8 “ 2 11““ 1.“
tral⸗Section fuͤr das Kriegs⸗Budget uͤberwiesen. Bei Vorle⸗ gung dieses Gesetz⸗Entwurfs sagte der Kriegs⸗Minister un⸗ ter Anderem: „Meine Herren! Sie haben in Ihrer Adresse als Antwort auf die Thron⸗Rede gesagt, daß die Beduͤrfnisse der Armee der Gegenstand Ihrer Sorgfalt seyn wuͤrde. Diese Erklaͤ⸗ rung beweist, daß Sie die Nothwendigkeit ahnten, worin sich das Kriegs⸗Departement befinden wuͤrde, Ihnen eine Vermehrung des Hier sind nun die Punkte, welchen zu genuͤgen die Regierung unter den Umstaͤnden, worin wir uns 1 Es ist Ihnen nicht unbe⸗ kannt, daß wir den Kriegs⸗Ausgaben die moͤglichst engen Schran⸗ ken, welche die Klugheit uns gestattete, gesetzt haben, daß wir die moͤglich groͤßte Zahl der Miliz⸗Mannschaften in ihrer Heimath gelassen haben, und daß wir fuͤr die Kavallerie, Artillerie und die Feldspitaͤler die Zahl der Pferde, welche der organische Be⸗ schluß fuͤr den Kriegsfuß vorschreibt, nicht verwendet haben. Dieser Zustand der Dinge kann nicht fortwaͤhren, es ist jetzt unerlaͤßlich, die Huͤlfsmittel der verschiedenen Corps zu vermeh⸗ ren, damit die Armee in dem Falle, wo man genoͤthigt waͤre, Bewegungsmittel zu gebrauchen, nicht einem zu schnellen Ueber⸗ gange, welcher der Regelmaͤßigkeit des Dienstes schaden koͤnnte, Die Klasse von 1837 ist unter die Fahne Fuͤr die Kavallerie ist die Bewilligung des Vermeh⸗ G Die Aushebung dieser neuen Klasse wird zum Theil das erschoͤpfen, was im Magazine der Equipirungs⸗ und Kleidungsstuͤcke uͤbrig bleibt; man muß daher b Vorrath anschaffen, damit die Beur⸗ laubten und die Reserve⸗Mannschaften unverzuͤglich in Stand gesetzt werden koͤnnen, zu marschiren, wenn sie berufen wuͤrden. Außer diesen Ausgaben giebt es noch andere Unzulaͤnglichkeiten fuͤr das laufende Dienstjahr. Die Ration Brod war zu 12 ½ C. Durch die Erhoͤhung des Weizenpreises ist oieselbe aber auf 13 C. gestiegen; wir muͤssen uns in den Stand setzen, unsere Vorraͤthe in dem Augenblicke zu erneuern, wo die neue Aushebung uns noͤthigen wird, bedeutende Lieferungen Ich glaube Ihnen die Dringlichkeit des von
Kredits vorzuschlagen.
befinden, fuͤr dringend gehalten hat.
unterworfen wuͤrde. berufen worden. Budgets von 1837 unzureichend,
8 wegen der rung des Effektiv⸗Bestandes.
unverzuͤglich einen neuen
berechnet worden.
auszuschreiben. Ihnen verlangten Kredits bewiesen zu haben, und ich glaube, daß Sie denselben der Regierung, die ihn fuͤr unerlaͤßlich er⸗
kannt hat, bewilligen werden. Ich werde uͤbrigens der Kom⸗
mission, welcher sie den Entwurf uͤberweisen werden, alle Er⸗
klaͤrungen geben, die geeignet sind, Sie von seiner Dringlichkeit zu uͤberzeugen.“ Die Kammer der Revpraͤsentanten beschaͤftiate sich sodann wieder mit dem Zeitungs⸗Stempel, welchen die Re⸗ gierung fuͤr alle Journale ohne Unterschied der Groͤße gleich⸗ gestellt zu sehen wuͤnscht. Es erscheinen jetzt 10 Zeitungen in großem und 18 in mittlerem und kleinem Format.
Die Gräͤfin von Dalberg, Schwester des Fuͤrsten von Dal⸗ berg, ist vorgestern ploͤtzlich hier gestorben.
Nach einem der Repraͤsentanten⸗Kammer vorgelegten Gesetz⸗ Entwurf soll der aus 4 Klassen bestehende Leopolds⸗Orden in 5 Klassen getheilt werden. Die Mitglieder der zweiten Klasse sollen den Titel Groß⸗Offiziere fuͤhren.
Wie verlautet, will die Regiernng 3000 Remonte⸗Pferde fuͤr die Kavallerie und Artillerie kaufen, einen Vorrath von Lebensmitteln und Fourage anschaffen und laͤngs der Schelde und nach Staats⸗Flandern hin Vertheidigungswerke anlegen lassen. Die Generale der verschiedenen Waffengattungen haben den Befehl empfangen, außerordentliche Inspectionen zu halten, und der Kriegs⸗Minister selbst will die Haupt⸗Vertheidigungs⸗ Punkte in Augenschein nehmen. Seit einigen Tagen wird aus den Zeughaͤusern von Doornik, Ath, Bergen, Ypern und Ost⸗ ende ein großer Vorrath von Patronen, Kugeln, Bomben und anderen Kriegsbeduͤrfnissen nach der noͤrdlichen Graͤnze gesandt, als ob man wirklich einen Einfall in Holland vorbereiten wollte. Es ist auch die Rede davon gewesen, das Hauptquartier einer der Abtheilungen der Belgischen Armee nach Antwerpen zu verlegen, doch ist man, wie es scheint, vor dem Gedanken zuruͤckgewichen, eine Stadt, die schon so viel durch die Revolu⸗ tion gelitten hat, noch mehr zu beschweren. Die Reise des Koͤnigs nach Paris ist bis zu den ersten Tagen des Dezember ausgesetzt worden. Es scheint sogar, daß man vorher Antwort auf eine Note abwarte, die Herr Vandeweyer in der letzten Zeit den Mitgliedern der Konferenz vorgelegt hat und die das streitige Grundgebiet betrifft. Man will wissen, die Belgische egierung habe in dieser Note eine Entschaͤdigung an Gelod angeboten, um die Theile von Limburg und Luxemburg, welche 88 Traktat der 24 Artikel gemaͤß Holland zukommen, zu be⸗ hHalten. Man liest im Moniteur Belge vom 24. November: Wir haben in unserem Blatte vom 20sten d. M. eine vom 27. Juli 1833 datirte Verordnung Sr. Majestaͤt des Koͤnigs on Schweden und Norwegen mitgetheilt, kraft welcher die Belgischen Schiffe und ihre Ladungen in Schwedischen Haͤfen auf demselben Fuße wie die einheimischen behandelt werden sol⸗ len. Aus Versehen ist dieses Aktenstuͤck, so wie die in unserem Blatte mitgetheilte Liste der Konsuln, in den offiziellen Theil aufgenommen worden.“
Schweden und Norwegen. 8 Christiania, 22. Nov. (Berling. Zeit.) Erwaͤhnt wurde bereits des großen Geldmangels, der gegenwäͤetig in Norwegen herrscht, und des allgemeinen Wunsches, daß die Regierung demselben abzuhelfen suchen moͤchte, da die Bank le Diskontirung eingesteilt hat. Dieser Wunsch ist erfuͤllt worden und auf Anhalten unseres Finanz⸗Departements die Koͤnigl. Resolution ergangen: „Das Finanz⸗Departement werde ermaͤchtigt, aus dem Grunde der herrschenden Verlegenheit um Fonds zum Betriebe des Handels und anderer Erwerbswege, und außerdem um die disponiblen Mittel der Staatskasse so fruchtbringend als moͤglich zu machen, den Behalt der Staats⸗ kasse in baarem Silber zum Diskontiren anzuwenden, außer
dem, was bereits auf solche Weise untergebracht ist, im Belauf,
der von dem Departement nach den Umstaänden naͤher zu be⸗ stimmen.“ 5
8. Außer den 100,000 Sps., welche durch die nach Koͤnig⸗ licher Resolution vom I1. August 1828 errichtete Diskontirungs⸗ Kommission zum Diskontiren angewendet worden waren, hat auch das Finanz⸗Departement von Zeit zu Zeit verschiedene
Sunmmen aus dem disponiblen Behalt der Staatskasse sowohl
in Silber als Zetteln auf diese Weise fruchtbringend gemacht. Im Ganzen ist durch obengenannte Kommission operirt worden mit 296,000 Sp. Silber und 377,000 Sp. Zettel, außer 170,681 Sp., die zum Ankauf von Getreide ausgeliehen wor⸗ den, allein zu Obligations⸗Darleihen, mit Abzahlung in 1 ½ Jahren gemacht worden. Nach der oben angefuͤhrten Resolu⸗
tion werden vorerst der Diskontirungs⸗Kommission in Christia⸗
nia 300,000 Mark Hamburger Banco oder 100,000 Sp. Sil⸗ ber uͤberwiesen werden. Ungeachtet das Begehr von Zetteln jetzt fuͤhlbarer ist, als das von Silber, so wird doch jene Maß⸗
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wo wir es am meisten beduͤrfen, uns ganz verlaͤßt.
