1839 / 80 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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wuf zur Vereinfachurg des Muͤnz⸗Systems mit 15 Stimmen angenommen. In Amsterdam ist gestern der Prefessor N. G. van Kam⸗ pen, einer der geachtetsten Niederlaͤndischen Gelehrten und hi⸗ stocischen Schrisisteller, mit Tode abgegangen. 5 Amsterdam, 16. März. Der Umsatz in Holländischen Staats⸗Papieren während dieser Woche kann nur mittelmänig genannt verden; einige Tage zeichueten sich selbst darch gänzliche Gesch fieto⸗ sigkeit aus; diese Träsheit wird verursacht durch die Verhandlungen in der Belgischen Kammer, wo allerlei Verzögerungen eines e“ Beschluaͤffes vorsätziich benutzt zu werden scheiuen, was deu Spekulan⸗ ren doch einige Besorgniß einsüößt, obgleich die Meinung, daß Bel⸗ gaiema von der neuen Mmister⸗Comb nation in Paris einen Vortheil chwerlich hahen werde, noch die allgemeinste ist. Hierzu kam nun noch se sich vermehrende Knappheit am Geldmarkte, welche die Direciton der Riederländischen Bank veranlaßte, den Zins⸗Cours von Leibge⸗ schiften neuerdings zu erböhen, was immer einen wesentlichen Einsluß auf den Fonds⸗Handel hat. Integrale schwankten zwtschen 542 1.ℳ und 5%˖ „Et, blieben aber genern siau auf dass. Der gegen Mo⸗ nusmitte abgebaltene Abrechnungs⸗Termin hat in Lctien der Han⸗ dels⸗Gesellschaft cinige Lebbafrigkeit herbeigefübrt; durch Beifügung d2s Prolongations Courses für nächsten Riscontro, und den überaus aünstigen Adblauf der dieser Tage een. Kaffee⸗Auctionen bat sich der Cours der Actien von 175 G Auf 177 ¾ „Ct. gestellt, doch vallten sie die gestrige Flaubeit ebenfalg, indem zu 177 vEt, ab⸗ gelassen wurde. Für Spanische Schuld Dokumente zeizte sich bei der Preis⸗Verbesserung an den Belgischen Märkten hier einige Aufmerk⸗ samteit: Ardoin⸗ Obligationen erreichten dadu ch 18 ½ vEr, wichen in⸗ deß gestern auf 17 ⁄1 6 Ct; Couvons gingen von 13 auf 123 4 pSt.

Von allen übrigen Fonds ist nichts Erbeb iches zu me den. Die D reeclion der Haarlemer Eisenbahn beadsichtlat, am 27sten d. auf

Sud cripiion eine Anleibe von circa 350,000 Fl. zur Fortsetzung der Acbeite’n zu machen, welch: aus den E nkünften wieder abgelöst wer⸗ den soll, ohne jedoch Antheil an Dioldenden zu haben. In Aciien diee ser Bahn fällt beinahe nichts vor, ein einzeiner Posten wunde diese Woche zu 95 ¾ vCt. abgelassen; Rheinische Eisenbahn Actien wurden nehr ausgeboten und sielen desbalb von 102 ⅛¼ auf 101 ¾¼ pCt. Der Zins⸗Cours stellte sich aus vorerwähnten Gründen für gewöhnliche F ib eschäfte auf à ½ pCt, für Prolongationen auf 5/½ à 6 vCt. Disconto 3 ½ vCt.

Am Eetraidemarkt blicb es träge, weil sich nur Verbraucher ein⸗ fanden, das Rothwendige einzukaufen; diese zablten fär 129 pf ind. weißen Polnischen Weizen 430 Fl., 126, 127 pfünd. weirbunten dito 395405 Fl., 132pfünd. Rostocker 400 Fl, 125pfünd Wismar 350 Fl. Von altem Roggen waren einige Versteigerungen, wobei man unier dem letzten Preise abl eß; aus freier Hand zahlte man für 120fünd. neuen Preußischen Roggen 225 Fl., 116 pfünd. Odessa 195 Fl., für 118pfänd. St. Petersburger 2 7 Ft, eine Partse neuer inländischer wourde billiger und zwar auf 115 pfünd. zju 186 Fl. b geben. Die

zfer⸗Preise zum Verbrauch erbtelten sich; 85.86 bfünd. feiner auf 104 Fl., 87 80 pfünd. neuer dicker Hafer auf 101. 104 Fl.

Belgien.

Bruͤssel, 15. Maͤrz. In der heutigen Sätzung der Re⸗ praͤsentanten⸗Kammer machte Graf Felix von Merode die Mo⸗ tion, daß die gesammte Kammer der Revpraͤsentanten der Leichen⸗ feier des verstoͤrbenen Herrn Beckaert beiwohnen moͤge; diese

Motion wurde angenommen, die naheren Anordnungen indessen

ausgesetzt, um der Familie des Verstorbenen hierin nicht vor⸗ zugreifen.

worin sich die Kammern versammeln, liege, wurde nicht geneh⸗ migt; ein Freund des Herrn Beckaert bemerkte, der Verstorbene selbst wuͤrde hiergegen, wenn er koͤnnte, protestiren, da ihm das Gefuͤhl der Pflicht fuͤrs Vaterland hoͤher wie jedes andere gestan⸗ den, und in diesem Augenblicke jede Zoͤgerung nur nachtheilig

seyn koͤnne. Fuͤr den Vertrag sprachen heute die Herren Des⸗ maizieres und der Koͤntgliche Keommissar bei der Londoner

Konferenz, Herr Fallon, Letzterer ein Paar Stunden lang, um Auftlaͤrungen uͤber die Unterhandlungen zu geben, welche die Festsetzung der Schuld herbeifuͤhrten. Gegen den Vertrag sprachen der ehemalige Justiz⸗Minister Herr Ernst, der indes⸗ sen niches von besonderer Bedeutung vorbrachte, und sein Wi⸗ derstands⸗System nur unbefriedigend zu formuliren wußte, und Herr Dubus, von Tournay, der eine der merkwuͤrdigsten Re⸗ en der Opposition hielt. Allem Anscheine nach, wird die Ge⸗

neral⸗Diskusston morgen geschlossen werden.

