Herr Gisborne, der vor kurzem von den Konservativen zu den Shigs uͤbergegangen ist und sich jetzt um den durch die Erhe⸗ erledigten Parlaments⸗
ttz fuͤr de 5 mbridge bewirbt, eine Stelle in der 6 fuͤr die Universttaͤt Cambridge I
bieten gemacht
bung des Herrn Spring Rice zum Pair
Berwaltung anzunehmen geneigt seyn duͤrfte,
aupt gegründet ist, daß ihm ein solches Aner worden, daruͤber ist noch nichts Bestimmtes bekannt. libzeralen 8 Bemerkenswerth sind folgende Aeußerungen der 2 MNorning Chroniele uͤber den jetzigen Geschälteseng Lynd⸗
thause, die diesem Blatte durch die letzte Rede nts, Sesston hurst's uͤber die Unfruchtbarkeit der letzten EE. daß abzedrungen worden: „Es ist ohne allen Zweifel wahr, da
Geschaͤftsfuͤhrung im Unterhause so eue I. nd immer gewesen ist. Waͤhrend der a h. der gewoͤhnlichen Redner sich nicht fleck 852 Haus selten mehr als einmal S. 1486— bis um 7 Uhr saß, war es moͤglich, trotz al⸗ woͤchentlich laͤnger als bi 8 üste sich beiten. S len Maͤngeln des Systems, durch die Gesch a⸗ Tere eiten. Schon vor der Reform⸗Bill ugen zwar die Klagen uͤber das barbarische System der Geschaͤstsfuͤhrung an, aber das Uebel ward unerträglich, aig die Gabe, lange Reden zu halten, einen Anspruch auf die Vertre⸗ rung von Waͤhlern begruͤndete und ein Sitz im Unterhause verloren ing, wenn ein Mitolied bei Verhandlungen uͤber wichtige Fragen stumm blieb. Es wuͤrde die heilsamste Verbesserung seyn, wenn die Zahl der Mitglieder des Unterhauses (658) auf ein Drit⸗ tel herabgesetzt wuͤrde, wodurch es moͤglich werden koͤnnte, die Verhandlung uͤber eine wichtige Frage, wozu man jetzt eine ganze Woche braucht, in einigen Tagen erledigen. Aber auch oh e die Zahl der Mitglieder zu vermindern, wuͤrde schon viel gewonnen werden, wenn man das Haus in verschiedene Aus⸗ schuͤsse (wie es in Frankreich der Fall ist), vertheilte, in wel⸗ chen die Einzelheiten der Maßregeln erwogen wuͤrden, statt der chwerfaͤlligen Einrichtung, die einzelnen Verfuͤgungen eines Ge⸗ “ in einem sogenannten Ausschusse des ganzen Hau⸗ ses zu er rtern. Sir R. Peel ist zu der Versammlung der Britischen Na⸗ tursorscher nach Birmingham abgereist.
Feargus O'Connor hat vorige Woche einen Besuch in
Sdinburg gemacht, wo er von seinen Anhaͤngern durch den ihm
bereiteten enthustastischen Empfang fuͤr seine sinkende Populari⸗
raͤt in England einigermaßen entschaͤdigt wurde.
O Connell ist am Mittwoch wieder in einer Versammlung mit Aufloͤsung der
zu Dublin aufgetreten und hat von neuem Union gedroht, da das Benehmen des Parlaments Irland we⸗ nig Hoffnung auf Abhuͤlfe seiner Beschwerden verspreche.
Die Arbeiten in dem Tunnel sind gestern auf dem Punkte des niedrigsten Wasserstandes der Themse angelangt, so daß man jetzt aller Besorgniß vor neuen Einbruͤchen des Flusses überhoben ist. Die Laͤnge des jetzt fertigen Baues betraͤgt
929 Fuß, und es blieben noch ungefaͤhr 380 Fuß auszugraben
uͤbrig.
