wesentlichen Inhalt desselben. meinschaftlicher Uebereinkunft der Franzoͤsische
solle. zelner Artikel.
In der Mittheilung des Handels⸗Traktats Pforte und England, wie dieselbe von oͤffentlichen
der wichtige Zusatz fehlen, der diese Ausdehnung
auszudehnen, 3 sdehn Wunsche und der Verwendung der Englischen
angeblich von dem
Regierung abhaͤngig macht. Auch soll der besagte Traktat nicht
aus 8, sondern nur aus 7 Artikeln bestehen, dagegen aber noch zwei venen enthalten.
Das Band zwischen Frankreich und England scheint immer lockerer zu werden; in einem Schreiben aus Konstantinopel, welches die Morning Chronicle mittheilt, wird erzaͤhlt, Admiral Roussin habe, jedoch vergebens, darauf bestanden, es solle in dem neuen Handels⸗Traktat zwischen England und der
forte eine Bestimmung wegen Anerkennung der von Mehmed Ali in Aegypten und Syrien eingefuͤhrten Handels⸗Monopole aufgenommen werden, und in ihrem heutigen Blatte enthaͤlt dieselbe ministerielle Zeitung folgenden gegen die feindseligen Aeußerungen der Franzoͤsischen Presse gerichteten Artikel: „Nicht ohne einige Verwunderung haben wir bemerkt, wie ein Theil der Franzoͤsischen Blaͤtter, der noch datu mit der Regierung in Ver⸗ bindung zu stehen scheint, allen Ernstes die Fraße eröͤrterte, ob die Allianz mit England auch zweckmaͤßig sey. Und mit mehr als Verwunderung haben wir gesehen, wie ein Schriftsteller, der in Beziehungen zu der Franzoͤsischen Regierung steht, die Ar⸗ gumente fuͤr und gegen die Allianz mit England abwiegt und in die andere Schaale diejenigen fuͤr und gegen eine Allianz mit Rußland wirft. Mehr die Zeit, in welcher solche Meinun⸗ gen dargelegt werden, als diese Meinungen selbst, veranlassen uns, darauf . nehmen. die Absicht, auf eine einzugehen, da wir wissen, daß zwischen Frankreich und Rußland keine Allianz, wenigstens in diesem Zeitalter nicht, zur Reife gedeihen kann, die jenen Laͤndern selbst nuͤtzlich oder ihren Nachbarn schoͤdlichwerden koͤnnte. Unsere Ab sicht ist, ein einzelnes Argument her⸗ vorzuheben, dessen sich die Franzoͤsische Presse zubedienen pflegt. Der Hauptgrund, der, in Erwartung eines Konflikts zwischen Eng⸗ land und Rußland, gegen die Zweckmaͤßigkeit einer Allianz mit ersterem Staate vorgebracht wird, ist der ausnehmend Franzoͤ⸗ sische Grund, daß dadurch Frankreich die Nothwendigkeit auf⸗ erlegt wuͤrde, England in einem Kampfe um rein Englische In⸗ teressen zu unterstuͤtzen. Nun hat aber die Eitelkeit im Bunde mit der Selbstsucht niemals einen groͤßeren Irrthum begangen. Wir haben zu bestimmte Versicherungen, sowohl muͤndliche als thatsaͤchliche, daß weder das Blut noch das auf etwas Anderes als auf die Foͤrderung Franzoͤsischer Inter⸗ essen verwendet werden wird, als daß wir auch nur einen Augenblick annehmen koͤnnten, ein Britischer Staatsmann werde sich des Irrthums schuldig machen, auf Franzoͤsischen Beistand zu rechnen, wenn es gilt, rein Englische Inter⸗ essen zu foͤrdern. Sollte England in Streit gerathen, sey es mit einem großen Reiche oder mit einer kleineren Macht vierten oder fuͤnften Ranges, so wird es den Kampf ausfech⸗ ten, ohne die Großmuth Frankreichs zum Schutze fuͤr rein Englische Zwecke in Anspruch zu nehmen. Moͤgen unsere Nach⸗ banrn sich nicht beunruhigt fuͤhlen durch die Aussicht, daß die Allianz mit uns ihnen laͤstig werden koͤnne. Moͤgen sie sich ver⸗ sichert halten, daß, wenn Indien bedroht ist, Indien ohne die Häuͤlfe Frankreichs geschuͤtzt werden wird. Wollen wir uͤberdies aus der besonderen Aug zech Schluͤsse ziehen, mit welcher der Monarch Frankreichs bis jetzt es zu verhindern gewußt hat, daß seine Allianzen ihm laͤstig werden, so koͤnnen wir kaum ver⸗ muthen, daß sein Eifer fuͤr Englische Interessen ihn thaͤtigen Feindseligkeiten von Seiten Rußlands oder irgend einer ande⸗ ren großen Macht aussetzen koͤnnte.“ — Ueber den Zustand der Dinge im Orient liest man in der ministeriellen Morning Chronicle: „Es sind allerdings, wie die „Morning Post“ berichtete, Depeschen Lord Ponsonby's vom 13. Oktober dieser Tage hier eingegangen, aber sie theilten nur mit, daß die Russen mit großen Ruͤstungen im Schwarzen Meere beschaͤftigt seyen, und daß unsere Flotte nicht muͤßig war. Die näaͤhere Angabe, daß der Britische Admiral wirklich schon
den Befehl erhalten habe, die Dardanellen zu passiren, beruht auf keiner offiziellen Autoritaͤt; fruͤhere Nachrichten aber machen
sie allerdings glaublich. Was die Verhaͤltnisse in Asien anbe⸗ langt, so sind die Bestunterrichteten der Meinung, daß die Russen, sobald sie durch die raschen Maßregeln des General⸗ Gouverneurs von Indien mit Hinsicht auf Kabul ihre Plaͤne gaͤnzlich vereitelt finden, die Afghanen sich selbst uͤberlassen wer⸗ den. Die Russen wußten vermuthlich nicht, daß der General⸗ Gouverneur von Indien eine eigene Welt beherrscht, und daß sein System nothwendiger Weise von anderen Regeln geleitet seyn muß, wie die, welche die Regierung des Mutterlandes zu beobachten hat. Umringt von den schwachen, launischen Regie⸗ rungen des Osten, muß man natuͤrlich schnell handeln, und der Beherrscher Rußlands hat daher in seiner unumschrankten Macht keinen Vortheil uͤber den Gewalt⸗Inhaber in Indien. Die Schifffahrt auf dem Indus und die Mittel, auf Rund⸗ schit Ding zu wirken, die wir besitzen, wird die Einnahme von Kabul verhaͤltnißmaͤßig zu einer leichten Sache machen, und wenn die Afghanen einen so uͤberzeugenden Beweis von der Energie der Indischen Regierung erhalten, so werden sie wohl einsehen, wie vergeblich ihre Hoffnungen auf Rußland seyn maͤssen, und den von dort kommenden Vorschlaägen gewiß ihr Ohr verschließen. Uebrigens haben sich die Russen wohl noch nicht so weit mit den Afghanen eingelassen, daß sie nicht mehr zuruͤck koͤnnten.“
3 Die Texianische Regierung soll ihr Gesuch um Aufnahme der Republik Texas in die Union der Vereinigten Staaten förmlich zuruͤckgenommen haben. Die Indianer im Westen des Mississippi bedrohen Texas mit einem Angriff, und die Trup⸗
pen der Vereinigten Staaten scheinen sich dabei ganz neutral
verhalten zu sollen.
