1839 / 185 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Alegyptischer und Syrischer Beduinen fuͤr die Armee Ibrahim Pascha's angeworben, denen sie monatlich 100 Piaster, und zwar im Voraus bezahle, was die letzten Huͤlfsquellen des Pa⸗ scha erschoͤpft hat, denn dieser befindet sich in solchem Geldman⸗ gel, daß er seit einiger Zeit fast nur von Anleihen lebt, welche er von den Kaufleuten theils nur durch Drohungen erlangt, theils durch die Hoffnung, daß er ihnen kuͤnftig Gelegenheit zu guten Geschaͤften geben werde. Doch diese Huͤlfsquelle ist sehr schwach, besonders wenn man die gegenwaͤrtigen Beduͤrfnisse Mehmed Ali's bedenkt; daher wird auch seine Verlegenheit in dieser Beziehung tagtaͤglich groͤßer. Er war nicht im Stande sich Gelder zu verschaffen zur Besoldung der eingeschifften Re⸗ gimenter. Nur die Offziere haben den ruͤckstaͤndigen Sold von einigen Monaten empfangen, aber die armen Soldaten haben noch Forderungen von einem und anderthalb Jahren her, und da es fuͤr solche Schulden in Aegypten keine Erben giebt, so scheut man sich nicht, auf die Wechsei des Kriegs und den Tod zu spekuliren, damit der Staat nicht so viel zu zahlen brauche.

Breslau, 29. Juni. Nach den Angaben, welche uͤber den vorhandenen Schaaf⸗Bestand und uͤber den Wolle⸗ Ertrag in der Provinz Schlesien nach der Wollschur alljaͤhrlich eingezogen werden, waren im Jahre 1838 2,803,114 Stuͤck Schaafe vorhanden, welche einen Wolle⸗Ertrag von 36,748 ½ Ctr. einschuͤrige, 11,873 ½ Ctr. zweischuͤrige, uüͤberhaupt 48,622

tr. Wolle gewaͤhrten. Gegen das vorhergegangene Jahr wa⸗ ren 776 Ctr. einschuͤrige Wolle mehr und 115 Ctr. zweischuͤrige

Wolle weniger producirt worden.

Minden, 30. Juni. (S. Bl.) Am 25sten d. fand die Jahres⸗Versammlung der Westphaͤl. Gesellschaft zur Be⸗ frderung vaterlaͤndischer Kultur, und die Einweihung des neuen, der Gesellschaft von der Gnade Sr. Majestaͤt des Koͤnigs uͤberwiesenen Lokales auf dem ehemaligen Dom⸗Kapi⸗ tels⸗Hause statt. Das, von hiesigen und einigen in der Naͤhe wohnenden Mitgliedern der Gesellschaft auf Actien ausgebaute Lokal, aus einem hellen Konferenz⸗ und Lesezimmer, aus einem großen, von Saͤulen getragenen Saale, woselbst die Gegen⸗ stände des Museums aufgestellt sind, und aus dem daran sto⸗ benden geraͤumigen Zimmer fuͤr die Bibliothek bestehend, ist eben so zweckmaäͤßig eingerichtet, als angemessen dekorirt; und die, wenngleich noch nicht bedeutenden Sammlungen des Mu⸗ seums, bis jetzt nur aus Geschenken und Beitraͤgen der Mit glieder bestehend, waren in dem großen Raume des Saales so vertheilt, daß sie, eine bequeme Uebersicht gewaͤhrend, zugleich zur wirklichen Verzierung desselben dienen.

Wissenschaft, Kunst und Literatur

Berlin. In Nr. 137 der St. Ztg. ist der Denkmünze Erwäh⸗ nung geschehen, welche aus der Loosschen Anstalt auf Anlaß der drit⸗ ten Jubelfeier der Einführung der Reformatton zu Leip⸗ zig hervorgegangen ist. Jetzt ist als ein Seitenstück zu jener, in gleich trefflicher Ausfübrung, in derselben Anstalt eine Denkmünze auf die nämliche Veranlassung in Dresden erschienen. Die Hanpt⸗ seite der Denkmünze ziert das nach den anerkanntest besten Vorbildern gearbeitete Bildniß mit der Umschrift: „Heinrich der Fromme, IIerzog zu Sachsen am 6. Juli 1837.

776 Ausweis über den Betrag sämmtlicher von den verschiede⸗

nen Unions⸗Staaten emittirten Staats⸗Schuld⸗Scheine, nebst der Angabe der Gegenstände, für welche sie emittirt wurden.

Jahre gewiß noch fortwährend vermehrt. Es giebt wohl keinen Ame⸗ rikaner, welcher der Ansicht ist, sein Vaterland müsse verarmen, wenn es jährlich so große Zinsen⸗Beträge, und bei Verfallzeit auch die Ka⸗

Name

des

Gegenstand Betrag

wofür die Emission statt

S atte⸗ Staates. hatte. für einzelne

8 im Ganzen. Gegenstände. 1

ahr in welchem die

Emission begann. Prozente der Anlehen.

