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um eine Adresse zu berathen, der Versammlungs⸗Saal von den Tories gestuͤrmt; der Mayor war genoͤthigt, die Aufruhr⸗Akte zu verlesen, und die Unruhen endigten erst spaͤt in der Nacht. Die sämmtliche reitende Artillerie von Woolwich hat den Befehl empfangen, jeden Augenblick in Bereitschaft zu seyn, um 8 den —+% Distrikten des noͤrdlichen Englands ab⸗ marschiren zu koͤnnen. Die Methodisten Prediger haben den Beschluß gefaßt, jedes Mitglied ihrer Sekte, das an den Chartistischen Umtrieben Theil naͤhme, aus ihrer Gemeinde auszustoßen. 42— und Bath haben die Chartisten gestern wieder vergebliche Ver⸗ suche gemacht, die Masse des Volks in ihr Interesse zu ziehen; die Karren, auf denen sie ihre Reden hielten, wurden umge⸗ worfen, und die Redner mußten sich aus dem Staube machen. Die Anzahl der bis jetzt aus Irland nach England beor⸗ derten Truppen belaͤuft sich auf 8356 Mann; im ganzen Suͤ⸗ den Irlands befinden sich nur noch 3000 Mann. 1 Aus Rio Janeiro sind Nachrichten bis zum 23. Februar hier eingegangen. Die Regterung hatte begonnen, die ausge⸗ gebene Masse der umlaufenden Schatz⸗Billets zu vermindern; es kam daher wieder mehr Geld in das Publikum, und der
Zinsfuß war im Fallen.
London, 24. Mai. Der Geburtstag Ihrer Majestaͤt der Koͤnigin Victoria wurde gestern durch Glockengelaͤut, Salven des Geschuͤtzes im Tower, Illumination und Minister⸗Diners efeiert, und bei Ihrer Majestaͤt war glaͤnzender Cercle. Am
Tage vorher hielt die Koͤnigin ein Lever, zu welchem sich, so wie zu dem gestrigen Cercle, auch der Großfuͤrst Thronfolger von Rußland und der Prinz Heinrich der Niederlande einfan⸗
den, und bei welchem Ihrer Majestaͤt wieder mehrere Adressen uͤberreicht wurden, in denen ihr zu der den Forderungen der Tories gegenuͤber bewiesenen Festigkeit Gluͤck gewuͤnscht wird.
Die verwittwete Koͤnigin ist nun von ihrer Reise nach Malta gluͤcklich und wohlbehalten wieder in England eingetroffen.
Am Dienstage haben der Großfuͤrst Thronfolger von Ruß⸗ land und der Prinz Heinrich der Niederlande die Universitaͤt Orford besucht, und es ist Beiden daselbst das Doktor⸗Diplom fuͤr das Civil⸗Recht verliehen worden.
Die Edinburger Liberalen hielten am Donner stag eine große Versammlung, welche die angesehensten Whigs und Radikalen dieser Stadt beigewohnt zu haben scheinen. Die Radikalen brachten darin einen Beschluß in Antrag, durch welchen es fuͤr
nothwendig erklaͤrt werden sollte, daß das Ministerium die ge⸗
heime Abstimmung, die Abkuͤrzung der Parlamente und die Aus⸗ dehnung des Wahlrechts zu Kabinetsmaßregeln mache. Diesem Antrage wurde ein Amendement entgegengestellt, welches offene Fragen aus jenen Resormen zu machen empfahl. Es kam zu einer voͤlligen Abstimmung daruͤber, und das Amendement der
Whigs ging mit einer Majoritaͤt von etwa 20 Stimmen durch. Man glaubt nun, daß beide Parteien sich in der Ausfuͤhrung dieser Entscheidung vereinigen werden. Der Courier haͤlt es auch fuͤr das rathsamste, daß man jene Reformen zu offenen Fragen mache, denn, sagt er, im entgegengesetzten Falle wuͤrden sich gewiß einige Mitglieder des Kabinets, die das Land nicht gut entbehren koͤnne, aus dem Ministerium zuruͤckziehen, und es woͤre außerdem dabei noch der Uebelstand, daß, wenn zum Bei⸗ spiel die geheime Abstimmung als ministerielle Frage vorge⸗ bracht und vom Unterhause verworfen wuͤrde, eine zweite Re⸗
signation des ganzen Kabinets erfolgen, und die Krone wie⸗ derum den Demuͤthigungen ausgesetzt seyn duͤrfte, die ihr von den Tories so eben erst zugemuthet worden, denn den anderen Ausweg, eine Aufloͤsung des Parlaments, koͤnne die liberale Partei nicht eher eingeschlagen zu sehen wuͤnschen, als bis voll⸗
kommene Eintracht in ihre Reihen zuruͤckgekehrt sey, die ihr
jetzt leider fehle, und ohne die ihr neue allgemeine Wahlen eher schaden als nutzen koͤnnten.
Sir Lytton Bulwer hat in einer Versammlung seiner Kon⸗ stituenten zu Lincoln erklaͤrt, die Minister haͤtten, um die Un⸗ terstuͤtzung des Volkes zu gewinnen, den Beschluß gefaßt⸗ die Reduction des Briefporto’'s auf einen Penny einzuraͤumen, die geheime Abstimmung zu einer offenen Frage zu machen, einen umfassenden Plan fuͤr den Volks⸗Unterricht einzubringen, die
uͤber die Entrichtung der Steuern handelnden Klauseln der
Reformbhill aufzuheben und durch Zulassung von Zehnpfund⸗ Waͤhlern in den Grafschaften, so wie durch Creirung einer
neuen Klasse von Freibuͤrgern in den Stäaͤdten und Flecken das
Wahlrecht auszudehnen. Der Courier scheint aber an der Richtigkeit dieser Versicherung noch sehr zu zweifeln, denn er
pricht den Wunsch aus, daß Sir L. Bulwer nicht seine Hoff⸗ nung fuͤr seine Ueberzeugung genommen haben und nicht irrig berichtet seyn moͤchte.
