1839 / 39 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

auf gleichem Fuß mit Luͤbeck in Hinsicht des Transitzolls stehen, so kann, nach Vollendung der Chaussee von Hamburg auf hier, unser vortrefflicher Hafen und die ganze uͤbrige Einrichtung zu billiger Bedienung einen Anspruch auf Vorzug vor dem nahe liegenden Luͤbeck machen, wo die Waaren bei einer noch so kur⸗ zen Durchfahrt ½ pCt. Transitzoll erlegen muͤssen, gleichwie sie auch durch verschiedene veraltete Institutionen, die bei uns nicht bestehen, vertheuert werden. Wie begruͤndet unsere 8 wartungen sind, zeigt schon die in hohem Grade von Luͤbe

hierher sich ziehende Getraideausfuhr und ein Theil des Han⸗

3 dels mit Feuerungs⸗Material.“

8 Deutschland.

Gotha, 4. Febr. (Goth. Z.) Am heutigen Tage wurde in der hiesigen e. Kapelle ein feierlicher Trauer⸗Got⸗ tesdienst fuͤr die Seelenruhe der zu Pisa verstorbenen Prin⸗ zessin Maria Koͤnigl. Soben⸗ Gemahlin Sr. Hoheit des Herrn Herzogs Alexander von Wuͤrttemberg und Tochter Sr. Maje⸗ staͤt des Koͤnigs der Franzosen, in Gegenwart IJ. HH. unse⸗ rer gnaͤdigst regierenden Frau Herzogin und oͤchstdero Herrn Bruders, des Herrn Herzogs Ernst von Wuͤrttemberg, so wie der hoͤchsten Staats⸗Beamten und des Hofstaates, durch den Dechanten Wuͤrschmidt aus Erfurt, unter Assistenz von drei Geistlichen und uͤbrigen geistlichen Personen, begangen. Die Kapelle war auf das Reichste schwarz dekorirt und die geistlichen Lieder wurden von dem Shnger⸗Perfonale der Her⸗ zoglichen Hof⸗Kapelle gesungen. Von der hiesigen katholischen Gemeinde war bereits fruͤher ein feierliches Todtenamt fuͤr die hoͤchstselige Prinzessin gehalten worden.

89 ¼ Oesterreich.

Wiien, 1. Febr. (Schles. Z.) Der neue Zoll⸗Tarif fuͤr die Ein⸗ und Ausfuhr der Waaren im Oesterreichischen Kaiserstaate ist gestern im Druck erschienen. Eine Vergleichung desselben mit den bisher bestandenen Zollgebuͤhren, zeigt nur geringe Veraͤnderungen und diese zeigen hauptsaͤchlich nur die Tendenz der Erleichterung und Beschleunigung bei der wahren Verzol⸗ lung. Kraft des damit erschienenen Regierungs⸗Cirkulars hat die Wirksamkeit dieses neuen Tarifs mit dem 1. Maͤrz d. J. zu beginnen.

3. Febr. Der Oesterreichische Beobachter unter der Ueberschrift: „Das K. K. Institut der Wissenschaften und Kuͤnste, die Akademie der bildenden Kuͤnste und die technischen Schulen in der Lombardei“, Nachstehendes: „Die Empordringung des öffentlichen Unterrichts und seine Ver⸗ breitung unter allen Klassen des Volkes bildete von jeher den Ge⸗ genstand der besonderen Sorgfalt der K. K. Regierung. Die Aus⸗ dehnung und Verbreitung, welche der Elementar⸗Unterricht in den Leombardischen Provinzen während der letzten zwanzig Jahre erhfelt, die Regelung des Planes der Gymnastal⸗ und philosophischen Stu⸗ dien, die verbesferte Einrichtung der Landes⸗Universität und die reiche Ausstattung der damit verbundenen Anstalten gelten als die sprechend⸗ stten Belege dafür. Doch entging der Regierung nicht, daß noch Man⸗ ches zur Vervollständigung des Unterrichts⸗Planes zu thun übrig blieb; sie erforschte das Bedürfniß, suchte nach den Mitteln, es zu befriedi⸗ gen, und bereitete in sorgfältiger Berücksichtigung des fortgeschrittenen Geistes der Civilisation den reiflich erwegenen Plan zur Ausfüllung der noch fühlbaren Lücken des Unterrichts⸗Systems vor. Zwar war für den Unterricht und die religtöse Bildung der unteren Volksklassen

durch die bis in die entfernteste Gemeinde des Königreichs verbreite⸗ ten Elementarschulen zureichend gesorgt, die wissenschaftliche Vorbil⸗ dung und der höhere Unterricht für die gelehrten Berufsstände fan⸗ den ihre Pflege in den zahreichen Gymnasien, den Lycäen und der reich dotirten Universität. Aber zwischen diesen beiden Berufsklassen hatte sich eine dritte, die industrielle, blühend entwickelt und fühlte in der glücklichen Nacheiferung der hierin am weitesten vorgeschrittenen „Nationen das Bedürfniß, ihre gewinnreiche Beschäftigung auf die Grundlage eines wissenschaftlichen speziellen Unterrichts zu stützen. In dem allgemeinen Plane des Oesterreichischen Unterrichtswesens war durch die Anschließung der Real⸗ und technischen Schulen an die Elementar⸗Schulen Vorsorge dafür getroffen: es fehlte aber noch dessen Ausführung in den Lombardischen Provinzen. Die schönen Künste, sowohl in ihrer höheren Bestimmung für die Erheiterung des Lebens als in ihrer praktischen Anwendung zur Veredlung und Vervollkommnung der Gewerbe, waren mehr als sonst ein Ge⸗ meingut des Volkes geworden und hatten in ihrer Geltung und Bedeutung einen höheren Rang im geselligen Leben genommen; sie wurden in der eigens hierfür bestehenden Akademie gelehrt und epflegt, doch ermangelte dieser Kunst⸗Anstalt noch die festere Begrün⸗ Sung und eine dem Bedürfnisse entsprechende Einrichtung. End⸗ ich stellte der hohe Einfluß, welchen die positiven Wissenschaften auf die Ausbildung der in das praktische Leben eingreifenden Berufs⸗ und öffentlichen Anstalten gewonnen hatten, die Rothwendigkeit her⸗ aus, für die Pflege und Fortbildung dieser Wissenschaften mit Hin⸗ sicht auf ihre praklische Richtung auch außerhalb der Schule zu sor⸗ gen, und die Fortschritte und Entdeckungen, welche täglich das Feld des Wissens erweitern, festzuhalten und sich anzueignen. Diesen gweck verfolgte das Institut der Wissenschaften; aber die Zahl seiner Mitglieder war durch Tod und Siechthum gelichtet, seine aus frühe⸗ rer Zeit datirende Einrichtung entsprach nicht mehr dem gegenwärti⸗ gen Fuzane⸗ der Wissenschaften und den neuen durch das Aufblühen, der Gewerbthätigkeit geschaffenen Bedürfnissen.