3

Doll. G Ee1““] Für Spitäler, Elementar Schulen ꝛc... 554976.— 554976.— Massachusetts. 7[Anlehen der Eisendahn Compagnieen.. New⸗York Für Kanäle 8 Für dergl. Dem Hudson und Dela⸗ ware Kanal geliehen. Den Eisenbahnen geliehen Für Flußschifffahrt . Allgemeiner Schuld⸗Fond Astor⸗Schuldscheine . Penujy 8 Für Kanäle und Eijen bahnen . Medizinische Universitat Strafhaus Taback⸗Inspeetion .. .. Der Baltimore und Ohio Bahn, dem Chesapeak Uund Ohio Kanal und der Battimor und Sus quehanna Bahn geliehens5 Washington's Monument Auslagen wegen Unruhen 1820 Für Kanële, Straßen und

Eisenbahnen

4290000.— 548000.— 11968674.41

4290000.—

0

800000.— 3787700.— 10000.— 586532.43 561500.— 18262406.84

—½ 0—

&

24140003.22 24140003.32 30000.— 97947.30 78000.—

Maryland

8219000.— 10000.— 77033.43 8511980.73

Virginia..

à129700.— 4129790.— 1550000.—

10000.—

Fuür Ranale und Straßen

Den Erben von Jefferson

Der Cineinnati und Char⸗

leston⸗Eisenbahn.. .. 2000000.—

Für den Wieder⸗Aufbau

von Charleston.. 2000000.—

Revolutions⸗Schuld 193770.12 5753770.12

Georgia Für Eisenhahnen.. . 2000000. 2000000.—

Alabama . . . Fuͤr Banken 7800000.—

Für 3000000. 10800000.—

Mississippi.. Für 7000000. 7000000.—

Loustana .. Für 18950000.—

Für Eisenbahnen... 500000.—

Der New⸗DOrleans Aus⸗

trocknungs⸗Gesellschaft.

Den Erben Jeffersonss.

seeeeeeö“ 5

1 Für das Kapitol... 5

Tenessee.. 333 Für Banken 5 n. 6 Für Straßen 5

Für Eisenbahn und Stra⸗

Süd⸗Carolina.

—e

œ óꝙ *

50000.— 10000.— 125000.— 100000.— 3000000.— 118166.66

S.

3730000. 300000.— 2000000.—

zur Fluß⸗Verbesserungen 7148166.66 Für Banken.. Für Kangle, Straßen und Eisenbahnen Konäle hahnen

Fuͤr Banken...

Kentucky .

1185000.— 3185000.—

b 8 Ohid 1u“ Für

6101000.— 6101000.—

Indiana 1390000.—

Auf der Kehrseite erblickt man die Vorstellung des zu Dresden in der Kreuz⸗Kirche vertheilten ersten evangelischen Abeudmahls, im reichsten Bilde, was nur der kleine Raum der Denkmünze zuläßt, von nicht weniger als 13 Figuren. Rechts dem Beschauer steht Churfürst Jo bann Friedrich im Churkleide und seine Gemahlin, dem Beschauer links Herzog Heinrich nebst Gemahlin Der erste [utherische Pfarrer an der Kreuz⸗Kirche, Johann Cellarius, unterstützt von Paul von Lindenan, der an diesem Tage die erste evangelische Predigt in der Kreuz⸗Kirche hielt, und ein anderer Geistlicher er⸗ theilten das heilige Sakrament, an welchem, nach Weck und A. m. Räthe, Offiziere und Diener in starker Anzahl Theil nahmen. Die dargestellten Haupt⸗Fiauren sind sämmtlich Bildnissen entnommen. Unter dem ganzen Bilde findet man die Bibesstelle ungeführt Jesaias Kap. 6 Vers 8, woselbst er heißt: „Die Fürsten werden fürstliche Gedanken haben und darauf halten.“ Im Ab⸗ schnitt aber steht erklärend: „Jubelfeier des ersten evangelischen Abendmahls zu Dresden 6. Juli 1839.“

EEep“

Fuͤnfter Bericht des Ritters von Gerstner aus Nord⸗ Amerika.

(Schluß.)

Schulden der Vereinigten Staaten. Die Föderai⸗Regierung der Vereinigten Stgaten hat be anntlich schon vor vielen Jahren ihre gesammten, aus den Kriegszeiten her⸗ rührenden Schulden abgezahlt, und im Jahre 1837 von dem Ueber⸗ schuffe ihrer Einnahmen uͤber die Ausgaden von à2 Millionen Dol⸗ lers den Betrag von 37 ½ Millionen Dollars an die einzelnen Unions⸗ Staaten vertheilt. Seit jener Zeit hat die Zöderal⸗Regierung zwar Schatzkammer⸗Scheine (Bonds) remittirt, allein diese wurden immer zue Verfallzeit eingelöst. Die einzeluen Unions⸗Staaten haben dagegen für Kanäle, Eisenbahnen und Straßen, dann für Banfen bedeu⸗ reude Anlehen abgeschlossen. Der kleinste Theil dieser Anlehen wurde für den Straßenban gemacht, da man in Amerika

8000000.— 2600000.—

1150000. 50000. 13190000.—

Fuür Kanäle .. Für Eisenbahnen... Für Chausseen..

Für Flußschifffahrt .. . Staats⸗Schuld 100000.— Für Banken 5675000.— Für Kanäle, Straßen und Eisenbahnen 2704000. 1837 Für Banken . . . . .. 2500000.— 1836 /[Streit mit Ohio. . 100000.— Fur Kanale, Straßen und Eisenbohnen An Eisenbahnen geliehen Staats Strafhaus Uinwersstat6

8479600.— 2500000.— Michigan...

5000000.— 120000.— 29000.—

100000. 53540000.—

pitalien an Europa rückzahlen müsse; jeder Amerikaner ist im Gegen⸗ theile überzeugt, daß die innern Communicationen den Wohlstand seines Vaterlandes so sehr vermehrten, daß nicht nur die Zinsen, son⸗ dern auch das Kapital auch vor der Verfallzeit des letzteren rein ge⸗ wonnen wird, daß also dann noch immer die Anlagen dieser Commu⸗ nicationen dem Lande als Ueberschuß⸗Gewinn zurückbleiben. Möchte doch diese Ansicht auch in den Staaten des Europäischen Kontinents Eingang finden! Dauer der Eisenbahn⸗Fahrten am 4. Juli.