Daͤnemark. — Kopenhagen, 26. Nov.
det:
aͤndern.“ 8 “ Deutschland. 8 Stuttgart, 24. Nov. Auf dem alten Schloßplatze
auf die Sammlung sich beziehenden Papiere, auf herkoͤmmliche Weise eingelegt wurden.
werden. Darmstadt, 26. Nov.
hat setzen lassen.
Momente der Geschichte der von jenem Fuͤrsten ganz geschaffe⸗ nen Stadt hervorhebt. “
— — Wien, 27. Nov. Die Baufaͤlligkeit des Stephans⸗ thurmes erheischt, nachdem mehrere einzelne und theilweise Aus⸗ besserungen die immer wachsende Gefahr nicht abzuwenden vermocht hatten, eine große und vollstaͤndige Reparatur. Diese ist nunmehr beschlossen und der Leitung einer aus Bauverstaͤn⸗ digen gebildeten Kommission anvertraut worden. Bereits sieht man uͤber der Uhr Geruͤste in schwindelnder Hoͤhe sich uͤberein⸗ ander aufthuͤrmen. Da der obere Theil des Thurmes, wegen seiner Baufaͤlligkeit, keinen sicheren Anhaltspunkt gewaͤhrt, so sind die Geruͤste frei schwebend uͤber der festen Grundlage des Plateaux bei der Uhr erbaut, und werden bis zur aͤußersten Spitze des 420 Wiener Fuß 2*½ Thurmes aufgefuͤhrt werden. Daß der obere Theil des Spitzthurmes eine starke, dem Andrange des Windes zugeschriebene Neigung zeige, ist bekannt. Bei Gelegenheit der eben begonnenen Arbei⸗ ten zeigte sich, daß dieser Theil des Thurmes, dessen Steinmassen durch massive Eisenklammern zusammengehalten werden, bei heftigem, hier nur zu haͤufigem Winde, in vibri⸗ rende Bewegung versetzt wird, wobei das Kreuz einen Durch⸗ messer von drei Zoll beschreibt. Mit Messung und Zeichnung des Thurmes ist von der Kommission der geschickte Architekt, Professor Roͤsner, gleichfalls Mitglied derselben, beauftragt worden. — Die Salons der Hauptstadt fangen nun an, sich
1“
zu oͤffnen, und die bereits geoͤffneten, sich zu fuͤllen. Ein gro⸗ ßer Rout in den Saͤlen der Staats⸗Kanzlei, am Vorabend des Namensfestes des Fuͤrsten Metternich bewies, daß dies Jahr fruͤher als gewoͤhnlich, ein großer Theil der Gesellschaft die Land⸗ sitze in den verschiedenen Provinzen der Monarchie verlassen hatte, um die staͤdtischen Winterquartiere zu beziehen. Im diplomatischen Corps herrscht im ganzen wenig Bewegung, doch empfangen der Franzoͤsische Botschafter zweimal und der Sar⸗ dinische Gesandte, Graf Sambuy, einmal die Woche. — In diesen Tagen ist ein Sohn des bekannten Banquiers Aguado, nunmehr Marquis de las Marismas, als Attaché der hiesigen Franzoͤsischen Botschaft hier eingetroffen.
— Deutsche Blaͤtter berichten aus Oesterreich: „Bei dem Einbruche der Franzoͤsischen Armee im Jahre 1797 wurden im Veltlin betraͤchtliche Guͤter, welche dem Kanton Graubuͤndten angehoͤrt hatten, konfiszirt und spaͤter zum Koͤnigreich Italien geschlagen. Obgleich Oesterreich im Jahre 1814 in Folge der im Wiener Kongresse anerkannten Rechte in den Besitz dieser Laͤnder trat, so verordnete doch Kaiser Franz I. durch sein Ul⸗ timatum von 1832, daß die von der Schweiz verlangte Ent⸗ schaͤdigung wegen obgenannter Guͤter gewaͤhrt werden sollte. Zu diesem Ende wurde eine Kommission aus mehreren Dele⸗ girten des Kantons Graubuͤndten und aus der Finanz⸗Inten⸗ danz von Morbegno zusammengesetzt, und die Resultate ihrer Schaͤtzung sind von der Oesterreichischen Regierung nun folgender⸗ maßen ratifizirt worden: 1) Oesterreich cedirt dem Kanton Grau⸗ buͤndten alle noch vorhandenen, im Jahre 1797 konsiszirten Guͤter im Betrage von 1,201,437 Oesterreichischer Lire, und bezahlt uͤber⸗ dies dafuͤr einen Interessen⸗Betrag von 10,674 Lire; dazu sind noch 41,051 Lire zu nehmen, als Entschäͤdigung fuͤr einige Ge⸗ baͤude, wie z. B. das Delegationshaus in Sondrio, welche der Kanton Graubuͤndten ihm uͤberläßt. 2) Oesterreich erstattet an den Kanton Graubuͤndten alle von diesen Guͤtern seit dem 21. April 1814 bezogenen Einkuͤnfte, welche sich auf 401,786 Lire belaufen, wovon jedoch die Administrations⸗Kosten zu 25 pCt. abzuziehen sind. 3) Oesterreich uͤbernimmt die Auszahlung der in Bezug auf obgenannte Guͤter zur Zeit des Koͤnigreichs Ita⸗ lien emittirten Staatspapiere im Werthe von 47,528 Oesterrei⸗ chischer Lire. 4) nach Abzug jener Summe, welche zur Tilgung der auf den im Jahre 1797 konfiszirten Guͤtern lastenden Schulden verwendet wurde, verbindet sich Oesterreich zur Ab⸗ tragung einer Summe von 2,128,910 Lire fuͤr die seit der Kon⸗ fiscation aus diesen Guͤtern entsprossenen Vortheile. Somit erhaͤlt der Kanton Braubuͤndten eine Entschaͤdigung von etwa 4 Millionen Franken, ohne daß Oesterreich nach strengem Rechte dazu verpflichtet waͤre.“
1“ 11I“]
— — Cöoͤslin, 26. Nov.