8 Im Feehan Moniteur Belge liest man unter den ver⸗ mischten Nachrichten: „Die beruͤhmte Muͤhle von Sans⸗Souci, von der bereits so oft die Rede war, ist nun endlich total nie⸗

dergerissen.“ Diese Nachricht muß natuͤrlich beim ersten An⸗ blicke sehr auffallen, da die „beruͤhmte Muͤhle von Sans⸗ Souci“ allerdings historisch geworden und uͤberall bekannt ist, wo der Name des großen Friedrich's genannt wird; bei naͤherer Veegleichung finden wir jedoch, daß der „Moniteur Belge“ eine Maͤhle meint, die vor dem „Anderlechter Thore in Bruͤssel steht und bisher die Vollendung einer Promenade verhindert hat. Diese Muͤhle fuͤhrte auch den Namen „Muͤhle von Sans⸗ Souci“, doch haͤtten ihr die Belgischen Blaͤtter billigerweise

as Epitheton „beruͤhmt“ nicht beilegen sollen. Ein Artikel in der Emancipation sagt, daß die Hollaͤn⸗ dische Armee, weit entfernt, reduzirt zu werden, vielmehr fort⸗ waͤhrend von allen Seiten Verstärkung erhalte; aus dem In⸗ nern sind noch immer mehrere Bataillone auf dem Wege, um sich mit den an der Graͤnze stehenden zu vereinigen. Aber auch die Belgier setzen, nach Berichten aus Loͤwen, ihre krie⸗ gerischen Ruͤstungen fort und auch dort waren neuerdinas wie⸗ der eine Menge einberufener Beurlaubter eingetroffen. In den Flandrischen Städten wird mit Sammlung von Unterschriften faͤr und wider die Annahme des Traktates fortgefahren. Es macht hier Aussehen, daß der Pariser „Constitutionnel“,

den man fuͤr das Organ des Herrn Thiers haͤlt, sich in seinen

letzten Blaͤttern so entschieden dafuͤr ausspricht, daß in der Bel⸗ gischen Frage nichts veraͤndert werden koͤnne.

Die Leiche des Herrn Beckaert liegt in einem der Saͤle,

wo sich die Sectionen versammeln; sie wird dort bis zum Lei⸗

chenbegängnisse bleiben.

Der Fana! widerspricht der vom Belge gegebenen Nach⸗ richt, daß die Studsrenden der hiesigen freien Universität die Absicht gehabt, eine Bittschrift gegen die Gebiets Abtretung zu unterzeichnen. Naruͤrlich ist denn auch der andere vom Belge hinzuaefuͤgte Umstand, wonach die Stadt jenen Studirenden

ihre Stipendia entziehen wolle, ungegruͤndet.

Bruͤssel, 15. Marz. (Koöͤln. Zrg.) Es gewaͤhrt ein richtiges

Bild des hiesigen Zustandee, wenn man sieht, wie selbst der ploͤtzliche

Tod des Herrn Beckaert, den gestern in der Kammer der Schlag geruͤhrt, dem Parteigeiste zur Nahrung dient. Herr

Beckaert, von Courtray, ein Mann tief in den sechszigen, mar ursp uͤnglich für den Widerstand. Man redete ihm indessen von mehreren Seiten zu, seine Gesinnung zu aͤndern und fuͤr die des Traktats zu sprechen; man stellte ihm dieses

als eine Gewissens sache vor. Er gerieth nun in einen innern

Kampf, wäͤhrend dessen er von beiden Seiten bearbeitet, man

kann sagen, bestuͤrmt wurde. Seine Vaterstadt schickte ihm

34 gegen

Der Antrag eines Mitgliedes der Opposition, die Sitzungen zu vertagen, so lange die Leiche in dem Gebaͤude,

.“ “; 1en . eine Petition gegen den Traktat, die er der Kammer uͤber⸗ reichen mußte. Er vernahm von doriher, wie sehr man seine Sinnesaͤnderung tadle; andere dagegen schrieben ihm im ent⸗ gegengesetzten Sinne. So⸗gelangte er zur gestrigen Sitzung, ent⸗ schlossen, fuͤr die Annahme zu sprechen, doch innnerlich aufgeregt und vielleicht beängstigt. Bei seinem Alter und seiner Constitation kann das zur Beschleunigung des ungluͤcklichen Schlages beigetra⸗ gen haben. Es wurde allgemein gesagt, einem seiner Kollegen sey dabei das Wort entfallen, das sey eine Strafe Gottes; doch scheint dieses eine Uebertreibung. Gewiß ist, daß Maͤnner bei⸗ der Parteien weinend um seine Leiche standen. Im Puberkum aber dauert der Streit daruͤber fort, welcher Partei die Schuld von der Gemuͤths⸗Unruhe, worin der Verstorbene seine letzten Tage zugebracht, beizumessen sey. Ueberhaupt werden die Ge⸗ muͤther nur mehr aufgeregt, je länger die Debatten dauern, man sehnt sich daher allgemein nach dem Ende. Was fuͤr oder wider gesagt werden konnte, ist gesagt; auch die Minister haben alle Gelegenheit gehabt, sich uͤber das System der Regierung auszusprechen. Aus Allem geht hervor, daß selbst die eifrigsten Verfechter des Traktats ihn als eine bittere Nothwendigkeit ansehen, der man sich unterwerfen muͤsse, um groͤßeres Un⸗ gluͤck zu vermeiden; daß die Gegner des Traktats, wenn vom Widerstande die Rede ist, nicht anzugeben vermöͤgen, auf welche Weise derseibe zu besseren Bedingungen fuͤhren koͤnne; und daß die Regierung die Ueberzeuaung erlangt, daß auf dem Wege der Unterhandlungen nichts mehr zu erreichen sey. Das Beispiel E ist ein großes Araument zu Gun⸗ sten der Annahme. as hat es dem Koͤnige Wilhelm bei sei⸗ nen Familien⸗Verbindungen und bei der Unterstuͤtzung, welche die öͤstlichen Hoͤfe ihm gewiß gern gegen die Revolution ge⸗ waͤhrt haͤtten, genutzt, so lange zu wider streben? Er mußte jett nachgeben, und sogar, nachdem er sein Land erschoͤpft, mit un⸗ guͤnstigeren Bedingungen vorlieb nehmen, als ihm fruͤher ange⸗ boten worden. Will Belgien sich nicht tollkuͤhn in den Krieg stuͤrzen, so muͤßte es sich weniastens auf dasselbe Loos wie Holland ge⸗ faßt machen. Indessen denkt das Volk wenig nach, sondern behandelt das Ganze mehr als Sache des Gefuͤhls, daher auch der Unwille sehr groß ist. Die allgemeine Diskussion wird wahrscheinlich morgen geschlossen werden, und da das vorge⸗ schlagene Gesetz nur einen einzigen Artikel hat, so kann hier⸗ naͤchst uͤber die Fassung desselben nicht lange zu diskutiren seyn; man wird dann aber auch an das Amendement des Herrn Pee⸗ ters gehen muͤssen, und uͤberhaupt noch einigen Einwuͤrfen der

einige Tage gedulden.

Deutschland.

Müuͤnchen, 16. Maͤrz. Se. Kaiserl. Hoheit der Groß⸗ fuͤrst Thronfolger von Rußland ist heute Abends 5 Uhr hier eingetroffen und im Palais Ihrer Koͤnigl. Hoheit der Frau Herzogin von Leuchtenberg abgestiegen.

