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herrscher von Kabul entthronen wolle, weil der Schach von Persien sich nicht in Englands Willen schicken wolle. Offenbar ginge man in Europa von anderen Grundsaͤtzen aus, als in Ostin⸗ dien, indem man hier vier bis fuͤnf Throne als populair .F stutze, dort aber einen Herrscher nur darum absetzen er populair sey. Er wuͤnschte sehnlichst, daß die büg.n2 kei⸗ nung von der Macht und der Gerechtigkeit der v Regierung nicht Luͤgen gestraft werden moͤchte. Er miß 8 gte ferner die Nichterwähnung der Insel Mauritius, auf we her, obgleich sie eine Kolonie der Krone sey, das Lehrlingssystem noch zwei Jahre laͤnger fortdauern solle. Mit Unwillen e er sich uͤber die gesetzwidrigen Versammlungen und “ vollen Folgen, unter denen er die Ermordung des Lord Norbury bezeichnete. Es sey eine Schande, im 19ten Jahrhundert in einem civilisirten Lande zu sehen, wie Boͤsewichter und Fanatiker eine Schaar von Menschen zu ihren Werkzeugen zu mißbrauchen wagten, es sey die Pflicht der Regierung, solches Treiben zu unterdruͤcken, aber nicht allein in England, sondern auch in Irland, wo sich ein Individuum geruͤhmt habe, 2 Millionen Waffenfaͤhiger auf die Beine bringen zu koͤnnen. Auf diese letztere Andeutung legte er besonders Gewicht, da er von jeher fuͤr ein liberales Verfahren gegen Irland gestimmt habe. Zu⸗ lezt protestirte er noch gegen die Behandlung der Kornfrage von Seiten des Ministeriums. Nichts sey abscheulicher und gͤcherlicher als sogenannte offene Fragen. Eine Sache sey recht oder unrecht, und demnach muͤsse eine Regterung sie ganz un⸗ terstuͤtzen oder sie ganz verwerfen, wolle sie nicht in der oͤssent⸗ lichen Achtung gaͤnzlich sinken. In Erwiederung auf diese Rede bemerkte der Marquis von Lausdowne unter Anderem, die Regierung habe das Verfahren des General⸗Gouverneurs von Ostindien vollkommen gutgeheißen. Unbillig sey es, dem Ministerium die in Irland veruͤbten Grauel oder die aufruͤh⸗ rerischen Ausdruͤcke S deren sich gewisse Individuen dort bedient hatten; Niemand wisse so gut wie der edle Lord, daß solchem Unfug nicht besser gesteuert werden koͤnne, als wenn man sich gar nicht darum bekuͤmmere. Hiermit schloß die Debatte uͤber die Adresse und diese wurde sodann bekanntlich s stimmig genehmigt. n6 e Situng vom 6. Februar. An diesem Abend ersuchte Sir R. Peel um Auskunft uͤber die Kanadi⸗ schen Verhaͤltnisse, besonders uͤber die in dieser Beziehung vor⸗ zulegenden Dokumente. Diese versprach Lord John Russelt, V namentlich insofern der auf Befehl der Koͤnigin von Lord Dur⸗ ham erstattete Bericht in Betracht komme; letzteren selbst wollte er jedoch nur in dem Falle unverzuͤglich vorlegen, wenn die Minister ihn geeignet hielten, zweckmaͤßige Reform⸗Maßregeln darauf zu begruͤnden. Diese Maßregeln selbst aber, so erklaͤrte der Minister, wuͤrden jedenfalls noch im Laufe dieser Session dem Parlamente mitgetheilt werden. Herr Hume fuͤhrte noch Klage uͤber die vielen Hinrichtungen in Kanada, erhielt aber von Lord John Russell zur Antwort, daß er uͤberzeugt sey, es habe weder der Gouverneur von Ober⸗Kanada noch der von Nieder⸗Kanada mehr Hinrichtungen vorgenommen, als unum⸗ gaͤnglich nothwendig seyen.
London, 8. Febr. Am Dienstage ist der General Graf
Flahault von Paris hier angekommen. . 8 Volkscharte verlangen bekanntlich un⸗ ter Anderem auch, daß die Vertreter im Parlamente eine Geldentschaͤdigung erhalten sollen. Nach dieser Ansicht erinnern jetzt die Chartisten in Woolwich daran, daß vor zwei Jahr⸗ hunderten die Vertreter im Parlamente Entschaͤdigung erhalten haͤtten, und daß, wenn sie den ihnen ertheilten Instructionen nicht gefolgt waͤren, 76 versprochene Entschaͤdigung ihnen nicht ausgezahlt worden sey. - 82ng in vielen Staͤdten Großbritaniens fortwaͤhrend Volks⸗Versammlungen zur Aufhebung der Getraide⸗Gesetze ge⸗ halten werden, sind auch die verschiedenen Agrikultur⸗Associatio⸗ nen im Lande nicht muͤßig, sondern halten eine Versammlung nach der anderen, um Petitionen an das Parlament um Schutz der landwirthschaftlichen Interessen abzufassen. Namentlich ward in einer solchen Versammlung in Buckinghamshire unter dem Vorsitze des Herzogs von Buckingham (vormaligen Mar⸗ quis von Chandos) folgende Resolution gefaßt: „Es ist dies keine Frage zwischen den Fabrikanten und den Agrikulturisten, sondern eine, welche die hoͤchsten Interessen der ganzen Na⸗ tion im Wesentlichsten beruͤhrt; doch waͤre sie es auch, so uͤbertreffen die Agrikultur⸗Interessen, welche die wichti⸗ gen Klassen der Feld⸗Eigenthuͤmer, Feld⸗Besitzer, Feld⸗Arbeiter, so viele rein von der Agrikultur abhaͤngende kleine Gewerbs⸗ und Handelsleute, die Pfand⸗Glaͤubiger und Renten⸗Inhaber von Landereien, endlich die wohlthaͤtigen Stiftungen, diesen Ruhm Englands und der Staatskirche, umfassen, an Zahl, Reichthum, physischer, moralischer und politischer Wichtigkeit die Interessen aller anderen Volksklassen so weit, daß es der Wahr⸗ heit und der Vernunft widerspricht, zu behaupten, der Acker⸗ bau des Britischen Reichs könne oder duͤrfe irgend einem an⸗ deren Interesse aufgeopfert oder auch nur nachgestellt werden.