vorbereiteten großen Audienz⸗Saal, vor seinem Thronsessel stehend, die Kondolenz⸗Reden empfing, die er alle in geziemenden Aus⸗ drücken beantwortete. Auch das diplomatische Corps hat auf Einladung des Ministers der auswaͤrtigen Angelegenheiten, an dieser Nationalfeier Theil zu nehmen, um so weniger Anstand genommen, als dieselbe mehr die Gruͤndung der Unabhaͤngig⸗ keit Mexiko's durch Iturbide, als die Suhne eines polttischen Irrthums zum Gegenstande hatte. 1]
Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika. New⸗York, 9. Januar. In einem Schreiben aus De⸗
troit heißt es: „In unserer Nachbarschaft, in Kanada, ist es,
wie vorauszusehen war, diesen Winter, der besonders fruͤh und heftig aufgetreten, wieder lebhaft geworden. Wie voriges Jahr, so auch dieses Jahr, findet die Sache der Patrioten große Sympathie unter den Bewohnern der vereinigten Staaten, und das um so mehr, da die Englaͤnder den Krieg auf eine Weise fuͤhren, welche dem rohesten Indianerstamme Schande bringen wuͤrde. Colborne hat ganze Grafschaften der Pluͤnderung preisgegeben; Greise, Weiber und Kinder werden aus ihren Wohnungen gerissen und der ganzen Wuth des Kanadischen Winters bloßgestellt. Die Gefangenen erschießen sie und lassen ihre Leichname von Schweinen fressen. Glauben Sie nicht, daß ich uͤbertreibe; es geschieht dies letztere fast vor unsern Augen, naͤmlich auf der, Detcoit gegenuͤberliegenden Kuͤste. Und wenn etwas noch mehr zu empoͤren im Stande ist, als diese barbarische Kriegfuͤhrung, so ist es die unbe⸗ schreibliche Niedertraͤchtigkeit und Feigheit der meisten patriotischen Anfuͤhrer. Waͤhrend sie unerfahrene Leute aus den Vereinigten Staaten anreizen, unter die Fahnen der Freiheit zu treten, diese in Kampf und Tod schickend, werden sie, sich mit hohen militairischen Titeln bruͤstend, zur Stunde der Gefahr krank und halten sich außer dem Schusse, d. h. im Gebiete der Vereinigten Staaten. Wahrlich, fuͤr solche Elende, z. B. General Birge, ist der Galgen zu ehrenvoll; sie verdien⸗ ten, getheert und gefedert, von Prescott nach Halifax gepeitscht zu werden. Staͤnde uͤbrigens Jackson noch an der Spitze der Union, ich glaube fast, man wuͤrde schon mit England gebro⸗ chen haben, und ich bezweifle dennoch, daß bei der Stimmung, die jetzt in den Vereinigten Staaten herrscht, selbst der fried⸗ liebende van Buren den Frieden noch lange wird erhalten koͤn⸗ nen. So wie ich die Hoffnung hege, daß uͤber kurz oder lang die Waffen zwischen Amerika und England entscheiden muͤssen, so wuͤnsche ich, es moͤge der jetzige unselige Zustand der Dinge bald wechseln.“
Aus New⸗Orleans hat man Berichte bis zum 17. De⸗ zember. Es wird darin unter Anderem gemeldet: „Unsere letz⸗ ten Nachrichten von Veracruz sind die vom 29. November da⸗ tirten, und wir erwarten mit Spannung die naͤchsten Berichte. Der Franzoͤsische Konsul hat jetzt erklaͤrt, bereit zu seyn, jedes Franzoͤsische Schiff nach Veracruz zu expediren; hierdurch be⸗ wiese er hinlaͤnglich, daß die Franzoͤsische Blokade fuͤr diesen Platz aufgehoͤrt habe, die dieserhalb aber an ihn gerichteten di⸗ rekten Anfragen habe er ablehnen muͤssen, da er nicht befugt waͤre, darauf offizielle Antworten geben zu koͤnnen. Der Mexi⸗ kanische Konsul ist nun auch geneigt, Manifest und Triplikat⸗ Fakturen uͤber die mit Franzoͤsischen Schiffen verladenen Guͤter zu zeichnen, und so haben unsere Assecuradeure sich bewogen ge⸗ sunden, zu einer billigen Praͤmie zu zeichnen. Vorgestern segelte das Franzoͤsische Schiff „Anais“ mit Deutscher Leinwand, etwas Papier und Wein, nach Veracruz. Die Asseku⸗ ranz⸗Praͤmie war 2 ½¼ pCt., mit der Erlaubniß, daß das Schiff 20 Tage im Hafen von Veracruz die Guͤter am Bord behaͤlt; werden diese aber gleich entloͤscht, ½ pCt. Ristorno. Heute dagegen sollen Compagnieen Versicherungen nach jenem Platze ohne obige Klausel zu 1 ½ pCt. gezeichnet haben; es lie⸗ gen gegenwaͤrtig 3 Franzoͤsische, 1 Englisches und 1 Hamburger Schiff, nach Veracruz bestimmt, in Ladung. Eine ungewoͤhn⸗ lich große Anzahl Fahrzeuge (150 Schiffe und Barken, 50 Briggs und 60 Schoner) liegen an unserer Stadt und wuͤn⸗ schen Frachtgut zu bekommen; die Aussichten dazu sind aber schlecht, denn Taback fehlt gaͤkzlich und die Preise von Baum⸗ wolle (13 ½ pCt. fuͤr feine Louisiana und Meiss.) scheinen Man⸗ chem zu hoch.“ C. ag si0 8. 1 In kaend
— — Kohnigsberg, 3. Febr. — Duͤnenbeschaͤdigun⸗ 9 — Der milde Winter und die denselben begleitenden Stuͤrme, haben auf der Kurischen Nehrung in den Doͤrfern Neu⸗ und Alt⸗Pillkoppen, Rent⸗Amts⸗Bezirk Rossitten, und in den Duͤnen⸗Befestigungs⸗Anlagen große Verwuüͤstungen an⸗ gerichtet, indem der Flugsand sich sowohl in jenen, als in die⸗ sen gelagert hat und fuͤr mehrere Haͤuser daselbst eine gaͤnzliche Verschuͤttung zu befuͤrchten steht, wenn nicht eine guͤnstige Wit⸗ terung eintritt. 1
8 8 8 111 11“ “
— Handel. — Im Handel zu Memel herrscht mehr Leben als sonst um diese Jahreszeit daselbst stattfindet, was der großen Nachfrage nach Getraide und rohen Produkten im Aus⸗ lande zuzuschreiben ist. Die Zufuhren sind, trotz der fehlenden Eisbahn auf dem Kurischen Haff und den Fluͤssen, bedeutend, und kommt viel Getraide zu Schlitten von Tilsit und Flachs, sogar von Schirwindt, welches von Memel uͤber 22 Meilen entfernt ist, dort an. Saatzi, Hanf und Flachs, welches aus dem angraͤnzenden Samogitien in ziemlich bedeutender Auan⸗ titaͤt nach Memel gebracht, wird unerachtet der erhoͤhten Preise nicht verkauft, sondern, in Erwartung eines ferneren Steigens der Preise aufgelagert und an dasige Handlungshaͤuser ⸗ver⸗ pfaͤndet. Die Nachfrage nach Rubel⸗ und Thalerstuͤcken ist durch diese Umstaͤnde so bedeutend, daß Rubel mit 34 Sgr. und Thalerstuͤcke gegen Kassen⸗Anweisungen mit 2 pCt. bezahlt wurden. Auch in den Russischen Haͤfen zeigt sich dasselbe Be⸗ duͤrfniß an baaren Zahlungsmitteln, obgleich die Zufuhr dersel⸗ ben so bedeutend ist, daß ein Memeler Haus, welches derglei⸗ chen Speditions⸗Geschaͤfte macht, an einem Posttage 1100 Rthlr. Porto fuͤr Baarsendungen zu bezahlen hatte.