Nachrichten aus Lissabon vom 13. Mai zufolge, ist die Feindschaft der Familien Palmella und Sampajo fast eben so bedeutsam fuͤr die Bevoͤlkerung von Lissabon, als einst die der Capulets und Montagues fuͤr ihre Mitbuͤrger geworden. Kuͤrz⸗ lich gab diese Anlaß zu einem gluͤcklicherweise blutlosen Kampfe:
Die Tochter der Graͤfin von Povsg, welche Letztere auf Seiten der Sampajos war, sollte mit dem Sohne Palmella's verhei⸗ rathet werden. Gleich nach dem Abschlusse des Heiraths⸗Ver⸗ trages schrieben Braut und Braͤutigam an die Graͤfin, und forderten von ihr die Raͤumung des Hauses, in welchem sie wohnte, weil es das Cigenthum der Tochter sey. Da sie es
veerweigerte, so waͤhlten die Palmella's das Kuͤrzere, sich mit Gewalt in den Besitz zu setzen. Eine Abtheilung ihrer Die⸗ nerschaft, die abgesandt wurde, fand aber das Haus wohl und vertheidigt; sie zog sich zuruͤck, aber kam
jedoch bald durch 60 Soldaten verstaͤrkt wieder, erbrach die Thuͤren und machten sich zum Heren der Feste. Die Be⸗ satzung war durch die Hinterthuͤren entflohen; nur die alte Grafin hielt muthig auf ihrem Grund und Boden aus. Sie wurde also gefangen genommen, aber ihr alsbald freigestellt, zu gehen, wohin sie wolle, nur hleiben duͤrfe se nicht. Zwei Naͤchte darauf wurde ein unbewohntes Haus, neben dem Palaste Pal⸗ ie Sampajos sind endlich voͤllig be⸗
mella's, niedergebrannt. G siegt worden, nachdem sie alles aufgeboten haben, um die Ober⸗
hand zu behalten. Zu diesen Versuchen gehoͤrt auch, daß der
Gouvernante der jungen Graͤfin in einem Briefe, unterzeichnet A. Sampajo, eine Belohnung von 100,000 Fr. zugesichert wurde, wenn sie jene in ein hezeichnetes Haus bringen wollte. Ein zweiter enthielt noch Drohungen. Die Gouvernante war aber nicht zu bestechen, sondern zeigte die Sache dem Herzoge von Palmella an, der den Herrn A. Sampajo gerichtlich ver⸗ olgen wird. 88
8 Aus Veracruz sind Nachrichten bis zum 27. Maͤrz hier eingegangen, denen zufolge der unter Britischer Vermittelung zwischen Mexiko und Frankreich abgeschlossene Traktat zwar von ersterer Seite ratiftzirt und dem Admiral Baudin zuge⸗
nach der Hauptstadt zuruͤckgesandt worden war. Der Admiral hielt unterdeß das Kastell deß zweifelte man in Beracruz nicht an gleichung der Differenzen. Den Mexikanischen Regierungstrup⸗ pen unter General Coß war von den Foöͤderalisten unter Mexia am 15. Mäaͤrz in der Naͤhe von Tuspan eine vollstaͤndige Nie⸗ derlage beigebracht worden, und sie hatten kapituliren muͤssen. Bustamente hatte sich darauf selbst an die Spitze eines gegen Tampico bestimmten Truppen⸗Corps gestellt. rerseits unter General Urrea, welche Tampico und die ganze uͤste suͤdlich vom Taspanflusse im Besitz haben, schifften am 3. Maͤrz 600 Mann Truppen auf vier kleinen Amerikanischen Schoonern zu einer geheim gehaltenen Expedition ein; Einige laubten, es werde mit dieser Streitmacht eine Landung in
In Liverpool 9
Bruͤssel, 23. Mai. Heute wurde der Prozeß gegen Bar⸗ thels und Kats vor dem Assissen⸗Gericht verhandelt. Zusammentreten der Geschwornen wurde die Anklage⸗Akte ver⸗ lesen und das Verhoͤr der Angeklagten eröffnet. Es hatte sich eine zahlreiche Volksmenge eingefunden, so daß man nur mit vieler Muͤhe in den Sitzungssaal gelangen konnte. Um ein Uhr war das Verhoͤr von Kats noch nicht beendet.
stern nahm sie die Gesetz⸗Entwuͤrfe uͤber die Gerichts⸗Einthei⸗ lung Luxemburgs und Limburgs und uͤber die administrative Eintheilung Limburgs an. seyn, alle seit vierzehn Tage eingereichten Gesetz⸗Entwuͤrfe zu berathen, bevor die Vollmachten der Deputirten ablaufen, welche im naͤchsten Monat austreten. wuͤrde die Eroͤffnung der neuen Session schon vor der in der Verfassung bestimmten Epoche, und zwar am 15. September eintreten, damit alle ruͤckstaͤndigen Entwuͤrfe erledigt und das Budget vor dem 1.
der Provinz Limburg bezuͤglichen Gesetz⸗Entwurfs erklaͤrten sich die Minister der oͤffentlichen Arbeiten und des Unterrichts fuͤr die Eintheilung in Hrei Bezirke. Der Vorschlag der Central⸗ Section fuͤr zwei Bezirke wurde mit 30 gegen 29 Stimmen angenommen. Das Ministerium gerieth also durch seine Schuld, naͤmlich durch Abwesenheit des Finanz⸗Ministers, in Nachtheil, denn nach §. 38 der Constitution wird ein Vorschlag als ver⸗ worfen erachtet, wenn die Stimmen getheilt sind.
in Bezug auf die Auswechselung des Traktats vom 19. April erhalten haben; der Graf Lehon ist auf seinen Posten in Paris zuruͤckgekehrt, nachdem er sich uͤberzeugt hatte, daß sich keine neuen Schwierigkeiten erheben werden. 1t
brunst in der Gemeinde Stockheim am 19. April verursachten Schadens vornehmen lassen; der Betrag desselben belaͤuft sich auf 381,035 Fr., wovon jedoch 171,600 Fr. fuͤr assekurirtes Eigenthum in Abzug gebracht werden muͤssen. 1
vertheilen sich unter 41 Ehelose, 102 Verheirathete mit 212 Kindern und 33 verwittwete Personen. gluͤcklichen soll eine Landes⸗Kollekte veranstaltet werden.
gestern beiden Fuͤrstliche Familie wird von hier aus die Reise nach London
fortsetzen und der Herzog sich sodann mit seinen Soͤhnen nach Lissabon begeben.
um die Ruͤckkehr ihres Vaters und ihrer Bruͤder bei ihrer erlauchten Cousine, der Koͤnigin von Großbritanien, abzu⸗
warten.
tung: „ s male. feindliche Zwiespalt unter den verschiedenen kirchlichen Bekenntnissen sich bei uns und bei Millionen unserer Bruͤder in dem Entwickelungsgange dreier Jahrhunderte durch Bildung und Gesetz in eine friedliche Scheidung der Kirchen, und in ein christlich nachbarliches Beisammenwohnen ihrer Anhaͤnger, denen Allen dasselbe Evangelium Heil verkuͤndet, allmaͤlig gewandelt hat, und noch immerfort umwandelt. Diese Eintracht in gegenseitiger Achtung und Liebe leuchtete aus dem ganzen Charakter Volkes hervor: wurde 1 Bruderzwistes gestort, noch in seiner Reinheit reformirte Kirche Leipzigs folgte der Einladung des — und schloß sich bruͤderlich zu gleicher Theilnahme an; wir sahen mehrere unserer katholischen Mitbuͤrger in dem Festzuge und an der Festtafel; Katholiken schmuͤckten und erleuchteten ihre Haͤuser und Gaͤrten, aus Achtung fuͤr das, was ihren durch so viele Bande der Freundschaft und des Gemeingeistes mit ihnen verbruͤderten Mitbuͤrgern das Heiligste ist: das freie Be⸗ kenntniß des evangelischen Glaubens, — und fuͤr das, was ihnen selbst, wie uns Allen, das Hoͤchste im Buͤrgerthum ist: Wohlwollen, Vertrauen und Liebe unter und gegen einander.