Abgang zFeitdauer Zeitdauer

St. M. M.

Potsdam Mrg. 44 Potsdam Potsdam Potsdam 42 Potsdam Potsdam 46

Abgang

von um Uhr von

₰2

2& b e

—₰

8

vöSSe.

6 1

·

Berlin

Berlin V

Berlin 0 Abds. 1

8 Metceorologische Beobachtung.

Berlin 8 ½ Berlin 1 Berlin Berlin Die letzte Fabrt von Berlin mit Pferden. Morgens 1 Nachmittags Abends Nach einmaliger 6 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.

18309.

3 4.

2 Uhr

Luftorud. .... . 336,61" Par. 337,11˙ Par. 337,60“⸗Par. Quellwarme 8,8 0 R. uftwaärmenen + 920 R. +. 15,00 R. + 11,8 0 R. Flußwärme 14,6 ° R. Thaupunkt...... + 8,09 R. 8,80 R + 8,3 0 R [Bodenwarme 12,5 ° R. Dunstsattigung 83 vEt. 59 pvCt. 74 pCt. [Ausdünstung 0,039“ Rhy. Wetter.... vezogen. bheiter. deiter. Niederschlag 0,041 Rbh. eaegeheeZ“ M. Waͤrmewechsel 15,80 Wolkenzug .. . + 10,30.

FTauesmittel: 337,17“ Par.I 4= 12,2 0 R. †. 8,40 R. 76 Ct. W.

J Z1“ Den 5. Juli 1839 Emntlicher Foudszs- und geld-Courz-Zettel.

8ꝙ Sr. Cour. 84 Pr. Cour.

8 Brief. Reld. ae Brief. Geld. St.-Sebzuldt-Seb. 4 1032⁄ stpr. Pfaudbr. 38 101 ½ Pr. Engl. Ubl. 30. 4 1039 12 Pomm. do. 23 103 102 ⁄½ PrümSchk. i. Sech. 70 Kur-. u. Nenur. do. 38 108 102 [ Kutinark. 0tsg. 4 do. 21 102 101 % do. Schaldversckh. 28 V - Coup. und Zius- Neum. Sehuldv. 24 101 2⁄⁄2⁄2/ 101 ⁄X¼ Seb. d. K. u. N. 96 Berl. Stadt-CUUl. 4 . Gold al marceo —] 215 214 Köuigb. do. 4 Neue Ducaten (8. Elbinger do. 48 4 sFriedrichsd'or Dauz. do. in Tn. 7 Weztpr. Pfandbr. 3³% 102 Grofsal. Pos. do. 4

1*“

Amsterdam, 1. Juli. Niederl. wirkl. Schuld 547⁄8. 5 % do. 102 5⁄1 6. Kanz-Bill. 261 5⁄16. Span. 1812⁄1 6. Passive —. Ausg. Sch. —. Zinsl. —. Preuss. Prüöm. Sch. 128. Poln. —. Oesterr. Mer. 103 ²½. Anrwerpen. 30. Juni.

Neue Anle 18 ¾. 1813⁄16.

Frankfurt a. M., 2. Juli.

Oesterr. 5 % Met. 105 ¾ G. 4 % 100 G. SI7IG 59 Br. 1 % 25 ⁄1 Br. Bank-Actien 1814. 1812. Partial-Obl. 151 -Br. I. 0se su 500 Fl. 133 ⅛. 133. Loose zu 100 Fl. 284 G. Preuss. Präm. Sch. —, do. 8 % Anl. 103 G. Poln. Loose 866 ¾. 68 ¾. 5 % Span. Anl. 4 ⁄1. 4. 2 ½ % Holl. 53 1. 53 2 ³⁄1 %. Eisenbahn-Actien. St. Germain 650 Br. Versailles rechtes siter 660 Br. do. linkes Ufer 145 Br. Strafsburg-Basel 295 Kr. Bordeaux Teste —. Sambre-Meuse —. Leipzig-Dresden 89 G. Köln-Aachen 86 Br. Comp.-Centrale

Hamburg, 3. Jull. Bank-- Aecnten 1505. Engl. Kuss. 107 ⁄[. Koͤnigliche Schauspiele.

Sonnabend, 6. Juli. Im Opernhause: matisches Gedicht in 6 Abth., von Goethe. Sonntag, 7. Juli. Im Opernhause: Der Postillon von Lonjumeau, komische Oper in 3 Abth. Musik von Adam. (Herr Schmetzer, vom Hof⸗Theater zu Braunschweig: Chupelou,

Schlesische

Aud. Goldmün-.

zeul à 5 Thl. 104 ¾ Dizcouto

Zipai. —.

Faust, dra⸗

3000000. 3000000.—

1836 [Für Banken 154121003.67

Arkansas.