— — Tilsit, 5. Febr. Der, nach den Dammdurchbruͤchen des Jahres 1837 hier zusammengetretene Verein zur Ab⸗ huͤlfe des Nothstandes in der Niederung, bestehend aus dem Buͤrgermeister von Goͤllnitz, Prediger Lambert und Ober⸗ Post⸗Direktor Nernst, hat, nachdem ihm aus dem, zu seinen Gunsten stattgefundenen Verkauf von Verlags⸗Artikeln der Flem⸗ mingschen Buchhandlung zu Glogau noch fortdauernd Beitraͤge, und auch ganz kuͤrzlich noch ein solcher sehr namhafter von 92 Rihlr. aus der Sammlung des Westphäͤlischen Anzeigers durch die Coppenrathsche Buchhandlung in Muͤnster, zugegan⸗ gen waren, am 31. Januar c. die letzte Vertheilung vorgenom⸗ men und seine geschlossenen Akten und Rechnungen dem hohen Ober⸗Praͤsidio der Provinz eingereicht. Die Summe der ihm zur Verwendung uͤbersandten milden Gaben hat sich, incl. eines Allerhoͤchsten Gnaden⸗Geschenks Sr. Majestaͤt des Koͤnigs von 2200 Rthlr. auf 26,699 Rthlr. 12 Sgr. belaufen.
— — Swinemuͤnde, 6. Febr. — Schifffahrt. — In den hiesigen Hafen sind im Laufe des Jahres 1838 üuͤberhaupt 1071 Schiffe, zusammen 74,709 Lasten groß, eingelaufen. Dar⸗ unter befanden sich 156 Daͤnische, 2 Mecklenburgische, 21 Han⸗ seatische, 10 Russische, 22 Schwedische, 74 Norwegische, 90 Eng⸗ lische, 28 Hannoversche, 25 Oldenburgische, 69 Niederlaͤndische, 1 Belgisches, 6 Franzoͤsische, 2 Neapolitanische, 1 Amerikanisches und 564 Preußische. Beladen waren 863 Schiffe von zusam⸗ men 63,613 Lasten Groͤße, und mit Ballast kamen an 192 Schiffe, zusammen 9779 Lasten groß. Zu obigen kommen noch 1 Daͤ⸗ nisches, 3 Norwegische und 12 Preußische, also 16 Schiffe von zusammen 1317 Lasten Groͤße, welche als Nothhafner einliefen. Aus Preußischen Haͤfen kamen 110 Preußische Schiffe, aus auslaͤndischen Haͤfen diesseits des Sundes 234 und aus auslaͤn⸗ dischen Haͤfen jenseits des Sundes 711 Schiffe an. Außer obi⸗ gen Schiffen kamen 29mal Preußische Dampsschiffe an. — See⸗ waͤrts gingen aus dem genannten Hafen 1225 Schiffe (79,749 Lasten groß) aus. Darunter defanden sich 154 Daͤnische, 5 Meck⸗ lenburgische, 19 Hanseatische, 14 Russische, 23 Schwedische, 76 Norwegische, 90 Englische, 29 Hannoversche, 25 Oldenbur⸗ gische, 63 Niederlaͤndische, 1 Belgisches, 6 Franzöͤsische, 2 Nea⸗ politanische, 1 Amerikanisches und 719 Preußische. Beladen waren 1006 Schiffe (58,426 Lasten groß) und mit Ballast lie⸗ fen aus 201 Schiffe (19,637 Lasten groß). Dazu kommen 1 Daͤnisches, 3 Norwegische und 14 Preußische, zusammen 18 Schiffe (1686 Lasten groß), welche als Nothhafner ausgingen. Nach Preußischen Haͤfen segelten 385, nach auslaͤndischen Haͤ⸗ fen diesseits des Sundes 251 und nach auslaͤndischen Haͤfen jenseits des Sundes 571 Schiffe. Außer obigen Schiffen gin⸗ gen 29 mal Preußische Dampfschiffe aus. Von den ausgelau⸗ fenen Schiffen waren 423 mit Guͤtern, 257 mit Getratde, 27 mit Spiritus und 299 mit Nutzholz beladen. — In Verglei⸗ chung mit dem Jahre 1837 sind in dem verflossenen Jahre 26 beladene, 47 geballastete Schiffe und 8 Nothhafner, zusam⸗ men 81 Schiffe zwar weniger, der Lastenzahl nach aber 3799 Lasten beladen mehr, und 1812 als Ballast und 629 als Noth⸗ hafner weniger, mithin 1358 Lasten Ladung mehr eingegangen. Seewaͤrts gingen 36 beladene Schiffe und 2 Nothhafner weniger, dagegen aber 84 geballastete, im Ganzen also 46 Schiffe mehr aus. Der Lastenzahl nach sind 302 Lasten mit Ladung weniger, aber 9667 Lasten mit Ballast und 351 Lasten als Nothhafner mehr, mithin 9716 Lasten mehr ausgegangen. In Beziehung auf die Ladung gingen im verflossenen Jahre 5 Schiffe mit Spiritus, 22 mit Nutzholz und 44 mit Guͤtern mehr, aber 107 Schiffe weniger mit Getraide aus, als im Vorjahre 1837. — Direkt aus den Nord⸗Amerikanischen Staaten kamen im ver⸗ flossenen Jahre 7 Schiffe, naͤmlich 1 von Charlestown und 6 von New⸗Vork an, welche fast ausschließlich fuͤr Rechnung Stet⸗ tiner Kaufleute 4622 Ctr. 3 Pfund Reis, 55 Ctr. 51 Pfund Baumwolle, 1 Faß Mehl, 14 Ctr. 94 Pfund Kaffee, 76 Ctr.
