1839 / 59 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

eine entscheidende Schlacht anzubieten, fand es sich, daß diese schon abgezogen waren, die 1* zu Wasser, die Kavalle⸗ rie zu Lande, in der Absicht, sich in Huacho, im Norden des Landes, wieder zu vereinigen, auf welche Weise der Streit sich denn leicht noch mehr in die ehen koͤnnte. Die Chili⸗ sche Armee hat uͤbrigens durch rankheiten und Desertionen ziemlich stark gelitten, und unter ihren Anfuͤhrern herrschte wiespalt, da einige fuͤr's Schlagen, andere fuͤr den Ruͤckzug, noocch andere fuͤr Unterhandlungen waren. Die billigen Ver⸗ leichs⸗Vorschlaͤge des Generals Santa⸗Cruz zu dem letzten wecke sind aber, ungeachtet der Vermittelung des Englischen GBeschaͤftstraͤgers, von dem Chilischen Minister Egana zuruͤck gewiesen worden, was man sich indeß ni erklaͤren weiß, da die Regierung zu San Jago nicht undeutlich den Wunsch zu verstehen gegeben hat, den Frieden fast durch jede Bedin⸗ gung zu erkaufen. Santa⸗Cruz ist in Lima mit Enthusiasmus und mit offenen Armen empfangen worden, das Fort von Cal⸗ lao erklaͤrte sich sogleich zu seinen Gunsten, und die Verbin⸗ ddrung zwischen Stadt und Hafen wurde dadurch wieder herge⸗ 88 so daß fuͤr das Eigenthum nichts mehr zu befuͤrchten ist. anta“ Cruz hat den 8 * Zoll auf Guͤter, die von Chili kommen, durch ein Dekret wieder .g acn⸗ Weizen und Mehl sind in Folge davon bedeutend billiger geworden. Die Blokade Callaos durch die Chilier, welche gerade am 10. November beginnen sollte, nun aber natuͤrlich nicht ins Werk gesetzt werden kann, war von den fremden Konsuln nicht aner⸗ kannt worden. Das Chilische Geschwader befindet sich in schlech⸗ tem Zustande, und eines der Schiffe ist durch einen Peruani⸗ schen Kaper genommen worden. Orbegoso hat sich an Bord der Franzoͤsischen Fregatte „Andromeda“ gefluͤchtet und von dort aus eine Proclamation an dab Volk zu Gunsten Gamarra’'s erlassen. Bei Untersuchung des Zollhauses fehlten einige we⸗ nige Guͤter, andere waren beschaͤdigt; die Eigenthuͤmer such en durch Reclamationen der Regierung ihren Verlust zu decken.“

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Niederlande.

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Amsterdam, 23. Febdr. Der Handel in Staatspapieren war während der ersten Tage dieser Woche ohne Wichtigkeit; wegen der gespannten Erwartung, wie sich die Dinge in Brüsssel gestalten würden, blieb es so still im Geschäft, daß das Ausbieten weniger Stücke schon hinreichte, die Preise zu drücken; dies war der Fall mit Integralen, welche von 54 ¾ auf 54 1 pCt., und mit Kanzbillets, die von 26 à auf 26 ½ Fl. herabgingen. Die dann am Mittwoch eingegangenen Rachrichten über die Vorgänge des vorigen Tages in den Kammern zu Brüssel machten hier einen günstigen Eindruck, in⸗ dem man viel Schlimmeres von daher befürchtet zu haben schien; mehrere solide Käufer fanden sich ein, die bedeutende Partieen Inte⸗ grale und Kanzbillets kauften; die Kauflust hielt auch den folgenden Tag an, und als sich dann bestätigte, daß in Brüssel die Ruhe er⸗ balten worden sev und man sich zu ernstlicher Ueberiegung des näch⸗ sien wichtigen Schrittes bequeme, gingen die Preise der erwähnten Staatspapiere noch höher, so daß ansehnlicher Handel in ntegralen

zu 541 2⁄16 pEt. und in Kanzbillets zu dem in vielen Jahren nicht

gekaunten Preise von 27 Fl. vorsiel; der letztere erhielt sich gestern vollkommen; Integrale gingen aber um ein Geringes niedriger, weil man durch das Ausbleiben der Englischen Post über die Course der Dienstags⸗Börse zu London in Ungewißheit war. Bei der Lebhaftigkeit in Integralen und Kanz⸗Billets wurden andere Hol⸗ ländische Staatépapiere fast gar nicht beachtet und behielten den vo⸗ rigen Stand; Actien der Handels⸗Gesellschaft stiegen bis 176 pCt. und waren gestern ¼ pCt. billiger zu haben. Fuͤr Russische und Fehervcen. Fonds zeigte sich va Kauflust; 6proc. Russische Inscriptionen konnten deshalb den vorigen Preis nicht völlig behaup⸗ ten, und 5proc. Wiener Metalliques glugen von 103 ¾¼ auf 103 pCt. berunter. Der Spanische Markt biteb eben so verlassen; Ardoin⸗ Obligationen standen mehrere Tage auf 17 ⁄1 6 pCt.; die besseren Cours⸗RNotirungen aus Belgien brachten selbige gestern wieder auf 17 ½ pCt. VBon den Süd⸗Amerikauischen Obligattonen sind keine er⸗ heblichen Cours⸗Abwechselungen zu melden.. Die Frage nach Geld vermehrte sich bei den jüngsten großen Geschäften merklich, so daß gewöhnliche Leihungen zu 3 ½ pCt. und Prolongationen zu pCt. abgeschlossen werden.

er Umsatz am Getraidemarkt blieb wieder ohne Wichtigkeit, weil nur einiger Konsumhandel vorfiel, wobei vorige Preise angelegt worden. Am verwichenen Montag bezahlte man für 123pfünd. alten Anklamer S 340 Fl.; für 120 pfünd. alten Preußischen Roggen 238 Fl.; 119 pfünd. Pommerschen 22½ Fl.; 116.122pfünd. Odessaer Roggen 210.229 Fl. 5 1 ..“

Bruͤssel, 23. Febr. Gestern haben ter zweier Sectionen fuͤr die Central⸗Section ernannt. Es wa⸗ ren dies die Herren Lebeau und Dollez, Beide Vertheidiger des Friedens⸗Systems. Seitdem sind auch die Namen der von den uͤbrigen vier Sectionen ernannten Berichterstatter bekannt geworden, und auch hier haben die Friedlichen den Dieg uͤber die Widerstandsmaͤnner davon getragen. Es sind naͤmlich die Herren von Vehr, Liedts und van Volxem ihren Mitbewerbern, den Herren Dumortier, Metz und Dubus, vor⸗ gezogen worden und in der letzten Seetion wird wahrscheinlich Herr Verhaegen gewaͤhlt werden.