gen geheimen Berathung der Kammer der Abgeordneten, uͤber den Bedarf des Departements der auswaͤrtigen Angelegenheiten scheinen die Rubriken: Besoldungen des Ministeriums, Gesandt⸗ schaften, besondere Sendungskosten und die Exigenz zur Erfuͤl⸗ lung der Bundespflicht erledigt worden zu seyn. Haupt⸗Finanz⸗Etat wurde hierfuͤr angesonnen:
fuͤr 1841 — 42 196,804 Fl. 21 Kr. In der heutigen Sitzung bewilligte die Kammer die Ansaͤtze fuͤr den Lehenrath, und das Haus⸗ und Staats⸗Archiv und den Dispositions⸗Fonds. Die Kommission hatte nun auch den §. 79 des Rechenschafts⸗Berichts begutachtet, betreffend naͤmlich eine Ausgabe von jaͤhrlichen 1500 Fl.
rung geschrieben wuͤrde.
schrieben werden, so wuͤrden die Federn aller Censoren leer wer⸗
schickt, von diesem aber, wegen einiger in den Ausdruͤcken des⸗ elben in Mexiko vorgenommenen Veraͤnderungen noch einmal
““
an Juan de Ulloa noch besetzt, in⸗ er guͤtlichen Aus⸗
Die Foͤderalisten
eracruz beabsichtigt. Belgien.
Nach dem
Die Repraͤsentanten⸗Kammer zeigt sich thaͤtiger als je; ge⸗ Dennoch duͤrfte es kaum moͤglich
Daher heißt es auch,
Janugr votirt werden koͤnne. ei der Berathung des auf die administrative Eintheilung
Gestern soll Herr van de Weyer die letzten Instructionen
Die Regierung hat eine Abschaͤtzung des durch die Feuers⸗
Diese Verluste Zum Besten der Un⸗
Der Herzog Ferdinand von Sachsen⸗Koburg, welcher vor⸗ 185 auf der Eisenbahn eingetroffen, ist von seinen oͤhnen und der Prinzessin Victoria begleitet. Die
Prinzessin Victoria wird in London bleiben,
Deutschland.
Leipzig, 23. Mai. Man liest in der Leipziger Zei⸗ ie Geschichte moͤge einst es bezeugen, daß der ehe⸗
um⸗
Kirche und unseres schoͤne Feier desselben Leidenschaft und des etruͤht. Die Fest Comite's,
des Jubelfestes unserer die heilige und
durch keinen Mißton der
Stuttgart, 24. Mai. (Schwaͤb. M.) In der gestri⸗
Nach dem Fuͤr 1839 — 40
198,954 Fl. 21 Kr., für 1840 — 41 201,104 Fl. 21 Kr. und
fuͤr Censur⸗Kosten in den Jahren 1835 — 38. Sie stellte — in Betracht, daß die staatsrechtliche Kommission uͤber den rechtli⸗ chen Bestand der Censur einen Bericht zu erstatten habe — den Antrag, unter Vorbehalt der Entscheidung der staatsrecht⸗ lichen Frage hieruͤber zur Tages⸗Ordnung uͤberzugehen. Der Freiherr von Hornstein beschwerte sich darͤber, daß nur das⸗ jenige von der Censur gestrichen wuͤrde, was gegen die Regie⸗ Wenn man aber sehe und hoͤre, was er wuͤrde, da staͤnden einem
egen den Katholizismus geschrieb dis 8 69 einer andern Richtung so ge⸗
die Haare zu Berge. Wuͤrde in
den. Der Redner beschwerte sich uͤber die auch im „Schwaͤ⸗
Per kuͤrzlich unter dem Schutze der Censur erschienen, eine chrift, welche ein Skandal fuͤr jeden Katholiken sey. Der Minister Graf von Beroldingen erwiederte, er muͤsse sich gegen Vorwuͤrfe der Parteilichkeit verwahren; der Herr Redner werde nicht im Stande seyn, nachzuweisen, daß ein Artikel in entge⸗ gengesetztem Sinne von der Censur gestrichen worden sey, der in einem anständigen Tone abgefaßt gewesen. Der Bischof von Rottenburg bestaͤtigte aus dreißigjaͤhriger Erfahrung, daß die Katholiken und Protestanten in Wuͤrttemberg in christlicher Einigkeit neben einander lebten, und daß die Katholiken keinen Grund haͤtten, sich uͤber Parteilichkeit zu beklagen. von Zwer⸗ gern (Katholik) bestaͤtigte diese Versicherung; was der Herr Landes⸗Bischof geaͤußert habe, sey unzweifelhaft die Ansicht der Mehrheit der Katholiken in Wuͤrttemberg; es sey anerkannt, daß die Katholiken keinen Anlaß haͤtten, sich uͤber die Regie⸗
klaͤrte sich mit dem Antrage der Kommission einverstanden, uͤber die Censur⸗Kosten vorlaͤufig zur Tages⸗Ordnung uͤberzugehen. Hierauf ging die Kammer zur Berathung des Etats des De⸗ partements des Innern uͤber. Der Etat fuͤr das Ministerium und die Ober⸗Regierung ist nach dem Stande vom 1. Juli 1838 berechnet auf jaͤhrliche 40,083 Fl. 21 Kr. und soll nur um 2 weitere Kanzlei⸗Assistenten, je mit einem Gehalte von 600 Fl., vermehrt werden. In Anerkennung der gesteigerten Anforderungen an dieses Departement trug die Finanz⸗Kom⸗ mission darauf an, die Exigenz der Regierung nicht nur zu bewilligen, sondern den Aufwand zu erhoͤhen. Der Geh. Rath von Schlayer war dagegen; wuͤrde das Personal des Ministeriums nicht zureichen, so wuͤrde er selbst Antraͤäge an die Kammer gebracht haben. Die Antraͤge der Kommission wurden abgelehnt und die Exi⸗ genz der Regierung genehmigt. Fuͤr die vier Kreis⸗Regierun⸗ gen waren exigirt, wie fruͤher, fuͤr die Regierung in Ludwigs⸗ burg 22,500 Fl, Reutlingen 20,800 Fl., Ellwangen 20,000 Fl., Ulm 20,900 Fl. Fuͤr den deahen Kirchen⸗Rath wurden 13,500 Fl. sogleich bewilligt. Fuͤr Kanzlei⸗Kosten des Ministe⸗ riums und der Kollegien wurden nach der Exigenz der Regie⸗ rung jaͤhrlich 15,000 Fl., und fuͤr Brennholz und Post⸗Porto jaͤhrlich 3000 Fl. verwilligt. Die Exigenzen fuͤr das Archiv des Innern 3200 Fl., Medizinal⸗Kollegium 5300 Fl., evangelische Konsistorium 18,100 Fl., Studienrath 5800 Fl., fuͤr die Land⸗ Aemter 89,200 Fl. wurden ebenfalls sogleich verwilligmt. Schwerin, 16. Mai. Von besonderer Wichtigkeit ist ein Unternehmen, welches mit dem 1. d. M. ins Leben getreten ist,
naͤmlich die Befoͤrderung einer Schnell⸗ und Guͤterpost von Luͤ⸗
beck nach Mecklenburg und Preußen uͤber Schwerin, wo sie sich den Posten nach Berlin anschließt. Das Unternehmen geht fuͤr Mecklenburgische und Luͤbeckische Rechnung, und ist der desfallsige Vertrag am 13. August v. J. unterzeichnet. Hier⸗ durch ist ein uns sehr erwuͤnschter taͤglicher Verkehr nicht nur mit Preußen, sondern auch mit Sachsen und dem oͤstlichen und suͤdlichen Deutschland eroͤffnet, und wie wir unsererseits jetzt Guͤter in sieben Stunden von Luͤbeck erhalten, so koͤnnen wir solche in 28 nach Berlin, in eben so vielen nach Magdeburg, in 38 nach Halle, in 42 nach Leipzig, in 50 nach Erfurt, in nicht viel mehr als drei Tagen nach Wuͤrzburg und Nuͤrnberg schaffen, was mit dem bisherigen traͤgen Gange unserer Ver⸗
bindungen sehr vortheilhaft absticht. 8 es e, s9, 8 Oesterreich.
