1839 / 14 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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1.“““]

Herrn Wolff, die derselbe mit einer ausehnlichen Reihe von maͤlle⸗ rischen Darstellungen dieser von ihm neuerlich bereisten Gegenden begleitete. Herr Steffens gab hierauf Nachträge zu seiner neu⸗ lichen Mittheilung über die berühmten Sprudelquellen Islands, be⸗ sonders in Beziehung auf die Ursachen der sehr hohen Temperatur, welche sich bei den im vorigen Jahre angestellten Versuchen in der Tiefe derselben zu erkennen gegeben hat. Herr Ritter las die ort⸗ setzunz des von dem anwesenden Herrn Robinson auf seiner Reise durch Palästina geführten Tagebuches, in welchem die Gegenden von Gaza, Eleuteropolts, Kebron und Vadimusa unter vielfacher Berich⸗ tigung fräherer Annahmen erörtert werden. Zuletzt las Herr Mahl⸗ mann über die Vertbeilung der Wärme auf der Oberfläche der Erde und über den thermischen Aequator. Als Geschenke an die Biblio⸗ ihek sind noch zu erwähnen: 1) Jabres⸗Bericht des geographischen Vereins zu Frankfurt a. M. 2) Phpsikalisch⸗geograpbische Beschrei⸗ bung der Umgegend Frankfurts von Dr. Kriegk. 3) Froriep, zoo⸗ logische Elementar⸗Karte Nr. 2—5. 4) Gropius, die Berlin⸗Pots⸗ damer Eisenbahn. 5) Schönberg, Skizze von Algier in medizini⸗ scher ꝛc. Hinsicht, und 6) Vogel von Falkenstein, Karte von

Salzbrunn ꝛc., gestochen von Brose.

Ueber das Haus⸗ uns Tagebuch Valentin Gierth's und die Herzogin Dorothea Sibylla von Lieg⸗ nihtz und Brieg, geborne Markgraͤfin von Bran⸗, denburg. Eine Untersuchung von Heinrich Wuttka. Breslau bei Friedlaͤnder, 1838. 75 S. 8. 8

Es siud zehn Jahre her, daß die Herzogin Dorothea Sibplla, von der uns zuvor wenig Näheres bekannt gewesen, durch allmälige Veröffentlichung aus ihrem Leben einen großen Kreis von Verehrein bekommen hat; denn die von dem Spudikus Koch in Brieg bekannt gemachten Memoiren, vorgeblich aus der Feder des Rothgerbermei⸗ sters Gierth in Brieg, stellten ihren gesammten Werth in so liebens⸗ würdigem Bilde dar und dabei in so einnebmendem Vortrage, daß selbst die Schlesischen Historiker daraus schöpften, daß die öffentlichen Blätier (auch die unfrigen z veimal) ehrenvolle Anzeige davon gaben, daß das theilnehmende Puhlkum sich der mnsterhaftesten Humanität einer aus unserem Regentenhause entsprossenen edlen Frau in jenem historischen Fürstenspiegel zu erfreuen eilte, ja, daß die Bildnisse die⸗ er hervorragenden Herzogin von Brieg ein Gegenstand der eifrigsten

ewerbung wurden.

Jetzt erhebt sich gegen die Echtheit dieses Buches eine Stimme, der wir unsere Aufmerksamfeit nicht versagen dürfen. Herr Wuttke, der sich, seinen äußeren Verhältnissen nach, zwar nicht näher dezeich⸗ net hat, giebt sich doch in dieser Schrift als einen durchaus zuverläs⸗ sigen Mann zu erkennen, und die polemische Kraft seiner Waffen ist so gewandt und so bedeutend, daß der von ihm etröffacte literarische Prozeß den allgemeinsten Antheil finden wird. Er stellt den erst am 17. Juli 1838 verstorbenen Syndilus Koch, den Herausgeber der St⸗ byllenblätter, geradezu mit dem Kandidaten Wagenfeld in eine Rrihe und behauptet, daß das Haus⸗ und Tagebuch des Rothgerbermeisters Valentin Gierth, wie es uns vorliegt, wo nicht ganz untergeschoden, doch durch und durch verfälscht, und zwar in einem solchen Grade verändert worden, daß eine Scheidung des historisch Zuverlässigen von dem Ersonnenen völlig unzulässig sey; daß demgemäß die ganze Schrift vielmehr als Roman, denn als Geschichtsquene anzuschen.