12
8 Pfund Syrup, 5 Ctr. 10 Pfund Taback, 18 Stuͤcken Lein⸗
wand, 15,879 Ctr. 74 Pfund Farbehoͤlzer und 135,592 ½ Gal⸗ lons (à 7 ½ Pfund) Thran einfuͤhrten. Eine direkte Waaren⸗ Versendung dahin hat nicht stattgefunden.
Magdeburg, 9. Febr. Die zwoͤlfte Nachricht von der Wirksamkeit des Frauen⸗Vereins hierselbst, fuͤr Unterstuͤtzung armer verheiratheter Woͤchnerinnen im Jahre 1838, weist einen Kapital⸗Fonds von 1096 Rthle., eine Einnahme von 851 Rthlr. und eine Ausgabe von 809 Rthlr. nach, durch welche letztere 66 huͤlfbeduͤrftige Woͤchnerinnen unterstuͤtzt worden sind.
Dauer der Eisenbahn⸗Fahrten am 9. Februar.
Abgang Zeitdauer Abgang (Zeitdauer um Uhr St. M. von um uhr St. M. Berlin 2 N. M. — 48
Potsdam 3 ⁄½ „ — 41 Berlin 7 Abds. 1 3
von
Potsdam 7 ½ Mg. 43 Berlin 9 ½ » 41 Potsdam [12 Mtg. 45
Wissenschaft, Kunst und Literatur.
Berlin. Der mustkaltsche Markt aller Länder ist jetzt überfüllt mit Balladen, Romanzen und Liedern, und sie theilen fast ein glei⸗ ches Schicksal mit der Rovelle, die von Vielen irrigerweise für ein
leichtes Stück Arbeit gehalren wird. Schwer ist es daher, das Beste 8
daraus hervorzusuchen, und erfreulich, wenn uns Gediegenes begeg⸗
net, das unsere Aufmerksamkeit erzwingt und unser Interesse fessest.
es ist der Fall mit zwei von G. Nicolai in Musik gesetzten Uh⸗ “ Balladen, welche so eben bei G. Cranz hierselbst erschienen sind, und gern findet Referent darin eine Bestätigung seines früheren Urtbeils in diesen Blättern, Die schöne Dichtung Uhland's: „Das Schloß am Meer“, welche. Lessiug in seinem „traurenden Königspaar“
verewigte, hat hier einen treuen Interpreten gefunden, der mit sinni⸗
ger Tiefe dem geistreichen “ ist und in elnfach rüh⸗ render Weise ausspricht, was der Dichter unr ahnen läßt; denn, so wie das Gedicht die Farben zu begehren schien, so geben uns hier die Töne einen willkommenen Wiederhall allzu rasch verklungener Worte. „Sängers Vorüberziehen“ ist ebenfalls vom Komponisten ganz in der ersinderischen Weise aufgefaßt, wie Uhland, dieser tiefe und fantastische Dichter, erspäht sevn will, und die liebliche reizende Begleitung ver⸗ setzt uns aufs glücklichste in die Stimmung des horchend Träumen⸗ den. Ueberblicken wir nun den ganzen, schon bedeutenden Eyklus von Ricolat's Romanzen und Liedern, namentlich deren Uhland's, so müs⸗ sen wir wiederholt anerkennen, daß diese Dichtungen nicht klarer auf⸗
efaßt, nicht treffender in Tönen wiedergegeben werden können, als 18 diesen Komponisten, der eine dichterische Phantasie mit vollen⸗
eter Technik, Tiefe und Energie mit Anmuth und Grazie verbindet. vie Seen 88 Werkes durch den Verleger ist korrekt und “ — 8 F r. EEEEIEEE66. Amsterdam, 5. Februar. b G
Niederl. wirkl. Schuld 542⁄1 6. 5 % do. 101 3 ¾. Kanz-Bill. 26 ⁄16 5 % Span. 175/⁄1 6. Passive 4 ⁄. Ausg. Sch. 87. Zinsl. —. Preuss. Präm.-Sch. —. Poln. —. Oesterr. Met. 104 ½.
Antwerpen, àA. Februar.
Neue Anl. 167⁄. 1613³/16. Hamburg, 8. Februar. Bank-Actien 1465. 1460. Engl. Russ. 107 ⁄1. ⅛⁄. London, 2. Februar.
Cons. 3 % 92 ½. Belg. 99. Neue Anl. 20 ¼. Ausg. Sch. 9 ⁄⁄. 2 ½ % Holl. 54 ¾. 5 % 1021 ½. 5 % Port. 36. do. 3 % 22 ¼¾. Engl. Russ. —. Bras. 80.
Paris, 4. Februar.
Zinsl. —.
5 % Rente 110. 50. 3 % 78. 55. 5 % Neapl. 99. 20. 5 % Span.
Rente 197⁄⅞1. Passive 4 ½. 3 % Portug. 22 ⁄½. Wien, 5. Februar.
5 % Met. 107 ¼2. 4 % 100 ¾¼. 3 % 81 ⅓. 1 % —. Bank -Actien —. Neue Anl. 1472.
871 Koͤnigliche Schauspiele.
Montag, 11. Febr. Im Schauspielhause. 1 ster in der Livrée, Lustspiel in 1 Akt. Hierauf; Der Landwirth, Lustspiel in 4 Abth., vom Verfasser von „Luͤge und Wahr⸗ heit“”“. (Herr Emil Devrient, vom Koͤnigl. 8 Dresden: Rudolph von Thuͤrmer, als Gastrolle.)