1“ 1
2₰ n a n d. EEEEETEI1“ Schulhaus⸗Weihe.
22ͤsten v. M. wurde in der Stadt Bublitz das neu erbaute Schulhaus, zu dessen Aufbau Se. Majestaͤt der Koͤnig ein Gna⸗ den⸗Geschenk von 1500 Rthlr. zu bewilligen geruht hatten, feier⸗
lich eingeweiht. — Chaussee. — Der Bau der Chaussee zwi⸗ schen Coͤrlin und Colberg ist dergestalt vollendet, daß seit dem lsten v. M. die Erhebung des Chausseegeldes bei den beiden auf derselben befindlichen Barrieren hat eintreten koͤnnen.
regel gewiß einen vortheilhaften Einfluß, zuerst und zuvoͤrderst in den merkantilischen Verhaͤltnissen und dadurch mittelbar in jedem anderen Betriebe aͤußern. Ein Trost ist es doch, daß die Staatskasse uns zur Huͤlfe kommt, da die Bank, gerade
Die Berlingsche Zeitung mel⸗ „Wir koͤnnen unsere Leser benachrichtigen, daß in Hin⸗ sicht der so viel besprochenen 3pwent. Englischen Anleihe von Seiten der Regierung die Versicherung gegeben worden, daß sie durch die veraͤnderte Agentur und die neuen Obligationen nicht die Absicht gehabt habe, in Hinsicht der Abzahlung etwas zu
wurde dieser Tage das Fundament fuͤr Schiller's Standbild aufge⸗ mauert und am 22. November in den Grundstein eine kup⸗ ferne Truhe eingesenkt, in welche die Stiftungs⸗Urkunde, die ein und Früchte Tritt kein weiteres Hinderniß ein, so kann die Statue naͤchstes Fruͤhjahr errichtet
1 Die hiesige Zeitung berichtet uͤber die Einweihung des Monuments, welches Se. Koͤnigliche Hoheit der Großherzog Hoͤchstihrem Großvater, dem Landgra⸗ fen Ludwig IX., in der protestantischen Kirche zu Pirmasens Der Kuͤnstler, welcher das Monument gefer⸗ tigt, Hof⸗Bildhauer Scholl, hatte sich selbst zur Aufstellung des⸗ selben nach Pirmasens begeben, und nachdem diese vollzogen war, fand Sonntag am 18. November die feierliche Enthuͤllung des Monuments statt. Zur Vorfeier wurde Sonnabend Abend im Theater ein Prolog in Versen gesprochen, welcher die Haupt⸗
Rhein Ueberschwemmten. — d. J. stattgefundene Ueberschwemmung der zum Nesigen Regit rungs⸗Bezirke gehoͤrenden Kreise Rees, Neuß,
Solingen, hat einen weit groͤßeren Schaden angerichtet, als sih fruͤher vermuthen ließ; durch die Abschaͤtzungs⸗ derselbe an beschaͤdigten Gebaͤuden, versandeten und ausgespißh ten Grundstuͤcken, verloren gegangenem Vieh und Vieh⸗Futte⸗ verdorbener gen und Deichen So betruͤbend Verlustes ist, so erfreulich war auf der anderen Seite die Be reitwilligkeit, mit welcher durch freiwillige Gaben uͤberall, gan besonders aber von den Bewohnern der Provinz, das Ungluͤch zu mildern gestrebt wurde. Fonods von uͤberhaupt 25,104 Rthtr., aus welchem 22,646 Rthlre. dem Kreis⸗Central⸗Vereine uͤberwiesen worden und von diesem an die armen Eigenthuͤmer, deren Gebaͤude und Grundstuͤck am meisten den sind.
Blicke auf Afghanistan's neuere Geschichte
Fraustadt, 28. Nov. — Einweihung einer katholischen Kirche und des Schulgebäͤudes. — Die
Ländergebiet dislocirt sind, welches dem dritten Theil von Flächenraum gleich zu setzen ist; und daß militairische Bewegungen
Gnade Sr. Majestaͤt des Koͤnigs hat der hi
Gemeinde das ausgestorbene 2. 1lgen kathale Kirche, seinen Gebaͤuden und Grundstuͤcken huldreichst tt sein welche demnach die sonstigen stillen Zellen seiner nun zesch frommen Bewohner zu freundlichen Lehrzimmern fuͤr ihran. Jugend, mit freudiger Darbringung bedeutender Opfer „ol schaffen hat. Der heutige Tag war der Wiedereroͤffnu ung seit mehreren Jahren geschlossenen, schoͤnen Kirche mns do Weihe der neuen Schulzimmer gewidmet. Schon im 9 G der fruͤhen Morgenstunde versammelten sich der Glaͤubigen 8 zur ersten Messe, welcher um 9 Uhr die zweite mit einer 8 diegenen Predigt in Polnischer Sprache folgte, die Herr p
Arendt aus Deutsch Wilke hielt. Um 11 Uhr Vorm⸗ aber betraten den ehrwuͤrdigen Tempel die meisten Mitgli
der hiesigen Koͤnigl. und staͤdtischen Behoͤrden, das Knc Offizier⸗Corps, die Lehrer mit ihren Schuͤlern, die Vorsi der Schulen und die katholische Geistlichkeit, an welche sch evangelische Pfarrer der Kirche zum Kripplein Christi aus schlossen. Das Hochamt feierte mit hoher Domprobst Herr Kanonikus Klamm aus Glogau. Herr Pra; Iye aus Lissa predigte uͤber Jac. K. 1. V. 17., die Kirche def stellend als ein Bet⸗ und Gotteshaus, in lebendiger Llarse ihre Segnungen preisend und am Schlusse innigst betend; dem Vater des Lichts um Glaubenstreue, um des Glaue
herrlichste Frucht, um — Eintracht. Nach ihm sprach der Pfa rer des Orts, Herr Probst Berger, zu seiner Gemeime ue den großen Thaten, die Gott gethan hat an ihr, aus der Gh schichte des Klosters dafuͤr dankbares Zeugniß ablegend und arme Gemeinde in gewohnter Kraftsprache zu fernerem fesg Vertrauen ermuthigend. Er schloß mit der herrlichen Wahrhe daß vereinte, wahre Liebe zu aller Zeit, unter allen Umstͤnze trotz aller aͤußern Hindernisse, Großes und Segensreiches wirt In wohlgeordnetem Zuge begab sich nun nach dem Tedeum Versammlung in das groͤßeste der neuen Lehrzimmer, welcg das Bildniß Sr. Majestaͤt des Koͤnigs schmuͤckt, wo der Deßm Herr Probst Jaxiewicz aus Dluzyn, als Kreis⸗Schul⸗nspes tor, Aeltern, Lehrer, Schuͤler und Schul⸗Vorsteher in nilbem Ernste an ihre Pflichten erinnerte und sonach die feierdche Weihe des Schulhauses vollzog. Der evangelische Pfarrer hes endigte diese Feierlichkeit, indem er der Gemeinde und de Schule aufrichtige Wuͤnsche darbrachte. Ein frohes Mahl ven einigte mit der Geistlichkeit mehrere Offiziere, Beamte, Gutz⸗
besitzer und Buͤrger, wo wie gewoͤhnlich der Armen gedacht un namentlich fuͤr Bekleidung armer Schulkinder moͤglichst gespen det wurde. Auch dieser Tag giebt ein lautes lichen Einigkeit, in welcher hier die christlichen Gemeinden mn einander leben.
