Au s w ge Börsen. Amsterdam, 1. April.
Niederl. wirkl. Schuld 54 ¾. Neue Anl. 17 %.
är ti
Antwerpen, 31. März. 8 8
Zinsl. —. Neue Anl. 17 ⁄16. 8 1“] Frankfurt a. M., . 5
Oesterr. 5 % Met. 106 ½ G. 4 % 100 ⅞ G. 2 ½ % 59 ⁄% Br.
1 % 259⁄1 6. 257/16. Bank-Actien 1795. 1793. Partial-Obl. 155 ½ G.
1.008 e zu 500 Fl. 134 ⅛. 134 ½¼. Loose zu 100 Fl. 278 G. Preuss.
Präm. -Sch. 70 ⅞˖ G. do. 4 % Anl. 102 ½ Br. Poln. Loose 67 ¼4. 67 1. 5 % Span. Anl. 6 ⁄¼. 6 ⁄-. 2 ½ % Iloll. 54 3 ⅞. 54 ⁄16.
Eisenbahn-Actien. St. Germain 670 G. Versailles rechtes
do. linkes Ufer 242 ½ G. Strafsburg- Basel 340 G.
Sambre-Meuse 452 ½ G. Leipzig-Dresden Comp.-Centrale —. 1
Ufer 665 G.
Bordeaux-Teste —.
94 ½ G. Köln-Aachen 88 Br. .
Hamburg, 4. April. 8
Eank- Actien 1500. 1497. Engl. Russ. 107 ⁄½2. ¼. Paris, 1. April.
Zu dieser Vorstellung werden Opernhaus⸗Billets, stag bezeichnet verkauft.
Im Schauspielhause: Des Goldschmieds Toͤchterlein, Alt⸗ deutsches Sitten⸗Gemälde in 2 Abth. Hierauf: Die unter⸗ brochene Whistpartie, Lustspiel in 2 Abth.
Montag, 8. April. Im Scharspielhause: Die Flucht nach der Schweiz, Singspiel in 1 Akt. Hierauf: Froͤhlich, musika⸗ lisches Quodlibet in 2 Abth.
In Potsdam: Die gewagte Kur, Scherz in 3 Abth., von E. Raupach. Hierauf: Der erste Schritt, Lustspiel in 3 Abth. von Frau von Weißenthurn.
Dienstag, 9. April. Im Opernhause, auf Begehren: Robert der Teufel, Oper in 5 Abth., mit Ballet. Musik von J. Meyerbeer.
Zu dieser Vorstellung bleiben die bereits geloͤsten, mit Sonntag bezeichneten Opernhaus⸗Billets guͤltig; auch werden die dazu noch zu verkaufenden Billets ebenfalls mit Sonntag
.
mit Dien⸗
E. 1
. “ „Kreu von Fr
Dienstag, 9. April.
Auf Begehren: schuh, oder: Die Schicksale der Familie Monetenpfutsch.
Nelke und Hand⸗
eue
Parodie eines schon oft parodirten Stoffes, in 3 Akten, ⸗von
J. Nestroyv. Musik von A. Muͤller. Norma, Oper in 2 Akten. (Dlle. Eleonore Urban, Koͤnigl. Bayerische Hof⸗
Mittwoch, 10. April. von Bellini. Opernsaͤngerin aus Muͤnchen: Ad
Musik algisa, als Gastrolle.)
Meteorologische Beobachtung.
5. April.
Morgens 6 Uhr.
Nachmittags 2 Uhr.
Nach einmaliger
Abends Beobachtung.
10 Uhr.
338,08 Par. 338,68„Par. — 0, °)R.]. 260 R. — 3,70 R. 6,40 R.
Luftdruck Lustwärme Thaupunkt ..
339,17 Par. — 0,5° R. — 6,60 R.
Quellwärme 6,80 R. Flußwärme 0,5 0 R. Bodenwärme 2,90 R.
“ 5 % fin sin cour. 100. 75.] Port. 21 ½2.
Rente fin cour. 109. 5. 5 % Span. Rente 20 ⁄.
3 % fin cour. 79. 90. 5 % Neap. Passive —.
bezeichnet seyn. 3 % 8 1 “
Koͤnigliche Schauspielce. Die Rosen des
Mahlesherbes, laͤndliches Gemaͤlde in 1 Akt, von Hierauf: Don Quigxote, komisches Ballet in 2 Abth.,
Sonntag, 7. April. Im Opernhause:
Herrn von Kotzebue. ches on dem Koͤnigl. Solotaͤnzer Paul Taglioni.
8
Sonntag, 7. April. Die
Montag, 8. April.
sstaädtisches Theater.
oder: Die ungleichen Freier, Fastnachts⸗Posse mit Gesang in 3 Aufz., von J. Schickh. Musik von Adolph Müller. Zum erstenmale wiederholt:; von Falkenstein. Romantische Oper in 3 Akten, nach Kotzebue’'s
Dunstsattigung
Entfuͤhrung vom Maskenball,
Emma In
77 pCt. Schnee.
46 pCt. 59 vpCt. heiter. heiter.
O. O. O.
H esfe
+ 0,5 ° R. — 5,6 0 R..
Ausdünstung 0,024“ Rh. Niederschlag 0. Wärmewechsel +. 2 70
Vertretung des Redacteurs: Wentzel. 8
Gedruckt bei A. W. Hayn.
Allgemeiner Anzeiger fü
Bekanntmachungen.
1.“ Bekanntmachung. Die Erben der in Pustamin am 31. Januar 1838 verstorbenen Geheimen Legations⸗Räthin von Bilfinger, Ariane Gertrude, gebornen Lodisio, haben sich rück⸗ sichtlich ihres Rachlasses auseinandergesetzt, und es wird hiermit die bevorstehende gänzliche Theilvag des⸗ seiben in Gemäßheit des §. 137. Th. I. Tit. 17. des A. L. R. zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Köslin, den 6. März 1839. Königl. Ober⸗Landesgericht von Pommern.
