eurs, 5 leichte Feldstuͤcke, das Tuͤrkische Schuͤtzen⸗Bataillon und 100 Spahi's. Wir wollen Tribute einfordern, und den Stam⸗ men der Haracta, Anemscha, Sahari u. a m. Muth machen, die nur 8 auf unser Kommen warten, um dem Achmet Beyabzusagen. Derselbe hat sich tiefer in die Wuͤste gezogen, erfaͤhrt von den Eingebo⸗ reenen manche Feindseligkeit; er wuͤrde, sagen die Ueberlaufer, 2 Herzen gern auf Konstantine verzichten und in Franzoͤsi⸗ schen Kriegsdienst treten. — Auf die Kunde von unserer Expe⸗ ddition sehen wir Abgesandte von fast allen Staͤmmen der Nach⸗ barschaft, die Kard's an der Spitze, zur Stadt geritten kom⸗ men; alle wollen uns Mannschaft stellen. Fuͤr den Nothfall kanen wir in Zeit weniger Tage 5 bis 6000 Arabische Reiter aaufbieten. Indeß liegt uns fuͤr jetzt mehr daran, diese Kriegs⸗ lust zu daͤmpfen, als sie zu benutzen. Diese verwegenen, wil⸗ den, beutelustigen Gesellen taugen fuͤr unser Werk nicht zu Ge⸗ e — Auf die Eskorte des Couriers, der am 1. Septem⸗ er von hier nach Bona abging, wurde Nachts aus einem Douar gefeuert, und am Morgen vermißte man zwei Maul⸗ thiere mit ihrer Ladung. Zwei Tage darauf wurden dieselben unversehrt im Lager zu Sidi⸗Tamtam abgeliefert. Es war in jener Nacht von beiden Seiten ein falscher Allarm gewesen. Das Douar bestand aus lauter Marabouts und deren frommen Anhaͤngern; aus ihrer andaͤchtigen Meditation aufgestoͤrt, war⸗ fen sie sich auf ihre Pferde und feuerten, in der Meinung, sie haͤtten es mit Raͤubern zu thun. Unsere Spahi's waren der⸗ selben Meinung und feuerten gleichfalls. Die frommen Maͤn⸗ ner sind jetzt unsere besten Freunde. — Sobald die Militair⸗ Straße nach Stora fertig ist, wird unsere ganze Communication mit der See und mit Algier diesen neuen Weg nehmen und dadurch bedeutend abgekuͤrzt werden; denn nach Bona sind uͤber 40, nach Stora nur 20 Lieues, und uͤberdies liegt Stora naͤher zu Algier als Bona. Die erste Etappe, 7 Lieues von hier, bil⸗ det der Lager⸗Posten am Qued⸗Semendu; die zweite, 7 Lieues von Stora, das neue verschanzte Lager am Qued⸗Cassaf, an welchem thaͤtigst gearbeitet wird; dazwischen fuͤhrt die Straße 6 Lieues uͤber einen Bergruͤcken, wo Kabaylen hausen. Von Aued⸗Safsaf soll dann die neue Straße nach Bona abgehen und von Westen her, an dem See Fezzara voruͤber, uͤber die Bruͤcke von Hippo zur Stadt einlaufen. Alle Posten
auf der alten Linie zwischen hier und Bona werden geraͤumt;
nur Guelma behalten wir inne. Das Lager von Oued⸗Sassaf ist ein sehr wohlgelegener Posten; die Gegend traͤgt Holz; der Fluß ist im Winter so breit wie die Loire; im Sommer versiegt er zwar, allein eine reichliche Quelle ist ganz in der Naͤhe. Hier werden wir es mit den Kabaylen zu thun bekommen. Sie sind
keine Nomaden, auch keine Reiter; sie wohnen nicht unter Zel⸗
ten, sondern bauen sich Huͤtten und ziehen Hecken um ihre Fel⸗
der. Sie sind viel scheuer und widerspenstiger als die Araber;
wenn aber ihren Wohnungen und Feldern kein Schade geschiehr und wenn sie bei unseren Lagern einen Markt faͤr ihre Pro⸗
dukte finden, so werden sie sich schon mit uns vertragen lernen.
Der Scheikh eines Kabaylenstammes hat bei weitem nicht die
Autorität eines Arabischen. Wenn er auch nach Konstantine
gekommen ist, fuͤr sich und seine Stammesgenossen Freundschaft
und Gehorsam gelobt und vom Gouverneur den Burnu empfan⸗
gen hat, so bleiben doch immer Viele, die danach nicht fragen
und so zu sagen in Privat⸗Feindschaft gegen uns verharren.
Man müͤßte ihre Marabouts zu Freunden gewinnen; denn diese
besitzen einen Alles uͤberwiegenden Einfluß. Einem der angese⸗
hensten, Ben⸗Hadschar, hat der Gouverneur ein Stuͤck Land
zum Unterhalt angewiesen; dofuͤr will der heilige Mann her⸗
kommen und seinen Segen uͤber ihn sprechen. Auch der Bru⸗
der des Ben⸗Aisscha, vormaliger Kadi hierselbst, jetzt bei den
Kabaylen im, Rufe eines Heiligen lebend, scheint zuruͤckkehren
und unseren Schutz suchen zu wollen. — Die Staͤmme der
Aracta und Amer⸗Scheraya, die eine Zeitlang unsere Landver⸗
bindung mit Algier beunruhigten, haben kuͤrzlich um Frieden
gebeten, da der Gouverneur Anstalten traf, ihr Gebiet von zwei
maͤchtigeren Stämmen besetzen zu lassen. Tagtaͤglich stellen sich
neue Douars unter den Schutz unserer Truppen zu Sidi Tam⸗
tam; es ist, als saͤhen sie den Franzoͤsischen Kommandanten fuͤr
ihren Kadi an, — so belagern sie sein Zelt, er muß sie anhoͤ⸗
ren und ihre Streitigkeiten schlichten. Offenbar finden sie gro⸗
ßes Gefallen an dieser prompten und unentgeltlichen Justiz. —
Die Grundstuͤcke um Konstantine, von welchen vormals der Bei
die Einkuͤnfte zog, werden nach und nach oͤffentlich versteigert
und groͤßtentheils von Einwohnern der Stadt zu einem be⸗
traͤchtlich hoͤheren Zins erstanden, als man dem Bei zu zahlen
pflegte. Beweises genug, daß sie an die Dauer unserer Herr⸗
schaft glauben.“
Boͤrse vom 24sten. Die Boͤrse ist in den letzten Tagen bei weitem beruhigter gewesen. Das Fonds⸗Geschaͤft ist traͤge. Das Sinken der 5proc. Rente auf 109. 15. wird der besorgli⸗ chen Wendung der Schweizer Angelegenheiten zugeschrieben. Spanische Rente weicht auf 19 ½ in Folge der telegraphischen Nachricht von dem Treffen, welches Alaix verloren. Der Baisse in den Eisenbahn⸗Actien ist Einhalt gethan, doch bleibt ihr Cours fortwährend sehr schwach und unsicher.