“ Die Times enthaͤlt heute folgenden Artikel: „Es hat hier viel Aufsehen erregt, daß ein Franzoͤsisches Schiff, „Admiral Préville“, in den Londoner Docks in Ladung nach Veracruz gelegt ist, fuͤr welches in der gewoͤhnlichen Weise, wie bei Eng⸗ lischen Schiffen, Fracht und Passagiere gesucht werden. Das Ungewoͤhnliche der Sache gab natuͤrlich Veranlassung zu Erkun⸗ digungen, aus welchen denn hervorgeht, daß das Schiff schon zwei Drittheile seiner Ladung in Franzoͤsischen Haͤfen eingenom⸗ men, nur noch Raum fuͤr das uͤbrige Drittheil hat und bei Verlust der Fracht am oder vor dem 10. Maͤrz zu segeln sich verpflichtet. Schwerlich duͤrfte das Schiff, wie vorgegeben wird, in Frankreich auf das Ungewisse hin befrachtet worden seyn, daß die Blokade der Mexikanischen Kuͤsten bei Ankunft des . Schiffes aufgehoben und ein Friedens⸗Vertrag zwi⸗ schen Mexiko und Frankreich abgeschlossen seyn 12 moͤchte. Es ist nicht wohl denkbar, sagen wir, daß Franzoͤsi⸗ sche Kaufleute, bei ihrer bekannten Vorsicht, Waaren auf eine solche Weise verladen sollten, die mehr einem raschen Wagniß auf gut Gluͤck aͤhnlich sehen wuͤrde, weshalb man denn ig der City der Meinung ist, daß die Verfrachter des 8e in irgend einem Einverstaͤndnisse mit der Franzoͤsischen 2 rung zu Werke gehen oder deren Zusage haben, daß 1he u Gunsten des Schiffes bei der Blokade von Mexiko 88 Ausnahme gemacht, das Schiff dort frei zugelassen Feer hnnt uͤber seine Ladung wuͤrde verfuͤgen koͤnnen, oder daß ein 2. gegeben sey, daß bis zur Ankunft des Schiffes bei Mexiko 1 e Zwistigkeiten mit diesem Lande beigelegt seyn und die Speku⸗ lanten somit alle Vortheile ärndten wuͤrden, welche die ersten Zufuhren auf einem von Waaren entbloͤßten Markt darbieten. Nach dem gewoͤhnlichen Brauche der Franzoͤsischen Regierung oder derjenigen, welche in untergeordneter Verbindung mit ihr stehen, und wonach Privilegien oder Mittheilungen an
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Personen, die man beguͤnstigen will, gemacht werden, duͤrfte
die letztere Vermuthung nicht v, e seyn, und ist
es natuͤrlich, daß die Regierung am besten weiß, wie weit der Franzoͤsische Admiral in Veracruz gehen kann und welche neue Instructionen ihm seit der Einnahme von San Juan de Ulloa ertheilt sind. Wie es sich uͤbrigens damit auch verhalten mag, so sind unsere Handels⸗Interessen immer im Nachtheile, sobald wir nicht auch der Vortheile, welche die erste Wiedereroͤffnung des Handels mit Mexiko gewaͤhrt, theilhaftig wuͤrden, nach all den Verlusten und Unannehmlichkeiten, welche wir durch die Blo⸗ kade, die mit so großer Strenge bisher durchgefuͤhrt wurde, erlitten haben. schen Haͤfen noch mehrere Schiffe ausgeruͤstet und segelfertig sind, um nach Mexiko abzugehen; und es liegt ganz in der Bil⸗
1 b, 8 6 ige 2 den Kaufleuten der City die L-, b ligkeit, daß das auswaͤrtige Amt f y ruͤcht, sollen die vier vorgenannten Minister, falls der letzte
erforderliche Aufklaͤrung uͤber die Sache giebt.“
In einem Blatte liest man: „Herr O'Connell scheint mit
seinen jetzigen Verhaͤltnissen nicht recht zufrieden zu seyn. Im Dubliner Schlosse wurde er kalt behandelt, wahrfcheinlich weil das Ministerium geneigt ist, sich zu seiner Erhaltung mehr auf
die konservativen Interessen, als auf die Aufregung in Irland
zu stuͤtzen. Dabei haben die Bewegungen gegen die Getraide⸗ Gesetze nicht dazu gedient, seine Bedeutung zu vermehren, denn die Irlaͤndischen Angelegenheiten sind jetzt nicht mehr so allein wichtig, wie bisher.
Whigs sie nicht ablehnen und die Radikalen sich kaum darein Herr O'Connell wird daher bald sehen, wenn er
; b je i vorstehende . 1; 3 es nicht schon jetzt begriffen hat, daß in der bevorstehenden lichkeiten, welche neulich zu Ehren des Koͤniglichen Geburtsta⸗
Sitzung Englische Fragen an die Stellen der Irläͤndischen
Er ete 3 e so lange und mit so weniger d ’stages 28. Ja⸗ en, EE 2a ehka trrzune 8 Aufmerk⸗ Fahgr Allerhoͤchstdieselben hier, wie im ganzen Umfange beider samkeit des Parlaments fast ausschließlich beschaͤftigt haben.
Herr O'Connell wird erfahren, daß er in der bevorstehenden Wedel Jarlsberg, dem Koͤnige ein großes Diner und die Buͤr⸗
ger Christiania's am 28. Januar einen Ball.
Sitzung des Parlaments nicht die Hauptrolle spielen wird.“ bg 888 ahehe aus Tampico vom 27. Dezember ent⸗ haͤlt am Schlusse folgende Nachschrift: „So eben kommen Franzoͤsische Kriegsfahrzeuge von Veracruz vor unsere Rhede, durch welche man die Nachricht erhaͤlt, daß die Franzosen die Blokade aufgehoben haben, weil die jetzige neue Mexikanische Regierung sich erboten habe, wiederum zu unterhandeln und die Sache auf die eine oder die andere Art beizulegen.
Nach Berichten aus Canton vom 25. September hatte
die Ausfuͤhrung der Gesetze, wodurch das Opiumrauchen ver⸗
boten wird, daselbst zu ernsthaften Unruhen gefuͤhrt, bei wel⸗ chen mehrere Menschen ums Leben kamen und mehrere Beam⸗ ten genoͤthigt wurden, ihr Heil in der Flucht zu suchen.