Der Durchschnittspreis von Weizen stand rade 1 Penny unter dem Punkte, auf welchem der Zoll 6 Sh. 8 Pce. betragen haben wuͤrde. Der Courier weint, am naͤchsten Donnerstage werde der sechswoͤchentliche
Durchschnittspreis bedeutend uͤber 71 Sh. stehen und sich wahrscheinlich noch zwei Wochen laͤnger so halten; indeß sey wenig Aussicht vorhanden, daß die Durchschnittspreise dann noch laͤnger so hoch bleiben wuͤrden, auch keine Wahrscheinlich⸗ keit, daß der Zoll dieses Jahr unter 6 Sh. 8 Pee. herabsinken werde. Der heftige Regen, der heute fruͤh stattfand, und der Anschein, den das Wetter hat, unbeständig bleiben zu wollen, gaben die Veranlassung, daß es heute mit den Weizen Preisen fester war. Es wurden fuͤr Englischen und fremden Weizen bereitwillig die Preise vom letzten Montag gezahlt.
gestern ge⸗
Der heutige Courier eroͤffnet sein Blatt mit folgender
Nachricht: „Man versichert uns aus glaubwuͤrdiger Auelle, daß ein wichtiger Sieg von Espartero uͤber Maroto erfochten worden, woruͤber man jedoch die naͤheren Details noch nicht erhalten hat;“ und das Plymouth Journal meldet: „Es geht das Geruͤcht, das Schiff „Devon““, welches gestern von der Nordkuͤste Spaniens hier angekommen ist, bringe die Nach⸗ richt, daß Don Carlos zum Gefangenen gemacht worden sey.“ (Die Franzoͤsischen beiden Nachrichten nichts.)
Die neuesten Berichte aus Kanada melden, daß der Ame⸗ rikanische General Scott in Buffalo angekommen war und dort die Ankunft des Kriegs⸗Secretairs Herrn Poinsett erwarten woͤllte, um mit ihm sich uͤber die Erhaltung des Friedens an der Graͤnze von Kanada zu berathen. Auch der Praͤsident und der Staats⸗Secretair der Vereinigten Staaten, so wie Herr Clay, werden zu demselben Zwecke auf irgend einem Punkte der Graͤnze mit den obigen Herren zusammentreffen. Der Praͤsi⸗ dent war neulich in Saratoga angekommen, wo er aber nicht den gewohnten Enthusiasmus erregte, sondern im Gegentheil
kalt und foͤrmlich empfangen wurde. In Ober⸗Kanada waren eilf zu Windmill⸗Point gefangen genommene Unruhestifter vom Gouverneur begnadigt worden, unter ihnen ein gewisser Dela⸗ field, weil seine Mutter im letzten Kriege mit den Vereinigten Staaten einen, Zritischen Offizier das Leben gerettet hatte. Man glaubt allgemein, daß alle Gefangenen im Fort Kingston 70 an der Zahl, baldigst wuͤrden in Freiheit gesetzt werden, 9888 daß inzwischen keine Unruhen an der Graͤnze vor⸗ ällel. Aus Ostindien sind neuere Nachrichten eingegangen, die aus Bombay bis zum 4. Juli und aus Kalkutta bis zum 21. Juni reichen. Ueber den Einzug des Englischen Heeres in Kabul, der nach dem „Journal de Smyrne“ in Konstantinopel bekannt geworden seyn soll, enthalten diese Berichte noch nichts. Sie melden nur, daß das Expeditions⸗Corps am Ende des Monats Mai sich noch in Kandahar befand, daß damals gerade
Aerndte beginnen sollte, und daß Sir John Keane, der
Ober⸗Befehlshaber, bis zum 15. oder 16. Juni hinlaͤngliche
Vorraͤthe gesammelt zu haben hoffte, um alsdann den Marsch egen Kandahar beginnen zu koͤnnen. Von Dost Mohamed rwartete man keinen Widerstand; es schien ihm keine Alterna⸗ ive geblieben zu seyn, als entweder die von dem General ne ihm gestellten Bedingungen anzunehmen oder das
zu raͤumen. Nach Einigen sollte er auch be⸗
nach Bothara entflohen seyn. Aufgefallen ist es uͤberhaupt, daß die Afghanen, welche fuͤr das tapferste und kriegerischste Volk von Mittel⸗Asien gelten, weder Muth noch Unternehmungsgeist, dem Britischen Heere gegenuͤber, be⸗ wiesen haben. Alles, was das letztere gelitten hat, ist nur eine Folge der anstrengenden Maͤrsche und des Mangels an Le⸗ bensmitteln gewesen. Auf dem Zuge von Schirkarpur nach Kan⸗ dahar sind nicht weniger als 400 Pferde gefallen und die Truppen waren vor ihrer Ankunft an letzgenanntem Orte auf halbe, ja Viertel⸗Rationen gesetzt worden. Die Einnahme von Kandahar und die Wiedereinsetzung des Schach Sudschah da⸗