Dresden, 20. Maͤrz. Brieflichen Nachrichten aus Wei⸗ mar zufolge, findet man das Benehmen des Bischofs von Fulda, Jo⸗ hann Leonhard, insofern hoͤchst auffallend, weil derselbe seine Anklage Roͤhr’s wegen dessen Reformations⸗Predigt, besonders in Bezug auf die starken Ausdruͤcke derselben, als eine geheime Kabinetsschrift an Se. Koͤnigl. Heheit den Großherzog gerich⸗

'

tet, in der Wuͤrzburger Zeirung habe veroffentlichen lassen, aus welcher solche in alle uͤbrigen Zeitungen Deutschlands uͤberge⸗ angen sey. Eine Unwahrheit sey es, daß das Großherzogliche Sraate⸗Ministertum Roͤhr's Entschuldigungsgruͤnde unzureichend verworfen, und ihm unter Bedrohung mit einer Suepension mehr Maͤßigung empfohlen habe, wie in Nr. 75 der Augsbur⸗ er Allgemeinen Zeitung steht. Daß Roͤhr, unser Waͤchter am hore der Refermation, dazu nicht stellschweigen werde, sey vorauszusehen. Vermuthlich werde er nun seine Beantwortung der Klagschrift des Bischofs Leonhard, das Kraͤftigste und Staͤrkste uͤber den ultramontanen Papismus, besonders in geschichtlicher Hinsicht, ebenfalls durch den Druck veroͤffentlichen. Die An⸗ klage des Bischofs enthalte uͤbrigens nichts anderes, als ein⸗ zelne aus dem Zusammenhange der Predigt herausgerissene Saͤtze, gegen welche dieselbe habe begruͤndet werden sollen.

Sruitgart, 17. Maͤrz. In der 19ten Sitzung der Kam⸗ mer der Abgeordneten erklaͤrte der Praͤsident, daß keine Gegen⸗ staͤnde mehr zur Berathung vorliegen, es muͤsse daher den ver⸗ schiedenen Kommissionen, namentlich der Finanz⸗Kommission, Zeit zum Arbeiten gelassen werden. Er proponirt, die Sitzun⸗ gen drei Wochen lang auszusetzen, womit sich auch die Kammer einverstanden erklaͤrt.

Karlsruhe, 16. Maͤrz. Das Großherzogliche Staats⸗ und Regierungs⸗Blatt enthaͤlt nachstehende Verordnung: „Leopolo, von Gottes Gnaden, Großherzog von Baden, Her⸗ zog von Zaͤhringen. Wir haben beschlossen, Unsere getreuen Staͤnde auf den üten kuͤnftigen Monats um Uns zu vexsam⸗ meln. Wir laden daher soͤmmtliche Mitglieder der beiden Kam⸗ mern ein, sich an gedachtem Tage dahier einzufinden, die ge⸗ waͤhlten Abgeordneten der ersten Kammer und die Abgeordne⸗ ten der zweiten Kammer, welche im Staatsdienste stehen, nach⸗

dem sie vorerst den erforderlichen Urlaub bei der ihnen vorge⸗

setzten Stelle nachgesucht und von Uns erhalten haben werden. Die Dauer der Sitzung bestimmen Wir auf drei Monate. Gegeben zu Karlsruhe in Unserem Staats⸗Ministerium, den 14. Maͤrz 1839. Leopold.“ Weimar, 19. März. In heutiger Nacht hat man V einen Baͤckergesellen aus Oberreissen bei Buttstedt geschlossen 1 hier eingebracht, bei welchem man alle Medaillen wieder fand, welche dem im vorigen Herbste in Leipzig ermordeten Baͤcker V Wieske gestohlen worden waren. Man erzählt, daß der Baͤcker⸗ geselle, welcher das Jahr vorher bei Wieske in Arbeit gestan⸗ den, im vorigen Herbst, wahrend dreier Kirmes⸗Tage, die That vollbracht habe, weil er an denselben in Oberreissen nicht anwe⸗ send gewesen sey. Ungewoͤhnliche Ausgaben verdaͤchtigten ihn und bewirkten seine Festnehmung. In voriger Woche hatten wir hier einen großen Genuß. Es war der Violinist Prume aus Luͤttich, welcher sich im Thea⸗ ter hoͤren ließ und durch seine ungewoͤhnliche Kunstfertigkeit alle Zuhoͤrer so entzuͤckte und uͤberraschte, daß man hier noch nie erhoͤrt ihn mit einem wahrhaft uͤberstrümenden Gefuͤhle vorrief. Es ist nur Eine Stimme uͤber ihn, naͤmlich, daß er hoͤher steht als Paganini.

Oesterreich.

Wien, 14. Maͤrz. Von den Kaiserl. Königl. Kon⸗ sulaten an der Moldau und Wallachei laufen sehr guͤnstige Berichte uͤber die gegenwartigen Quarantaine⸗ Anstalten dieser Farstenthuͤmer ein, welche bekanntiich erst 2 Jahre bestehen. Der Kontumaz Direkror r. Minas aus Semlin besindet sich schon längere Zeit in Konstantinopel. um, der Aufforderung ber Tuͤrk schen Regierung zufoige, dem Conseil beizuwohnen, wel⸗ ches zur Regulirung des Tuͤrkischen Danitaͤtswesens thaͤtig ist⸗

Oppositton zu begeanen haben. Wir muͤssen uns daher noch; Sarzana die Prinzessin Charlotte Vonaparte,

n EFFnlsan do.

Auch der General⸗Stabs⸗Arzt und Fuͤrstl. Leib⸗Medikus Dr. von Meyer aus Buchacest ist zu dieser Berathung gezogen worden. Aus Bucharest und Jassy laufen sehr traurige Nachrichten uͤber den Zustand junger Aerzte und Wundärzte ein, welche in Hoffnungen von Anstellungen dorthin stroͤmten und sich nun bitter getaͤuscht sehen. Die Menge von Charla⸗ tans und Nreeeeen, die Hinterlist und Intriguen von man⸗ chen dort schon lange einheimischen Aerzten machen des frem⸗ den Arztes Fortkommen dort sehr schwierig.

Schweiz.