Es blieb der segensreichen Ankunft Sr. Majestät des Kaisers Ferdinand in der Lombardei vorbehalten, diese freudenreiche Epoche nebst so vielen anderen Wohlthaten auch durch die Vervollkommnung der Unterrichs⸗ und gelehrten Anstalten im segnenden Andenken der Mit⸗ und Rachwelt festzuhalten. Se. Majestät dekretirte die Einfüh⸗ rung der technischen Schulen, die Organisirung der K. K. Akademie der WMe Künste und rief das neue Institut der Wissenschaften ins Leben.

Das Institut besteht aus drei Klassen von Mitgliedern, aus wirklichen, korrespondirenden und Ehren⸗Mitgliedern. Die ersteren sind vierzig an der Zahl, von denen zwanzig einen Jahres⸗Gehalt

vpon 1200 Oesterreichischen Liren genießen, welcher mit jedwedem an⸗ deren Bezuge kumulirt werden kann. Der Zweck dieses Instituts ist auf die Beförderung jener Studien gerichtet, die einen unmittelbaren und bauptsächlichen Einsluß auf die Wohlfahrt und die allgemeine wissenschaftliche Ausbildung der Lombardischen Provinzen haben. Das Insiitut wendet demnach zunächst seine Sorgfalt und seine Thätig⸗ feit jenen Forschungen zu, welche auf die e des Acker⸗ bäaues, der Industrie und des Handels, wie auch der schönen Wissen⸗ schaften, abzielen. Demselben liegt die Zuerkennung der Indusirie⸗ Prämien ob, welche von der Siaats⸗Verwaltung bei den abwech⸗ seind in Matland und Venedig stattfiudenden alljährlichen Ge⸗ werde Ausstellungen an jene Lombardisch⸗ Venettanischen Un⸗ terthanen vertheilt werden, die nützliche Erfindungen im Gebiete des Ackerbaues oder der Gewerbe gemacht oder neue Industriezweige und Buellen der Wohlfahrt entweder zusff unden oder in das Land ein⸗ geführt haben. Und damit das Publikum die Arbeiten dieses ersten ünd wissenschaftlichen Körpers in der Lombardei desto eher zu ken⸗ nen und zu würdigen im Stande sey, ist die Verfügung getroffen worden, daß das in der literarischen Welt durch die Gediegenheit seiner Auffätze einen altherbegründeten Ruf genießende kritische Jour⸗ nal I. a Biblioteca italiana“, von dem wirklichen Amts⸗Antritte der uenen Mitglteder des Instituts angefangen, von demselben übernom⸗ men und in ein „Giornale dell' I. R. Istituto delle science, lettere 18n d Fnewendeit 8 e mit er Vn eitungen der iglieder cingerückt, und auf diese

ege verbffentlicht . sollen. 8 86

164

Auch die K. K. Akademie der bildenden Künste zu Mailand,

welche ursprünglich von der unsterblichen Kaiserin Maria Theresia gestiftet worden, bicher aber nur provisortsch regulirt war, wurde nun durch eine ständige Organisirung desinitiv begründet, ihr Ansehen durch die Feststellung eines höheren Rauges für die Professoren ver⸗ mehrt, dieselbe durch die Beifügung ordentlicher und außerordentlicher Räthe, durch Ehren⸗ und Kunst⸗Mitglieder erweitert, und endlich ein reichlicher Fond zum Behufe der Vertheilung von jährlichen und zwei⸗ jährigen Aufmunterungspreisen ihr angewlesen. Solchergestalt um⸗ sichtig und dauerhaft begründet, kann dieser ausgezeichnete akademische Körper nur zu den erfreulichsten Erwartungen eines stets zunehmen⸗ den Flors und fortschreitender Ausbildung in den schönen Künsten berechtigen. Endlich war noch in Begug auf den bereits zu einem so hohen Grade des Gedeihens vorgeschrittenen Elementar⸗Unterricht einem lebhaften Bedürfnisse jenem der technischen Schul⸗Anstalten näm⸗ lich abzuhelfen. Und auch diese wurden von der unerschöpflichen Gnade des Monarchen, sowohl in Mailand als in Venedig ins Le⸗ ben gerufen. Nach Errichtung der niederen Elementar⸗ (oder soge⸗ nannten Trivial⸗) Schulen in sämmtlichen Gemeinden, nach Eroff⸗ nung von Hauptschulen mit vier Klassen in den Provinzial⸗Haupt⸗ städten (Delegations⸗Städten), sind es eden die technischen (oder Real⸗) Schulen, welche die Wohlthat der in dem orgauischen Schulplane vom 7. Dezember 1818 mit der gründlichsten Sachkenntniß angeord⸗ neten Uuterrichts⸗Anstalten vollenden, indem sie den in den Elemen⸗ tar⸗Schulen ertheilten Unterricht fortführen und zur Ausbildung jener jungen Leute dienen, welche sich keinem gelehrten Berufe oder wis⸗ senschaftlichen Laufbahn, sondern dem Handel, der Landwirthschaft, den Gewerben und Handwerken widmen. In diesem, hierlandes neuen und die erfreulichsten Resultate versprechenden Institute erhalten jene Individuen, die sich für den Handel ausbilden wollen, nebst dem Unterrichte in ihrer Muttersprache, auch die Unterweisung in der Französischen und Deutschen Sprache, in der Handelswissenschaft, kalligraphie, Geschichte, Geographie, Buchhaltungskunde und Han⸗ dels⸗Korrespondenz; jene, die sich auf Industrie und Gewerbe ver⸗ legen, lernen Phpsik, Naturgeschichte, dann Chemie in threr Anwen⸗ dung auf Gewerbe; diejenigen endlich, welche in den schönen Kün⸗ sten vorschreiten wollen, werden im Zeichnen unterrichtet. So ge⸗ währen denn, während die Gymnasien, Lycäen und die Landes⸗ Universität die Mittel zur stufenweisen Ausbildung derjenigen dar⸗ bieten, die sich den Wissenschaften, der Literatur und den gelehrten Berufsständen widmen, die vier Klassen der Elementar⸗Hauptschulen und die neuen technischen Schulen einen regelmäßigen und vollstän⸗ digen Unterricht für die gewerbtreibende Bevölkerung. Auf diese Weise ist nun der öffentliche Unterricht in den Lombardischen Pro⸗ vinzen durch die weisen und großmüthigen Verfügungen unseres viel⸗ geliebten Landesfürsten so geordnet, vertheilt und vermehrt, daß jede Klasse des Volkes sich diejenigen Kenntnisse und Belehrungen, welche wesentlich zur moralischen und bürgerlichen Ausbildung der Gesek⸗ schaft beitragen, vollständig verschaffen kann.