e r anvglusene.
— — Wien, 22. Mai. Obwohl seit laͤngerer Zeit von allen Orientalischen Korrespondenzen angekuͤndigt, kam doch die Nachricht, daß die Tuͤrkische Armee des Taurus den Euphrat uͤberschritten und damit das Zeichen zu einem Friedensbruche gegeben habe, gaͤnzlich unerwartet. Eben weil es so oft schon voreilig und ohne thatsaͤchliche Begruͤndung angekuͤndigt wurde, wird es jetzt, wo an jenem Faktum nicht mehr zu zweifeln ist, fuͤr unwahr gehalten. Der groͤßere Theil unseres Boͤrsen⸗Pu⸗ blikums, das bei solchen Ereignissen unmittelbar betheiligt ist, weil sowohl Waarenpreise als Fonds⸗Course von einer politischen Erschuͤtterung des Orients beruͤhrt und mancherlei Chancen aus⸗ gesetzt werden, ist entschieden unglaͤubig, trotzdem, daß auch be⸗ reits der Oesterreichische Beobachter den Inhalt der fruͤher auf Privatwegen eingegangenen Nachrichten aus Triest bestaͤtigt hat. Allerdings ist die Mittheilung, so weit sie offiziell vorliegt und ins Publikum gekommen, keinem Zweifel unterworfen. In Alexandrien naͤmlich ist die Nachricht eingegangen, daß der laͤngst gefuͤrchtete Schritt, die Ueberschreitung des Euphrat, ge⸗ than sey. An einen wirklich bevorstehenden Krieg, oder daß es gar schon zu Feindseligkeiten zwischen den beiden Armee⸗ Corps gekommen, wird jedoch dessenungeachtet nicht geglaubt. Ja, diesenigen selbst, die an der Boͤrse daran glauben, wa⸗ gen es doch nicht, darauf hin eine Speculation zu unter⸗ nehmen, weil sie am Ende die Angefuͤhrten zu seyn befuͤrchten. Daß jetzt fuͤr den Sultan ein sehr guͤnstiger Moment zum Vor⸗ ruͤcken waͤre, wird freilich von allen Seiten zugegeben; denn erstlich hat er in diesem Augenblicke die großen Europäͤischen Raͤchte alle auf seiner Seite: keine einzige wenigstens scheint Lust und Anlaß zu haben, den Pascha von Aegypten in ihren unmittelbaren Schutz zu nehmen, und zweitens ist das von Mehmed Ali unterworfene Syrien der Aegyptischen Herrschaft so uͤberdruͤssig, daß es, wie wenigstens in Konstantinopel ge⸗ glaubt wird, nur eines Winkes bedarf, auf daß sich die ganze Bevoͤlkerung im Interesse der Pforte erklaͤre und erhebe. Gleich⸗ wohl aber wird dem entgegengesetzt, daß die Europaͤischen Maͤchte, wenn sie auch Mehmed Ali keinesweges beguͤnstigen, doch andererseits auch niemals zugeben werden, daß durch einen Kampf der beiden Moslemitischen Parteien moͤglicherweise der allgemeine Friede gestoͤrt werde. Bereits wissen wir sowohl aus Kahira als aus Konstantinopel, daß in dem einen Orte die Europaͤischen General⸗Konsuln und in dem anderen die einflußreichsten Gesandten ihre Bemuͤhungen vereinigten, um die Gemuͤther zu gegenseitiger Nachgie⸗ bigkeit zu stimmen. Mehmed Ali ist freilich in die peinliche Lage versetzt worden, durch die Zuruͤckweisung des Handels⸗ Vertrages, den die Pforte kuͤrzlich abgeschlossen, nicht bloß den Sultan, sondern auch die dabei betheiligten Europaͤischen Maͤchte, der Aegyptischen Politik gegenuͤber zu stellen, doch wird die Diplomatie gewiß auch Mittel und Wege zu finden wissen, die⸗ sen Konflikt auszugleichen und dem Heere des Sultans, das jetzt mit Huͤlfe der Europaͤischen Taktiker, die sich bei demselben befinden, eine treffliche Haltung hat, die Gelegenheit zu nehmen, diese in einem offenen Kampfe darzulegen. Auf solche Betrach⸗ tungen gestuͤtzt, sind auch die Fonds⸗Course, die auf die erste Nachricht aus Triest einen bedeutenden Fall erlitten, bald darauf wieder in die Hoͤhe gegangen. Der Gultan, so sagen unsere Boͤrsenmaͤnner, will hoͤchstens versuchen, ob eine kleine Demon⸗ stration die Anhaͤnglichkeit der Syrier und deren Eifer voͤllig zu erwecket vermag; tritt aber nach solchem Versuche der erwar⸗
den Katholizis⸗
bischen Merkur“” vorkommenden Artikel gegen 8 befon 8⸗ welche in Stutt⸗
mus und beruͤhrte insbesondere eine Schri
tete allgemeine Aufstand nicht ein, so zieht sich die Armee des Hafiz⸗Pascha geniß wieder in ihre fruͤheren Stellungen zuruͤck.
rung wegen Beeintraͤchtigung zu beschweren. Die Kammer er⸗
Wien, 23. Mai. Die Wiener Zeitung berichtet Se. Majestät der Kaiser die Frrichtung eines 5 versgchaf disch⸗Venetianischen Johanniter⸗Ordens⸗Priorates gestattet ha⸗ ben. Die Maltheser Kirche und das ehemalige Priorats⸗Gebaͤude in Venedig sind demselben als Eigenthum uͤberwiesen, und auf Kosten des Staatsschatzes wird eine Priorat⸗Kommende gestif⸗ tet. Der Gubernialrath Capellari della Colomba ist zum Prior des neuen Etablissements ernannt worden.