Belgten. 10. Nov. Die (kuͤrzlich erwaͤhnte) in Paris
1Sss se, 1828 86 EE1I11“
unter dem Titel „das letzte Protokoll““ uͤber die Belgische Re⸗ volucton erschienene Schrift ruͤhrt, wie hiesige Blaͤtter versichern, von dem ehemaligen Legations⸗Secretair der Belgischen Ge⸗ sandrschaft in London, Herrn Wallez, her, der jetzt wegen Schul⸗
den im Gefängnisse St. Pelagie in Paris eingesperrt seyn soll.
Schweden und Norwegen.
Siockholm, 6. Nov.
— e. Majestaͤt der Koͤnig haben
Secretair in Kirchen⸗Angelegenheiten, von Hart⸗
den
* 8 “
““
Der eine besagt, daß nach ge⸗ Text des Traktats von Seiten Oesterreichs als das Original betrachtet werden Der andere giebt Erklaͤrungen uͤber den Wortlaut ein⸗
wischen der lättern ge⸗ geben worden, soll beim 7ten Artikel, wo die Pforte sich bereit erklärt, die Vortheile des Traktats auch auf andere Staaten
h Auch haben wir gar nicht iskussion uͤber einen solchen Gegenstand
sich aneignen zu duͤrfen, sie sich stets eld Frankreichs
22bö
nets Secretair Ihre uͤbertragen.
Christiania, 5. Nov.
der freundschaftlichen Gesinnung gegen mich, ein mir von der⸗
und meiner Erinnerung stets nahen und theuren Stadt darstel⸗ lend. Bei Empfang dieses Beweises von Bergens Wohlwollen gab ich die Absicht zu erkennen, ihr mein Bild als Andenken von mir und meines Aufenthalts daselbst zu schenken. Da nun dieses Bild an seinen Bestimmungsort abgeht, wo es vermuth⸗ lich zugleich mit diesem Briefe eintreffen wird, gedenke ich mit Wohlgefallen aller Bande der Freundschaft, Ergebenheit und Theilnahme, die mich an das edle Norwegische Volk knuͤpfen, von welchem die Einwohner Bergens einen so achtbaren Theil ausmachen. Es gereicht mir zur theuren Pflicht, meinen Kindern diese Gefuͤhle einzuprägen, und indem ich auf diesem Bilde zugleich meinen
wollen, daß meine Liebe fuͤr Norwegen in die jungen Herzen meiner Sproͤßlinge verpflanzt ist. Ich benutze mit Freuden diesen Anlaß, um meine aufrichtigen Wuͤnsche fuͤr das Wohl der Stadt Bergen und ein bestaͤndiges Wohlergehen ihrer Ein⸗ wohner zu wiederholen.“ Das hierauf erfolgte Danksagungs⸗ Schreiben des Magistrats und der Stadt⸗Aeltesten lautet wie folgt: „Gnäͤdigster Kronprinz! Die Erinnerung an die Tage, an denen Ew. Koͤnigl. Hoheit vor fuͤnf Jahren die Stadt Ber⸗ gen mit Ihrer hohen Gegenwart beehrt, knuͤpft sich an so viele unvergeßliche Beweise Ihrer wohlwollenden Gesinnung gegen die Einwohner dieser Stadt, daß sie fuͤr uns niemals entschwinden kann. Einen neuen Beweis dieses Wohlwollens, welches die Erinnerung an jene Tage noch mehr verschoͤnert, haben Ew. Ksonigl. Hoheit dieser Stadt dadurch gegeben, daß Sie ihr das neulich erhaltene, in Composition und Ausfuͤhrung gleich aus⸗ gezeichnete Portrait geschenkt, wodurch sich Ew. Königl. Hoheit neue Anspruͤche auf den Dank und die Ergebenheit aller Ber⸗ genser erworben haben. Sowohl durch dieses seltene wahr⸗ haft Fuͤrstliche Geschenk, wie durch die gnaͤdige Mitthei⸗ lung, von welcher es begleitet war, empfindet die Stadt Ber⸗ gen das Gluͤck, in der Erinnerung Ew. Koͤnigl. Hoheit zu leben, ein Gut, welches zu verdienen, wie wir Ew. Koͤnigl. Hoheit sich uͤberzeugt zu halten ersuchen, die Einwohner dieser Stadt jedes Standes und Ranges sich stets zur Ehre, welches
um Stolz anrechnen wer⸗ den. Schon durch die Nachricht, dag dieses einem jedem Ber⸗ genser so theure Bild an seinen Bestimmungsort abgegangen sey, wurde die freudigste Erwartung geweckt. Wie sehr aber wurde diese uͤbertroffen, als das Bild heute durch mich, Stifts⸗ Amtmann Hagerup, im Beiseyn mehrerer Mitbuͤrger, der Stadt auf dem Rathhause uͤbergeben wurde, wo es aufgestellt ist und von dem unterzeichneten Magistrat und Aeltesten Namens der Stadt entgegengenommen wurde. Tief und lebhaft erkennen wir diese theure Gabe Ew. Koͤnigl. Hoheit an, doppelt theuer, weil sie sowohl Ihr eigenes als Ihres aͤltesten Prinzen treues Abbild wiedergiebt. Aber nur matt vermoͤgen wir im Namen saäͤmmtlicher Einwohner der Stadt die Gefuͤhle der Dankbarkeit und der Hingebung fuͤr die Person Ew. Koͤnigl. Hoheit zu aͤu⸗ ßern, welche aus den Herzen der Bergenser niemals schwinden
wird.“ 111““ “ 1““ 8*
1 Deutschla bdbddb. Muͤͤnchen, 10. Nov. (A. Z.) Dem Vernehmen nach 8 Herr Professor Goͤrres die auf ihn gefallene Wahl eines phorus abgelehnt. Die Koͤnigliche Regierung hat durch ein Umlaufsschreiben vom 13. Oktober den Behoͤrden der Pfalz aufs Nachdruͤcklichste eingeschaͤrft, darauf zu sehen, daß die Lehrer und Schulgehuͤl⸗
ö“
fen 1) die Wirthshaͤuser und Tanzboͤden und namentlich die
Kirmessen vermeiden, 2) daß kein Lehrer auf die Jagd gehe oder gar Jagden pachte, weil die Erfahrung gelehrt habe, daß aus solchen Jaͤgern nichts werde, 3) daß die Schullehrer sich einfach und ihrem Stande gemaͤß kleiden, am allerwenigsten aber sich in Backen⸗ und Halsbaͤrten zeigen, wie dieses Jahr vorgekommen sey. Wer dergleichen Abzeichen nicht ablege, sey ohne Weiteres zu suspendiren.