Bekanntmachung.⸗
Die nachstehend genannten, bei der Königl. Gene⸗ ral⸗Kommission zu Soldin anhängigen Auseinander⸗ setzungen werden auf Grund des §. 25 der Verordnung vom 30. Juni 1834, Behufs Ermittelung unbekannter Theilnehmer, so wie zur Erledigung von Legitimations⸗ Mängeln, hierdurch öffentlich bekannt gemacht, und zwar:
A. im Gubener Kreise
1) die Regulirungen der gutsherrlichen und bäuerli⸗ chen Verhältnisse zu Birkenberge und Liebesitz, die Ablösungen der Dienste, Natural⸗Leistungen und Waldberechtigungen der bäuerlichen Wirthe zu Coschen, Liebesitz und Strega, die Gemeinheitstheilungen in den Feldmarken zu Birkenberge, Coschen, Goehlen, Küppern, Liebesitz, Schenfendorff, Schlagsdorff und Strega,
2)
¹)
e
Bekanntmachung.
Se. Excellenz der Herr Minister des Innern und der Polizei haben für dieses Jahr der hiesigen Bahn eine Prämie von 300 Thlr. überwiesen, um welche ein het ne unter folgenden Bedingungen abgehalten wer⸗ en soll: 3
Pferde im Preußischen Staate geboren und im Be⸗
sitz von Actionatren — 1000 Ruthen — doppelter
Sieg — Gewicht: 3jährige 114 Pfd., Ajährige 131 Pfd.,
Zjährige 139 Pfd., 6jährige und ältere 143 Psd.,
Stuten und Wallache 3 Pfd. weniger.
Die Anmeldungen zu diesem Rennen sind bis zum 29. Mai c. dem unterzeichneten Direktorio einzureichen.
Stargard, den 31. März 1839.
Das Direktorium des Vereins für Pferde⸗ c. Zucht in Hinterpommern.
Das in der Kunststraße zwischen Stralsund und Greifswald, fast in gleicher Entfernung von diesen beiden Städten, belegene Allodialgut Groß Miltzow soll für Rechnung der von Hochwächterschen Erben verkauft und im Junit dieses Jahres öffentlich aufge boten werden, falls nicht schon vorher ein annehmlicher Bot gemacht wird.
Die ganze Area des Guts beträgt 1914 Magdeb. Morgen 132 ◻ Ruthen. Davon sind circa 1600 Mor gen wohlkultivirter Acker und über 150 Morgen Wie⸗ sen. Mit Holz ist das Gut zum Bedarf und mit Torf
B. im Sternberger Kreise die Ablösungen der Dienste, Natural⸗Leistungen und Waldberechtigungen der bäuerlichen Wirthe zu Kloppitz, Radach, Rampitz und Zerbow, die Ablösung der Hütungsrechte der Gemeine zu Gohlitz auf den Wiesen zu Klein⸗ und Groß⸗Rade, Zweinert, Seefeldt, Neuendorff, Storckow, Lebus und Laessig, die Gemeinheitstheilungen in den Feldmarken zu Drenzig, Gohlitz, Oetscher, Rampitz, Reipzig, Tret⸗ tin und Zerbow, C. im CErossener und Lebuser Kreise die Ablösungen der Dienste und Natural⸗Leistun. gen der bäuerlichen Wirthe zu Platkow und Dentsch⸗Rettkow, die Gemeinheitstheilung zu Platkow,
im Landsberger und Soldiner Kreise die Gemeinheitstheilungen in den Feldmarken zu Lohrenzdorff, Neuendorff, Zechow, Carzig, Rich⸗ now und Schöneberg.
Diese Sachen sind theils bis zur Anlegung des Auseinandersetzungs⸗Planes, theils bis zur Vollziehung des Rezesses gediehen, weshalb denn alle diejenigen, welche dabei ein Interesse zu haben vermeinen, mit ihren Ansprüchen aber noch nicht gehört worden sind, hierdurch aufgefordert werden, f Sea spätestens in den vor dem Unterzeichneten, Berliner Straße Nr. 5 hierselbst, anstehenden Terminen und zwar:
in den Sachen ad A. am 21. und 22. Mai d. J.,
in den Sachen ad B. am 23. und 24. Mai d. J.,
in den Sachen ad C. am 25. Mai d. J. und
in den Sachen ad D. am 18. Mai d. J., Vormittags 9 Uhr, anzumelden und nachzuweisen, wi⸗ drigenfalls sie die Auseinandersetzung gegen sich gelten lassen müssen und später mit Einwendungen dagegen nicht gehört werden können.
Frankfurt a. d. O., den 4. März 1839.
Im Auftrage der Königl. General⸗Kommission.
Der Oekonomie⸗Kommissions⸗Rath Kuhlmay.
Edictal⸗Citation.
Folgende Verschollene:
1) der am 26. März 1774 geborne Johann Gottlieb “ ein Sohn des vetstorbenen Stell⸗ und
Rademacher Gottlieb Fanlian aus Nieder⸗Lang⸗
Seefersdorf, welcher im Jahr 1797 zum Militair ausgehoben und seit der Bestürmung von Glatz
iim Jahr 1806 vermißt worden;
2) die am 16. Januar 1783 geborne Marie Rosine Materne, welche im Jahre 1806 sich von Langen⸗ bielau entfernt;
3) der Schnittwaarenhändler Carl Gottlieb Springer, welcher im Jahre 1816 von Langenbielau weg⸗
gegangen; à4) der den 16. Februar 1804
den 15. Juni 1839, Vormittags 9 Uhr,
angesetzten Termine schriftlich oder persönlich zu mel⸗ den, widrigenfalls dieselben für todt erklärt und ihr Vermögen ihren gesetzlichen Erben ausgeantwortet
werden wird.
Langenbielan bei Reichenbach in Schlesien, den
17. Juli 1838.
Gräflich v. Sandreczkysches Patrimonial⸗ gericht der Langenbielauer Majorats⸗Güter.