Zuͤrich, 14. Marz. Der Regierungs⸗Rath hat in seiner heutigen Sitzung, die von Morgens 8 bis Nachmittags 4 Uhr dauerte, mit 13 Stimmen gegen 5 beschlossen: Strauß solle nicht kommen. Wahrscheinlich wird nun Sulzer, unser Financier, im großen Rath darauf antragen, den 30 ahrigen ruͤstigen Strauß zu pensioniren. Dessenungeachtet duͤrste die Großraths⸗Sitzung noch immer stuͤrmisch genug ablaufen, denn es ist zu bezweifeln, daß das Gewitter, das sich uͤber dessen Haͤuptern zusammenge⸗ zogen, auf diese zahme Weise beschworen werde, und es wird

wohl versucht werden, den uͤber die Verfassung errungenen Sieg

noch auf andere Weise zu benutzen. 1 4 Gefahr, in welcher die Zäricher Hochschule schwebt,

bewog die Studirenden, in einer sehr zahlceichen Versammlung eine Adresse an den großen Rath zu beschließen, in der sie aus⸗ sprechen:

1) Die ungetheilte Ueberzeugung aller Studirenden, von der hohen Wichtigkeit der Erhaltung der Hock schule. 2) Daß diese aber ohne unbedingte Lehrfeerheit nicht bestehen koͤnne, und daß die Siudirenden, nur mit dieser, und zwar am lieb⸗ sten, wie der letzte Beschluß des hiesigen Erziehungsrathes sie wahren zu muͤssen glaubt, den Bestand der Hochschule wuͤn⸗ schenswereh finden. b Luzern, 12. Mäaͤrz. (Schw. BI) Allaemeines Aufsehen und gerechten Unwillen ecregt hier das poffentliche Feilbieten eines gedruckten sogenannten „Kreisschreibens Sr. Heiligkeit Gregor's XVI. an die Buͤ ger des Kantons Z rich Havein die Protestanten desselben aufgefordert werden, in den Schooß der christlich katholischen Kirche zuruͤckzukehren. Das flsche Paͤpstliche Aktenstuͤck wird in Zuͤrich stark verbreitet und voem Republhikaner und Eidgeossen dem Volke angepriesen. Italien. bafk. Florenz, 6. Maͤrz. (2. A. 3.) Am 2. März starb zu 4 f W oseph's, des ehemaligen Koͤnigs von Spanien. Im Jahre 899 „See d seis 1831 Wurtwe des Prinzen Napoleon, aͤltesten Sohnes des vormaligen Koͤnigs von Holland, lebte sie in Florenz bei ihrer kranken Mutter, der Graͤfin von Survil⸗ liers. Aus Rom zuruͤcktehrend, war sie auf der Reise nach Genua begriffen, als sie schwer erkrankte und in dem Graͤnz⸗ Sraͤdichen Sarzana in ein anderes Leben uͤberging. Diese ganz unerwartete Trauerbotschaft hat hier die allgemeinste Thec⸗ nahme erregt, denn ihrer vortrefflichen Eigenschaften wegen war die Verstoryene von Allen, die sie kannten, geehrt und geliebt. Pisa, 7. Maͤrz. Eine Versammlung von Natur,⸗ sorschern und Aerzten in Italien wird hier auf Betrieb des Herrn Charles Bonaparte im Oktober d. J. statthaben. Neapel, 5. Maͤrz. Die bevorstehende Ankunft des . Karl giebt bei Hofe zu mancherlei Vorkehrun⸗ gen Anlaß. Die Koͤnigin beabsichtigt, Ihrem Erlauchten Vater bis Manfredonia entgegen zu gehen. Der Erzherzog wird gegen den 17ten hier eintreffen, doch duͤrste sich sein Aufenthalt in dieser Haupistadt kaum auf mehr als drei bis 4

neten Umstaͤnden sey; in diesem Falle duͤrste Ihre Mazjestaͤt es wohl kaum fuͤr gerathen halten, sich der beschwerlichen Reise durch die Abbruzzen zu unterziehen. chen hier anwesende Herzogin von Berry mußte in Folge einer voruͤbergehenden Unpaͤßlichkeit ihre Abreise nach Sicilien auf⸗ schieben. Ihr Gemahl, Graf Lucchesi⸗Palli, ist in diesen Ta⸗ gen von Palermo zuruͤckgekehrt. Der Graf hatte diese Reise unternommen, um seinem Vater Prin eipe Campofranco, ehe⸗ maligem Vice⸗Koͤnig von Sicilien, einen Besuch abzustatten.

Der Andrang von Fremden ist noch immer so groß, daß es

fast unmoͤglich ist, Wohnungen zu finden. So geschah es, daß auch fuͤr den Koͤnig von Bayern kein auch nur einigermaßen passendes Quartier aufgetrieben werden konnte, und Se. Ma⸗ jestaͤt daher in der Wohnung Seines Erlauchten Sohnes, der eben auf einer Excursion nach Salerno abwesend war, abstiegen

Spanien.

Madrid, 8. Marz. Die Herren Sancho und Olozaga 87 aufgehoͤrt, Mitglieder des hoͤchsten Kriegs⸗ und Marine⸗ ribunals zu seyn. 81 Der Britische Botschafter am hiesigen Hofe, Lord Claren⸗ don, ist gestern von hier nach London abgereist. In seiner Ab⸗ wesenheit wird der aͤlteste Attache, Herr Southeen, die Ge⸗ schaͤfte der Gesandtschaft leiten.

Spanische Graͤnze. Bayonne, 13. Maͤrz. Espartero

hat endlich eine Demonstration gemacht. Am 7. Maͤrz erschien

er mit 20 Bataillonen vor Los Arcos, einer kleinen Stadt in

Navarra, auf dem halben Wege zwischen Logrono und Estella.

Zwei Karlistische Bat ullone hielten Los Arcos besetzt. Da sie keine Instructionen von Maroto hatten, so raͤumten sie Los Arcos, in welches Espartero alsbald einruͤckte. Maroto, davon unterrichtet, machte sich sogleich auf den Weg, um die Truppen der Koͤnigin zu Los Arcos anzugreifen. Die schlimme Witte⸗ rung verhinderte ihn aber daran. Auch unterließ Espartero ein weiteres Vordringen; er verließ wieder Los Arcos und zog si am 9ten in seine vorherigen Kantonnirungen wieder zuruͤck, ohne daß er auf der ganzen Expedition auch nur einen ünzagen Flin⸗ tenschuß abgefeuert haͤtte. Der Karlistische General emegz ist wieder in Freiheit gesetzt worden; der, gegen ihn seit drei Jah⸗

ren anhaͤngige Prozeß, wegen Unterschlagung von Geldern, ist niedergeschlagen worden.

Die Sentinelle des Pyrenées meldet nach einem Schreiben von der Spanischen Graͤnze, daß das fuͤnfte Ravarresische Bataillon sich geweigert habe, von Echalar nach Tolosa zu marschiren, und daß die Soldaten erklaͤrt haͤtten, sie wollten lieber nach Frankreich gehen, als sich dem General Ma⸗ roto unterwerfen. Ein aͤhnlicher Gesst soll sich auch in anderen Karlistischen Corps zu erkennen gegeben haben.

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Potsdam, 15. März. Straf⸗ und Besserungs⸗An⸗ stalten zu Spandau und Brandenburg. Im Jahre 1848 hat die tägliche Durchschnittszahl der in der Seaf“ Anstalt zu

Spandau unterhaltenen Zuͤchtlinge 763 und in der Anstalt zu-

ochen belaufen. Es geht hier allgemein das Geruͤcht, daß die Koͤnigin in geseg⸗

Die seit einigen Wo⸗

Im Jahre 1838 sind eingelegt

am 7.

Klegrapbische Nachricht.