Erlangen, 7. Nov. (A. Z.) Unserer Universitaͤt drohte der schwere Verlust eines unserer ausgezeichnetsten Lehrer. Professor Dr. Olshausen, welcher vor vier Jahren von Koͤnigs⸗ berg hierher berufen worden war, hatte zu gleicher Zeit zwei hoͤchst ehrenvolle Vocationen nach Gießen und Kiel ehakten, und der Ruf an die letztere Universitaͤt, seine Vaterstadt, war unter solchen Verhaͤltnissen und Bedingungen erfolgt, daß es Professor Olshausen sehr schwer werden mußte, denselben abzu⸗ lehnen. Der akademische Senat hielt es fuͤr Pflicht, die Re⸗ ierung von dem drohenden Verluste in Kenntniß zu setzen.
n Folge dieser Anzeige hat Se. Majestät der Koͤnig dem Professor Olshausen durch den Minister des Innern den be⸗ sonderen Wunsch ausdruͤcken lassen, seine Wirksamkeit der hiesi⸗ gen Universitaͤt zu erhalten, und denselben in Anerkennnug sei⸗ ner großen Verdienste zum Geheimen Kirchenrath ernannt. Professor Olshausen glaubte diesem Wunsche seines Wonarchen entprechen zu muͤssen, und wird zur allgemeinen Freude hier bleiben. — Als besonders guͤnstig muͤssen wir auch die Berufung des Professors Dr. Stromeyer aus Hannover, an des fruͤh ver⸗ storbenen Jaͤgers Stelle, betrachten; er besindet sich bereits seit einigen Wochen hier, und hat die Direction der chirurgischen Klinik uͤbernommen. Die Leistungen dieses Mannes im Felde der operativen Orthopaͤdtk haben ihm bereits einen weit uͤber Deutschland hinausgehenden Ruf verschafft; besonders haben die glaͤnzenden Erfolge seiner Operations⸗Methode des Klumpfußes in England und Nord⸗Amerika große Anerkennung gefunden. Diese Methode ist um so interessanter, als sie, auf rein physiologischen Grundsaͤtzen beruhend, eines der sprechendsten Zeugnisse fuͤr den Werth der gegenwaͤrtigen Richtung der Physiologie und ihres Einflusses auf die praktische Medizin ist. Im Jahre 1836 kam ein Englischer Arzt und Lehrer der vergleichenden Anatomie, Dr. Little, von London nach Berlin, um sich von Dieffenbach seinen Klumpfuß heilen zu lassen; dieser schickte ihn mit einer Empfeh⸗ lung nach Hannover an Stromeyer; wenige Wochen nachher sprach Dr. Litile, geheilt von seiner Mißbildung, bei Dieffenbach wieder ein. Dieser glaͤnzende Erfolg machte einen solchen Ein⸗ druck auf den söoßen Operateur, daß er sogleich seine ausge⸗ dehnte Praxis benutzte, um Stromeyer's Verfahren zu pruͤfen. Im Sommer 1837 hatte Dieffenbach schon uͤber 140 Klump⸗
fuͤße operirt und fast alle geheilt. Lord Byron, Walter Scott
“ 11“ “ 1““ 1““ 8
mannsdorf, auf sein Ansuchen, von der provisorischen Verwal⸗ tung des Hof⸗Kanzler⸗Amtes entlassen und dieselbe dem Kabi⸗ Herr v. Hartmannsdorf wird dagegen einstweilen die Functionen des auf ein Jahr beurlaub⸗ ten Landes⸗Hauptmann von Calmar, Nordenanker, versehen.
Se. Koͤnigl. Hoheit der Kron⸗ prinz hat der Stadt Bergen sein Portrait zum Geschenk ge⸗ macht und selbiges mit folgendem Schreiben begleitet: „Nach meinem letzten Aufenthalt in Norwegen erhielt ich, als Beweis
selben zugeeignetes Gemaͤlde, eine Ansicht von dieser biederen
aͤltesten Sohne habe darstellen lassen, habe ich damit andeuten
und Fuͤrst Talleyrand hatten Klumpfuͤße und starben ungehe Astley Cooper, der größte Wundarzt Londons, äußerte sich gen Dr. Little, der nun Stromeyer's Verfahren nach Englan verpflanzte: „Lord Byron would have given half his fortune have been cured'“, und fuͤgte hinzu, daß er nichts mehr bekla als daß Dr. Stromeyer nicht um zehn oder zwanzig Jahre s her aufgetreten sey — „he woult hare spoiled Lord Byron 8 poet'.
18.n Leipzig, 12. Nov. Bei dem unausgesetzt schän sind die Fahrten auf der Eisenbahn von hier nas Nachern, Wurzen, Dahlen und Oschatz immer noch sehr sucht, so daß die woͤchentliche Einnahme nicht unbedeutend 8 und manchen Sonntag wohl eine Einnahme von 800 Rthla⸗ gemacht werden mag. Daß man sich hierbei nur auf Verm thungen verlassen muß, ist fuͤr die ganze Unternehmung nith gut, denn dieser Ruͤckhalt erregt unwillkuͤrlich Mißtrauen, unbegruͤndet es auch seyn mag. Allein bei dem Schwankge und Sinken der Eisenbahn⸗Actien (sie sind mit 89 ¾4 pCt. „ tirt und fuͤr 88 pCt. zu haben), bei dem baldigen Aufhemg der Einzahlungen (die I9te ist auf den 24. November, die 2 und letzte auf den 19. Januar 1839 angesetzt) und bei der ewißheit fester Einnahme von der Bahn, die immer hoͤchst u sicher bleibt, so lange das zweite Gleis nicht gelegt und Strecke der Magdeburg⸗Halle⸗Leipziger Bahn entgegen ni gebaut ist (es sind bereits 250,000 Rthlr. in Eisenbahn⸗Kass Anweisungen ausgegeben, und ist nur noch eine gleiche Sum uͤbrig), sollte alles Moͤgliche von dem Direktorium, von da
Aus chusse und von ähnlichen Instituten gethan werden, das Vertrauen neu zu beleben, zu erhalten und zu befoͤrdern. 1211171 nhn b A ö““ Wien, 10. Nov. Se. Majestaͤt der Kaiser haben ie S.nec. Unterthanen, Bruͤdern Ferdinand und Christaf rafen von Spiegel zum Diesenberg und Hauxleben, als sitzern der Herrschaft Wischenau in Maͤhren, das Incolat Boͤhmen, Maͤhren und Schlesien zu verleihen und zugleich is Aufnahme unter die Grafen des Oesterreichischen Kaiserstaan bewilligt.