Dienstag, 12. Febr. Im Opernhause. Die Dame auf Schloß Avenel, Oper in 3 Abth., mit Tanz. Musik von Boieldieu.
Im Schauspielhause: Franzoͤsische Vorstellung.
Koͤnigsstaͤdtisches Theater.
Montag, 11. Febr. Der boͤse Geist Lumpacivagabundus,
oder: Das liederliche Kleeblatt.
3 Akten, von J. 5 Musik von A. Muͤller. Dienstag, 12. Febr.
Spielers, Melodrama in 3 Abth., von L. Angely.
2 ½ % 59.
8 18
—
nmnn ueree
Bekanntmachungen. Oeffentliches Aufgebot.
8
— 1
8 itals di Ober⸗Gaebersdorf, zeitigen Fo Stiftungs⸗Kapitals, eventuell zur een dieses Kapitals die von ihm zu Ober⸗Gaebersdorf, zeitigen Fonds des Stiftungs⸗Kapitals, tuell z 8 8 Kreises, errichtete Familien⸗Gruft unter⸗ Liqnidation und Geltendmachung ihrer persönlichen — palten, 10 Tblr. jährlich an die Armen vertheilt und Erb⸗Ansprüche, ein Termin auf
— 9 8 den 11. April 1839, Vormittags 11 Uhr, b chieit erselbe zur Beaufsichtigung dieser vor dem Herrn Ober⸗Landesgerichts⸗Referendarius 8“ ,. den Ernst Wilhelm vonv. Wissel im Parteien⸗Zimmer Nr. 2 des unterzeich⸗ ist so eben erschienen: Bibra auf Ober⸗Woitsdorf und dessen männliche Des⸗neten Ober⸗Landesgerichts anberaumt worden, und e. F g sodann Hanns Erust von Pannewitz auf werden zu demselben die unbekannten Hanus Adolph cendenz, sobe . von Pannewitzschen Erben üh Gruftstiftungs⸗Inter⸗ 8 6 vitz auf Peterwitz und eessenten, besonders die zur Beaufsichtigung der Gruft⸗ Nädchen und endlich den von Paunewitz Seegen bärng stiftung berufene männliche Descendenz des Ernst dor Heinsins. Wilhelm von Bibra auf Ober⸗Woitsdorf, des Hanns Ernst von Pannewitz auf Rieder⸗Gaebersdorf und des 5 ꝗ Di itz bei Reumarkt von Pannewitz auf Peterwitz hiermit vorgeladen. Uemenant Haveland auf Dürschwit Sollte in diesem Termine Niemand sich melden, so wird die Prätlusion aller ausgebliebenen Fater ntsn erfolgen und der den Bedarf der Stiftung überstei⸗ 8 B. gende zeitige Fonds des Stiftungs⸗Vermögens dem gedruckten Buches ist 15 sgr. Fiskus als herrenloses Gut zugesprochen, im Falle
Striegauer der Ueberschuß zum Kapital geschlagen werden soll.
Gruftstiftung princip
Rieder⸗Gaebersdorf und seine männliche Descendenz
dessen männliche Descendenz berufen. sind keine männliche Nachkommen der genannten Fa⸗ millen bekaunt, dagegen sollen angeblich die verehelichte
und eine minorenune Tochter des im Jahre 1831 zu Friedersdorf bei Greiffenberg verstorbenen Herzoglich . Eeen. Weimarschen Kammerherrn von Bibra zur weiblichen Descendenz des oben aufgeführten Ernst Wilhelm von Bibra gehören. Das Stiftungs⸗Kapi⸗ tal hat im Laufe der Zeit bis auf hühseafe 9000 Thlr. sich vermehrt und übersteigt das Bedürfniß der Gruft⸗ Unterhatung und der Armenspende.
Ueberschuß ein anderweitiger Zweck nicht verordnet des weitern, dem Fis “
1ö
ö1 8— 8
WTI
29
2 „ 0 82 Allgemeiner Anzeiger fuͤr die 1 G 8 worden, so ist auf den Antrag des zeitigen Kurators zubehaltenden Rechts legitimiren und gegen den an⸗ C dieser von Pannewitzschen Familien⸗Gruftstiftung, dern sein besseres Recht ausführen wird. Justiz⸗Rath Dziuba hierselbst, zur Anmeldung und Legitimation aller bekannten und unbekannten Hanns Hanns Adolph von Pannewitz aus Ober⸗Gaebers⸗ Adolph von Pannewitzschen Erben und Gruftstiftungs⸗ dorf, Striegauer Kreises, hat in seinem am 24. April Interessenten, so wie zur Formirung von Anträgen
5 Htet s 8 0 Thlr. wegen Fassung eines gültigen Familienschlusses über — 88 1713 errichteten Testamente ein Kapital von 1000 Th. degen Fassung gültigen F Königl. Ober⸗Laudesgericht von S ien. u G einer Stiftung dahin ausgesetzt, daß von den Zin⸗ die weitere Bestimmung des den Bedarf 3 . gericht von Schles 1
der Meldung eines oder mehrerer der Interessenten, werden alle sonstige Interessenten präkludirt, und die Da für diesen Masse wird 8 h zuerkannt, der sich im Wege
übersteigenden
preußise
en Staäaten.
inmn a I“ 1 ’” 1 3 8 eine Festgabe für Frauen und Jungfrauen, Die Justiz⸗Kommissarien, Justiz⸗Räthe Morgen⸗ ist 8nc fa 1839 mit 3 Kupfern wie früher wohl aus⸗ besser, Kletschke und Graeff werden zur etwanigen gestattet bei mir erschienen und durch alle Buchhand-
Bevollmächtigung in Vorschlag gebracht. Breslau, den 12. Dezember 1838.
Erster Senat.
zi amit Fbbnbia: M. vtaa19
281
beziehen. Preis 1 Thlr. 10 sgr. Aschaffenburg, Ende 1838. Th. Pergay.
Die
gabe. 8vo.
us und den sich Meldenden vor⸗
Literarische Anzeigen.