Der Hofrath Robert Altgraf von Salm⸗Reifferscheid ist zum wirklichen Hofrath bei dem Gubernium in Mailand er⸗ nannt worden.
Agram, 15. Mai. Nachrichten aus Karlstadt zufolge, ist
f erzog von Bordeaux am 9. Mai d. em troffen. Feldmarschall⸗Lieutenant Baron von Waldstaͤtten, Oberst und Festungs⸗Kommandant Baron von Baumgarten, Oberst von Khnoͤr und Stadtrichter von Klobucsarics machten Sr. Koͤnigl. Hoheit ihre Aufwartung; Se⸗. Koͤnigl. Hoheit besuchte die Kirche, wohnte einer Messe bei, und besah die Umgebungen der Stadt. Um 6 Uhr war bei Sr. Koͤnigl. Hoheit Tafel, zu welcher ge⸗
laden zu werden den Obbenannten die Ehre zu Theil wurde. Am folgenden Tage setzte Se. Koͤnigl. Hoheit die Reise uͤber
Glina und Petrinia nach Semlin, Belgrad und Siebenbuͤr⸗
gen fort. 8 Schweiz. - Zuͤrich, 19. Mai. (A. Z.) Die voroͤrtliche Regierun von Zuͤrich hat den Kantonen unterm Lten üh⸗ geeprhlea Form die Tagesordnung fuͤr naͤchste Tagsatzung (das soge⸗ nannte Traktanden⸗Cirkular) zugestellt. Es enthaͤlt in 46 Pa⸗ reagraphen die Artikel uͤber die sehr eingeengte Bundes⸗Ver⸗ woaltung (Central⸗Rechnungswesen, Geschaͤftstraͤgerstellen und Aehnliches), eine gute Zahl von Militair⸗ Gegenstaͤnden, die 8 mer nehe Feeeegs ann den wiederkehrenden Berathungsstoff uͤber die Bundes⸗ Revision, eine Masse von Zollsachen, und endlich die neu hin⸗ zukommende Loͤsung der Walliser Wirren. Der Vorort war in seiner ganzen Darstellung weniger ausfuͤhrlich denn je, scheint um Erweiterung seiner Kompetenz im mindesten nicht bekuͤmmert zu seyn, und giebt nach dem aͤlteren Foͤderalsystem der Tagsatzung selbst anheim, was nicht fuͤglich mit ein paar Federstrichen ohne Anstand von ihm aus erledigt werden kann. Die wachsende Selbststaͤndigkeit der Kantone schien ihm Winkes genug beschraͤnkten Einfluß hinzugeben, den die wei⸗ . Vororte von Zuͤrich, Bern und Luzern oft recht patriarchalisch, hier und da mit kleinlichem Gepraͤnge, einige⸗ mal auch unter auswaͤrtigem Einfluß und bei geringer eigener Nationalkraft, ausgeubt hatten. Die Stellung der Tagsatzung, vielfach angefeindet von der sogenannten National⸗Partei, wird nun nur um so wichtiger, weil zuletzt Alles vom Geiste der Kantonal⸗Deputirten und ihren Instructionen an die Tagsatzung abhaͤngig wird. An Fortschritte nach den Grundsaͤtzen der Cen⸗ tralisation ist im gegenwaͤrtigen Augenblicke nicht zu denken. Was indessen Unbefangene von einer allfaͤlligen Verwendung der Kabinette zu Gunsten Roms, namentlich in der Kloster⸗ rage, denken wuͤrden, laͤßt sich leicht vorstellen. Mag man uch Kloster⸗Instituten zugethan seyn, woruͤber ich mit Nie⸗ manden rechten will, so steht das Eine gewiß fest, daß die Schweizer mit den ihrigen zu schalten befugt sind, wie sie es eben verstehen. Die Aufhebung oder die weltliche Administra⸗ tion der Kloͤster ist so unbedingt ihre eigene Sache, als es auch die Gruͤndung neuer Institute dieser Klasse selbst in dem Falle waͤre, wenn sie zufaͤllig mit den politischen oder natio⸗ nalen Interessen unserer Nachbarn nicht im Einklange seyn wuͤrde. Eine allseitig ruhige Entwickelung der Nationalkraͤfte ist und bleibt am Ende doch der Zielpunkt alles Regierens und diese ruhige Entwickelung wuͤrde gestoͤrt durch fremdes Ein⸗ Fe. . de Angelis hat kurz vor seiner Ruͤckkehr nach om eine Note gegen die bekannte Aufhebung zweier Franzis⸗ kaner ⸗Kloͤster im Kanton Luzern an den Vorort eingereicht, die den bestehenden Souverainetaͤts⸗Verhaͤltnissen gemaͤß dem bethei⸗ ligten Kanton zur Beantwortung zugestellt wurde. Luzern ant⸗ wortete wie im Jahre 1834 St. Gallen. Dem Vorort Zuͤrich war in beiden Faͤllen die formelle Ablehnung beschieden. In Zeitungen wurde bei diesem Anlaß Bern als Widerstands⸗ vorort belobt; ich kann indessen versichern, daß dies ein Irr⸗ thum ist, und auch die ablehnende Erklaͤrung vom Jahre 1834 noch auf Rechnung des Vororts Zuͤrich kam. Wohl aber hatte der nachfolgende Berner Bundes⸗Praͤsident an der Tagsatzung vom Jahre 1835 die Ehre der Berichterstattung. Der Nun⸗ tius hat uns nun verlassen: an seine Stelle tritt, nach offiziel⸗ ler Eroͤffnung des Kardinal⸗Staats⸗Secretairs Lambruschini der Herr Paschal Gizzi, Erzbischof von Theben, in der Schweiz als fruͤherer Internuntius bekannt, und durch manche Unter⸗ handlungen mit den Kantonen laͤngst eingeübt. Auch er wird vor der Hand, so heißt es, seinen Sitz in Schwyz aufschlagen. as er dann Alles ein⸗ und aufzuraͤumen gedenkt, wird sich schon im Laufe des ersten Botschaftsjahres zeigen. Jedenfalls wird er an den Schweizern recht ordentliche Leute finden, die mit sich reden lassen. Ich bin zufrieden, wenn es bloß zum Reden kommt. Innere Zerwuͤrfnisse duͤrften auch dem neuen Herrn Nuntius die Straße zu manchem Kanton ebnen. — Ich kehre zuruͤck zur Tagsatzung, und zwar zu dem Gegenstand mit dem ihre Berathungen ohne Zweifel beginnen werden. Es ist dies die unvermeidlich gewordene Rekonstituirung des Kan⸗ tons Wallis. Auch neue Vermittelungs⸗Vorschlaͤge der Eidgenoͤs⸗ sischen Kommissarien haben an kein Ende gefuͤhrt. In einem
daß
1 ; J. incognito unter amen eines Grafen von Chambord in Karlstadt einge⸗
in ein Ganzes geordnet sind,
— 24 *
suchen haben.