Der Toulonnais vom l9ten stellt folgende Berechnung uͤber die Franzoͤsischen Streitkraͤfte an, die sich nach und nach in den Mexikanischen Gewaͤssern unter dem Kommando des Admiral Baudin sammeln werden: Von fruͤher her befinden sich dort 2 Fregatten, „Herminia“ und „Iphigenia“, und 7 Briggs und kleine Fahrzeuge, „Alcibiades“, „Eclipse“, „Du⸗ nois”, „la Peyrouse“, „Dupetit Thouars“, „Voltigeur“ und „Badine“. Dort eingetroffen muͤssen seyn die Korvetten „Perle“ und „Fortune“. Admiral Baudin ist unterweges mit 3 Fre⸗ gatten, 1 Korvette und 1 Brigg. (Siehe die gestrige St. Zta.) 2 Bombarden, 1 Brigg („Zebra“) und 1 Korvette („Caravane’“0 sind zum IIten von Toulon ausgelaufen; 2 andere Bombarden sollen nachfolgen. 2 Dampfboͤte begleiten den Admiral Bau⸗ din; 2 andere mit der Brigg „Bisson“ sollen naͤchstens von Brest abgehen. Ohne Zweifel werden der Escadre noch andere Transport⸗Fahrzeuge zu Gebote gestellt werden. In Summa werden gegen Ende Oktober 27 Kriegs⸗Fahrzeuge zum Angriff auf Veracruz und St. Juan d''Ulloa vereinigt seyn.
1 1““ 1““ SGSroßbritanien und Irland.
London, 22. Sept. Die vor einiger Zeit von den hiesi⸗ gen Blaͤttern gegebene Nachricht, daß der Fuͤrst Esterhazy nach Paris abgereist sey, war irrig; der Botschafter wird erst noch den Doncasterschen Pferde⸗Rennen beiwohnen und sich dann in Sns seines Sohnes nach der Franzoͤsischen Hauptstadt begeben.
Durch einen Geheimeraths⸗Beschluß vom 5. Juli d. J. ist der Ober⸗Richter von Neufundland, Herr Boulton, auf ein Gesuch der dortigen gesetzgebenden Versammlung von seinem Posten entfernt worden. Es wird zwar in diesem Beschlusse
Denkmal zur Erinnerung an die im September 1830 Gefallenen
ren Mauern zu sehen. b abgestiegen, vor welchem eine Compagnie der hiesigen Garnison aufgestellt, auch ein doppelter Wach⸗Posten zuruͤckgelassen war, und wo der Großfuͤrst von den Behoͤrden der Stadt, dem Of⸗ fizier⸗Corps der hiesigen Garnison (in 2 Schuͤtzen⸗Bataillons bestehend) und dem Kaiserl. Russischen Staatsrath, Gene⸗ ral⸗Konsul Kiel, so wie von mehreren angesehenen Fremden em⸗ pfangen wurde. Se. Kaiserl. Hoheit haben im Laufe des Nach⸗ mittags mehrere Sehenswuͤrdigkeiten der Stadt, unter andern
etwas langsamer gegossen, und der regelmäͤßige Botenwechsel, den die Patrioten der Graͤnze entlang eingerichtet hatten, soll
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geben worden, da man demselben kein schlechtes Motiv und kein absichtliches Abweichen von seiner Pflicht als Richter vor⸗ werfen könne, daß also der Ton der Bittschrift und die darin enthaltenen vngerechten Angriffe auf die Person des Herrn Boulton scharfen Tadel verdienten, doch wird dann mit Bedauern hinzugefuͤgt, doaß Letzterer in seinen Handlungen nicht mit der einem Ober⸗Richter geziemenden Discretion zu Werke gegan⸗ gen, sondern sich leider auch etwas von der gereizten Stim⸗ mung habe anstecken lassen, die unter den verschiedenen Par⸗ teien jener Kolonie herrsche; wiewohl nun diese Gereiztheit keinesweges auf seine richterlichen Entscheidungen selbst einen Einfluß ausgeuͤbt, so erscheine es doch unangemessen, ihn laͤnger auf dem Oberrichter⸗Posten von Neusundland zu belassen. Der Standard ist uͤber diesen Beschluß sehr aufgebracht, indem er darin dieselbe Nachgiebigkeit gegen eine den Britischen Interes⸗ sen feindliche Partei finden will, wie in der von dem jetzigen Ministerium in Bezug auf Irland und Nieder⸗Kanada befolg⸗ ten Politik. „Unsere Leser“, sagt dieses Blatt, „werden wissen, daß die kleine Kolonie Neufundland vor 5 oder 6 Jahren eine (neue Verfassung mit einer durch allgemeines Stimmrecht ge⸗ waͤhlten Repraͤsentativ⸗Versammlung erhielt. Die Waͤhler sind meistentheils Irlaͤndische Katholiken vom niedrigsten Stande, nicht Wenige darunter geflüchtete Bandmaͤnner. Die Folgen dieser Verfassung machten sich bald bemerklich. Die Richterbank wurde zuerst angegriffen, und zwar in der Person des Oberrichters Boulton, eines gelehrten und talentvollen Rechtsgelehrten und eben so redlichen und hochherzigen Mannes. Seine Anklaͤger waren der katho⸗ lische Bischof und die katholischen Geistlichen. Natuͤrlich trugen sie den Sieg davon, und ihr Opfer wurde von der Richterbank entfernt. Indeß mit seiner Entfernung hatten der Bischof und die Geistlichen noch nicht genug; sie ließen ein Tedeum singen und riefen in Gegenwart der Gattin des Ober⸗Richters, einer Katholikin, vom Altare uͤber ihn Verdammniß herab. Nachdem sie dies erreicht hatten, begannen sie einen Krieg gegen die Au⸗ toritat der Krone und die Unabhaͤngigkeit des gesetzgebenden Raths, und die Repraͤsentativ⸗Versammlung weigerte sich, Sub⸗ sidien zu bewilligen, wenn man die Verwendung derselben nicht ihren eigenen Beamten uͤberlassen wolle.“ Am Dienstage starb im 86sten Jahre seines Alters der Pair, Lord Carrington; ihm folgt in der Pairie sein einziger Sohn, Herr John Smith, gegenwaͤrtig 43 Jahr alt und libe⸗
raler Revpraͤsentant fuͤr High⸗Wycombe, wo demnach eine neue
Wahl vorgenommen werden muß. In einem aus New⸗ Orleans hier eingegangenen Blatte wird gemeidet, es sey aus Tampico die Nachricht dort einge⸗
gangen, daß die Blokade der Mextkanischen Haͤfen vermuthlich noch auf sechs Monat verlaͤngert werden duͤrfte.