NleEdlö
Amsterdam, 10. Febr. (Ueber Hamburg.)“*) Aus dem Haag 1 geschrieben, daß der General⸗Direktor im Kriegs⸗ Departement ermaͤchtigt worden sey, mit einer Fabrik in Vließingen einen Kontrakt uͤber die Lieferung von 2 Dampf⸗ maschinen von je 140 1111“ Bau befindli⸗
8 Kriegs⸗Dampfschi ekla“, abzuschließen.
b Im EE11315 ein Schreiben aus Heusden vom Lten, man habe dort am Morgen dieses Tages in suͤdli⸗ cher Richtung Kanonenschuͤsse gehoͤrt, eine Nachschrift fuͤgt aber hinzu, es seyen Uebungen der Artillerie gewesen. Belgien.
Bruͤssel, 9. Febr. Der Observateur meldet, daß die Koͤnigin der Franzosen mit dem Herzog von Aumale und der Prinzessin Clementine in Laeken angekommen sey; inkognito soll sich auch der Herzog von Nemours hier befinden.
In Venloo ist den Einwohnern der Rath gegeben wor⸗ den, sich auf einen Monat mit Proviant zu versehen oder die Stadt zu verlassen. — In Namur hat sich ein Verein, theils aus jungen Leuten, theils aus Familienvaͤtern bestehend, das Wort 9,88065, WW“ des Vaterlandes als Frei⸗ willige in den Krieg zu ziehen.
’ traf his⸗ ee Englischen Gesandtschaft ein Cou⸗ rier aus London ein, worauf Lord Hamilton Seymour sogleich eine Konferenz mit dem Minister des Auswaͤrtigen hatte, in Folge deren nach London und nach dem Haag Depeschen expe⸗ dirt wurden. Auch Graf Serrurier empfing im Laufe des Tages einen Courier aus Paris.
8 Was General Skrzynecki betrifft, so wird der Angabe, daß er nach England abreisen wolle, widersprochen; der Commerce Belge erzaͤhlt vielmehr, der General habe von dem Kriegs⸗ Minister Austrag oder Erlaubniß “ in Begleitung eines anderen, schon seit laͤngerer Zeit in Belgischen Diensten befind⸗ lichen Polnischen Ofstziers das Land zu durchreisen, um die verschiedenen militairischen Positionen zu inspiziren.⸗
Ueber den Austritt der Minister Ernst und Huart giebt das Journal des Flandres folgende Auskunft: „In einem am 1. Februar gehaltenen Kabinetsrath wurde uͤber die eben eingegangenen definitiven Vorschlège der Londoner Konferenz debattirt. Hier wurde vorerst die Frage gestellt, ob man nicht das Protokoll der “ mit einem Protest gegen die darin enthaltene Verletzung der Rechte Belgiens, als unabhaͤngigen Staates, und mit der Erklaͤrung zuruͤcksenden sollte, daß, wenn durch Belgiens Weigerung, die darin gemachten Vorschlaͤge an⸗ zunehmen, ein Europaͤischer Krieg entstehen sollte, die Verant⸗ wortlichkeit dafuͤr auf die Konferenz zuruͤckfallen werde. Dieser Antrag wurde mit einer Majoritaͤt von 4Stimmen gegen 2 verwor⸗ fen. Darauf wurde in Betreff des am folgenden Tage der Kammer vorzulegenden Berichtes die Frage gestellt, ob man nicht der Kammer den von der Regierung einzuschlagenden Weg unverholen mit⸗ theilen wolle? Auch diese Frage wurde mit derselben Majori⸗ tät verneint. Am Schluß dieser Sitzung, als die Minister das Zimmer verließen, zeigten die Herren Ernst und Huart dem Ko⸗ nige an, daß es nach diesen Abstimmungen ihnen unmoͤglich sey, noch laäͤnger im Kabinet zu bleiben. Sie fuͤgten hinzu, sie seyen zwar bereit, noch am folgenden Tage in der Kammer auf den Baͤnken der Minister Platz zu nehmen, aber nur, weil sonst das Geruͤcht von ihrem Austritt aus dem Ministerium der Partei des Widerstandes in der Kammer leicht ein zu großes Uebergewicht geben koͤnne. So wurde also ihr Austritt aus dem Kabinet noch ein Paar Tage bis zur Vertagung der Kam⸗ mer geheim gehalten, gewiß ist aber, daß sie an den Verhand⸗ lungen des Ministerrathes vom 1. Februar an nicht weiter Theil nehmen.“ — So weit das „Journal des Flandres“, von wel⸗ chem man glaubt, daß es mit dem Herrn Ernst in Verbindung stehe. Demnaͤchst meldet ein Bruͤsseler Korrespondent des Han⸗ delsblads, die vier zuruͤckgebliebenen Minister, de Theux, Mrode, Willmar und Nothomb, haͤtten sodann die (neulich
2) Die direkte Hobändische und Weäͤgische Pest ist heute wieder
in Berlin ausgeblieben.
Es ist nicht unwahrscheinlich, daß in Franzoͤsi⸗ * a 5 Die Kammer habe zu waͤhlen. Herr de T 1 hinzu, sey gewiß, bei dieser Frage die Majoritaͤt der Kammern
Wenn die Tories jetzt eine Bill uͤber die staͤdtische Verfassung in Irland anbieten, so werden die
mitgetheilte) Note an die Londoner Konferenz erlassen, aber von der Nichtannahme der darin gemachten Vorschlaͤge im Vor⸗ aus uͤberzeugt, oder gar schon offiziell unterrichtet, den Belgi⸗
schen Bevollmaͤchtiaten in London beauftragt, im schlimmsten
Fall den von der Konferenz vorgeschlagenen Traktat mit dem constitutionnellen Vorbehalt zu unterzeichnen, d. h. also wahrscheinlich, mit Vorbehalt der Genehmigung der Kammern. Am 25. Februar wuͤrden sodann die Kammern konvozirt und ihnen eroͤffnet werden, es sey nunmehr alles versucht, und alles, was Menschen moͤglich, geschehen, und es bleibe keine andere Wahl, als zwischen der Abtretung der beiden Provinzen und einem Krieg mit dem Deutschen Bunde. Herr de Theux, fuͤgt man fuͤr die Nachgiebigkeit zu gewinnen. Nach einem anderen Ge⸗ Vorschlag in London nicht angenommen wuͤrde, gleichfalls aus dem Kabinet treten, und die Verantwortlichkeit fuͤr die Unter⸗ zeichnung der Konferenz⸗Beschluͤsse ihren Nachfolgern uͤberlas⸗ sen. Was an diesen Geruͤchten Wahres ist muß sich bald ent⸗ scheiden, jedenfalls aber wird auf das Bestimmteste dem Ge⸗ ruͤcht widersprochen, welches behauptet, die Minister wuͤrden ohne Befragung der Kammern die Konferenz⸗Beschluͤsse
annehmen, weil diese sich bereits durch das Gesetz von 1831
fuͤr die Annahme der 24 Artikel erklaͤrt haͤtten.
ernund Rorwegee.
