1839 / 28 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Die Aufregung gegen die Korngesetze hat sich, wie scho

erwaͤhnt, von den Manufaktur⸗Distrikten auch nach der Haupt⸗ hoͤchstwichtigen Gegenstande Die ver⸗ schiedenen Gewerbe treffen Vorbereitungen zu Petitionen; unter

stadt verbreitet, wo man diesem fruͤher nur wenig Aufmerksamkeit zu schenken pflegte.

Anderen haben die Londoner Baͤcker und Inhaber von Kaffee haͤusern beschlossen, Versammlungen zu halten. Manufaktur⸗Distrikten taͤglich hier beschaͤftigt man sich in jenem schließlich mit dieser Frage, groß seyn, daß man glaubt, 1 werde davon abhaͤngen, ob es die Initiative in dieser Bezie⸗ hung zu ergreifen und in der Thron⸗Rede sich bestimmt dar⸗ uͤber zu erklaͤren entschlossen ist. * 8 Es geht das Geruͤcht in der City, daß die Bank von Eungland durch protestirte Wechsel vor kurzem bedeutende Ver⸗ luste erlitten habe. Auch will man wissen, daß mehrere Pari⸗ ser Handlungshaͤuser sich an die Bank von England um Unter⸗ uͤtzung gewendet haͤtten, die ihnen bewilligt worden sey. Die Morning Chronicle bemerkt hieruͤber: „Es leidet keinen Zweifel, daß die Direktoren der Bank sehr weise handelten, denn durch die Einstellung der Zahlung von Seiten einiger der vornehmsten Handlungshaͤuser in Paris, gleich nachdem die Belgische Bank sich fuͤr zahlungsunfaͤhig erklaͤrt und die Fran⸗ zoͤsische Bank Herrn Laffitte 11 Million Franken vorgeschossen, wuͤrde alles Vertrauen voͤllig zerstoͤrt und in jener Hauptstadt einen daselbst so sehr gefuͤrchteten panischen Schrecken und hier wenigstens große Unruͤhe erzeugt haben. Das Benehmen der Bank von England gegen die Amerikanischen Handlungshaͤuser wird dieselben ohne Zweifel Vorsicht gelehrt haben, und wir glauben, daß die Besorgnisse in Paris durch den schnellen Bei⸗ stand, der allen Parteien von ihren Freunden, so wie von den Banken von England und Frankreich geleistet wurde, fast ganz verschwunden sind.“

An der Boͤrse war dieser Tage wieder das Geruͤcht ver⸗ breitet, daß England mit Portugal uͤber den Kauf der Azoren in Unterhandlung stehe. Obgleich Viele dem Geruͤchte keinen Glauben schenkten, so aͤußerte es doch einigen Einfluß auf den Stand der Portugiesischen Papiere.

Gestern fruͤh fand in der London⸗Tavern eine oͤffentliche Versammlung statt, um den Bericht eines in einer fruͤheren Versammlung vom 12. Oktober v. J. niedergesetzten Comité's entgegenzunehmen, welches die Mittel und Wege zur Einrich⸗ ung einer Dampfschiff⸗Verbindung mit Indien uͤber das Rothe Meer untersuchen sollte. Der Bericht erklaͤrt, eine monatliche regelmaͤßige Verbindung koͤnne nur durch eine Privat⸗Com⸗ vagnie bewerkstelligt werden, und zwar vermittelst sieben Dampf⸗ chiffen, vier fuͤr die Indische und drei fuͤr die Europaͤische Seite, jedes nicht unter 2000 Tonnen und von 500 Pferdekraft. Das Anlage⸗Kapital wird auf 520,000 Pfd., das der jaͤhrlichen Un⸗ erhaltung, mit Einschluß von 5 pCt. Zinsen, Assekuranzen u. s. w. auf 250,000 Pfd. angeschlagen. Das Comité empfiehlt, der Vor⸗ scht en das Anlage⸗Kapital nicht unter 600,000 Pfd. estzusetzen. 8 Es sind jetzt zwanzig Jahre her, seit zuerst die Paket⸗ Schifffahrt zwischen Liverpool und New⸗Pork ins Leben trat. In dieser langen Zeit sind, ungeachtet die Schiffe in allen Wet⸗ tern fuhren, bis vor kurzem nur drei derselben verungluͤckt. Der „Albion“ von New⸗ York nach Liverpool ging vor achtzehn Jahren am „Old Head“ von Kinsale total verloren, Capitain, Mannschaft und Passagiere ertranken. Demnaäͤchst ging der „Liverpool“ im Eise auf den Baͤnken von Neufoundland zu Grunde, doch wurde alles Lebendige am Bord gerettet, und zu⸗ leb ist die „Panthea“ in der Holyhead⸗Bay verungluͤckt. Seitdem sind nun aber drei dieser schoͤnen Schiffe an Englands eigenen Kuͤsten verungluͤckt, der „Pennsylvania“, der total verloren ist, der „Oxford“ und der „St. Andrew“, die, wie⸗ vohl stark beschaͤdigt, doch reparirt werden koͤnnen. Das Jahr 1839 allein ist daher fuͤr die New⸗Yorker Sas, Jahe eben so verderblich gewesen, als die zwanzig fruͤheren Jahre zusammen. Als Beweis des starken, herrlichen Baues dieser Schiffe wird angefuͤhrt, daß der „Pennsylvania“, ungeachtet er sechs Tage lang auf den Baͤnken unter dem Wellenschlage gele⸗ gen, gestern doch so fest war, als wenn er anmuthig auf stillem Wasser schaͤmme, waͤhrend der „Orford“, der noch einen Tag aͤnger dem Sturm ausgesetzt war, so wohlbehalten scheint, als an dem Tage seiner Ankunft von New⸗York, eben so der „St. Andrew“; nur am Kupfer sieht man die Beschaͤdigung. 8 Die bei ihrer Ankunft in Frankreich so viel gepriesenen Bazjaderen sind hier Sahiä. aiee der Mode gekommen. Als sie neulich in Briahton eine Vorstellung gaben, war das Haus leer.

Niederlande.