E“
geborne Johann Gott⸗ lieb Danziger, Sohn des Erbkretschmer Jehann Gottlieb Danziger zu Lauterbach, welcher sich im Jahre 182 als Architekt von Lauterbach fortbegeben; werden, so wie ihre etwa zurückgelassene Erben und Erbnehmer hierdurch aufgefordert, sich innerhalb 9 Mo⸗ naten, spätestens aber in dem an hiesiger Gerichtsstelle auf
reichlich versehen, auch ist daselbst eine gut eingerich⸗ tete, bedeutende Ziegelei, hart am Salzen Wasser, fer⸗ ner eine Wind⸗ und Wasser⸗Mühle und eine Schmiede. Der jetzt bestehende Pacht⸗Kontrakt über das Gut läuft Johannis 1844 ab. Wer das Gut besichtigen will, hat sich auf dem Hofe bei dem Pächter Herrn Haedge zu melden, auch können die Verkaufs⸗Bedingungen daselbst vorläufig eingesehen werden. Stralsund, den 25. März 1839. Verwitwete von Hochwächter. 8 “ S 8 1X“ des K. K. Böhmischen Landes⸗Guberniums wegen Abhaltung des Wollmarktes in Prag. Die K. K. allgemeine Hofkammer hat laut hohen Dekrets vom 8. März d. J. Z. 11,633 im Einverständ⸗ nisse mit der K. K. vereinten Hofkanzlei über Ein⸗ rathen der K. K. patriotisch⸗ökonomischen Gesellschaft und des Schafzüchter⸗Vereins bewilligt, daß der Pra⸗ ger Wollmarkt und zwar schon der nächst bevorste⸗ hende des heuerigen Jahres vom 10. bis einschließlich 15. Juni jeden Jahres wieder, wie es ursprünglich bestimmt war, auf den 24sten bis einschließlich 2 Isten desselben Monats zurückverlegtwerde. Was hiermit zu Jedermanns Wissenschaft mit dem Bemerken gebracht wird, daß die übrigen, die Abhal⸗ tung der Wollmärkte in Prag betreffenden Bestim⸗ mungen unverändert in Wirksamkeit verbleiben. Prag, am 19. März 1839.
Laurenz Daublebsky von Sterneck,
K. K. Gubernial⸗Secretair.
Literarische Anzeigen. Bei A. W. Hayn (Zimmerstrafse No. 29) ist so
eben erschienen und daselbst, so wie in allen Buch- handlungen, zu haben:
Pflanzen-Abbildungen und Beschreibungen zur Erkenntnifs officineller Gewächse. Herausgege- ben von Friedrich Guimpel, Professor bef der Königl. Akademie der Künste zu Berlin. Text von Johann Friedrich Klotzsch, GCustos der phar- makologischen Sammlung und mehrerer ge Gesellschaften Mitglied. Ir Band. 3s und 4s Heft. Gr. Ato. Mit 12 illumin. Kupfern. Preis 2 Thlr.
Nr. 64 des Freimuͤthigen, enthaltend den höchst piquanten Anzeiger von 1850, von A. Glaßbrenner, ist in einzelnen Exemplaren à 2 ⅞ sgr. zu haben. Plahnsche Buchhandlung (L. Nitze), Jägerstraße Nr. 37.
Bei E: S. Mittler in Berlin (Stechbahn Nr. 3) sind folgende Bücher so eben erschienen: Anleitung, bei Rekognoszirungen die Gegend aufzu⸗ nehmen. Für „. und Patrouillenfüh⸗ rer. Aus dem Schwedischen. Gr. 8vo. Mit 1 Steindrucktafel. dnasch 7 ½ sgr. Benecke, Dr. C., Lateinisches Lesebuch. Zweiter g die Lehre vom Verbo enthaltend. Svo. gr.
der allgemeinen Pathologie, Therapie und patho-
gebildeten Krankheits- Eintheilung, mit einer grossen Menge eingeflochtener, wie auch in al- phabetischer Reihs angehängter, bewährter Re-
Citaten. Zusätzen bereichert von Dr. M. Kalisch. Band, 2tes Heft. Gr. 8vo. Brosch. 20 sgr. Geschichte der Kriege in Europa seit dem Jahre 1792, als Folgen der Staats⸗Veränderung in Frankreich unter Ludwig XVI. Reunter Theil, Ir Band. Mit 4 Pläuen. Gr. 8vo. 2 Thlr. Heinsius (Professor), Theodor, die Bürger⸗ schule. Ein wissenschaftliches Lehr⸗ und Lernbuch für Knaben und Mädchen in Schul⸗ und Frei stunden. 6te verbesserte und vermehrte Ausgabe. (Bei Partieen von 25 u. m. Exemplaren à 10 sgr.) Hülfsbuch zur Instruction des Preuß. Infanteristen. S8vo. Brosch. 7]sgr. Die Jäger⸗Schwadron des 2ten Leib⸗Husaren⸗Regi⸗ ments in den Feldzügen 1813 und 1814. Zur 25 jährigen Erinnerung vom Wachtmeister G. Zum Besten bedürftiger Kameraden. Gr. 8vo. Brosch. 17 ½ sgr. 8 Koch, Joh. Fr. Wilh. (Hofrath), die Preußi⸗ schen Universiktäten. Eine Sammlung der Ver⸗ ordnungen, welche die Verfassung und Verwaltung dieser Anstalten betreffen. Erster Band: die Verfassung der Universitäten im Allgemeinen. Gr. 8vo. 3 ¼ Thlr. “ Romberg, J. H. F., die prophetischen Offenba⸗ rungen des Alten und Neuen Testaments. Ein Leitfaden beim christlichen Religions⸗Unterricht nach Anleitung der zehn Gebote und des Unser⸗ Vater, mit Venutzung des kleinen Katechismus von Luther. 2te verbesserte Auflage. 8vo. 7 ½ sgr. Troiaüski, J. K., ausführliches Polnisch⸗Deut⸗ sches Handwörterbuch zum Gebrauche für Deutsche und Polen. Nebst einem Anhange, das Verzeich⸗ niß unregelmäßiger Formen enthaltend. Neu⸗ ausgearbeitet. 2 Bände kompl. Gr. Lexikon⸗ Oktav. Kartonnirt. 6 Thlr. 8
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das im bürgerlichen und kaufmännischen Leben vorkommende
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Leipzig, den 24. Februar 1839.