Buͤrgerschule. Ein wissenschaftliches Lehr⸗ und Lesebuch für Knaben und Mädchen in Schul⸗ und Freistunden. Von Theo⸗ 6te verbesserte und vermehrte Aus⸗ Preis 15 sgr. ¹ Dieses vielfach benutzte höchst inhaltreiche Elemen⸗ Verfassers. tar-, Schul⸗ und Familtenbuch tritt mit der eben er⸗ schienenen, überall berichtigten und vermehrten 6ten ¹ Ausgabe in sein zweites Menschenalter ein. Der kere Nachdrücke von diesem Werke vergriffen und auf Ladenpreis dieses 18 Bogen starken auf gutes Papier diese Weise gegen 20,000 Exemplare in Deutschland Um es jedoch auch fer⸗[und im Auslande verdreitet worden, bedarf gegenwär⸗ ner den Schulen zugänglich zu erhalten, ist bei einer tige vierte Auflage gewiß nicht einer Empfehlung, Abnahme von 25 Exemplaren der Preis nur 10 sgr. sondern nur einer Anzeige, um nach ihrem Werthe
1““
der Duncker, Französische Str. Nr. 21): dĩ Menscch. 8 Eine Untersuchung für gebildete Leser.
Königl. Preuß. Geheimen Justiz⸗Rath. Vierte neu bearbeitete Ausgabe mit dem Bilde des 1839. Gr. 8vo. 25 Bogen elegant bro⸗ schirt. Preis 1 Thlr. 25 sgr.
Nachdem drei starke Auflagen und zwei noch stär⸗
gewürdigt und beachtet zu werden. 8 1“
“ 8 8—
EEEEE
9 * 18
Passive 5 ¼4.
Die Schoͤngei⸗ 1
Hoftheater zu
882 ⸗,
Zauberposse mit Gesang in G
Drei Tage aus dem Leben eines
In Bertretung des Redacteurs: Wentzel. Gedruckt bei A. W. Hapn. 2
88
lungen, zunächst durch die Stuhrsche in Berlin, Schloßblat Nr. 2, Potsdam, Hohenwegstraße Nr. 4,
S be * 8
Bei Emil Güntz in Leipzig ist erschienen und in Bei E. S. Mittler in Berlin (Stechbahn Nr. 3), allen Buchhandlungen zu haben (Berlin bei Alexau⸗
von Dr. M. C. F. W. Grävell, 4 8
Cae,
Amtliche Nachrichten.
Kronik des Tages.
Se. Majestaͤt der Koͤnig haben den Seconde⸗Lieutenant im 21sten Infanterie⸗Regimente, Georg Muͤller, in den Adel⸗ stand zu erheben geruht.
Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Landgerichts⸗Rath
Bender zu Trier den Rothen Adler⸗Orden vierter Klasse, dem bei dem Stadtgericht zu Ziegenhals angestellten Exekutor und
Boten Schaffrath, so wie dem Dorfrichter Seyffarth zu Droitzen, Kreis Naumburg, das Allgemeine Ehrenzeichen zu verleihen geruht.
Des Koͤnigs Majestaͤt haben den bisherigen außerordent⸗ lichen Professor Dr. Ludwig Arndts in Bonn zum ordent⸗ lichen Professor in der juristischen Fakultaͤt der Universität zu Breslau zu ernennen und die fuͤr solchen ausgefertigte Bestal⸗ lung Allerhoͤchstselbst zu vollziehen geruht.
Der bisherige Kammergerichts⸗Assessor Ebell ist zum Ju⸗ stiz⸗Kommissarius bei dem Kammergerichte bestellt worden.
Der bisherige Ober⸗Landesgerichts⸗Referendarius Albert Heitemeyer ist zum Justiz⸗Kommissarius fuͤr den Landeshu⸗ ter Kreis, mit Anweisung seines Wohnortes in Landeshut, be⸗ stellt worden.
Der bisherige Stadtgerichts⸗Assessor Karl Otto Julius Wilhelm Thiele ist zum Justiz⸗Kommissarius fuͤr den Ha⸗ belschwerdter Kreis, mit Anweisung seines Wohnorts in Habel⸗ schwerdt, bestellt worden.
Zeitungs⸗Nachrichten. vI““
eaaa
Paris, 6. Febr. Der Koͤnig ertheilte gestern Herrn Cu⸗ nin⸗Gridaine eine Privat⸗Audienz.
Der Herzog von Nemours, der gestern Abend zur Nord⸗ Armee abgehen wollte, hat Gegenbefehl erhalten. Der Tag seiner Abreise, so wie der des Herzogs von Orleans, ist nun noch unbestimmt.
Der Moniteur publizirt eine Ordonnanz vom 30. Januar,
wodurch neue Aenderungen in Besetzung der Praͤfekturen und
Unter⸗Praͤfekturen ausgesprochen werden. Diese Liste duͤrfte nicht die letzte seyn; viele Praäͤfekten sind nach der Hauptstadt berufen; man wird mit ihnen uͤber die Wahlen Ruͤcksprache nehmen, und es laͤßt sich erwarten, daß diejenigen, welche nicht ent⸗ schieden fuͤr die Politik des Kabinets vom 15. April sind, in ihren jetzt doppelt wichtigen Functionen ersetzt werden. Die Coalition sucht den Praͤfekten bange zu machen durch eine Zuruͤck⸗ weisung auf das Jahr 1827. Damals wirkten die Praͤfekten zu Gunsten des Kabinets Villele auf die Wahlen, welche in⸗ zwischen dennoch gegen dasselbe ausfielen; die Folge war, daß die meisten Praͤfekten unter dem neuen Ministerium (Martig⸗ nac) ihre Stellen verloren.