Die von dem Verfasser beigebrachten Gründe sind allerdings der Art, daß auch der eingenommenste Freund des Sibollenbuches durch dieselben sich in seinem Glauben an die Echtheit desselben sehr er⸗ schüttert fühlen wird. Herr Wuttke stellt nämlich eine Masse von er⸗ beblichen Bedenken auf, die er aus chronolegischen und Lokal⸗Ver⸗ hältnissen hergenommen und auf die genaueste Kenntniß gleichzeitiger Zustände begründet hat; er sacht durch die Vergleichung der Bil⸗ dungsstufe des Valentin Gierth mit den ihm beigelegten Schriften zu zeigen, daß dem ununterrichteten Rothgerber so gewandte Erzaͤhlun⸗

gen und Beschreibungen nich: vätten gelingen können, und daß das ganze Haus⸗ und Tagebuch, so wie es uns vorliegt, nicht in den Jahrn 1610 bis 1625 geschrieben, sondern ein neueres Machwerk sey, wie denn auch die Cha⸗ rafter⸗Schilderung der Herzogin selbst, in Bezug auf Kirchenglauben und Standes⸗Ansichten namentlich, nicht in dem Geiste ihrer Zeit, son⸗ dern in der Gesinnung unserer Tage gezeichnet worden, obaleich die

edle Fürstin, wenn auch der Leichenredner und die Trauerdichter viel

Gierth

seine Augriffe w

liches, dem Herr

geden werden, zelgen sollte. mit dem

sey.

von dem glücklichen Best⸗ auch, daß die, mit den riker die Ehrenrettung des Syndikus Koch bwen⸗ von Herrn Wuttke ausgesprochenen Anklage (soweit sie überhaupt möglich) nicht versjäumen werden, um so me⸗ durchaus ehrenwerther und wohlgewappneter

licher freilich wäre derselbe aufgetreten, wenn er die ihm, wie er sagt, „nicht so lange verschoben, sondern, da

von Koch selbst 1830 herausgege⸗ bene Buch betreffen, schon vor Jahren, wenn auch nicht in so kunst⸗

erechter Schlachtordnung und mit so vielem schweren und leichten Vefchütze, mit seinen Bedenken sich, im Angesichte der ganzen Welt,

„abgenöthigte Anklage

tbümlichkeiten der beiden Haupt⸗ Valentin Gierth, bergenommenen 8 welcher des Syndikus Koch sich anzunehmen Lust be⸗ wir gern erfahren, ob der Verfasser genannten Bürgermeister Wuttke in lches sonst sein

Dagegen hätten Seite 70 gelegenilich Brieg Eine Person ist, oder we

50

üäbertrieben .era einr sehr ehrenwerthe Frau gewesen der Sondikus Koch sich über das 84 Valentin Gierth niemals genügend güegewiesen, dessen Handschrift auch --Ie Niemand ens, daß es ihn von Herzen freuen in seine gänzlich widerlegt zonte, weil alsdann die historische Literatur mit einer höchst merkwürdigen

ärmer sa machen gesucht. che Haus⸗ und Tagebuch, w

Wir u

chlesischen

esentlich doch das,

dem Herausgeber selbst, als dem gecignetsten Kämpen, stellt, den er nun, im Grabe, unverholen der „literarischen

rei’ zeihet und einen Falsator nennt; auch die Insinuation, daß der

selige Koch durch sein Buch eine 4 seinen Sohn habe gewinnen wollen, hätten wir, als etwas Unerheb. erfasser eben so gern erlassen, wie die „literarische

hoh

n

Betrügerei“, weil seine inneren, aus Ort⸗ ni aus den Briegschen amtlichen Rechnungsbüchern und aus den Eigen⸗ ben der Herzogin und des

Vorhgundenseyn des Tag

werde, Schrift bereichert bleibt, enn ein solches irgend vorhanden,

er baldigst Nesöffentlicht werde; wir hoffen E Verhältnissen vertrauteren Histo⸗

Zu dem habe cduches eines

Herr Wuttke versichert übri⸗

0 97 wenn seine Untersuchung 5 % Span. 169/18.

Präm.-Sch. 124. Po

um die er sie

nseres Ortes wünschen, daß das Zmsl. —. Neu

Oesterr.

ie Abwendung der und die g 1 % 2591 Rr.

hr, da der Verfasser ein

Widersacher ist. Ritter⸗ Präm.-Sch. 69 ¼¾ G.

68 ½.

Ufer 570 Br. do. Bordeaux-Teste —.

gegenüberge⸗ G Betrüge⸗ Bank-Aetien 14

e Person zur Barmherzigkeit für

b See. fin cour. 99. 40. und Zeit⸗Verhältnissen, 8

5 % Met. 108

ründe demjenigen Arbeit genug Bank- Actien 1512.

Anuns wärtige

Niederl. wirkl. Schuld 54 1l.

Frankfurt a. M., 9. Januar. 5 % Met. 1065¾ G. Bank-Actien 1789. 1787. Loose zu 500 Fl. 1361½. 136 ⁄¼

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Köln-Aachen 90 Br.

5 % Rente fin cour. 110. 20. 3 % fin cour. 8 5 % Span. Rente 18. Passive —. 3 % Portug. 21 ½

ö1ö1ö1qu“X“X“

Amsterdam, 7. Januar.

5 % do. 101 ½. Passive —. Ausg. Sch. —. Zinsl. In. 123. Oesterr. Met. 103 ¼.

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Antwerpen, 6. Januar. e Anl. 16 ¾.

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Paris, 7. Januar. 78. 95. 5 % !.