Wilh. A. Rünzel.
In meinem Verlage ist erschienen und in Berlin durch die Voßsche Buchhandlung, Charlottenstraße Nr. 25, Ecke der Dorotheenstraße, zu beziehen:
Becker, Dr. K. F., nsahrliche Deutsche Grammatik als Kommentar zur Schnyl⸗ Grammatik, i 3te Abthlg. (Orthogra⸗
je), gr. Svo. à 1 Thlr. 7 ⅛ sgr., womee delsc⸗ enige Wert ga fl n e bn
e 1 Abtheilungen kostet die 1ste blr. 1
8g die 2te 1 Thlr. 20 sgr.
Es gereicht mir zum Vergnügen, bei dieser Gelegen⸗
heit den zahlreichen Verehrern des Herrn. Verfassers die angenehme Mittheilung machen zu können, daß derselbe binnen kurzem Zeit zur Bearbeitung einer neuen Ausgabe seines „Organism“, worauf man von so vielen Seiten “ wird. 8 Frankfurt a. M., im Februar 1839. “ G. F. Kettembeil.
8*
Copland, Dr. James, eneyklopädisches Wör-. terbuch der praktischen Medizin, mit Inbegriff
geworden 8 b durchaus unzugänglich geblieben und be, 9
r die Preußischen Staaten.
nmn 8 e
logischen Anatomie, so wie der durch Klima, eines für jeden Gebildeten, namentlich für Geschlecht und Lebensalter bedingten Affectio- Lehrer der Jugend, Studirende, Kaufleute nen, nebst einer nach pathologischen Grundsätzensund Freunde der Erdkunde wichtigen geo⸗
graphischen Werkes. Bei C. W. Leske in Darmstadt erschien und ist in
s ar 1 allen soliden Buchhandlungen zu haben, in Berlin bei
zepte, einer vollständigen Literatur und genauen E. S. Mittler (Stechbahn Nr. 3), auch in dessen
Aus dem Engl. übertragen und mit Handlungen zu Posen, Bromberg, Culm und Gnesen: I1n
“ der historisch-komparativen Geographie, von Dr. Karl Friedrich Merleker. Erstes Buch.
Die Geschichte der Geographie und der geographischen Entdeckungen, in Verbindung mit den wichtigsten Mo⸗ menten aus der Geschichte der Schifffahrt, der Kolo⸗ nieen und des Handels, von der ältesten bis
auf die neueste Zeit.
Gr. Svo. Geheftet. 27 ½ sgr. Was durch Untersuchungen auf dem Gebiete der Natur⸗Wissenschaften, der Geschichte und der Staats⸗
kunde, durch die Bestrebungen der geographischen und der Missions⸗Gesellschaften, durch die Forschungen der Reisenden zu Wasser und zu Lande, durch merfantili⸗ sche Unternehmungen, selbst durch kriegerische Expedi⸗ lionen jemals für die Erweiterung und Begründung
der Kenntniß des Erdkörpers geleistet worden ist, ha⸗ ben berühmte Männer meistens in gelehrten, umfang⸗ reichen Werken niedergelegt. Aber der Mehrzahl der Gebildeten, deren Zeit und Kraft anderweitige Berufs⸗ geschäfte in Anspruch nehmen, den Jünglingen ferner, die auf Gymnasien und Universitäten ihre Ausbildung erstreben, überhaupt dem größeren Publikum ist na⸗ mentlich die Geschichte der geographischen Studien und Entdeckungen mit den integrirenden Theilen der Ge⸗ schichte der Schifffahrt, der Kolonieen, des Handels ꝛc. entweder nur in den allgemeinsten Umrissen bekannt oder in jenen volummnösen Werken fast
schen Bedürfnisse daher noch durch kein Werk ganz
entsprochen worden. Darum kam es auf die Ausar⸗
beitung eines Werkes von mäßigem Umfange an, wel⸗ ches die Freunde der Erdkunde mit den wichtigsten
Leistungen für diese Wissenschaft seit den ältesten Zei⸗
ten bis auf den heutigen Tag in gedrängter Uebersicht
bekannt machte, den Jüngern das Lernen erleichterte und dennoch auch dem Geschäftsmanne, bei aller Kürze und Zeitgewinnung, eine interessante Lektüre darböte.
Wie weit dieses Ziel mit dem voranstehenden auch
äußerlich gut ausgestatteten Buche erreicht ist, mögen
die Leser beurtheilen. 8
Dieser ersten Abtheilung ist ein Plan des ganzen
Werks vorangedruckt. Die zweite Abtheilung: Umrisse
der mathematischen oder astronomischen Geographie, ist
unter der Presse. “
Lamé, G., Lehrbuch der Physik für höhere poly⸗ technische Lehr⸗Anstalten. Deutsch bearbeitet und mit den nöthigen Zusätzen versehen von Dr. C. H. Schnuse. 2r Band. Akustik. — Phvsskalische Theorie des Lichtes. (Allgemeine phvsikalische Theorie der Wellen.) Mit 6 lithograph. Tafeln. Gr. 8vo. Preis 2 ½¼ Thlr.
Was bei dem Erscheinen des ersten Bandes gesagt
wurde, gilt auch für diesen zweiten, der den dem
ersten gewordenen Beifall in noch größerem Maße verdient.
Adelstan, Job. Fr. (Pfarrer), Deutschland und Rom, oder Betrachtungen über die Acta Romana- 8vo. Geh. Preis 10 sgr.
Diese Schrift verdient die Aufmerksamfeit aller der⸗ jenigen, welche die religiös⸗politischen Begebenheitem Deutschlands zu beurtheilen und zu lenken den Beruff haben. Insbesondere giebt dieselbe über die Bewe⸗ gungen am Riederrhein, ihre Motive, Entstehung, Fort⸗ gang und Tendenz neue und sehr wichtige Aufschlüsse.