Diese Nach⸗ richt klingt etwas seltsam, da man in einer solchen Angelegen⸗ heit, wo diplomatische Unterhandlungen jeden Tag eine andere
Wendung der Dinge herbeifuͤhren koͤnnen, nicht fuͤglich einen wahrscheinlichen Termin zu setzen im Stande ist. Auch bemerkt
der hiesige Globe, daß die Nachricht mit den in Paris ver⸗ breiteten Geruͤchten nicht uͤbereinstimme, denen zufolge man vielmehr nach den letzten der Franzoͤsischen Regierung zugegan⸗ genen Berichten einer baldigen Ausgleichung der Streitigkeiten
zwischen Frankreich und Mexiko entgegensah.
Niederlande.
Aus dem Haag, 23. Sept. Ein Beamter des auswaͤr⸗ tigen Departements ist gestern mit Depeschen nach London ab⸗ gereist. Wie es heißt, sind in den letzten Tagen wichtige De⸗
peschen von dort eingegangen, die eine schleunige Antwort er⸗
heischten.
Holläaͤndischen Blaͤttern zufolge, hat der Prinz Wil⸗
helm Friedrich Heinrich, dritter Sohn Sr. Koͤnigl. Hoheit des
Prinzen von Oranien, in der vorigen Woche vor vier Admira⸗
len sein Examen als erster Lieutenant zur See abgelegt und da⸗ bei glaͤnzende Be veise von seinen nautischen Kenntnissen gegeben.
Einem Schreiben aus Batavia zufolge, ist der Kaiser von China Willens, neue strenge Maßregeln gegen die Frem⸗ den anzuordnen, die sich des Handels wegen in Canton befin⸗ den. Die Englischen, Franzoͤsischen, Amerikanischen, Deutschen und Belgischen Kaufleute sollen sich auch bereits aus dieser
Stadt entfernt haben, und nur das Niederlaͤndische Etablissement
ist zuruͤckgeblieben, was man dem umsichtigen Verfahren des Niederlaͤndischen Konsuls beimessen will. 6
el gte.ä...
Bruͤssel, 23. Sept. Der Koͤnig und die K vorgestern Abend in Ostende angekommen.
Heute (Sonntag) ist der erste September⸗Festtag. Es fin⸗
det zur Feier desselben ein Wettrennen auf der Ebene von
Monplaisir und ein Konzert im Parke statt. Morgen soll das
oͤnigin sind
den.
G Deutschland. idsr — — Leipzig, 27. Sept. Heute Nachmittag 9⸗9en 2 Uhr hatte unsere Stadt das unerwartete Gluͤck, Se. Kaiser⸗ liche Hoheit den Großfuͤrsten Thronfolger von Rußland in ih⸗ Hoͤchstderselbe war im Hotel de Saxe
feierlich enthuͤllt wer
4
das Schloß Pleißenburg, so wie die Umgebungen Leipzigs in Augenschein genommen, und werden Morgen fruͤh 7 Uhr die Relse nach Muͤnchen und Italien weiter fortsetzen.
Hannover, 26. Sept. Se. Majestäat der Koͤnig sind heute nach Uelzen abgereist, um sich morgen nach Luͤneburg und von da zur Jagd nach der Goͤhrde zu begeben. 8
Schweiz. 18 88
Freiburg, 17. Sept. Der Staatsrath beschloß in seiner heutigen Sitzung mit neun gegen drei Stimmen, die von Mon⸗ nard und Rigaud als Mitgliedern der Tagsatzungs⸗Kommission vorgeschlagene Antwort auf die Franzoͤsische Note anzunehmen, und dieselbe, als allein mit der Ehre und Unabhaͤngigkeit des ees vertraͤglich, dem großen Rath zur Annahme zu empfehlen.
Fea Hier faͤngt — dem Vernehmen nach — der mi— litairische Eifer an sich abzukuͤhlen. Die Kugeln werden bereits
erklaͤrt, daß zu den Ausdrüͤcken, in denen jenes Gesuch abge⸗ faßt sey, kein Anlaß von Seiten des genannten Beamten ge⸗
es handle sich jenseit der Graͤnze nicht um bloße Knallschuͤsse,
wenigstens den Nutzen gehabt haben, daß sie einsehen gelernt,
sondern um bittern Ernst. Bereits wird die Garnison in bedeutend verstaͤrkt, und Truppen⸗Bewegungen gegen die Gray Forts finden statt. nh
— Der Zuͤrcher Constitutionnel theilt folgende 8 respondenz aus Genf mit: Als Nachtrag zu der von mehr Genfer Offizieren unterzeichneten Adresse an den großen des Kantons Thurgau nehme ich mir die Freiheit, Ihnen gendes zu melden: — Besagte Adresse ist ganz ins Wasser fallen; mehrere Offiziere wiesen sie zuruͤck mit dem auszkii lichen Bedeuten: Sie halten sie fuͤr gesetzwidrig, indem dh Miliz gehorchen, nicht aber berathschlagen soll; andere begnan ten sich, ihre Unterschrift und jede Mitwirkung zu verweigern⸗ so fiel denn die Sache von selbst. Im Publitum hoͤrt 88 von allen Seiten mißbilligende Stimmen, und man bedauen allgemein, daß hochstehende Offiziere durch diesen unbedachtg samen Schritt ein so gefaͤhrliches Beispiel gaben. d. Bern, 20 Sept. (Schweizer Bl.) Das ganze off zier⸗Corps des hier in Garnison befindlichen Auszaͤger e⸗ taillons, mit Ausnahme eines Einzigen, hat die Genfer Iare an den großen Rath von Thurgau unterschrieben. Auch dg Offiziere aus der Stadt Bern haben den gleichen Eifer gezeig sich dieser Adresse anzuschließen. Unter den Unterzeichnern te merkt man Namen, welche, obschon der Regierung abgeneig dennoch die Unabhaͤngigkeit der Schweiz handhaben wolle Man citirt einen Oberst, der 1831 wegen Eidverweigerung d missionirt worden war, ein Mann von der groͤßten militairischa Faͤhigkeit. Das Kriegs⸗Departement hat den Stand des Zeug hauses untersuchen lassen. Alles ist im vortrefflichsten Stant Zwei Millionen Patronen, 11,000 überzaͤhlige Flinten im besta Stande, und zwei vor drei Tagen angekommene Batteeien von sehr schoͤnen in Aarau gegossenen Kanonen sind zum Em⸗ pfang des Feindes bereit.