Amsterdam, 22. Jan. In Tilburg wurde nach Berich⸗ ten vom 2osten der Prinz von Oranien erwartet und man glaubt, daß nach seiner Ruͤckkunft das Hauptquartier desselben nach Oirschot werde verlegt werden. Nach Berichten aus Hasselt vom 17ten in Belgischen Blaͤttern stehen bei der Hollaͤndischen Armee in erster Linie 19 Bataillone zu 900 Mann, 3 Regi⸗ menter leichter Reiterei und 8 Batterieen. Diese sogenannte Observations⸗Division ist laͤngs der Graͤnze in den Doͤrfern

Den aus den eingehenden Briefen zufolge, Theile des Koͤnigreichs fast aus⸗ und die Aufregung soll daselbst so

das Schicksal des Ministeriums

n selben unser Koͤnig bisher selb vorbeh wahrscheinlich, daß ein andere Beschluß gefaßt werden moͤchte.“

Bei der Repraͤsentanten⸗ammer ist von Herrn Henri von Brouckeère eine Bittschrift eigereicht worden, die den Zweck hat, das Eigenthums⸗Recht uͤr Schriftsteller durch ein Gesetz 2 8,e.⸗ und sichern zu lassen Da jedoch das Gesetz nur auf

elgische Schriftsteller sich bezhhen soll, so wird es fuͤr ein sehr uͤberfluͤssiges gehalten, denn) lange der Nachdruck aller in Frankreich erscheinenden Schriten hier nicht bloß erlaubt, son⸗ dern sogar von der Regierung beguͤnstigt wird, ist an ein Auf⸗ kommen einheimischer Schristeller und einer Belgischen Lite⸗ ratur nicht n denken.

In hie vhen Blaͤttern lies man: „Der Gouverneur der Provinz Limburg hat durch en Umlaufschreiben allen Milizen des sogenannten abgetretener Theiles, und zwar saͤmmtlichen Dienstpflichtigen der Jahre 189 bis 1838, aufgegeben, sich am 20. Januar 1839 in Tongern finzufinden.“

Drei junge Belgier, die Jerren J. Henry, A. de Lichter⸗ velde und Victor Papeleu, saͤnmtlich aus Gent, haben eine Reise nach Aegypten unternomnen, um den Nil hinaufzufah⸗ ren, jedoch nur so weit, als si ohne zu große Hindernisse ge⸗ langen koͤnnen. Das Schickstl Mungo Parks, Clapperton's vhe Lander's haben unsere Laldsleute keine sonderliche Lust zu

ilen.

Die Emancipation sagt „Man versichert, daß von Sei⸗ ten der Konferenz der Hollaͤrwischen Regierung Mittheilung gemacht worden ist von den neurdings durch die Belgische Re⸗ gierung eingereichten Vorschlaͤgei.“

Im Commerce Belge list man: „Man versichert, daß unsere Regierung heute Morger eine wichtige Depesche von der Londoner Koͤnferenz erhalter hat. Der Inhalt der De⸗ pesche ist nicht bekannt, aber man sagt, daß dieselbe entscheiden⸗ der Art ist. Von einer anderen Seite „er wird gleichfalls ver⸗ sichert, daß aus Besorgniß vor einem ourch Mißverstaoͤndniß her⸗ beigefuͤhrten Zusammentreffen der beiderseitigen Truppen die Gesandten der bei der Konferen; vertretenen Maͤchte ein Pro⸗ tokoll unterzeichnet haben, dessen Zweck es ist, Holland sowohl als Belgien die Anweisung zu ertheilen, daß sie. gegenseitig ihre Truppen drei Stunden weit aus den Rayons der beiderseitigen Festungen zuruͤckverlegen, mit Ausnahme derjenigen, die sich in befestigten Stellungen befinden. Diese Maßregel der Umsicht ist durch die Besorgniß vor einem Ereignisse hervorgerufen, das die bedauernswerthesten Folgen fuͤr ganz Europa nach sich zie⸗ hen koͤnnte.“

Bruͤssel, 21. Jan. (Koͤln. Ztg.) Mit groͤßter Eile zie⸗ hen viele Truppen aus dem Innern nach der Hollaͤndischen Graͤnze, von woher man einen Enfall besorgt. Erst nun kann man sagen, daß Alles ein kriegerisches Ansehen gewinnt. Krieg wuͤnschen hier nur die Wenigen, denen es um eine all⸗ gemeine Conflagration, um ein Umwuͤhlen der Gesellschaft im Interesse revolutionairer Umtriebe zu thun ist, wobei die Bel⸗ gische Territorialfrage nur den Vorwand bildet. Sonst sind selbst die entschiedensten Gegner der Aufgebung des streitigen Gebiets doch weit entfernt, dem Gewitter, das im Anzuge ist, ohne Besorgniß zuzusehen. Die Herren Metz, von Ansemburg und Hoffschmidt sind aus Paris zuruͤck und gedenken, naͤchstens das Ministerium in den Kammern zur Rede zu stellen. Man wird besonders fragen, welche Vorkehrungen die Regierung zur Ver⸗ theidigung von Limburg und Luxemburg getroffen. Das ist der kitzliche Punkt, denn der Status quo hindert die Regierung, iin diesen Provinzen irgend eine Truppenmacht zu entwickeln. Tritt sie aus diesem Zustande heraus, so bricht sie den Waffenstill⸗ stand. Die Minister werden sich wahrscheinlich darauf beru⸗ fen, daß die Konferenz der Regierung noch nichts Definitives mitgetheilt hat. Unter den Ministern selbst herrscht keine Ein⸗ heit der Ansichten: die einen predigen Nachgiebigkeit, die an⸗ deren Widerstand. Der Koͤnig selbst scheint fuͤr letzteren zu seyn; doch unterliegt es keinem Zweifel, daß er keinen Weg, zu einer friedlichen Ausgleichung zu kommen, unversucht lassen wird. Ich glaube, daß der hiesige Cenlral⸗Ausschuß zur Be⸗ treibung freiwilliger Bewaffnung seine Angaben uͤber die Kraͤfte, uͤber die er im Luxemburgischen zu verfuͤgen hat, uͤber⸗ treibt, wenigstens wird diesem durch Privatbriefe aus je⸗ ner Gegend widersprochen. Parallel mit den Kriegs⸗ Nuͤstungen geht die Handels⸗Krisis. Jeder zieht sein Geld zu⸗ ruͤck, wie er nur kann, und der Geldmangel bedroht uns, wenn nicht bald Aushuͤlfe kommt, in kurzem mit einer Menge Falli⸗ mente in dem mittleren und kleineren Handelsstande. Feindse⸗ lige politische Motive von Seiten der Anhaͤnger der alten Re⸗ gierung tragen das Ihrige dazu bei, das Uebel zu vermehren, dessen Ruͤckwirkung auf die oͤffentliche Stimmung den Freunden des Widerstandes nicht guͤnstig seyn wird. Von welcher Seite man daher auch die Sache ansehen mag, wir sind hier am Vorabende einer Entscheidung.

