franz 2* dirt.) (Herr Ludwig boͤwe, Regisseur des K. zu Wien: Rustan, als Gastrolle.)

Dramatss⸗ (Neu eih K. Hoftheuet

In Vertretung des Redacteurs: Wentztel. 8 Gedruckt bei A. W. Hahl

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Aus z u g. Mit Beziehung auf die den Straisundischen Zeitun⸗

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gen in extenso inserirten Proklamen vom heutigen

FTage werden auf den Antrag des Herrn Obersten,

Königl. Flügel⸗Adjutanten und Gesandten am Kasseler Hofe, Wilhelm Ulrich von Thun, alle und jede, welche

an die in Neu⸗Vorpommern belegenen Güter Schlem⸗

min, Eickhoff, Zornow, Neuenrost, Schlemminer An⸗

theils, und die von Thunsche Partikel in Ahrenshagen, so weit solche Lehngüter sind, als Agnaten, Gesammt⸗

händer oder Anwärter Ansprüche und Forderungen

haben, Behufs der Allodisication dieser Güter, hiermit

geladen, die von

solche, so wie etwanige Widersprüche gegen dem Extrahenten beabsichtigte Allodification der Güter, in einem der folgenden Termine: den 13. August, den 3. oder 24. September, Morgens 10 Uhr, vor dem Königl. Hofgericht anzumelden und zu beglau⸗ digen, bei Strafe des Ausschlusses und gänzlicher Ab⸗ weisung, womit durch den am 15. Oktober c. h. 10 zu publicirenden Präklusiv⸗Abschied verfahren werden wird. Datum Greifswald, den 5. Juli 1838. Königl. Preuß. Hofgericht von Pommern und Rügen. v. Möller, Praeses. 8

ü NRothwendiger Verkauf. Stadtgericht zu Berlin, den 21. Jnli 1838. Das in der * neuen Marktes belegene Grundstück, zur Kredit⸗Masse des Keorbmachermeisters Zoebisch gehörig und taxirt

Bekanntm achungen.

schofsstraße Nr. 12 an der Ecke des

zu 10,159 Thlr. 1 sgr. 3 pf., soll

am 9. April 1839, Vormittags 11 Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Taxe und Hypotheken⸗Schein sind in der Registratur einzusehen.

Die Londoner Union-Lebensversicherungs- Societät wird durch die Unterzeichneten zur ferneren Theil- nahme empfohlen. Schon ein Zeitraum von 22 Jah- ren ist verflossen, seit diese Societät ihren Wir- kungskreis in Deutschland eröffnete, und in dieser langen Periode hat sie vielfältige Beweise ibrer Reellität gegeben, sie gewährt ihren Interessenten vollkommene Sicherheit durch ibren garantirenden Fonds, schliefst dieselben von aller Verantwortlich. keit bei Verlusten aus und lässt gleichwohl Theil nehmen an dem Nutzen aus dem Geschäft, welcher alle 7 Jahr ermittelt wird, indem sie Zweicdrittheil des Ueberschusses den Versicherten zukommen läfst. Im Jahre 1841 wird wieder eine Dividende declarirt werden, und es ist zu bemerken, dafs nicht nur die bereits geschlossenen Versicherungen dazu concur. riren, sondern auch alle solche, welche von jetzt ab auf ganze Lebensdauer gemacht werden. Auch das Risiko der Seereisen und des Aufenthalts in fremden Klimaten kann bei dieser Societät ver- sichert werden. Anträge zu Vorsicherungen sind bei den Unterzeichneten zu machen, woselbst unent- geltlich Pläne verabfolgt werden. EE“ Berlin, im September 1838. 8 L Po EEWIET1““ ppe omp., bi. I.

ggenten der Londoner Union-Lebens- dri m —NVVorsicherungs-Societät. xeane2

Actien⸗Gesellschaft zum Auffinden von Steinkohlen im Kreise Schleusingen.

Die Actten⸗Zeichnung ist mit heute geschlossen, nach⸗ dem die planmäßig zu emittirenden 50 Actien à 500 Thaler gezeichnet sind.