Wir ersehen aus dieser Tabelle, daß 19 Unions⸗Staaten seit dem Jahre 1820

für Eisenbahnen, Kanäle und Straßen » andere Gegenstände .. . .. 4,804 759 28

Zusammen .. 154,121,003 Dell. 07 C. Schulden machten, wovon aber, wie wir oben bemerkteu, ein Thel; den Actien⸗Compagnicen wieder geliehen wurde, und daher von ihnen bei Verfallszeit eingelöst werden muß. Der Betrag, welcher in den gesetzgebenden Versammlungen im letzten Winter vorzüglich für Eisen⸗ bahnen bewilligt wurde, mag nicht weniger als 16 Millionen betragen; es beläuft sich also die öffentliche Sculd der Unions⸗Staaten für Communicationen im Inunern auf beiläusig 114 Millionen Dollars, oder 163 Millionen Preußische Thaler, wovon der bei weitem größte Theil schon realisirt in, und der Rest in ein oder zwei Jabren reali⸗ sirt wird. Nur der kieinste Theil der Staats⸗Papiere besindet sich in den Händen von Amerikanern, der bei weitem größte Thetl wurde in England negozirt, und die Papiere sind entweder in Eugland, oder

98,001,247 Doll. 39 C. 51,315,000

den Bau der Straßen seit jener Zeit aufgab, als man eine vollkom⸗ wegere Gattung Stragen, nämlich die Eisenbahnen, kennen kernte. Rachstehende Tabelle enthält einen genauen Ausmweis dieser Staats⸗ sculden, wie sie im Frühjahre 1838 bestanden:

an anderen Punkten von Enropa. Die Vereinigten Staaten zahlen also jährlich an Europg fünf Millionen Dollars als Zinsen ihrer Schuld für Eisenbahnen, Kanäle und Straßen, und dieser Zinsenbelrag wird durch die immer größer werdenden Unternehmungen während einiger

feaslbaaH.n afAlaanc e ctun geesen. er-arn

EEE Lrunü-Sewr. ewDmeeUmea emn rwree

Literarische Anzeigen. Im Verlage von L. Pabst in Darmstadt ist so eben erschienen: 8 Allgemeine D e Generalbaß⸗Lehre,

mit FPEPEhntworfen und gezeichnet von C. F. Zwei an einander passende Blätter im gröfsten Karten-

besonderer Rücksicht auf augehende Musiker und gebildete Dilettanten von Da in Dr. Gustav Schilling.

gr. Sro. 18 Heft. Subscr. Preis 17 ½ sgr. oder 1 Fl. Dieses Werk in àA Lieferungen; mit der Ausgabe des letzten Heftes hört der Subscr. Preis anf, und der den Zweck: als mdenpreis von 3 Thlr. oder 5 Fl. 24 Kr. fürs Ganze Keisen auf dem S teitt unwiverruflich ein. Bestellellungen nimmt ent⸗ ben näher gelege gegen die Stuhrsche Buchhandlung, in Berlin Schloß⸗

itz Nr. 2, in Potsdam Hohenwegstraße Nr. 4.

Format (Kupfersti neuerer

im Verlage des Geographischen Instituts zu Weimar ist 1839 erschienen und bei allen Buch-. vollständig als möglich darzustellen. und Kunsthandlungen vorräthig, Berlin bei Simon! Schropp & Comp.:

Laufe dieses Stromes erschienen ist, so vorliegende, im Mafsstabe von zles, nach den besten vorhandenen Hülfsmitteln entworfene Karte

erfüllen, da besonders die gröfste Sorgfalt darauf 1813. verwendet worden ist, die

Allgemeiner Anzeiger fuͤr die Preußischen

Gegenden liegenden Kunststrafsen

r 1 E11ö1 Weiland. handlungen versendet worden.

Inhalt:

ch). 1 Thlr. In Etui 1 Thlr. sgr. ub; ter Abschnitt.

Zeit keine Karte vom ganzen wird die

Feldzug in Estremadu

Gefecht bei Zwolin am 3. Februar Gefechte bei Kamionka und Libartow Mai 1831. tenant Graf Bubna mit der zweiten in den Tagen von Leipzig. Vom 5.

ein brauchbarer Führer bei den trome selbst oder in den demsel- nen Gegenden zu dienen, gewiss

in den hier dargestellten graphie. t 8 8

Auber. (Neu einstudirt.)

1.22 mvAxmcIFrg. Fae

Oesterreichische militairische Zeitschrift 1839. von seinem Ursprunge bis zu seiner Mündung. v.

Dieses Heft ist so eben erschienen und an alle Buch⸗ I. Der Feldzug 1706 in Spanten.

bis zum Rückzuge ins Königreich Valanza. IV. Das Wirken des Feldmarschall⸗Lieu⸗

V. Ueber ein neues Sovstem allgemeiner Tele⸗ VI. Neueste Militair⸗Veränderungen.

als Gastrolle.) In Potsdam: Die seltsame Wette, Lustspiel in 1 Akt,

Und: Vor hundert Jahren, Sittengemaͤlde in 4 Abth., von

E. Raupach.

Montag, §. Juli. Im Schauspielhause: Symphonie Pastorale, von L. van Beethoven Und: Iphigenia auf Tau⸗ ris, Schauspiel in 5 Abth., von Goethe.

FKöntgstitt Sonnabend, 6. Juli. Fra Diavolo, oder: Das Wirths⸗ haus zu Perracina. Komische Oper in 5 Akten. Musik von (Herr Dobrowsky, erster Tenorist

vom Stadttheater zu Frankfurt a. M., und Herr Francke,

vom Hoftheater zu Weimar neu engagirte Mitglieder dieser Buͤhne der Erstere: ais Debuͤts.)

Fra Diavolo, der Letztere: Lorenzo, Sonntag, 7. Juli. Dreizehnte große akrobatisch’ athletische Vorstellung der Gesellschaft des Herrn M. Averino. Vorher: Paris in Pommern, oder: Die seltsame Testaments⸗Klausel⸗ Vaudeville⸗Posse in 1 Akt, von L. Angely. Verantwortlicher Redacteur Arnold.

rtacie eeemxnrone.