D e u t s ch land. E1““ Homburg, 21. Jan. Folgende Bekanntmachung ist hier erschienen: „Der goͤttlichen Vorsehung hat es gefallen, wei⸗ land Se. Hochfuͤrstliche Durchlaucht den souverainen Landgra⸗ fen Ludwig Wilhelm zu Hessen ꝛc., unsern gnaͤdigst regierenden

kantonnirt und erstreckt sich von Chaam nach Boxmeer. Im Belgischen Lager zu Beverloo stehen 15 Bataillone und 10 Schwadronen, die letzteren unter dem Befehle des Polnischen Obersten Kruscewski. Fuͤr die Hollaͤndische Miliz sollen in diesem Jahre 8528 Mann ausgehoben werden. Der Londoner Korrespondent des Amsterdamer Handels⸗ lads meldet vom 19ten d.: „Graf Sebastiani hat noch nicht unterzeichnet, doch rechnet man zuversichtlich darauf, daß dies in wenigen Tagen geschehen wirz. Die in Paris eingereichte Vorstellung des Grafen von Mörode ist durch Frankreich der Konferenz mitgetheilt worden, doch weiß der Koͤnig Ludwig Philipp sehr wohl, daß darauf nicht eingegangen werden wird, und man glaubt denn auch allgemein, daß er diesen Schritt nur gethan hat, um Belgien allen Vorwand zu der Beschuldi⸗ gung zu nehmen, daß er die Interessen desselben nicht genug beruͤcksichtigt habe.“

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Brüssel, 21. Jan. Der Koͤnig wird in diesen Tagen nach dem Lager abgehen, doch ist der Tag der Abreise noch nicht bestimmt.

Unsere ministeriellen Blaͤtter enthalten Nachstehendes: „Mehrere Franzoͤsische Zeitungen haben nach der Mittheilung ungenauer Korrespondenten gemeldet, daß der General Hurel im Begriffe steht, den Generalstab der Belgischen Armee zu ver⸗ lassen, und daß davon die Rede sey, unseren Soldaten einen anderen Franzoͤsischen General zum Anfuͤhrer zu geben. Nach eingezogenen Erkundigungen sind alle diese Geruͤchte ohne Grund, und was den Ober⸗Befehl des Heeres betrifft, so hat sich den⸗

Herrn, nach einem seit dem 6ten d. M. angedauerten Kranken⸗ lager durch einen sanften Tod am 19ten d. M. 11 ½ 888 Mit⸗ tags zu Luxemburg aus diesem Leben abzurufen. In Abwesen⸗ heit des hoͤchsten Regierungs⸗Nachfolgers, Sr. Hochfuͤrstlichen Durchlaucht des nun gnaͤdigst regierenden souverainen Landgra⸗ fen Philipp August Friedrich ꝛc., wird dieser betruͤbende Trauer⸗ fall allen Unterthanen, Dienern und Angehoͤrigen des Land⸗ graͤflichen Hauses durch die unterzeichnete Stelle hiermit be⸗ kannt gemacht, und werden dieselben einstweilen auf die getreue Fortsetzung ihrer aufhabenden Pflichten verwiesen. Das in sol⸗ chen Faͤllen gewoͤhnliche Trauergelaͤute ist auf sechs Wochen und einen Tag von heute an angeordnet, und wird in der Folge den Behoͤrden das Weitere wegen des Regierungs⸗Antrittes Sr. Hochfuͤrstlichen Durchlaucht des nun regierenden Herrn, so wie auch die naͤheren Vorschriften uͤber die Landestrauer, nachdem die desfallsigen hoͤchsten Befehle eingekommen sind, zu⸗ gehen. Homburg, den 21. Januar 1839. Landgraͤflich Hessi⸗ scher Geheimer Rath Heneich.“

Inl an d.

Berlin, 26. Jan. Die „Allgemeine Zeitung“ Nr. 20 vom 20sten d. M. enthaͤlt unter einem Artikel aus Berlin ffolgende Mittheilung: 1—

Der edle Fuͤrst⸗Bischof von Breslau, Graf von Sedl⸗ nitzky, soll sowohl der Regierung, als durch Vermittelung der⸗ selben auch dem Päͤpstlichen Stuhle seine Dimission einge⸗ sandt haben u. s. w.“

Diese Nachricht ist voͤllig ungegruͤndet.

alten. es ist nicht

Bromberg, 23. Jan. Staͤdte⸗Or nung. Im Laufe des verflossenen Jahres ist die revidirte Staͤdte⸗Ord⸗ nung in Schoͤnlanke und Lobsens vollstaͤndig eingefuͤhrt worden; in den Staͤdten Schneidemuͤhl, Nakel, Filehne, Trezmeszno, Gnesen und Inowraclaw ward das Gemeinwesen schon seit fruͤher nach jener Ordnung verwaltet; in den Staͤdten Czar⸗ nikau, Strzellno und Labischin steht die Einfuͤhrung derselben bevor, und fuͤr Wongrowiec, und Chodziesen ist die Verleihung derselben in kurzem zu erwarten. Wird diese gewaͤhrt, so sind im hiesigen Regierungs⸗Bezirk vierzehn Staͤdte im Besitz der Staͤdte⸗Ordnung, wogegen die uͤbrigen vierzig Staͤdte nach dem Standpunkte, welchen sie nach ihrer intellektuellen Bild ung und ihrem geringen Umfange, der dieselben zum großen Theile von gewoͤhnlichen Doͤrfern nicht wesentlich unterscheiden laͤßt, einnehmen, derselben wohl noch lange Zeit werden entbehren

muͤssen.