Wien, 7. Januar. ½. 4 % 100 ¼. 3 % 81. 2 ½ Neue Anl. —.

mermann,

Amtlicher Fonds- und

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0 Den 12. Januar 1839.

Tanz von B ö5

Schiller.

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22

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100 Thl. 150 Fl. 100 Rbl.

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300 Mk.

300 Mk. 1 LSt.

300 Fr.

139 ⁄½ 139 150 ½ 149 ¾ 6 19 ½ 79712 100 ⁄%

99

. Kurz 8 2 Mt. Kurz 2 Mt. 3 Mi. 2 Mt. 8 2 Mt. 8 2 Mt. 11. 2 Mt. 8 Tage 2 Mt. 3 Woch.

Konigliche Schauspiele. Sonntag, 13. Jan. omische Oper in 3 Abth. Hoguet. Im Schauspielhause: von F. Grillparzer. In Potsdam: Hierauf: Gasthof⸗Abenteuer, Montag, 14. Jan. muͤden, Lustspiel in 5 Abth., von E. Raupach. Dienstag, 15. Dez. Im Schauspielhause.

Koͤnigsstaͤdtisches Th.

Dienstag, 15. Jan. Zum erstenmale: schrift, Lustspiel in 4 Akten, von Dr. Karl Toͤpfer.

Im Opernhause. Czaar und Zim⸗ Musik von Lortzing.

Die Ahnfrau, Trauerspiel in 5 Abth⸗,

Der Parasit, Lustspiel in 5 Abth., von Lustspiel in 1 Akt. Im Schauspielhause. Die Lebens⸗ Die Gouver⸗ von Th. Koͤrner. Hierauf: Phaͤdra, von Racine, uͤbersetzt von Schiller.

116 Abth.,

eater. 3. Jan. 1739, 1839, 1939. Phantastisches Gesang in 3 Abth., von C. Meisl, Mustk, cheils arrangirt, vom Musik⸗Direktor Herra

4. Jan. Die Franzosen in Spanien, oder: St. Cyr. Schauspiel in 5 Akten, mit einem Eroberung von Taragona. Nach dem Fran⸗

Francis Cornu, von L. von Alvensleben.

Freien nach Vor⸗

In Vertretung des Redacteurs: Wentzel.

Gedruckt bei A. W. Hayn.

v⸗

Allgemeiner

8 ( aften, Bekanntmachungen. Rotdhwendiger Verkanf. Ober⸗Landesgericht zu Bromberg.

Das im Enesner Kreise gelegene, den Jehann Repomucen von Dzcerzanowskischen Erben gehörige, adelige Gut Karniszewo K. 12, gerichtlich abgeschäͤtzt auf 18,335 Thlr. 7 sgr. 8 pf., soll am 15. Jultus 1839, Vormittags um 11 Uhr, an ordenilicher Gerichtsstelle hierseldst subhastirt werden.

Taxe, Hypothekenschein und Bedingungen sind in der Registratur hh gen.

Alle unbekannte Real⸗Prätendenten werden aufge⸗ fordert, sich bei Vermeibdung der Präklusion in diesem Termine zu melden. Die ihrer Person und ihrem Aufenthalte nach unbekannten Erben

des Franz v. Gutowski zu Rzegnowo und

des Isaac Zippert zu Gnesen, b welche angeblsch verstorben, werden heerzu öffentlich vorgeladen. 8

Leipzig,

worden.

Rothwendiger Verkanf. Landgericht Torgan. Das unter Nr. 2 des Brandversicherungs⸗Katasters des Dorfs Lehndorf, Liebenwerdaer Kreises, belegene Drel und Einhalbhufengut nebst Zubehör des Mate⸗ rialien⸗Verwalters George Withelm Ludwig Rürn⸗ berger, abgeschätzt auf 9566 Thir. 5 sgr. zufolge der nebst Hopothekenschein in der Registralur einzuschen⸗ den Taxe, soll am 15. Juli 1839, Vormittags 11 Uhr, an ordentlicher Gerichtsstelle subhastirt werden, Die dem Aufenthalte nach unbekannten Gläubiger: a) die verwittwete Postmeister Johaunne Sophie Zietzschmann, b) der Ernst Zietzschmann, 1u“] oder deren Erben werden hierzu öffentlich vorgeladen.

Ein am 5. d. M. erschienener gedruckter Bericht über den Bau der Magdeburg-Cöthen-Halle-Leipziger Eisenbahn liegt zur Verabfolgung an die Interessenten dieser Bahn bei deo Unterzeich- neten bereit.

Berlip, am 10. Januar 1839. 1 Anhalt & Wagener,

Brüderstrafse No. 5. eKa’-

Literarische Anzeigen.

Bücher⸗Auction zu Leipzig. b

Am 28. Januar 1839 beginnt dabier die Versteige⸗ rung der von Herrn Kammerrath Roß, Ritter des C. P. O., hinterlassenen reichen Bibliothek, nebst einer roßen Anzahl anderer Schriften aus allen Wissen⸗

Resultaten.