Der Regierungsrath hat am 19. September die Instruc tion in der Angelegenheit Louis Napoleon Bonaparte’s berv then. Saͤmmtliche 16 Mitglieder waren anwesend. Die Am⸗ traͤge des diplomatischen Departements wurden verlesen und discutirt. Die Discussion dauerte uͤber zwei Stunden; die lo⸗ stimmung ergab folgendes Resultat. Fuͤr die Ansicht Rigaudvt und Monnald's stimmten neun, naͤmlich: Neuhaus, Fetscherin von Jenner, Stockmar, J. Schneider, Geiser, Schneider von Nidau, Kasthofer und Langel. Fuͤr den Antrag der Gewih⸗ rung der Franzoͤsischen Forderung stimmten Schnell, Herrem⸗ schwand, Koch, Tscharner. Endlich fuͤr den Antrag der Majo, ritaͤt der Tagsatzungs⸗Kommission erklaͤrten sich Kohler, Jaggt und Leibundaut.
Die Schweizerische gemeinnuͤtzige Gesellschaft hielt am 9. September ihre erste Sitzung. Am Abend des 18ten wurden bereits viele Gaͤste aus Nah und Fern im Casino begruͤßt, und V beinahe aus jedem Schweigzerischen Gau erschien ein Vertreter. Die Sitzung wurde von Herrn von Tillier, als dier jaͤhrigen Praͤsidenten, mit einer Anrede eroͤffnet; dann zu den Verhand⸗ lungen geschritten. Um 2 Uhr versammelte sich die Geselsschaft im Casino zum einfachen Mahle.
Bern, 22. Sept. (Schweiz. Allg. Ztg.) Eine hier ein⸗ gegangene briefliche Mittheilung aus zuverlassiger Quelle ent⸗ haͤlt die Nachricht, Louis Napoleon sey bereits mit Paͤssen vers sehen, um nach England zu reisen. Dies waͤre ein sehr gluͤch liches Ereigniß. Wenn er fort ist, so wird die Kriegs⸗ Furie unserer Helden sich wohl zum Frieden wenden. Die Parn fuͤr Abweisung des Franzoͤsischen Begehrens duͤrfte im Großen Rath der Schnellischen, welche diesmal die gute Sache verthei digt, an Zahl sehr nahe kemmen. Der „Volksfreund“, der lange hinter dem Berge gehalten, hat, wie es scheint, Wind von den Herren Schnell und Stapfer in Paris, daß aus dem Spaß bitterer Ernst werden koͤnnte, und mahnt eindringlic zum Nachgeben.
hrere
Rat
₰
IAtalklien.
Turin, 20. Sept. Die hiesige Zeitung theilt heute in einem außerordentlichen Supplement die Nachricht mit, daß der Papst auf dringende Verwendung des Koͤniglich Sardinischtn Gesandten in Rom, am sten d. M. den Grafen von Savoypen, Umberto III., gestorben am 4. Maͤrz 1188, und den Erzbischof von Canterbury, Bonifaz von Savoyen, gestorben im Jahte 1270, seelig gesprochen und die bereits seit langerer Zeit beste⸗ hende Heiligen⸗Verehrung derselben bestaͤtigt habe.
Dasselbe Blatt theilt nach einem Briefe aus Tanger vom 18. August die Nachricht mit, daß der Kaiser von No rokko, auf die Anzeige von der Ermordung und Beraudung eines Muselmannes, welcher das Geld eines Sardinischen Ua⸗
dieser beiden Doͤrfer verurtheilt habe, dem Sardinier das ge⸗ raubte Geld bei Heller und Pfennig wiederzuerstatten.
Rom, 18. Sept. (Allg. Ztg.) Gestern hatte der Pays alle hier anwesenden Kardinaͤle in ein oͤffentliches Konsistorium versammelt, wo die neuen Eminenzen Sterckr und Fieschi, nachdem sie den vorgeschriebenen Eid abgelegt hatten, einge fuͤhrt wurden und den Kardinalshut erhielten. Nach den ge⸗ braͤuchlichen religioͤsen Feierlichkeiten wurde ein geheimes Kon⸗ sistorium gehalten, in welchem der Papst zu Anfang den beiden eingefuͤhrten Kardinaͤlen den Mund schloß und zu Ende der Versammlung wieder oͤffnete, durch welche Ceremonie sie erst Sitz und Stimme in dem Kardinals⸗Kollegium erlangen. In⸗ zwischen creirte der Papst neun Bischoͤfe und Erzbischoͤfe, wie sie hier namhaft folgen: 1) Monsignore Aloys Ant. Freiherr v. Schrenk, zum Erzbischof von Prag; 2) Mons. Gio. Marig Saggese, Erzbischof von Chieti, im Koͤnigreich beider Siecilten; 3) Mons. Gius. Maria de Arriaga, zum Bischof von Maynas, in Amerika; 4) Gio. Reymundez, Bischof von Guamanga, in Amerika; 5) Monsignore Eugenio Mendoza, Bischof von Cusco, in Suüd⸗Amerika; 6) Monsignore Cpifanio Maria Tur⸗ risi, in Palermo, Bischof von Flaviopoli; 7) Monsignore Jo seph Joachim Goldtmann, in Cujavien, Bischof von Caristo; 8) Monsignore Angelo Andrea Zottoli, in Acerno auf Ei⸗ cilten, Bischof von Anastasiopoli, und 9) Mons. Giorgio Gitk, zu Colocza in Ungarn, Bischof von Adraso. Die letzten vier Bisthuͤmer sind saͤmmtlich in partibus insdelium. Das Pallium erhielten die Erzbischoͤfe von Prag und Chieti. Zum Schluß ertheilte der Papst dem Kardinal Sterckrx den Titel von S. Bar⸗ tolomeo nell' Isola und dem Kardinal Fieschi den von S. Mari in Portico und uͤbergab beiden den Kardinals⸗Ring. — Wit wir hoͤren, wird der Erzbischof von Mecheln sich in einigen Tagen nach seiner Diöcese begeben, nachdem er hier sowohl vom Papst als vom gesammten Clerus mit der groͤßten Zuvor⸗ kommenheit und Auszeichnung aufgenommen worden. Dur Billets des Kardinal⸗Staats⸗Secretairs sind vom Papst mehrere Befoͤrderungen vorgenommen, wovon folgende die wichtigsten sind: Monsianore Luigi Vannicelli⸗Casoni ist wirklicher Gorer⸗
natore von Rom geworden; Mons. Massimo ist zum Prefetlo
den Sac
terthans von Siadma nach Sanalem brachte, die Bewohnt
ri Palazzt Aperstellei e Maggierdomo Sr. Heil. an die des Kardinals Fieschi getreten, und Mons. Massimo'e ines Maestro di Camera ist an Mons. Pallavicini uͤber Mons. Savelli ist zum Delegaten von Perugia ernannt.