Nach Art. 14 der in der General⸗Versammlung auaum 27. Juli c. berathenen und als Unterlage des gericht⸗-⸗

lich zu vollziehenden Societäts⸗Kontrakts genehmigten Punktationen werden daher die Herren Actionairs zu einer zweiten General⸗Versammlung im hiesigen Gast⸗ hofe zum Kaiser

am 4. Oktober d. J., Morgens 9 Uhr, ergebenst eingeladen und dabei bemerkt, daß sie, im Fall der Abwesenheit, durch ein Mitglied der Gesellschaft, welches mit einem an die Direction abzugebenden Voll⸗ machts⸗Mandat zu versehen ist, ihre Vertretung zu bewirken haben. 1“

Erfurt, den 1. September 1838. 88 Die Direction.

Schunmann. Frenzel. Henke. Krautheim.

.ge. . FPimaung. 8

Dampfschifffahrt auf der Donau. In den Monaten September und Oktober d. J. findet die Dampfschifffahrts⸗Verbindung zwischen Re⸗ gensburg und Linz an folgenden Tagen statt:

Abfahrt von Regensburg am 5., 9., 16., 23., 30. Sep⸗ tember, 7., 14., 21., 28. Oktober; Abfahrt von Linz am 1., 6., 11., 18., 25. Septbr.,

2., 9., 16., 23, 30. Oktober.

Die Dampfschiffe der K. K. Oesterr. Gesellschaft

übernehmen in Linz die Reisenden und Waaren Wien, Pesth, Konstantinopel ꝛc. Regensburg, im August 1838. Die Direction der Bayer.⸗Wuͤrttemberg. Pl Donau⸗Dampfschifffahrts⸗Gesellschaft.

8 Bekanntmachun

landschaftlich Polnischen Pfandbriefe. Wir übernehmen, Behufs der am 1. Oktober d. in Warschau zur Verloofung kommenden landschaft Polnischen Pfandbriefe, deren Anmeldung und ber sichtigen die uns darüber zugehenden Rummern⸗! gaben bis zum 15ten d. Mts. Berlin, den 3. September 1838. 8 Nathan, Gebert & Com⸗ Linden Nr. 13.

Literarische Anzeigen.

1 Anzeige. 1 Von den v. Kamptzschen Annalen der Prerz⸗ schen innern Staatsverwaltung ist jegu 2te Heft des Jahrgangs 1837 erschienen, welcht Abonnenien hierselbst in den 2 - lunden von 10—1 Uhr bei mir gefälligst in Em g. nehmen wollen. In den Provinzen wird da binnen 8— 14 Tagen zu erhalten seyn. Berlin, am 4. September f 8 srath

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sstehen mit den diesseitigen in direkter Verbindung und 8

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Amtliche Nachrichten. Kronik des Tages.

Se. Majestät der Koͤnig haben den bisherigen Land⸗ und Stadtgerichts⸗Direktor Goltdammer in Koͤslin zum Ober⸗Lan⸗ desgerichts⸗Rath bei dem Ober⸗Landesgerichte in Frankfurt a. d. O. zu ernennen geruht.

Angekommen: Se. Durchlaucht der Kaiserl. Russische General der Infanterie, General⸗Adjutant und Staats⸗Mini⸗ ster des Kaiserl. Hauses, Fuͤrst Wolkonsky, aus den Rhein⸗ Gegenden.

8Abgereist: Se. Excellenz der General der Infanterie, Gouverneur von Berlin und Praͤsident des Staats⸗Rathes, Frei⸗ herr von Muͤffling, nach dem Mecklenburgschen.

Der Koͤnigl. Schwedische Minister⸗Resident am Kaiserl. Tüͤrkischen Hofe, von Troil, nach Konstantinopel.

1

Auslanßd.

Franekreich. 1“ Paris, 1. Sept. Gestern machten die Kanonici des Ka⸗ pitels von St. Denys in den Tuilerieen ihre Aufwartung. Der Konig praͤsidirte Nachmittags in einem mehrstuͤndigen Tonseil und 19 Abends die Gesandten von Oesterreich, Preußen, Ruß⸗ land, England, Wuͤrttemberg, Spanien und den Vereinigten Staaten von Nord⸗Amerika bei sich. Der Koͤniglich Wuͤrt⸗ tembergische außerordentliche Gesandte und Bevollmaͤchtigte, General von Fleischmann, hat dem Koͤnige in einer besonderen Audienz ein Schreiben seines Souverains uͤberreicht, mit der Meldung von dem Ableben Sr. Hoheit des Herzogs Heinrich von Wuͤrttemberg. Der Hof legt deshalb auf 5 Tage Trauer an. Das neueste Buͤlletin uͤber die Gesundheit der Herzogin von Orleans und des Prinzen sagt in aller Kuͤrze, daß Beide sich wohl befinden.