— — Wien, 10. Nov. Die in diesen Tagen hier ei gegangene Nachricht von dem ploͤtzlichen Tode des wuͤrdig und um das Gemeinwohl Deutschlands wie seiner Vaterstia vielfach verdienten Buͤrgermeisters Thomas in Frankfurt a. J hat in den hiesigen hoͤheren Kreisen, in welchen die Wirksan keit dieses ausgezeichneten Staatsmannes gerechte Wuͤrdigum fand, allgemeines und lebhaftes Bedauern erregt.
Aus Venedig wird geschrieben, daß der Russische Boh schafter am Kaiserl. Oesterreichischen Hofe, Herr von Tatitschef in dieser Stadt angekommen und die noͤthigen Vorkehrunge zum Empfange des Großfuͤrsten Thronfolgers treffe. Der Prif beabsichtigt, bis Mitte Dezember in Venedig zu verweilen, dann den Rest des Winters in Rom und Neapel zuzubringa und im Fruͤhjahr Wien zu besuchen, um von hier aus die e reits in diesem Jahre beabsichtigte Reise nach England, Hw land u. s. f. anzutreten.
Herr van der Straaten⸗Ponthoz, in fruͤherer Zeit Seev tair der hiesigen Belgischen Gesandtschaft, und gegenwaͤrtig al Geschaͤftstraͤger Belgiens bei den Hoͤfen von Stockholm um Kopenhagen akkreditirt, ist mit Urlaub hier eingetroffen.
Gesandten an den Hoͤfen von Kassel und Braunschweig, Baro Hruby, hier ein. Laufbahn zu Berlin, Gesandter war. ger in Stuttgart, Mission und bereits im 36sten Jahre als Gesandten am Groß herzogl. Badenschen Hofe, ein Posten, den er spaͤter mit Kah sel und Braunschweig vertauschte. Als Sohn eines Advokatz in Praͤg und keiner vornehmen Familie angehoͤrend, verdankte Be ron Hruby seine rasche Carriere einzig seinen Kenntnissen un ausgezeichneter Dienstgewandtheit. Ueber die Wahl seinm Nachfolgers hat bisher noch nichts verlautet.
Gestern traf Graf Ficquelmont, Oesterreichischer Botschaft am Russischen Hofe, aus Italien hier ein; er wird bereik morgen seine Reise nach St. Petersburg fortsetzen. Seine Ge mahlin und seine Tochter bringen den Winter in Rom und Neapel zu.
Die letzte Triester Fahrpost ist bei Planina, der letzten Station im kuͤstenlaͤndischen Gebiete, hart an der Krainsche Graͤnze, von Raͤubern uͤberfallen und gepluͤndert worden. Dur Conducteur und der Postillon wurden hierbei schwer verwunde
Gestern fand im Kaͤrnthnerthor⸗Theater die erste Vorstah lung der eben angekommenen Franzoͤsischen Schauspieler⸗Gesel schaft unter Leitung des Herrn Doligny statt. Das Publikun war zahlreich versammelt und nahm die Leistungen des Hern Josse, welcher den Gamin de Paris spielte und hierbei sein Vor⸗ bild, Mr. Bouffé vom Gymnase, sehr gluͤcklich erreichte, mi großem Beifall auf. Dieser Gamin wird uns nach gerade meh, als noth thut, geboten. Neben dem echten Gamin, den m gestern uͤber die Bretter wandeln sahen, trieb schon lange da „Pariser Taugenichts“ sein Unwesen. Nun ist noch ein ande rer Halbbruder, „Julius, der Straßenjunge“, in einem der Vorstadt⸗Theater aufgetaucht. Dies beweist entweder, daß die dramatische Poesie in Deutschland mehr als je brach liegt, oden daß die vielfach angekuͤndigte Welt⸗Literatur sich bei uns zuers auf der Buͤhne, und zwar durch solche traurige Erscheinungen, manifestiren wolle. Wie anders koͤnnte man sich sonst erklaͤren, daß jener Gamin, der am Ende doch nur in seinem Zusammen, hange mit der Oertlichkeit von Paris verstanden werden kann,
als Fuͤrst Metternich (damals Graf) do
schung Gluͤck machte, und nun im zweiten oder dritten Jahre sich als gutes „Zug- und Kassen⸗Stuͤck“ auf den Brettern er⸗ haͤlt? Aber das Deutsche Schauspiel hat laͤngst jenen Stand'⸗ punkt verlassen, auf welchem es, so lange es ihn zu bewahren verstand, zu einem nicht unbedeutenden Antheile an der Erzie” hung und Bildung des oͤffentlichen Kunst⸗Urtheiles berufen war⸗ Die Zeiten sind voruͤber, wo die ausgezeichnetsten Getster Deutsch⸗ lands es nicht verschmaͤhten, das Theater einer ernsten Wuͤrdi⸗ gung zu unterziehen. Die Theater⸗Kritik besindet sich nicht meht in denselben Haͤnden, das Deutsche Schauspiel ist nicht mehr eine Schule des guten Geschmackes, und die Schauspieler tra⸗ gen, wenigstens die meisten, den Namen Kuͤnstler mehr als ein ererbtes Gut, denn weil ein gelaͤutertes Urtheil ihnen denselben zuzuerkennen geneigt seyn koͤnnte. Wir werden hierauf zuruͤck⸗ kommen. . 4 ““ b14“*“”“
28. “ Spanien. Sa .“ Madrid, 3. Nov. Dem Vernehmen nach, wird der Ge⸗ neral Narvaez einen viermonatlichen Urlaub nehmen, um nach Andalusien zu gehen und sich daselbst mit der Bildung der
S— 8
11“*“ “
Reserve⸗Armee zu beschaͤftigen.
tober die
mnehrere gefangene Karlisten erschießen zu lassen. In beugten die Beh Ddadurch r alle dort befindlichen Gefangenen schnell einschiffen ließen.
den Cortes, die am 8ten sich versammeln sollen, nicht unterstuͤtzt
war IJ
Gestern traf die Nachricht von dem Tode des Kaiserlichen Herr von Hruby begann die diplomatische
Bald nachher sahen wir ihn als Geschaͤftstrt hierauf zu Muͤnchen in außerordentliche
auf unseren Theatern in mehr oder minder verfehlter Verdeun
Der Marquis de las Amaril⸗ Brigade in Madrid zuruͤckbleiben.