Stelle
Posten e
tragen. Spanien.
Spanische Graͤnze. Der von dem General Espartero crlassene Tages⸗Befehl enthaͤlt folgende Bestimmungen: „Je der, der zur Armee gehoͤrt, welchen Ranges er auch sey, und der nach Bekanntmachung dieses Befehls desertirt, um zun Feinde uͤberzugehen, oder sich in seine Heimath oder nach irgen: enem anderen Orte zu begeben, wird nach seiner Verhaftung augenblicklich erschossen, ohne daß eine weitere Formalitat nd thig waͤre, als daß ein Kriegsgericht das Verbrechen feststelie Diese Bestimmung findet auch auf diejenigen Soldaten Anwen dung, die, nachdem sie zum Feinde desertirt sind, zu Kriegsg⸗ fangenen gemacht werden. Wer einen Deserteur verbirgt, vde die Soldaten zur Desertion auffordert, wird, ohne Ruͤcksicht au, Stand und Geschlecht, erschossen. Ergreifen dergleichen Perse nen die Flucht, so wird ihr Eigenthum konfiszirt und zum Be⸗ sen der Armee verwendet.’”* 1 8 Man schreibt aus Logroso, daß Espartero, ehe er seinen Ruückzug angetreten, die ungeheure Menge Faschinen und Schanz eͤrbe, welche zur Belagerung von Estella bestimmt waren, hab⸗ anzuͤnden lassen. Die Flammen ergriffen indeß die benachbar un Gehoͤlze und Weinberge und richteten bedeutenden Schaden an, so daß der Gouverneur von Viana mit der ganzen Gar nison ausruͤcken mußte, um dem Feuer Einhalt zu thun.
Der Gazette du Languedoc zufolge, sind die Karlisten unter Ros d'Eroles in Ober⸗ Aragonien eingefallen und haben sich der Stadt Venasque genaͤhert, deren Garnison sich in das Fort zuruͤckzog.
11“ 8 —— .
Konstantinopel, 6. Sept. (Journ. de Smyrne) SDesr Englische Botschafter hat am 2ten d. durch einen aus Persien ommenden Tartar Depeschen aus Tabris vom 17. August empfangen, welche Nachrichten aus dem Hauprquartier der Armee des Schachs vor Herat enthalten. Wie es scheint, hat die Demonstration des Herrn Macneill, so deutlich sie auch war, nicht ganz den Eindruck auf das Gemuͤth des Schach ge macht, den man wohl davon haͤtte erwarten koͤnnen, denn die⸗ ser Fuͤrst beharrt noch immer bei seinem Plane, sich Herats um jeden Preis zu bemaͤchtigen. Er hat schon einen Haupe⸗ sturm gegen diesen Platz versucht, aber vhne Ersolg, und is mit furchtbarem Verlust zuruͤckgeschlagen worden. Ein Polni scher Ober⸗Offizier im Dienste des Schachs, Herr Borowosti, ein Mann von viel Talent und Muth, ist bei diesem Angriff gefallen, — ein großer Verlust fuͤr die Persische Armee, der es besonders an unterrichteten und erfahrenen Offizieren fehle Diese Niederlage hatte indeß den Schach nicht etwa entmuthigt, sondern er schien im Gegentheil entschlossener als jemals, den Krieg mit Lebhaftigkeit fortzusetzen. Er traf alle Anstalten zu einem neuen Sturm, man faͤrchtete aber, daß es ihm damn eben so wenig gluͤcken moͤchte, wie mit dem ersten. Die Armee seidet Mangel an allen Beduͤrsnissen, und ihr Muth fängt merklich an zu sinken; in der letzten Zeit waren viel Deserti⸗ ungen vorgekommen. Die Verstaͤrkungen, die der Schach mit großer Ungeduld erwartete, trafen sehr langsam ein, und die jetzten Zufüuhren waren ganz unbedeutend gewesen. Durch den⸗ selben Tartar hat man auch erfahren, daß Herr Macneill in Te⸗ heran angekommen war, und daß er am 23. August zu Tabris erwartet wurde, von wo er sich gegen Ende des Monats mit der ganzen Englischen Gesandschaft nach der Tuͤrkischen Granze, man vermuthete nach Bajazid, begeben wollte. dem Vernehmen nach, neue Instructionen von seinem Hofe ab⸗ warten. Man wußte in Persien von der Ankunft eines Deta⸗ schements Englischer Truppen im Persischen Meerbusen, und diese Nachricht hatte große Sensation im Lande erregt. Mit dem Handel, wiewohl er sich nicht eben in einer glaͤnzenden Lage befand, ging es doch nicht ganz so schlecht, wie man nach den letzten Berichten und besonders bei dem jetzigen Zustande der politischen Angelegenheiten und der in allen Theilen von Persien dadurch erzeugten Unzufriedenheit fuͤrchten konnte.
Smyrna, 8. Sept. Der Kapudan Pascha hat vorgestern die Inseln von Vurla verlassen, um seine Fahrt nach Tschesme und Chios fortzusetzen. Die Ottomanische Fregatte „Gheivan“ langte an demselben Tage von Vurla hier an, um auf der hie⸗ sigen Rhede stationirt zu bleiben. Am Dienstag war in Vurla ein Theil von Sir Robert Stopford's Geschwader eingetroffen,
Dort wird er, 122 9im Re⸗ 1 zirke Koͤnigsberg, namentlich zu Heiligenbeil 1817, in Pr. Eylau
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allen Griechischen Journalisten zur Beherzigung empfohlen werden duͤrfte, naͤmlich das Enthalten von aller Persoͤnlich⸗ keit. — Auch in unserer Nachbarschaft, in Smyrna, hat sich ein neues Journal: „’'Echo de 'Orient“, aufgethan. Aber schon seine erste Nummer verraͤth eine solche Leiden⸗ schaftlichkeit gegen Griechenland und seine Regierung, daß das Publikum mit Recht mißtrauisch seyn darf gegen seine kuͤnsti⸗ gen Raisonnements uͤber dieses Thema. — Der Abschluß des Handels⸗Vertrages, den England und Frankreich schon seit laͤnger als einem Jahre mit der Pforte unterhandelten, hat bei der Hau⸗ delswelt in Smyra und Konstantinopel große Freude veran⸗ laßt. — Die Briefe, die wir mit der letzten Post aus Alexan⸗ drien erhielten, sagen uͤbereinstimmend, daß die Agenten der fremden Maͤchte den Unabhaͤngigkeits⸗Plänen des Pascha ener⸗ gisch entgegentreten. Wir lassen ununtersucht, ob diese Prote⸗ stationen von allen fremden Agenten ernstlich gemeint sind. Die Nil⸗Ueberschwemmung ist weit hinter der vorjaͤhrigen zuruͤckge⸗ blieben und hat einen solchen Getraide⸗Mangel erzeugt, daß der Pascha sich genoͤthigt sah, provisorisch den Einfuhr⸗Zoll des Ge⸗ traides aufzuheben. Mehr als 60 mit Getraide beladene Schiffe haben in Folge dieser Maßregel ihre Ladung in Alexandrien zu guten Preisen abgesetzt. Auch die Kasse des Pascha ist nicht
faͤhren; allein was ihm in der durch die Stäͤrke ihres Kalibers ersetzt.