Die hiesigen Zeitungen theilen jetzt die Bittschrift der Wähler und Einwohner von Mons mit, die sich sehr dringend fuͤr die Erhaltung des Friedens verwenden.

Die Adresse der hiesigen andels⸗Kammer fuͤr die An⸗ nahme des Friedens⸗Traktates schließt sich im Ganzen derjeni⸗ gen der Kaufleute an, deren Inhalt wir gestern mitgetheilt aben. 1 Das Commerce Belge bemerkt: „Die guten Buͤrger, so wie alle Leute, die etwas zu verlieren haben, fangen endlich an zu begreifen, daß ihr bisheriges Stillschweigen den Agenten der Unordnung und den Kriegslustigen nur foͤrderlich gewesen. Sie sehen ein, daß es Zeit sey, ihre Beschwerden laut werden zu lassen und die von allen Seiten bedrohten arbeitenden Klas⸗ fen in Schutz zu nehmen. Es ist ihnen klar geworden, daß die allgemeinen Interessen, eben so wie jeder Privatbesitz, aufs

worden durch die Unvorsicheigeett der kriegerischen

welche außerhalb durch alle schlechte

wird, die sich gegen Belgiens Gluͤck koalisirt haben. Die guten Buͤrgrr vereinigen sich daher ebenfalls, so lange es noch Zeit ist, um das Vaterland vor ei⸗ ner dringenden Gefahr zu schuͤtzen und die Hauptstadt vor

neuen Katastrophen zu bewahren.“ 1 . Seges. nn. machen bemerklich, daß die Belgische

Verfassung nur fuͤr den Fall eine Zusammenberufung zweier Künmern und die Zustimmung von mindestens zwei Dritteln aller Mitglieder er eischt, wenn die Bewilligung er⸗ theilt werden soll, daß der Koͤnig noch eine andere Krone tra⸗ gen darf und wenn zur Revision eines Punktes der Verfassung geschritten werden soll. Da jetzt aber keiner dieser beiden Fäͤlle in Feag⸗ ist, indem das abzutretende Gebiet nur eine neue Gränz Bestimmung der in der Verfassung genannten Provinzen erheischt, solche Graͤnz⸗Bestimmungen jedoch, nach Art. 3 der Constitution, vermitteist eines Gesetzes geschehen koͤnnen, so liegt

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auch keine Nothwendigkeit vor, die Einwendungen der Wider⸗

stands⸗Maͤnner zu ber Der Indépenda zuthun, daß nicht bloß fuͤr Holl gen betheiligten Maͤchte, Fortdauer des schen Angelegenheit hoͤch her Belgien, dem Interesse der n unmoͤglich laͤnger Schlusse dieses Artikels, strengungen, Deutschland, zustehen und selber besorgt ge ermuͤdet von einer peinli rend Differenzen zu sch des Status quo uͤberdruͤssig, durch eine treue Bevoͤlkerung verlangten, daß dem Status quo Einem Worte, wollten der Dies war, wenn wir nicht irren, Wiederaufnahme der Unterhand darin haben wir vornehmlich den Bemuͤhungen der Regierung, 1833 einen Waffenstillstand au substituiren, fruchtlos blie der Unerschuͤtterlichkeit des nkreich und Großbritanien v folgen, wohin Moniteur Belge gie g aus diesem ziemlich

cksichtigen. n einem laͤngeren Artikel dar⸗ and, sondern auch lleiniger Ausna

Status quo in der uem geword uͤbrigen Maͤchte

schoͤpft durch seine An⸗ unsche beseelt, ihm bei⸗ Großbritanien und F (bei der es fortwaͤh⸗ aͤchten waren endlich Belgiens, dem da⸗ Alle Maͤchte liche Handlung sey, wenn man Vertraͤge verletzt? Ich wuͤnschte nur, er erklaͤrte mir, wie man, indem man einen allgemeinen Krieg entzuͤndet, sich der Bewunderung der Nachwelt und des Schutzes des Himmels wuͤrdig machen koͤnne, und wie es eine

fuͤr die uͤbri⸗ me Belgiens, Holländisch⸗ en sey und daß da⸗ gegenuͤber, das

die laͤngere

seinige allei heißt es am

ein allgemeiner. chen Rolle lichten gab), mit Ausnahme erhalten wurde. ein Ziel gesetzt werde, ein Ende gemacht der Grundgedanke bei der im Jahre 1838, und rund zu suchen, daß die

r Convention vom 21. N f unbestimmte laͤn Und dieses ist, abge Deutschen Bund erhinderte,

gere Dauer zu sehen von rsache, die Belgien auf dasje⸗ sse Fragen zu bt in seinem heutigen umfangreichen Artikel

nige Terrain zu suchte./ Der Blatte einen Auszu des „Indépendant“.

Der Observateur t r Thomas Steele, auß ators O'Connell lben die Symp

eilt das Schreiben mit, welches der erordentlicher Gesandter des gro⸗ Koͤnig Leopold gerichtet hat, welche, wie H sieben Millionen Der Observa⸗ daß Herr Steele aus haß dieser auf protestirt habe. O'Connell's in ihren in der Kammer

an den athie kund zu thun,

Namen seines Mandatars versichert, Belgische Nation aͤchst die Nachricht, den und fuͤgt hinzu, Verweisung den Freund haben und wollen d

um demse Steele im Irlaͤnder fuͤr die teur bestaͤtigt demn dem Lande verwiesen wor ichste gegen seine aͤsentanten sollen

empfinden

das Feierl rere Repr Schutz genommen zur Sprache bringen. An der heutigen noch bekannt, da ter der letzten Section zweifelt daher au Differenzen un 3 In der bereits denten Herrn von Gerlache zu sagt derselbe u weil er nicht Belgien h Und nirgen werden muͤsse, und das wollten gera Und ist er nicht ½ Schelde biokirte, Scheldeschifffahrt gesichert and bewilligt, der Status quo erhal eopold heilig versp er die Citadelle von Limburg un man freute si