Der Koͤnig hat in diesen Tagen ein Geschenk an die Koͤ⸗ nigin Victoria nach London gesendet. Es ist ein aͤußerst praͤch⸗ tig und kunstvoll gearbeiteter Schreibtisch. Die Koͤnigin soll ihn als ein Zeichen dankbarer Erinnerung fuͤr den Empfang ent⸗ gegen nehmen, welcher dem Herzog von Nemours bei seiner suͤngsten Anwesenheit zu London zu Theil geworden ist.

Gestern Abend ist der außerordentliche Gesandte Rußlands beim Hofe des Schachs in Persien (zu Teheran), Baron Alexander von Bode, zu Paris eingetroffen.

Graf Montalivet ist gestern nach seinem Gute Lagrange, im Departement des Cher, abgereist. Waͤhrend seiner Abwe⸗ böc⸗ uͤbernimmt der Conseils⸗Praͤsident das Portefeuille des nnern.

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Der mehrerwaͤhnte Prozeß des „Liberal du Nord“ ist in

sr Instanz vor dem Koͤniglichen Gerichtshof zu Douai zu unsten des Geschaͤftsfuͤhrers Herrn Delebecque und des Druk⸗ kers Herrn Dubois entschieden worden. Das Urtheil erster nstanz wird kassirt und der auf die Pressen und das uͤbrige

aterial der Druckerei gelegte Beschlag aufgehoben. Herr Odilon Barrot hatte fuͤr die Appellanten das Wort gefuͤhrt. Die Entscheidung wurde mit großer Freude aufgenommen und sol durch zin Banket und einen Ball gefeiert werden.

Die Zeitungen sind heute zum groͤßten Theile mit Akten⸗ stuͤcken uͤber den Brossardschen Prozeß angefuͤllt, der nun am 27sten v. M. zu Perpignan wirklich begonnen hat. General Brossard befand sich bereits drei Monate zu Oran, als Gene⸗ ral Bugeaud im April 1837 heruͤberkam und das Kommando uͤbernahm. Bis zum September aͤußerte sich Bugeaud in sei⸗ nen Berichten an den Kriegs⸗Minister mit großem Lobe uͤber den General. So schrieb er unterm 6. und 21. April: „Fuͤr die Verproviantirung von Tlemsen ist durch den Kontrakt, wel⸗ chen Brossard mit dem Juden Ben⸗Durand abgeschlossen hat, vortrefflich und so uͤberreichlich gesorgt, daß der Kommandant Ca⸗

vagnac ein Drittheil seiner Vorraͤthe an die aͤrmsten Einwohner von

Tlemsen uͤberlassen konnte. General Brossard hat uns dadurch einen

großen Dienst erwiesen. Bei dem furchtbar schlechten Wetter waͤre

unsere wenige Kavallerie und alles Lastvieh unserer Verbuͤnde⸗

ten aufgerieben worden, wenn wir die Lebensmittel aus der

Umgegend häͤtten beitreiben sollen.“ Unterm 25. Juni aber⸗

mals: „Dieser General scheint mir durch Talent, Charakter, durch seine speciellen Kenntnisse, seine gruͤndliche Einsicht in

das Kriegs⸗ und Verwaltungs⸗Wesen, durch seine an Huͤlfsmit⸗

tein unerschoͤpfliche Gewandheit vor allen zu der Mission geeig⸗ 1 net, den Frieden in dieser Provinz (Oran) aufrecht zu erhal⸗ ten und Handel und Ackerbau in Aufnahme zu bringen. Wenn mehrere unserer hoͤchsten Offiziere eine geringschaͤtzige Meinung von ihm hegen, so ist daran wohl sein leichtfertiges Reden schuld; ich finde jedoch, daß diese Leichtfertigkeit sich nicht auf sein Han⸗ deln erstreckt, sondern daß er unter allen Umstaͤnden uͤberlegt und konsequent zu Werke geht. Er befindet sich allerdings in mißlichen pecuniairen Verhaͤltnissen, allein ich traue seiner Eh⸗ renhaftigkeit und sehe darin kein Hinderniß, ihm einen wichti⸗ gen Posten anzuvertrauen. Ich erlaube mir, bemerklich ju machen, daß die Regierung aus allen Ruͤcksichten der der Gerechtigkeit, Klugheit und Moralitaͤt dafuͤr Sorge tragen muß, verdienten Männern eine ehrenvolle, ausreichende Existenz in sichern. Genuͤgt sie diesen gerechten Anspruͤchen, so darf sie um so strenger zigen diejenigen verfahren, die sich selbst bezahlt machen. 3ch in uͤberzeugt, daß General Brossard mich auf meinem Posten sehr wohl ersetzen wird.“ Unterm 2. Juli em⸗ pliehlt Bugeaud den General nochmals zum Kommando der Provinz Oran; er beruft sich auf Brossard's fruͤhere Dienste 8 -— bemerklich, daß derselbe seit 1830 Ban nicht beruͤcksich⸗ ht weeben sev. Der General⸗Gouverneur Vamrémont schreibt