Aus Ungarn, 28. Jan. Am Gymnasium in Kaschau gab es kuͤrzlich einige Unordnungen, weil der Rektor einen der Schuͤler (sogenannten Juraten) wegen groben Excesses koͤrper⸗ lich zuüchtigen ließ. Der groͤßte Theil der Zoͤglinge rottete sich auf dieses zu dem Zwecke zusammen, um dem Rector dieselbe Strafe, welche ihr Kollege erleiden mußte, zu appliziren. In dieser Absicht wurde eine große Ruthe verfertigt und damit drangen sie in die Wohnung des Rektors ein, welcher sich je⸗ doch bereits aus dem Staube gemacht hatte, zertruͤmmerten alle Moͤbel, Fenster, Thuͤren und selbst die Waͤnde der Art, daß sie nun gaͤnzlich unbewohnbar ist. Die Behörden haben sich dadurch veranlaßt gesehen, den Kurs zu schließen und be⸗ reits ist eine strenge Untersuchung dieser bedauerlichen Vorfaͤlle

db

eingeleitet.

4 18 42„

Triest, 30. Jan. Das Journal des Oesterreichi⸗ schen Lloyd enthaͤlt folgende Anzeige: „Durchdrungen von den lebhaftesten Dankgefuͤhlen gegen den besten Monarchen, bringt der Verwaltungs⸗Rath der Dampsschifffahrts⸗Gesellschaft des Oesterreichischen Lloyd zur allgemeinen Kenntniß, daß Se. K. K. Majestaͤt unterm 20. Dezember 1838 in Folge Allerhoͤch⸗ ster Entschließung geruht haben: 1) den Dampfboͤten des Oester⸗ reichischen Lloyd kuͤnftig die gebuͤhrenfreie Behandlung als Post⸗ ee gleich jenen unmittelbar der Regierung angehoͤrigen riegsschiffen, Allergnaͤdigst zu bewilligen. Demnach sind die⸗ selben kuͤnftig 2) aller Aerarial⸗Hafen⸗Gebuͤhren in den Haͤfen der Oesterreichischen Monarchie enthoben; 3) sind denselben die Oesterreichischen Konsular⸗Schiffs⸗Gebuͤhren in den fremden Haͤfen erlassen. Ferner werden: 4) die K. K. Post⸗Aemter die fuͤr Post⸗ Versendungen durch die Post⸗Packetboͤte eingehenden Gebuͤhren kuͤnftig ganz und ausschließend der Gesellschaft des Oesterreichischen Lloyd uͤberlassen; 5) wird die Befahrung der Strecke zwischen Triest und Venedig durch Dampfboͤte, der Gesellschaft des Oester⸗ reichischen Lloyd bis zum letzten Dezember 1842 ausschließend zugesichert; 6) sind die auslaͤndischen Dampfschiffe insofern sie nicht vertragsmaͤßig dazu berechtigt sind von der Kuͤsten⸗ fahrt zwischen inlaͤndischen Seeplaͤtzen ausgeschlossen. An diese allergnaͤdigsten Zugestaäͤndnisse reihen wir auch noch die bereits im vorigen Monate bekanntgegebene große Beguͤnstigung, die wir hier wiederholt veroͤffentlichen: Die K. K. ohe Hof⸗Kam⸗ mer hat mit Erlaß vom 7. November 1838, Nr. 28,700, dem Verwaltungsrathe der Dampf-Schifffahrts⸗Gesellschaft des Oester⸗ reichischen Lloyd durch K. K. Gubernial⸗Dekret dd. 26. Novem⸗ ber 1838, Nr. 27,955, die Bewilligung ertheilt, einen beeide⸗ ten Sanitaͤts⸗Guardian an Bord der Dampfschiffe nehmen zu duͤrfen, welche die regelmaͤßigen und periodischen Reisen zwischen Triest und Syra machen und auf dieser Fahrt Ancona, Corfu, Patras und Athen beruͤhren. Durch diese Verguͤnstigung mindert sich die AQuarantainezeit in Triest um eben so viele Tage, als das Dampfboot von dem letzten Hafen, welcher der Kontumaz unterliegt, zur Reise bis Triest aufwendet, vor⸗ ausgesetzt, daß das Dampfboot mit reinem Patent (fede di pa- tente netta) versehen sey. Diese neue Maßregel ist mit dem 1. Januar 1839 ins Leben getreten, und gewaͤhrt den doppel⸗ ten Vortheil, daß die Kontumazzeit in Triest sich um 5 bis 6 Tage abkuürzt, je nachdem die Reisen durch die Witterung mehr oder minder beguͤnstigt sind, und daß ferner die Dampfboͤte immer in freier Praktik von hier abgehen, daher die Passa⸗ giere, welche von hier nach Ancona reisen, dort keiner Quaran⸗ taine unterworfen sind, wie dies bisher zuweilen und zwar bei solchen Dampsfboͤten der Fall war, welche vor Ablauf der vol⸗ len Kontumazzeit, folgleich außer Praktik, von hier abgingen.“

Schweiz.

„Zuͤrich, 1. Febr. Suͤrch. Z.) Gestern eroöffnete Herr Antistes Fuͤßli im großen Rathe die ege daß auf die Sehi der theologischen Professoren an unserer Hochschule dem Kir⸗ chen⸗Rathe irgend ein Einfluß eingeraͤumt werden moͤchte. Der Redner begann mit der Erklaͤrung, daß man ihn habe abhal⸗ ten wollen, einen Gegenstand zur Sprache zu bringen, der die Behoͤrde tief aufregen koͤnnte, daß er aber zum großen Rathe das Vertrauen hege, er werde auch diesen Gegenstand mit Ruhe und Wuͤrde zu behandeln wissen. „Die Wahl des Doktors Strauß verletzt aufs tiesste einen sehr achtbaren Theil des Vol⸗

kes. Sie wird Kaͤmpfe hervorrufen, deren Ende vielleicht in

der Ferne liegt. Und meine Ansicht ist: durch diese Wahl wird weder der Erziehungs⸗Rath, noch der Regierungs⸗Rath, wenn dieser dieselbe bestaͤtigen sollte, noch die Hochschule bei Unserem Volke populair geworden seyn. Wenn Strauß auf einen phi⸗ losophischen Lehrstuhl berufen worden waͤre, so haͤtte sich kein Fuß dagegen erhoben. Aber daß ihm die erste Stelle an der theologischen Fakultäaͤt uͤbertragen werden soll, das ist nicht wohl⸗ gethan. Ich spreche aus dem Herzen Vieler. Ich setze keine Zweifel in die Wissenschaftlichkeit, die eminenten Talente, den sittlichen Charakter des Mannes. Aber ist es wohlgethan, einem Mantee die Bildung unserer Kirchendiener anzuvertrauen, der alles positiv Christliche verneint, unter dessen Haͤnden die evange⸗ lische Kirche zu einem duͤrren Gerippe wird, der erklaͤrt, daß, wer seine Ansicht hege, nicht wohl ein Diener der Kirche seyn koͤnne; der auch keinen protestantischen Lehrstuhl bekleiden zu koͤnnen glaubte, ein Ausspruch, den er freilich seither wieder zuruͤckgenommen hat“ u. s. w.