Christiania, 3. Febr. Se. Majestaͤt der Koͤnig befinden sich fortwaͤhrend hier, und im besten Wohsseyn. Bei den Feier⸗ ges und Namenstages (26. und 28. Januar) stattfanden, er⸗ Reiche, die unzweideutigsten Beweise der Liebe und Verehrung aller Klassen. hum 26. Januar gab der Reichsstatthalter, Graf Beim Nach⸗ hausefahren wollte das versammelte Volk, aus Buͤrgern und Studenten bestehend, die Pferde des Wagens ausspannen und denselben nach dem Schlosse ziehen; der Koͤnig ließ durch den Stifts⸗Amtmann seine Dankbarkeit ausdruͤcken, aber zugleich, daß er unter keiner Bedingung einen solchen Beweis der Hul⸗ digung annehmen wuͤrde, daß er jedoch EE111 nicht davon abstuͤnden, mit ihnen zu Fuße gehen wolle. Die jubelnde Menge folgte jetzt dem Wagen, welcher nur im Schritt fahren konnte, und begruͤßte den Koͤnig bei seinem Aussteigen mit lange anhaltendem Freudenrufe. Abends fand eine freiwillige und allgemeine Beleuchtung statt., Auf dem Universitaͤts⸗Gebaͤude sah man die Namenschiffre des Köͤ⸗ nigs mit der Alt⸗Islaͤndischen Umschrift: Frelsi Fosbins ob fagnachn er mér gledi ok gaman. Es ist dies der Wahlsuruch Oluf Kyrre's und bedeutet: „Die Freiheit und das Gluͤck des Volkes sind seine Wonne und Freude.“ Die Universitaͤt feierte diesen Tag durch eine Lateinische Rede und eine Norwegische Kantate. Am 26. Januar wurde auch ein außerordentliches Ordens⸗Ka⸗ pitel gehalten und der Norwegische Staatsrath Peter Motz⸗ feldt zum Ritter des Seraphinen⸗Ordens ernannt.
Das Storthing ist vorgestern bereits zusammengetreten; es zaͤhlt 99 Mitglieder, darunter 46 Beamte, 24 Gutsbesitzer oder Bauern, 19 Geistliche, 8 Kaufleute oder Gewerbtreibende, eine Militair⸗Person und einen Arzt. Zum Praͤsidenten ist der Soͤrenskriver Soͤrensen, zum Vice⸗Praͤsidenten Probst Ridder⸗
d e olt. n rSe Wedel⸗Jarlsberg fortwaͤhrend an Podagra lei⸗ det und nicht ausgehen kann, so hat der Koͤnig in dessen Hause Conseil gehalten, wo mehrere wichtige Regierungs⸗Angelegen⸗ heiten erledigt und Mittheilungen an das Storthing beschlossen wurden. In der Sitzung am 30sten v. M. wurde die Nieder⸗ setzung einer Kommission von vier Norwegischen und vier Schwe⸗ dischen Mitgliedern beschlossen, welche am 1. August in Stock⸗ holm zusammentreten soll, um Gutachten abzugeben: 1) uüͤber die in der Adresse des Storthings vom 21. Januar 1837 be⸗ handelten Gegenstaͤnde, jedoch mit Ausnahme des auf die Koͤ⸗ nigliche Titulatur in Dokumenten bezuͤglichen Passus, hinsicht⸗ lich dessen es bei der Resolution vom 26. Oktober 1818 sein Bewenden behalten soll; 2) uͤber das Verhaͤltniß, in welchem jedes von beiden Reichen an den gemeinsamen diplomatischen und Konsulats⸗Ausgaben ꝛc. Theil nehmen soll; 3) über das Verhaͤltniß und die Weise der beiderseitigen Mitwirkung zur insamen Vertheidigung.
8en ,n ga den 8— Pöst⸗Hampf⸗ Fahrzeugen, die dem Staate gehoͤren, soll nach einem Koͤnigl. Beschlusse noch ein Kriegs⸗ Dampfschiff auf den Wersten zu Horten in Bau gelegt wer⸗ den, wozu man die Kosten auf 72,222 Spthlr. anschlaͤgt. Das Muster wird von dem Franzoͤsischen Schiffe „Medea“ genom⸗ men, welches als das vorzuͤglichste seiner Art bekannt ist.
Die Mortalitaͤts⸗Listen des Jahres 1837 ergeben ein nicht sehr guͤnstiges Resultat. Es wurden im ganzen IIö 8188 Ehen geschlossen, d. i. 286 weniger als im Jahre 836 und 646 weniger als im Jahre 1835. Die Zahl der Geburten betrug 34,794, d. i. 573 weniger als im Jahre 1836, 16. g der Gestorbenen 25,280, d. i. 2556 mehr als im Jahre 1836.
Deutschland.
— — Leipzig, 13. Febr. Die seit einigen Tagen einge⸗ tretene gelinde Ir hat die in und bei der Stadt liegen⸗ den Schneemassen zu schnell geschmolzen, daß wir bei dem Zu⸗ sammentreffen mehrerer Fluͤsse hier nicht ohne gegruͤndete Furcht vor Wassersnoth sind, zumal die sich anthuͤrmenden Eieschollen bei den verschiedenen Bruͤcken nicht immer leichten Fortgang finden. Die Befuͤrchtung, als sey die neuerbaute Bruͤcke am Rannstaͤdter Steinwege (auf der Straße nach Frankfurt 1 M.) zu niedrig angelegt und darum in Gefahr, Eö1ö’“ enden Wasser gehoben zu werden, hat sich bis jetzt als grundlos er⸗ wiesen.
tesea Dampfwagenfahrten sind wegen des Schneefalls nur wenige Tage unterbrochen worden, wie man schon durch die Personen⸗Frequenz zwischen dem 13. Januar und 2. Februar, die in 158 Fahrten 6628 und vom 3. bis 9. Februar freilich nur 1656 betrug, sich uͤberzeugen kann. Die Probe mit der zu Uebigau erbauten Lokomotive fuͤr die Bahnstrecke von Dres⸗ den bis Oberau, — der ersten in Deutschland erbauten Ma⸗ schine dieser Art — welche in den Anfangs⸗Tagen dieses Mo⸗ nats unternommen wurde, ist zu allgemeiner Zufriedenheit aus⸗ efallen.