M. Johannes Huß, der Vorbote e csen⸗Verbesserung oder der Tod für Wahr⸗ heit und Christenthum. Ein Blick in die Vergan⸗ genheit zur Beachtung für die Gegenwart. 8vo. Geh. Preis 123 sgr.
Sowohl als biographischer Beitrag zur Geschichte der Reformatoren vor Luther, als auch in Beziehung auf die neuesten kirchlichen Ereignisse verdient die vor⸗ stehende Schrift besondere Aufmerksamkeit. Vorzugs⸗ weise in unserer Zeit scheint es von Interesse, aus denmn Spiegel der Vergangenheit zu ersehen, wie es war, als Glaubenszwang den Geist in Fesseln hielt, und, wie es seyn würde, weun die finstern Mächte der In⸗ toleranz und hierokratischer Tyrannei nicht ihre furcht⸗ baren und siegreichen Gegner fände. Unter den Kämpfern für Wahrheit, Menschenwürde und Glau⸗ bensfreiheit aber verdient Huß gewiß nicht die letzte: Stelle; er kann gewissermaßen als Vorbote der Kir⸗ chen⸗Verbesserung betrachtet werden. Sein Leben, Wirken und seine Lehre sind in vorbenannter Schrift.⸗
lichtvoll und treu geschildert.
1“
Berlin, Montag den gun April
T —
Kronik des Tages.
“ Bekanntmachung.
Vom 1. Mai c. ab werden zwischen Berlin und Posen, auf dem Wege uͤber Kuͤstrin und Schwerin, nachstehende Post⸗ Verbindungen bestehen:
1) eine woͤchentlich viermalige, von Conducteuren begleitete Schnellpost, zu welcher neunsitzige Wagen in Anwendung kommen.
Dieselbe geht aus Berlin ab: 8
Sonntag, Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, 7 Uhr Abends, und koͤmmt in Posen an:
Montag, Mittwoch, Freitag, Sonntag, 9 —9 ¼ Uhr Abends.
Aus Posen wird sie nach Berlin abgefertigt: Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag, 6 Uhr fruͤh, und trifft in Berlin ein:
Dienstag, Mittwoch, Freitag, Sonnabend, 8 Uhr Morgens.
2) eine woͤchentlich dreimalige, von Schirrmeistern beglei⸗ tete Fahrpost, zu welcher sechssitzige Wagen in Anwendung kom⸗ men, mit folgendem Gange:
Abgang aus Berlin:
Montag, Mittwoch, Freitag, 7 Uhr Abends.
. Ankunft in Posen: Mittwoch, Freitag, Sonntag, 4 ¾ Uhr fruͤh. Abgang aus Posen nach Berlin:
Dienstag, Freitag, Sonnabend, 8 Uhr Abends. Ankunft in Berlin:
Donnerstag, Sonntag, Montag, 5 ¾ Uhr fruͤhy.
Durch diese Einrichtung ist dafuͤr gesorgt, daß Brief⸗
Berlin nach Posen und vice versa koͤnnen.
Die saͤmmtlichen Seitenposten des Berlin⸗Posener Post⸗ Courses werden mit den oben erwaͤhnten Posten in genaue Ver⸗ bindung gesetzt werden.
Berlin, den 5. April 1839. 6
General⸗Post⸗Amt.
on taͤglich abgesendet werden
Bei der am 3ten, 4ten und 5ten d. M. geschehenen Ziehung der Aten Klasse 79ster Koͤnigl. Klassen⸗Lotterie fiel der 1ste Haupt⸗ gewinn von 12,000 Rthlr. auf Nr. 86,681; die naͤchstfolgenden 2 Gewinne zu 4000 Rthlr. sielen auf Nr. 4224 und 99,146; 3 Gewinne zu 3000 Rthlr. auf Nr. 78,530. 95,115 und 96,677; 4 Gewinne zu 1200 Rthlr. auf Nr. 26,044. 40,742. 85,596 und 93,139; 5 Gewinne zu 1000 Rthlr. auf Nr. 67,867. 68,431. 69,081. 81,288 und 100,353; 10 Gewinne zu 500 Rthlr. auf Nr. 11,422. 19,441. 36,336. 36,601. 60,961. 64,431. 66,456. 83,970. 95,449 und 98,217; 25 Gewinne zu 300 Rthlr. auf Nr. 4859. 18,359. 18,639. 20,084. 22,765. 26,669. 27,401. 34,604. 36,742. 38,069. 40,721. 42,085. 43,524. 48,806. 53,375. 57,485. 58,637. 61,007. 61,783. 62,912. 64,956. 70,663. 73,139. 94,426 und 108,254; 50 Gewinne zu 200 Rehlr. auf Nr. 2716. 3802. 4323. 4974. 5069. 7278. 12,901. 21, 144. 22,092. 26,438. 29,243. 29,689. 31,365. 35,201. 40,788. 40,919. 42,949. 45,305. 45,979. 46,329. 47,330. 49,514. 52,108. 53,821. 54,437. 54,800. 58,286. 62,352. 65,367. 65,646. 66,879. 67,658. 69,983. 71,017. 71,085. 71,640. 80,708. 82,658. 84,925. 85,975. 86,793. 91,258. 91,670. 92,926. 94,045. 97,914. 102,657. 105,877. 106,119 und 111,875; 100 Gewinne zu 100 Rthlr. auf Nr. 114. 5829. 6565. 7248. 7303. 7329. 9135. 9698. 14,198. 15,179. 16,835. 17,595. 17,661. 18,198. 19,651. 20,118. 21,419. 21,848. 24,993. 26,810. 27,631. 28,519. 29,166. 32,989. 3 1,895. 37,997. 38,657. 38,913. 38,949. 41,027. 41,254. 41,927. 45,976. 48,641. 49,104. 49,410. 49,625. 39,808. 49,826. 50,339. 50,517.50,642. 50,774. 51,634. 52,334. 52,778. 55,005. 55,495. 55,656. 59,049. 62,538. 63,052. 64,908. 66,749. 68,634. 69,005. 69,097. 69,971. 70,973. 72,543. 73,290. 75,847. 75,892. 75,956. 75,973. 76,006. 77,198. 80,070. 81, 150. 81,628. 81,896. 82,153. 82,393. 83,574. 85,164. 85,470. 86,411. 86,530. 86,987. 87,165. 88,019. 88,959. 90,067. 95,334. 97,453. 98,163. 98,495. 99,021. 101,047. 101,078. 101,938. 103,150. 105,980. 106,215. 107,806. 108,927. 109,110. 110,240, 110,684 und 111,560.