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selbst hatte auf die Afgahnen einen elebhaften moralischen Ein⸗
druck hervorgebracht und sie im Ganzen den Englaͤndern mehr geneigt gemacht, obgleich sie sich noch straͤubten, dieselben als ihre Alliirten anzuerkennen. In Herat, wo Lieutenant Pottinger sei⸗ nen uͤberwiegenden Einfluß zu bewahren wußte, hatte die Nach⸗ richt von der Einnahme von Kandahar ebenfalls große Sensa⸗ tion erregt. Eine kleine Truppen⸗Abtheilung unter dem Major Todd sollte binnen kurzem abgehen, um eine Anzahl Kanonen dort⸗ hin zu schaffen und die Festungswerke der Stadt zu vervoll⸗ staͤndigen, zu welchem Behufe Ingenieurs diese Expedition be⸗ gleiten werden. Daß die Perser uͤbrigens von neuem gegen Herat im Anmarsche seyen, wird für ein unbegruͤndetes Geruͤcht gehalten. Eine Veraͤnderung in den Verhäͤltnissen zu Persien war nicht eingetreten und Karak noch immer von Britischen Truppen besetzt, Abuschir aber nicht. Was das Truppen⸗Corps des Scheiks betrifft, welches bestimmt war, mit Sir John Keane gemeinschaftlich gegen Kabul zu agiren, so hat man von demselben nichts weiter gehoͤrt. Rundschit Singh war am Le⸗ ben, aber er vegetirte nur noch. Die Britischen Truppen in der Naͤhe von Lahore haben Verstaͤrkung erhalten, ein unab⸗ weisliches Mittel zur Aufrechthaltung der Ruhe beim Tode des Maharadscha. Die Aegyptischen Truppen unter Churschid Pascha hielten sich zur Zeit jener Nachrichten unthaͤtig am Per⸗ sischen Meerbusen, und man glaubte, daß sie auf demselben Wege, auf dem sie gekommen, wieder zuruͤckkehren wuͤrden, da die Britische Regierung ihr Mißfallen uͤber die von ihnen be⸗ absichtigten Unternehmungen gegen Bussora oder Bagdad aus⸗ gesprochen hat.
Am 21sten ist hier die erste Nummer der „Neu⸗Seeland⸗ Gazette“ erschienen, die auf Neu Seeland selbst fortgesetzt wer⸗ den soll und dazu bestimmt ist, Auskunft uͤber die neue Kolonie zu geben, welche die Regierung dort zu errichten beabsichtigt. Zu Anfang Septembers werden fuͤnf Schiffe mit Auswan⸗ derern von England dorthin abgehen. Capitain Hobson, von der Koͤniglichen Marine, den die Regierung zum Gouverneur der neuen Kolonie ernannt hat, befindet sich schon auf dem
Blaͤtter von demselben Datum wissen von
Wege dahin, um mit den Haͤuptlingen der Eingeborenen wegen Abtretung ihrer Souverainetoͤts⸗Rechte zu unter⸗ handeln.
Die Berichte aus Canton gehen bis zum 19. April und sind sehr wenig zufriedenstellend. Die fremden Kaufleute wa⸗ ren noch nicht freigegeben und aller Handel wenigstens vor⸗ laͤufig zu Ende. Der Verkehr zwischen Canton und Macao
war ganz abgeschnitten, und die Schiffe lagen auf der Rhede von Macao, das Resultat der Schritte des Britischen Commis- sairs abwartend. Die Haͤlfte des vorraͤthigen Opiums war aus⸗ geliefert worden, und man glaube, daß bis zum Ende des Mo⸗
nats April auch der Rest werde ausgeliefert seyn. Es heißt, daß eine auf diese Angelegenheit bezuͤgliche Depesche von dem
General⸗Gouverneur von Östindien, Lord Auckland, von Simla, wo er sich aufhielt, nach Kalkutta besoͤrdert worden sey, den Befehl zur schleunigen Abfertigung des Kriegsschiffes „Con⸗
way“ nach Canton enthaltend, daß aber, da der General⸗Gou⸗
verneur nicht ohne Ruͤcksprache mit dem die Station befehligen⸗
den Admiral uͤber die Kriegsschiffe verfuͤgen kann, jenes Schiff erst nach Ceylon absegeln mußte, wo der Admiral Sir Frederic Maitland, seine ganze Escadre bei Trincomalih zusammenge⸗ zogen habe, um sogleich nach dem Empfang neuerer Berichte aus Canton selbst dorthin zu segeln. Nach Berichten aus Singapore vom 23. Mai haben auch die Behörden von Siam die Opium⸗Vorraͤthe im Lande konfiszirt.