David Grundgesetze

Anzeiger fuͤr die Preußischen Staaten.

Die ersten beiden Rummern des Justiz⸗Ministe⸗ rial⸗Blattes sind heute, den IIten, ausgegeben

Heilige

Bei Wilh. Engelmann in Leipzig ist so eben erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben: Ricardo's

Volkswirthschaft

und Besteuerung. Aus dem Englischen übersetzt von Dr. Ed w. Baumstark,

der

Prof. in Greifsw

Erster Band. Uebersetzung. Zweiter Band. Volkswirthschaftliche Erläuterungen vorzüglich über David Ricardo's System.

Gr. S8vo. 2 Wir übergeben hiermit dem Publikum den zwei- ten und leizten Theil eines Werkes, dessen Vollen-. dung die Männer von Fach schon lange erwarten. Dieser Band euthält denn nun eine voliständige um- fassende Prüfung des berühmten politisch-ökonomi- schen Systems von Dav. Kicardo nebst fortlau- fender Zugabe der Anmerkungen, welche J. B. Say zu der Französischen Uebersetzung des Ricardo- schen Werkes gemacht hat. ständiges Ganze, in welchem der Verfasser seine eigenthümliche höhere historische Auschauung poli- tisch-ökonomischer Verhältnisse abgerundet und zu- pßammenhängend dargelegt hat. Die neue Gestaltung, welche darin das KRicardosche System unter den Händen des Verf. gewinnt, bahnt in Deutschland einen neuen Weg für die politische Oekonomie. Die vergleichende Geschichte der Volks. und Staats- wirthschaft der Staaten des Alterthums, welche der erste Abschnitt dieses Buchs enthält, giebt dem Na- tional-Oeconomen, Staatsmanne und Historiker man- cherlei interessante Fingerzeige. lichen Untersuchungen der andern Absehnitte aber enthalten für den Theoretiken Fach eine gründliche Forschung über die bestritten- sten Fragen der politischeu Oeconomie mit neuen Die Darstellung im ganzen Buche ist frei von jedem gelehrten Antriche, gemeinver- ständlich für jeden Gebildeten. Nicolaische Buchhandlun (Brüderstrafse No. 12), Elbing, Thorn und Stettin.

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der Afseburg, von

Berlin, Montag den l4 un Januar

Amtliche Nachrichten. Krohik des TLages.

Des Koͤnigs Majestaͤt haben den bisherige

abe rigen Wasserbau⸗ Inspektor von Unruh zu Breslau zum Regierungs⸗ 9 athe zu ernennen geruht. 1

Se. Koͤnigl. Hoheit der Prinz Albre st von eburg hier wieder eingetroffen.

Der bisherige Kammergerichts⸗Assessor Dr. Wi 8 ammergerich Windmuͤller 8’ zum Justiz⸗Kommissarius bei dem neu errichteten Land⸗ und Stadtgericht zu Erfurt bestellt und die Versetzung des Justiz⸗ Pabst von Eisleben nach Erfurt zuruͤckgenommen

—OgNgNN-—

Die verehrlichen Gesetz⸗Sammlun se

chen Gese gs⸗Interessenten w

Pnehe. . und die chronologische liegen r das abgelaufene Jahr 1838 erschi 1

Ä1 9 h schienen ist und abgeholt

Berlin, den 14. Januar 1839. Gesetz⸗Sammlungs⸗Debits⸗Comtoir. Der Hof⸗ZJägermeister,

Angekommen: Dresden.

Freiherr von

eitungs⸗Nachri v

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Paris, 8. Jan. An die Stelle des Herzogs von Fitz James ist der Herzog von Valmy von dem zweiten Wahl⸗Kol⸗ legium der Obern Garonne zum Deputirten ernannt worden.