In Alicante und Murcia haben sich am 28. und 29. Ok⸗ Vorfaͤlle in Valencia erneuert, die National⸗Miliz den Waffen und die Behoͤrden wurden gezwungen, artagena Auftritten dadurch vor, daß sie
as wird mit einer
griff zu
Behoͤrden ähnlichen
Man glaubt allgemein, daß das gegenwaͤrtige Kabinet von
“
werden wird. 8 1
Griechenland.
achrichten im Giornale del Lloyd austriaco zufolge,
x Majestaͤt die Koͤnigin von Griechenland am Bord
Uenischen Korvette „Amalie“ am 28. Oktober gluͤcklich in
wo sie Se. Majestaͤt der Koͤnig
—
der He disßslanohe angekommen,
bereits erwartete.
Brasilie . — — Rio⸗Janeiro, 22. Aug. Die Verhandlungen in den Kammern gehen in berselben Weise fort, wie sie ange⸗ angen haben; was das Ministerium haben will, geschieht un⸗ bedingt. Ich schilderte Ihnen in meinem letzten Schreiben den eftigen Kampf, der sich uͤber die Anwerbung fremder Truppen nisponnen hatte; nachdem die Andradas alle Kraft ihrer Be⸗ edsamkeit erschoͤpft hatten, beschloß die Kammer: „Die Re⸗ gierung wird ermaͤchtigt, den normalmaͤßigen Bestand des Heeres von 12,000 Mann unter dringenden Umstaͤnden auf 15,000 zu erhöhen, und zu diesem Zwecke, wenn es noͤthig ist, 3000 Fremde anzuwerben, und zwar nach ihrem eigenen Ermessen inzeln oder in formirten Corps, ihnen auch Laͤndereien nach volbbrachter Dienstzeit anzuweisen.“ Aber noch heftigere De⸗ hatten folgten uͤber den letzten Artikel des Gesetzes, wonach der Minister Befugniß fordert, jeden unfaͤhigen Offizier ohne Wei⸗ eres reformiven zu koͤnnen. Als diese Forderung gar zu aus⸗ chweifend gefunden wurde gab ihr der Minister eine mehr egale und unverfaͤngliche Fassung. „Das Gesetz vom Jahre 1790 wird auch auf die Offiziere ausgedehnt, welche weniger als 20 Jahre an Dienstzeit haben.“ Aber dieses Gesetz selbst von sehr strittiger Anwendung. Schon als der Minister die Entlassung des General Leitao durch dasselbe rechtfertigen wollte, erklärte A. C. Andrada: Er wolle nicht leugnen, daß der Buch⸗ abe des Gesetzes diese Anwendung gestatte; erwaͤge man aber, wie billig die Verhaͤltnisse, unter welchen das Gesetz gegeben worden, so zeige sich, daß es vielmehr den Zweck gehabt, den alten Offizieren ihren Anspruch auf Pension zu sichern. Es var beinahe unvermeidlich, daß es bei der Diskussion zu hoͤchst fatalen Persoͤnlichkeiten kam, denn der Minister, um seine For⸗ derung zu rechtfertigen, mußte sagen, daß das Offizier⸗Corps im Allgemeinen durchaus untauglich sey, und noch heftiger sprach dies sein Bruder Francisco Rego Barros aus; die Opposition dagegen berief sich auf das Urtheil alter Generale, die gleich⸗ fals in der Kammer sitzen, und natuͤrlich in ihren Aeußerun⸗ gen sehr vorsichtig waren. Montezuma erklaͤrte geradezu: Wie kann der Minister, der nichts weiter ist, als Ingenieur⸗Capi⸗ V tain, so kategorisch uͤber das Verdienst alter Generale urtheilen? Der Minister seinerseits fuͤhrte seine persoͤnliche Stellung als inen Beweis an, daß er nur des Landes Bestes wolle. Wenn morgen die Opposition an's Ruder koͤmmt, muß ich mir's gefallen lassen, verabschiedet zu werden! Am Ende siegte denn der Minister, als aber das Gesetz zur dritten Diskussion am, nahm er selbst den Paragraphen zuruͤck, und so war die choͤne Zeit ganz umsonst vergeudet und die Stimmung ohne Noth aufgeregt und verbittert worden. — Von jenen 12,000 Mann gehoͤren zehntausend zur Linie; zweitausend sind be immt fuͤr die Compagnieen von Rio doce, die pedestres und ligeiros, es ind dies alles leichte Truppen, die eigentlich nur in verschiede⸗ en Provinzen verschiedene Namen fuͤhren; ihr Geschaͤft in der Umgegend von Rio besteht hauptsaͤchlich in dem Aufsuchen der geflohenen Neger; sonst aber dienen sie meist in den Provinzen, o noch viele Ureinwohner herumziehen. Unwillkuͤrlich erinnert an sich der Zeit, wo die Lichtensteinschen Dragoner sich den Namen: „Seligmacher“ erwarben, wenn man hoͤrt, daß diese bedestres hauptsaͤchlich fuͤr die „cathequese dos Indios“ bestimmt seyen. Freilich ist damit nicht gerade vorzugsweise religioͤser Unterricht gemeint, sie sollen gleichsam Militair⸗Kolonieen bilden, die nothi⸗ genfalls die Pflanzungen vor den Einfaͤllen der Indianer schuͤtzen, onst aber durch allmaͤliges Vordringen in die Waͤlder die Kul⸗ ur ausbreiten und die Indianer an Ackerbau und feste Wohn⸗ itze gewoͤhnen. Aber das nimmt sich wohl auf dem Papiere ganz gut aus; wenn man aber die Wildheit der Ansiedler im Innern Suͤd⸗Amerika's kennt, aus denen doch jene Truppen gezogen sind, so laͤßt sich begreifen, daß in der That nichts ge⸗ chieht. Im Frieden gebraucht man die ligeiros um Straßen durch die Waͤlder zu machen, und greifen die Indianer an, so acht man gegen sie einen Vertilgungszug ganz in der alten
Weise. Immerhin ist ein solches Verhaͤltniß zwischen Brasilia-
ern und Suͤd⸗Amerikanischen Wilden eher zu entschuldigen, als
das Benehmen der Vereinigten Staaten gegen die dortigen In-
dianer. Wenn jene Truppenzahl nach unsern Begriffen in gar einem Verhaͤltniß zu der Groͤße des Landes steht, so ist zu bedenken, daß ihr noch die National⸗Garde beizuzaͤhlen ist,
nd bei den hiesigen Verhaͤltnissen muß auf diese viel mehr Sorgfalt gewendet werden; denn sie bietet gerade das einzige Mittel, auf jedem Punkte des ungeheuren Gebietes stets eine
schlagfertige Mannschaft zu haben. Nach dem Berichte des Justiz⸗Ministers, zu dessen Departement sie gehoͤrt, Reich 84gen Heürnig in 63 Legionen 130,937 Mann, und dabei sfehlen noch die Angaben von fuͤnf Provinzen. Allein meist exi⸗ sstirt sie zur auf dem Papiere; der Bericht von Vasconcellos klagt, daß es ihr fast durchgaͤngig an Waffen fehle, und daß die vorhandenen meist untauglich seyen. Und doch ist die oͤffentliche Sicherheit fast allein der National⸗Garde anvertraut, wenn Empoͤrungen, wie in Bahia und San Pedro, die 19. henden Truppen auf einen Punkt konzentriren; das Mi⸗ nisterium ließ sich sogar voriges Jahr ermaͤchtigen, einen Theil der National⸗Garde mobil zu machen, und hat auf diese Weise 2542 Mann detaschirt, meist zum Dienste in den Festun⸗
en, um uͤber die Linien⸗Truppen frei disponiren zu koͤnnen.