Zeitungs⸗Nachrichten.

unterm 9. Juli 1837 an Bugeaud: „Auf Ihren Brief, worin vom General Brossard die Rede ist, kann ich nur bemerken,

daß ich diesen Offizier fast gar nicht kenne; ich erinnere mich

nur, daß mein Schwager, General Foy, der ihn waͤhrend der Spanischen Feldzuͤge eine Zeitlang zum Adjutanten hatte, sehr strenge und unguͤnstig uͤber seinen Charakter urtheilte. Da Sie mir in⸗ deß so viel Gutes von ihm sagen, so werde ich, wenn der Minister mich seinetwegen befragt, ihm nicht zuwider seyn.“ Im September wendet sich das Blatt auf einmal. Bugeaud erstattet am 6. Sep⸗ tember von Oran einen langen Bericht an den Kriegs⸗Minister; er gesteht, daß er sich vollkommen uüber Brossard getaͤuscht habe. „Nach Allem, was ich jetzt weiß, glaube ich, daß er zu Allem faͤhig ist, wobei er Geld gewinnen und seinen arg zerruͤtteten Vermoͤgens⸗Umstaͤnden aufhelfen kann; und doch wird ihm dies nie gelingen, da er den Weibern und aller Art der Verschwen⸗ dung ergeben ist. Er hat mit den beiden Schlachtvieh⸗Lieferan⸗ ten Ben⸗Durand und Puig unter einer Decke gesteckt und den Intendanten zu Oran (dieser selbst ist bei der Sache unschul⸗ dig) zu einem nachtheiligen Kontrakt halb uͤberredet, halb dafuͤr erhielt er von jenen Beiden ungefaͤhr 20,000 Fr. Dies brachte ich durch scharfes Zusetzen von Ben⸗Durand heraus. Durch ein Wort, welches ein Araber aus der naͤchsten Umgebung Abdel⸗Kader's fallen ließ, kam ich einem noch argeren Handel auf die Spur. Mir wurde naͤmlich be⸗ richtet, 19 der Unsrigen waͤren ein paar Tage vor dem Frie⸗ densschlusse an der Tafna gefangen genommen und zum Emir gefuͤhrt worden. Ich gebe einem juͤdischen Kaufmann, der nach

ascara ging, einen Brief an den Emir mit, worin ich die Leute zuruͤckfordere. Abdel⸗Kader befiehlt augenblicklich, sie frei 8 lassen. Einer von den Haͤuptlingen spricht: „Wie, Sultan,

u giebst ihnen ihre Gefangenen umsonst heraus? Hast Du doch die Deinigen theuer bezahlen muͤssen.“ Das Wort siel mir auf, ich ließ von allen Arabern in den Umgebungen des Emirs Er⸗ kundigungen einziehen. Die meisten sagen aus, eben die nach