Es begann der erste Rathschlag. Herr Buͤrgermeister Hir⸗ zel stellt die Ansicht auf, daß die Berufung von Dr. Strauß eine Wohlthat fuͤr die Kirche sey, welche stationair geworden. Dann schließt er: „Die Bedeutung, ob wir Strauß anstellen werden, ist, ob unsere Kirche die Richtung nehmen soll nach dem Buchstabenglauben oder nach dem Geistesglauben. Auf Ihre heutige Entscheidung wird dieses ankommen. Es gilt auch heute eine Freiheit zu erringen, die hoͤchste Freiheit, die Freiheit des Geistes von den Banden des Aberglaubens ... Schon einmal ist es in diesem Saale geschehen, daß ein Großer Rath von Zuͤrich einem Manne vertraute, und ihm auftrug, aus dem Geiste Gottes nach bestem Vermoͤgen zu leh⸗ ren. Es war dies am 29. Januar 1523. (Der Redner liest aus Bullinger vor.) Dies war freilich kein aus dem Volke der Landschaft hervorgegaggener Rath, sondern ein Rath der souverainen Buͤrgerschaft Zuͤrichs. Soll nun ein Rath, den das Volk gewaͤhlt hat, anders sprechen? Der Papst hat das Leben Jesu ins schwarze Buch getragen: er hat Recht ge⸗ habt, denn die Schrift ist aus dem Protestantismus geschrieben. Aber wir fallen ab vom Protestantismus, wenn wir den Mann verdammen. Wuͤrde das geschehen, dann wollen wir wenig⸗ stens nicht mehr zum Denkmal Zwingli's wallfahrten, nicht mehr nach Kappel, wo Zwingli blutete, um die Freiheit des Geistes zu sichern.“ Die Diskussion wurde hier unterbrochen, Nachmittags um halb drei Uhr wieder aufgenommen, und bis neun Uhr mit Ruhe, Gelehrsamkeit und Geist, allmaͤlig mit Waͤrme und Enthusiasmus gefuͤhrt. Gegen das Ende erhoben sich unbefangene Maͤnner von der Landschaft, erklaͤrten, nun mit voller Ueberzeugung gegen die Motion zu stimmen, und gaben der Diskussion das Zeugniß, daß Licht und Wahrheit und Leben daraus hervorgegangen sey. Die Urheber der Mo⸗ tion, auf alle Weise geschlagen, aͤußerten sich nur noch in klein⸗ lauter Vertheidigung ihres persoͤnlichen Schrittes. Acht und neunzig Mitglieder verwarfen die Motion, neun und vierzig erhoben sich fuͤr dieselbe. An den Doktor Strauß ist durch die⸗ selbe ein feierlicher Ruf im Namen eines Volkes ergangen, das auf ihn vertraut, er werde ihm die Fackel des Lichtes in seinen Freistaat bringen, und dem neuen Erwachen seines kirch⸗ lichen Lebens leuchten. Die Gegner von Strauß haben nun den Plan, auf ihre Privatkosten noch einen anderen ausge⸗ zeichneten Lehrer der Dogmatik an unsere Hochschule zu berufen.

Spanien.

Madrid, 25. Jan. Man erwartet allgemein Ereignisse von hoher Wichtigkeit fuͤr das naͤchste Fruͤhjahr. Um diese Zeit wird eine Krisis statthaben; sie wird das Land retten, oder seinen Ruin vollenden. Diese Meinung ist nicht bloß die der Alarmisten, sondern findet auch Anklang in den Reihen der bedaͤchtigen und gemaͤßigten Parteien. Einige Personen glau⸗ ben, Espartero warte, um sich ganz und offen zu erklaͤren, nur noch einen guͤnstigen Augenblick ab. Ein Sieg uͤber die Kar⸗ listen im Fruͤhjahr wuͤrde ihm die Gelegenheit geben, seine Plaͤne auszufuͤhren, welche dann wahrscheinlich von dem Ober⸗ General der Central⸗Armee unterstuͤtzt werden wuͤrden.

In Cadix und Malaga waͤhren die Auswanderungen der dortigen Einwohner noch immer fort.

Cabrera hat in Aragonien im Namen des Don Carlos einen aus sieben Richtern zusammengesetzten Gerichtshof fuͤr buͤrgerliche Streitigkeiten eingesetzt, der auch bereits seine Func⸗ tionen auszufuͤhren angefangen haben soll.

XFHIrs . Bn 219 sun

Von der Montenegrinischen Graͤnze, 15. Jan. (Schles. Z.) In der Nahia Czernitzka ist es wegen der schon oͤfters besprochenen Klassensteuer zu blutigen Thaͤtlichkeiten ge⸗

kommen, indem die Czernitzkaner ein vom Vladika beordertes Executions⸗Kommando mit den Waffen zuruͤckwiesen. Es ge⸗ winnt neuerdings den Anschein, daß die Differenzen zwischen Montenegro und Oesterreich auf guͤtlichem Wege ausgeglichen werden duͤrften. E.So , 87781873 Mexiko. 88 v-

Tampico, 8. Dez. Der hier erscheinende Telegrafo,

ein im foͤderalistischen Interesse redigirtes Blatt, giebt ausfuͤhr⸗ liche Nachricht uͤber das Gefecht zwischen den Foͤderalisten un⸗

EEEIIII116“

ter Urrea und Montenegro und den Regierungs⸗Truppen unter

Canalizo, Piedras, Cos und Condé, welches am 30sten v. M. in und um Tampico stattfand. Im Wesentlichen lautet der Bericht also: „Um 3 ½ Uhr Morgens eroͤffnete der Feind sein