Das Paketboot „Independenz“ hat Nachrichten von New⸗ York bis zum 7. August uͤberbracht. Die Aerndte⸗Berichte aus den Vereinigen Staaten sind etwas widersprechend, doch im Ganzen guͤnstig. In Ober⸗Kanada hingegen erwartet man, dem „Kolonisten“, einem Blatte aus Toronto, zufolge, nur eine sehr maͤßige Aerndte, indem das Getraide stark vom Rost ge⸗ litten hat. Der Geldmarkt war in New⸗York noch immer ge⸗ druͤckt. In New⸗Haven wurde kuͤrzlich eine Versammlung von sehr achtbaren Leuten gehalten, in welcher Herr Scoble, der in England als ein ausdauernder und entschlossener Freund der Afrikanischen Menschenrace vortheilhaft bekannt ist, zwei Stun⸗ den lang uͤber die Wirkung des neuen Systems in Westindien sprach. Aus einem Briefe von Fort Snelling vom 10. Juli geht hervor, daß zwischen den Siux und Tschippewaͤh⸗Indianern ein Krieg ausgebrochen ist und in einem Gefecht 133 dieser Letz⸗ teren geblieben sind. Der Streit soll uͤber einen Krieger vom Siux⸗Stamme entstanden seyn, den die Tschippewaͤhs am See Calhoun getoͤdtet und skalpirt hatten. Nach jenem Gefechte durchkreuzten die Siux das Land unter ihrem Anfuͤhrer Big Thunder, der aber den Befehl ertheilt hatte, nicht zu schießen, wo sich Weiße befaͤnden.
Nachrichten aus Buenos⸗Ayres vom 25. Mai zusolge, dauerte die Blokade noch fort. Der Kommodore des Geschwa⸗ ders der Vereinigten Staaten an der Kuͤste von Brasilien hatte versucht, eine Unterhandlung zwischen den kriegfuͤhrenden Par⸗ teien zu eroͤffnen; aber sein Versuch war ohne Erfolg geblieben.
— Ueber die im gestrigen Blatte der Staats⸗Zeitung nach
einer telegraphischen Depesche gemeldeten Englischen Ministerial⸗ Veraͤnderungen wird der Hamburger Boͤrsen⸗Halle von ih⸗
rem Londoner Korrespondenten unterm 30. August Abends
Folgendes berichtet: „Mit letzter Post schrieb ich Ihnen, daß der Marquis von Normauby sein Amt als Kolonial⸗Minister nicht viel laͤnger bekleiden wuͤrde; boch war ich kaum darauf ge⸗ faßt, meine Worte so fruͤh erfuͤllt zu sehen. Schon heute Abend melden die ministeriellen Blaͤtter, daß der edle Marquis das Ministerium des Innern uüͤbernimmt, und daß Lord John Rus⸗ sell zu den Kolonteen uͤbergeht. Dieser Tausch kann nich: von langer Dauer seyn. Der Minister, der dem Amte der Kolo⸗ nieen nicht gewachsen war, wird sich schwerlich in einer noch wichtigeren Stelle zurecht finden. Sonderbar bleibt es immer, daß der Marquis, nachdem er sich als Gouverneur von Jamaika und nachher als Vice⸗Koͤnig von Irland einen so glaͤnzenden Namen erworben hatte, als Minister so unbedeutend erscheint. Als Redner im Parlament leistet er gar nichts, denn obgleich er sehr gelaͤufig spricht, fehlt ihm das logische Talent gaͤnzlich, und anstatt fuͤr das Kabinet eine Verstaͤrkung gewesen zu seyn, ist er demselben wie ein Stein um den Hals gebunden. Die hohe Gunst der Marquisin bei der Koͤnigin ist wohl die einzige Ursache der Versetzung des Marquis nach London, die ihm jetzt schwerlich als eine Befoͤrderung erscheint. Lord Howick hat seine Stelle als Kriegs Secretair niedergelegt und sowohl er als sein Schwager, Herre Charles Wood, der Admiralitaͤts⸗ Secretair, treten von dem Ministerium gaͤnzlich zuruͤck. Herr Robert Gordon bekommt die Stelle als Unter⸗Secretair bei dem Schatzamte, die faͤr Herrn Wood bestimmt war, und es unterliegt jetzt keinem Zweifel mehr, daß eine der freigeworde⸗ nen Stellen dem Herrn Macauley zufallen wird. Lord Ho⸗ wick ist fuͤr das Kabinet kein großer Verlust. Als Redner ist er langweilig, und seine Aeußerung bei der letzten Debatte