8 Heute Nachmittag ist der Ober⸗Hofgerichts⸗Rath Dr. Bluͤm⸗ ner, als Mitglied des fruͤheren hiesigen Magistrats, als Land⸗ stand, wie als vielseitig gelehrter und gebildeter Schriftsteller bekannt und geachtet, im 74sten Lebensjahre gestorben. Gegen Ende des verflossenen Jahres feierte er sein 50jaͤhriges Doktor⸗ Jubilaͤum. 8
von hier aus ergangenen Ru
Hannover, 12. Febr. d. J. Nachstehendes mit: Kenntniß. Fr. Bischoff.
„„Ernst August ꝛc.
ten getreuer Buͤrger der Stadt
chen,
Schritte mißbilligt wonden sind. zeugt sind,
uͤberreichten Adresse rer Huld und Gnade. Hannover, den 28. Januar
Ernst August. G. Frh. von Schele. An den Schiffer Fr. Bischoff und seine Genossen zu Muͤnden.““
Aus Baden, 2. Febr. (Schles. 3.)
schaft statt.
in anderen Deutschen Laͤndern laͤngst besteht. nung wurde bei dem Feste ausgetheilt.
„Fuͤr Badens Ehre.“ kranz die Inschrift:
— — Karleruhe, 11. Fetzr.
Verbreitung vor kurzem in einem
1821 entnommen und besonders abgedruckt.
zeichnet.
Karlsruhe, 9. Febr. (Karlsr. Ztg.) Vorgestern Abend etwa 5 Minuten nach 9 Uhr, wurde 8n Ib Ergefe⸗ verspuͤrt, welcher — hier nur kurz und mit ziemlich leichter Erschuͤtterung
der weitern Umgegend in oͤstlicher Rich⸗ z Durlach, Soͤllingen u. s. w., mit mehreren Sekunden langen Bebungen und sehr merkbaren, wiewohl nirgends ge⸗
— in tung, in
fahrbringenden Wirkungen begleitet war.
— — Frankfurt, 12. - Dem Vernehmen nach wird
Homburg Durchlaucht im naͤchsten Das Geruͤcht, Se. Durchlaucht werde auf dire Regierungs⸗Nachfolge verzichten, ist Der Kaiserl. Oesterreichische Geschaͤftstraͤger am Graf von Rechberg, ist vorgestern
des Landgrafen von Hessen⸗ Monat aus Graͤtz in Homburg eintreffen.
ungegruͤndet. Koͤnigl. Belgischen Hofe, hier eingetroffen und verweilt noch hier.
SEEh. Pesth, 4. Febr.
mildernden Umstaͤnden, schuldig erklaͤrt Gefaͤngnißstrafe verurtheilt.
banzen Pesther Ufer der Donau
Vorsicht sehr loͤblich. — Der Patriarch⸗Erzbischof von Erlau,
Herr von Pyrker, ist so eben hier angekommen; er begiebt sich
morgen nach Wien.
E 3131
Bern, 7. Febr. Die Dissidenten des Kantons Bern ben an den großen Rath eine ehrerbietige Vorstellung gerichtet, welche das, wie sie selbst sagen, mit Wuͤrde und Maͤßigung abgefaßte Gutachten der Synode betrifft. Sie fuͤhren folgende Punkte an, in welchen sie von der reformirten Landeskirche abweichen: 1) Daß sie, im Gegensatze mit den allzu engen Schranken der Helvetischen Konfession, auch den Christen an⸗ derer Konfessionen das Recht zum Eintritt in ihre Gemeinden einraͤumen, und also Lutheraner wie Calvinisten, Kindertaͤufer und Wiedertaͤufer, in ihren Schoß aufnehmen; 2) daß sie hingegen alle offenbar Unglaͤubigen und Lasterhaften durch die irchenzucht ausschließen; 3) daß sie endlich der buͤrgerlichen Obrigkeit wohl in allen weltlichen Dingen unterthan seyn wollen, auch in ihren Versammlungen vor dem Throne Gottes ihrer Regierung um des Gewissens willen und mit Zustimmung des Herzens gern gedenken; — in geistlichen Dingen aber uͤber ihren Lehrern und Vorstehern das Wort Gottes allein und Jesum Christum als ihren obersten Bischof
anerkennen.
Zuͤrich, 8. Febr. (A. Z.) Dr. Strauß soll den an ihn angenommen haben. Von a
derer Seite her wird indessen behauptet, er 88 diese ehʒ. an Bedingungen geknuͤpft, deren Erfuͤllung noch zweifelhaft ist. Inzwischen ist die Aufregung im Kanton Zuͤrich wegen dieser Berufung wirklich bei weitem groͤßer, als die Berufen⸗ den fuͤr moͤglich gehalten hatten. Die ganze Aufregung wird sich freilich wieder legen, zumal es an Fuͤhrern fehlt, die sich 1 bemtachs gen⸗ Aber der auch sonst nicht geringe Mißmuth at jedenfall ahrung erhalten, und die Regi
an Popularitaͤt 1e 8- ¹“
Spanien.
Madrid, 31. Jan. Die Regierung hat di 1 1 Jan. ie erhalten, daß die Schweiz einen ehlenag, he b Madrid senden werde. Dem Vernehmen nach ist Herr Car⸗ hens 1s diesseitigen Gesandten bei dem Schweizerbunde be⸗ immt. Das offizielle Organ des Ministeriums widerspricht den
Geruͤchten uͤber die angeblichen Plaͤne Es⸗ Diktator aufzuwerfen. 8 Len Plaͤne spartero's, sich zum
— Die Hannoversche Zeitung theilt aus dem Muͤndenschen Intelligenz⸗Blatt vom 3. Fesrie⸗
„Nachfolgendes, von Sr. Koͤnigl. b Fag b. b oe⸗ ehcte, a, Allergnaͤdigsten Könäge, an mich gerichtetes f Die Kommission zur Revidirung des Zoll⸗Tarifs haͤlt sehr huldvolles Schreiben bringe ich hiermit zur allgemeinen
Wir haben mit gnaͤdigstem Wohlge⸗ fallen die Uns von euch uͤberreichte, mit FSSe nnsereee Muͤnden versehene Adresse empfangen, worin von deren Unterzeichnern die Gesinnungen treuester Ergebenheit und der Anhaͤnglichkeit an Uns ausgespro⸗“
und zugleich die von dort aus zur Aufrechthaltung des von Uns fuͤr erloschen erklaͤrten Staats⸗Grundgesetzes gethanen
78 So fest Wir einerseits uͤber⸗ - ‚3 nur Uebelgesinnte, welche selbstsuͤchtige Zwecke verfolgen, Unsere landesvaͤterlichen ag gda, desfachecz⸗ 8. ten Unterthanen in ein falsches Licht zu stellen bemuͤht haben seyn koͤnnen, eben so zuversichtlich uͤberlassen Wir Uns anderer⸗ seits der angenehmen Hoffnung, daß die Unterzeichner der Uns in den ausgesprochenen Gesinnungen nie⸗ mals wanken werden, und versichern Wir dieselben gern Unse⸗ 1839.