Die Presse sagt: „Der glaͤnzende Sieg, den unsere Waffen in Mexiko errungen haben, ist eine edle Antwort auf die Insinuationen des Paragraphen in der Adresse in Bezug auf unsere Expedition. Es war im Voraus eine Anklage⸗Akte gegen das Ministerium entworfen worden, und man wartete nur die Nachricht von dem geringsten Echec ab, um dem Ka⸗ binette die ganze Schwere der Verantwortlichkeit aufzubuͤrden. Die Kommission wagte nicht zu sagen, daß die Maßregeln schlecht angeordnet waͤren, aus Furcht, daß das Ereigniß dem widersprechen moͤchte. Aber sie giebt zu verstehen, daß dieselben zu spaͤt ergriffen waͤren. Es war dies ein sinnreicher Ausweg, um die Regierung zu tadeln, ohne sich selbst bloßzustellen. Die glaͤnzende Waffenthat, welche die umsichtigen Maͤßregeln der Regierung gekroͤnt hat, tritt jenen Berechnungen etwas hinderlich in den Weg. Die Adreß⸗Kommis⸗ sion muß es nun bei ihren uͤbelwollenden Insinuationen bewenden lassen. Es ist dies nicht die einzige Wi⸗ derlegung, die die Ereignisse ihr vorbehalten.“ Der Courrier français bemerkt uͤber denselben Gegenstand: „Das Mini⸗ sterium erhaͤlt heute ein letztes Laͤcheln des Gluͤckes; es hoffte, sagt man, vor der Thron⸗Rede guͤnstige Nachrichten aus Mexiko zu erhalten. Es empfaͤngt nun diese Nachrichten am Vorabend des Tages, wo es vor der Kammer die Handlungen seiner Verwaltung zu vertreten hat; und hierin hat das Gluͤck ihm besser gedient, als es selbst gewuͤnscht hatte. Aber welchen Vortheil es auch aus einem gluͤcklichen und ruhmvollen Ereig⸗ nisse, an dem es sehr wenig Antheil hat, ziehen moͤge, ja, sollte sich seine Existenz dadurch um einige Wochen verlaͤngern, so freuen wir uns nichtsdestoweniger von ganzem Herzen uͤber einen Triumph, der unserer Marine zur Ehre gereicht, und der im Aus⸗ lande die Achtung vor dem vielleicht zu sehr vergessenen Franzoͤsischen Namen wieder erwecken wird. Die Energie, mit welcher der Admiral Baudin diese Sache geleitet hat, zeigt, welche Ausga⸗ ben und welche Verluste man sich erspart haben wuͤrde, wenn man gleich zu Anfang einen in der Armee so geschaͤtzten Mann zum Kommando berufen und ihm die hinreichenden Streitkraͤfte zugetheilt haͤtte. Man wuͤrde dadurch nicht allein die Zoͤgerung vermieden haben, durch welche die Mexikaner in ihrem Wider⸗ stande bestaͤrkt wurden, sondern man wuͤrde auch den beklagens⸗ werthen Verlusten 8888 haben, welche das Klima unserer lotte zugefuͤgt hat. Die Minister, die sich den jetzt erlangten ieg zuschreiben, koͤnnen auch die Uebel nicht leugnen, die sie durch ihre Sorglosigkeit bei den ersten Vorbereitungen herbei⸗ gefuͤhrt haben.“ „Giebt es wirklich“, sagt das Journal des Débats, „in diesem Augenblicke nur zwei Maͤnner in Frankreich, die das Recht haben, sich fuͤr die Organe der Majoritaͤt, fuͤr die durch die oͤffentliche Meinung bezeichneten Minister auszuge⸗ ben? Muß das Ministerium nothwendig entweder dem Herrn Thiers, oder dem Herrn Guizot, oder Beiden zugleich anheim⸗ fallen? Ist es ein Umsturz der constitutionnellen Grundsaͤtze eine Verletzung der Charte, ein Attentat gegen die Praͤrogative der Kammern, wenn die Wahl des Koͤnigs auf andere Mit⸗ glieder der Majoritaͤt faͤllt? Sind die oͤffentlichen Freiheiten Sg Leidet der Wohlstand Frankreichs? Sind wir, wie ei großen, oͤffentlichen Kalamitaͤten, Pnoͤthigt, zu extremen Maßregeln, zu drohenden Adressen, zur erweigerung der Mit⸗ wirkung unsere Zuflucht zu nehmen Ist Alles erlaubt sind alle Mittel zu billigen, um die Gewalt zweien Maͤnnern zuzu⸗ wenden, welche, wie es scheint, allein die ganze Repraͤsentativ⸗Regie⸗ rung darstellen. Man fuͤhrtuns oft das Beispiel von 1830 an, um die Coalition von 1839 zu rechtfertigen. Im Jahre 1830 bildete sich in der That eine Coalition zwischen allen Nuͤancen der constitutionnellen Meinung, um die Charte gegen offen ausge⸗ sprochene Angriffe zu vertheidigen. Ohne die Coalition von 1830 wuͤrden wir heute unter dem Drucke der Juli⸗Ordonnan⸗ zen stehen. Die Gefahr muß daher gegenwaäͤrtig mindestens

F.

3

usschließung der Herren Thiers und Guizot f t eu⸗ tend mit den Juli⸗Ordonnanzen; denn 2 w89 Nuͤancen derselben Meinung, die sich gegenwaͤrtig coalisirt haben. Wir vermuthen wenigstens, daß etwas mehr als bloße Nuͤancen Herrn Berryer von Herrn Thiers und Herrn Michel von Herrn Guizot trennen. Im Jahre 1830 enthielt die beruͤhmte Adresse der 221 doch am Ende nur eine einzige Phrase des Tadels. In derselben sprach man sich entschieden und bestimmt gegen

gllauben, oder fuͤr so heimtuͤcki

das Ministerium aus, aber dieselbe konnte auf keine Wei

gegen das Koͤnigthum gedeutet werden. Und 8 damals Jedermann, daß die eigentliche Gefahr vom Koͤnige ausging. In der Adresse von 1839 dringt, trotz der Gewandt⸗ heit in der Abfassung, uͤberall ein boshafter Gedanke durch, und eine geheime Bitterkeit veegiftet die geringsten Worte. B Im