Zeugniß der hen
Duͤsseldorf, 22. Nov. — Unterstuͤtzung der 4
Die im Monat Februu
uͤsseldorf und erhandlungenj Wintersaat, an Wegen,
ꝛc. auf 198,487 Thalern auf der einen Seite
Bruͤcken, Holzuy ermittelt worde die Groͤße de
Auf diese Weise bildete sich ein
gelitten haben, zu ihrer Retablirung vertheilt wor⸗
Bci dem allgemeinen Interesse, welches die Angelegenheiten bes
fernen Orients im gegenwärtigen Augenblick erregen, wo die Läm⸗ Trompete der Tages⸗Presse in schauerlich klingenden Feuerhorn⸗Ii⸗ nen die Nachricht verkündet, eine allgemeine Verschwörung gege das Indo⸗Britische Reich sey zur Reife gekommen; wo Brieft aus der Hauptstadt dieses Reichs, aus Kalkutta, die etwas fabelhefte Nachricht verbreiten, eine Quadrupel⸗Allianz zwischen Birma, Ripal⸗ Kabul und Persien sey geschlossen worden, um das Brittsche Indten gleichzeitig anzufallen (was, der geographischen Lage nach, von due Seiten stattsinden würde), mit dem noch fabelhafteren Zusatz: dies Quadrupel⸗Allianz sev, dem Anschein nach (apparently) unter dar Auspizien einer großen christlichen Macht zu Stande gekommen; - in diesen Augenblick dürfte es den Lesern der Staats⸗Zeitung vii⸗ leicht nicht unwillkommen seyn, erinnert zu werden an einige Exig⸗ uisse der Vergangenheit, um den gegenwärtigen Zustand der Dinge sich besser erklären, den Gang der künftigen Begebenheiten leicha verfolgen zu können. unangenehm seyn, wenn ihnen die Vorgänge ins Gedächtniß zurüt gerufen werden, deren Schauplatz Afghanistan, das Land der Afgbea nen gewesen ist; denn gegen dieses Land, — so sagen uns die Inn⸗ schen Tagblätter, und die Europäischen wiederholen es, — sind vor⸗ nämlich die militairischen Demonstrationen gerlchtet, welche Lord Aut⸗ land, der Statthalter von Indien, angeordnet zu haben schein. So viel ist gewiß, daß ans dem Hauptquartier Simla — (diesen Tepliz oder Gastein des Himalaya an der äußersten dermaliger Westgräuze der Indo⸗Brilischen Besitzungen in einer Höhe gelegen, die derjenigen gleich ist, welche herauskommt, wenn man den Zobten in Schlesien auf die Schneekoppe zu stellen vermöchte) — der Besehl ergangen ist zur Kompletrirung der Regimenter und zur Mobilma⸗ chung der Armee, die gegenwärtig aus 25 Regimentern Kavallerte, 175 Regimentern Infanterie, und einer ansehnlichen Artillerie, nebf einem vortrefflichen Jagenieur⸗Corps besteht. Ermittelung der Stärke des Indo⸗Britischen Heeces, an jedes seintt Regimenter nicht die Stärke etwa der Preußischen Regimenter auf dem Kriegsfaß als Maßstab anlegen; da würde die Zahl der Kon⸗ battanten weit über eine halbe Million sich steigern; doch wird 49 nicht schwer halten, sie auf 300,000 Mann zu bringen, wie es z. F. im Birma⸗Kriege der Fall war, wo diese Zahl nahe erreicht wurde; damals betrug die Effekrivstärke der Armee 291,145 Mann. damit ist die Militairkraft, über welche England in seinem Indischen Reiche verfügen kann, nicht erschöpft. Staaten, welche die Kaufherren der Leadenhall Street nnter ibrel Schutz genommen haben, sind vertragsmäßig gehalten, ihre Kontin⸗ gente, im Fall eines Krieges, und auf Erfordern der Compagnit, ins Feld rücken zu lassen, und diese Kontingente, die zum Theil von Eunropäischen, d. h. Englischen Ofsizieren kommandirt werden, geben, niedrig gerechnet, ein Heer von 150,000 Mann, wovon der dritte Theil aus Reiterei besteht. des Britischen Judiens wirklich nahe auf eine halbe Million Mann⸗ schaften anwachsen; ja diese halbe Million wird noch überschritten, wenn sich das Gerücht von der Agsznz mit Rundschit Singh, den Maharedscha, oder Großkönig des disziplinirte Armee, nach Capitain Murrav's Angabe, 82,000 Kou⸗ battanten zählt (Prinsep, Origin of the sikh Power, p. 186.).
Ganz besonders dürfte es den Lesern nich
Zwar darf man zut
Abet
Die inheimischen (native)
So sehen wir denn die Streitkräfte
endschab, bestätigt, dessen wohl⸗
Doch nicht zu übersehen ist es, daß diese Streitkräfte in einen Europa“
8 5p
anae Wuͤrde
vorgenommen ees müssen, 2½ „2 8 8
en Mapoleonischen Heereszüge erinnert, und. . 2 - 400 Deutsche Meilen beträgt, d. i. so E ranci bis zum Nordkap, so weit, als ron Memel bis Cadix, oder Triecst bis e x2 Ende der Europäischen, und am
Berlin bis Jekaterinburg, am Ende der E⸗ — der Sibsrischen Welt; — daß diese Märsche auf Communi⸗ — zurückgelegt werden müssen, die keinesweges mit unsern Kunst⸗ Een z8 vergleichen sind, die im Gegentheil oft srundlos, und nicht smaßen, nur⸗ pfadlose Berg⸗ und Sandwüsteneien laufen, bald unter
hlen einer brennenden und sengenden Tropen⸗Sonne in Einöden, bald in den üppigsten Wäldern, wo Riesenbäume umen von undurchdringlichen Schlingpflanzen aufs in⸗ rkettet sind, oder in jenen Sumpfdickichten, den Dschungles,
gstt — der schwarze Tod des neunzehnten Jahrhunderts, die Cho⸗ ans vervor ebrochen ist, um ihre verwüstende Wanderung über den .4* Erdball anzutreten. Es sind keine geringen Hiadernisse „mit — der Soldat in Indien zu kämpfen hat; ja es gesellet sich zu den aufgezählten, die unveränderlich sind, eben im gegenwärtigen Au⸗ enblick ein zwar vorübergehendes Hinderniß, aber ein sehr bitterer, sunerer Feind, — eine allgemeine Hungerguorh nämlich, die gerade in den Gegenden, durch welche das Brittsche Heer ziehen muß, um seine Operationsbasis gegen Afahanistan, den Indus, zu erreichen, furchtbar wüthet, und En und abermals Tausende von Men⸗
dahin gerafft hat.