r dem Schlusse derselben

Boöoͤrse wuede vo irklich zum Berichterstat⸗

Herr Verhaegen w

einem friedlichen Ausgange Course waren im S uͤre des Praͤsi⸗ dens⸗Traktats den Vertrag, en wurde. ch im Maͤrz 1838. unverzuͤglich vollzogen Krieg entzuͤndet wer⸗ um Belgien zu ollzogen wor⸗ hm? Wurde ein Waffenstill⸗ atte nicht Koͤnig de Venloo ꝛc. raͤumen, wenn ielt provisorisch nachgab, aber iehung des Vertrags und Bevollmaͤchtigter in Lon⸗ [ben Vertrage die Rede; fizirt: wir ersparen Die Vollziehung des Vertrags Man ist allerdings nicht in ur Anerkennung ede seyn, aber man ver⸗ ß er fruͤh oder spaͤt nach⸗ bezahlt. Ihr, die Ihr 1 lso bloß seine guͤnstigen d. die uͤbrigen nicht. nichtig werden, den man will nur sein stuͤmmeln will, hoͤren uns Limburg und n Vertrag zuruͤck, so Tag nach der Revol aber nicht von Rechts wegen. e Nationalitaͤt? Wo steckte sie den Oesterreichische Provinz

ch nicht mehr d die Fonds⸗ erwaͤhnten Brosch Gunsten des Frie

Man verwirft

nter Anderem: 1 31 vollzog

chon im Jahre 1 at ihn stets anerkannt, ds wird darin gesagt, daß er denn dadurch konnte der de die Maͤchte nicht, um Theil dadurch v den, daß man die Antwerpen na nicht Belgien die

rochen, er wer Antwerpen erhalte? Man be d Luxemburg, weil Koͤni Wilhelm nicht ch uͤber den Anfang erwartete mit Ruhe das Ende, don erklaͤrte. U nur ist er noch z z. B. jaͤhrlich 3,400,00 wurde nie bezweifelt. gedrungen, u zwingen, tzte ihn in eine geben mußte. den Vertrag verwerft, en annehmen un ein Akt kann gesetzlich eingegangen ist. Belgien, seine alte Nationalitaͤt, Aber nach d Weisen wir de

ind jetzt ist ja von ren Gunsten modi 0 Gulden. Holland ein⸗ um den Koͤnig davon konnte nie die

so harte Lage, da t die Prozeßkosten Ihr wolltet Bestimmu

sagt man, Gebiet und die man ver bewahren. Luxemburg nicht. wieder da, existiren faktisch, die alte Belgi Spanische oder Handel unterdruͤckte un ls man uns verkaufte, wie schle den Maͤchten eingefallen waͤ vinzen zu lassen ten wir dann d hatte, das Herzogt wurden 1815 zum

Belgien geschlagen.

wir schwach, jetzt sin halten, der d eine solche Lehre?

Welt kaͤme nicht m das kleine Belgien zu erwarten, sein Leben erhalten k zuließ, daß die uüͤbri weil sie nicht mit die dies auch noch nur nicht dadur des Koͤnigs Wilhelm, Letzteren nicht; iert ein gan

em Vertrag ge

ution waren; wir Und was ist denn als wir eine olland unsern n unsern Festungen hatte? Geraͤth? Und wenn es nun Belgischen Pro⸗ standen? Haͤt⸗ das seinen eigenen Fuͤrsten klamiren koͤnnen? Beide und nicht zu 1831 waren brauchen also keinen Ver⸗ Wohin fuͤhrt keinen Bestand mehr, die Was haͤtte davon burch den Vertrag heißt es ferner, so gut man olland trennten, gut kann man Ganz gut, w Anderer, außer denen Bund beguͤnstigt

wo wir einen waren, als

uns bloß die die fruͤher unter Einem Scepter as Bisthum Luͤttich, um Bouillon re önigreiche der Niederlande, Aber sagt man d wir stark, w ie National⸗Ehre verletzt. Danach gaͤbe es it dem Kriege zu Ende.

ann? Aber, gen Provinzen sich von sem Lande leben wollten, rovinzen erlauben. ch auch noch die Rechte verletzten. Der Deutsche t uns bloß zwei Provinzen, zes Koͤnigreich. Sehnt die uns drohen, nicht nach wenigstens das Recht fuͤr uns, man kann uns nicht wieder, Der Zustand Frankreichs er⸗ anarchischen Leidense lassen mich eine den Strudel ziehen koͤnnte. hat keine EFroberung gewicht Europa’s t angreift, wuͤrde achharn, die von n einer Beute reden, daß Belgien und bis jetzt sehe In diesen fluͤchtigen B i wollen, naͤmlich: die

der Anerkennung! wie 1815

Stuͤrmen, Hierin haben wir eine Nation, und einem fremden Staate schenken. schreckt mich. Die egoistischen, sich dort um die H tastrophe fuͤrchten, ien, einmal k rchten, weil seine E ist. Der Deutsche t unser sicherster Schutz geg unseren schoͤnen Provinzen, wi ihnen nicht entgehen k roß seyn werde, aber noch keine dauerhafte Existenz. kungen habe ich nur zwei

aften, die errschaft reißen, aidige Ka⸗ die uns mit in onstituirt und fr zum Gleich

und, den man je

Ich glaube es eristiren,

ragen pruͤfe

der bindenden Kraft des Vertrags und die der groͤßeren Macht, die jetzt auf uns lastet; aber diese beiden Fragen entscheiden in meinen Augen alle anderen. Jedoch giebt es noch eine dritte, welche in dieser Eroͤrterung eine große Rolle zu spielen scheint und wovon ich nicht gesprochen habe, es ist die Religions⸗Frage. Herr von Robiano hat gesagt, Belgien wuͤrde eine heldenmuüͤthige, in Gottes Augen verdienstliche und der Bewunderung der Nach⸗ welt wuͤrdige Handlung begehen, die ihm vielleicht vom Him⸗

mel seine Befestigung verschaffen wuͤrde, wenn es die noͤthigen

Opfer an Geld und Leuten bringe, um die Vollziehung der Beschluͤsse zu n. wenn in Folge unseres Widerstandes

rieg ausbreche, wuͤrde die Verantwortlichkeit auf diejenigen fallen, die uns angreifen wuͤrden. Ich habe die groͤßte Achtung vor dem Charakter und dem Talent desjenigen, der diese Zeilen geschrieben hat; aber ich wuͤnschte nur, daß er mir erklaͤrte, in wie fern es eine, in Gottes Augen verdienst⸗