Brandenburg 438 betragen. Unter den am Schlusse des Jah⸗ res 1838 in beiden Anstalten vorhandenen 1240 Zuͤchtlinge be⸗ fanden sich 26 auf Lebenszeit, 287 ñpber 10 Jahre, 675 von 1 bis 10 Jahren u. s. w. verurtheilte Verbrecher. Die weib⸗ lichen Zuͤchtlinge betrugen etwa ein Siebentel der ganzen Zahl. Von den beregten 1240 Zuͤchtlingen sind allein vog der Krimi⸗ nal⸗Deputation des Stadtgerichts zu Berlin 740, von den Ge⸗ richten im hiesigen Regierungs⸗Bezirk und aus dem Kurmaͤrki⸗ schen Theil des Frankfurter Regierungs⸗ Bezirks 466, und von

Militairgerichten an ausgestoßen Soldaten 34 Koͤpfe eingeliefert; die Stadt Berlin hat mithin zu der Gesammtzahl fuͤnf Achtel beige⸗ tragen. Die Zahl der Einlieferungen hat im Jahre 1838 in der Otraf⸗Anstalt zu burg 476 Ks;opfe betragen. Nach der Gattung der begangenen Ver⸗

Eigennutz begreifenden Haupt⸗Abtheilung, von den vorhandenen 1210 Zuüchtlingen in beiden Anstalten 1057, und zu der zweiten gegen Personen gerichteten Verbrechen enthaltenden Abtheilung 183 Zuͤchilinge rechnen. Abtheilung leiden ihre Strafzeit 889 zunaͤchst wegen Diebstahls, worunter 606 allein aus Berlin eingeliefert sind. Unter der Gesammtzahl von 1240 Zuͤchtlingen gehoͤrten 570, also fast die

pülfte, zu den ruͤckfaͤlligen Verbrechern, von welchen 2 zehnmal üchthausstrafe erluten; und von den 570 Räuckfalligen uͤber⸗

haupt sind 403, also mehr als zwei Drittel aus Berlin allein,

zu der jetzigen Abbuͤßung verurtheilt. An reinem Arbeitsverdienst der Zuͤchtlinge ist in der Strafanstalt zu Spandau im Jahre 1838 einebaare Einnahme von 20,770 Rehlen,, und in der zu Bran⸗ denburg von 8520 Rthlin erzielt worden. Außerdem haben

die in den Buͤreau's, den Werkstaͤtten und der Oekonomie fuͤr

das Haus bescheäftigten Zchtlinge, deren Arbeits Ertrag in er⸗ soarten Ausgaben der Anstalten besteht, einen Ertragswerth von 2984 Rehlen, in der Spandauer, und von 1798 Rthlre. in der Brandenburger Anstalt beigetragen. Die Unterhaltungs kosten haben im Jahre 183 fuͤr die Anstalt zu Spandau üͤberhaupt 41,708 Rehlr., und fuͤr die zu Brandenburg 2½,727 Rthle. be⸗ trazen. ihren Durchschnitts⸗Antheil, nach Abzug des Verdienstes der Acbeitsfähigen, aber mit Hinzurechnung der Generalkosten, kommen fuͤr das Jahr 1838 in der Anstalt zu Spandau auf 23 Rihlr. 15 Sgr. 11 Pf., in der zu Brandenburg auf 32 Rehlr. 27 Sar. zu stehen. Koͤnigsberg, 16. März. Spar⸗Kasse. Zu Ende des Jahres 1837 be⸗ trug ihre Zahlungs⸗Verbind⸗ lichkeit

161,869 Rthlr. 19 Sgr. 57,288 LE“

219,158 Rthlr. 5 Sgr.* 58,789 „»

Summa 5 zuruͤckge⸗

Blelbt Zahlungs⸗Verbindlich⸗ keit Ende 18318 .„ Erhoͤht durch die zugeschriebe⸗ nen Zinsen bis Ende 1838

6 mweemwes res⸗

Betraͤgt die Zahlungs⸗Verhind⸗

lichkeit der Spar⸗Kasse Ende 1838 an Kapital und Zinsen 165,081 Rthlr. 15 Sgr. 2 Pf. Wirtsamkeit des Vereins zur Rettung ver⸗ wahrloseter Kinder. Wenn gleich durch die Errichtung der Huͤlfs⸗Armen⸗Anstalt und mehrerer anderer Vereine der Verein zur Rettung verwaͤhrloseter Kinder in seiner Wirksam⸗ keit sehr beschraͤnkt wurde, weil viele Wohlthaͤter ihre Beitraͤge den ersteren Vereinen zuwandten, so hat er dennoch segensreich fortgewirkt, und seit seinem Bestehen 72 Knaben aufgenommen und erzogen. Die Mehrzahl derselben entspricht den ihrer Er⸗ ziehung gebrachten Opfern und den von ihnen gehegten Er⸗

wartungen.

Stettin, 20. März. (Stett. Z.) Die am 1;8ten d. M. attgehabte General⸗Versammlung der Actionaire der Berlin⸗ Stettiner Eisenbahn hatte folgendes Resultat: Es wurde be⸗ chlossen, daß zu diesem allgemein nuͤtzlichen Unternehmen auch Zeichnungen auf Hoͤhe von 100 Rthlr. angenommen werden . Die 34gnün von 1000 Rthlr. solle ein einfaches Stimm⸗ echt geben. Dem Comité wurde die Befugniß zugestanden, rforderlichenfalles bis zur Hoͤhe von 1 Prozent von den Zeich⸗ nungen zu erheben, wobei den fruͤhern Zeichnern die bereits eingezahlten ½ wund resp. ⁄⁄ pCt. auf Hoͤhe des Betrages der neuen Betheiligung in Anrechnung gebracht werden sollte. Ruͤck⸗ sichtlich der Einzahlung auf zuruͤckgezogene Zeichnungen sollte keine Entschaͤdigung stattfinden. Sobald zwei Drittheile der ersorderlichen Geldmittel gezeichnet seyn werden, soll uͤber das jetzt entworfene vorlaͤufige Statut in einer anzuberaumenden General⸗Versammlung desinitiv berathen und dasselbe vollzogen werden. Ist das Unternehmen bis ult. 1840 nicht so gefoͤrdert, daß der Vau begonnen werden kann, so ist kein Zeichner wei⸗ ter an seine eingegangenen Verpflichtungen gebunden. Auf den Antrag von 100 Stimmen muß eine General⸗Versammlung an⸗ beraumt werden. Die bisherigen Mitglieder des Comité's sind wieder gewaͤhlt, es wurde jedoch die bisherige Anzahl um 7 Mitglieder vermehrt. Waͤhrend der Debatten uͤber diese Fest⸗ 8 ün waren an 800,000 Rthlr. gezeichnet, und duͤrfte dieses

esultat der Sache einen erfreulichen Ausgang versprechen

160,368 Rthlr. 28 Sgr. 5 4,712 p 15 8

Koͤln, 20. Maͤrz. Das neue Franzoͤfische Ministerium ist gebildet und auf nachstehende Weise zusammengesetzt: der Mar⸗ schall Soult, Praͤsident und Kriegs⸗Minister, Thiers, Mi⸗ nister der auswaͤrtigen Angelegenheiten, Dupin, der Justiz, Humann, der Finanzen, Passy, des Innern, Dufaure, des Handels, Sauzet, des Kultus, Villemain, des Unter⸗ richts, Duperré, her Marine.