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uͤber die geheime Abstimmung ⸗bei den Parlamentswahlen wird ihm sein Lebenlang zur Last bleiben. Er und Wood galten Beide fuͤr unentschiedene Liberale, und ihre Ersetzung durch Maͤnner wie Macauley und Robert Gordon darf als eine Garantie be⸗ trachtet werden, daß das Kabinet sich mehr und mehr einer entschie⸗ den liberalen Politik zuneigt. Die Hof⸗Zeitung von heute Abend enthaͤlt die amtliche Anzeige von der Ernennung des Herrn Tho⸗ mas Wyse (eines Irlaͤndischen Katholiken, der mit einer Toch⸗ ter Lucian Bonaparte's vermaͤhlt ist) zu einem der Lords des Schatzamtes, die des Herrn Labouchere zum Praͤsidenten der Handelskammer, die des Herrn Shiel zum Vice⸗Praͤsidenten in demselben Departement, und die des Herrn Poulett Thomson zum General Gouverneur und General⸗Capitain aller Prorin⸗ zen Ihrer Majestaͤt auf dem Kontinent von Nord⸗Amerika und der Prinz Eduard's Insel. Herr Baring, der neue Kanzler er Schatzkammer, ist heute in Portsmouth ohne Opposition
waͤhlt worden.“
Niederlande.
Amsterdam, 1. Sept. Die Ankunft des Prinzen und der Prinzessin von Oranien, so wie des Erbprinzen und seiner jungen Gemahlin, in der hiesigen Hauptstadt wird fuͤr den 23sten d. M. angekuͤndigt.
— — Amsterdam, 31. Aug. Am hiäsigen Fendsmarkte ist die Aufmerksamkeit der Spekulanten diese Woche besonders denu Spa⸗
mehrere der Sach: der Spantschen Königm günstige Gerüchte und RMachrichten zu bedeutenden Unternehmungen veranlaßt wurden. Schon in den ersten Tagen dieser Woche ließ sich sur Ardoin⸗Obli⸗ gattonen eine angenehmere Stimmung wahrnehmen und g ug deren Cours von 107⁄1 6 auf 189⁄1 pCt., als man mit obigen Gerüchten das Steigen der Preise in Paris vernahm, wonach viel Eifer zum Ein., kaufen euntstand und der Cours 19 ⅛ pCt. für die Obilgationen und bis 12 ⅜ vCt. für deren sällige Coupons erhob. Am nächsten Tase wurden die Preise durch einige Verkäufe wieder um ⅛ pCt. für die Obligationen und ⅛ pCt. für die Coupons zurückgedränzt; gestern zeigte sich aber die Kauflust um so eifriger, wovon ein abermaliges Steigen die Folge war, so daß Ardoin⸗Obli ationen mit 19 pCt. und Coupons mit 12 ⅞ pCt. bezahlt wurden. Das Geschäft in andtren Staatspapieren blieb hierbei sehr vernachlässigt; Holländische schienen anfangs sich von der vorwöchentlichen Flauheit erholen zu wollen, doch geriethen sie wieder in dieselbe Stimmung, weil die Verhältnisse am Geldmarkte unveräundert blieben. Nach Wiener Metalliques und Russischen 6 prozeurigen Inscriptionen zeigte sich einige
Frage, wodurch deren Preise sich gut erbielten. Mit Süd⸗Amerikant⸗ schen Obligationen ging es sehr still ber bet etwas weichendem Course. Die Knappbheit des Geides häͤit an, was die Niederländische Bank veranlaßte, den Diskonto auf 5 pCt. zu erhöhen; Leihgeschäfte werden zu 4 ½ pCt. und Prolongations⸗Anleihen zu 4 ½ pCt. und 5 pCt. abgeschlossen.