verdienstliche Handlung sey, das Heil von vier Millionen Men⸗

schen aufs Spiel zu setzen, um 400,000 zu retten,

welche uns Europa verweigert. Gewiß, ich bin Seit davon entfernt, den Limburgern und Luxemburgern auf immer Lebewohl zu sagen, sondern ich hoffe, daß sie zu uns einst zuruͤckkehren. Sie werden vielleicht mit unsern Bruͤ⸗ dern aus Nordbrabant ee een. Holland ist alt und ver⸗ fallen, Belgien jung und voll Jukunft. Die Katholiken haben sich bis jetzt auf eine bewunderungswuͤrdige Weise benommen. Sie haben, wenn auch vielleicht unwillkuͤrlich, die Revolu⸗ tion von 1830 begruͤndet und am meisten dazu beigetragen, Belgien zu konstituiren. Aber diese Revolution hat ihnen auch eine Freiheit (2) des Unterrichts und des Kultus gegeben, die nirgendwo anders besteht. Sie 2. ihnen einen Koönig gege⸗ ben, der sich mit den Interessen seines Volks identifiziet hat, und wir sollten alle diese Vortheile aufs Spiel setzen und einen thoͤrichten Krieg anfachen? Gelaͤnge dies, so gaͤbe es bald keine Spuren der letzten 8 Jahre mehr, außer in der Ge⸗ schichte, und die Geschichte wuͤrde sagen: Sie waren nicht wuͤrdig, eine Nation zu seyn. Ich mag nicht von jenem Bastard⸗ system reden, welches verlangt, daß wir Geld und Menschen opfern, bloß eines Scheinwiderstandes wegen, und um die Ehre zu retten. Aber ist dies nicht eine unmenschliche und gottlose Idee, welche auffallend von den gewoͤhnlichen Grund⸗ saͤtzen derer abweicht, die sie vorbringen? Man sehe sich doch nur um. Was ist aus unserm Handel und unserer Industrie geworden, seit der Krieg uns nur droht? Man ⸗warte noch 3 Monate und wir werden unter den ungeheuren Kosten unse⸗ rer Armee erliegen.“

Bruͤssel, 23. Febr. (Köͤln. Ztg.). Die Aussichten auf Annahme des Traktats durch die Repraͤsentanten⸗Kammer meh⸗ ren sich von Tage zu Tage. Das diktatorische Mittel der In⸗ kompetenz, wozu einige Glieder der Opposition ihre Zuflucht genommen, ist in den Sectionen von der Mehrzahl der Stim⸗ men verworfen worden, und die Berichterstatter, welche die Sectionen zur Central⸗Section erwaͤhlt haben, sind alle fuͤr die Annahme des Traktats. Hiermit ist schon die Sache so gut als entschieden. Der Bericht der Central⸗Sec⸗ tion an die Kammer in oͤffentlicher Sitzung wird nicht vor Dienstag oder Mittwoch stattfinden, und die oͤffentlichen Debatten werden wohl auch, allem Anscheine nach, mehrere Tage dauern. Sie sehen hieraus, daß die definitive Abstim⸗ mung nicht eher, als in etwa zehn Tagen eintreten kann. Die allgemeine Stimmung neigt sich mehr und mehr zum Frieden, weil man die Unmoͤglichkeit eines wirksamen Widerstandes ein⸗ sieht, und ein halber Widerstand nur unnuͤtze Opfer kosten wuͤrde. Am wenigsten findet der Vorschlag Beifall, wenigsten in Venloo eine Art Wiederholung der Belagerung der Ant⸗ werpener Citadelle zu provociren. Man findet es barbarisch eines bloßen Namens von Ehre willen, Menschenblut unnüͤtz zu vergießen, und Venloo als Schutthaufen doch aufgeben zu muͤssen. Es waͤre allerdings gegen die Bewohner dieser Stadt ein seltsamer Akt der Bruderliebe zum Abschiede. Unsere Re⸗ volutionnaire regen sich nach verschiedenen Richtungen, und be⸗ arbeiten besonders die Armee. Provocationen an diese und an das Volkuͤberhaupt werden nicht gespart, doch scheint nichts zu besagen, daß dieses Treiben irgend einen rechten Anklang finden werde, daher auch die Regierung bisher nicht mit ihrer ganzen Strenge eingeschritten ist. Es kommt mir vor, wie das letzte Auflodern einer erloͤschenden Flamme; auch offenbart sich schon von allen Seiten im Lande eine Reaction gegen die Widerstandspartei und die Opposition in der Kammer mißbilligt selbst jenes Hinarbeiten auf innere Unruhen, und sagt sich aufs Bestimm⸗ teste davon los. *

Luͤttich, 23. Febr. Es hat 8 das Geruͤcht verbreitet, daß die Etablissements des Herrn Cockerill in Seraing geschlos⸗ sen seyen; dies ist jedoch gaͤnzlich ungegruͤndet. Allerdings hat eine große Anzahl von Arbeitern entlassen werden muͤssen, doch hat man ihnen das Versprechen ertheilt, ihnen am 5. März wieder Beschaͤftigung zu geben.

Unsere Citadelle ist seit einigen Tagen mit vielen Artillerie⸗ Stuͤcken, namentlich mit mehreren großen Moͤrsern, die auf der Eisenbahn aus Bruͤssel ankamen, versehen worden. Alles ist jetzt dort in Vertheidigungs⸗Zustand.

Die hiesige Handels⸗Kammer hat ebenfalls eine Bittschrift an die Repraͤsentanten so wie an den Senat erlassen, in wel⸗ cher im Interesse des Gewerbfleißes und des Wohlstandes auf Unterzeichnung des Friedens⸗Traktates angetragen wird.

Deutschland.

Muͤnchen, 23. Febr. eute eingetroffenen Briefen zu⸗ folge, sind Se. Majestaͤt der See lcesklich in Verona ange⸗

kommen. Dresden, 26. Febr. Der Herzog und die Herzo⸗

in von Sachsen⸗ Durchlaucht sind gestern Nachmit⸗ 8* ier Sech ger und im Hotel zur Stadt Rom abgestiegen.

Sus Baden vom 20. Febr. (Schwaͤb. M.) Unsere land⸗ staͤndischen r5eguns ,ns in sind gegenwaͤrtig in vollem Gange. Welker ist in seinem fruͤheren Bezirke nicht wieder ge⸗ waͤhlt worden. Bei der Wahl des Landamts Pforzheim, wo Buͤrgermeister Deimling gewaͤhlt wurde, erhielt er von 44 Stimmen 20 gegen seinen Mitbewerber. Ueber die Zeit der Einberufung unserer Staͤnde verlautet noch nichts Sicheres; doch soll sie unmittelbar nach Ostern stattfinden. Se. Koͤnig⸗ liche Hoheit haben aus besonderer Gnade das Praͤsentations⸗ Recht von 24 Pfarreien dem Erzbischof Demeter auf Lebens⸗ zeit uͤberlassen. Diese Pfarreien sind auf die vier Kreise ver⸗ theilt, daß je sechs auf einen kommen. Man wollte hierdurch

dem Erzbischof groͤßern zese einraͤumen, und zug Person ausdruͤcken.