ae an dieser Hindernisse scheint der Ausgaug des Kam⸗ is, wenn er wirklich zum Ausbruch kommen sollte, nicht zweifel⸗ zaft, und der Administration des Lord Auckland es vorbthalten zu seyn, die Herrschaft, zu der die Verwaltungs⸗Perioden eines Clipe, laines Wellesley, eines Hastings, ein so großartiges, ein so festes Fundament gelegt haben, sehr ansehnlich zu crweitern. Der Men⸗ schenfreund kann sich dazu nur Glück wünschen; das bevorstehende Resultat wird in den Aufsichtskreis christlicher Gesittung Länder und Völker ziehen, die seit lange der Schauplatz und der Spielball jener politischen Wirren, jener Parteikämpfe einzelner Geschlechter und Dynasten, und jener Bürgerkriege gewesen sind, die die materielle, die intellektuelle und moralische Wohlfahrt der Menschen untergraben; mit dem siegreichen Einmarsch Britischer Heere werden auf Afgha⸗ nistaus luftige Bergebenen, in seine köstlichen, ja prachtoollen, an Europa's mildeste Klimate erinnernden Thäler die Ruhe, der Friec⸗ den, diese ersten Bedingungen zum Wohlbefinden der Völker und zur PVerbesserung ihres Charakters, zurückkehren, deren sie, in der neuen Zeit, seit fast einem halben Jahrhundert eutbehrt haben. Aber wie wurde dieser Zustand der Dinge herbeigeführt; Die Antwort auf diese Frags ist es, welche wir den Lesern der Staats⸗ Zeitung, nach Anleitung von fünf Berichterstattern“), welche, seit den letzten 20 bis 30 Jahren Land und Leute mit unbefangenem Auge beobachtet haben, ins Gedächtniß zurückrufen wollen.
Zur Zeit, als Radir Schah das Persische Reich vom kurzen
och der Afghauen“*) befreit, und diese in ihrem Heimathlaude seibst sich unterthan gemacht hatte, waren sie als zwei rivalisirende, große Volksstämme bekannt, die Gildschihs““*) und die Abdallihs. Zwei Brüder vom Sidu⸗, einem sehr einflußreichen, in heiliger Achtung ste⸗ benden Geschlecht der Abdallihs, traten damals, 1737, in die Dienste des mächtigen Perser Königs, machten, als Anführer einer beträcht⸗ lichen Reiterschaar ihres Stammes, alle seine Kriege mit, und tru⸗ gen nicht wenis zu den Erfolgen bei, womit seine Unternehmungen gekrönt wurden. Sulfekar Khan, der eine dieser Brüder, wurde spä⸗ ter zum Hakim, oder Gouverneur von Herat ernannt, und blieb in einer Schlacht mit den Gildschihs, während Ahmed Khan, der andere Bruder, durch glänzende Tapferkeit immer mehr in der Gunsi des Schahs stieg, und die hoͤchsten Würden und Aemter des Reichs be⸗ sleidete, dis der Monarch, durch Grausamkeit und Begünstigung der Sunniten verhaßt geworden, im Juni 1747, unter den Händen von Meuchelmördern, sein thateureiches Leben aushauchte.
Ahmed Khan bemächtigte sich bei dieser Gelegenheit des berühm⸗ ten Diamanten Koh⸗i⸗Rur, verließ dann gleich das Persische Heer mit allen Afghanen, die in demselben dienten, und eirte nach Kandahar, wo er, als Haupt der Sidusehis (d. h. Söhne Sidu’s) die höchste Gewalt an sich riß. Eben ging durch diese Stadt ein Geld⸗Transport von 30 Laks Rupis, oder ungefähr 1,900,000 Rthlr., der, die öffentlichen Einkünfte aus den Provinzen Kabul, Pischauer und Sinde enthaltend, auf dem Wege nach Ispahan war, um in Radir Schahs General⸗Staats⸗Kasse abgeltefert zu werden; — ohne Weiteres nahm Ahmed Khan diese aus seinem Vaterlande kommende Summe in Beschlag und setzte sich dadurch in den Stand, zur Aus⸗ führung seiner durch düsgo ische⸗ Recht begründeten Pläne ein Corps auserlesener Truppen zu equtpiren, lauter Veteranen, die unter sei⸗ nem Kommando fuͤr Radir's Sache gefochten hatten; — und noch ehe das Jahr 1747 zu Ende gegangen war, batte er sich zum König der Afghanen proklamirt und sich in Kandahar krönen lassen, indem er gleichzeitig den Titel Durih Duran (d. d. Perle des Zeitalters, oder auch das Zeitalter des Glücks) annahm und den Namen der Abdallibs in Duranih verwandelte; — bei der Ausführung aller die⸗ ser Vorgänge wesentlich unterstützt von Hadschi Dschumal, dem Ober⸗ haupte der Baruksehi, des zahtreichsten und mächtigsten Stammes der jetzt Duranih genannten Afghanen⸗Abtheilung. — b
Sechsundzwanzig Jahre regierte Ahmed Schah, der während die⸗ ser ganzen Zeit kaum Einen Tas Ruhe genoß; denn er marschirte beständig, bald nach Osten, bald nach Westen, bald einen äußeren Feind unterwerfend, bald seine ungestümen Vafallen zur Ruhe briu⸗ gend und begütigend; Krieg nach Außen war das einzice Mittel, die mächtigen Häuptlinge im Schach zu halten, zweimal stürmte er mit ihren Reiterschaaren ins Mogul⸗Reich und zog als Sieger in Delhi ein, glorreich war der Sieg, welchen er auf den Feldern von Paniput über die Marhatten erfocht (Januar, 1761); viermal setzte er seine leicht beweglichen Schaaren nach anderen Punkten Indiens in Marsch, und gegen Westen trug er seine Waffen bis nach Nischa⸗ pur und Astrabad, an der Südostecke des Kaspischen Sees, und un⸗ terwarf sich den größten Theil von Khorassan. Noch im besten Mau⸗ nesalter, im funfzigsien Jahre, aber erschöpft an Leib und Seele durch die ungeheuren Anstrengungen seines vielbewegten Lebens, starb er im Juni 1773, und hinterließ die große Monarchie, die er gestiftet hatte, seinem aͤlteste Sohne Teimur. Aber dieser eignete sich wenig, der Rachfolger solch' eines Mannes zu seyn. Teimur besaß weder den Unternehmungsgeist noch die Thatkraft seines Vaters, und begnügte sich damit, in sorgloser Ueppigkeit und Pracht zwanzig Jahre lang die Zügel einer Regierung zu führen, die den Keim legte zu dem Verfall, der unter den Regierungen seiner Nachfolger mit Riesen⸗ schritten hereinbrach. Er verlegte die Residenz von Kandahar nach Kabul, nur, um bier ruhiger leben zu können, da die Bewohner Kan⸗ dahars, und die Volksstämme in den Umgebungen dieser Stadt, stets einen unruhigen, stürmischen Geist gezeigt haben. Teimur beging den, allen Mohammedanischen Fürsten gemeinschaftlichen Fehler, daß er eine Menge Kinder zeugte, die sich nach seinem Tode um die Erb⸗ schaft stritten. Es sind sechs seiner Söhne, welche in der neueren und neuesten Geschichte Afghanistan's eine Rolle gespielt haben; sie heißen: Hamayun, der älteste, von einer seiner Frauen; Schah Stman und Schah Schudscha, von einer anderen; und Schah Mahmud und
ihrus Ud Dihn von einem dritten Weibe, wozu noch Aijub (auch schikub genaunt) kommt, der wahrscheinlich ein viertes Weib Tei⸗ mur's zur Mutter hatte.