n Rio Janeiro hat die National⸗Garde, 6673 Mann
stark, den ganzen Garnisondienst zu versehen, und außerdem
noch bis Mitternacht die noͤthigen Patrouillen zu schicken, was nach Mitternacht die Permanentes — eine Art Gensdarmen — thun. Es ist leicht einzusehen, daß der Kommandant der Na⸗ tional⸗Garde seine ganze es ist daher nicht mehr als billig, daß der Minister im dies⸗ jͤhrigen Budget eine Gratification fuͤr ihn gefordert und er⸗ alten hat. Im Ganzen hat die Kammer 146 Contos fuͤr die ational⸗Garde, wovon 16 fuͤr die Residenz, bewilligt. Der
ser Gelegenheit wird sich die Kammer dann auch genoͤthigt se⸗
thre Unzweckmaͤßigkeit gezeigt hat.
vielleicht in der Hand desselben Verkaͤufers, kostet ihm morgen 2 pCt. mehr als heute; der
Schatz abgeliefert.
besitzt das
Zeit dem Dienste widmen muß, und
1000
Etat fuͤr das Heer betraͤgt 3612 Contos, fuͤr die Marine 2663 Contos. Gegenwärtig ist noch der Haupttheil des Budgets, das Finanz⸗Ministerium, zu diskutiren.
— — Rio⸗Janeiro, 23. Aug. Waͤhrend der letzten Debatten in unseren Kammern existirte so qut wie gar keine Opposition, was die Majoritaͤt durch eine Abanderung im Reglement bewirkt hat. Nach dem alten Reglement durfte je⸗ der Deputirte dreimal uͤber einen Gegenstand sprechen, unge⸗ rechnet die Explicationen und Diskussionen uͤber Ordnungsfragen; außerdem aber verstand es die Opposition, durch Amendements oder Anträge auf Vertagung sich Gelegenheit zu verschaffen, die Debatten ins Unendliche Schon vor mehre⸗ ren Jahren kam deswegen die Abfassung eines neuen Regle⸗ ments zur Sprache. Die Kammer ernannte eine Kommission, und Limpo d'Abreu, damals in der Majorttaͤt, war entschieden füͤr eine Beschraͤnkung jener Freiheit, die Sache kam aber da⸗ mals nicht zur Entscheidung und nun hat sich das Blatt ge⸗ wendet und der Schlag ist auf das Haupt Limpo’'s und sei⸗ ner Freunde zuruͤckgefallen. Fortan darf der Deputirte nur einmal sprechen, und, was das Wichtigste ist, sobald sechs Re⸗ den fuͤr und sechs gegen einen Vorschlag gehalten worden sind, darf Jeder den Schluß der Debatte fordern, der demnach im⸗ mer von dem Willen der Majoritaͤt abhaͤngig ist. Seitdem schweigt die Opposition lieber ganz, und die Debatten drehen sich um hoͤchst kleinliche Reductionen, welche die Kommissionen in den verschiedenen Budgets verlangen. Indeß ist aber die Sitzung beinahe verstrichen, und man weiß noch nicht, ob sie verlaͤngert werden wird, um die Calmonschen Vorschlaͤge zur Verbesserung der Finanzen in Erwaͤgung zu ziehen. Bei die⸗
hen, ihre vorjaͤhrigen Beschluͤsse in Beziehung auf Amortisation des Papiergeldes zum Theil zuruͤckzunehmen, da die Praxis Fruͤher bezahlten fast alle Waaren (mit sehr wenigen Ausnahmen, als Thee, Pulver u. s. w.) 15 pCt. Eingangszoll, 1 ½ pCt. Expediente und ¼ pCt. pro Monat Magazinage; vom 1. Juli d. J. an wurde der Ex⸗ pediente auf 2 ½ pEt. und die Magazinage auf 2 pCt. erhoͤht und dabei bestimmt, daß diese Magazinage schon den Tag nach Ausschiffung der Waaren gezahlt werde; die dadurch erhalte⸗ nen Ueberschuͤsse sollten zur Einloͤsung des Papiergeldes dienen. Die erste Foige davon war, daß alle Kaufleute sich beeilten, ihre vorraͤthigen Waaren vor dem 1. Juli aus den Zoll⸗Speichern zu nehmen, so daß im Juni der Zoll beinahe 700 Contos, das Doppelte des sonst gewoͤhnlichen Petrages, brachte; allein nun stehen auch die Zollspeicher leer und die Regierung verliert alle Magazinage, denn seitdem beeilt man sich auf alle Weise, die Waaren an demselben Tage zu dispachiren, an welchem sie geloͤscht werden. Allein dies ist tausend Zu⸗ faͤlligkeiten unterworfen, und dadurch kommt die fatalste Ungleich⸗ heit in die Geschaͤfte. Die Capitaine wollen natuͤrlich so schnell als moͤglich ihr Schiff leer machen, und dem Kaufmann liegt daran, daß nicht mehr Kisten ans Land kommen, als er an einem Tage dispachiren kann; so ist Gelegenheit zu allerlei Beguͤnsti⸗ gungen gegeben. Noch mehr aber liegt dies in der Hand der Zoll⸗Beamten, und wenigstens ist immer gegen sie der Verdacht da; das Resultat aber ist ein und dasselbe. ie naͤmliche Waare,
Kaͤufer wird sich wohl huͤten, diese 2 Ct zu bezahlen, und die Sache ist um so uͤbler, weil die fremden Hzuser hier großentheils Kommissions⸗Geschaͤfte machen, und der Fa⸗
die Bluͤthe ihrer staats⸗oöͤkonsmischen Weisheit anzusehen, wenn fie die Besoldungen immer mehr verringert.