Der Anfang der Ziehung öter Klasse dieser Lotterie ist auf den 7. Mai d. J. festgesetzt.
Beerlin, den 6. April 1839. Koͤnigl. Preuß. General⸗Lotterie⸗Direction.
Den Tuch⸗Fabrikanten Bauke und Schloͤsser hierselbst ist unterm 4. April 1839 ein Patent auf eine durch Zeichnung und Beschreibung nachgewie⸗ sene und in dieser Zusammensetzung fuͤr neu und eigen⸗ thuͤmlich erachtete mechanische Einrichtung an den Fein⸗ spindel⸗Baͤnken fuͤr Wollengarn zum Messen und Zaͤh⸗ len des aufgespulten Garns, so wie zum gleichfoͤrmigen 8 Aufschlagen desselben fuͤr den Zeitraum von Fuͤnf Jahren, von jenem Termin an ge⸗ rechnet, und den Umfang der Monarchie ertheilt worden.
Angekommen: Der General⸗Major und ad inter. Com⸗ mandeur der 1sten Division, Graf von Kanitz, von Stettin.
Zeitungs⸗Nachrich ten. EEE9 d.
5 Rußland und Polen.
St. Petersburg, 30. Maͤrz. Mehrere Offtziere des Kaukasischen Armee⸗Corps haben Auszeichnungen durch Orden und Ehrensaͤbel erhalten fuͤr die im Jahre 1838 bewiesene Tapferkeit beim Zuruͤckschlagen der Lesghier von der Festung
Der gegenwaͤrtig in Berlin sich aufhaltende Wilnaische Kaufmann erster Gilde, S. H. Heimann, ist zum Kommerzien⸗ Rath ernannt worden. .
Die Frau eines Bauern im Chersonschen Kreise wurde im vorigen Monate von fuͤnf lebenden Kindern — vier Toͤchtern und einem Knaben — entbunden. Da jedoch die Entbindung in Folge eines Falles, den die Frau erlitten, zu fruͤh erfolgt war, so starben die uͤbrigens ausgewachsenen und wohlgebilde⸗
ten Kinder bald nach ihrer Geburt. AUeber den in Rußland fruͤher oft vorgekommenen und jetzt wieder eingefuͤhrten Bau sogenannter Topfgewoͤlbe enthaͤlt die Nordische Biene folgende Notiz: „Da jetzt der Bau von
essant zu erfahren, daß diese Bauart
Rußland bekannt war. Beim Abtragen des steinernen Fußbo⸗ dens und Gewoͤlbes im Kreml⸗Palaste in Moskau (welcher neu aufgebaut wird), hat sich gezeigt, denselben aus Toͤpfen gemacht ist. Dieselben beginnen von der ersten Anlage des Gewoͤlbes und sind ohne Sorgfalt mit Moͤr⸗ tel und zerschlagenen Backsteinen in Reihen aufeinandergelegt. Jede Topfreihe ist mit Baumrinde belegt, die durch die Zeit verwest ist. Auf den Toͤpfen befindet sich eine Lage von Back⸗ steinen, auf dreierlei Weise gemauert auf die glatte Seite, mit
den Spitzen zusammenstehend und auf die schmale Seite uͤbri⸗ gens ohne alle Sorgfalt zusammengelegt. Auf diesem Gemaͤuer sind Stein⸗Gewoͤlbe und sogar Mauern von drei Backsteinen Breite aufgefuͤhrt; die Schwere derselben hat nicht die gering⸗ sten Risse in die Toͤpfe gemacht. Letztere sind gut gebrannt, haben die Form gewoͤhnlicher Kochtoͤpfe, sind 6 bis 13 Wer⸗ schok hoch und haben 3 ½ bis 10 Werschok im Durchmesser. Die Backsteine des Gewoͤlbes haben eine Laͤnge von 7 ½ und eine Breite von 3 ⅛¼ Werschok.“
Gestern Abend hatten wir hier wieder eine Kaͤlte von 11 Gr. Réaumur.
In der Sitzung der Kaiserl. Akademie der Wissenschaften vom 13ten v. M. uͤberreichte Herr Hamel eine hermetisch ver⸗ schlossene Buͤchse mit Rindfleisch, welche derselbe, nebst mehre⸗ ren anderen, im Jahr 1814 auf der unweit London in Ber⸗ mondsey befindlichen Fabrik der Herren Donkin, Hall und Gamble bekommen hatte. Auf dieser Fabrik wurden verschie⸗ dene Arten Fleisch und andere Eßwaaren aus dem Thier⸗ und Pflanzenreich nach einer Methode, fuͤr welche jene Herren ein Patent erhalten hatten, so zubereitet, daß sie sich auf lange Zeit im frischen Zustande erhalten, was bekanntlich fuͤr die Marine, besonders bei langen Seereisen von großer Wichtigkeit ist. Die erwaͤhnte Buͤchse war seit dem Jahr 1814 bis jetzt im Museum unseres Manufaktur⸗Departements aufbewahrt worden. Herr Hamel schlug vor, sie waͤhrend der Sitzung oͤffnen zu lassen, damit die Mitglieder der Akademie sich von dem Zustande des in derselben ein Vierteljahrhundert lang eingeschlossen gewesenen Fleisches uͤberzeugen moͤchten. Nach Oeffnung der Buͤchse, auf G die “ und das Datum 3. Maͤrz 1814 be⸗
ndlich, wurde das Flei anz vollkommen frise ¹ tem Geschmack befunden. “
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Franirelhb.