Jahre 1830, als die 221 ihre Adresse abfaßten t

schon im Geiste den Staatsstreich daeslas. Fu1— V unter uns zittern. Restauration so oft auf den Lippen

endlich entschluͤpfen. E v

Wir fuͤhlten Alle sollte ihr

und unsere Freiheiten bedrohe. Und dennoch haben wir ei Adreß⸗Entwurf vor uns, der die Adresse 18 1830 an Heß tigkeit uͤbertrifft. Ist denn jetzt die parlamentarische Re⸗ gierung etwa mehr bedroht, als damals, bloß weil die Herren Thiers und Gutzot nicht Minister sind? Man suche fuͤr all' die⸗ ses Laͤrmen, fuͤr jene unglaubliche Coalition, fuͤr jenen don⸗ nernden Adreß / Entwurf, fuͤr jene heftigen Declamationen ge⸗ gen das Koͤnigthum einen anderen rund, und man wird kei⸗ nen finden. Alles was man uns auf hundert verschiedene Wei⸗ sen sagt, daß die parlamentarische Regierung verfaͤlscht, daß die Charte, wenn auch nicht Buchstaben, doch ihrem Geiste nach, verletzt, daß die Verantwortlichkeit der Minister eine Taͤuschung, daß unsere auswärtige Politik ohne Wuͤrde, und unsere innere Politik ohne Stärke sey, dies Alles bedeutet im Grunde nur das Eine, Herr Thiers und Herr Guizot sind nicht Minister! Herr Guizot wuͤrde, wir zweifeln nicht daran, die Vertraͤge eben so getreulich gehalten haben, wie es Herr Mols gethan hat, und

aͤtte sich eben so wenig als dieser geweigert, die Franzoͤsischen

Cruppen aus Ancona zuruͤckzuziehen, sobald die Oesterreicher die Legationen verließen. err Thiers wuͤrde nicht geduldet haben, daß Ludwig Napoleon ruhig nach der Schweiz zuruͤck⸗ kehrte, um dort der Gnade Frankreichs zu trotzen, und neue Verschwoͤrungen anzuzetteln. Als die Herren Thiers und Guizot Minister waren, glaubten sie den Koͤnig durch ihre Verantwortlichkeit sehr gut zu schuͤtzen, obgleich die Person des Koͤnigs den schmaͤhlichsten Angriffen und den furchtbarsten Attentaten ausgesetzt war? Was hat sich aber seitdem veraͤndert? Wir wiederholen es noch einmal, nur ein einziges, die Herren Guizot und Thiers sind nicht Minister! Ancona, Polen, die Schweiz, die Renten⸗Konversion, die Maxime, daß der Koͤnig herrsche und nicht regiere, die Coalition, die Adresse, Alles dies laͤuft auf ein Ziel hinaus: die Herren Thiers und Guizot muͤssen Mi⸗ nister werden; sonst keine parlamentarische Regierung, keine Charte. Die Kammer hat also im Grunde nur uͤber eine ein⸗ zige Frage zu entscheiden: muͤssen die Herren Thiers und Gui⸗ zot durchaus Minister werden? Sind sie allein befaͤhigt dazu? Und will man, um ihnen zur Gewalt zu verhelfen, zu allen Mitteln, selbst zu denen seine Zuflucht nehmen, welche die Con⸗ stitution sich fuͤr die aͤußersten Faͤlle vorbehaͤlt.“

Großbritanien und Irland.

London, 5. Jan. Als die Times neulich uͤber das Fest⸗ mahl berichtete, welches dem zur katholischen Kirche uͤbergetretenen Pfarrer Spencer nach seiner Ruͤckkehr vom Kontinent in England gegeben wurde (s. Nr. 6 der St. Ztg. von diesem Jahre), machte sie schon darauf aufmerksam, daß eine uͤber ganz Europa verzweigte Ro⸗ manisten⸗ und Jesuiten⸗Verschwoͤrung zu existiren scheine, die es sich zum Ziel gesetzt habe, den Protestantismus zu untergra⸗ ben und die Herrschaft des Roͤmischen Stuhls in demselben Verhaͤltniß zu erweitern und zu verstaͤrken. Seitdem hat dieses Blatt in einer Reihe von Artikeln und durch Mittheilung von Schriften und Dokumenten aus fruͤherer Zeit sowohl wie aus der Gegenwart darzuthun gesucht, wie unermuͤdlich und auf wie mannigfaltige Weise, bald offen und keck, bald verdeckt und hinterlistig, uͤberall auf Erreichung jenes Zieles hinge⸗ arbeitet worden, und wie besonders jetzt so viele aͤhn⸗ liche gleichzeitige Erscheinungen auf einen tief angelegten Plan hindeuteten. „Wir haben“, sagt die Times in dieser Hinsicht unter Anderem, „den Protestanten des vereinigten Koͤnigreichs mehr als einmal in Erinnerung gebracht, daß sie, wie viel sie auch, theils durch wirkliche Unbill, theils durch die Furcht davor, von Seiten der Paͤpstlichen Gewalt gelitten, seit der Romanismus nicht mehr bloß erfolgreiche Bitten an unsere Milde richtet, sondern schon voͤllig auf die Herrschaft