Bromberg, 24. Jan. Schulwesen. Von Jahr zu Jahr ist im hiesigen Verwaltungs⸗Bezirk ein hoͤchst erfreulicher Fortschritt in der Vervollkommnung und Ausdeh⸗ nung des Schulwesens sichtbar geworden, der um so bemerkens⸗ werther ist, wenn man die große Mittellosigkeit der meisten Ge⸗ meinden und die aus andern lokalen und sozialen Verhaͤltnissen entspringenden Schwierigkeiten, welche sich der Foͤrderung des Schulwesens in der hiesigen Provinz entgegenstellen, beruͤcksich⸗ tigt. Im verflossenen Jahre wurden eilf neue Schulen er⸗ richtet, und zwar vier evan elische, sechs katholische, und eine oͤffentliche juͤdische. Dret staͤdtische Schulen erhielten eine Er⸗ weiterung durch Einrichtung hoͤherer Klassen und Fundation neuer Lehrerstellen, so daß nun schon bei neun staͤdtischen Schu⸗ len hoͤhere Klassen, die uͤber den Elementar⸗Unterricht hinaus⸗ gehen, und Klassen fuͤr Realschulen bilden, errichtet sind. Vier⸗ zig Ortschaften, in denen die Kinder bisher des Schul⸗Unter⸗ richts gaͤnzlich entbehrten ein Fall, der in den uͤbrigen Pro⸗ vinzen des Staats zu den unerhoͤrten gehoͤren duͤrfte sind theils bei den schon vorhandenen aͤlteren, theils bei jenen neu⸗ gestifteten Schulen eingeschult worden. ier und zwanzig

chulhaͤuser wurden neu gebaut, fuͤnf schon vorhandene, theils erst uͤberwiesene Schulhaͤuser ausgebaut und erweitert, und die Staats⸗Kasse gewaͤhrte zu eilf der neugebauten Schulhaͤuser 4277 Fec 4 Sgr. an Gnaden⸗Unterstuͤtzungen. Durch die fuͤr die hiesige Provinz so ungemein wohlthaͤtigen Separatio⸗ nen und Regulirungen der gutsherrlich⸗baͤuerlichen Verhaͤltnisse wurden fuͤr 18 verschiedene Ortschaften zusammen 109 M. 16 Q. R. Land zur Dotation schon bestehender oder noch zu errichtender Schulen ausgelegt. Da, wo die Schul⸗Einrichtung aus Man⸗ gel an Mitteln noch Aufschub erleiden mußte, wurde das zur Schule ausgewiesene Land zur Ansammlung eines Schul⸗Fonds einstweilen verpachtet. Aus dem von Sr. Majestaͤt zur Ver⸗ besserung des Schulwesens der Provinz seit 1833 auf 10 Jahre allergnaͤdigst bewilligten Fonds von 21,000 Rthlr. jährlich, sind dem hiesigen Regierungs⸗Bezirk auch im verflosse⸗ nen Jahre 2000 Rthlr. zu Unterstuͤtzungen armer Gemeinden bei ihren Schulbauten, 3000 Rthlr. zur besseren Dotirung der Lehrerstellen und 566 Rthlr. 20 Sgr. zur Unterstuͤtzung der Huͤlfs⸗Seminare und Schulamts⸗Praͤparanden uͤberwiesen wor⸗ den. Von 35 neu angestellten Lehrern waren 30 Zoͤglinge der Schullehrer⸗Seminarien der Provinz. Das evangelische Schul⸗ lehrer-Seminarium zu Bromberg entließ zu Michaelis v. . wiederum 14, das evangelische Huͤlfs⸗Seminar zu Fordon 12, das katholische Huͤlfs⸗Seminar zu Trezmeszno gleichfalls 14 an⸗ stellungsfaͤhige Zoͤglinge. Zur Fortbildung schon angestellter Lehrer haben sich in verschiedenen Bezirken neun Lese⸗Vereine fuͤr die Schullehrer gebildet, die unter der Leitung der geistlichen Schul⸗Aufseher stehen, und die Wirksamkeit der von Letzteren gehaltenen Lehrer⸗Konferenzen erhoͤhen.

Die Zahl der oͤffentlichen Schulen des Regierungs⸗Bezirks (mit Ausschluß der genannten Seminare, des Gymnasiums zu Bromberg und des Progymnasiums zu Trezmeszno) belaͤuft sich gegenwaͤrtig auf 603, naͤmlich: 367 evangelische, 216 katholische, 3 Simultanschulen, 17 öͤffentliche juͤdische. Darunter sind 107 Stadtschulen und 496 Landschulen. Im Jahre 1815 wurden nur 289 Schulen hier vorgefunden; ihre Zahl hat daher seitdem sich um mehr als das Doppelte vermehrt. Doch immer fehlen noch viele Schulen, die meisten in den Kreisen Inowraclaw und Gnesen. Wird die Zahl der evangelischen und katholischen Schulen mit der Zahl der Einwohner beider Konfessionen verglichen, so er⸗ giebt sich, daß, da nach der Volkszaͤhlung von 1837 140,761 Einwohner evangelischer und 216,068 Einwohner katholischer Konfession sich fanden, die Schulen im umgekehrten Verhaͤlt⸗ nisse zu der Bevoͤlkerung stehen. Der Grund hiervon liegt zum Theil in aͤlteren Verhaͤltnissen. Im Jahre 1815 wurden schon fast dreimal so viel evangelische als katholische Schulen im Re⸗ gierungs⸗Bezirk vorgefunden. Was der gleichmaͤßigen Entwik⸗ kelung und Fortbildung des Schulwesens bei der katholischen Bevöoͤlkerung hinderlich gewesen, ist durch die Sorge der Re⸗ gierung mehr und mehr entfernt worden, wenngleich es noch nicht ganz hat gehoben werden koͤnnen. Unterdessen ist es ihren Bemuͤhungen doch gelungen, die Ungleichheit zu verringern, und steht zu hoffen, daß mit der Zeit auch die Hindernisse, welche theils die Armuth der Gemeinden und theils deren ge⸗ ringere Empfaͤnglichkeit fuͤr die Wohlthat der Bildung entge⸗ genstellen, durch die geeigneten Mittel besiegt werden duͤrften.