im besten Zustande. Die Arsenal⸗Arbeiten werden nichtsdesto⸗ wenigere mit vielem Eifer fortgesetzt. Der Bau des zwoͤlften Linienschiffes hat bereits begonnen. II
8
Berlin, 29. Sept. Die vorgestrigen und gestrigen Vo⸗ stellungen im Koͤniglichen Opernhause wurden durch die Anwe⸗ senheit unseres Hofes mit seinen Allerhoͤchsten und Hoͤchsten
Gaͤsten glaͤnzend verherrlicht, wo am letzten Tage das neue met
praͤchtig als geschmackvoll. —
dem allgemeinsten Beifall oͤfters wiederholte Ballet „der Ser⸗ raͤuber“ von Taglioni, Musik von Gaͤhrich, gegeben wurde.
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Berlin, 28. Sept. — Kommunal⸗Landtage. — naͤchste Kommunal⸗Landtag der Kurmart wird zu Berlin der Kommunal⸗Landtag der Neumark zu Kuͤstrin am 15. vember eroͤffnet werden.
— Feuer⸗Societaͤt. — Bei der Kur⸗ und Neumaͤrki⸗ schen Staͤdte-Feuer⸗Societaͤt hat im Jahre 1837 die Einnahme an Beitraͤgen zweier Ausschreiben vom 25. Januar und 28. Jult,
und zwar des ersten von 4 bis 8 Sgr., des letzten von 3 ½⁄ bis 62 Sgr. vom Hundert, 135,426. Rthlr. und die Ausgabe fuͤr liquidirte Feuerschaͤden 131,575 Rthlr. betragen. Die Rechnung schloß mit einem Bestande von 29,172 Rthlr.
Koͤnigsberg, 23. Sept. — Navigations⸗Schule. — In den letzten sechs Jahren haben 436 Schuͤler die Naviga⸗ tions⸗Schule in Pillau und Memel besucht, von denen bis zum 29. Juni d. J. 249, und zwar 88 als Seeschiffs⸗Fuͤhrer und löl als Steuerleute ausgebildet entlassen wurden.
— Landwirthschaftlicher Verein. — Ungeachtet des groͤßen noch immer vorherrschenden Uebergewichts der land— wirthschaftlichen uͤber die gewerbliche Thaͤtigkeit in der Provinz Preußen hat es bis auf dieses Jahr nicht gelingen wollen, Feinen groͤßeren sich uͤber die ganze Provinz verbreitenden land⸗ wirthschaftlichen Verein zu Stande zu bringen. Zwar wurde bereits im Jahre 1789 eine physikalesch⸗oͤkonomische Gesellschafte in Mohrungen gestiftet; seit der im Jahre 1799 erfolgten Ver⸗ legung derselben nach Koͤnigsberg sind jedoch ihre oͤkonomi⸗ schen Zwecke immer mehr in Vergessenheit gerathen und ge⸗ genwaͤrtig betrachtet sie selbst sich nur noch als eine physikalische Gesellschaft, in welcher monatlich einmal Vortraͤge gehalten werden, welche dem groͤßeren Publikum zugaͤnglich sind. Die landwirthschaftlichen Gesellschaften, die sich im Regierungs⸗Be⸗
Fischhausen 1830 und zu Gil⸗ ufe dieses Jahres gebildet hat⸗ d zaͤhlen nur Mitglieder aus Es war daher ein zeit⸗
1824, zu Pr. Holland 1826, zu genburg und Bartenstein im La ten, erstrecken sich nicht weit und der Klasse der praktischen Landwirthe. ze gemäͤßer Gedanke, daß der Landrach von Bardeleben zu Fisch⸗ hausen am 15. Januar d. J. zu Koͤnigsberg eine Versammlung zur Bildung eines allgemeinen landwirthschaftlichen Vereins veranlaßte, in welcher gegen hundert Personen der verschieden⸗ sten Stande und unter ihnen auch der Wirkliche Geheime Rath und Ober⸗Praͤsident von Schoͤn und der Ober⸗Marschall des Koͤnigreichs Preußen und Dohna⸗Wundlacken erschienen und den Verein konstituirten. Schon in den ersten sechs Monaten seines Bestehens wuchs die Zahl der Mitglieder auf mehr denn 300 an. Die Wahl des ersten Direktors fiel auf Herrn Dr. Motherby auf Arnsberg. Nach
bestehend aus den Linienschiffen „Asia““, „Rodney“, „Pem⸗ brobe“ und „Minden“ und der Fregatte „Bellerophon“.
„Prinzeß Charlotte“, das Flaggenschiff dieses Admirals, und
die Brigg „Wasp“ sollen in den Gewaͤssern von Tenedos ge⸗ sehen worden seyn.
Griechenland.
Athen, 12. Sept. ( wenigen Tagen eine Reise nach Rumelien unternehmen, von welcher er erst nach sechs Wochen wieder zuruͤckerwartet wird.
— Die Staats⸗Geschaͤfte gehen ihren regelmaͤßigen Gang. Nur die Berathungen uͤber das Budget konnten bis jetzt nicht zu
Ende gefuͤhrt werden, was fuͤr den Staats⸗Haushalt von dem wesentlichsten Nachtheil ist. Freilich ist es nun, nachdem das Verwaltungs⸗Jahr so weit vorgeruͤckt ist, vorzuziehen, die Ver⸗ oͤffentlichung des Jahres⸗Budgets gaͤnzlich zu unterlassen und das fuͤr das laufende Jahr beschlossene Budget wo moͤglich noch
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vor Ablauf des Jahres als fuͤr das naͤchste Jahr guͤltig zu pro⸗
damit doch wenigstens fuͤr dieses ein geregelter Staats⸗
mulgiren B — Man spricht hier von der Einfuͤhrung
Haushalt erzielt wird.