Auch bei uns d gestern eine Erinnerungsfeier des ’“ wehr und des freiwilligen Jäger⸗Regiments am 1. Februar 1814 zum großen Befreiungskampfe von fremder Zwingherr⸗
t. Der Großherzog hatte fuͤr diejenigen, welche in der Armee oder in der Landwehr Feldzüge tadellos mitgemacht haben, eine Felddienst⸗Auszeichnung gestiftet, wie solche bereits ht. b Auszeich⸗ Sie besteht fuͤr alle Grade in einer Medaille von Geschuüͤtzgut, mit L13“ Auf der Kehrseite umfaßt ein Eichen⸗ „Leopold fuͤr treuen Dienst im Kriege.“
8 5 Ka u Der Brlef des Grafen Fr. von Stolberg uͤber gemischte Ehen, von dessen geheimer 1 Korrespondenz⸗Artikel des Schwaͤbischen Merkurs aus Freiburg die Rede war, (St Ztg. Nr. 38.) ist kein Erzeugniß der jetzigen Zeit, sondern aus dem ersten Jahrgange Vierten Heftes des „Katholiken“ vom Jahre 8 me . Als Verfasser wird der bereits vor zwanzig Jahren verstorbene, als Dichter bekannte Graf Friedrich Leopold von Stolberg⸗ Stolberg be⸗
Pe (A. 3.) Baron Wesselenyi ist von der hiesigen Koͤniglichen Tafel des Hochverraths, jedoch und zu dreijaͤhriger ngn Der Prozeß kommt nun zur Sep⸗ temviral⸗Tafel, deren Entscheidung man zu Ende dieser Woche erwartet. — Das Urtheil uͤber Herrn v. Kossuth, der bekannt⸗ lich auf unerlaubte Weise eine Zeitung in Manuscript heraus⸗ gab, duͤrfte ebenfalls dieser Tage gefaͤllt werden. — Laͤngs dem
wird jetzt, wie im vorigen Jahre, ein Nothdamm aufgefuͤhrt, wobei unzaͤhlige Menschen
Kuͤstenlaͤnder sind im verfiossenen Jahre 4831 Schiffe eingelau⸗ und mehrere hundert Wagen beschaͤftigt sind. Man findet diese
fen, und 5039 Schiffe gingen in die See.
ha⸗
rungs⸗Anstalt zu Naugard, 1837 uͤberhaupt 535 Straͤflinge enthielt, sind im Laufe des Jah⸗ res 1838 deren 431 eingeliefert und es sind im verflossenen Jahre 19 gestorben, 1 als Auslaͤnder uͤber die Graͤnze gebracht, 391 nach ihrem Bestimmungsorte zuruͤckgekehrt, 5 an andere Anstalten abgeliefert und 3 begnadigt, im Ganzen also 419 aus der Anstalt entlassen worden. 8 der in der Anstalt vorhanden gewesenen Gefangenen betrug 550. 1 bee -88 Rthlr. 8 Sgr. 8
ie der Bekleidung 3664 Rthlr. 17 r. 11 Pf. i Fäehgn 11,362 Rthlr. 12 Sgr. “ icher Unterhaltungs⸗ und Administrationsko 3 18 aasen.hachn 88 st sten belief sich hier⸗ chtlinge kamen 32,715 Rthlr. 11 Sgr. 5 Pf. ein, und na Abzug des Werthes der Materialien, der dch sea nan 188 Versendungskosten, so wie des Ueberverdienstes der Detinirten (von 2360 Rthlr. 7 Sgr.), welches alles eine Summe von 21,220 Rthlr. 21 Sgr. 11 Pf. betrug, verblieben 11,494 Rthlr. 19 Sgr. 6 Pf. als reiner Verdienst. Nach Abzug dieses Verdienstes stellte sich die Summe aller Unterhaltungs⸗ und Administrationskosten au 12,788 Rthlr. 19 Sgr. 2 Pf. befanden sich 547 (427 mäͤnnliche und gene in der Anstalt.
Ein hochachtbarer Kaufmann in Wolgast hat am Schlusse des vorigen Jahres der Stadt ein Kapital von 1000 d. 3 Herstellung des Bollwerks und ein Kapital von 4000 Rthlr.
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in der Previnz Valencia wieder begonnen.
unter dem Vorsitz des Herrn Ferrer zahlreiche Versammlun⸗ gen. Die 25 Mitglieder, aus denen sie besteht, sind in beson⸗ dere Comité's getheilt. Es ist diz Absicht, das bisherige Pro⸗ hibitiv⸗System gaͤnzlich abzuschaffen und mäͤßige Zoͤlle an dessen Stelle zu setzen. Dadurch wuͤrden die Haͤfen der Halbin sel dem fremden Handel geoͤffnet werden und die Summe, welche man bisher als Praͤmien den Schmugglern zahlte, wuͤrden in den Schatz fließen. Baumwollen⸗Waaren sollen gegen einen Zoll von 25 pCt. vom Werthe, jedoch nur durch die Oceani⸗ schen Haͤfen, eingefuͤhrt werden duͤrfen. Diese Beschraͤnkung F. 1. Ins Catalonischen Baumwollen⸗Manufakturen gemachte Konzessien.
Spanische Graͤnze. Man schreibt aus Bayonne vom 5. Februar: „Alle Maͤrsche and Contremaͤrsche Espartero's und Maroto's haben bis jetzt kein anderes Resultat gehabt, als die Truppen zu ermuͤden, und die Gegenden, durch welche sie Zogen, zu verwuͤsten. — Mit einigem Grund versichert man, daß Munagorri's Projekte in kurzem nach einem gröͤßeren Maßstabe zur Ausfuͤhrung gebracht werden sollen. Das Ober⸗ Kommando uͤber die Fueristen wuͤrde dem Christinischen Gene⸗ ral Jauregut uͤbertragen werden, dem zwei Ober⸗Offiziere, ein Englaͤnder und ein Franzose, beigegeben wuͤrden. Muhagorri wuͤrde nur die Civil⸗Functionen zu versehen haben.“ .