Dauer der Eisenbahn⸗Fahrten am 26. Januar.

Zeitdauer Abgang Zeitdauer M. M. 44

41 40

Abgang von um Uhr V St. Potsdam 7 ½ Mg. 1enas

2

Berlin 9 ½ Potsdam 12 Mtg.

von V um Uhr

Berlin 2 N. M. Potsdam 3 ⁄½ Berlin 7 Abds.

Wissenschaft, Kunst und Literatur.

Medizinische Gymnastik. Von Ur. J. A. L. Werner, Lieutenant in der Koͤniglich Saͤchsischen Armee, Direk⸗ tor eines gymnastischen und orthopaͤdischen Instituts, Mitgliede mehrerer gelehrten Societaͤten. Dresden und Leipzig, im Verlage der Arnoldschen Buchhandlung.

8 Dle Wichtigkeit gomnastischer Uebungen für die Ausbildung der Körperkräfle ist wohl zu allen Zeiten mehr oder weniger anerkannt worden. Indessen mangelte es noch au einer konsequent durchgefübr⸗ ten, auf die genaue Kenntniß des organischen Baues und der orga⸗ nischen Functionen basirten medizintschegymnastischen Mothodik, wozu der geachtete Herr Verfasser, welcher sich seit 25 Jahren diesem Ge⸗ genstande mit Eifer und Erfolg widmet, durch vorliegendes Werk

einen sehr dankens⸗ und empfehlungswerthen Anfang gemacht hat; wenngleich, ohne die geringste Schmälerung seiner verdienstvollen Lei

stung, hinzugefügt werden muß: daß die Begründung eines von einem obersten Peesgg⸗ ausgehenden und streng wissenschaftlich gegliederten Sostems der vmnastik, als eines Zweiges der allgemeinen Hogtastik, noch immer zu den von Baco angeführten Desideraten gehört. Ist denn die methodische Ausbildung der intellektuellen Kräfte durch weckmäßig geleiteten Unterricht in Wesenheit etwas anderes als die Gomnastik des Geistes? und sollte die somatische Sphäre, welche doch die organische Grundlage des letzteren bildet und zu demselben in innigstem Wechselverhältnisse steht, gewissermaßen als das Symbol, werin und woran sich die geistige Kraft manifestirt, nicht auch von einem höheren Gesichtspunkte erfaßt und in paralleler Richtung mit der geistigen Evolution in allen Dimensionen räumlicher Entwickelung ausgebildet und gekräftigt werden? ganz abgesehen davon, daß in Folge ungenügender Beachtung dieser organischen Wechselbeziehung und dadurch veranlaßter einseitiger Hervorhebung der Geisteskultur auf Kosten der somatischen, das Gesundheitsverhälniß mannigfach beeinträchtigt und der Keim zu den langwierigsten Leiden gelegt wird Der Herr Verf., dem als Vorsteher einer gymnastischen und orthopä⸗ dischen Anstalt ein ausgedehnter Wirkungskreis zu Gebote steht, hat nun diese gymgastischen Uebungen auch gegen die verschiedenartigen Deformitäten ges Körpers angewandt, und aus diesem von praktischem Takt und einer nicht gewöhnlichen Combinationsgabe zeugenden Verfah⸗ ren, welches durch 100 gelungene Adbildungen der objektiven Auffassung noch näher gebracht worden, die erfreulichsten Resultate gewonnen. Unermüdlich in seinem, wie es scheint zur ehrenvollen Lebens⸗Aufgabe gemachten und in Wahrheit heilsamen Unternehmen, gelang es ihm, glänzende Proben seiner Kunst öffentlich vor einem Kreise sachver⸗ ständiger Männer darzulegen und dadurch, sowie durch die vielfachen Erfolge seiner Behandlung die Aufmerksamkeit in dem Grade aus sich zu lenken, daß selbst angesehene Aerzte des In⸗ und Auslandes nicht nur elne große Zahl solcher an Desormitäten leidenden Kran⸗- ken seiner speziellen Fürsorge anvertrauten, sondern auch hinsichts sei⸗ ner Verfahrungsweise die günstigsten Zeugnisse mittheilten. Es hat mir stets die größte Freude verursacht sagt der Herr Verfasser wenn ich sah, wie Personen, welche früher vielleicht nicht einen An⸗ genblick im Stande waren, ihren Oberleib ohne Schnürleib oder ohne Maschine gerade zu halten, nach kurzer Zeit so kräftig und stark wur⸗ den, daß es ihnen viel angenehmer war, sich keinrr derartigen Hülfe zu bedienen, und dabei den Körper stets gerade halten konnten; wie andere, welche vorher an Rückgrats⸗Verkrümmungen und Gelenk⸗Läh⸗ mungen litten, oder deren eine Brustseite höher als die andere war, völlig gerade, und frei von allen Beschwerden die ihnen aufgegebenen Uebungen nur noch zu ihrem Vergnügen machten, und so völlig her⸗ gestellt das Iustitut verließen; wie endlich selbst solche Kranke, die wegen Rückgrats⸗Verkruümmungen eine höchst schwache und engge⸗ baute Brust hatten, und deshalb kaum im Stande waren, lant und vernehmlich zu sprechen, noch viel weniger zu singen, weil der Ton nur zitternd hervorgebracht werden konnte, nachdem sie eine kurze Zeit in der Anstalt zugebracht, einen kräftigen und vollen Ton bekamen, wobei ihr Gesang so sicher wurde, daß Einige, welche früber weder Anlage noch Neigung zum Singen zeigten, sich diese Kunst zum Le⸗ bensberuf wählen.“ Allein nicht unr auf den Körper, sondern auch auf Geist und Gemüth hatte eine solche günstige Veränderung den wohithätigsten Einfluß. Wir wünschen recht sehr, daß durch diese allgemeinen Umrisse die Aufmerksamkeit auf ein Werk gerichtet werde, welches zu der stets geringen Zahl von Büchern gehört, mit deren Erscheinen ein realer Nutzen für die Wissenschaft oder das Le⸗ ben verbunden ist. Sm

Sir John Sinklair, Nach dem Englischen be⸗ In zwei Theilen. Braun⸗

Das Leben und Wirken des dargestellt von seinem Sohne. arbeitet von Dr. Bonmann.

weig, 1838.