Einfluß auf die Geistlichkeit seiner Didͤ⸗ leich ein besonderes Vertrauen auf seine

Oesterreich.

Fuͤr die von Sr. Majestaͤt dem Errichtung eines Denkmals Prag haben die Boͤhmi⸗ sendender Entwuͤrfe ausge⸗ schen Monarchie auch fuͤr Ausfuͤhrung gelan⸗ festgesetzt und die Da fuͤr dieses Mo⸗ langen und 150

8 Wien, 18. Febr. (A. Z.) jetztregierenden Kaiser genehmigte fuͤr den verewigten Kaiser Franz i schen Staͤnde einen Konkurs einzu schrieben, der nebst der Oesterreichi Der Preis fuͤr den zur Stuͤck Dukaten

Deutschland gilt. genden Entwurf ist auf 300 Konkursfrist bis Ende 1839 eingehalten. nument ein neuer Platz auf dem 25 Quai am rechten Moldau⸗Ufer hergestellt wurde, Verschoͤnerung der Quaistraße beabsi lang eine Reihe buͤrgerlicher Wohnhäͤ in ihren Proportionen und ir Wuͤrde des Monuments in Ue wird außer dem Entwurfe fuͤr das wurf fuͤr diese Haͤuserbauten verlangt. lich der Ortslage orient im staͤndischen Land

chen in den Oest sichtigung hinterlegt.

Wien, 23. Febr. (Wien. Z.) besuchten Se. Majestaͤt der Kaiser, stät der Kaiserin, das Bildungs Offiziere zu Herrnals. der Ober⸗Vorsteherin u furchtsvoll empfangen, geru⸗ ses in Augenschein zu nehmen, Lehrgegenstaͤnde zu pruͤfen und die Fortschritten, so wie mit der ga u erkennen zu geben. In anuar das K.

und da zur chtigt wird, derselben ent⸗ user aufzufuͤhren, styl mit der Groͤße und bereinstimmung stehen sollen, so Monument auch der Ent⸗ Und um sich ruͤcksicht⸗ ist der Situations⸗Plan und in den Kunst⸗Akade⸗ dann zu Berlin und Muͤn⸗ afts⸗Kanzleien zur Be⸗ *3

iren zu koͤnnen, se zu Prag Mailand, Venedig, erreichischen Gesandtsch

Donnerstag den 21. Februar in Begleitung Ihrer Maje⸗ „Institut fuͤr Toͤchter K. K. dieselben wurden daselbst von id den Lehrerinnen dieses Instituts hten, saͤmmtliche Lokalitaͤten des Hau⸗ die Zoͤglinge uͤber verschiedene Allerhoͤchste Zufriedenheit mit nzen Einrichtung und L icher Weise Civil⸗Mad⸗ am 10ten desselben Mo⸗ t und fruͤher schon mit Allerhoͤchstihrem Besuche bee eres Wohlgefallen uͤber den geordneten dieser Institute in den

Allerhoͤchst

tung dieser Anstalt, 3 hatten Ihre Majestaͤten am 24. des⸗ Hessen.⸗ in des Alse nats da K. polytechnische Institu K. Blinden⸗Institut san vn allenthalben ihr besond Zustand und die schmeichelhaftesten

r⸗Vorstadt,

weckmaͤßige Leitung usdruͤcken an den Tag gelegt.

Schweiz. Gestern wurden dem Regt Berichte vorgelegt, die, Beunruhigung des Volkes die Grades derselben sehr verschie⸗ in waren, daß zu hoffen Schritte geschehen. war ernst und leben⸗ hme der Bestaͤtigung Entschiedenheit zuruͤckgewie⸗ die kaum von Die Dis⸗ Bestellung theils den Entwurf einer beruhi⸗ theils sonst zu bera⸗ athes zur Beruhigung Diese Kom⸗ Buͤrgermeistern und den Hegetschweiler Zehnder. Sie versam⸗ Abend zur Besprechung uͤber den In⸗ Die Redaction ward nach dieser Be⸗ Regierungsrath Zehnder err Regierungsrath Zehnde Regierungs⸗ hig als Kundmachun iese Kundmachung lautet, n diesen Tagen theils auf amtlichen, Kunde erhalten von dem Zustande u welchen sich ein großer Theil durch die Berufung des Herrn der theologischen Fakultät unserer Hoch⸗ nd, fest vertrauend auf die Ordnungs⸗ Volkes, keinesweges beunruhigt durch diese Gegentheil das Gute für liefert: es ha

erungs Rathe wenn auch

Zuͤrich, 20. Febr. ieder verschiedene amtliche in allen von Aufregung und Rede war, doch hinsichtlich des den lauteten, jedoch uͤberstimmend dar sey, es werden nirgends ungesetzliche Deliberation uͤber das, was zu thun sey, dig. Eine leise Hinweisung auf 3 ward von verschiedenen Seiten mit und Ruͤcktritte aus der Behoͤrde angedeutet, irgend einer Seite erwartet oder gewuͤnscht w Beschlusse beauftragt, lamation zu bearbeiten, Seite des Regierungs⸗R der redlich besorgten Buͤrger gethan we mission ward bestellt aus Regierungsraͤthen Weiß, meite sich noch denselben alt der Proclamation. prechung dem Heute legte nun Kommission seinen Entwurf dem cher ihn genehmigte und k zu erlassen beschloß. D 8 „Mitbürger! theils auf anderen von Bewegung und der Bevölkerung des Dr. Strauß zum Professor an schule versetzt findet. iebe des Züricherischen Erscheinung, wir ehren im 8 sächlichen Beweis da Sinn, den unsere Bäter schon unter uns lebendig erhalten. Bewegung für staatsgefaͤhrlich kraft unserer amt auen eines freien Volkes auf versa alles das Gute, was aus dieser Erhebung m Wohle des Ganze Sollten daher