Tlemsen geschafften Lebensmittel waͤren der Preis fuͤr die

Gefangenen gewesen. Der Emir selbst, bei all' seiner Verschwiegenheit, gab einem Ordonnanz⸗Offizier, dem Spahi⸗ Lieutenant Louis Allegro, ungefaͤhr das Naͤmliche zu ver⸗ stehen. Ich fragte Ben⸗Durand, was er von der Sache wisse, und er gestand unweigerlich: fuͤr die Lebensmittel waͤren dem Emir die Gefangenen herausgegeben worden, da derselbe sich aus religiosen Gruͤnden oder Vorwaͤnden geweigert habe, den Unglaͤubigen dergleichen fuͤr Geld zu verkaufen; die Summen, welche das Franzoͤsische Gouvernement zahlte, haͤtten er und Brossard unter sich getheilt; ihm, Ben⸗Durand, waͤre aber we⸗ nig uͤbrig geblieben, da er gar zu viel an die Leute des Emir habe abgeben muͤssen, welche zu dem Handel geholfen. Es be⸗ fand sich aber von den Gefangenen, die der Emir zuruͤckver⸗ langte, ein großer Theil zu Marseille. Brossard und Ben⸗ Durand stellten mir unaufhoͤrlich vor, wie wesentlich es den Friedensschluß erleichtern wuͤrde, wenn man dem Emir diese Leute zuruͤckgaͤbe. Ueberdies habe General Rapatel die Sache so gut wie ugesagt, als bei einer fruͤheren Gelegenheit der Emir so hoͤflich war, 0 Franzosen unentgeltlich freizugeben. Ich ließ mich uͤberreden und schrieb, man sollte die Gefangenen aus Marseille kommen lassen. Sie trafen gerade ein, als der Friede an der Tafna ge⸗ schlossen wurde, und ich gab dem General Befehl, sie sofort zu den Ihrigen zu senden. Am anderen Tage nahm ich zwar diese Ordre zuruͤck, weil es mir angemessener schien, die Her⸗ ausgabe in meiner Gegenwart geschehen zu lassen; aber sie wa⸗ ren schon fort. Mittags hatte Brossard sie empfangen und fruͤh am anderen Morgen, als kaum der Tag anbrach, wieder weggeschickt. So hat der General die Wuͤrde Frankreichs, seinen Fein⸗ den gegenuͤber, schwer kompromittirt; denn natuͤrlich glaubt der Emir, fuͤr die erkaufte Ruͤckgabe dieser Gefangenen keine Vergeltung schul⸗ dig zu seyn, und haͤt sich geweigert, die zum Sklavendienst weg⸗ gefuͤhrten Weiber und Kinder unserer Douairen herauszugeben.“ General Bugeaud traͤgt auf unverzuͤgliche Abberufung Bros⸗ sard's an, haäͤlt es uͤbrigens fuͤr seine Pflicht, die Regierung von etlichen weiteren vertraulichen Aussagen Ben⸗Durand's in Kenntniß zu setzen, welche allerdings, wofern sie mit der Wahr⸗ heit bestehen, den General noch viel schwerer als alles Obige graviren duͤrften. Unterm 21. September 1837 berichtet Gene⸗ ral Bugeaud an den Kriegs⸗Minister uͤber muͤndliche Explica⸗ tionen, welche er Tages zuvor mit Brossard gehabt hatte. Er gesteht, daß die ungluͤckliche, verzweifelte Lage des Generals ihn 816 habe. „Ich beschwöre Sie“, haͤtte Brossard unter

hraͤnen gerufen, „um der unschuldigen Meinigen willen, suͤrzen Sie mich nicht ins Verderben.“ Da der General die Absicht zu erkennen gab, sich mit einem ausfuͤhrlichen unumwun⸗ benen Bekenntniß und mit einer Darstellung seiner bedraͤng⸗ ten Lage, unmittelbar an die Gnade des Koͤnigs zu wenden, so ließ General Bugeaud sich sogar bewegen, ein Fuͤrwort fuͤr ihn beim Koͤnige einzulegen.

Minister uͤbergab, liegt den Akten ebenfalls bei; desgleichen die woͤrtlich aufgesetzte und von 2 Zeugen unterschriebene Unter⸗ redung, welche am 20. September zwischen Bugeaud und Bros⸗ sard stattgefunden. Aus der langwierigen Instruction haben sich nun vier Punkte der Anklage gegen den General ergeben: Erpressungen (concussion), Versuch zur Bestechung oͤffentlicher Beamten, unbefugte und strafbare Einmischung in fremde, mit dem militairischen Stande und Grade des Generals unvertraͤg⸗ liche Geschaͤfte, endlich sogar der Vorschlag eines Komplottes zu dem Zwecke, die Einwohner der Stadt und Provinz Oran gegen die Koͤnigliche Autoritaͤt unter Waffen zu rufen. Der Mare⸗ chal de Camp Tholorier praͤsidirt im Kriegsgericht; Major Robert von. 17ten Linien⸗Regiment ist Berichterstatter, die Vertheidi⸗ zung fuͤhrt Herr Boinvilliers aus Paris, unter Assistenz zweier dvokaten von Perpignan: Paris und Lafabregue. as ge⸗ woͤhnliche Sitzungs⸗Lokal des Kriegsgerichtes konnte fuͤr diese Verhandlung nicht zureichen; man hat daher die alte Kapelle auf dem 1„ 8 Zestun⸗ . die Sitzungen eingerichtet, Beneral Castellane hat die or r daß die