Feuer auf der linken Seite unserer Linie, die sich auf die La⸗

guna del Carpentero stuͤtzt, und unternahm Bajsonett⸗Angriffe von dem Fort de Guerrero bis an die Ufer des erwaͤhnten Sees. Die Bewegung wurde mit Kuͤhnheit ausgefuͤhrt und war in soweit von Erfolg, daß der Feind die aͤußersten Punkte unserer Verschanzungen einnahm und theilweise selbst in das Innere derselben eindrang. Die gegen das Fort Guerrero gerichtete Angriffs⸗Kolonne wurde durch den General Cos und den Oberst Francisco Andrade befehligt. Der hestigste Angriff aber fand gegen das Fort Libertad statt; er wurde durch den General José de las Piedras mit mehr als 600 Mann unter⸗ nommen, und die dorthin entsendeten Verstaͤrkungen langten nicht fruͤhzeitig genug an, um die Einnahme des Forts zu ver⸗ hindern. Als nun unser General en Chef (Urrea) bemerkte, daß auf diese Weise der groͤßte Theil unserer Linie durchbrochen war, ließ er die Kavallerie anruͤcken und stellte sie, von einigen Compagnieen Infanterie unterstuͤtzt, zwischen dem, genommenen Fort und der Stadt auf. Als darauf die Feinde aus dem Fort gegen die Kavallerie vorruͤckten, wurden sie von vorn und von der Seite angegriffen, auf das Fort Libertad zuruͤckgeworfen und beim Ruͤckzuge sowohl von der Flußseite her als aus dem Fort Landero lebhaft beschossen. Das Gefecht endete erst um

10 Uhr mit der Wiedereroberung des Forts Libertad durch einen Bayonnet⸗Angriff. Die Garnison vertheidigte sich mit

niccht ratifizirt habe.

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außerordentlicher Tapferkeit. Au dem Schlachtfelde fand man uͤber 200 Todte und 38 Verwundete des feindlichen Corps; mehr als 200 der Letzteren sollen uͤberdies fortgebracht worden seyn. Unsererseits haben wir Pi Todte und 70 Verwundete gehabt. Eine kleine Abtheilung Kavallerie und Artillerie unter dem Oberst⸗Lieutenant Briones wurde zur Verfolgung des Fein⸗ des ausgesandt, auch erhielten drei Kanonier⸗Schaluppen den Befehl, sich vor die Barre zu legen, um den Fluͤchtigen den Weg nach Tuspan zu versperren; der Befehl wurde indeß zu spaͤt ausge⸗ fuͤhrt, so daß es Mehreren gelang, zu entkommen. Tuspan selbst wird aber bald unseren Truppen in die Haͤnde fallen und dann wird der ganze Distrikt von Pueblo Viejo von dem Drucke befreit seyn, der auf ihm lastet. Noch immer werden Gefan⸗ gene auf der Flucht hier eingebracht. Unter den 18 gefangenen Offizieren befinden sich der General de las Piedras (der, wie schon erwähnt, erschossen worden ist), der Oberst Francisco An⸗ drade, mehrere Oberst⸗Lieutenants und Hauptleute.“ (Von dem Tode des Obersten Montenegro, der nach anderen Mit⸗ estnges im Gefecht geblieben seyn soll, sagt dieser Brief nichts.)

Heute ist ein außerordentlicher Courier hier eingetroffen, welcher die Nachricht uͤberbringt, daß die Regierung den Ver⸗ trag zwischen dem Admiral Baudin und dem General Rincon

99t ““ 008 1 Hrbhhmat. 8

0x½ 85 Koͤnigsberg, 2. Febr. Schifffahrt. In Memel sind im vorigen Monate ausgegangen: drei Schiffe,

worunter zwei mit Holzwaaren und das dritte mit Leinsaamen

beladen. Eingegangen ist daselbst aber in jenem Monat kein Schiff. In Pillau sind waͤhrend dieser Zeit drei Schiffe mit Getraide, Leinsaat, Erbsen und Hanf beladen ausgelaufen und zwei Schiffe, worunter das eine mit Ballast, eingegan⸗ gen. Das Schiff Gustuv, gefuͤhrt vom Capitain Uümhauff, aus Koͤnigsberg und mit Roggen nach Amsterdam bestimmt, ging am 27. Dezember v. J. von Pillau aus und lief mit der⸗ selben Ladung am 16ten v. M. daselbst im Nothhafen wieder ein. Viehzucht und Ackerbau. So wie die Schaf⸗ und Pferdezucht im hiesigen Regierungs⸗Bezirke sich in den sechs Jahren, 1832 bis Ende 1837, auf eine sehr erfreuliche Weise gehoben (s. St. Ztg. Nr. 31. und 37), also hat auch im gedachten Zeitraume die uͤbrige Viehzucht nicht unbedeutende Fortschritte gemacht. Am Schlusse des Jahres 1831 zäͤhlte man in unserem Regierungs⸗Bezirke 5164 Stiere, 78,827 Ochsen, 135,170 KüpJ‚he, 73,772 Stuͤck Jungvieh, im Ganzen also: 292,933 Stuͤck; ferner 2405 Ziegen und 210,228 Schweine; zu Ende des Jahres 1837 aber 5951 Stiere, 84,367 Ochsen, 137,469 Küpvhe, 88,7205 Stuͤck Jungvieh, im Ganzen also: 316,492 Stuͤck Rindvieh, 1945 Fiegen und 197,806 Schweine. Es hat demnach der Viehstand in diesen sechs Jahren im Gan⸗ zen um 23,359 Stuͤck Rindvieh zugenommen, in den beiden anderen Thierarten sich jedoch um etwas verringert. Mit die⸗ ser vorschreitenden Zunahme des Viehstandes im hiesigen Re⸗ gierungs⸗Bezirke hat sich auch zugleich die Industrie des Acker⸗ baues, namentlich in denjenigen Kreisen des Departements, in welchen die groͤßeste Vermehrung der Viehstaͤnde stattgefunden und der Boden nur einigermaßen dankbar und nicht ganz ste⸗ ril ist, so wie durch die Separationen beguͤnstigt, wesentlich ge⸗ hoben. An vielen Orten verdraͤngt ein verbessertes Fruchtfolge⸗ System das Dreifelder⸗System; es werden Landstraßen von roßen Massen von Felssteinen befreit und urbar gemacht; iesen meliorirt; Teiche abgelassen; Suͤmpfe ausgetrocknet; Entwaͤsserungs⸗Anstalten getroffen und Graͤben geraͤumt und neue angelegt. Der Wohlstand bei den Landwirthen im hie⸗ sigen Departement kann im Allgemeinen auch wohl als im Steigen begriffen erachret werden, und es gewaͤhren die vor⸗ ährige gute Aerndte und die hohen Getraide⸗Preise manchen er Landwirthe eine solche Einnahme, daß dieselben die in den letzteren Jahren gemachten Schulden gegenwaͤrtig groͤßtentheils abzutragen im Stande sind. Der Theer⸗ und Hopfen⸗Bedarf wurde fruͤher vor⸗ ugsweise den Landleuten und Brauern von umherziehenden Russischen und Polnischen Juden ins Haus gebracht. Der ielen daraus hervorgehenden Uebelstaͤnde und Mißbraͤuche wegen st jedoch, unter Zustimmung des Hohen Ministeriums, von der Koͤnigl. Regierung beschlossen worden, jenen auswaͤrtigen Haͤnd⸗ lern keine Gewerbescheine mehr zum Hausir⸗Handel zu ertheilen. Geld⸗Verkehr. Durch die am Ende des ver⸗ wichenen Jahres hier stattgefundenen ungewoͤhnlichen Zufuhren iner reichen Getraide⸗Aerndte und in Folge bedeutender Spe⸗ ulationen Seitens der 89 Getraidehaͤndler in Ankaͤufen on Getraide in Polen und Rußland, ist in diesen Tagen der roͤßere Theil des baaren Geldels hierselbst verschwunden, so sich der Geldmangel aufs Außerste gesteigert hatte. Der anze Geld⸗Verkehr reduzirte sich auf Kassen⸗Scheine von 00 Rthlr. und es war eine natuͤrliche Folge, daß diese an der