An der Stelle der Nachschrift, welche das Journal la Presse bisher taͤglich lieferte, liest man heute unter der Ueber⸗ schrift: „An unsere politischen Freunde“, nachstehenden bemer⸗ kenswerthen Aufruf: „Eine außerordentliche Beschaͤftigung un⸗ serer Druckerei, im Auftrage und auf Kosten der Kommission der 221, zwingt uns, einen Monat lang unsere zweite Edi⸗ tion zu unterbrechen. Unsere Leser werden die politische Noth⸗ wendigkeit begreifen, der wir nachgeben; die Umstaͤnde sind ernst, ernster als es die Chefs der Coalition selbst vielleicht vermu⸗ then. Sie wissen nicht, so glauben wir wenigstens, daß der Aufschwung, den sie sich gegeben haben, sie weiter fortfuͤhren wird, als sie selbst wollen. Wir haben die Coalition mit einer Bombe verglichen, deren Hoͤhe und Distanz man nicht genau abmessen kann. Wir halten den Vergleich fuͤr vollkommen rich⸗ tig; es kann geschehen, daß die Coalition, eifrig bemuͤht, die
Gewalt an sich zu reißen, eine Revolution entzuͤndet, die die⸗ daß 1G 9 1 - 8 1 e⸗P fc heans 6 verlassen wolle. A0 4 verlange ich
1 8 sl nicht r. Spiel⸗Honorar, sondern nur 300, 200 oder 100 Fr.: je Wir wiederholen es, die Umstaͤnde sind ernst; uͤberall nachdem die Einnahnken 5000 und 4000 Fr. übersteigen, oder der let⸗
v weder rechtmaͤßig, noch ruhmvoll, noch unblutig seyn wuͤrde. organisirt die Coalition fuͤnffache Comité's, uͤberall laͤßt sie einen Aufruf an die Leidenschaften ergehen, und scheut weder Op⸗ fer noch Anstrengungen. Ueberall muͤssen daher auch unsere politischen Freunde uns mit der ganzen Thaͤtigkeit ihres Pa⸗ triotismus unterstuͤtzen. Sie moͤgen thun, was die Instruc⸗ tion vorschreibt, die wir weiter unten mittheilen; außerdem
moͤgen sie die „Presse“ uͤberall verbreiten, dieselbe kommenti⸗
ren, die hervorstechendsten Artikel derselben abdrucken, in den Kaffeehaͤusern und oͤffentlichen Orten, wo der „Siecle“ gehal⸗ ten wird, gleichzeitig die Anschaffung der „Presse“ veranlassen. Diese beiden Journale zusammen, kosten nicht mehr als ein Journal von 80 Fr. Unter den gegenwaäͤrtigen Umstaͤnden ist es von der hoͤchsten Wichtigkeit, daß das Oppositions⸗Journal
in der „Presse“ sein Gegengewicht finde. Wir halten es nicht
fuͤr nothwendig, noch lebhafter in unsere politische - tratt zu 8 b g, . f 8 sche Freunde zu die Einführung meiner Tochter in die Société des Théalter frauçats,
dringen; denn es ist ihre Sache; es sind ihre Interessen, und vielleicht noch mehr!.. was wir vertheidigen. Wir werden kein Opfer scheuen, um der Wahrheit den Sieg zu verschaffen, um den Frieden und die Ordnung, welche so ernstlich bedroht sind zu retten. Wir vertheidigen nicht dieses oder jenes Ministe⸗ rium, sondern das constitutionneile Koͤnigthum und die Repraͤ⸗ sentativ⸗Regierung, an deren Stelle Ehrgeizige gern einen par⸗ lamentarischen Konvent, ein tyrannisches Ministerium, einen neuen Ludwig XVI. setzen moͤchten! Wir uͤbertreiben nichts.
Freunde der Oronung und des Friedens! Laßt uns eng zusam⸗ menhalten, laßt uns vereint dastehen gegen die Intrigue, gegen
die Anarchie und den Krieg.“ — Hierauf erfolgt die oben er⸗ waͤhnte Instruction, welche also lautet: 1) Es wird in dem
Hauptorte eines jeden Bezirks ein Wahl⸗Comité organisirt; 2) das
aufhören sollte, das Theater nicht verpflichtet seyn
nicht allein treffen?
Comité wird sich von der Prafektur mehrere Exemplare der Wahl⸗Liste verschaffen; 3) es wird ein Verzeichniß der Waͤhler anfertigen, deren Meinungen zweifelhaft sind, und ihre Mit⸗ glieder veranlassen, dieselben aufzuklaͤren; 4) es wird sich mit der Abfassung, Veroͤffentlichung und Versendung der Journale und Broschuͤren beschaͤftigen; 5) der Secretair jedes Comité's wird mit dem Secretair der Kommission der 221, Herrn Locquet, Grammont⸗ straße Nr. 17, korrespondiren; 6) das Comité wird die Zusammen⸗ setzung des definitiven Bureau des Wahl⸗Kollegiums feststellen und dieselbe den Waͤhlern seiner Meinung mittheilen; 7) es
wird den entfernt wohnenden Waͤhlern die Mittel zur Reise sichern; 8) Mitglieder des Comité's werden dem Aufruf in den
Wahl Collegien beiwohnen, die Namen der Abwesenden auf⸗ zeichnen, solche ihren Freunden mittheilen, welche dann die Saͤumigen in ihren Wohnungen aussuchen werden; 9) das Co⸗ mité wird uͤber die Regelmaͤßigkeit der Wahl⸗Operationen wa⸗ chen, Betruͤgereien oder Gewalthaͤtigkeiten feststellen, sie durch die Presse zur oͤffentlichen Kenntniß bringen und Petitionen an die Kammer zur Annullirung solcher Wahlen veranlassen. Das Journal des Doébats leitet heute ein Privatschrei⸗ ben aus Bruͤssel mit folgenden Worten ein: Niederlande hat den Traktat der 2 Artikel ohne Vorbehalt an⸗ genommen. Aber in Bruͤssel sind die Dinge noch nicht so weit gediehen. Die Lage der Angelegenheiten verschlimmert sich da⸗ selbst sogar durch die unerwartete Zulassung des Polnischen Ge⸗ nerals Skrzynecki in den Dienst Belgiens; denn die Gesand⸗ ten Oesterreichs und Preußens haben, nachdem sie vergeblich gegen jene Maßregel protestirten, geglaubt, ihre Paͤsse even⸗
tuell verlangen zu muͤssen, und wollten, wie man sagt, Bruüssel
gestern Abend verlassen. Sie begeben sich nach Aachen, wo sie weitere Instructionen ihrer Regierungen abwarten. Wir uͤber⸗ lassen allen besonnenen Gemuͤthern die Berechnung der Folgen eines solchen Bruches in einem solchen Augenblick, — eines Bruches, der unseres Erachtens haͤtte vermieden werden koͤn⸗