Kommission, genden Proc then, was von rden koͤnnte. den beiden

uͤbertragen. Namen der Rathe vor, wel⸗

Wir baben i Wegen vielfache Beunruhigung, i Kamtons Zürich

an ihr, daß sie uns be sich der religlöse seit Jahrhunderten bewerkthätigt ha⸗ Wir sind also auch weit eutfernt, zu halten,

einen that

cher uns das Vertr mäßem Wege berufen hat, des religibsen Gefühls zu kann, demselben zuzuwenden. sprechende Wünsche an maerkfamkeit schenken, u gebung entsproch nträge dem großen wir uns auch verpfl der mancherlei Irrt Gemüther oft mit, fühlen uns verpflichtet, rer Stellung diejenigen Zusi en, die wünschb Niemals konnte es in sener vom Erziehungs⸗ tion herbeizufüͤhren, oder E Pesitze des Heiligsten, solchem Wege ren, denn wir wissen zu sem Gebiete nur durch vorbereitet werden können. wissenschaftlich⸗religiöse B. der Religion und P entfernt also, de beusfretheit gewährlei gelisch⸗reformirten Lehrbeg u wollen, waren un estimmung aufrecht Glaubens⸗Freiheit als die Lan Nie haben d heit Berathungen gepflogen und Weise das Vertrau Wir haben ein schoö anctionirten Verfassun eistet, jeder Behörde weist, und sie seyn. Keine Rechte, es immer sey, angeta Ordnung nicht ohne fasungsmäaͤßiger Beh

ewonnen werden r Richtung ent⸗ so werden wir ihnen alle Auf⸗

uns gelangen, Wege der Ge⸗

nd insofern denselben auf dem erden könnte, unsere diesfälligen Berichte und Aber bei allem dem finden uszusprechen hinsichtlich 1 durch welche so viele cht in Unruhe versetzt werden. Wir jene Irrthü berichtigen,

Rathe übermachen. tet, unser Bedauern a mer und Unwahrheiten, oft ohne Abst

und unseren Mittbürgern

herbeizuführen. Mitbürger! unferer Absicht liegen, durch die Bestätigung Rathe beschlossenen Berufung eine Reforma⸗ uch in Eurem religiösen Glauben, im u stören, oder sonst auf . glichen Leben herbetzufüh⸗ wohl, daß zeitgemäße Verbesserungen in die⸗ die verfassungsmäßigen kirchlichen Behörden Rur möglichst vielseitige und gründliche ildung der Jünglinge, welche einst Lehrer in sollen, war dabei unser Zweck. Weit der die Glau⸗

are Beruhigung wieder

Mensch hat,

Aenderungen in unserem kirch

i Artikel 4 unserer Verfassung, stet, und die christliche Religion nach dem evan⸗ riffe als Landes⸗Religion anerkennt, außer d sind wir stets entschlossen, diese u erhalten, und beides, sowohl die es-⸗Kirche nach besten Kräften zu

die bis jetzt über jene Angelegen⸗ Beschlüsse gefaßt haben, auf solche 6 mißbrauchen wollen. nes Vaterland! Wir leben unter einer von g, welche jedem Bürger ihren Wirkungskreis un darin schützt. keine Befugnisse,

Acht lassen Verfassungs

ie Behörden,

en des Volke Mitbürger! leiche Rechte gewähr⸗

ihre Befugnisse an⸗ Diese Verfassung muß uns vdenftd an⸗ die sie gewährt, dürfen, gegen wen et werden. Fretheit kann nicht bestehen ohne Ordnung, und vor den Beschlüssen ver⸗

Achtung vor dem Gesetze, uern Siun für Ordnung,

örden. Wir vertrauen auf E

auf Eure Achtuug vor Verfassung und Gesetz, und erwarteu daher, daß Ihr keine Begehren an Eure Regierung richten werdet, welchen sie, vermöge ihrer Stellung, nicht zu entsprechen im Stande wäre. Sorget selbst, daß alles unreine Treiben sich fern von Euern edleren Bestrebungen halte, und daß der hehre Name der christlichen Reli⸗ gion nicht zu Erreichung von Zwecken mißbraucht werde, die nicht aus christlichen Gefühlen hervorgehen. Wir, an unserem Orte, wer⸗ den die Pflicht, über Aufrechthaltung der Ordnung zu wachen, nicht aus dem Auge verlieren. Die Statthalter, die Gemeindammänner und die Gemeinderäthe werden demnach von uns zu pflichtmäßiger Wachsamkeit ermahnt, und beauftragt, auch ihrerseits mit Kraft und Umsicht auf Erhaltung der Ruhe und Ordnung hinzuwirken. Ihr aber, werthe Mitbürger, ehrt Euch selbst durch ein Benehmen, wie es einem freien Volke ziemt!“

Diese Bekanntmachung soll Sonntags den 24. Februar nach

beendigtem Morgen⸗Gottesdienst durch die Pfarrer verlesen,

ins Amtsblatt eingeruͤckt, besonders abgedruckt und saͤmmtlichen

Haushaltungen im Kanton ausgetheilt werden. .

Spanien. Madrid, 15. Febr. Es wird jetzt versichert, die Koͤnigin habe den Entschluß, die Cortes auf unbestimmte Zeit zu proro⸗ giren, in Folge einer Note gefaßt, die dem Conseils⸗Praͤsiden⸗ ten von dem Botschafter einer der Großmaͤchte uͤbersandt wor⸗ den sey, und worin die Koͤnigin aufgefordert werde, ihre Ein⸗ willigung zu Unterhandlungen uͤber ein Arrangement der dy⸗ nastischen Differenzen zu geben. Die Koͤnigin habe es nun fuͤr passend gehalten, die Session sofort zu schließen, um eine solche Unterhandlung fuͤhren zu koͤnnen, ohne durch eine Oppo⸗ sition der Kammern dabei gestoͤrt zu werden. Vier der oberen Post⸗Beamten sind hier ploͤtzlich entlassen

worden. Man glaubt, die Regierung wolle ein „schwarzes

Kabinet“ errichten, und jene Beamten haͤtten sich dem widersetzt. Die Hof⸗Zeitung zeigt heute an, daß sie aufgehoͤrt habe, Privat⸗Eigenthum zu seyn, und daß sie von jetzt an ganz unter der Leitung und Verantwortlichkeit der Regierung erscheine. Einige Deputirte der Majorität haben eine Anzahl Depu⸗ tirte der Minoritaͤt aufgefordert, mit ihnen gemeinsam gegen

die Erhebung der Abgaben ohne Genehmigung von Seiten der Cortes zu protestiren. Etwa 50 Deputirte der Minoritaͤt haben

diese Aufforderung abgelehnt. Die Deputirten von Catalonien, Valencia und Majorca werden morgen die Hauptstadt verlassen.