Teimur starb zu Kabul im Mai 1793, ohne über die Thronfolge verfügt zu haden. Schah Siman rief sich in dieser Stadt sogleich zum König aus und verschaffte sich durch den Einfluß der Baruksehis, an deren Spitze damals Poynder Khan (mit dem Ehrentitel Sirafrahs Khan) stand, die Unterstützung aller übrigen Häuptlinge der dortigen Gegend. 8n-
*) Malcolm, Elphinstone, Burnes, Canolly, Murray (Ed. von Prinsep), indem wir hauptsächlich den vierten zum Grunde legen. *⁵⁴) Die Afghanen leiten ihren Ursprung von den jüdischen Stäm⸗ men ab, welche von Rebuchadnezar in die Babpylonische Gefan⸗ genschaft geführt wurden, und ihre vornehmsten Familien verfolgen ihren Stammbaum bis auf David und Saul. 1b *²) Persteus 2 Afghanische Könige waren Glldschihs.
auf Marschlinien
erste, was er that, war, eine Armee nach Kandahar marschiren zu las⸗ sen, wo sich Hamavnn zum König proklamirt hatte, Münzen schlagen ließ, und alle Prärogativen der Oberherrschaft ausübte. Allein er sand wenig Anhang, Siman’s Truppen zerstreuten die seinigen, er von mußte von Kandahbar fliehen, und führte dann ein Jahr lang das Bild gezeichnet hat. Leben eines Flüchtlings, bis er gefangen genommen und geblendet
wurde. Von da an verschwindet seiu Name aus der Geschichte der V Afghaneun, die sich, von jetzt an, nur noch um die fünf anderen Brü⸗ der bewegt. Mahmud lebte als Hakim in Herat, blieb aber auf sei⸗ nem Statthalterposten, als er die Autorität Siman's anerkannt batte. Bei ihm hieit sich . eines kleinen Zwiespalts, seinen Bruder verließ, und eine Pilaerfahrt nach Mekka machte, von wo zurückgekehrt er später gemeiniglich Ha⸗ dschi, d. h.: Pilger Fihrus genannt wurde.
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ihrus Ud⸗Dihn auf, der bald nachher, auf Anlaß
Schah Siman war persönlich beliebt und würde sein Reich un⸗
fehlbar behauptet haben, hätte er die Reorganisation der durch die Ueppigkeit seines Vaters erschlafften Regierung selbst übernommen; allcin er überließ dies nothwendige Geschäft einem Manne, der dem schwierigen Amte eines Groß⸗Wesirs, oder Staats⸗Kanzlers, durchaus nicht gewachsen war. Zudem glaubte er, die Politik seines Großvaters be⸗ folgen und seine Vasallen nach Außen beschäftigen zu müssen, mehr⸗ mals faßte er das Prejekt zu einem Einfalle in Indien, allein so oft er gegen Osten marschirte, wurde er von Gefahren, die im Innern, oder auf der Westseite seines Reiches drohten, zurückgerufen; und er zauderte, seine Aufmerksamkeit hanptsächlich den inneren ele genheiten des Reiches zuzuwenden, so lange, bis er die Krone für immer verlor.
Mahmud in Herat, der bei der Anerkennung seines Bruders
Siman nur aus der Roth eine Tugend gemacht hatte, lehnte sich ge⸗
gen diesen auf; — dretmal machte er den Versuch, auf den Thron zu; gelangen, 1794, 1797 und 1799, aber jeder dieser Versuche lief unglück⸗
lich ab, und er sah sich am Ende genöthigt, am Hofe des Schah's von Persien eine Zuflucht zu suchen. Monarchen auf dessen zweiter Expedition nach Khoraffan. . Hoffnungen wurden neu belebt, denn Futtih Alli Schah versprach ihm Huͤlfe, und in Kabul war Unzufriedenheit mit Schah Siman aus⸗ gebrochen, weil er sechs Laneesene haften Männer 228 See vgr 9 ihrer Spitze das Oberhaupt des mächtigen und einflußreichen Baruk⸗ 1— sebteGeschtechts, 19e. Sirafrahs 89 dem er die Krone verdankte, Sinab auch die starke Festung Multan, und gewann dadurch ganz die
hatte hinrichten lassen. Diese Verschwörung war gegen den verhaßten 1 . 1 Jahre 1819 das Kaschmir⸗Thal,
Im Jahre 1800 begleitete er diesen Seine
Staats⸗Kanzler und gegen den König selbst gerichtet, an dessen Stelle
in Bruder Schudscha auf den Throu gesetzt werden sollte. Doch, des st 8 . “ “ bron sasest e Nichts auf, und 1823, drang er auch über den Strom, und es kam am 15. Mälz bei
Persischen Schah's Versprechungen lösten sich in Mabmud zog sich, mit seinem Sohne Kamran und einigen treuen Anbängern, nach Tabs, oder Tabes, in der Persischen Provinz Ko⸗ histan, zurück.
Unterdeß war statt des hingerichteten Sirafrabs Khan dessen Sohn Futtih Khan Oberhaupt des Bariksehi⸗Stammes geworden. Von Natur ehrgeizig und rachsüchtig, bot sich diesem jungen, that⸗ fräftigen und mächtigen Häuptling die Aussicht, beide Leidenschaften zu befriedigen, wenn er sich mit Mahmud verbände, dessen Bruder zu stürzen, der seinem Vater, indem er ihm das Leben nahm, mit so schnödem, schmählichem Undank gelohnt hatte. Er eilte nach Tabs, wo Mahmud und Futtih Khan auf den Koran schworen, treu und ehrlich zusammen zu halten zur Erreichung des gemeinschaftlichen Zwecks. Schnell wuchs das Häuflein, womit die Verschwornen ins Afghanische Gebiet drangen, zu einem ansehnlichen Heere an, und nach vierzig Tagen fiel Kandahar, diese Residenz seines Großvaters, in die Häͤnde des Kron⸗Prätendenten. Siman Schah befand sich eben am Indus, um einen Einfall in Hindustan vorzubereiten, als die Nachricht von dem Verluste Kandahar's ihn erreichte. Zwar ellte er mit 30,000 Mann herbei, aber schon auf dem Marsche verließen ihn viele seiner Vasallen, die unter dem Einflusse der Baruksehis standen⸗ und als die Vorhut seines Heeres auf die Armee Mahmud'’s stieß, ging sie bis auf den letzten Mann zu dieser uͤber, womit ein Beispicl gegeben ward, was sofort von dem Haupt⸗Corps befolgt wurde. Si⸗ man und sein Groß Wesir flüchteten nach Kabul, aber auch hier nicht sicher seyend, ging die Flucht weiter. Alles siel von ihnen ab, und trat auf Mahmud's Seite. Wie groß der Haß geworden, den Schah Siman auf sich geladen, erhellet daraus, daß selbst das Gastrecht, welches der entthronte König bei einem seiner vormaligen Vasallen nachgesucht und erbalten hatte, von diesem gebrochen wurde, — ein unerhörter Fall in der Sittengeschichte der Afghanen, wie der mei⸗ sien Völker der Mohammedanischen Welt; der Vasall lieferte den König an Mahmud aus, der ihn blenden und in Kabul etnsperren ließ, während Futtih Khan den Tod seines Vaters durch die Hinrich⸗ tung von Siman's Staa: s⸗Kanzler zu rächen suchte.