pold den Beschluß gefaßt, die Kammern bis zum 4. Mär
zu prorogiren. Auch eine Modification des Ministeriums ist
unumgaäͤnglich nothwendig geworden. Die Herren von Huart und Ernst, Minister der Finanzen und der II haben ihre Entlassungen eingereicht. Dies sind die Umstäͤnde, unter deren Gewicht die Belgische Regierung sich uͤber die Vorschlaäͤge der Londoner Konferenz auszusprechen hat. Die Prorogation der
Kammern laͤßt ihr die volle Freiheit des Geistes und des Han⸗ delns, deren sie bedarf, um die Schwierigkeiten der Frage in dem guͤnstigen Sinne fuͤr die wohlverstandenen Interessen des
Landes zu loͤsen.“
Die Presse beginnt in ihrem heutigen Blatte eine Bio⸗
graphie jedes einzelnen Mitgliedes der aufgeloͤsten Kammer nach alphabetischer Ordnung. Die hiesigen Blaͤtter enthalten heute ein Schreiben des Vaters der Dlle. Rachel, welches wir, da wir die gegen ihn erhobenen Anklagen ausfuͤhrlich mitgetheilt, auch hier woͤrtlich folgen lassen wollen. Dasselbe ist urspruͤnglich an das Journal „le Siecle“ gerichtet und lautet folgendermaßen:
„M. H. Ihr Journal beschuldigt mich 1; mich mit dem Gehalte von 20,000 Fr., welches meine Tochter erhält, nicht begnügen zu wol⸗ len; 2) den ganzen Antheil eines Sociretairs; 3) 12,000 Fr. persön⸗ liche Zulage; 4à) 500 Fr. Spiel⸗Honorar und 5) vier Monat Urlaub verlangt zu haben. Hier meine Antwort: Meine Tochter erhält nicht ein Gehalt von 20,000 Fr., sondern ein Gehalt von 8000 Fr. Sie wurde im Monat März des vorigen Jahres mit einem Gehalt von 4000 Fr. enzagirt. Diese Summe ward im Monat Oktober auf 8000 Fr. erhöht, wovon sie sich ihre Kostüme selbst stellen muß. Noch in diesem Augenblick und bis sie Societaire werden wird, welches erst im Jahre 1840 geschehen kann, erhält sie kein anderes Gebalt, keine andere Zulage. Es ist indeß wahr, daß das Theatre français ihr drei Kostüme gelicfert und ihr in den Monaten Rovember und Dezember eine Gratification von 1000 Fr. gegeben hat. Da⸗ gegen hat meine Tochter in den ersten 6 Monaten ihres Engagements dem Theater über 200,000 Fr. eingebracht. Ad 2 und 3 habe ich nicht den ganzen Societair⸗Antheil, noch 12,000 Fr. persönliche Zu⸗ lage verlangt, obgleich dies, bei dem gegenwäͤrtigen Zustand der Dinge
keine übertriebene Forderung von meiner Seite seyn würde. Ich
habe, im Gegentheisl, in meinem Schreiben an den Direktor gesagt, daß ich mich in Betreff dieser beiden Punkte durchaus auf die Weis⸗
tere Summe nicht erreichen. Ich habe sogar hinzugefügt, daß, wenn
zum Unglück das Wobhlwollen, welches meine Sgr jetzt vmgiebt,
lassen. olle, sie spielen zu
laub. Die Motive, auf welche ich dies Gesuch gründe, scheinen mir,
abgesehen vonihrer augenscheinlichen Gerechtigkeit, auch sogar im Interesfe
des Theaters, welches nicht das ganze Jahr hindurch, ohne Unterbrechung,
das tragische Repertoir, dem sich meine Tochter ausschließlich gewidmet hat, wird spielen wollen. Also 100 bis 300 Fr. Spielbonorar und
3 Monat Urlaub, das sind alle meine Forderungen. Ich bin weit davon entfernt zu glauben, daß hierin eine Verletzung der Verpflich⸗
tungen liege, die ich unterzeichnet habe, und die meine Tochter, eben so weuig wie ich, zu brechen gedeukt. Wir haben Beweise davon ge⸗ geben, indem wir die glänzendsten und vortheilhaftesten Auerbietungen
anderer Bühnen abgelehnt haben. Ich weigere mich nicht, den Kon⸗ trakt zu halten, der mich bindet, aber ich frage alle Veruünfitgen, ob
mit dem Antheil an die Subvention und die gesellschaftlichen Fonds, welche das Comité selbst festsetzen kann, mit einem durchschnitklichen Spielhonorar von 200 Fr. und mit einem dreimonatlichen Urlanb so
enorme Ansprüche sind, daß sie den Sturm rechtfertigen, den man gegen mich zu erheben sucht? Ja, ich bin arm und Vater von sechs Kindern; aber in Frankreich ist jene Armuth und sind jene Lasten
nur Ansprüche mehr auf das Wohlwollen. Ja, ich erscheine im Ra⸗ men meiner Tochter mit einigen Reclamationen vor einem Theater, welches vor wenigen Monaten arm war, wie ich und welches sich
jetzt durch das öffentliche Wohlwollen, mit dem meine Tochter umge⸗
en worden ist, in dem blühendsten Wohlstande befindet. Bin ich demnach so strafbar, ist es gerecht, in dem Inneren meiner Familie Zwietracht anzustiften, und kummervolle Tage zu bereiten, die mich Empfangen Sie u. s. w. (gez.) Felir.“
Boͤrse vom 6ten. Die heutige Boͤrse war, wie die ge⸗
eoͤnne. das Vertrauen des Emirs, schlachtete die Dromedare, salzte ihr Fleisch ein, und blieb in der Stadt. die Belagerung fort. Er halte mit einem Theile der Bevoͤlkerung geheime Einverstaͤndnisse angezettelt, und rechnete auf ihren Bei⸗
Diese blieb in ihrer Gewalt; Tidschini aber entkam. weiß noch nicht, welchen Plan Abdel⸗Kader eigentlich mit die
strige, durch die Nachrichten aus Bruͤssel lebhaft aufgeregt. E kommen bedeutende Posten Rente zum Verkauf und sollte die⸗ ses Beispiel anstecken, und der Drang zum Verkauf noch einig Tage anhalten, so duͤrfte sich zu der politischen Krisis eine sinan zielle gesellen. Die Zproc. Rente schloß 77. 90. Die 5 proc 109. 85. Alle uͤbrigen Fonds waren noch stärker ausgeboten Fuͤr Zproc. Belgische ließ sich nur der Cours von 64 erlangen
und die Belgischen Bank⸗Actien blieben zu 540 ausgeboten Am nachtheiligsten wirken die gegenwaͤrtigen Zeitlaͤufte auf die Eisenbahn⸗Actien. 520, Versailles links 175.