Am Getraidemarkt ist es diese Woche sehr still gewefen, da außer einigem Consumtionshandel in Weizen und Roggen gegen die vori⸗ gen Course nichts von Erheblichkeit⸗vorsiel, obgleich dte Inhaber ge⸗ neigt schienen, bei größeren Quantitäten billiger abzulassen. Man be⸗ zahlte für 128pfünd. rothbunten Königsberger Wetzen 360 Fl.; 124pfünd. bunten Polnischen 360 Fl.; 124pfünd. jährigen dito bei Guan⸗ titäten 350 Fl.; 132 pfünd. diesjährigen Cleveschen 355 Fl.; für alten 119 pfünd. Odessaer Roggen 194 Fl.; jährigen 120 pfünd. Preußischen 175 Fl.; 116 pfünd. Preußisch⸗Pommerschen 156 Fl. bei einigen Par⸗ lijeen; 124pfünd. diesjährigen inländtschen 190. 195 Fl.; 122 fünd. dito 185 Fl. Für 83 pfünd. dicken Hafer ist angelegt 105 Fl.; 80 pfünd. feinen 100 Fl. Der Eingangs⸗Zoͤll für den nächsten Monat ist für Buchweizen von 9 Fl. auf 4 ½ Fl. und für Hafer von 22 ½ Fl. auf
15 Fl. pro Last herabgesetzt, die übrigen Zölle sind unverändert geblieben.
Bep
Bruͤssel, 30. Aug. Der Ind épendent meldet nunmehr ebenfalls, daß der Fuͤrst Joseph von Chimay als Belgischer Gesandter nach dem Haag gehen werde.
Die schöne dem Prinzen von Oranien gehoͤrende Gemaͤlde⸗ Sammlung, welche sich bis jetzt hier in dem Palaste des Prin⸗ zen befunden, wird, hiesigen Blaͤttern zufolge, nach Holland ge⸗ bracht werden.
Unsere Kunst⸗Ausstellung wird am naͤchsten Sonntag eroͤff⸗ net werden. Sie wird aus etwa 750 Werken bestehen, von denen mehr als 500 bereits aufgestellt sind.
vAVbEö1
Muͤnchen, 26. Aug. (Leipz. Z.) Das große Fest in der Auer Vorstadt ist genau nach dem Programm, mit dem groz⸗ ten Aufwand von Pomp und unter einer außerordentlichen Theilnahme des Publikums gestern voruͤbergegangen. Einer der schoͤnsten und großartigsten Tempel ist durch die Anstren⸗ gung der Gemeinde und durch die Munifsizenz des Koͤnigs christlichen Andaͤchtigen geoͤffnet. Noch acht Tage lang sinden gewisse Feierlichkeiten im neuen Gotteshause statt, und erst dann beginnt in demselben die Reihe des gewoͤhnlichen Gottes⸗ dienstes.
Die Bajaͤderen, welche laͤngere Zeit hier bleiben sollten, haben uns schnell verlassen. Gestern Abend sollten sie bereits wieder in Augsburg tanzen. Hier muß ihr Auftreten als ein Ereigniß in der Theaterwelt angesehen werden. Das Haus war zum Erdruͤcken voll, der Beifall bei jeder einzelnen Piece groß, mitunter stuͤrmisch, und die Lobeserhebungen in unseren Blaͤttern sind keine bloßen Uebersetzungen aus Franzoͤsischen Zeitungen waͤhrend des Aufenthalts der Bajaderen in Paris.