und ttte dacd kellane h er- dnung getroffen 898 88

S

Thore zur Citadelle dem Publikum geoͤffnet bleiben, so lange der Prozeß dauert. Dieser Donjon, vormals ein Palast der Aragonischen Koͤnige von Maäjorka, ist heute von den dreifachen Befestigungs⸗Linien der Citadelle eingeschlossen. Die Sitzung des Kriegsgerichts ist Montag den 27. August um 10 ½2 Uhr Vor⸗ mittags eroͤffnet werden. Im Chor der Kapelle, die ein altes Bauwerk aus dem 1ten Jahrhundert ist, nahm der Tisch mit den Sesseln fuͤr die Richter, die Stelle des Hochaltars ein. Zu Fuͤßen der

drei zum Chor hinanfuͤhrenden rothen Marmorstusen nehmen der Angeklagte und die Vertheidiger Platz.

. Der Raum dies⸗ seits des Gitters ist dem Publikum eingeraͤumt, zwei kleine Ka⸗ pellen zu beiden Seiten den Journalisten, eine anstoßende Beicht⸗ Kapelle fuͤr die Zeugen niederen Ranges, ein besonderes Ge⸗ mach fuͤr die hoͤheren Offiziere, desgleichen fuͤr General Bros⸗ sard und seine Familie. as Gericht besteht außer dem obge⸗ nannten Praͤsidenten aus den beiden Marechaux des Camps, Galz⸗Malvirade und de Bar, einem Obersten und einem Ba taillons⸗Chef von den leichten Truppen, einem Capitain vom Geniewesen und einem von den Chasseurs; Capi tain Vautrin, vom 15ten leichten Regiment, fungirt als Koͤnigl. Kommissarius. Zuerst werden die Ordonnanzen und Aktenstuͤcke verlesen, kraft welcher das Kriegs⸗Gericht konstituirt ist, darauf verliest der Grefsier Roland die Aktenstuͤcke der In⸗ struction, die schriftlichen Zeugen⸗Aussagen und die Protokolle der zu Paris, Algier, Oran u. s. w. niedergesetzten Verhoͤrs⸗ Kommissionen. Diese Verlesung waͤhrte 4 ½ Stunde, und zwar, nach dem Gebrauch der Kriegs⸗Gerichte, in Abwesenheit des Angeklagten. Darauf erscheint General Brossard in seiner Parade niform als Marechal de Camp und mit dem Offizier kreuz der Ehrenlegion angethan, jedoch ohne Degen. Seine Haltung ist ernst und ruhig, er gruͤßt die Richter und nimmt neben seinem Vertheidiger Platz. Der Präsident verliest die Anklagepunkte und . das Verhoͤr mit dem Angeklagten selbst. Die Art und Weise seiner Verhoͤr⸗Abnahme wird als ausgezeichnet geruͤhmt. Um 5 Uhr schloß die Sitzung, um des andern Tages um 10 Uhr wieder zu beginnen.

Mexikanischen Golf segelte, hat unterweges ihren Kommandan⸗ ten, den Fregatten⸗Capitain Launay⸗Onfray, verloren. In der Naͤhe von Gibraltar hatte das Fahrzeug 5 Tage lang mit con⸗ trairem Wind und Stroͤmungen zu kaͤmpfen. In der Nacht vom 7. zum 8. August befand sich der Capitain auf dem Hin⸗ terdeck, und untersuchte das Segelwerk, welches Schaden ge⸗ nommen hatte; auf einmal war er verschwunden. Eine halbe Stunde spaͤter zog ein Bootsmann den Leichnam des Ungluͤck⸗ lichen aus dem Wasser. Der Capitain war vollbluͤtig und dem Schwindel unterworfen, sein Gesicht am Tage zuvor roͤther als gewoͤhnlich. Fesegen also ist er in einem Anfalle des Schwindels uͤber Bord gestuͤrzt. Am 8ten fruͤh warf die Kor⸗ vette auf der Rhede von Gibraltar Anker. Am 9ten wurde die Leiche des Capitains ans Land gebracht und mit militairi⸗ schen Ehren beigesetzt. Der Schiffs⸗Lieutenant Vidal hat das Kommando der „Fortune“ uͤbernommen, die ihren Weg nach Mexiko fortsetzt. (So wird aus Toulon vom 27sten nach Brie⸗ fen aus Gibraltar gemeldet. Die Erzäaͤhlung hat jedoch man⸗ ches Unwahrscheinliche.) 8.