Paris, 2. April. Die Blaͤtter aller Parteien beginnen bereits uͤber das neue Ministerium herzufallen, besonders aber uͤber den Herzog von Montebello, der sich auch in Frankreich durch sein Benehmen in der Conseilschen Angelegenheit unpopu⸗ lair gemacht hat. Gegen Herrn von Gasparin, bisherigen Po⸗ lizei-Direktor, und Herrn Tupinier, den Berichterstatter des Disjunctions⸗Gesetzes, werden nicht minder heftige Angriffe ge⸗ schleudert. Die Unbedeutendheit und Meinungslosigkeit der mei⸗ sten Mitglieder des neuen Kabinets, seine Erklaͤrung, vom Schau⸗ platze abtreten zu wollen, sobald die Stimmung der Kammer sich kundgegeben haben wuͤrde, vermag dasselbe nicht zu schuͤtzen. Es ist ja ein Hinderniß, das aus dem Wege geraͤumt werden muß, und es handelt sich ja darum, wer den leeren Platz ein⸗ nehmen soll. Die Krise, koͤnnte man uͤberhaupt sagen, ist kei⸗ nesweges beendet, die Laͤnge derselben zeigt, welche wichtige Fra⸗ gen auf dem Spiele stehen, und daß in der Geschichte Frank⸗ reichs eine der wichtigsten Wendepunkte seit der Juli⸗Revolution eingetreten ist. Aber die Loͤsung der Schwierigkeit selbst ist um nichts weiter gebracht, nur hinausgeschoben, und der Streit der Prinzipien wird von neuem beginnen. Am heftigsten spricht sich der Messager aus, und seine Entruͤstung ist allerdings sehr begreiflich, wenn man seine Stellung zu Herrn Thiers und zum Marschall Soult bedenkt. „Nach drei Monaten ei⸗ ner peinlichen Lage und taͤglicher Taͤuschungen,“ sagt er, „ha⸗ hen wir also endlich dieses Resultat erhalten. Das abtretende Kabinet ist sein eigener Nachfolger geworden und wunderbar genug, es ist ihm gelungen, etwas Unzureichenderes und Unkon⸗ stitutionnelleres als sich selbst zu finden. Die Combination, welche der „Moniteur“ gestern verkuͤndet hat, ist nichts Ande⸗ res, als eine neue Auflage des 15. April. Dasselbe besteht aus Commis des vorigen Kabinets, hat keinen bedeutenden Namen, keinen einzigen großen Redner, fuͤr ein solches Provi⸗ sorium haͤtten nur Menschen ohne bestimmte Ansichten und
seyn schien. Wir haben eine der schmerzlichsten Krisen durch⸗ gemacht, welche die constitutionnelle Regierung vielleicht je zu bestehen gehabt hat. Wir glaubten, am Zeele zu seyn, und nun findet es sich, daß noch nichts gethan ist, daß noch nicht einmal ein Anfang gemacht ist. Die Kammer hat gewollt, und sie ist aufgeloͤst worden; die Waͤhler haben gewollt, und man nimmt auf ihre Gesinnung keine Ruͤcksicht. Und dem Lande wirft man
Hohn und Spotte hin.“ — Das genannte Blatt untersucht so⸗ dann, was es denn eigentlich mit einem sogenannten interimisti⸗ schen Ministerium auf sich habe, und fragt: „Was bedeute
ein solches Ministerium? Uebernimmt es die Fortsetzung der ministeriellen Verantwortlichkeit? Das ist nicht moͤglich, sollte
man glauben, und dennoch ist es so, wenn auch nicht dem An V
scheine nach, doch in der Wirklichkeit. Bei der Diskussion de
Adresse sagte Herr Guizot: „„Wenn der Koͤnig sich ein Mi
nisterium auf der Straße auflaͤse.““
Damals schrie man laut
auf. Es war eine Hypothese, welche Herr Gutzot selbst fuͤr
Dennoch wird es dahin mit den In⸗
laͤcherlich erklaͤrte. Mit den Interims⸗Ministern
terims⸗Ministern kommen.
Topfgewoͤlben in einigen Gemächern des Winter⸗Palastes die oͤß ichti 1 Ver ichkeit ver d. Winter⸗Palastes geht der groͤßte und wichtigste Theil der Verantwortlichkeit ver⸗ Aufmerksamkeit des Publikums auf sich zieht, ist es sehr inter⸗ loren, naͤmlich die moralische Verantwortlichkeit. — Das Jour⸗ schon laͤngst bei uns in nal des Debats nimmt sich auch gerade nicht sehr warm des
neuen Ministeriums an, und sucht dasselbe eben nur durch die Um⸗ staͤnde zu rechtfertigen. Es sagt: „Man kann sich uͤber das interi⸗
daß das Gemaͤuer zwischen mistische Ministerium lustig machen, aber da ein Spott die
Sache selbst nicht aͤndert, so wird man vielleicht einsehen, daß ein provisorisches Ministerium, wir wollen nicht sagen, das beste, — denn die Lage der Dinge laͤßt nichts Gutes zu, — aber doch das am wenigsten schlechte und gefaͤhrliche war. Die Kammern konnten nicht laͤnger prorogirt werden. Gewiß hat Fortsetzung der ministeriellen Krise unter der Leitung und Kon⸗ trolle der Kammern manche Uebelstaͤnde. Aber es waäͤre weit unangemessener gewesen, die Eroͤffnung der Kam⸗ mern ohne Nutzen hinauszuschieben; denn ein Aufschub hilft zu nichts. Derselbe dient im Gegentheil nur da⸗ zu, die Partei⸗Eifersucht und die Partei⸗Feindschaften zu entwickeln. Wenn eine ministerielle Krisis 8 Tage dauert, so ist leicht zu fuͤrchten, daß sie ewig dauern werde. Jeder Tag, jede Stunde bereitet eine neue Schwierigkeit. Die An⸗ wesenheit der Kammern ist dann ein Vortheil und kein Nach⸗ theil; sie beschleunigen die Langsamkeit der Kabinetsbildung, aber sie halten auch den persoͤnlichen Ehrgeiz in Schranken.”)