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Boͤrse vom 22ͤsten v. M. gegen Courant mit ½ Ct. Damno begeben wurden.

Koblenz, 1. Febr. (Rh. und M. Z.) Gestern Abend begaben sich, wie es oͤffentlich angezeigt worden war, die drei Vereine, die außer der großen Karnevals⸗Gesellschaft hier

Palais der großen Gesellschaft, empfangen wurden. prachtvoll ausgeschmuͤckt. An langen Tafelreihen nahmen die

bestehen, in festlichem Zuge mit flatternden Fahnen nach dem Zeuguiß, die sich eines weit verbreiteten Rufes erfreuen.

wo sie mit rauschender Musik Der große Saal war eben so sinnig als

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Buntbekappten ihre Plaͤtze ein, und eins der heitersten und schoͤnsten Narrenfeste, das unsere Stadt je gesehen, begann. Ge⸗ sang und launiger Vortrag, Musik und freundliche Besprechung und Berathung wechselten in wohlgewaͤhlter Ordnung ab. Die Programme zu dem großen Zug, der so zahlreich und glanzvoll ausfallen wird, wie kaum in einem der verflossenen 6 Jahre, wurden verlesen und fanden den einstimmigsten Bei⸗ fall. Wie jede Gesellschaft abgesondert faͤr sich, so bilden sie im Verein ein zusammenhangendes, harmonisches Ganze. In dem Freuden⸗Taumel aber, der uͤber die versammelte Narren⸗ schaar seinen Zauber verbreitet hatte, ward, wie sich das an solchen Festen gebuͤhrt, auch der Armen gedacht, und jeder gab gerne seinen Beitrag zum Besten der Huͤlfsbeduͤrftigen. Nur so fortgearbeitet, und unser diesjaͤhriges Faschingsfest wird sich den schoͤnsten, die in weitem Umkreise gefeiert werden, kuͤhn an die Seite stellen duͤrfen!

14) Forst⸗ und Jagd⸗Strafrecht,

von

Verzeichniß der Vortraͤge bei der Koͤnigl. Preußischen hoͤheren Forst⸗Lehr⸗Anstalt in Neu⸗ stadt⸗Eberswalde im Studien⸗Jahre 182 ¼⸗, mit dem 15. April 1839 beginnend und mit dem 31. Maͤrz 1840 1 schließend. 8 Sommer⸗Semester vom 15. Aprilbis 31. August 1839.

Ober⸗Forstrath Dr. Pfeil. 1) Waldbau, 4 Stunden wöchentlich. 2) Bodenkunde und Klimatik, 2 Stunden. 3³) Staatswirthschaftliche Forstkunde, 2 Stunden.

Professor Dr. Ratzeburg. 4) Encyklopädie der Raturwissen⸗ schaften Ister Theil, 3 Stunden. 5) Spezielle Forst⸗Botanik, 2 Stun⸗ den. 6) lleber Forst⸗Unkräuter, 2 Stunden. 7) Anatomlie und Phy⸗ siologie der Gewächse, 2 Stunden.

Professor Schneider. 8) Arithmetik, à Stunden. 9) Geome⸗ trie, 3 Stunden. 10) Statik und Mechanik, 1 Stunde. 11) Plan⸗ zeichnen, 1 Stunde. 8

Justiz⸗Amtmann Schäffer. 12) Grundsätze des Rechts⸗Ver⸗ fahrens, 2 Stunden.

li. Winter⸗Semester vom 15. Oktober 1839 bis

8 31. März 1840.

Ober⸗Forstrath Dr. Pfeil. 1) Forst⸗Einrichtung und Ertrags⸗ Bestimmung, 3 Stunden. 2) Forst⸗Benutzung, 2 Stunden. 3) Forst⸗ Verwaltungskunde, 2 Stunden. 4) Examinatorium Üüber gesammte Forstwissenschaften, à Stunden.

Professor Dr. Ratzeburg. 5) Encyclopädie der Naturwissen⸗ schaften Zter Theil, 2 Stunden. 6) Uebersicht der geognostischen Ver⸗ bältnisse Deutschlands, 1 Stunde. 7) Naturgeschichte der wichtigsten Waldvögel, 2 Stunden. 8) Anatomie und Phvsiologie der Jagd⸗ thiere, 1 Stunde. 9) Examinatorium und Repetitorium, 2 Stunden. Professor Schneider. 10) Stereometrie, 2 Stunden. 11) Ebene Trigonometrie, 4 Stunden. 12) Statik und Mechantk, 1 Stunde. 13) Examinatorium, 4 Stunden. .

Justiz⸗Amtmann Schäffer. 2 Stunden.

Mittwoch und Sonnabend sinden praktische Arbeiten und Exkur⸗ sionen statt. Im Sommer⸗Semester sind die Nachmittagsstunden von 2—7 Montag und Donnerstag zu Meßübungen, Dienstag und Frei⸗ tag zu zoologischen, botanischen und mineralogischen Exkursionen be⸗ stimmt. Im Fall die Witterung diese nicht erlaubt, tritt Planzeich⸗ nen an ihre Stelle.