Nuͤrnberg, 31. Aug. (Nuͤrnb. K.) Der heutige Tag war zur Enthuͤllung des Grabmals bestimmt, welches die Of⸗ fiziere und das Verwaltungs⸗Personal der dritten Armee⸗Divi⸗ sion ihrem ehemaligen, im Leben so hochgeehrten Chef, dem General-Lieutenant Freiherrn von Lamotte, an seiner Ruhe⸗ staͤtte auf dem St. Rochus⸗Kirchhof zu errichten beschlossen hatten. Um 8 Uhr Morgens fanden die Generalitaͤt und die Angestell⸗ ten der Division, die Offizier⸗Corps der hiesigen Besatzung und Landwehr, nebst den geladenen Civil⸗Behoͤrden sich auf dem Kirchhofe ein; nach einer passenden Anrede des katholischen Stadt⸗Kapians, Herrn Fischler, wurde das Grabmal enthuüllt. Dasselbe ist von dem hiesigen Bildhauer Herrn Rottermundt aus Stein gehauen, und stellt einen Schildtraͤger in voller Ruͤstung mit dem Wappen des Verstorbenen dar; unter dem⸗ selben, ein Kranz mit seinen Oedens⸗Decorationen durchflochten. Am Sockel liest man die Inschrift: „Peter Freiherr von La⸗ motte, Koͤnigl. Bayerischer General⸗Lieutenant, Kommandant der dritten Armee⸗Division, Inhaber des Infanterie⸗Regiments Nr. 11."— Auf der Ruͤckseite: „Dem Tapfern in 41 Schlach⸗ ten und Belagerungen; ihrem Fuͤhrer zum Ruhme, die dritte Armee⸗Division.“ — Auf den beiden Flanken: „Geboren den 3. Mäarz 1765 — entschlafen den 21. November 1837.“
— — Dresden, 2. Sept. Ihre Majestaͤt die Kaiserin Mutter von Oesterreich haben gestern aus dem Sommer⸗Hof⸗ lager zu Pillnitz die Ruͤckreise uͤber Tetschen und Prag na⸗ Wien angetreten.
nischen Schuld⸗Dokumenten zugewendet gewesen, indem selbigr durch⸗
Weilburg, 30. Aug. (Frankf. Journ.) Gestern fand die Beisetzung der hohen Leiche Sr. Durchlaucht des Herzogs Wilhelm von Nassau hier statt. Vor der Stadt wurde sie von den Buͤrgern Weilburgs, saͤmmtlichen hohen Militairpersonen, von allen Forstheamten, saͤmmtlichen Hoschargen und der Civil⸗ dienerschaft, so wie von 52 katholischen und evangelischen Geist⸗ lichen, dem evangelischen Landesbischof, Dr. Heidenreich, und vier Domherren des katholischen Domkapitels zu Limburg, unter dem Gelaͤute aller Glocken, empfangen. Diesem Zug schlossen sich noch die Magistratspersonen und viele angesehene Buͤrger von Wiesbaden an. Im Schlosse um 11 ¾¼ Uhr an⸗ gekommen, wuede der Sarg von dem Trauerwagen herab⸗ genommen und von zwoͤlf Weilburger Rathsherren in das Kurfuͤrstliche Gemach getragen, und zu Zeder⸗ manns letzter Verehrung ausgesetzt. Um 4 Uhr ver⸗ sammelte sich der Leichen⸗Kondukt wieder, um die hohe Leiche in der Familiengruft beizusetzen. Das Militair bildete Spalier vom Schlosse bis zur Kirche, zwischen welchem sich der Zug in der Ordnung, wie oben angegeben, bewegte. Daselbst angekommen, wurde die Leiche auf ein eigens dazu er⸗ richtetes castrum doloris gestellt. Bischof Dr. Heidenreich hielt hierauf eine Rede, nach deren Beendigung der Sarg unter dem Donner der Kanonen und dem Gelaͤute aller Glocken in der Familtengrufc, nach der von dem hohen Verblichenen schon im Jahre 1829 gegebenen Vorschrift, beigesetzt wüurde. Waͤhrend der Beisetzung fand sich unerwartet Se. Durchlaucht der Herzog Adolph mit dem Prinzen Moritz und dem Bruder Ihrer Koͤnigl. Hoheit der Frau Herzogin in der Kirche ein. Vom tiessten Schmerze ergriffen, zerflossen sie in Thraͤnen. Zum Schlusse wurde von dem Bischof Dr. Heidenreich ein kurzes Gebet gesprochen und von dem Chor ein Lied abgesungen.