8 Jahren in England erschienene Lebensbeschreibung Sir John Sinklair's, die jetzt in einer Deutschen Uebersetzung vor⸗ liegt, ist geeignet dem Manne, dessen ereignißreiches und tharkräftiges Leben sie schildert, und auf den schon früher Varnhagen von Ense bei Gelegenheit seines Briefwechsels und seiner Ermnerungen die Aufmerksamkeit hingelenkt hatte, auch außerhalb seines Baterlandes eine ungewöhnliche Theilnahme zu erwecken; wir erhalten durch die⸗ felbe, wie durch wenige andere, das Bild eines achtzigjährigen wohl⸗ angewendeten Lebens. Die Bedeutsamkeit desselhen liegt frellich nicht in der großen politischen Rolle, die Sir John Sinklair gespielt hätte. Er war durch keine glänzenden Rednergaben ausgezeichnet und ge⸗ hörte nicht zu den Partei⸗Vorkämpfern, welche durch ihre Opposition die constitutionnelle Staatsmaschine in Gang erhalten; obwohl er sich auch auf diesem Gebiete des Staatslebens bewährte und fast dreißig Jahre ununterbrochen seinen Sitz im Hause der Gemeinen behaup⸗ tete. Seine politische Wirksamkeit wäre indeß mit wenigen Worten abzumachen. Im Beginn seiner parlamentarischen Laufbahn schloß er sich der Politik Pitt's an; spaͤter nahm er eine selbstständigere Stellung ein, und da er sich weder zu den Grundsätzen noch zu der Taktik der Coalition bekeunen mochte, so brachte er eine dritte neutrale Partei, die sogenannte bewaffnete Neutralität, zusammen, die sreilich eben wegen ihrer lockeren Zusammensetzung und Parteilosigkeit nie ein bedeuten⸗ des Gewicht in die Wagschale legen konnte. Uebrigens waren es auch weniger die politischen Fragen, bei denen Sir John Sinklair

hexvortrat, als die sinanzlellen und kommerziellen, und hier war seine Autorität eine ungleich größere.

Damit sind de se söen feügtm sgenthümlichen Werthe näher gekommen. Sir John Sinklair gehört vürchaus 868 zu den gewaltigen Geistern, die mit starker Hand in die Geschicke der Völker und den Gang der Geschichte eingreifen, aber seine Thätigkeit war darum nicht minder eine segensreiche. 1 Eigenschgste g ihm freilich noch kein Anrecht auf eine geschichtliche Beachtung ge⸗ ben und das Denkmal, das ihm die Pietät des Sohnes errichtete, nur als den Ausdruck der kindlichen Frömmigkeit erscheinen lassen. Sir John Sinklair ist einer von den Charakteren, wie sie wohl nur aus dem Boden des Britischen Nationallebens hervorwachsen, eine durch und durch tüchtige, gesunde, gediegene Erscheinung. Sein Le⸗ ben und Wirken erhält aber erst durch die Beziehung aller seiner Be⸗ strebungen auf das Gemeinwohl und den Gemeinnutzen, durch die vorherrschende praktische Richtung eine weiterreichende Bedeutung und erscheint als ein wesentlicher Beitrag zur seines Landes und seiner Zeit. . Schwer dürfte es seyn, auch nur die Haupt⸗Momente einer Wirk⸗ samkeit anzugeben, die mit gleichem Eifer das Größte und das Kieinste umfaßte, und sich mit gleicher Energie in den verschiedensten Sphä⸗ ren nicht zersplitterte, sondern ausbreitete, denn in jedem Lebens⸗ freise, als Mitglied der Familie und Gemeine, in der Grasschaft und an der Spitze gemeinnütziger Gesellschaften wie im Hause der Ge⸗ meinen zeichnete er sich durch die strengste Pflichterfüllung aus. Um die Pie seitigkeit seiner Bestrebungen zu begreifen, braucht man nur einen Blick auf die zahlreichen Schriften zu werfen, in denen er seine reich⸗ haltigen Keuntnisse niederlegte. Denn er publizirte 18. Bände groͤßerer gedruͤckte Werke und 367 Flugschriften, welche die verschiedensten Interessen behandeln; außerdem erschienen unter seiner Leitung noch 106 Bände. Gewiß eine riesenhafte schriftstellerische Thätigkeit, selbst wenn man von dem Gehalte absieht und nicht in Anschlag bringt, daß in diesen Werken ein reicher Schatz von staatswissenschaftlichen Keuntnissen enthalten ist! Eins seiner bedeutendsten Sammelwerke, und gewiß dasjenige, welches ihm die meiste Mühe macht, ein Musterwerk in seiner Arr⸗ ist die statlstische Schiiderung Schottland's, welches er nur nach langem Ankämpfen gegen die Ignoranz und die blöden Vor⸗ urtheile der Pfarrer, die ihm die Berichte über ihre Kirchspiele ein⸗ senden sollten, zusammenbringen konnte. Seine übrigen Werke be⸗ bandeln die verschtedenartigsten Gegenstände: Statistik, Agrikultur, Politik, Staatshaushaltung, Kriegsführung, und es sindet sich sogar ein Kodex der geoffenbarten Religion darunter. Ein ähnliches Riesenwerk, wie die statistische Schilderung Schottland's, welches er für England projek⸗ tirte, wurde durch den Erzbischof von Canterbury vereitelt. Und doch kounte Säluklair der schriftstellerischen Thaäͤtigkeit nur einen verhältmäßig kleinen

geführt wurde, ein Unternehmen,

Süd⸗Wales.

höchst umfassende und Seine vortrefflichen persönlichen Eigenschaften würden

Entwickelungs⸗Geschichte

Theil seiner so vielfach in Anspruch genommenen Zeit widme Hauptaugenmerk war auf das Rützliche und Gemeinnützige, praktische Wirken gerichtet. Thatkraft legte er schon früh einen glänzenden Beweis ab, al den Untversitäten Glasjow und Edinburg zurückgekehrt, die schaftung seiner väterlichen Güter übernahm. 5 hin, daß in einem Tage ein fahrbarer

golten hatte. Aug c. gen auf einen Punkt, auf die Beförderung des gerichtet, und Alles, was zur

allgemeine thum der Bevölkerung und des 28 in ihm seinen eifrigsten Verfechter und Beförderer.