E“ 8
Gumbinnen, 6. Febr. Nach dem Ja res⸗Bericht der Litthauischen Friedens⸗Gefellschaft, zhr dieselbe 1 dem abgelaufenen Jahre eine Gesammt⸗ Einnahme von 1018 Rthlr. gehabt und 6 Stipendiaten (5 auf der Universitäͤt Koͤnigsberg und 1 auf dem hiesigen Gymnasium) unterstuͤtzt, wofuͤr die Summe von 845 Rthlr. verwendet worden ist. Es blieb also am Schlusse des Jahres 1838 ein Bestand von 173 Rthlr.
— — Stettin, 12. Febr. Die Handels⸗Marine des Preußischen Staates 2) bestand am 1. Januar v. J. aus 605 Schiffen von 74, 195 Lasten. Im Laufe des Jahres 1838 schei⸗ terten und gingen verloren 24 Schiffe von 2434 Lasten es wurden abgewrackt 11 „ » 1398 » und verkauft . „ EET“
zusammen 48 Schiffe von 5028 Lasten Dagegen kamen hinzu durch Neubau 37 Schfffe von 5327 L
— 1 8 8 aste und durch Ankauf 21 H „ 332: 88
v“ zusammen 58 Schiffe von 8650 Lasten so daß die gesammte Handels Marine am . d. SI bis Schiffe von 77,817 Lasten, also 10 Schiffe und 3622 Lasten mehr, als am Anfange des Jahres zaͤhlte. Von diesen Schif⸗
fen gehoͤrten an 160 Schiffe mit 18696 Lasten
323 »
Stettin
Stettiner Revier (Anklam, Demmin, Ueckermuͤnde, Poͤ⸗ “
Danzig 1u
Memel
Koͤnigsberg
Elbing
Pillau “
Braunsberg
50⁴⁴4 12338 11385 2836 1089 985
Der General van Halen hat die militairischen Operationen
Kolberg Greifswald Stralsund
2954 5035
7233
1“ v1“ 2₰
geschenkt, dessen Zinsen mit 5 pCt. jährlich, nach seiner naͤhe⸗ ren Bestimmung zum Besten der Stadt, und zwar zunaͤchst fuͤr deren Toͤchterschulwesen verwendet werden sollen. Letzterem harte er schon vor kurzem ein Kapital von 500 Rtehlr. als Beihuͤlse zum Ankauf eines geeigneten Schulhauses geschenkt, so wie er dieses auch zu dem bezeichneten Zweck einrichten und die nö- thigen Subsellien hat anschaffen lassen. Zür ersten Einrichtung dieser Toͤchterschule hat eine sehr achtungswerihe Dame aus der Provinz dem Magistrat eine baare Geldhuͤlfe von 50 Rthlr. uͤberwiesen.
— Schulwesen. — Der Plan der staͤdtischen Bebhoͤrden in Wolgast, eine Armenschule in Verbindung mit der Armen⸗ Versorgungs⸗Anstalt einzurichten, ist vollstaͤndi⸗ ausgefuͤhrt. Die Schule ist bereits im vöorigen Jahre ins Leben getreten; gegen 200 Kinder beiderl i Geschlechis armer oder doch beduͤrftiger Aeltern erhalten darin voͤllig freien Unterricht, und es wird mit Strenge darauf gesehen, daß sie regelmaͤßig die Schule besuchen und im aͤlterlichen Hause nutzlich beschaftigt werden, als das beste Mittel, sie vor Verwahrlosung zu schuͤtzen, der Kinder die⸗ ser Klasse besonders ausgesetzt sind.
Dauer der Eisenbahn⸗Fahrten am 14 Februar.
— Abgang.—Zeitdauer
von um uhr St. M. 1
Potsdam 7
Berlin 9 Potsdam 12 Mtg.
—
Abgang Feitdauer
von um Uhr St. M. 4 „ — 45 6 Abds.] 1 5
Vm. — 43 Berlen „ — 44 Potsdam — 42 Berlin
Wissenschaft, Kunst und Literatur.
Berlin. Verhandlungen der Akademie der Wissen⸗ schaften im Monat Januar. In der Sitzung der pbilofophisch⸗ historischen Klasse am 7. Jannar fand, wegen der bedeutenden Anzahl anderer Gegentäͤnde, die zur Berathung gebracht werden mußten, kein wissenschaftlicher Vorlrag statt. — In der Gesammt⸗Sitzung der Akademlte am 10. Januar versuchte Hier Klug eine svstemalische Aufstellung der Insekten⸗Famllie Chryfididae. Das Königl. Ministe⸗ rium der geistlichen Unterrichts⸗ und Medizinal⸗Angelegenheiten hat in Folge der von der Akademie gemachten Anträge 1. aus dem akade⸗ mischen Fonds die Summe von 60 Rthlr. zum Ankauf von 30 Exem⸗ plaren des Werkes des Hofraths Gauß zu Gsttingen „über die magne⸗ lischen Bcobachtungen im Jahre 1838 zur Disposition der Akaden ie gestellt; 2. Herrn Gerhard Behufs der Bekanntmachung seines Wer⸗ fes „über die Etruskischen Metallspiegel“ die Summe von 300 Thalern als abermaligen Vorschuß bewilligt; und 3. dem Dr. Franz hierselbst für das Jahr 1839 aus dem akademischen Fonds die Summe von 500 Thalern als Remuneration für seine Beschäftigung bei der Her⸗ 8u 0ge 1 inscriptionum Graecarum bewilligt, so wie auch demselben diejenigen 200 Thaler, welche in dem Etat der Akademie bisher unter der Rubrik „für die Korrektur der Druckschriften“ aus⸗ geworfen waren, vom 1. Juli 1839 au, zunächst für fortgesetzte Sammlung von Griechischen Inschriften und überhaupt für philolo⸗ gische Arbeiten, welche die Afademie künftig unternehmen wird, als fixirte jährliche Remuneration zugewiesen. — In der Gesammt⸗Siz⸗ zung der Akademie am 17. Januar beschloß Herr Kunth seine den Cype⸗ raccen gewidmeten Bemerfungen mit einer Abhandlung über die Scleri⸗ necu und Caricineen. — In der Sitzung der physikalisch mathematischen Klasse am 21. Januar las Herr Dirksen Bemerkungen über die Theorie des Imaginären. Herr H. Rose las über das schwefelsaure Schwefelchlorid. (Es war dies ein Zusatz zu der in der Gesammt⸗ Sitzung der Akademie am 26. April v. J. gehaltenen Vorlesung.) — Ueber die öffentliche Sitzung zur Feter des Geburtstages Friebrich's II. am 24. Januar ist bereits in Nr. 27 der St. Ztg. berichtet worden. — In der Gesammt⸗Sitzung der Akademte am 31. Januar gab Herr Böckh eine llebersicht seiner Uutersuchungen über die von Herrn Pro⸗ fessor Dr. Roß zu Athen im Jahre 1836 der Akademie mitgetheilten
üschriften der Schiffswerfte und des See⸗Arsenals von Athen.