einer Feuer⸗Versicherungs⸗Anstalt durch die Riunione Adriatica di Sicurita in Triest. — Der Tarif der Franzoͤsischen Dampf⸗ die regelmäßige Fahrt nach dem Oriente machen,
schiffe, welche ist bedeutend ermaͤßigt worden. — Am 30. August kam der Rus⸗ sische Gesandte bei der Pforte, Herr von Butenieff, auf einem Oesterreichischen Dampfschiffe hier an und Tage seine Reise nach Konstantinopel empfing denselben aͤußerst gnaͤdig und dem Großkreuz des Erloͤser⸗Ordens. Zeitschrift: „ en“ ben ist Herr J. Philimon, waͤhrend des cretair des Fuͤrsten D. Ypsilanti. Herr Philimon ist bekannt als der Verfasser des geschichtlichen Versuches uͤber den Grie⸗ chischen Freundesbund (Hetäria) vor dem Ausbruche der Revo⸗ lution, und als Redacteur des „Xeöro;“, welcher zur Zeit der apodistria deren Administration gegen die Opposition vertrat. Noch jetzt gilt Herr Philimon fuͤr einen der eifrigsten Nap⸗ visten; seine Feder kennt man als eine gewandte und kraͤftige. er Prospektus des neuen Journals verspricht etwas, das
Der
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(Leipz. A. Z.) Der Koͤnig wird in V
setzte am folgenden Koͤnig
— Eine neue politische ist angekuͤndigt. Der Redacteur dersel⸗ Freiheitskampfes Se⸗
den Statuten ist der Zweck des Vereins: moͤglichste Verbreitung landwirthschaftlicher Kenntnisse und Kultur, so wie Aneignung alles dessen, was In⸗- und Ausland Nuͤtzliches fuͤr die Land⸗ wirthschaft liesert. — Schon das Kultur⸗Edikt vom 14. Sep⸗ tember 1811 §. 39. (G. S. 1811 Seite 309) erkennt die Wich⸗ tigkeit solcher Verbindungen besonders fuͤr Gegenden an, welche bisher zu entfernt von den Quellen der Belehrung standen. In letzterer Beziehung war der Verein fuͤr Preußen ein um so dringenderes Beduͤrfniß, als die Herbeischaffung, ja auch nur das Kennenlernen, neuer vortheilhafter Vieh⸗ und Kultur⸗ Arten hier große Schwierigkeiten hat, die dadurch am besten zu beseitigen sind, daß mehrere sachkundige und bemittelte Maͤn⸗ ner zu dem Ende zusammentreten und planmaͤßig darauf mit vereinten Kraͤften hinzuwirken suchen. Deshalb hat auch der Verein, auf eine Anfrage der hoͤheren Staats⸗Behoͤrden erklaͤrt: „daß ihm außer einigen Fonds vorzugsweise die Ueberlassung eines kleinen Landguts von Nutzen seyn wuͤrde, um daselbst eine Versuchs⸗Wirthschaft etabliren zu koͤnnen.“ Die eigenen Fonds des Vereins, durch die Beitcaͤge der Mitglieder gebildet, reichen zu diesem Zwecke nicht aus; indem diese groͤßtentheils durch die Herausgabe einer Zeitschrift und Anschaffung einer Bibliothek absorbirt werden. Die Herausgabe einer Zeitschrift, als Organ des Vereins, war aber um so weniger zu entbehren, als die zahlreichen Mitglieder desselben nicht allein in dem uͤber 407 Quadratmeilen großen Koͤnigsberger Regierungs⸗Bezirke, sondern in Litthauen und Westpreußen zerstreut wohnen, und so traten denn die „Verhandlungen des Vereins zur Befoͤrderung der Landwirthschaft zu Koͤnigsberg in Preußen“ in zwanglosen Heften ins Leben, fuͤr deren Redaction W. A. Kreysig gewon⸗ nen wurde, dessen Name in der landwirthschaftlichen Literatur genuͤgend bekannt ist. Diese Zeitschrift, wovon bereits zwei Hefte hierselbst erschienen sind, liefert nun nicht allein interes⸗ sante Original⸗Aufsaͤtze, sondern benutzt auch andere landwirth⸗ schaftliche Blaͤtter, welche zu diesem Behuf gehalten werden. Ein Mitglied des Vereins vertritt denselben in diesem Augen⸗ blick bei der Versammlung Deutscher Landwirthe zu Karlsruhe und laoͤßt von daher eine Bereicherung der begonnenen Modell⸗ und Instrumenten⸗Sammlung erwarten. Auch steht der Gesell⸗ schaft ein ausgedehnteres Feld noch dadurch bevor, daß der fuͤr
legt in den schoͤnsten Linien auf dem Wasser,
die hiesige Provinz bestehende Verein fuͤr Pferderennen und Thierschau den Wunsch an den Tag Pelegt hat, sie moͤge in der Folge das mehr fuͤr sie geeignete Geschaͤft der Thierschau
uͤbernehmen.
— — Swinemuͤnde, 26. Sept. — Kaiserl. Russisch Kriegsschiffe daselbst. — Das Bassin des Hafens von Swinemuͤnde bietet jetzt einen interessanten Anblick dar. — Es liegen in demselben dicht am Bohlwerk fuͤnf Kaiserl. Russische Kriegsschiffe: die beiden groͤßten Dampfschiffe dieser Marine, der „Bogatir“ und der „Herkules“, die Korvette „Navarin“, der Schooner „Dosch“ und der Lugger „Oranienbaum.“ Der „Bogatir“ hat seine erste Reise gemacht, die Maschine hat 280 — 300 Pferdekraft, und bei seiner Coͤnstruction sind die neuesten bewaͤhrten Erfindungen im Dampfmaschinen⸗ und Schiffbau mit Gluͤck angewandt worden. Er hat jetzt nur vier Kanonen und wird uͤberhaupt nicht mehr als sieben Kanonen Zahl der Stuͤcke abgeht, wird Das groͤßte fuͤr ihn bestimmte Geschuͤtz ist eine 120pfündige Bomben⸗Kanone, dann solgen zwei 84⸗ und vier 24pfuͤnder. Hieraus ergiebt sich die Schwere der Kugel des ersten Geschuͤtzes auf mehr als drei Centner, jedoch haben wegen Mangel an Zeit die Bettungen dieser Stuͤcke noch nicht eingerichtet werden koͤnnen. Komman⸗ dirt wird das Schiff durch den Capitain⸗Lieutenant Kretschetni⸗
koff, und besetzt ist es mit 14 Offizieren und 150 Mann. —
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Der „Herkule Capitain⸗Lieutenant Tirinoff, 24 Kanonen, 7 Offiziere und 150 Mann, hat eine Meschine von 240 — 250 Pferdekraft; die innere Einrichtung dieses Schiäffes, auf welchem die Kaiserliche Famtlie schon mehrere Reisen machte, ist eben so Die Korvette „Navarin“, Capi⸗ tain⸗Lieutenant Strukhoff, 22 Kanonen, 5 Offiziere und 154 Mann, gehoͤrte zur Aegyptischen Flotte und wurde nach der
Scchlacht ber Navarin auf der Hoͤhe von Alexandrien genom⸗
men. Sie ist eines der segeltuͤchtigsten Schiffe der Russischen Marine. — Der Schooner „Dosch“, Capitain⸗Lieutenant Po⸗ tuloff, hat 16 Kanonen, 3 Öffiziere und 74 Mann, und der Lugger „Oranienbaum“, Capitain⸗Lieutenant von Glasenapp lI., 12 Kanonen, 5 Offiziere und 79 Mann Besatzung. In dem letzteren Schiffe uͤberrascht die Eleganz der inneren Einrichtung und die Groͤße und Hoͤhe der Kajuͤten im Verhaͤltniß zu seinem aͤußeren Umfange. Alle diese Schiffe sind eben so reich ausge⸗ stattet als sauber gehalten, am meisten aber imponirt der „Bo⸗ gatir“, sowohl durch seine Groͤße als durch seine Formen; er und Spiegel und
Gallion sind eben so einfach als geschmackvoll verziert. Halle, 24. Sept. — Unterstuͤtzung. — Die Abgebrann⸗ ten zu Luͤderitz in der Altmark haben vo
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in des Koͤnigs Majestaͤt ein Gnaden⸗Geschenk von 500 Rthlrn. erhalten und sich aus der Nahe wie aus der Ferne der Uaterstuͤtzung und Huͤlfe zu erfreuen gehabt.