Präsident derselben den

das durch die Verbreitung neuer Ansichten und durch die M

von zweckmäßigen Erfindungen und Erfahrungen den wohl

Einfluß auf die Weiterbildung der Landwirthschaft in Englan Auch an der Bildung der Gesellschaft zur Beförderung der Ent in Afrika hatte er einen Haupt-⸗Antheil. leicht noch der

der ganze Kredit des Landes erschüttert zu werden drohte. sah in der Kreirung von Schatzkammerscheinen im Betrage

Millionen Pfund, welche denen vorgeschossen werden sollten, die Zürgschaft stellen könnten, das wirksamste Mittel dem Uebel Ein⸗

halt zu thun, und so bewährte es sich auch in der Ausführ Sinklair dem Staate in seinen Verlegenheiten mit That

11““

Von der ihm angebornen Energie der

„Hier brachte er es da⸗ Weg über den Berg Ber Cheilt as sonst immer für chimärisch ge⸗ Von diesem Augenblicke an waren alle seine Bestrebun⸗

Verbesserung der Landwirthschaft, zur Hebung der Manufakturen und Fabriken und dadurch zum Wachs⸗ Wohlstandes beitragen konnte, fand So stiftete er die Britische Gesellschaft zur Verbesserung der Wolle und bewirkte als Ankauf von Schafen aus allen Gegenden der Welt, von Abyssinien bis Schweden, von Schottland bis Neu⸗ Von noch größerer Folgewichtigkeit war die im Jahre 1793 von ihm durchgesetzte Errichtung eines Agrikultur⸗Kollegtums,

Wichtiger war indeß viel⸗ Dienst, den er seinem Vaterlande beim Ausbruch der Handels⸗Krisis im Jahre 1793 leistete, als durch dle, besonders wegen des Mangels an baarem Gelde, zahlreich ausbrechenden Baukerotte

n. Sein auf das

s er von Bewirth⸗

n Wohls

ittheilung thätigsten d gewann. deckungen

Sinklair von fünf

ung. Wie und Rath

seiner Geburts⸗ Grafschaft, des eröffnete. Stadt und einen ne fangs⸗Station in de handel einen neuen wohlthätigen Wirken die verdiente bedarf kaum einer Erwähnung,

auf die zahllosen gesandt wurden. nung seines Charakters nud Wirkens

nen, als er im Jahre 1785 eine Reise Kopenhagen, St. Petersb In Berlin wurde ihm die huldvobste Beachtung sowobl vom Könige selbst als vom Prin⸗ Theil, und Beide legten auf seine finanziellen Einsich⸗

nahm und Paris, suchte. kennendste Heinrich zu den einen bohen Werth.

Dies sind einige Züge des Bildes, w ach und wahrheitsgetren; acht gewesen und jede Schönmale Die chronologische Ordnung, an ist dabei außer Acht gelassen und nur

entworfen, einf bier nicht angebr stellung erscheinen müssen.

sich der Biegraph gebunden, hier und da Einizes hervorgehoben wo aber auch so erkennen, daß das Interesse, men knüpft, kein bloß persönliches und n. druck, daß sein Leben ein rechtfertigt erscheinen. am Schlusse der einleitenden Uebersicht eines seine Bestimmung nach lebens in Deutschlaud mit

An unzähligen Gelegenheiten zu gemeinnützig auch in Deutschland nicht.”*)

1

Er legte

Diplome zu werfen,

Muth und

wohlangewendet

nach

rden.

aus

dem Kontinent

zur Seite stand, so erwies er sich nicht weniger als der Wohlthäter der er ganz neue Quellen des Wohlstan⸗ in derselben mehrere neue Dörfer, uen Hafen an, und durch Errichtung einer Fisch. r Rähe derselben gab er dem Eunglischen Härings⸗ Aufschwung. Daß einem so uneigennützigen und Würdigung nicht entgehen konnte, und man braucht nur einen Bick die ihm aus allen Ländern zu⸗ Auch persönlich fand er die bereitwilligste Anerken⸗ bei den bedeutendsten Pers

eine

unter⸗

urg, Wien, Berlin be⸗

Aufnahme und aner⸗

Prinzen

elches die Hand des Sehnes denn das Idealisiren wäre 6 Eut⸗

rei hätte als

welche

Vielleicht wird man

möge dies

welches sich an diesen Ra⸗ ationales ist; und der Aus⸗ es war, einigermaßen ge⸗ „Möge so ruft der einsichtsvolle Uebersetzer Muster allen Seiten hin erfüllenden Menschen⸗

Talent nachgeahmt werden.

er Thätigkeit f

*

hlt es 8.

Preise der vier Haupt⸗Getraide⸗Arten in den für die Preußische Monarchie bedeutendsten Marktstädten im Monat Dezember 1838, nach einem monatlichen Durchschnitte in Preußischen Silbergroschen und Scheffeln angegeben.

111“

HM r. anmnada eraxmm

Namen der Staͤdte. Wetzen Roggen Gerste

Hafer

25

216/ 2 21 12

Koͤnigsberg... / Memel 364⁴½ 4 n 35 Rastenburg 66 28 6. Neidenburg 7. Danzig 8. Elbing 9. Konitz 10. Graudenz 11. Kulm 12. Thorn

2 2 1

1. Posen.. 2. Bromberg 3. Fräustadt .Rawitsch. Kempen.

Werltn.. Brandenburg Kottbus .Frankfurt a. d. O... .Landsberg a. d. W... .Stettin .. .Stralsund .Kolberg 9. Stolpe

358/12 418⁄12 31 10⁄1 301¹⁄1 32⁄12 29 /

26³/12 29 5⁄12

2 2

Breslau.. 327/72 2. Gruͤnberg Glogau .Liegnitz.. . 44 12 esen b 5465 2 42 Schweidnitz.. 52⁄1 2 459 . Glatz.. 3 3/ .Levbschuͤtz .Ratibor ..