Gedanke Karl's X. noch immer uͤber unseren Haͤuptern schwebe V

gleich seyn, und wahrscheinlich haͤlt man die augenblickliche

Das letzte Wort, welches der

end Eine Revolution war nahe bevorstehend. Wir halten keinen unserer eacane fuͤr so wahnsinnig, 8 zu um es auszusprechen, daß der

Stellen in demselben eingenommen hatte, ganz besonders aber mit dem Gesetz, gegen welches er so arg verstieß, da es Ange⸗ legenheiten regulirte und Fragen entschied, hinsichtlich deren er selbst die ausdruͤcklichsten und feierlichsten Verpflichtungen eingegan⸗ gen war, die er nun, auf Geheiß der Paͤpstlichen Autoritaͤt, ohne Zaudern brach. Wenn er sich als Vasall des Papstes be⸗ trachtete, so konnte er freilich von dem Roͤmischen Moral⸗Prin⸗ zip nicht abweichen, dessen Kraft weder durch die Zeit, noch durch die Umstaͤnde, weder durch die Wechselfaͤlle des Geschicks, noch durch die Lehren reiferer Erfahrung und durch die aufge⸗ klaͤrteren Ansichten der modernen Bildung im mindesten ge— schwaͤcht worden ist, näͤmlich, daß von Treue und Glauben ge⸗ gen Ketzer keine Rede seyn darf, wenn es sich um die Gebote oder Interessen der Kirche handelt. In der Sache wider die⸗ sen aufruͤhrerischen und gefaͤhrlichen Priester koͤmmt Preußens Verfahren nicht bloß seinen eigenen loyalen Unterthanen, son⸗ dern dem ganzen protestantischen und christlichen Europa zu Gute. V Alle Kennzeichen des Papismus, die wir so oft hervorgehoben haben, sind auch in diesem Falle wahrzunehmen: seine Centra lisirung, sein festes Zusammenhalten, seine Selbstsucht, seine Unredlichkeit, seine rastlose Begier nach unumschraͤnkter Ge⸗ walt. Auch unterscheidet sich der Rheinische Erzbischof in sei⸗ nem unterwuͤrfigen Gehorsam gegen Rom nicht im geringsten von dem am Shannon (in Irland), oder von dem Konvertiten Spencer, oder von den Jesuiten H'Connell und Shiel. Rom ist das Eine, seine Emissare sind uͤber alle Laͤnder verbreitet, seine Netze in allen Gewaͤssern ausgeworfen, sein Wille ist unumschraͤnkt, sein Raͤderwerk kann nicht vollkommener seyn.“ Das genannte Blatt entlehnt nun einer in der „Quarterly Review“ erschienenen Darstellung der beruͤhrten Vorfaͤlle in Preußen mehrere, durch zwei seiner Nummern fortlaufende Auszuͤge, welche zuerst das Benehmen des Erzbischofs Freiherrn Droste von Vischering in der Hermesianischen Angelegenheit, dann sein Verhalten in der kirchlichen Behandlung der gemischten Ehen und schließlich die bei dem Pfarrer Binterim aufgefun⸗ denen Briefe des Kaplan Michelis zum Gegenstand haben Diese Mittheilungen begleitet die „Times“ mit einer neuen Warnung an die Protestanten Großbritaniens vor den Umtrie⸗ ben des Romanismus auf ihrer Hut zu seyn. „Der Ruf: Kein Papstthum!“ sagt dieses Blatt, „galt einst fuͤr das Losungswort bloßer Alarmisten, deren Gemuͤth von eingebildeten Schrecken erfuͤllt sey, oder fuͤr den Wahlspruch factioͤser, selbstsuͤchtiger Gauner, die sich, wie man meinte, bei der einen Partei im Staate liebes Kind zu machen suchten, indem sie die andere verleumdeten und verfolgten. Eine solche Meinung war bei den fruͤheren Verhaͤltnissen zwischen den Protestanten und Ka⸗ tholiken dieser Reiche wohl erklaͤrlich, zu einer Zeit, wo die Protestanten allmaͤchtig, die Papisten dagegen fuͤr immer unter⸗ druͤckt schienen. Die ehemaligen Frevel des Romanismus wa⸗ ren von der Zeit verwischt und wurden von der christlichen Liebe, die ihrer vergessen hatte, kaum noch geglaubt. Seine gegenwaͤrtige Huͤlflosigkeit und Demuͤthigung machte die Edel⸗ muͤthigen sorglos. So lange die Poͤnal⸗Gesetze in voller Kraft waren, das heißt waͤhrend der ersten drei Viertel des I8ten Jahrhunderts, verhielt sich auch der Romanismus in diesen Reichen verhaͤltnißmaͤßig still und unschaͤdlich. Man bemitleidete sei nen gefesselten Zustand und vergaß seinen boͤsen Willen. Wie sich aber die ¹ apisten des vereinigten Koͤnigreichs gezeigt haben, seitdem die vollständige Aufhebung der Disqualifizirungs⸗Statuten den Geist des politischen Papismus von seinen Banden geloͤst, davon geben die Annalen der letzten zehn Jahre hinreichendes Zeugniß. Ge⸗ brochene Eide und Verpflichtungen, offenes Prahlen mit gelun⸗ gener Taͤuschung und Treulosigkeit, lautes Eingeständniß des Grundsatzes, daß man sich schmiege, wenn man schwach sey, um zu zermalmen, wenn man stark geworden, dies ist der Geist des omanismus, wie alle protestantischen Englaͤnder es bezeugen koͤnnen. Und ist es in anderen Klimaten anders? Hat der Papismus etwa nur bei uns einen solchen Charakter? Man sehe, wie er sich anderen Regierungen gegenuͤber verhaͤlt. Kurz nach dem Gelingen der Belgischen Insurrection gegen das pro⸗ testantische Haus Nassau ließ es sich Herr Daniel O'Tonnell ganz besonders angelegen seyn, diese Revolution zu prei⸗ sen und zu erheben, sie als einen Beweis zu schildern, wie ein Roͤmisch-⸗katholisches Volk seine erlittenen Unbil⸗ den durch eine siegreiche Empoͤrung gegen seine protestanti⸗ schen Bedruͤcker raͤche, und sie den Irlaͤndischen Katholiken als eine Ermunterung, der protestantischen Majoritaͤt des vereinigten Koͤnigreichs aber als eine einschuͤchternde Warnung vorzuhalten. Es bedarf nun seines Wortes nicht mehr, um ganz Europa zu uͤberzeugen, daß der Aufstand der Flamaͤnder von den Priestern angestiftet war, daß er im Vattkan befohlen, vorbereitet und geleitet wurde. Die Auszuͤge, welche wir mit⸗ be haben, beweisen, wie die Aufregung der Preußischen hein⸗Provinzen und die Auftoͤsung des gemischten Koͤnig⸗ reichs der Niederlande durch eine aͤhnliche Triebfeder, durch eine und dieselbe bewegende Kraft bewirkt worden ist. Das uͤberall gleiche Wesen des Papismus war die Ursache von be