pbvsikalisch⸗mathematischen Klasse dankt. In der Sitzung der phy⸗

lenthierchen (Schnecken⸗Korallen) schließen sich, seinen weiteren Un⸗

pandau 274 und in der Straf⸗Anstalt zu Branden⸗

bomogenen Bindemittel des Rummuliten⸗Kalks der Pvramiden von brechen lassen sich zu der, die Verbrechen gegen Sachen aus

Von den 1057 Zuͤüchtlingen der ersten

Die jaͤhrlichen Unterhaltungskosten fuͤr jede Person auf

die Eintragung dir noch nicht beobachteten Sterne mit der umsich⸗

Köln, 21. März. Aus Bruͤssel wird vom gten berich⸗ tet: „Die Repraͤsentanten⸗Kammer hat heut saͤmmtliche Amen⸗ dements verworfen. Der Gesetz Vorschlag des Gouvernements wurde angenommen, 58 Stimmen dafuͤr, 42 dagegen.“

44716—

Wissenschaft, Kunst und Literatur.

LE11“

Berlin. Vertandlungen der Akademie der Wissenschaf.

ien im Monat Febrpar. In der Sitzung der philosophische histo.

ischen Klasse am J. Februar Aas Herr von Raumer über die Ge⸗ chichte des Jahres 1772. In der Gesammt⸗Sitzung der Akademie ebruar las Herr von Raumer über die Philosophie und die Phllosophen des 12ren und Iien Jabrhunderts. In der Ge⸗ sammt⸗SEitzung der Akabemie am 14. Februar las Herr Lejeune⸗

Dirichlet eine Abdhandlung 9177 eine neue Methode zur Bestim⸗ V

viel ut Jnie ale, dann rin an ih gerichietes I1

Schreiben des Herrn Lamé zu Paris vem 6. Februar vor, worin derselbe der Akademle für seine Ernennung zum Korrespondenten der

sikalisch⸗mathematischen Klasse am 18. Februar bielt Herr Ehren⸗ bera einen Vortrag über die Bildung sämmtlicher Felsen beider Ril.-⸗Ufer, von Kahira bis Theben, und der Küste des Rothen Mee⸗ res, von Hamam Feraun und Tor im Sinaitsschen Arabien, aus den mikroskopischen Kalkehierchen (Polythalamien) der Europäischen Kreide. Au die vom Verfusser am 19. Dezember 1838 vorgetragene Beobach⸗ tung der vorberrschenden Bildung sämmtlicher Eurepälschen Kreide⸗ lager aus, für das bloße Auge unsich baren polythalamisch n Koral⸗

tersuchungen nach, auch die Bildungs⸗Verhältnisse der Ober⸗Aegvp⸗ tischen und West⸗Astatischen Kalk⸗Gebirge in üderaus großer Aus⸗ dehnung an. Herr Ebrenberg hatte bereits früher in dem scheinbar

Gpzeh viele wohlerbaltene Thierchen der Kreide erkannt, sich aber durch Abänderung der Untersuchungs⸗Metbhode überzeugt, daß die gan⸗ zen Kaltsteine von Benisuef, Siut und Theben auf dem westlichen, Sund von Kahira und Kinch (auch die grauen Mergel bei Kineb) auf dem östlichen Ril⸗Ufer, welche, bei oft 100 bis 300 Fuß Erhebung über dem Fluß⸗Niveau, die ganze, 60 Deutsche Meilen lange, Ein⸗ fassung des Rils zu beiden Seiten bilden und deren Plateau sich west⸗ lich weit in die Sabara erstreckt, vielleicht sie banpisächlich bildet, ebenfalls ein unbegreiflicher Hapfe von mikroskopischen kalkschaligen Thierchen, und gerade derselben Gattungen und Alten ist, welche die Europäi sche Kreide bilden. Die geognostische Stellung dieser Kalklager war disber zweifelhaft. Dasse be ergiebt sich fär die Gebirgsmassen von Hamam Faraun ond Tor im Sinaitischen Arabten, wo diese Anhäu⸗ fungen mikroskepischer Pelytbalamien ebenfalls bald als gelbgrauer Karkstein, bald als aschgrauer Mergel und bei Tor seibst zur weißen Wreide binnergend, in großer Ausdebvung und Erhebunz mit ganz gle chen Form.n der Thierchen aufereten Merkwürdig in der Man⸗ gel wehlerhaltener Keeseltbiere in jener Kalk⸗ und Mergel⸗Bildang; doch vertecten die segenannten Aegrpiischen Jaspift in ähnlichen do⸗ rizontalen Schicten die Stelle der Nord⸗Europätschen Feuersteinc. Rur bei Tor saben Ehrenberg und H mprich wahre Feuersteine Ferner theilte derselbe Rachtivten mit über gelungenec Versuche, aus den cinaetrockneren Thierchen des neueren Meeres⸗Sandes, Aufschluß über das Ve bältniß der Polyehalomien zur Jetztwelt und weiterer Kenninis threr Organisation zu eclangen. Herr Ehrenberg über⸗ zeugte sich durch diese Versuche, daß der neuere Meeressand wirklich das Prodoft jetzt lebenter Tbierchen ist, und sprach zutetzt noch über wei nUene Lager fosstler Kiesel Jnfuserien in Frankreich und Rew⸗ York. Die Erden von diesen beiden Fundorten waren an Herrn von Humboldt durch Herrn Rebert Bown ebersandt worden. Herr Encke legte sodann ein neues Blalt der akademischen Stern⸗

karten vor. Dies Blatt entdält die Sterne zwischen 18b 56“ bis 20 b 4 in gerader Aufstrizun und 150 südlicher bis 150 nördlicher Abweichung. Es erstreckt sich über einen vorzugsweise sternreichen Theil des Himmels (die Gegend des Adlers.) Herr Doktor Welfers vat seit mehreren Jahren die beiteren Adendstunden dazu benutzt, um