Nach 7 es: und Roͤmlinge, der „Schildwache am Jura“, ka ie Mit⸗ glieder unserer hoͤchsten Behoͤrde besser als lange an, neenei⸗ belehren, was fuͤr die Zukunst Zuͤrichs und seiner regenerirten Mitstaͤnde Noth thut: „„Schwyz. Unter Vorsitz des Land⸗ ammans Theodor Abyberg fand am 14. Mai in Schwyz eine General⸗Versammlung der Gruͤnder und Stifter des iesigen Jesuiten⸗Kollegiums statt, aus sechs Kantonen waren Mitglie⸗ der und Repraͤsentanten anwesend, und mit Vergnuͤgen vernah⸗ men dieselben aus dem Berichte der Gruͤndung Lommffioh daß bereits ein Sustentations⸗Fond von 150,000 Schweizer Franken gebildet ist, und daß die Anstalt dieses Jahr von 229 Schuͤlern besucht wird. Die Anstalt zerfaͤllt in drei Abtheilun⸗ gen: 1) philosophisches Studium, 2) Gymnasium, 3) Indu⸗ strieschule. Die unerwartet große Anzahl der Zoͤglinge macht die 19, jetzt lehensweise benutzten Lokale unbrauchbar, und 8 beschloß die Versammlung mit Einhelligkeit durch neue Seitraͤge sofort mit der Errichtung eigener geraͤumiger Gebaͤu⸗ lichkeiten und zwar vorerst mit dem Baue einer Kirche zu be⸗ ginnen. Zugleich wurde von der Versammlung eine Dank⸗Adresse an die Landesregierung fuͤr die Schuͤtzung und Unterstuͤtzung weggh 6r’ und dadurch der ganzen katho⸗ hweiz angedeihen lasse, beschlossen. i 6 Mahl vereinigte hierauf die Mlglievesch Chn Feeenge⸗
dete sich in Schwyz eine Actiengesellschaft, um ein 1 „ ensio zu entrichten, welches um so nothwendiger ist, da Nanwe ee- V großen Anzahl Studenten die Logis im Flecken bereits rar wer⸗ den. Das Pensionat wurde auf 150 Kostgaͤnger berechnet, und die erste Einrichtung auf 100,000 Franken veranschlagt; der
me sammt 218. Bericht uͤber die werden.“⸗%— Dazu macht die „Schildwache“ die Anmerkung: „Dieses wunderschnelle Aufbluͤhen des Jesuiten⸗Kollegiums 2—
hoͤchst merkwuͤrdige Thatsache, und eben deswegen der
2„ Üdee4 8 - — Beweis, daß in unserm Vaterland der Baum F4 velrcherte kunft nicht nur bereits tiefe und feste Wurzeln dern allmaͤlig schon kraͤftig hervorsproßt; diese Thatsache ruft
tes Segen ist Alles gelegen.“ tü 8 „
Em Eet 422. sr eub
] ““
8 Madrid, 13. Mai. Es
agen, welcher am 9ten Abends mit einer Eskorte von 200
— vanc verließ, sich der Beichtvater der ver⸗ Koͤnigin, nebst dem Bruder des bekannte p
befanden, die den Auftrag hatten, 8en—
dieselben fuͤr sicherer haͤlt,
tet, wenn die beschlossene Aufloͤsung der
Ausfuͤhrung kommt. 1 Aus Valencia wird gemeldet, daß
Föcn Eherß des Brgsö 1Esoss⸗ die nd angezuͤndet haben; von 70
wenige stehen 8.e 5 0 Tage 8 2..,J7. g
Graͤ 1 8 4 preisgegeben und weder Alter noch Geschlecht wurde
men und nur Wenigen gelang es, sich j welches sich bis zur . eic Le.n listen sich zuruͤckzogen.
National⸗Garde zur
Karlistische Truppen Fabrikstadt Manilleu
das
ort zu retten nnaͤherung Carbo's hielt, Se V1
worauf die Kar⸗
Spanische Graͤn 1 . . ze. Die Morning Chroni
baͤs ein Schreiben aus dem Haupt⸗ Je au den Hoͤhen von Guardamino vom 12. Mai, worin es heißt: „Nachdem am gestrigen Tage die von 9 bis 10 Karli⸗ stischen Bataillonen besetzten, stark verschanzten Hoͤhen genom⸗
Finen waren, wurde die Garnison von Guardamino aufgefor⸗ V derc⸗ sich zu ergeben und ihr eine ehrenvolle Capitulation ver⸗ sprochen. Als der kommandirende Offizier jedoch erwiederte die Garnison wuͤrde lieber sterben, als sich ergeben, begann das Feuer von neuem und die Sappeurs fingen an, eine Mine an⸗ zulegen, um das Fort in die Luft zu sprengen. In der Nacht wurde, naͤher nach dem Fort zu, eine neue Batterie errichtet ’. ffnete am Morgen ihr Feuer, welches aus dem Fort nur schwach erwiedert wurde. Dies hatte etwazwei Stunden gewaäͤhrt als der Graf von Luchana ein Schreiben von Maroto erhiert worin dieser vorschlug, die Garnison des Forts solle sich unter der Bedingung zu Kriegsgefangenen ergeben, daß ihr gestattet sey, ihre Wasf⸗ fen außerhalb der Waͤlle niederzulegen und daß sie, wegen ihrer tapferen Vertheidigung, zuerst ausgewechselt wuͤrde. Der Ge⸗ hesan Espartero genehmigte diese Bedingungen und sandte einen
tabsoffizier nach dem Fort, um der Garnison die Bedingun⸗
gen der Capitulation mitzutheilen; der Karlistische Befehlshaber und die Truppen verweigerten jedovch die Annahme derselben so lange Maroto selbst die Capitulgtion nicht unterzeichnet habe. Der erwaͤhnte Stabsoffizier machte sich daher mit zwei Dra⸗ gonern und einem Trompeter auf den We nach. Maroto's Hauptquartier; sie hatten indeß kaum die Haͤlte des Weges zuruͤckgelegt, als ein Landmann ein Schreiben Mardto's uͤber⸗ brachte, worin der Garnison befohlen wurde, sich unter den erwaͤhnten Bedingungen zu ergeben. Allein die Garnison weigerte sich abermals, diesem Befehle Folge zu leisten, weil sie Maroto's Unterschrift nicht kenne, und erklaͤrte, sie werde nur dann sich
Städtchen von 2600 Einwohnern (Sitten) sitzen zwei 3 gen, eine alte und eine neue, jede mit ihrem P Fecgceren⸗ fuͤhren Kommissarien den Eidgenoͤssischen Zauberstab, der jedoch an⸗ dere Wunder nicht wirkt, als die muͤhevolle Aufrechthaltung eines status quo, aus dem sich langsam eine nur neue Ordnung der Dinge entwickelt. Man ist gewitzigt durch die Folgen der Base⸗ ler Trennung, daher es im Kanton Wallis zu einer solchen nicht kommen wird. Ob aber in der Tagsatzung sich bald genug zwoͤlf Stimmen zu einem entscheidenden Beschlusse vereinigen werden, haͤngt von der Unparteilichkeit und dem gesunden Sinne der Kantone ab, in ungekuͤnstelten Instructionen einfach die Reconstimirung zu befehlen. Unter diesem Akte verstehe ich die Einberufung eines Ver assungsrathes aus dem ganzen Kanton nach der Volkszahl und ohne Ruͤcksicht auf fruͤhere Repraͤsentations⸗ Verhaͤktnisse. In den uͤbrigen mittlern und groͤßern Kantonen trifft man eben jetzt auf keine esgealichen Ereignisse. Bange Sorgen weckt einzig der Kanton Tessin. Italische Gluth laicst dort die Wahlen und ihre Ergebnisse. Die Corruption wird zu Huͤlfe genommen, wo andere Gruͤnde nicht fruchten, und heftig befehden sich zur Stunde die Reform und die Reactions⸗
ergeben, wenn ein Adjutant Maroto's die Capitulatio 2 zeichne. Obgleich dies eine laͤcherliche Ausflucht 8eenhn schricb dennoch der General Espartero an Maroto, und machte ihn mit dem Stande der Dinge bekannt. Der Adjutant ist zwar noch nicht eingetroffen, allein man sieht seiner Ankunft mit jedem Augenblick entgegen und kann daher das Fort als bereits in der V Gewalt der Truppen der Koͤnigin betrachten.“ (Die am 15. Mai stattgehabte Uebergabe des Forts an Espartero ist bereits in Nr. 140. der St. Ztg. gemeldet worden.)