Der Direktor der Königl. Preußischen höheren Forst⸗Lehr⸗Anstalt. Dr. Pfeil. Dauer der Eisenbahn⸗Fahrten am 7. Februar. Abgang Zeitdauer Abgang Zeitdauer um Uhr St. M. von Dum Uhr St. M. 7 ½ Mg. 4A41 Berlin 2 N. M. 9 ½ 43 Potsdam 3 ½ 37 12 Mtg. ] 33 Berlin 7 Abds. 1 5

Potsdam Berlin Potsdam

11“ Berlin. Die Sing⸗Akademte hat gestern ihren Evpklus geistli⸗ cher Konzerte mit der Aufführung des Oratoriums autu-. 32

Felix Mendelssohn⸗Bartholdy beendigt. noch, wie es schon seit einigen Jahren zu thun pflegt, in der Pas⸗ stonszeit, am 9. März, die Bachsche Passionsmusik nach dem Evangelium Matthät und am Charfreitage den „Tod Jesu“ von Graun folgen lassen. Es war gestern das dritte Mal, daß wir den Mendelssohnschen „Pauiu“ hier öffentlich hörten. Zuerst wurde er im Jahre 1837 von dem Musik⸗Direktor Jultus Schneider und dessen Gesangs⸗Institute in der Garnison⸗Kirche, dann, im vorigen Jahre von der Sing⸗Akademie aufgeführt. Es ist bereits beim ersten Male in diesen Blättern eine allgemeine Charakteristik dieses Werkes ver⸗ sucht worden, und ein öfteres Hören desselben mußte die Ueberzeu⸗ gung nur bestärken, daß wir hier eine der erhabensten, gediegensten und schönsten musikalischen Productionen der neueren Zeit vor uns haben, welche die ganze Innigkeit und Tiefe des religtösen Gefüͤhls so wie die gründliche, aecchitektontsche Technik einer längstver⸗ gangenen Kunst⸗Periode mit den feineren, schöneren Formen eines durchgebildeteren Geschmacks vereinigt. In diesem Angenblick ist der ge⸗ niale Komponist dieses Oratorinms mit einem anderen großen Werke beschäftigt; er hat sich aus der getstlichen Sphäre, in welcher er sich

Doch wird dieses Institut

seit elnigen Jahren vorzugsweise bewegte, in die weltlich inü Jab wegte, 8 e hinüberbe⸗ geben und arbeitet au einer Oper für eines der Londoner anübe 8

der ihm Plauché den Text geltefert. Wie sehr derselbe auch im tischen für die Förderung der ausübenden Seite N ahanch as, Prag⸗ davon geben die von thm geleiteten Gewandhaus⸗Konzerte in Leipzig verbrei Von dort her kam uns Clara Novpello, die für diese Konzerte von ec 1 Felt 8 delssohn aus London herangezogen wurde, ung jetzt n. Fen HSeg. wieder eine andere Britische Sängerin zu, die Mistreß Shaw, gebo⸗ rene Postans, welche eine der trefflichsten Altistinnen seyn soll.

vertirt sind.

Bekanntmachung, Bezugnahme auf

41 9 1“ die Kündigung aller noch nicht konvertir⸗ 21. Dezember 1837 (Nr. 1854 der Gesetzsammlung

Um auch

Wir werden vermuthlich binnen kurzem Gelegenhest hab nem Konzerte zu hören, da sie in dieser 8ihs⸗ 1,b“1.P e,r in Berlin angelangt ist. 10.

Meteorologische Beobachtung. Morgens Nachmittags Abends Mach einmaligtr 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.

1839.

7. Februar.

Quellaarme 6,80 R. Flußwärme 0,00 R. Bodenwärme 1,70 R. Ausdünstung 0,912“ Rr.

Lustbruck. 341 35“„Par. 340 42“ „Par. 339 72“ Par. Luftwärme— 4,00 R. 2,70 R. + 3,00 R. Thaupunktö. 4,90 R. +- 2 R. +†. 2 R. Dunstsattigung] 91 vCt. 88 pECt. 89 „Ct. Wetter.. trübe. trübe. regnig. SW. SW. SW. Wärmewechsel 3 10 SEW. + 2 0.

340 50% Par. + 0,6 b R.. 0,25 R.. 89 pCt. SW.

eg

Wolkenzug.. Tagesmittel:

—.—

Berliner Börgsge.

Den 8. Februar 1839.

Fr. Tour. Brief. Seld.

101 ¼ 100 ¾

8 Fr. Toar. 2

8Brief. 1 Geld. 8 St.-Schuld-Sch. 4 103 1 1025⁄8 sOztpr. Pfandbr. 887 Pr. Engl. Obl. 20. 4 102 ¼ 101 ¼¾¼ Pomm. Pfandhr. ²³% 101 ༠PrämSeh. d. Secb. 70 ⁄¼ 69 ¾ [Kur.-u. Neum. do. 2 7 102 ¼ Kurm. Obl. m. 1. C. 4 102 101 ¾ Schlezische do. 4 Nim. Int. Sch. 4 101 ¾ Rückst. C. und Z.

99 3¾¼ Sch. d. K. u. N. 4

doSchuldverschr. 100¹ à4 Berl. Stadt-Obl. 4 103 1 102 71 [Gold al marco 215 ¾ Neue Ducaten

Königsb. do. 4

Elbinger do. 4½³½ Friedrichad'or 13 ½ Danz. do. in Th. 48 And. Goldmüu-

Westpr. Pfandbr. 101 ¼ ren k 5 Tbl. Grofsh. Pos. do. 4 Disconto

52

101 103

100 ¾

12 / 104 ¾ 82

Auswärtige hörsen.

Amsterdam, 3. Februar.

Niederl. wirkl. Schuld 549⁄16. 5 % do. —. Neue Anl. —. 1

Zinsl. —.

Kanz-Bill. 267⁄16.

Antwerpen, 2. Februar. Neue Anl. 16 ¾. 5 8 F a. M., 4A. Februar. 8 esterr. 5 % Met. 106 G. 4 % 99 G. 2 ½ % 59 ¼ G. 1 i C. Pank.Aelien 1708. 7,9 as.d.. Loose zu 500 Fl. —. Loose zu 100 Fl. 284 G. Preuss. Präm.- Sch. 70 G. do. 4 % Anl. 102 ⅞16 G. Poln. Loose 69 ⅛. 68 1⁄. 5 % Span. Anl. 5 ¾. 5 . 2 ½ % Holl. 535 ⁄1. 53 ½. Eisenbahn-Actien. St. Germain 500 Br. Versailles rechtes Ufer 560 Br. do. linkes Ufer 220 Br. Strafsburg-Basel 345 Br.

Köln-Aachen 88 Br. Comp.-Centrale 89 Br. Hamburg, 6. Februar. 2 Bank-Actien 1465. 1460. Engl. Russ. 108 1. 107 ⁄1.

Koͤnigliche Schauspiele.

Sonnabend, 9. Febr. Im Schauspielhause. Don Carlos. Infant von Spanien, Trauerspiel in 5 Abth., von Schiller. (Herr Emil Devrient, vom Hoftheater zu Dresden: Marquis Posa, als Gastrolle.) 1

Im Konzertsaale: Letzter diesjaͤhriger Subscriptions⸗Ball.