Gedruckt bei A. W. Hayn.

—=

Staaten. und; Der Preis des Jahrgangs 1839 von 12 Hefteu ist, wie auch der aller frühern Jahrgänge von 1818 bis 1838, jeder 8, Thlr. Sächs. 1

Die Jahrgänge 1811 1813 sind in einer nenen Auflage in 4 Bänden vereinigt erschienen und kosten zusammen ebenfalls 8 Thlr. Sächs. Wer die ganze Sammlung von 1811 1838 auf Einmal abnimmt, erhält dieselbe um ½ wohlfeiler.

Von dem Unterzeichneten ist diese Zeitschrift um die ge⸗ nannten Preise durch alle Buchhandlungen zu bezieben-

Wien, den 7. Juni 1839.

J. G. Heubner, Buchhändler.

Bestellungen nimmt an in Berlin 8 88 Burgstraße Nr. 8. Oehmigke’s Buchhandlurg

gr (J. Bülow).

s0 genau

Zwei⸗ ra auf Castilien 1831. III. Die am 9. und 10.

leichten Division bis 19. Oktober

zur Allgemeinen Preußischen

* 185.

Trier, 29. Juni. In der 6,. hier⸗ selbst befanden sich zu Anfange des Jahres 838 244, im Laufe des⸗ selben kamen hinzu 1338 und es wurden daher in derselben 1582. Personen beider Geschlechter detenirt; davon wurden 1212 nach abgeb ister Strafzeit entlassen, 20 begnadigt, 3 starben, 39 in andere Aastalten abgeliefert und 4 al8 Auslaͤnder uͤber die Graͤnze gebracht, so daß Ende 1838 294 in Bestand verblie⸗ ben. Der Arbeitsverdienst betrug 3584 Rthlr., die Verpfle⸗ gungs Kosten eines Gefangenen betrugen im Durchschnitt 63 Rthlr. 20 Sgr. 4 Pf. jaͤhrlich und 5 Sgr. 3 Pf. fuͤr den Tag. 1

In dem Buͤrger⸗Hospitale in Trier wurden 413 Kranke behandelt, von welcher Anzahl 233 genasen, 48 starben und 132 in Bestand verblieben. Die Haupt Armen⸗Kommission daselbst hatte eine Einnahme von 5811 Rthle, der Frauen⸗Ver⸗ ein zur Unterstuͤtzung huͤlfsbeduͤrftiger Hausarmen verwendete fuͤr seine Zwecke gegen 1109 Rthlr. (s- Staats⸗Zeitung Nr. 34), ein zweiter Frauen⸗Verein hat eine Armen⸗Schule unter⸗ halten und aus dem Vermaͤchtnisse des Dom⸗Vikars Fischer ein Kapital von 4350 Rthlr. zugewendet erhalten.

Die Wohlthaͤtigkeits⸗Anstalt in Saarlouis, welche bis jetzt nur ein kleines Haus besitzt, unterhielt eine Schule, in welcher vier Schwestern der Congregation des heil. Karl von Nancy an 162 Maͤdchen, ein Lehrer aber an 150 Kna⸗ ben Unterricht ertheilten und eine Koch-⸗Anstalt, aus welcher un⸗ vermoͤgende Kranke Speise empfingen. Ein von des Koͤnigs Majestaͤt derselben bewilligtes Gnadengeschenk von 800 Rehlr. und einige fromme Vermaͤchtnisse werden sie in den Stand sez⸗ zen, ein bereits erworbenes Gebhaͤude auszubauen und zu einem Hospitale einzurichten.

Beleuchtung der Renten⸗Anstalten.

Die in Deutschland seit den letzten 14 Jahren unter ver⸗ schiedener Benennung entstandenen Munten⸗Anstalten zu Wien, Stuttgart, Karlsruhe und Berlin haben alle den Zweck, die Versorgung im hoͤheren Alter zu vermoͤglichen, dergestalt: daß die Theilnehmer zwar schon von Anfang des Beitritts an genießen koͤnnen, daß diese Genuͤsse (Renten) aber nur mit den zunehmenden Jahren steigen und erst im hoͤheren Alter die be⸗ stimmte groͤßte Hoͤhe erreichen. Dabei ist, durch Eintheilung der Mitglieder in Altersklassen und durch die unter sämmtlichen Theilnehmern stattfindende Erbverbruͤderung, die Einrichtung so getroffen, daß die zur Zeit des Eintritis schon aͤlteren Mitglieder die hoͤheren Renten fruͤher erreichen, als die juͤn⸗ geren, daß die juͤngeren aber demnäaͤchst die aͤlteren beerben, um spaͤterhin zu denselben Vortheilen zu gelangen. Durch eine solche Erbverbruͤderung und in der Vereinigung Vieler wird also moͤglich gemacht, was dem Streben des Einzelnen oft un⸗ erreichbar ist. Diese Grund⸗Ideen richtig wuͤrdigend, konnte es denn auch nicht fehlen, daß in einem Staate nach dem andern dergleichen Anstalten entstanden. Man pflegt das Gute, nicht das Schlechte nachzuahmen!