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S Inland. 8 — Stettin, 13. Nov. — Seidenbau. — Seit etwa 30 Jahren war der Seidenbau im hiesigen Regierungs⸗Bezirk fast gan, in Vergessenheit gerathen, und nur ein Buͤdner im Dorfe Guͤntersberg, Amts Marienfließ, beschaͤftigte sich noch nachhaltig mit demselben. Einzelne Versuche wurden zwar hier und da gemacht, seit durch die Bemuͤhungen des Regierungs⸗ Raths von Tuͤrk in Potsdam die Aufmerksamkeit auf diesen Gewerbszweig aufs neue hingelenkt worden war; indeß blieben sie vereinzelt und unbeachtet. In diesem Jahre ist jedoch durch ausgedehntere Versuche in hiesiger Gegend das Interesse fuͤr diesen Gegenstand neu belebt und die Ueberzeugung gewonnen worden, daß der Seidenbau hier nicht nur ausfuͤhrbar, sondern auch gewinnreich sey. Die erwaͤhnten Versuche sind in dem Otto⸗Stifte (Neben⸗Seminar) bei Pyritz, von dem obengedach⸗ ten Buͤdner, von dem Ober⸗Amtmann Kieckebusch zu Koͤstin, Amts Stettin, und von fuͤnf Schullehrern in demselben Amte ange⸗ stellt worden. In dem Otto⸗Stifte wurden zwischen 6 und 7 Pfund, von dem genannten Beamten und den Schullehrern 28 ½¶ Pfund Seide von guter Qualität gewonnen und mit 6 Rthlr. das Pfund bezahlt. Die zuletzt erwaͤhnten 28 ½ Pfund wurden von dem Laube von ungefaͤhr 170 alten Maulbeerbaͤumen erzielt, so daß also der Brutto⸗Ertrag eines jeden Baumes etwa 1 Rthlr. war, wovon 16½ — ¼ an Unkosten, einschließlich der Zinsen des Inventa⸗ riums abzuziehen sind. (Ein Lehrer hatte von 35 Baꝛͤumen so⸗ gar einen Retto⸗Ertrag von 39 Rehlr.) Erwaͤgt man, daß alle jene Zuͤchter den Seidenbau nicht aus eigener Anschauung kann⸗ ten, daß es der erste Versuch war und daß das Laub zum Theil ½ —1 Meile weit aus anderen Orten geholt werden mußte, so kann das Resultat als ein guͤnstiges betrachtet wer⸗ den. In Koͤstin ist der Seidenbau durchaus im ungeheizten Zimmer und mit demselben Erfolge betrieben, wie an anderen Orten. Es starben nur wenig Raupen. Die Witterung war guͤnstig. — Nach diesen Versuchen ist es nicht zweifelhaft, daß das Klima in hiesiger Gegend dem Seidenbau nicht hinderlich ist, es steht zu hoffen, daß er nunmehr in hiesiger Provinz wieder Wurzel fassen und sich immer mehr verbreiten werde, und es ist anzunehmen, daß bei mehr ausgebildeter Kenntniß des Geschaͤfts und wenn das Laub mehr in der Naͤhe der Seidenzuͤchter gewonnen werden kann, der Netto⸗Ertrag eines ausgewachsenen Maulbeerbaumes in jedem Jahre, wo er entlaubt werden kann, auf ungefaͤhr 1 Rthlr. jaͤhrlich zu bringen ist, wobei jedoch die Arbeit des Seidenzuͤchters im Zimmer nicht in Anschlag kommt. Der weitern Aufnahme dieses Gewerbszwei⸗ ges steht zwar fuͤr jetzt noch der Mangel an Maulbeerbaͤumen entgegen, indem im ganzen hiesigen Regierungs⸗Bezirke nur noch etwa 3000 — 4000 alte Baͤume vorhanden sind. Indeß ist an mehreren Orten in diesem Fruͤhjahre Maulbeer⸗Saamen in iemlich ansehnlicher Quantitaͤt, namentlich in der Provinzial⸗ Vaumschule zu Stargard, in den Pflanzkaͤmpen der Koͤnigli⸗ chen Forsten und Chausseen und auf mehreren Koͤniglichen Do⸗ mainen, ausgesaͤet und somit wenigstens der Anfang zur Ab⸗ huͤlfe des Mangels gemacht worden. Stettin, 14. Nov. — Ackerbestellung. — Der im verflossenen Monate fruͤh eingetretene, besonders waͤhrend fuͤnf Naͤchte stattgefundene Frost, welcher 2 bis 3 Zoll in die
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brikant in Europa immer geneigt seyn wird, die Schuld des Verlustes seinem Commissionair beizumessen. Darum richtete der Inspek⸗ tor der Alfandega, schon ehe das neue Reglement in Kraft trat, eine Vorstellung an die Kammern, worin er alle jene Uebelstände, den Verlust fuͤr die Regierung und die Belaͤstigung des Verkehrs auseinandersetzte, und darauf antrug, lieber ein fuͤr allemal 15 pCt. Zoll und 5 Ct. Expediente und Magazinage zu verlangen, wofuͤr dann die Waaren etliche Monate in den Magazinen bleiben duͤrfen. Die angesehensten der fremden Kaufleute sind diesem Vortrage beigeteeten und haben erkläͤrt, daß sie viel lieber 20 pCt. zahlen, als in solcher Ungewißheit seyn wollen; die Kammer hat noch nicht entschieden, doch hat der Zoll⸗Inspektor mittlerweile, durch eine scheinbar sehr unbe⸗ deutende Anordnung, „die zu besserer Kontrolle noͤthig sey“, es beinahe unmoͤglich gemacht, an dem naͤmlichen Tage zu dispa⸗ chiren und so die Leute gezwungen, jene Zusatz⸗Prozente zu zahlen. — Noch eine andere Angelegenheit liegt der Kammer vor, die den Handel sehr interessirt. Das Zollgesetz verlangt bei gewis⸗ sen Gegenstaͤnden, z. B. Baarsendungen, daß der Absender hier eine bedeutende Summe deponire, his er die Ankunft am Bestimmungs⸗ orte dokumentirt. Neuerdings werden diese Deposita in den Fruͤher behielt sie der Tesoureiro des Zolls, der natuͤrlich nichts Besseres zu thun hatte, als sich mit der Kasse aus dem Staube zu machen, sobald sie hinlaͤnglich gefuͤllt war, und als nun die Leute ihre Deposita zuruͤck verlangten, wies sie der Minister an den Weg eines Prozesses gegen den fluͤchtigen Kassirer und gegen seine Buͤrgen. Darauf kam dann die Angelegenheit vor die Kammer, und der Bericht der Kom⸗
bezahlen habe, und daß chen, ob sie durch einen Prozeß indeß fragt sich noch sehr, wie die Kammer entscheiden wird. —