Das Journal des Debats sagt uͤber die bevorstehende Eroͤffnung der Kammer⸗Sitzungen: „Die Vorbereitungen fuͤr die Koͤnigliche Sitzung am Donnerstag den 4. April sind seit mehreren Tagen beendet. Die Deputirten sind zu einer vorbe⸗ reitenden Sitzung auf Mittwoch den 3. April zusammenberufen worden. Am Freitage beginnen die Arbeiten der Kammer un⸗ ter dem Vorsitze des Alters⸗Praͤsidenten.
Dem Journal des Doebats zufolge, wuͤrde am 4. April die Deputirten⸗Kammer mit einer Koͤniglichen Sitzung eroͤffnet werden. Dies scheint sich indessen nicht zu bestaͤtigen, und den neuesten Nachrichten zufolge, ist der Thron, der in der Depu⸗ tirten⸗Kammer aufgerichtet war, weggeschafft worden.
Seit dem Bestehen des provisorischen Ministeriums hoͤrt man nichts mehr von ferneren Unterhandlungen. Dieselben scheinen fuͤr jetzt ganz aufgegeben zu seyn, und duͤrften wohl erst nach Ernennung des Präͤsidenten und der Secretaire der Deputirten-⸗Kammer wieder aufgenommen werden.
Die Mitglieder des neuen Kabinets haben, mit Ausnahme des Herrn von Gasparin, der seine bisherige Wohnung beibe⸗ haͤlt, ihre Minister-Wohnungen bezogen.
Paganini wird gefaͤhrlich krank gesagt, es soll wenig Hoff⸗
nung zu seiner Wiederherstellung vorhanden seyn.
Die Eisenbahn von Paris nach Versailles auf dem rech⸗ ten Seine⸗Ufer liefert den Beweis, wie sehr auch in Frankreich die urspruͤnglichen Kostenanschlaͤge bei solchen Gelegenheiten uͤberschritten zu werden pflegen. In dem Anschlage der Regie⸗ rung waren die Baukosten auf 4 Millionen veranschlagt wor⸗ den; nach dem letzten Berichte wird sie aber 10,400,000 oder mehr als das Doppelte kosten. Dazu kommen noch 2,600,000 Franken fuͤr Transportmittel und 500,000 Franken fuͤr andere Ausgaben, so daß die Gesammt⸗Summe auf 13,500,000 Fran⸗ ken steigt. Da der Gesellschafts⸗Fonds sich nur auf 11 Millio⸗ nen belaͤuft und die Baukosten und die Erwerbung des Mate⸗ rials denselben schon um 2,500,000 Fr. uͤbersteigen, so ist die Gesellschaft genoͤthigt, wenigstens noch ein Kapital von 4 Mil⸗ lionen aufzunehmen. Indeß darf die Gesellschaft auch wohl auf eine sehr bedeutende Einnahme rechnen, denn es werden jetzt schon jaͤhrlich 12 bis 1,500,000 Reisende nach Versailles, St. Cloud, Courbevoie, Seoͤvres befoͤrdert. Von Paris nach St. Germain wurden fruͤher jaͤhrlich 350,000 Reisende befoͤr⸗ dert; seit der Eroͤffnung der Eisenbahn ist diese Zahl auf 1,200,000 Reisende gestiegen. 8
Paris, 27. Maͤrz. Es ist aͤußerst charakteristisch, mit welcher Geschaͤftigkeit sowohl die Englische, wie die
Franzoͤsische Oppositions⸗Partei die Verhaͤltnisse und Zu⸗
stände benachbarter Staaten benutzt, um aus denselben Vor⸗ wuͤrfe und Anschuldigungen gegen ihre eigenen Regierungen her⸗ zuleiten. Auf solche Weise geben, wie jeder aufmerksame Leser der Britischen und Franzoͤsischen Zeitschriften ohne große An⸗ strengung finden wird, sowohl die verschiedenen Englischen Re⸗
views, so wie die Zeitungen und Journale der mannigfaltigsten
) merksam zu machen ohne bestimmte Farbe gepaßt, oder doch wenigstens Maͤnner, Deutsche Zoll⸗V welche aus saͤmmtlichen Parteien der Kammer hervorgegangen beiden genannten Laͤnder bedroht; diese angeblichen Gefahren waͤren. Aber anstatt dessen haben wir eine Zusammenstellung sind es namentlich, welche auch bei Gelegenheit der kuͤrzlich von Maͤnnern erhalten, welche sich mit dem vorigen Systeme zwischen Preußen und Holland gepflogenen Unterhandlungen bloßgegeben hatten, und welches fuͤr immer entfernt zu wegen Erleichterung des Verkehrs und der Schiff⸗
Art und Farbe in Frankreich seit langer Zeit sich Muͤhe, immer wieder und mittelst derselben Argumente auf die Gefahren auf⸗
mit denen nach ihrer Ansicht der große erein die Industrie und den Handel der
fahrt der Franzoͤsischen Opposition Anlaß zu leidenschaftli⸗ chen Diatriben gegeben haben, in denen indessen weder die Verhaͤltnisse des Auslandes, noch die Frankreichs selbst rich⸗ tig gewuͤrdigt werden. Es gereicht zum Trost, zu bemerken, wie dergleichen Ansichten und Urtheile weder bei den besonnenen Franzoͤsischen Staatsmaͤnnern, noch bei dem urtheilsfaͤhigen groͤ⸗ ßeren Publikum in Frankreich Anklang oder Eingang finden.
zur Entschaͤdigung fuͤr die Geduld, mit der es ohne Murren Den Beweis liefert ein gruͤndlicher und interessanter Artikel den langen Geburtswehen zugesehen hat, ein Ministerium zum in der „Presse“ vom 7ten d. M., welcher, mit eben so viel Sach⸗
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