Der Eintritt in diese Anstalten ist ohne daß man be⸗ schraͤnkt wird, mit großen Summen beizutreten auch mit geringen Mitteln zu bewirken. Man kann nämlich mit Be⸗ traͤgen von 10 Gulden und resp. 10 Thalern an, die Mitglied⸗ schaft erwerben, ohne zu ferneren Beitraͤgen verpflichtet zu seyn. Billigerweise kann aber nicht verlangt oder erwartet werden, daß Jemand, der in jungen Jahren und mit geringer Summe beitritt, schon in den naͤchsten Jahren eine so ergie⸗ bige Rente erhalte, daß er davon leben koͤnne. Dies ist auch nicht moͤglich, und wenn es moͤglich waͤre, was wuͤrde dann aus dem gesellschaftlichen Zustande werden?

Indeß die Frage: was hat man von dem Beitritt uͤber⸗ haupt zu erwarten? oder, wie werden die Renten stei⸗ gen? ist juͤngst mehrmals oͤffentlich angeregt, jedoch nicht eroͤr⸗ tert worden.

Verfasser dieses, die Vortheile der Renten⸗Anstalten erken⸗ nend, schloß sich bereits im Jahre 1834 der Stuttgarter an, weil damals im Preußischen eine solche Anstalt noch nicht exi⸗ stirte, und durch die eifrigste Verfolgung des Ganges aller die⸗ ser Institute, zu deren Beurtheilung einigermaßen in Stand gesetzt, glaubt er, daß es dem Publikum nicht unwillkommen sein wird, wenn er der Eroͤrterung der obenberegten Frage hier naͤher tritt.

Die im Jahre 1833 errichtete Stuttgarter Anstalt war lange der Gegenstand der heftigsten Angriffe. Dies befremdete ihn zwar nicht, weil jede neue Eint ihre Gegner findet; allein der Einwand, daß die von jener Anstalt veroͤffentlichte Tabelle uͤber das wahrscheinliche Steigen der Rente auf ganz unrichtiger Grundlage beruhen solle, blieb von hohem Interesse fuͤr ihn als Theilnehmer der Anstalt. Um so mehr mußte es ihn aber freuen und beruhigen, aus der Kundmachung des Ku⸗ ratoriums gedachter Anstalt vom 2. April d. J. zu ersehen, daß dasselbe sich veranlaßt gefunden, jene Renten⸗Steigerungs⸗ Tabelle von einem unpartetischen Sachkundigen (dem Professor der Mathematik an der Universitaͤt zu Tuͤbingen, Dr. Ofter⸗ dinger) pruͤfen zu lassen. Das Resultat dieser Pruͤfung, welche auf Grund der Materialien, die eine abgeschlossene, jedoch nur schwache Jahresgesellschaft dargeboten, erfolgte, ist dahin aus— gefallen, daß die von den Unternehmern der Anstalt aufgestellte und veroͤffentlichte Tabelle uͤber das wahrscheinliche Steigen der Renten, im Ganzen genommen, von ihm richtig befunden sey. (Die Berechnung des Professors Ofterdinger ist der Oef⸗ fentlichkeit uͤbergeben und im Buchhandel fuͤr wenige Siüber⸗ groschen zu erhalten.) Man duͤrfte nun bei solcher Autoritaͤt jene Tabelle als einen ziemlich sichern Anhaltspunkt betrachten und danach abnehmen koͤnnen, wie sich die Rentensteigung auch bei den uͤbrigen Anstalten stellen moͤchte. Zuvoͤrderst wollen wir aber noch, soweit die oͤffentlich vorliegenden Materialien der vorhandenen Anstalten reichen, den Probierstein der Erfah⸗ rung an die Wahrscheinlichkeits⸗Tabelle anlegen.

Nachstehendes ist die von der Stuttgarter Anstalt bei ihrer Gruͤndung im Jahre 1833 veroͤffentlichte Tabelle uͤber das wahrscheinliche Steigen der Renten in den verschiedenen Alters⸗ klassen, wozu nur noch bemerkt wird, daß dort eine volle Ein⸗ lage in 100 Gulden besteht, daß die hoͤchste Rente fuͤr Eine Einlage 300 Gulden betraͤgt, daß auch unvollstaͤndige Einlagen von 10 Gulden an zulaͤssig sind, auf welche nach Verhaͤlt⸗ wiß dieselbe Rente trifft, wie auf volle Einlagen, und daß der Gulden 60 Kreuzer enthaͤlt.

Die Jahres-Rente auf eine volle Einlage von 100 Gul⸗ den duͤrfte betragen:

In den verschiedenen Alters⸗Klassen, deren Mitglieder

zur Zeit der Aufnahme ein Lebensalter erreicht hatten Jahr nach

von von

0— 10 10 20 20 30 30 40 40 50% über

Jahren Jahren Jahren Jahren Jahren 50 Jahr in in in in in in

Klasse I.] Kl. II. Kl. III. Kl. IV. †Kl. Vv. Kl. VvI.

von von von

It. Ker. Fl. ’Fl. Kr. Kr.

3 12 3 2 36 3 48 6— 3 2 46 4 16¹ 6 3 11 4 11 31 47 10 17 16 —*) 5 42 6 16 )6 52 25 28 5 65 5 50 32 44 18— 6 15 30 8 15 50 19 6 45 8 22 . 76 24 7 48 . 9 18 152 48 8 45 d 21 9 300 11 53 324 16 21 17 27 18 42 20 8 25 30 27 48 30 35 32 33 36 40 54 58 89 63 102 69 119 76 143 85 163 130 269 140 300 IW1165 T1

¹ 300 7 1” 7 „„

Gehen wir nun zur Vergleichung dieser Tabelle mit den Erfahrungen uͤber, welche die im Jahre 1833 zu Stuttgart und im Jahre 1835 zu Karlsruhe errichteten Renten⸗Anstalten nach ihren oͤffentlich vorliegenden Rechenschafts⸗Berichten dar⸗ bieten, so finden wir folgende Resultate.