Doch auch Mahmud's Regierung, während der sein öltester Sohn Kamran Statthalter von Kandahar war, hatte keine lange Daner. Der neue Herrscher schwelgte in Belustigungen aller Art und über⸗ ließ die Zügel der Berwaltung seinem Groß Wesir Futtih Khan, der trotz seines persönlichen Einflusses, als Oberhaupt des großen Baruk⸗ seht⸗Geschlechts, mit mächtigen Parteien zu kämpfen hatte, die er nur zwei Jahre lang durch strenge, F Maßregeln nieder zu halten vermochte. Ganz besonders erregte es Unzufriedenheit, daß Mahmud die Persische Leibwache, welche er von Tabs mitgebracht hatte, beibehielt und der Sehia⸗Sekte, zu der sie gehörte, Vorschub leistete. Die Unzufriedenen wiegelten daher die sunnitische Bevölke⸗ rung in den Umgebungen von Kabul auf, und es wurde, unter dem Deckmantel der Religion, eine Insurrection eingeleitet, deren Ausgang darin bestand, daß Mahmud den Thron einbüßte.
Nun holte man den Prinzen Schudscha, der bisher ganz ruhig als Statthalter sciner Brüder in Pischauer gelebt, und nach Simau’s Absetzung keine Ansprüche auf den Thron geltend gemacht hatte, aus seinem Gouvernements⸗Sitze ab, und führte ihn im Triumph nach Kabul, wo ihn die Insurgenten zum König ausriefen. Edelmüthig und gutherzig, wie uns Schudscha von den glaubwürdigsten Bericht⸗ Erstaltern geschildert wird, sperrte er zwar seinen Bruder ein, schonte aber dessen Gesicht, und übte damit eine Handlung der Milde, die ihm später theuer zu stehen kam; auch schenkte er seinem älteren Bruder Siman sofort die Freiheit, und war nur strenge — die⸗ jenige Person, welche die Gesetze der Gasifreundschaft mit Füßen ge⸗ treten und Simau an Mahmud verrathen batte. Futtib Khan be⸗ gab sich nach Kandahar zu Kamran; allein da Beide dastlbst nicht Stand halten konnteu, so ging der Prinz nach Ferrah, während sich der Ex⸗ Wesir, nachdem er dem neuen König serne Dienste angeboten hatte, diese aber abgelehnt worden waren, auf sein Schloß Girischk, am Hirmend zurückzog. Prinz Kaisir, ein Sehn von Schah Siman, wurde zum Gouverneur von Kandahar ernannt, Hadscht Fibhrus in dem Gonvernement von Herat, dem er unter Mahmud'’s Regie⸗ rung vorgestanden hatte, bestätigt, und Mukbtar Audullah, ein Häupt⸗ ling des Stammes Bamisehi, von dem die Insurrection zu Gunsten Schudscha's ausgegangen war, zum Groß⸗Wefir befördert.
Anfangs versprach die neue Regierung sehr viel Gutes zu leisten, allein die Herrlichkeit dauerte nicht lange. Schudscha verfeindete sich seinen Staats⸗Kanzler, weil er sich von ihm unabhängig machen und selbst regieren wollie; auch fehlte es nicht an Personen, die den Ebrgeiz des auf schwankender Grundlage ruhenden Herrschers, wie des Premiter⸗ Ministers gleichmäßig nährten. Schudscha war von Leuten umgeben, denen er die größten Verbindlichkeiten schuldig war; ohne Mittel, diese alle zu erfüllen, sah er sich beim besten Willen außer Stande, die Zügel einer Regierung so kräftig zu führen, als es zur Wieder⸗ hersiellung der von seinem Bruder geschwächten Königlichen Gewalt nothwendig war. Futtih Khan, der Baruksehi, dessen Leben nur aus einer Kette von Intrignen bestand, wußte im Jahre 1805 eine neue Verschwörung gegen den nunmchrigen König anzuzetteln, allein diese wurde in der Geburt erstickt, und Schah Schudscha nahm das erneuerte Anerbieten Futtih's, in seinen Dienst zu treten, jetzt au, in der Hoffnung, aus einem gefährlichen Feind, wo möglich einen Freund zu machen. Schudscha sah sich jedoch bald in seinen Hoff⸗ nungen bitter getäuscht: Futtih Khan ging zu Mahmud über, der aus seinem Gefängniß entkommen war, und im Lande umherirrte; und gleichzeitig rehellirte der Groß⸗Wesir Makhtar Audullah, derselbe,
welcher Schudscha auf den Thron geholfen hatte, und rief den Prin⸗ zen Kaisir zum König aus. Beide Aufstände wurden durch glerreiche
Siege unterdrückt, b Frücnph nach seiner Lieblings⸗Residenz Pischauer zurück, wo er bald darauf den Englischen Gesandten Elphinstone empfing, der uns von den persönlichen Eigenschaften dieses Fürsten ein so vortheilhaftes
gaut aeschriebener Artikel des 1
177 ff.), hauptsächlich nach Alexander Burnes“ Bericht, e⸗
rung der späteren Ereignisse aufnimmt, und die Begebenheiten bis auf die Gegenwart verfolgt. b in Rr. 310 vom 9. Movember, S. 1277, mitgetheilt; wir können die Leser darauf verweisen.
—
““ “
und Schudscha kehrte im
Januar
Er war damals ein Mann von etwa 30 Jah⸗
ren, so daß er gegenwärtig an der Gränze der sechziger stebt. Dech bald drehte ihm das Glück den Re. 1 8 Khan abermals unterstützt, vertrieb scinen Bruder und bestieg den Thron von Kabul zum zweitenmal; dies ereignete sich zu Aafang des Jahres 1810.
Rücken, und Mahmud, von Futrtib
Wir sind hier bis zu demjenigen Zeitpunkte gekommen, wo ein siatic Journal (Rovember 1838, S.
Diesen Artikel hat die Staats⸗Zeitung
Unter Mahmud's zweiter Regterung ging das Afahanen⸗Reich,
das einst so gefürchtet war, mit Riesenschritten seiner Auflösung ent⸗ gegen; die schwachen Bande, welche seine Bestandtheile zusammenhiel⸗ ten, wurden immer lockerer und die Parteien immer mäaͤchtiger, wäh⸗ rend die Familie des Oberhauptes der Baruksechis nach der Allein⸗ berrschaft strebte. Zuerst ging, 1813, die Festung Attok, dieser
wichtige
v.