Von Tunis unterm 10. August ist die Nachricht eingegan-⸗ gen, daß Admiral Stopford von seiner Regierung Befehl er⸗ halten hat, mit seinem Geschwader nach der Levante zu gehen.

Großbritanien und Irland.

London, 31. Aug. Waͤhrend die „Morning Chronicle“ ihre Polemik fortwaͤhrend nur gegen die Tories richtet, ver⸗ schont der „Courier“ auch die Minister nicht mit Vorwuͤrfen, die zwar immer mit vieler Delikatesse geschrieben sind, aber doch durch ihre häufige Wiederkehr dem Kabinet nicht sehr an⸗ genehm seyn koͤnnen, da sie eine Spaltung unter der Reform⸗ Partei, der Stuͤtze des Ministeriums, hervorzurufen drohen. Schwaͤche und Inkonsequenz ist es vorzuͤglich, was den Mini⸗ stern vom „Courier“ vorgeruͤckt wird; uͤberall, wo ein Ver⸗ gleich zwischen den Parteien stattgefunden habe, sey es immer das Ministerium gewesen, welches Opfer gebracht habe, nicht die Opposition, und nach Lord John Russell's letzten Aeußerun⸗ gen im Unterhause in Bezug auf das Resultat der Verhand⸗

Die Last⸗Korvette „Fortune“, welche von Toulon nach dem

lungen uͤber die Irländische Munizipal⸗Bill muͤsse man fuͤrch⸗ ten, daß die Annaͤherung oder, mit anderen Worten, die Nach⸗

Dieses Schreiben Bugeaud's an den Koͤnig, gleichfalls vom 21. September 1837, welches der Kriegs⸗

giebigkeit der Minister gegen die Konservativen noch entschiede ner hervortreten werde. Da die anderen migisteriellen Blätter zu diesen Bemerkungen ganz schweigen, so darf man wohl glau⸗ ben, daß die Majoritaͤt des Kabinets wirklich den Wunsch hegt, die begonnene konservativere Richtung weiter zu verfolgen.

Dem Vernehmen nach, wird sich der Marquis von Clan⸗ ricarde zu Anfang des Monats Oktober auf einem Linienschiffe nach seinem Gesandtschafts⸗Posten in St. Petersburg begeben.

Einer der Kaplaͤne der Koͤnigin, Dr. Hook, Vikar von Leeds, hielt am 17. Juni eine Predigt, in welcher er so lei⸗ denschaftlich gegen die katholische Kirche sprach und so viel po⸗ litische Themata, namentlich auch das Appropriations⸗Prinzip, in Anregung brachte, daß Ihre Majestaͤt sich veranlaßt gefun⸗ den hat, ihn von seiner Kaplan⸗Stelle zu entlassen. Die To⸗ ries in Leeds sind sehr unzufrieden uͤber diesen Schritt der Seges und wollen denselben dem Einflusse O'Connell's zu⸗ schreiben.

Die Times bringt jetzt fast taͤglich Artikel uͤber die aus⸗

waͤrtige Politik, die darauf berechnet sind, die beiden Minister Lord Palmerston und Lord Minto als zur Fuͤhrung des Staats⸗ ruders durchaus untuͤchtig darzustellen. Gestern richtete sie ihre Angriffe vorzuͤglich gegen den Letzteren, den See⸗Minister, in⸗ dem sie ihm vorwarf, daß er Englands Marine in den kläͤglich⸗ sten Zustand habe herabkommen lassen, waͤhrend die Seemacht Rußlands, Frankreichs und Aegyptens raschen Schrittes zu⸗ 8 nehme, und daß er selbst durch das Verfahren an der Spani⸗ schen Kaste anderen Maͤchten ein schlimmes Beispiel hinsichtlich er Anordnung von Blokaden gegeben habe, so daß sich dieser

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