1) Bei der Wuͤrttembergischen Anstalt zu Stutt⸗ gart. In der obigen Wahrscheinlichkeits⸗Tabelle ist angegeben, daß die Rente von einer Einlage zu 100 Gulden betragen

duͤrfte: in Klasge III. 1n

im 2ten

im 6ten Jahre 1 . Fl. Kr. Fl. Kr. nach der Auf⸗ ee“ 2 3 46 4 Sie hat betragen im oöͤten Jahre nach der Auf⸗ nahme, da die Anstalt erst 5 V

Rentenjahre II118 6 6111618111 4 18 5 10

Die Rente steht also, mit Ausnahme der aͤltesten Klasse, schon nach 5 Jahren so hoch, zum Theil aber noch hoͤher, als nach der Wahrscheinlichkeits⸗Berechnung erst fuͤr 6 Jahre in Aussicht gestellt worden ist.

2) Bei der Badenschen Anstalt zu Karlsruhe: in Klasse

Die Renez getean 1 II. III. IV. 6 Nach 3 Faah eeh gn 8 so lange 1. Fl. Kr. Fl. Kr. Fl. Kr. 5 Kr. Fl. Kr. Fl. Kr. stalt erst besteht, U

fuͤr 100 Gulden 3 31]3 V 38

Sie steht also schon nach 3 Jahren fast in allen Klassen hoͤ⸗ her, als sie nach der Wahrscheinlichkeits⸗Tabelle der Stutt⸗ garter Anstalt erst nach 6 Jahren und fuͤr die 5. und 6. Klasse erst zwischen 11 und 16 Jahren in Aussicht gestellt ist. Zu bemerken ist hierbei noch, daß die Anstalten zu Stutt⸗ gart und Karlsruhe, ebenso wie die Berliner, ihren Berechnun⸗ gen den Zinssatz von 4 Prozent zu Grunde gelegt haben, d. h. sie rechnen die Nutzung der Renten⸗Kapitalien zu 4 Prozent. 3) Bei der im Jahre 1825 gegruͤndeten Oester⸗ reichischen Anstalt zu Wien, welche 7 Altersklas⸗ sen hat und mit dem 5 prozentigen Zinssatze rechnet, sollte nach der (in einer Privatschrift) veroͤffentlichten Rentensteige⸗ rungs⸗Tabelle die Rente gestiegen seyn fuͤr ”” Einlage: in Klasse

III. IIII

8

3 45 3 52 1

6 15 21 49

1

rFl. Kr . Fl. Kr. b

Im öten Jahre nach der Aufnahme auf .... 8832 9 10 12 53 115 3623 10 Sie hat wirklich betra— V

gen im 6ten Jahre nach der Aufnahme .8 12 928] 951111 51113 55⁄27 20

*) Anmerkung der Herausgeber. Da stets in den ersten Jahren nach der Aufnahme das Steigen der Rente begreiflich nur sangsam erfolgt, so wurden in dieser Tabelle mit Uebergehung der wahrscheinlichen Rente für das 3te, Ate, 5te, 7te, 8ie Jahr u. s. w. nur die des 6ten, 11ten und 16ten Jahres angegeben, wonach denn ihr wahrscheinliches Steigen in jenen dazwischen liegenden Jahren zu beurtheilen ist.

Staats⸗Zeitung

den jüͤngeren Klassen Mehr, bei den

Die Rente bei dieser Anstalt stand also, mit Ausnahme zweier Kiassen, eben so wie bei den andern Anstalten uͤberall hoͤher, als nach der Wahrscheinlichkeits⸗Berechnung in Aussicht gestellt war. *

Ferner, im lten Jahre; nach der Aufnahme: II.

z1. r

EEIT

- 8 Z1. Kr. l. Ar. F1. er 51. Ar 51. r. Nach der Vorausbe⸗ -

IZ“] In der Wirklichkeit ..