Vorposten am Indus, der den Uebergang über den genannten Strom Angele⸗ vertheidigt, durch Verrätherei des Kemmandanten verloren, und Run⸗
dschit Singh versäumte nicht, sie zu besetzen. 1 8 Futtih Khan, Namens seines Herrn, der Britischen Regierung Er⸗ öffnungen zu cinem Bündniß gegen den immer weiter um sich grei⸗ fenden Staat der Seilhs. „Da wir“, an die Britische Behörde, „einen und denselben Gott anbeten, es unsere Pflicht, gemeinschaftlich die Ungläubigen auszurotten, die eben so viele Dornsträucher in dem Garten des Pendschab sind. So⸗ bald die Kriegsflammen angefacht d 1 fehl meines Wesirs Futtih Khan nach jener Gegend in Marsch ge⸗ setzt seyn werden, wollen wir, so Gott will, die Ungläubigen in Ver⸗ wirrung bringen, und dann das Pendschab unter uns theilen.“ Un⸗ ruhen in anderen Gegenden des Reiches vereitelten aber diesen Plan, der im Jahre 1817 gefaßt wurde.
Bei diesem Anlaß machte
so hieß es in dem Schreiben, so ist
und Truppen unter dem Be⸗
Ein Jahr später eroberte Rundschit
natürliche Westgränze seines Reiches. Dann überrumpelte er im und machte damit der Afghanen⸗ Herrschaft auf der Osiseite des Indus ein Ende. Vier Jabre später, einem Orte, Ramens Ruscheher, der zwischen Attok und Pischauer liegt, zu einer blutigen Schlacht, in welcher die Seilhs zwar die Oberhand bebielten, seit der Zeit aber nicht gewagt haben, weiter ge⸗ gen Westen vorzudringen, so daß sich Rundschit Singh hat begnügen müssen, nur allein Pischauer tributpflichtig zu machen. V Um die Namen der Personen, welche in der neuern Geschichte
Afghanistan's Hauptrollen gespielt haben, eder btrufen sevn sollten,
in Zukunft mehr oder minder großen Einfluß auf ihr Vaterland aus zuüben, dem Gedächtnisse besser vergegenwärtigen zu köunen, theilen wir nachstebend eine genealogische Uebersicht der aus dem Siduhesi⸗ Stamme catsprungenen Königlichen Familie von Kabul mit: 1
Ahmed Schah, Grüͤnder der Duranit Dynestie. † 1773.
8
8 8
Teimur Schah. † 1793.
—— Aitub, oder Dschikub. (Lebt im Exil zu Lahore.)
EE e. Hamayun. Siman. Schudscha. Mahmud. Fihrus Ud (Geblendet.) (Gedlandet.) (En eFhss † 1829. S “ r. Lebt eben⸗ Hüna. einer Pen⸗ falls in Lu⸗- Kamran, lnsr an al llik 9 Sultan Ma⸗ Comp. der Comp. 868 S. ö hommed Khan⸗ 8 . II 2) Pir Mahem⸗ med Khan. bob Zed Khan. Herrschen ge⸗ ein schaftlich in Pischauer, als Tributpflichtige des Maharad⸗ 8 scha Randschit “ 1 Singh von La⸗ .“ * hore.
Nach dieser ziemlich verbürgten“*) Genealogie der Durani⸗Dynastie würde, in Gemäßheit Europäischer Begriffe über die Thronfolge der Sohn des geblendeten Schah Siman, nämlich der Prin Kaifir, das erste Anrecht auf die Regentschaft von Kabul haben; allein die neueste Geschichte gedenkt weder seines Namens, noch anderer Kiuder Siman's, der in seinem blinden Zustande wohl nicht befäbigt ist, die schwierige Stellung zu vertreten, welche mit dem Sitz auf dem Kabul⸗Throne verknüpft ist. Unter Voraussetzung des Absterbens von Kaisir hat dann, jenen Begriffen zufolge, Schudscha die gerechtesten Ansprüche auf den Besitz der Macht in Kabul, und wir müssen, auf Canolly gesützt, die Genealogie zurückweisen, welche der Agra Akhbar vom 18. August (und daraus die Mornina Cbronicle vom 30. Oktober sowie die Staats⸗Zeitung Rr. 308, vom 6 Nov., S. 1269) zu Gunsten des verstorbenen Schah Mahmud und seines Sohnes Kamran geltend gemacht hat. Von jenem Gesichtspunkte rechtlicher Rachfolge geht dann auch ohne Zweifel die Regierung von Britisch⸗Indien aus, wennste dem Fürsten Schudscha zur Erlangung seines Erbes behülflich ist, und den Prinzen Kamran, den gegenwärtigen Herrscher von Herat, eben so als Usurpator betrachtet, wie die Häuptlinge von Kabul und Kandahar aus dem Barukschi⸗Geschlecht. Politische Ruͤcksichten treten dabei mit ins Spiel. Schah Schudscha wird uns nämlich zwar als ein wohlwollender, freundlicher und in seinen Manieren und seinem ganzen Wesen hächst fein gebildeter Mann, zugleich aber auch als ein Fuͤrst geschildert, dessen Urtheilskraft sich nicht über die Mittelmäßigkeit erhebe, und dessen Geschick zum Beherrschen eines Volks, das dazu höchst unruhigen und selbstständigen Charakters und, je nach den Interessen der vornebmsten Familien in viele Parteiecn gespalten ist, immer sehr zweifelhaft gewesen sey. Es liegt darum ganz im Interesse des Indo⸗Britischen Reichs, ein so schwaches, so unfaͤbiges Oberhaupt auf den Afghanischen Thron zu setzen, der nur durch den Eindluß, welchen England durch materielle und moralische Kraft im Orient übt, aufrecht erhalten werden und Dauer gewin⸗ nen kann.
England's Indische Politik ist immer langsam zu Werke gegan⸗ gen, ader desto sicherer in ihren Erfolgen gewesen. Man müßte in der That sehr kurzsichtig sevn, wenn man annehmen wollte, das Stre⸗ ben: die Gränzen der Gewalt gegen Westen auszudehnen, sey eben jetzt erst vom Zaune gebrochen. Seit Jahren streht die Englische Macht dahin: nicht umsonst sind die vielen Gesandtschaften an den Hof der Amirs von Sinde und an den Hof des Maharadscha Run⸗ dschit Singh mit großen Kosten abgefertigt worden; nicht als eine Höf⸗ lichkeits⸗Formel sind Zusammenkünfte zwischen diesem Herrscher des Pendschab und dem eneral⸗Gouverneur von Indien veranstaltet worden; nicht zufällig und zwecklos haben seit den letzten sieben oder acht Jabren die Burnes, die Gerard, die Canolly, die Masson, die Vigne, die Wood u. a. unterrichtete Reisende Afghanistan und die benachbarten Länder, bis zu den Quellen des Oxus, auf der Hoch⸗ ebene Pamir, nach allen Richtungen durchkreuzt. Die Geographie und Geschichte dieser Länder, insbesondere auch ihre Alterthums⸗ kunde, haben den Bemühungen jener Männer nnendlich viel zu ver⸗ danken, und werden ihnen zukünftig noch mehr verdaunken, wenn die Berichte der neuesten, noch im Gange seyenden Reisen erst bekannt geworden seyn werden; aber man übersehe es nicht, daß der wissen⸗
*) Mit Ausnahme der drei Söhne Aijub's, die als solche von Canolly bezeichnet werden; Burnes dagegen neunt die drei Brüder⸗ Häuptlinge von Pischauer Brüder des Oberhauptes von Kabul, Dost
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Mohammed Khan, wonach sie zum Geschlecht der Baruksehis gehö⸗ ren würden. 1