ünhe tsch üt fo 2976 z8 C“ ctf fus begas 2h⸗ h weh a n.-vo bne ch ⸗⸗ 14 2een 8 1 †† ““ b 8 Berlin, 28. Mai. Das 13te Stuͤck der Ges⸗
D5D . Gesetz⸗Samm⸗ lung enthaͤlt nachstehende Allerhoͤchste 898 gete⸗ 660⸗ vom 1 . 9. insfuß fuͤr die, aus den De⸗ bositorien der Gerichts, und Vormundschafts⸗Behoͤrden 1 Hin, dses eg Kopitaßen. Hers. Ne, n „Auf Ihren Bericht vom 11ten v. M. finde Ich Ihnen angeführten Eründen angemessen, 9. 82 8 heaen dv de⸗ posttorien der Vormundschafts⸗Bchörden bei der Bank angelegten, ma⸗
bartet, ohne daß wir Deutschen Schweizer viel Ander 3 ten, als daß wir die Vorbilder repubiefanischer Lugen grg
jorennen und minorennen Theilnehmern gemein aftlich 5 Geldern bis zur Theilung Swei Und halbes Feger
humaner Gesinnung jenseit des Gotthards am wenigsten zu
Die Neue Zuͤricher Zeitung vom 22. Mai enthaͤ „Folgender Artikel des Organes * be
M wobei die herzli Freundschaft vorherrschte. Noch am selbigen Tage 2aeslchst⸗
Aecetienplan wird naͤchstens von der hierzu niedergesetzten Kom⸗ ganze Anstalt uͤbergeben
Schwyz ist eine hoͤchst erfreuliche und im Gegen Verfall der radikalisirten Erziehungsanstalten 8 4
geschlagen, son⸗ uns neuerdings das alte Sprichwort in den Sinn: „An Got⸗
ergiebt sich setzt, daß in dem
1 fuͤnf große eiserne Kisten mit werthvollen Gegenstaͤnden nach Valencia zu ees 8. man da man in Madrid Unruhen befuͤrch⸗;
Der groͤßere Theil der Bevöoͤlkerung ist umgekom⸗
Mnundart; aus Stargard, des Prorektors Dr. sodie und über Deutsche zecs heen⸗ aus Lab
maen gehörig);
Zinfen bewilligt werden. Diesem 6 ist insfuß ½
den Depositorien der Gerichte und c ndfch .rs für die aus
Bank belegten Kapitalien nunmehr in nachstehender Aehürden b0t der
Die Bank bar an Zinsen zu zahlen: tt zu reguliren. Ak⁴æ. Bei dem Puüupillar⸗Deposital⸗
1) für Gelder der Minderjährigen und Tgehnsget bre:, gen für Rechnung derselben von vormundschaftlichen Baermb⸗ verwaltet wird, bis zum Tage der erreichten Majorenmicheden Aufhebung der Blödsiunigkeits⸗Erklärung, drei Prozent: — 8
2) für Gelder, welche Majorennen und Minorennen gemeinsch ft⸗
8 8 Fhören, bwei und — halbes Prozent; .
3) für Gelder, deren Nießbrauch Majorennen gebä „4 für Gelder der Abwesenden, Verschwenden rennen, mit Aus nahme der Blödsinnigen, zwei Prozent; „B. bei dem Jndizial⸗Deposital⸗Verkehre:
1) für Gelder, welche zu Konkurs⸗, Liquidations⸗, Gehalts⸗ und Prnsinn Asgugs, und anderen Prioräts⸗StreüisMassen gehö⸗ en, und für solche, über welche Prozesse
halbes Prozent; und “ ö
* übrigen Fällen zwei Prozent. ie 1
8 “ Keine Ordre durch die Gesetz⸗Sammlung be⸗ Berlin, den 11. April 1839.
7 1 11 . Friedrich Wil “ An die Staats⸗Minister Mühler L4. Rother“ helm 8.
Duͤsseldorf, 23. Mai. Zum Beschluß der diesjaͤhri
V Ffäis Ffenhen fanden heut noch drei Rennen statt, S.