uͤber uns Anspruch macht, daß sie, unsere protestantischen Lands⸗ leute, der Leidensgefaͤhrten nicht entbehren. Ein schlagendes und in die Augen springendes Beispiel ist das, was nun be⸗ rreits uͤber ein Jahr in den Staaten eines protestantischen Nach⸗ bes Sauf dem Kontinente vorgeht, eines natuͤrlichen Verbuͤnde⸗ tet coßbritaniens und Verwandten des Hauses Braunschweig. Alleoͤffentlichen Blaͤtter Europa's haben uͤber den Streit zwischen der duldsamen, freisinnigen Regierung des Koͤnigs von Preußen und dem Freiherrn von Droste, Erzbischof von Koͤln, welchem wohl keine jener beiden Eigenschaften nachzuruͤhmen seyn duͤrfte, Bericht erstattet. Dieser Erzbischof hat sich geflissentiich aufge⸗

dem. Ein Punkt indeß, der in jener Darstellung besprochen oder vielmehr nur beruͤhrt wird, muß ganz besonders die Auf⸗ merksamkeit aller nachdenkenden Protestanten erregen, ja, auch die Aufmerksamkeit aller nachdenkenden Katholiken, die sich nicht von Sympathie fuͤr Paͤpstlichen Ehrgeiz und Paͤpst

liche Vergroͤßerungssucht, die sich neuerdings mit so heftigen

Ungestuͤm in Bewegung gesetzt, blindlings mit fortreißen lassen. Dieser Punkt ist die wiedererwachte Regsamkeit des Jesuiten

Ordens, die Gunst und das Vertrauen, welche demselben von Seiten des Roͤmischen Hofes unter Gregor XVI. wiederum ge⸗ schenkt worden, und die ufhebung der Bulle, durch welche

lehnt gegen die Regierung eines Landes, dessen vereidigter Un⸗ terthan er ist, und gegen die anerkannten Rechte derselben Krone, von welcher er mit den hoͤchsten und wichtigsten Func⸗ tionen bekleidet worden, gegen die Regterung eines Landes, mit dessen Gesetzen er seit langer Zeit bekannt seyn mußte, da er vor seiner Erhebung zur erzbischoͤflichen Wuͤrde untergeordnete

derselbe auch zu Rom selbst unterdruͤckt wurde, nachdem er bereits aus jeder Roͤmisch⸗katholischen Monarchie Europa's vertrieben war. Die „Times“ schließt diese Betrachtungen mit einem Hinblick auf Belgien, indem sie bemerklich macht, daß der jetzige Premier⸗ Minister dieses Landes fuͤr ein Mitglied der Gesellschaft Jesu gelte, worin sie fuͤr den Thron Koͤnig Leopold's nicht die beste