Koͤln, I11. Sept. — Arbeits⸗Anstalt. — In der Arbeits⸗ Anstalt zu Brauweiler befanden sich im Jahre 1837, 1198 Derinirte, von denen 478 erst im Laufe des Jahres eingebracht wurden, uͤberhaupt 46 weniger als 1836. Davon waren nicht ganz weiblichen Geschlechts, und 293 unter einem Alter von 16 Jahren, 854 kamen als Bettler und Landstreicher, 95 wegen Huͤlfslosigkeit, 51 wegen Unzucht, 177 als Verbrecher und Diebe und 21 wegen Umgehung der Polizei⸗Aufsicht in die Anstalt. Den Regierungs⸗Bezirken nach waren 400 aus dem von Koͤln, 388 von Duͤsseldorf, 243 von Aachen, 167 von Kobsenz,
Regierungs⸗Chef⸗Präsident Graf
den Religions⸗Verhaͤltnissen nach waren, außer 8 Juden, 167 evangelischer, die uͤbrigen katholischer Konfession. Unter den aufgenommenen 478 befanden sich 77 ruͤckfallige, 250 hatten keinen Unterricht genossen. Abgegangen sind 1837: Durch Entlassung 254, durch Tod 66, durch Emweichung 92, von welchen letzteren jedoch 84 wieder zur Anstalt zuruͤckge⸗ bracht wurden. Von den entlassenen 254 Haͤuslingen wur⸗ den 67 als Handwerker oder Dienstboten untergebracht; 55 gingen in die Heimath zu einem bestimmten Unterkommen zuruͤck, 132 zur Selbsternaͤhrung befaͤhigte wurden den betref⸗ fenden Gemeinden uͤberwiesen. Von 266 Beurlaubten wurden §S untergebracht, 147 kamen wieder zuruͤck, ohne ihren Zweck erreicht zu haben. Von den im Durchschnitt taͤglich vorhanden gewesenen 779 Haͤuslingen waren 205 arbeitsunfaͤhig, und nach Abzug der Religions⸗ und Schulstunden zu vollen Arbeitstagen zu beschaͤftigen 538; davon wurden beschaͤftigt: fuͤr Fremde ge⸗ gen Lohn 173 mit einem Arbeits⸗Verdienst von 1301 Rthlr., fuͤr das Haus selbst 365 mit einem Arbeits⸗Verdienst von 7484 Rthlr. Die Jahres⸗Einnahme der Anstalt belief sich auf 48,797 Rthlr., die Ausgabe auf 41,991 Rthlr., der Ueberschuß der er⸗ steren von 6806 Rthlr. wurde den betreffenden Regierungs⸗Ve⸗ zirken erstattet. Der Reserve Fonds der Anstalt betrug Ende 1837 58,633 Rthlr., der Bestand an Haͤuslingen 786 Indi⸗ viduen.
Trier, 24. Sept. (Trier. Ztg.) — Mosel⸗Dampf⸗ Schifffahrt. — Die Bereisung des Mosel⸗Flusses behufs vor⸗ zunehmender Rectification desselben fuͤr die Schifffahrt durch den Herrn Regierungs⸗ und Baurath Nobiling ist beendigt. Das Resultat in Beziehung auf die Befahrung der Mosel mit Dampfschiffen ist guͤnstig ausgefallen. Es ist nunmehr beschlos⸗ sen worden, in einer General⸗Versammlung, zu welcher der 3. Oktober bestimmt ist, denjenigen Herren Theilnehmern der projektirten Mosel⸗Dampfschifffahrt, welche fuͤr dieses Unterneh⸗ men unterzeichnet haben, die Resultate der Mosel⸗Besichtigung zur weiteren Berathung vorzulegen.
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Auf den Wunsch der Koͤnigl. Schwedischen und Norwegi⸗ schen Gesandtschaft beim hiesigen Hofe wird Nachstehendes zur oͤffentlichen Kenntniß gebracht:
„Die Gesandtschaft Sr. Majestaͤt des Koͤnigs von Schwe⸗ den und Norwegen in Berlin ist beauftragt, bekannt zu machen, daß auslaͤndische Reisende, um in Schweden und Norwegen zugelassen zu werden, an der Graͤnze Paͤsse vorzeigen muͤssen, die von einer Schwedisch⸗Norwegischen Mission visirt sind.
Berlin, 27. September 1838.”
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Wissenschaft, Kunst und Literatur.
Benjamin Franklin s Leben und ausgewoͤhlte Schristen, in einem Bande. Leipzig 1838.
Je seltener in den transatlantischen Staaten die wabrhaft gro⸗ ßen Männer sind, wo sie nur aleich exolischen Pflanzen svärlich aus der Masst auftanchen, um so nölbiger ist es, uͤber diese wenigen Al⸗ les zu sammeln, was sie detrifft und sie vorzugsweife charakterisirt. Es war daher gewiß ein glücklicher Gedanke, Benjamin Franflin'’'s Schriften auch dem größeren Publikum, das mit der Englischen Sprache nicht so vertraut ist, um sie im Original lesen zu können, in einer zeitgemäßen Auswahl vorzulegen. Franklin'e Lebens⸗Beschrei⸗ bung, mit der diese Sammlung beainnt, füdrt uns diesen echten Mann des Volks in seiner gauzen Eigenthümlichkeit vor Augen. Leider hat
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