Solche Veruntreuungen sind hier an der Tagesordnung; erst kuͤrzlich ist wieder ein men, wo sich zugleich recht hat, wie man dergleichen behandelt. Im
dem Steuer⸗Amte fuͤr die ausgehenden Se. — er— scheinen, gerade waͤhrend Alles in voller Thaͤtigkeit ist, mehrere schwarzgekleidete Herren, schreiten auf den Administrador zu und uͤberreichen ihm ein Ministerial⸗Schreiben; er liest es, steckt ruhig seine Brille ein, nimmt seinen Hut und sagt mit lauter
Stimme: „Herr Administrador, setzen Sie sich gefaͤlligst!“ — worauf er gravitätisch nach Hause geht; dergleichen macht denn großen Eklat, ist aber am Ende eine bloße Komoͤdie. Der Mi⸗ nister erklart in seiner Verordnung: in den letzten sechs Mona⸗ ten des Jahres 1837 seyen im Consulado 1,699,758 Arroben (à 32 Pfund) Kaffee verschifft worden; davon seyen erweislich nur 328,421 A. nicht aus der Provinz Rio⸗Janeiro und also von
der Preetgter agach frei gewesen; es seyen aber 872,092 A. von der Abgabe ausgenommen worden, so daß die Provinz um die Ab⸗ gabe von 543,671 A., also beinahe um die Haͤlfte ihrer Ein⸗ V nahme, betrogen worden ist, und einem Beamten, der einen solchen Unterschleif begangen hat, laͤßt man Zeit, sein Geld und seine Person ruhig in Sicherheit zu bringen, falls er es nicht vorzieht, mittelst eines kleines Geldopfers seine glaͤnzende Frei⸗ sprechung von der Jury zu erwirken. Man braucht nur die
geringe Besoldung der Beamten mit dem Aufwande, den sie
machen, zu vergleichen, um zu sehen, daß sie ohne Betruͤgereien
nicht bestehen koͤnnen, und dennoch scheint es die Kammer als
mission ist dahin ausgefallen, daß die Regierung allerdings zu es vielmehr ihre Sache sey, zu versu⸗ irgend etwas erreichen koͤnne;
eklatantes Beispiel vorgekom⸗ charakteristisch die Art gezeigt Consulado —
Erde drang und Teiche mit Eis bedeckte, 8. auf die Saatbe⸗ stellung stoͤrend eingewirkt und dieselbe besonders in schwerem und strengem Boden sehr aufgehalten. Indeß ist dieselbe jetzt fast durchgaͤngig beendigt; das Winterkorn steht da, wo es fruͤh gesaͤt und vor dem Eintritt der trockenen Witterung aufgelaufen war, sehr gut, das spaͤter gesaͤte Korn dagegen ist in dem trockenen Boden ungleich, zum Theil gar nicht aufgegangen und deshalb von mehreren Landleuten untergepfluͤgt worden, um ihm den noͤthigen Schutz zu gewaͤhren. In dem leichten Boden ist das Korn zum Theil von dem Winde fortgeweht, das uͤbrige aber nicht gehoͤrig bestreckt. Die Oelfruͤchte stehen im Allgemei⸗ nen gut, und nur die spaͤte Saat hat etwas durch Nachtfroͤste gelitten, welche auch den noch in der Erde befindlichen Kartof⸗ feln geschadet haben.
— Merkwuͤrdige Ungluͤcksfaͤlle. — In Schuͤne, Kreis Randow, wiegte ein beinahe vier Jahr alter Knabe ein Kind von sechs Wochen, mit welchem er sich allein im Hause befand. Die Wiege stuͤrzte um und bedeckte den Knaben dergestalt, daß er unter den Betten erstickte, waͤhrend das kleine Kind heraus⸗ gefallen und unbeschaͤdigt geblieben war. — Der 10 Jahr alte Sohn eines Schmieds in Zirkwitz, Kreis Greifenberg, kam schon fruͤher auf eine eben so merkwuͤrdige Weise ums Leben. Er hatte von innen die schwer und nach außen aufgehende Stubenthuͤr oͤffnen wollen und sich zu diesem Zwecke wahr⸗ scheinlich mit dem Ruͤcken dagegen gestemmt, dabei kam der Ueberfallkragen der Weste hinter den an der Thuͤr befindlichen Zu⸗ ziehknopf, und waͤhrend nunmehr die Thuͤr aufging, blieb der Knabe haͤngen und wurde, da die Weste zugeknoͤpft, der Erd⸗ boden außerhalb niedriger war als in der Stube und von dem Kinde mit den Fuͤßen nicht erreicht werden konnte, in dieser Lage erwuͤrgt gefunden.
Reichenbach, 13. Nov. — Milde Stiftungen. — Der Kaufmann Goͤhling hat hier seit 1816 mehrere Stiftungen gemacht, welche zusammen 14,599 Rthlr. betragen. Aus diesen erhalten jetzt 20 Schulkinder Bekleidung, und 34 andere Per⸗ sonen verschiedener Kategorieen Unterstuͤtzungen und Praͤmien.
Elberfeld, 12. Nov. — Bibel⸗Gesellschaft. — Aus dem jetzt erschienenen 25sten Hefte der Verhandlungen der Ber⸗ ischen Bibel⸗Gesellschaft ersteht man, daß dieselbe vom 1. Juli 837 — 1838 im Ganzen 5454 heil. Schriften vertheilt hat vorunter 3341 Bibeln. (Seit ihrer Stiftung hat ste 111,875 heil. Schriften vertheilt.) Das Praͤsidium ist nach dem Aus⸗ tritte des jetzigen Herrn Ober⸗Praͤsidenten, Grafen von Seool⸗
berg, noch nicht wieder besetzt. p rov. Bl.) — Große Dampf⸗
Koͤln, 11. Nov. (Rh. P maschine. — Die Actien⸗Gesellschaft fuͤr Steinkohlenbau im
Wurm⸗Revier (Aachen) laͤßt gegenwaͤrtig in der ruͤhmlichst be⸗ kannten Maschinen⸗Fabrik von Jos. Reuleaux und Comp. zu Eschweilerpumpe bei Aachen eine Dampfmaschine von 300 Pfer⸗ dekraft bauen, welche mit 4 Atmosphaͤren Druck und Expansion arbeitet. Eine Hochdruckmaschine von so kolossalen Dimensio⸗ nen ist wahrscheinlich bis jetzt noch nirgends gebaut worden. Der Cylinder erhaͤlt einen Durchmesser von 72 Zoll, seine Waͤnde sind 2 Zoll dick, und das Fundament dazu muß 25 Fuß tief gelegt werden. Der Balancier, 27 ½ Fuß lang, in der Mitte 6 Fuß hoch, muß in zwei Haͤlften gegossen werden, weil keine Gießerei der Umgegend im Stande ist, die erfor⸗ derliche Quantitaͤt Eisen, auf 36,000 Pfund berechnet, zu einem Gusse zu schmelzen. Der Kolben macht 12
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