Barcelona, 12. Febr. So eben ist das dreimastige Eng⸗ lische Schiff „Gulnare“ hier eingebracht worden, das von den Kreuzern der Koͤnigin genommen wurde, als es im Begriff war, seine aus 8000 Flinten bestehende und fuͤr Cabrera be⸗ stimmte Ladung bei Alfagues an der Kuͤste von Valencia an's Land zu schaffen.

Spanische Graͤnze. Die Sentinelle des Pyrée⸗ nées enthaͤlt nachstehendes Schreiben aus Behobia vom 17. Februar um 6 Uhr Abends: „Die großen hoͤlzernen Schoppen und andere Baracken, welche Musäagorri mit großen Kosten in

seinem Lager errichten ließ, stehen in diesem Augenblick in Flammen oder richtiger, sie existiren nicht mehr. Die noch uͤbrigen Truppen, etwa 3000 Mann, legten selbst das Feuer an, weil sie den ihnen auf heute versprochenen Sold nicht er⸗ 12. Muhagorri selbst befindet sich in einem Hause auf

ranzoͤsischem Gebiete.“ Mexike.

Veracruz, 5. Jan. (N. Hamb. Ztg.) Von den vier tapfersten Generalen der centralistischen Partei, Cos, Canalizo, Piedras und Hernandez, ruͤckte jeder mit seinem Armee⸗Corps auf Tampico, sie machten aber mit ihren vereinigten Streit⸗ kraͤften von 1300 Mann einen so ungluͤcklichen Angriff auf die Stadt, daß sie die Haͤlfte ihrer Mannschaft verloren und der

Rest auseinandergesprengt wurde. In Folge dieser Nieder⸗ lage traten einige Personen aus dem Ministerium in Mexiko, und andere, welche dem Foͤderativsystem zugethan sind, nahmen deren Stelle ein. Aber nur kurze Zeit bekleideten sie diese Functionen, Bustamente folgte abermals den Anforderungen der Centralisationspartei und entließ die neuen Minister. ie Regierung besindet sich wirklich in einer sehr uͤblen Lage. Gene⸗ ral Urrea’'s Aufstand wird durch Admiral Baudin’'s Erlaubniß des freien Handels offenbar beguͤnstigt und seine Partei durch den juͤngst von New⸗Hrleans eingetroffenen schlauen und tapferen General Mejia verstaͤrkt. Der maͤchtige General Cortazar regiert gewißermaßen unabhaͤngig im Staate Guanajato, und zwar nach den Gebraͤuchen der Foͤderation, und kuͤmmert sich wenig um die neue Central⸗Verfassung. In Zacatecas wuͤnscht man die

alte Ordnung der Dinge, bei welcher jener Staat sich so 89

befand, wieder hergestellt zu sehen und sympathisirt mit den F

deralisten in Tampico. urch die hohen Preise des Quecksil⸗ bers hat der Minen⸗Betrieb, folglich auch der Wohlstand im Allgemeinen, gelitten. Es giebt daher viele Unzufriedene, und die Regierung duͤrfte durch Beitreibung direkter Steuern sehr unangenehme Auftritte veranlassen; aber nur auf diese Weise, oder indem sie der Geistlichkeit Einiges von ihren Reichthuͤmern entzieht, kann sie sich Geldmittel verschaffen. Den Ueberfall, welchen die Franzosen mit beinahe lauter Matrosen auf diese

Stadt machten, werden Franzoͤsische Zeitungen gewiß ausfuͤhr⸗

lich berichtet haben. Es ist Thatsache, daß Santana den Waf⸗ fenstillstand zuerst brach, indem er die Thore schließen und zwei Franzoͤsische Offiziere, worunter et den Prinzen von Joinville

glaubte, gefangen nehmen ließ; in Folge von Unterhandlungen gab er sie wieder frei. Baudin hat keinen Brief an Santana hehs ecen worin er um Fortdauer des Waffenstillstandes er⸗ Eucht; dann wuͤrde der argwoͤhnische Santana nicht im Bette, sondern an der Spitze seiner Leute angetroffen wor⸗ den seyn. Die Franzoͤsischen Matrosen haben die Flagge vom Gebaͤude des Hamburgischen Konsulats abgerissen. Der Kon⸗ sul war abwesend. Wegen befuͤrchteter Annaͤherung eines Nord⸗ sturms schifften sie sich ein, und als General Gantana den letzten Haufen derselben, ungefaͤhr 30 bis 50 Matrosen, in dem Augenblicke, als sie das Land verlassen wollten, mit dem Basonette angreifen ließ, wurde er durch eine Merxikanische Kanone, welche mit Kartaͤtschen geladen und im letzten Mo⸗ ment von den Franzosen abgefeuert ward, schwer verwundet; viele Offiziere und Leute sielen auf seiner Seite. Unter dem Schutze von zwei Kanonenboͤten beendigten die Franzosen ihre Einschiffung. Admiral Baudin soll kaltbluͤtig seine Befehle ertheilt haben und der Leßzte am Lande gewesen seyn. Spaͤter begann die Franzoͤsische Escadre ein heftiges Feuer auf die Kaserne und General Santana verließ die Stadt. Vera⸗ cruz ist jetzt nur von einigen Hundert Menschen bewohnt; ungefaͤhr 100 Merikanische oldaten streifen durch diesen Platz und dessen Umgegend, um den Franzosen jede Zufuhr von fri⸗ schen Lebensmitteln abzuschneiden, aber sie duͤrfen sich nicht

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den Festungswerken zeigen, denn alsobald fallen Kanonen . auf sie, von den Franzoͤsischen Kriegsschiffen im —ö seuert. Vor einigen Tagen langte die Englische Escadre, aus 12 meistens großen Kriegsschiffen bestehend, hier an; der Eng⸗ lische Gesandte, Herr Pakenham wird bald nach der Hauptstadt abgehen, so sagt man hier. Jetzt ist die Zeit gekommen, wo⸗ die Briten ihre zahlreichen Forderungen zur Sprache bringen werden, Pakenham wird, so sehr er auch die Mexikaner liebt, endlich eine seiner Nation wuͤrdige Sprache fuͤhren muͤssen. Die Englaͤnder dringen darauf, daß sie nicht ferner zu den ge⸗ zwungenen Anleihen beitragen,“daß die Mexikaner nicht mehr auf ihre Weise den Traktat erklaͤren; uͤber diesen wichtigen Punkt lautet der Englische Text etwas verschieden von dem Spanischen. Es geht in Mexiko das Geruͤcht, daß Bustamente dem General Urrea in Tampico vorgeschlagen habe, waͤhrend des Krieges mit Frankreich einen Waffenstillstand zu halten; dieses wuͤrde eine sehr wichtige Thatsache seyn, dann koͤnnten die Hunderttausende von Dollars, welche fuͤr Englische und fremde Rechnung in Zacatecas liegen, ungestoͤrt ausgefuͤhrt wer⸗ den; es wuͤrde vielleicht die Einleitung zum sehnlichst erwarteten Frieden seyn. Ungeachtet General Santana ein Bein durch Amputation verlor, so soll er doch noch viele Lust haben, eine große Rolle in diesem Lande zu spielen; indem er Bustamente und dessen Partei zum Widerstande gegen Frankreich aufmuntert, vermehrt sich sein Einfluß, waͤhrend die Kraft der Regierung wegen Mangel an Geld und durch die Revolution der Foͤdera⸗ listen immer mehr gelaͤhmt wird; auch soll Santana, der soge⸗ nannte Gouverneur dieser Stadt, welcher aber außerhalb der⸗ selben residirt, gegen den Englischen Gesandten Herrn Paken⸗ 88 der ihm einen Besuch machte, sich sehr stark gegen die