tigsten Sorgfalt auf der biesigen Sternwarte vollständig innerbalb der von dem Plane des Unternehmens gesetzten Gränzen zu bewirken. Beobachtete Sterne waren in diesem Theile des Himmels 1970, neu eingetragen sind 2184, so daß das ganze Blatt auf 510 Quadratgra⸗ den die sehr beträchtliche Anzahl von 4157 Sieryen enthält, von de⸗ nen keiner eine geringere als die 10. Größe hat, Ein vollständiger Katalog der bezeichneten Sterne, aus Bradlei's Brobachtungen, der Histoire célest und Bessel's Zonen ist von den uböthigen Exläuterun⸗ gen begleitet, um verkommende kleinere Differenzen zu erklären. Die Kommisston für die akademischen Sternkarten hat Herrn Doktor Wol⸗ fers den für jedes Blatt ausgesetzien Preis zuerkaant. Jn der Ge⸗ sammtisitzung der Akademie am 21. Febrnar las Herr H. Rose über die Verbindungen der Kohlensäuren mit dem Ammoniak. In der Gesammtsitzung der Akademie am 28. Febhruar las Herr Lachmann eine Abhandlung des Herrn Hoffmann über das Verhältniß der Staatsgewalt zu den religiösen Vorsicüungen ihrer Untergebenen. Berlin. Im Königlichen Opernhause fand gestern eine der ge⸗ Uungensten Aufführungen des größten aller dramatisch⸗musikalischen Werfe statt. Den Herren Blume und Wauer, welche zum jetztenmale in den Rollen des „Don Juan“ und des „Leporello“ auftraten, in denen sie 25 Jahre hindurch Lieblinge des hiesigen Publikums ge⸗ wesen, war durch die Gnade Sr. Majestät des Königs eine Benefiz⸗ Vorstelung bewilligt, und sie boten alle ihre Kräfte auf, um sich möglichst zu verjüngen und an ihre glänzendste Zeit zu erinnern. Recht geschickt war von beiden die Scmausscene am Schluß der Oper 2 Einlegung eines auf iore sünfundzwanzigjährige Jubelfeier in diesen Partleen bezüglichen Dialogs benutzt, der in dem versam⸗ melten Publikum den lebhaftesten Anklang fand, besonders der „bei dem perlenden Weine im Glase“, vnterneinem Tusch des Orchesters, ausgebrachte Teoast auf den Schöpfer des Don Juan, welchem noch zwei andere, auf die Damen und auf die Verehrer Mozart's, folgten. Schon im ersten Akte hatte Herr Blume, bei der verlangten ie⸗ derholung des Champagner⸗Liedes, dem großen Meister der Toͤne seine Huldigung dargebracht, indem er die bekannten Verse, die bei einer früheren festlichen Aufführung des „Don Juan“ jeuer Arie untergelegt worden, ungeachtet des schnellen Tempo's und der anstrengenden Rast⸗ losigkeit der Cantilene, mit außerordentlicher Klarbeit und Deutlich⸗ keit vortrug. Am Schluß wurden beide Sänger hervorgernfen, und Here Blume sprach einige Worte des Danks für die ihnen zu Theil gewordene Anerkennung und der Freude darüber, daß es ihnen ver⸗ gönnt gewesen, so lauge in diesem Meisterwerke mitzuwirken. Es wird unserem Publikum in der That schwer werden, sich an neue Darsteller des Don Juan und des Leporello zu gewöhnen; die Per⸗ sönlichkeit ihrer bisherigen Repräsentanten war für uns so mit der Vorstellung dieser beiden Charaftere verwachsen, und sie füllten sie auch so genügend aus, daß man sich dieselben kanm anders denken konnte. Mag auch der geicreiche Verfasser der Phantastestücke in Callot's Manter sie noch idealer aufgefaßt haben, in der Wirklichkeit wird man gewiß selten Individuen finden, die alle Anforderungen, welche er an die Parsteller ter genannten Rollen macht, in sich vereinigen, und unter den Sängern, die in den letzten beiden Dezennten hier in diesen Par⸗ rieen aufgetreten, war es bisher Keinem möglich, den Herren Blume und Wauer den Rang abzugewinnen. So können denn diese darauf rech⸗ nen, daß ihre Darstellung dem Publikum noch lange in freundlicher Erinnerung hleiben wird. Die gestrige Aufführung war auch von Sciten der übrigen Mitwirkenden ausgezeichnet und erhielt einen neuen Reiz dadurch, daß die Dlles. Löwe und Schulz zum ersten⸗ mal in den Rollen der Anna und Elvira erschienen. Die erstere Sängerin hatte früher einmal die Elvira gegeben, und obwohl sie auch in dieser Partte ihre meisterhafte Charakter⸗Auffassung und Darstel⸗ lung bewährte, so schien sie doch, vermöge ihrer Individualität, als Donna Anna noch mehr an ihrem Platze zu seyn. So viel Gluih der Leidenschaft, mit solcher weiblichen Würde und Hobeit der Seele verbunden, möchte sich selten bei einer Darstellerin dieser Rolle finden, und auch was den Gesang an sich betrifft, könnte Dlle. Löwe sich mit den meisten ihrer Vorgängerin⸗ nen messen. Es wäre ungerecht, wenn man hbei einer im Ganzen so vollendeten Leistung aus einz lüen Stellen, die sie nach ihrer Eigenthüm⸗ lichkeit ewas forcirt oder mit Verzierungen schmückt, und die dem streng klassischen Geschmack nicht ganz zusagen mögen, der Sängerin einen Vorwurf machen wollte. D.ese wenigen Eigendeiten werden durch eine Fülle von unüberereffe ich scönen Züͤgen vollkommen aufgewogen. Anerkennenswerlh sind auch die raschen Fortschritte, welche Dlle. Schulz, die erst in went en Rollen aufgetreten, im dramatischen Gesange zeigt; die schwierige Partie der Elrira wurde von dieser jungen Sängerin gestern in jeder Hinsicht befriedigend ausgeführt, und auch ihr ward neben Dlle. Löwe reichlicher Beifall zu Theil. Endlich müssen wir noch erwähnen, daß die Königliche Intendantur bei dieser Gele⸗ genbeit durch eine neue, sehr angemessene scenische Einrichtung der

Ueber die Thunlichkeit oder Nichtthunlichkeit einer Eman⸗ cipation des Katholizismus vonder Roͤmischen Diktatur in Bezug auf Religions⸗Wissenschaft. Aus einem Schreiben an Se. Durchlaucht Fuͤrst Clim von Mestchersky, Kaiserl. Russischem Kaäͤmmerer, von Franz Baader. Scientia rerum spiritualium non babet osorem, oppressorem et persecutorem nisi Ignorantem et Tyrannum.

MNaͤrnberg. Druck und Verlag von Friedr. Campe. 1839.

Diese 8 Schrift erregt viel Aufsehen, und dies wobl verzüg⸗ lich durch besondere Rebenumstände, in Beziehung auf die Stellung des Verfassers und seine Verhältnisse zu der anderen Partei seiner Glaubensgenossen. 8

Die eegee. Gedanken sind so kurz und rhabsodisch ausge⸗ sprochen, daß, bei der Berichterstattung über den Inhalt, dieselben me st nicht kürzer angegeben und daher fast wortlich üur wiederhelt werden können. Da das hier Dargebotene „aus einem Schreiben“ genom⸗ men und zualeich ais Beilage zu einer anderen Schrift des Veif.: „Ueber die Vernünfligkeit der drei Fundamental⸗Prinz'pien des Chri⸗ stenthums“ gelten soll, so erklärt sich dadurch wobl die Foem, in der es entgegentritt. Unterdessen bleibt doch der Inhalt, für sich allein, völlig verständlich.