Sonntag, 10. Febr. Im Opernhause. Der Liebestrank, Oper in 2 Abth., mit Tanz. Musik von Donizetti. Hierauf: Der Schweizer⸗Soldat, militairisches Ballet in 1 Akt, von

Hoguet.

(nach dem Roman gleiches Namens, von Bulwer), von Lud⸗ wig Rellstab.

Koͤnigsstadtisches Theater.

Sonnabend, 9. Febr. 1739, 1839, 1939. Phantastisches Zeitgemäaͤlde mit Gesang in 3 Abth., von C. Meisl, Mustk, cg. komponirt, theils arrangirt, vom Musik⸗Direktor Herrn

ugler.

Sonntag, 10. Febr. Der Rattenfaͤnger von Hameln. Romantisch⸗komische Oper in 3 Akten, nach einer Deutschen Velfsfage, von C. P. Berger. Musik vom Kapellmeister Franz

er.

Markt⸗Preise vom Getraide. Berlin, den 7. Februar 1839.

* Lande: Weizen 3 Rthlr. 7 Sgr. 6 Pf., auch 2 Rthlr. 27 Sgr. 6 Pf.; Roggen 1 Rthlr. 26 Sgr. 3 Pf., auch 1 Rthlr. 20 Sgr.; große Gerste 1 Rthlr. 13 Sgr. 9 Pf.; kleine Gerste 1 Rthlr. 15 Sgr., auch 1 Rthlr. 6 Sgr.; Hafer 1 Rihtr. 5 Sgr., auch 1 Rthlr. 1 Sgr. 3 Pf. Fseön sind 151 Wispel.

Zu Wasser: Weizen 3 Rthlr. 11 Sgr. 3 Pf., auch 3 Rthlr. 10 Sgr.; Roggen 2 Rthlr., auch 1 Rthlr. 27 Sgr. 6 Pf. Mittwoch, den 6. Februar 1839. Das Schock Stroh 7 Rthlr., auch 6 Rthlr. 10 Sgr. Centner Heu 1 Rthlr. 2 Sgr. 6 Pf., auch 20 Sgr. Branntwein⸗Preise vom 1. bis 7. Februar 1839. Das Faß von 200 Quart, nach Tralles 54 pCt., nach Richter 40 pCt., gegen baare Zahlung und sofortige Ablieferung. Korn⸗ Branntwein 23 Rthlr.; Kartoffel⸗Branntwein 19 Rthlr. 20 Sgr.,

auch 19 Rthlr. Kartoffel⸗Preise. Der Scheffel Kartoffeln 12 Sgr. 6 Pf., auch 7 Sgr. 6 Pf.

Der

In Vertretung des Redacteurs: Wentel.

Gedruckt bei A. W. Hayn.

vaunamn. üimaaamm arnere ngmnmmen

Anzeiger fuͤr die Preußischen Staaten.

8 diese zu konvertiren, wieder⸗ welche bis b b holen wir hierdurch uer⸗ Kondigung und forbern, aft he bis zum 15. Mai 1839 uns nicht eingereicht

i werden sollten, werden den daraus

ten Ostpreußischen Pfandbriefe betreffend. von 1837) alle Juhaber der in dem nachstehenden selbst⸗ beizumefsa haben

Durch die in mehrern öffentlichen Blättern enthal⸗ Verzeichnisse benannten Ostpreußischen Pfandbriefe auf,

tene Bekanntmachung der unterzeichneten Ostpreußi⸗ schen Geueral⸗Landschafts⸗Direction und der für das Konvertirungs⸗Geschäft ihr beigeordneten Kommissa⸗ rien de dato Berlin, den 25. Mai 1838 sind alie Ost⸗ preußischen Pfandbriefe den Inhabern zur Empfang⸗ nahme der Kapitals⸗Beträge gekündigt und zugleich Anerbietungen zu freiwilliger Konvertirung der gedach⸗ ten Pfanddbriefe in solche, die drei und ein halbes Prozent Zinsen tragen und von den Inhabern nicht gekündigt werden förnen, gemacht worden. Das Kon⸗ vertirungs⸗Geschäft hat einen so guten Fortgang ge⸗ habt, daß gegenwärtig nur die in dem nachstehenden Verzeichnisse aufgeführten Pfandbriefe noch nicht kon⸗

nis 1840 gegen

ber im nächsten

men werden. Die Inhaber

8

I1ö“

Kapitals⸗Betrag nebst den alsdann fälligen Zinsen von unserer hiesigen Kasse oder, wenn sie zeitig bei uns darauf antragen, von der Landschafts⸗Kasse zu

Mohrungen oder zu Angerburg, in Empfang 8

Uebrigens

Johannis 1839 bis Johan⸗ ma chung vom 25. Mai v.

Zinstermine für Johannts 1850 den

derjenigen gekündigten Pfandbriefe,

Ullerhöchste Kabinets⸗Ordre vom senverlust nach der Allerhöchsten Kabinets⸗Ordre vom 11. Juli 1838 (Nr. 1908 der Gesetzsammlung) sich

je Fi 5 le d wir auch jetzt noch erbötig, die i

uns dieselben unverzüglich, in dem gegenwärtigen dem nachste d1. vN. erbötig, die in

Iüglen aangseernne für Weshn Far⸗ 1888 ,in benr wacssh g eichnisse aufgeführten Pfand⸗ des rsfähiger Beschaffenheit und mit den dazu gehö⸗ Konverti 7

rigen Zins⸗Coupons für zu gehö⸗ Konvertirung in Gemäßheit

elassen, sofern sie dieselben zur unserer Bekannt⸗

lis 1840 Recognitionen unserer hiesigen Kasse f ätestens bis zu 3 1 3. freiwillig, jedoch einzuliefern, gegen deren Aushändigung die Inha⸗ w 8eee. e. e.

Landschafts⸗Direction. Abellienen ... 13

111““

1“ VBVerzeichniß hac entstehenden Zin⸗ der durch vorstehende Bekanntmachung gekündigten, noch nicht Fans es sen Ostpreußischen Pfandbriefe.

fand⸗ Pfand⸗ nsehn⸗ Namen nügese

Be⸗ des Be. 88 en⸗ Gutes. Rre trag. be Thlr. Thle.

1. Departement Arnsberg. A2] 100 Abbarten. 54 1“

Namen

Gutes.

23 39 Abscherninken . 30 Albrechtau... 1

Arnau 11

82

Niederschlag 0,101%0 h.

Amtlichez Fonands- und gerirosurr-Lorsen 2

Bordeaux- Teste —. Sambre-Meuse 442 ½ G. Leipzig-Dresden 92 ½ Br.

Im Schauspielhause: Eugen Aram, Trauerspiel in 5 Abth. 3