1 vom Koͤnigl. Staats⸗Ministerium ausgesetzte Praͤmie n 3 Rthlr. von Pferden im Preußischen Staate geboren
und im Besitze von Actionairs; 2) ein Poule⸗Rennen von
Pferden, welche in keinem der diesjaͤhrigen hiesigen Rennen ge⸗
siegt hatten, um einen Pokal als Prei „ E; eis vom Ver . dem die Einsaͤtze, und 3) ein Jagd⸗Reiten. ein und außer
Wissenschaft, Kunst und Literatur.
erlin. In der öffentlichen Frühlings⸗Ver ammlun 1 2 b Fülseft fůr Deutsche Sprache üöümmen perr r. Lütke über Valentin Andreä's Schauspiel Turba 6 ne 2 Faust) vom Jahre 1616 und erläuterte die Rothwälschen Gespräche darin. Herr Prediger Pischon theilte eins von des Gra⸗ sen Hugo von Montfort Gedichten mit, nach der einzigen Heidel⸗ berger Handschrift vom Jahre 1400. In den übrigen Monats⸗Ver⸗ wurden folgende Verträge gehalten: des Herrn Dr. von ruber (zu Stralsund) eingesandte bdandtung über Plan und las Herr Prof. Zelle. Herr
Feesh c Füee Germania, gistrator Fidicin theilte eine Altdeutsche Ueberse vaeinssch, gedrugten Urkunde von 1170, 15. eeg eüner 9 „ mlt. er zeitige Ordner, Prof. v. d. . V neuesten Erscheinungen im Gebiete eerlerenins. hrtee i. V tor Zeune las über die Kunst der Geschichtschreibung bei den V Deutschen. Herr Dr. Höfer über die Verwandtschaft des Angelsäch⸗ sischen mit dem Niederdeutschen und Plattdeutschen. Herr Prof. Riedel berichtete über wichtige geschichtliche Handschriften des Havelber⸗ ger Dom⸗Archivs, und zeigte die merkwürdige Kirchen⸗Chronik des V Ulten Jahrhunderts mit BVildern. Professor v. d. Hagen las die V Einleitung zu seiner großen Sammlung der Altdeutschen lyri⸗ schen Dichter des 12 — laten Jahrhunderts; welche er demnächst vollständig gedruckt (in drei Quartbänden, jedoch immer noch nicht ausgegeben), vorlegte. Herr Direktor Bonnell las über die Behand⸗ lung des Deutschen Sprachunterrichts auf Gymnasien, mit Vor⸗ schlägen zur Vertheilung des gesammten Unterrichtsstoffes auf den verschiedenen Unterrichtsstufen. Herr Direktor Bormann las über Wohllaut und Wohlklang der Deutschen Sprache. Herr Predi⸗ ger Pischon gab eine Eintheilung der Altdeutschen Gedichte nach der Zeitfolge. Professor v. d. Hagen hielt einen Vortrag*) über die Bildhauerwerke an der goldenen Pforte des Freiberger Doms (Anf. des 13ten Jahrhunderts), nach Dr. Puttrichs Abbildunge und Geschichte derselben. Herr Direktor August las über den Deut schen Akkusativ mit dem Infinitlv. Herr Schulrath O. Schul über den Deutschen Accenl. — Die Göthefeter wurde diesma am Wolfgangstage gehalten. Herr Direktor Bormann las die von Herrn Dr. Stahr zu Oldenburg mitgetheilte Einlei⸗ tung zu Goethes älterer Iphigenia; der unterschriebene Ordner
las mehrere, von Herrn Justizrath Fr. Schulz mitgetheilte Auftritte
derselben Iphigenia vom Jahre 1777 **), und hielt einen V d Göthe's wahren Glauden. — Ein fröhliches Mah dSras 4 Franc Se auch ches Mahl bei Sang und 8 önten. asselbe geschah bei dem ftungsfeste der ell⸗ schaft: Herr Professor Kugler las über die velesse . S Medaillen⸗Bildnisse und verauschaulichte sie durch Gyps⸗Ab⸗ güsse. Der abtretende Ordner erstattete den Jahres⸗Bericht über die Geschichte, Thätigkeit, Bücher⸗Sammlung, und den Haushalt der (wieder durch sechs hiesige Mitglieder vermehrten) Gesellschaft, legte noch die neusten Erscheinungen ihres Bereichs vor, und übergab das Ordner⸗Amt dem für das nächste Jahr erwählten Herrn Direktor August, der es mit einer Rede andrat. — Der Gesellschaft waren folgende neue Werke zugesandt worden: aus Leipzig, Dr. Puttrichs Geschichte und Abbildungen der Kirche zu Schulpforte, aus Halle Reue Mittheilungen des Thüring⸗Saͤchsischen Vereins Bd. IV. H. 1. 2. aus Stettin, Baltische Studien, Jahrgang VI., Bd. 1. aus Münsier, die beiden ersten Hefte der Zeitschrift des Vereins für Wesiphälische Geschichte und Alterthumskunde, durch Herrn Dr. H. A. Er⸗ hard aus Hermannstadt in Siebenbürgen, des Herrn Rectors C. Schuller argumentor pro Latimtate linguge Valachicae epicrisis; aus Aachen, J. Müller’'s Gedichte in dortiger . 2. Pro⸗ 2 en, des Burgemeisters W. Neumann Schrift über die Rothwendigkeit der Abscha — 1 ung des Latein⸗ Schreibens und Redens auf Schuler und 8eeefes en ⸗ Deventer, Dr. Halbertsma’s (nur in 50 Verschenk⸗Exemplaren ge⸗ druckte) Ausgabe des 19ten Pfalms in Altniederländischer Sprache (n den von Unterzeichnetem im Jahre 1816 herausgegebenen Psal⸗ aus Kopenhagen, Leitfaden zur Nordischen Altertbums⸗ kunde von der Gesellschaft für dieselbe. Hier in Berlin empfingen wir: von den Herren L. Erk und W. Irmer „die Deutschen Volks⸗ lieder mit ihren Singweisen“ H. 1, 2; von Herrn Prof. Heyse die von ihm gänzlich umgearbeitete Deutsche Sprachlehre seines Vaters; von Herrn Regierungsrath Graff der Anfang des vierten Bandes seines Althochdeutschen Sprachschatzes (die Gutturalen). Von dem neuen Jahrbuche der Gesellschaft, dessen Herausgabe dem Unterschriebenen anvertraut ist, lag das letzte Heft des zweiten Ban⸗ des, oder Germanta, II., 4, vor, welches enthält: Titural⸗Hand⸗ schriften vom Herausgeber; Deutschen Sprachunterricht auf Gymna⸗ sien von Bonnell; Konod von Weißenburg von Bormaun; Bru⸗ der Bertold von Pischon; der Hörselberg von Zeune; Sage vom Schuß des Tell von Ideler; Altdeutsche Baukunst vom Her⸗ ausgeber. — Die Frühlings⸗Versammlung traf gerade auf den Tag des Schillersestes zur Enthüllung seines Standbildes in Stuttgart; und so wurde denn auch hter in Berlin der Dichter der Glocke wenigstens mit gläsernen Glocken begrüßt; und wohl tönt dazu das klangvolle Lied des Grafen Auersperg auf eben dieses, alle Deut⸗ schen vereinende Erzbild: LSodert, ihr Deutschen Herzen, in Flammen‧, Schlaget zu Einem Brande zusammen! 1 Daß sich das Erze formend belebe, Daß sich des Dichters Bild d'raus erhebe! MRNiesig und glänzend, tönend soll's ragen, 5 Memnon Eermania's, da es will tagen.
11 8. V in der Staats⸗Zeitung 1838. ) Gedruckt im Conversatsongblalt 1838. Nr. 89 ff.
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