9 10ʃ17 929 98 10/10

11 28121749 3386 742 saang 183062 21

Die Wirklbcchkeit zeigt also gegen die Vorausberechnung bei älteren Weniger. Aehnliche Abweichungen kommen zwar periodisch bei allen auf die wahrscheinliche Lebensdauer der Menschen berechneten In⸗ stituten vor, bei Vorausberechnungen von Rentenanstalten der in Rede stehenden Art aber koͤnnen sie, nach des Verfassers Ansicht, um so leichter eintreten, als hier Manches von zufaͤlli⸗ gen Ereignissen, namentlich von der groͤßeren oder geringeren Sterblichkeit unter den Mitgliedern, die mit einem Altersunter⸗ schiede von 10 und mehreren Jahren und mit mehr oder we⸗ niger Einlagen fuͤr Eine Person in einer Klasse vereinigt sind, abhaͤngig ist, daher denn auch die Rechenschaftsberichte der Wiener Anstalt zeigen, daß in manchen Klassen spaͤter gebil⸗ deter Jahresgesellschaften die Renten viel hoͤher stehen, als in denselben Klassen fruͤher gebildeter Jahresgesellschaften. Ver⸗ gleicht man aber die bisherigen Erfahrungen der Renten⸗A stalten im Allgemeinen gegen die vorhandenen Wahr⸗ scheinlichkeits⸗Berechnungen, so wird man voͤllig zu der Annah⸗ me berechtiget, daß die letzteren wohl auf richtiger Grundlaze beruhen. Es kommt dabei freilich auch noch viel auf die innere Or⸗ ganisation der Anstalten selbst an, die Verfasser aber des Naͤ⸗ heren nicht eroͤrtern will, um keiner zu nahe zu treten, und den Vorwurf der Parteilichkeit zu vermeiden. Er will alss weder untersuchen, noch sich die Entscheidung anmaßen, welche von den gegenwaͤrtig bestehenden 4 Anstalten die Bessere sey; doch scheint es, als wenn die Badensche und die Preußische den Vorzug vor den anderen verdienen, weil ihre Statuten ganz unzweideutig erkennen lassen, daß, und wie, alle Ein⸗ kuͤnfte dieser Anstalten, nach Abzug der nothwendigen Ver⸗ waltungskosten, nur zum Besten der Theilnehmer verwendet werden sollen, und daß ein Vortheil fuͤr die Gruͤnder nicht existirt. In den Statuten der Oesterreichischen und Wuͤrttembergischen Anstalten findet man hierunter Luͤcken, die denn auch die Gegner fuͤr ihre Angriffe benutzt haben, jedoch wie sich gezeigt hat, ohne Erfolg, denn z. B die im Jahre 1838 am heftigsten angegriffene Renten⸗? erfreute sich gerade in demselben Jahre der lebhaftesten Theil⸗ nahme; es fanden im Jahre 1838 = 7112 neue Einlagen statt, waͤhrend in den beiden ersten Jahren des Bestehens, 1833 und 1834, zusammen nur 3272 Einlagen gemacht wor⸗ den waren. Dies weiß Verfasser nicht anders zu erklaͤren, als daß das Publikum sich von der Nuͤtzlichkeit der Renten⸗Anstal⸗ ten im Allgemeinen uͤberzeugt halten muß. Die Vorstaͤnde der Hrbußschen und der Badenschen An⸗ stalten haben bis jetzt keine solche Tabellen veroͤffentlicht, wie sie uͤber die Wiener und Stuttgarter Anstalten erschienen sind. Ist dies aber auch nothwendig? oder ist es angemessen? Dies sind Fragen, die der Verfasser sich mit Nein beantwor⸗ tet. Nothwendig scheint es ihm wenigstens deshalb nicht, weil die Statuten beider Anstalten klar genug sind, um mit Hinblick auf die wirklich stattfindenden Leistungen bei den aͤlteren Anstalten sich selbst von der Rentensteigung ein Bild zu machen. Angemessen ist es gewiß nicht, weil dem Publikum keinesweges mit unverbuͤrgten Zahlen gedient seyn kann, zur Aufstellung einer einigermaßen zu verbuͤrgenden Rentensteigerungs⸗Tabelle aber eine mehrjaͤhrige Erfahrung ehoͤrt. 866 Fragen wir aber: ob die Ergebnisse der Stuttgarter und Wiener Anstalt, wie wir sie oben gesehen, auch wohl bei der Badenschen und Preußischen Anstalt zutreffen duͤrften, so laͤßt sich diese Frage nach dem Obenangefuͤhrten unbedenklich mit Ja beantworten. Wir sehen bereits aus der Erfahrung der Badenschen Anstalt (deren Statuten mit den der Preußischen fast ganz uͤbereinkommen), daß dort schon nach 3 Jahren die Renten eine solche Hoͤhe erreicht haben, wie sie nach den Stutt⸗ garter und Wiener Wahrscheinlichkeits⸗Tabellen erst nach 6, zum Theil nach 11 Jahren und noch spaͤter in Aussicht gestellt sind. Woher dies kommt, laͤßt sich allein in der inneren Orga⸗ nisation der Anstalten suchen und finden. Baden und Preußen verwenden statutenmaͤßig die Ueberschuͤsse des, bei Anstalten der in Rede stehenden Art bedeutenden Reserve⸗Fonds, zur Er⸗ hoͤhung der Renten. Wie diese Ueberschuͤsse aber in Stutt⸗ gart und Wien verwendet werden, ergeben die Statuten nicht, eben so wenig die Rechenschaftsberichte. Baden hat bereits uͤber 70,000 Gulden aus dem Reserve⸗Fonds zur Erhoͤhung der Renten verwendet, und zu Ende des Jahres 1838 noch uͤber 56,000 Gulden im Bestande behalten. Ferner lassen die Anstalten in Baden und Preußen die Beerbungen un⸗ verkuͤrzt, Wien und Stuttgart kuͤrzen sie um 10 Prozent. Endlich duͤrfte es nicht ohne Interesse seyn, zu seen. 6 nach Ausweis der oͤffentlichen Rechenschafts, Berichte die Theit nahme an den Anstalten uͤberall in einem gewissen gleichmaͤßige Verhaͤltnisse stattgefunden hat. Bei der Wiener Anstalt wurden in 14 Jahren 91, 418 Einlagengemacht. 6

. 2 v „2 8 8ö8“ 19,433 8 Davon gehoͤren allein der 1. Klasse (mit ee 9 2 10 Jahren) uͤber die Häͤlfte an, welches als Beweis gilt, daß das Publikum uͤberall die csta. F in j Jahren fuͤr da in jungen Jah f nehmen nach soll auch die hiesige Rent ie Sor Feasn erwarten war, sich eines guten Fortganges vvfgeuen; in den ersten 4 Monaten ihres Bestehens soll die Zahl 8n Einlagen bereits uͤber 1000 betragen haben, während der erste Abschnitt der diesjaͤhrigen Sammelperiode noch bis zum 2. Semptember und der zweite, in welchem ein Aufgeld be⸗ zahlt werden muß, bis zum 2. November zu laufen hat.

Berlin, im Juni 1839. W. C.