St. Germain steht 530, Versailles rechts
Toulon, 31. Jan. (A. Z.) Das Dampsfschifs „Styx“ ist
in der vergangenen Nacht aus Algier eingetroffen, und bringt die wichtige Nachricht, daß Ain⸗Maadi am 10. Januar mit
Sturm erobert worden ist. Ich hatte in einem fruͤheren Schrei⸗
ben erwaͤhnt, daß Abdel⸗Kader, auf die Versicherung des Ma⸗ rabuts Tidschini, die Stadt nach dem Abzuge der Belagerer
zu raͤumen, sich von Ain⸗Maadi entfernte. Er ließ zur Ver⸗
1 fuüͤgung Tidschini's eine Anzahl Dromedare zuruͤck, damit dieser „Der Koͤnig der
mit seiner Familie und seinen Habseligkeiten sich entfernen Der Herrscher Ain⸗Maadi's taͤuschte jedoch schaͤndlich
Abdel⸗Kader setzte nun stand bei dem naͤchsten Sturme. Sein Plan gelang vollkommen Am 10. Januar drangen die Truppen des Emirs, unterstuͤtzt von einem Aufstande im Innern, zur Nachtzeit in die “ Man
ser Eroberung, welche ihm viele Leute, viel Geld und acht Mo
nate Zeit gekostet, haben mag. Jedenfalls ist die es dieses Araberfuͤrsten bewundernswerth. nen. Inmitten dieser Verlegenheiten hat der Koͤnig Leo⸗
Man weiß eben st
wenig, was die siegreiche Armee in Ain⸗Maadi gethan. We
aber den Charakter der Araber und namentlich einer Arme
kennt, die aus dem verworfensten Gesindel der berüchtigten Räͤu berstämme Garabas, Hadschuten und Angads zusammengesetzt war, der mag die Graͤuel wohl ahnen, die in der erstuͤrmten Stadt degangen worden.
Großbritanien und Irland.
Eroͤffnung des Parlaments. Koͤnigliche Sitzung vom 5. Februar. Nachmittags um 2 Uhr begab sich die Koͤnigin in großem Staate nach dem Oberhause, um die dies⸗ jaͤhrige Parlaments⸗Session zu eroͤffnen. Als der Sprecher des Unterhauses, begleitet von vielen Mitgliedern dieses Hau⸗ ses, an der Varre erschienen war, verlas Ihre Majestaͤt fol⸗ gende Thron⸗Rede:
„Mylords und Herren! „Ich freue Mich, Sie wieder im Parlamente versammelt 8 sehen. Mir ist besonders daran gelegen, Ihren Rath und eistand zu einer Zeit in Anspruch zu nehmen, wo manch Gegenstaͤnde von großer Wichtigkeit Ihre ernsthafte und be sonnene Aufmerksamkeit erfordern. — Fortwaͤhrend erhalte Ich von den fremden Maͤchten befriedigende Versicherungen ihre Wunsches, die freundschaftlichsten Beziehungen zu uns aufrech zu erhalten. — Ich habe mit dem Kaiser von Oesterreich einen Handels⸗Traktat abgeschlossen, der, wie ich hoffe, den Verkehr meiner Unterthanen mit denen des Kaisers erweitern und erleichtern wird. — Auch habe Ich einen Traktat derselben Art mit dem Sultan abgeschlossen, der darauf berechnet ist, die Handels⸗Beziehungen zwischen Meinen Staa⸗ ten und dem Tuͤrkischen Reiche auf einen besseren und gesicherteren Fuß zu stellen. Ich habe befohlen, daß Ab⸗ schriften dieser Traktaten Ihnen vorgelegt werden sollen. — Ich habe, im Verein mit Oesterreich, Frankreich, Preußen und Rußland, Unterhandlungen zum Behuf einer schließlichen Erle digung der Streitigkeiten zwischen Holland und Belgien gepflo gen. Ein definitiver Friedens⸗Traktat, gegruͤndet auf fruͤhere Bestimmungen, denen beide Theile beigetreten waren, ist dem ufolge der Hollaͤndischen und der Belgischen Regierung vorge dge worden. Ich habe die Befriedigung, Ihnen anzukuͤn⸗ digen, daß die Hollaͤndische Regierung von ihrer Seite bereits der Konferenz die Annahme dieses Traktats notifizirt hat, und Ich hoffe, daß eine aͤhnliche Ankuͤndigung von Seiten der Bel⸗
gischen Regierung jener Unruhe ein Ende machen wird, welche
Ad 5 verlange ich nicht 4 Monat, sondern uur 3 Monat Ur⸗ verbuͤndeten Maͤchte gewaͤhrt eine befriedigende
der gegenwaͤrtige unerledigte Zustand dieser Angelegenheiten nothwendig hervorbringen mußte. Die Einstimmigkeit der fuͤnf Sicherheit fuͤr die Erhaltung des Friedens. — Ich beklage die Fortdauer des Buͤrgerkrieges in Spanien, der Meine angelegentliche und un⸗ verminderte Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt. — Entstandene Differenzen haben es veranlaßt, daß sich Mein Gesandter von dem Hose von Teheran zuruͤckgezogen hat. Ich uͤberlasse Mich jedoch der Hoffnung, zu erfahren, daß eine befriedigende Bei⸗ legung dieser Differenzen die Wiederherstellung Meiner Ver⸗ haͤltnisse zu Persien auf dem fruͤheren freundschaftlichen Fuße ge⸗ statten werde. — Begebenheiten, die mit derselben Streitigkett in Ver⸗ bindung stehen, haben den General⸗Gouverneur von Indien bewo⸗ en, Maßregeln zur Beschuͤtzung der Britischen Interessen in jenem heile der Welt zu ergreifen und Verbindlichkeiten zu uͤbernehmen, deren Erfuͤllung militairische Operationen noͤthig machen kann. Zu diesem Ende sind Vorkehrungen getroffen, die hinreichen duͤrften, um einem Angriff, von wo er auch kommen moͤchte, zu widerstehen und Meine Besitzungen im Osten unversehrt zu erhalten. — Die Reform und Verbesserung der Munizipal⸗ Corporattonen von Irland sind fuͤr die Interessen dieses Theils Meiner Staaten ein wesentliches Erforderniß. Eben so drin⸗ gend ist es, daß Sie sich mit dem weitern Verfolg und der Ver⸗ vollstaͤndigung derjenigen Maßregeln beschaͤftigen, welche von den kirchlichen Kommissarien Englands zu dem Behufe empfoh⸗ len worden sind, die Wirksamkeit der herrschenden Kirche zu vermehren und deren Macht uͤber die Liebe und Achtung Mei⸗