Den Eingang bildet die Forderung des „Selbstwissens“ und Den⸗ kens des Mevschen in göttlichen Dingen; wenn ihm degegen von An⸗ deren das Missen als ein Zwang auferlegt werde, so sey dieser Wis⸗ seus⸗ und Gewissens⸗Z rang büser als Leibeigenschaft. In dieser re⸗ ligiösen Dikratur liege dann wefentlich der gegenwärrige Verfall des religiösen Wissens und der relig ösen Gesinnung, und statt ciner Erxo⸗ lution treibe sie endlich zur Rervolutien. 1G

Sodann werden die dermaligen Hindernisse „der Emancipation des Katholizismus vom Romantsmus, oder der Römisch⸗bierarchischen

I Difratur überbaupt in Deutschlaud“ aufgezäolt. Sie lägen 1) in die⸗

fer Dikiatur selbst, 2) darin, daß „ein aroßer Theil des hoben und niederen katbelischen Klerus, iheils aus Interesse, betts aus Rord, hels aus Unver, stand, theils endlich aus babituruer Reizurg am scientifischen Serrilismus hängt“, 3) daß ein Tbeil der Katheltken keine Vorsteunna daron babe, daß man ein Katdolik feya könne, ohne ein Popiu zu sevn. urd

glandte, d ß sofort mit der Verneinung des Remanismus ein Katdo⸗

lit schon Prolestant würde, g) endlich, weil „ein Theil der n elilichen,

bierin nicht recht berichteten Regierungen noch immer im Remanis⸗ mus das Original des Monarchthums zu sehen meinen. Wie man

denn von diesen Regierungen alles besertigen sebe, was etwa dem

forporativen Element in der religtösen Secietät Luft machen föunte, und sie also von einer solchen Emancwat'en des Katbolizi mus Ge⸗ fahr für die Menarchie befürchten, da doch im Gegenthen eine selche Gefahr sür die Monarchie nur dann eintritt, falls die Vorsteber ir⸗ gerd einer Corporation oder Standschaft (semit auch der kirchl chen, sich selber zu Monarchen macend, die bestebende Monarchie eutwe⸗ der im Schach halten, oder sich selbe untertbänig machen; zu melcher Unteribänigkeit als Unmündige sich viele Monarchen früber worilich bekannten, obschen Karl der Große noch nicht, welcher dagegen den Papsi meist als seinen Kaplan behandelte. (S. Elendorf üder die Karelinger.) In neueren Zeiten wärmten die Legitimisten rdiesen Servilismus mieder auf, weil sie ihn zur Restauratien der Menar⸗ chie nöthig hielten, wurden aber von einem Theil ihrer Gegner (den Barrikadisten) hierin noch überboten, welche gleichfalls durch ihn dem Revolutionismus erst die nöthige Weihe geben zu können meinten.“

Ferner dann wird die Zuversicht ausgefprochen, daß, wenn gleich die Aussichten für die Emancipation des Kalbelizismus in Dentsch⸗ land sich nicht günstig zrize, so doch die Kbiner Händel eine so markirte Bewegung unter dem katbelischen Klerus, wie unter den Laien in Deutschland wieder erweckt, und besonders auch der Her⸗ mesianische Streit die Lebensfrage der Religions⸗W ssenschaft zur Römischen Diktatur so eindringlich zur Sprache gebracht habe, daß eine abermalige Reͤrimirung dieser Bewegung, sie möge bverkommen, woher sie wolle, nicht zu befürchten sev. Vieimehr, wenn Rem die veralteten Waffen der Excommunication gegen die Deutsche Intelli⸗ genz gebrauchen wolle, diese ihrerseits den Remanismus excemmuni⸗ ciren würde.

Der Verf. sordert für die katholische Kirche dann eine korpo⸗ rative Form (die bischüöfliche mit den Concilien, mwie 1. B. in der Gallicanischen Kircht), welche die Einheit durch den Papst nicht wei⸗ ter ausschließe. Die Insallibilität (S. 42) weist er ab, und alles Herrschen habe Christus seinen Jüngern (Matth. 20, 25, n. 22, 8 12) untersagt. Alle Wissenschaft und Kunst, und also auch die Religions wissenschaft, gedichen unr in freier Bundschaft. Die gegen⸗ narge Religionswissenschaft leide jedoch auch weiter, noch durch drei Parteien, „naͤmlich die blindautoritätsgläubige Partei, welche selber ganz nichts von Religionssachen wissen will, sondern andere, die sie dafür bezablt, für sich wissen läßt, ferner die bloß Gefühls⸗ gläubige, oder die Partei der Mpstiker, dieses Wort in seinem wah⸗ ren Sinne genommen, und endlich die rationalistische Partei, welche mit ihrem eingebildeten Selberwissen alle Religionswissenschaft zu vernichten meint; so daß man also sagen kann, daß, anstatt einer Deutschen Thrologie, drei Untbeolegicen dermalen herrschend sind, von welchen jede nur insofern Recht hat, als sie behauptet, daß die beiden andern Unrecht haben.“

Endlich aber erkennt der Verf, daß sich dennoch jetzt schon viele erfreuliche Ausnahmen hierin fänden. Als das wesentiichste Heüimft⸗ tel und die wahre Grundlage der Theolegen empsiehlt er dann zee Ratur⸗Pbilosephie an, und der größte Theil der Fiugschrift enthält die Grundlebren der seinigen. Weder jedoch von dieser, nech ren⸗ den Angriffen nach allen Seiten bin, die er macht, darf hier etnas berichtigt oder erörtert werden; dieses greift zu tief in das Gebiet der Phllosophie ein, als daß es am Orte wäre, darüher zu sprecher.

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Amtlicher Fonds- und Geld-Cours-Zeltel.

A Pr. Gour. A r. UCour.

105712 10I. Pr. Engl. Obl. 20. 4 1021 . 101¼4 1015½ PrämSch. d. Seeh. 70 ¼½ 70 ¼ Kaurm. Obl. m. 1. C. 102 Röckst. C. und Z. Nm. Schldverschr 997⅛ [Sch. d. K. u. N., 4 y97 Becl. Stadt- Obl. 102 1 —— [— Königab. do. Gald al mareo 215 Elbinger do. Neue Ducaten —89³8— Danz. do. in Th. 48 Friedrichsd'or 13 22 2 Weutpr. Pfandbr. 101 100 ⁄½ [And. Goldmän- Grefah. Pos. 4o. 4 105 ½ 165 [„wn Tnl. 12 ½ Onr. Pfandbr. 22]1 101 1001 Iniaconte 3 Fr. Coar. Thlr. zu 30 Sgr. hEdeft. 1-geli.

Wechsel-Coarsv.

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Schluß Scene dem Publikum eine angenehme Uehetrraschung grmährte.

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