ranzosen ausgesprochen haben. Man sagt hier, daß Admizal Baudin auf ein an den Praͤsidenten Bustamente gerichtetes Privatschreiben nicht die gewuͤnschte Antwort erhalten habe; den Mexikanern gefäͤllt es nicht, daß Baudin in einer Person als Admiral den Krieg und zugleich als Diplomat den Frieden reproͤsentirt, und sie moͤgen nicht gern mit ihm unterhandeln. Die Franzosen gestatten jetzt, daß andelsschiffe bei Sacrisicios oder Antonio Lizardo, wo etwa 2 Englische und Franzoͤsische Kriegsschiffe liegen, vor Anker gehen; es ist schon eine bedeu⸗ tende Anzahl derselben versammelt, welche auf Erlaubniß zur Löͤschung warten. Der Hafen dieser Stadt ist schon so voll, daß die Franzosen keine chiffe mehr zulassen. Wohl niemals lagen so viele Kriegs⸗ und Handelsschiffe in der Näͤhe dieser Stadt als jetzt, und man schaͤtzt die angekommene und noch er⸗ wartete Zufuhr von Leinen so groß, daß das ganze Land auf %½¼ Jahr damit versorgt werden koͤnnte. Man wuͤnscht hier sehnlichst, daß es Pakenham gelingen möge, bei den exika⸗ nern auszuwirken, daß diese Stadt vorlaͤufig ein neutraler Han⸗ delsplatz wuͤrde.

Inland. b1.““

Berlin, 28. Febr. Nach dem Monatsblatte fuͤr die Armen⸗Verwaltung zu Berlin hat im Jahre 1838 die Zahl der Almosen⸗Empfaͤnger 4927 betragen und gegen 1837 um 242 zugenommen, was die Armen⸗Kommission in die Noth⸗ wendigkeit versetzt, bei der Aufnahme neuer Almosen⸗Empfaͤn⸗ er mit moͤglichster Zuruͤckhaltung zu verfahren. Waisen⸗Kost⸗

inder sind 820 gewesen und 23 mehr als im vorhergehenden

Jahre. An Vermaͤchtnissen sind dem Armen⸗Fonds im Jahre 1838 zugefallen 2319 Rthlr. 25 Sgr. grienwerder, 22. Febr. 8 dem Institute der barm⸗ herzigen Schwestern zu Kulm sind im verflossenen Jahre uͤber⸗ haupt 290 Kranke verpflegt worden, von diesen sind 235 als eheilt entlassen, 24 gestorben und 31 am Jahresschlusse in der Pfiege des Instituts verblieben.

Breslau, 26. Febr. Die Schlesische Chronik enthäͤlt heute die Nachricht, daß auch der toͤdtlich verwundete Revier⸗ saͤger Christ nach 3 Tagen gestorben ist. (S. die St. Ztg. vom gestrigen Tage.) G“

Dauer der Eisenbahn⸗Fahrten am 27. Februar. Abgang Zeitdauer Abgang Zeitdauer

von um Uhr e.. M.] yvon um Uhr St.

38 Potsdam 4 *„

erlin 9 38 Berlin 6 Abds.

Potsdam 12 Mtg.

Pffese 7 8e— -— ] 42 Berlin [1 Nm.

FE1““ B 0 2 1 1 -— e 2 8 5 * Den 28. Februar 1839.

fmttiecher Fondz- und Heid-Courr -Zateel.

r. Cour. 2 r. Cour. Geld. 1] HBrief.

101 ¾¼ [Ppomm. Pfandbr. 101 ½ 70 Kur.-n. Neum. d0. 27% 102 ¼ 102 ¼ 101 ¾ [Soehleeische do. 4 101 ¾¼ Rbekzt. C. und Z. 100 ¼ 2⁄¼ Scb. d. K. u. N. 95 ½ 103 102 1⅞ [Geld al mareo 215 ¾ Nese Ducaten ledriebad'or 13 ⁄1 48 And. Goldmün- 1001 1⁄1 100 /12 sen àh 5 Thl. 12 ½ 105 ¾ Disconto 3 r. Voar.

We Thlr. au 30 Sxxr. chr47- Cour? 1

[Kurz 120 ¼ 140 2 Me. 139 l Kurz 150 ¾ 2 Mt. 8 Me. 2 Mt.

Fie . 10 Xr. .. 8 2 Mt. Augsbutrg EIE11“*“ 2 Ma.

Breslau .. 2 Mt. 8 Tage 2 Mt.

2 Woch.

St.-Scbuld-Sech. Pr. Engl. Obl. 20. Primeh. d. Seeb- Kurm.Obl. m. 1. C. Nm. Int. Sch. doSchuldversehr. Berl. Stadt-Obl. Königsb. do. Elbinger do. Danz. do. in Th. Werztpr. Pfandbr. Grofab. Pov. do.

VSVöv2öen2ö=gIt.

A us wärtig e Börse n. Amsterdam, 23. Februar. Niederl. wirkl. Schuld 55. 5 % do. 101. Kanz-Bill. 27 5 % Span. 17 ½. Passive —. Ausg. Sch. Preuss. Präm.-Sch. Poln. —. Oesterr. Met. 103 ½¼. Antwerpen, 22. Februar. Zinal. 5 ½. Neue Anl. 17 ⅛¼ G. Frankfurt a. M., 2. Februar. Oesterr. 5 % Met. 106 G. 14 % 100 ¼ G. 21 b0 50 ¼ G.