35 ⁄12

24 ⁄12 25 4 / 25 ⁄h1 2

3511⁄12 3711⁄12]2

0212; 281 612

17 612 52 152/12

Meteorologische Beobachtung. Mergens Nachmittags]/ Abends Nach 6 Uhr. 2 uhr. 10 Uhr.

1839.

26 Januar.

einmaliger

Beobachtung.

34⁴0,00„Par.“ Quellwa 3919 R. 860 k. 80 vpCt. Schnee. N.

Luftdruch.. Luftwärme. Thaupunkt... Dunssättigung Wetter. ü. Wolkenzug ...

Tagezmittel: 338.510„ Par.. 2,9 0 R.. 3,40 R. 8

337,41"„Par. 338,11„„Par.

40° R. 1,690 R.

4,4 ° R. 2,4 R. 89 pEt. 88 pCt. trübe. Schnee. NRW. Nde W.

4 N.

Waͤrmer

428

12

rme 6,80 R. Flußwaͤrme 0,00 R. Bodenwärme 1,40 R.

Ausdünstung 0,920“ Rh. Niederschlag 0,081“Rh.

vechsel 1 1⁰ 00. 9 pEgt. NNW·

Auswürtige Börsen.

Amsterdam, 22. Januar.

Niederl. wirkl. Schuld 54 ½. 5 % do. 101 ⅞. 5 % Span. 16 9⁄8. Passive —. Ausg. Sch . ZuimsI. 5 Präm.-Sch. 124 ½. Poln. —. Oesterr. Met. 104 ⁄¼.

1“X“ Antwerpen, 21. Januar. Anl. 167/16⸗ 25. Januar. Bank-Aectien 1498. 1495. Engl. Russ. 1077⁄1. 3 London, 19. Januar.

Cons. 3 % 92 ¼. Belg. —. Neue Anl. 18 ½⁴. Ausg. Sch. 77⁄8. 2 ½ % Holl. 545 ]1. 5 % do. 3 % 22 ½. Engl. Russ. —. Bras. 78. Peru 18 ½. Chili —.

Columb. 28 ⁄¾

Wien, 22. Januar.

5 % Met. 108 ⅓. 4 % 100 ྼ. 3 % 80 %⅝.

Bank--Actien 1484 ½. Neue Anl.

Kanz-Bill. 25 7⁄¶1. [. Preuss.

Passive 4 ½1. 102 ½. 5 % Port. 351/2.

. Mex. 24 ²½.

2 ½ %

rmmn.

1. Magdebueg 8 .Stendal . 88/⁄12 . Halberstaent 789⁄12 Nordhausen . 71⸗ 1 . Muͤhlhausen. .. 68 3⁄12 e“ 1

7. Halle

8. Torgau

8710 % 2 585 112 28

. 167512 16 2 ꝗ611½ ʃ⁴

112

S21522 10 *⸗

88 —2698 8

1. Muͤnster 2. Minden 3. Paderborn 4. Dortmund

63

57312

6

359‧12 1 40112

(A0812 6

.Elberfeld. .Duͤsseldorf

103 952

981 Malmedy

9. Trier

10. Saarbruͤck

Kreuznach

12. Simmern

13. Koblenz...

14. Wetzlar..

96

76;

33 93³⁄12

27⸗ 927/12

5972 v 57⁴

43/12 277/12

5511/⁄12 40* 6 4

1 2

112

66712 433/12 67

17112

9 ⁄12 6

447 442/12 39 ⁄12

22

1

Durchschnitts⸗Preise der 12 Preußischen Staͤdte 5 Posenschen Staͤdte 9 Brandenb. u. Pom⸗ merschen Staͤdte.. 11 Schlesischen Staͤdte 7 Saͤchsischen Staͤdte 4 Westfaͤl. Staͤdte.. 14 Rheinischen Staͤdte

Montag, 28. Jan. Genehmigung: Großes Vokal⸗ unter Mitwirkung des K. K. Oest

kus Herrn Remmers.

Ballet in 1 Aufzug, von Hoguet. Preise der Plaͤtze: Ein Pl.

Ranges 1 Rthlr. 10 Sgr. ꝛc.

mit einem Drittheil fuͤr

guͤltig.

Im Schauspielhause: von F. von Holbein. tengemaͤlde in 4 Abth., von

den, Lustspiel in 5 Abth., von b Mittwoch, 30. Jan. Im O Trauerspiel in 3 Abth. Musik von

Montag, 28. Jan. Der Zoͤgling Vorspiele: D leben.

Dienstag,

Königliche Schauspiele Im Opernha

und

atz

use.

Wittwen⸗

Mit Allerhoͤchste

Instrumental⸗Konzert erreichischen Kammer⸗Virtuo

Die Netto⸗Einnahme ist mit einem Drittheil Frauen⸗Kranken⸗Verein des Elisabeth⸗Krankenhauses Erwerbschulen, mit einem Drittheil fuͤr die die Orchester⸗ Abonnements und freie Entreen sind fuͤr

Die Verraͤtherin, Hierauf: Vor hundert Jahren, Sit⸗ E. Raupach. ienstag, 20. Jan. Im Schauspielhause. Secgcn⸗ 2 E. Raupach. pernhause.

sen Herrn Thalberg und des Kaiserl. Russischen Kammermusi⸗

Hierauf: Der Polterabend, komisches

in den Logen des erster

fuͤr der und di

Stadtarmen un Kasse bestimmt diesen Abend nich

Lustspiel in 1 Akt,

Die Lebensmuͤ⸗

Alceste, lyrisches

Gluck. Ballets von Hogu

Im Schauspielhause: Franzoͤssche

zstaͤdtisches Theater. 8½½ ½ Die Franzosen von St. Cyr. Schauspiel in 5 Ak ie Eroberung von Taragona, von

29. Jan. Zum treuen Schaͤfer, k

Vorstellung.

in 3 Akten. Musik von Adam.

In Vertretung des Redacteurs: Wentzel.

Gedru

ckt bei A. W. H

in Spanien, oder: ten, mit einem L. von Alvens

omische 5

ayn.