8
4016
2196
1748
1779 „ 615 Schiffe mit 77817 Lasten.
In saͤmmtliche Haͤfen der Preußischen
b“
„ „ „ „ „ 2 483 „ „ »„ „ „ „ „
— Schifffahrt.
Davon waren eingelaufen: ausgelaufen: zu Memel 778 Schiffe 771 Schiffe » Danzig 11909 111909 » Koͤnigsberg und Pillau ... 77 „ d.v1 » Elbing und Braunsberg. . 32 „» 16 » Stolp, Ruͤgenwalde und Kol⸗ berg 6 111 297 Stettin und Swinemuͤnde 1097 1244 Wolgast, Greifswald, Stral⸗ sund und Barth. „ 4ꝙ 1u15—
4831 Schiffe 5039 Schiffe und darunter beladen 2033 eff 4649 ciff ö““ „ 390 »
Settin, 12. Fetr. In die Straf⸗ und Besse⸗ welche am Schlusse des Jahres
Die taͤgliche urchschnittszahl
Pf., Die Summe saͤmmt⸗
thlr. 8 Sgr. 8 Pf. Fuͤr die Arbeiten der
(Vergl. Monats⸗Bericht der Akademie, Oktober 1836, S. 62, und Ja⸗ uuar 1837, S. 4.) Die Arbeiten des Herrn Böckh über diese In⸗ schriften werden bald im Druck erscheinen. Das Königl. Ministerium für die geistlichen, Unterrichts⸗ und Medizinal⸗Angelegenheiten ha
zur Bestrettung der Kosten des Gusses der Typen von den durch den Missionair Gützlaff eingesandten und der akademischen Buchdruckerei
überwiesenen Chinesischen Matrizen aus dem akademi . bis 200 Rthlr. bewilligt. 3 schen Fonds 200
Berlin. In einem gestern von dem Professor Lewy aus Wien
veranstalteten Konzert im Saale des Schauspielhauses hatten Wald⸗ horn und Harfe die Hauptrollen, und wenn diese beiden Instrumente schon an sich in ihrem Ton einen eigenen Zauber haben, so mußte f hessengalach sich Vltnds 9 eine Welt der Mährchen versetzt glauben, a e zwei Kinder erscheinen und den H
baen icdchen sfe s Knaben das Horn,
ob eine übernatürliche Macht sie regierte. besonders, ein wahrer Oberon, brachte einen rührenden Eindruck her⸗ vor. Ein munterer, er mit auf dem chromatischen Waldhorn mit Sicherheit. der auch ein recht tüchtiger Planist zu werden verspricht und Löwe gesungenes Lied, „das Waldvöglein“, und der reizende Vortra der Sanerin. die sich uns hier von einer ganz neuen Sent, in ün. fachster Naivetät und Anmuth zeigt, läßt uns vollkommen in unserer Traum⸗ und Zauber⸗Srhäre verharren. lanie, ein Mädchen von etwa eilf oder zwölf Jahren, und pflückt mit ibren Elfenhändchen in den schwierigsten Vartationen leicht und sau⸗ ber die silbernen Töne von der mächtigen Harfe. Nachdem uns hier⸗ auf Dlle. Löwe in noch einem Liede, „das Alpenhorn“, mit ibrem seelenvollen Gesange ergötzt hat, zu welchem diesmal Professor Lewp selbst, der Vater dieser begabten und unter seiner Leitung so früb u kleinen Virtuosen herangereiften Kinder, mit goldreinem, außerst weichem und elastischem Klange auf dem Horn akkfompagnirt, vereinigt sich zum Schluß die ganze Familie in einem konzertirenden Quatuor, welches C. M. von Weber's letzten Walzer zum Hauptthema bat. sind wenig Konzerte, wenn auch in anderen vollendetere Meisterschaft der Virtuosität glänzte oder größere Gediegenbest und Tlefe der Com⸗ pofitionen geistigeren Genuß gewäͤhrte, dem gestrigen an gemüöthlicher und erheiternder Wirkung gleichgekemmen. 10.
edalbarfe mit einer Leichtigkeit handhaben sah, als 1 Der neunjährige Richard
zarter, aber
Im kerngesunder kindlicher Unbefangenheit 1
Knabe, tritt auf und bläst seine Fantastse männlicher Kraft und
Dann begleitet er nebst seinem Bruder
älteren
jetzt ziemlich fertig und ausdrucksvoll spielt, ein von Dlle.
Nun kömmt die kleine Me⸗
Gewiß
14. Februar.
Meteorologische Beobachtung.
Nachmittags/ Abends Rach einmaliger
6 2 Uhr. 10 Uühr. Beobachtung.
Morgens 6 Uhr.
Am Schlusse des Jahres 183 120 weibliche) Gefan⸗ — — Stralsund, 31. Jan. — Wohlthaͤtigkeit. —
thlr. zur
*) Es ist hier nur von den Küstenländeru, also mit Ausschluß
der Rheinischen Seeschiffe, die Rede.
Luftdruch. fe.Fres + 2*° R. †2 190 R. + 180 R. Thaupunkt Dunstsaͤttigunz Wetter... Wind W. W. W. Wolkenzug. — W. Tagesmittel: 336,09 1 Par.. +† 4,00 R.. +† 270 R.. 82 pECt. W. ’v
1g,1v an 335 22“ Par. 334,04“ “ Par.] Quellwärme 6 90 R. Flußwärme 160 R. + 1,10 ℛ*ℳ† 3,40 8 +2 360 R.] Bodenwärme 240 R. 82 vCt. 78 pCt. 85 pCt. Ausdünstung 0, 20 Rd. trüͤbe. trübe. regnig. Niederschlag 0,041“ Rh. Wärmewechsel †. 5.10 + 0 90.
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