Detmold, 18. Aug. (Sonntagsbl.) Ich nahm die Gelegenheit eines kurzen Aufenthalts in Lemgo wahr, die Ar⸗ beit an der Statue der Hermann’'s⸗Bildsaͤule in Augenschein zu nehmen. Die Ausfuͤhrung dieses kolossalen Kunstwerks ist dem dasigen Kupferschmied Trebbe, einem noch jungen Mann, uͤbertragen, und ich habe mich uͤberzeugt, daß die Arbeit einem berseeben gewachsenen Manne uͤbergeben ist. Schon sind ein⸗ zelne Stuͤck; des wieklich ungeheuren Werkes angefertigt und geben eine Idee von der einstigen, binnen zwei Jahren zu er⸗ wartenden Vollendung des Ganzen, das dann gewiß zu den ausgezeichnelisten und wuͤrdigsten Denkmaͤlern zu zaͤhlen seyn wird. Das ganze wird aus freier Hand aus Kupfer getrieben, und wenn man ersaͤhrt, daß nur die beiden Fluͤgel auf dem Helme des Deutschen Helden eine Laͤnge von 8 Fuß, bei einer Breite von uͤber 5 Fuß, haben, kann man sich eine ungefaͤhre Idee von den Verhältnissen des Ganzen machen. Der Dau⸗ men der rechten Hand vermag fast einen Eimer Wasser zu halten. So stark das Kupfer ist, aus dem das Werk getrieben wird, so wuͤrde es doch nicht vermoͤgend seyn, die eigene Last zu tragen; daher es innerhalb durch ein starkes eisernes Gerippe Festigkeit erhalten muß. Eine hierbei erforderliche eiserne Stange, wesche den rechten Arm, der das Schwert hebt, zu stuͤtzen bestimmt ist, wird bei 3 Zoll im Quadrat Durchmesser 105 Fuß lang seyn, und gegen 4 Centner wiegen.
Hamburg, 2 Sept. Der Herzog Gustav von Mecklen⸗ burg⸗Schwerin ist aus dem Haag hier eingetroffen.
EEIIEEZII111“ “ Wien, 30. Aug. Se. Majestaͤt der Kaiser haben dem Feldmarschall⸗Lieutenant, al latus des kommandirenden Gene⸗ rals in Nieder⸗ und Ober⸗Hesterreich, Anton Freiherrn von Ber⸗ toletti, die Wuͤrde eines Capitains der zu errichtenden, derma⸗ len noch in der Organisirung begriffenen, Koͤnigl. Lombardisch⸗ Venetianischen Leibgarde zu verleihen und zugleich den Ober⸗ sten des Infanterie⸗Regiments „Graf Haugwitz“, Paul von Airolbi, zum Unter⸗Lieutenant der erwaͤhnten Leibgarde zu er⸗
nennen geruht. — — Wien, 30. Aug. Bei den hoͤheren Militairstellen jind in den letzten Tagen bedeutende Veraͤnderungen vorgegan⸗ gen. Der Landgraf von Hessen⸗Homburg, bisher Kommandiren⸗ der in Steyermark, ist zum Gouverneur von Mainz ernannt worden, und wird durch Feld⸗Marschall⸗Lieutenant Baron Lan⸗ genau, der in Galizien das Kommando fuͤhrt, ersetzt werden. General Leiningen, Kommandirender von Tyrol, ist zum Vice⸗ Gouverneur von Mainz ernannt. General Piret, bisheriger Festungs⸗Kommmandant von Mainz, hat den Geheime⸗Raths⸗
Schluͤssel erhalten. b 8 General Heß, einer der ausgezeichnetsten Offiziere unserer A wird dem jungen Sultan die Gluͤckwuͤnsche Sr. Ma⸗ jestaͤt des Kaisers zu seiner Thronbesteigung uͤberbringen. Ge⸗ neral Heß wird bereits mit dem naͤchsten Donau⸗Dampfboote, welches am 3. September von hier abgeht, die Reise nach der Tuͤrkischen Hauptstadt antreten.
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Botschaft in Rom. Sicherem Vernehmen nach, beschraͤnkt sich die Mission des Generals auf die Ueberreichung der Kaiserlichen Begluͤckwuͤnschungs⸗Schreiben, und steht mit den politischen Fra⸗ gen des Tages in keinerlei Beruͤhrung.
Ueber das Befinden des Fuͤrsten Staats⸗Kanzlers ist nur
Erfreuliches zu melden. Der Fuͤrst ist bereits so weit hergestellt, daß er den ganzen gestrigen Tag außer dem Bette zubrachte und mehrere Stunden hindurch arbeitete. Auch die waͤhrend der Krankheit geschwundenen Kraͤfte haben sich rasch wieder ein⸗ gefunden und Alles laͤßt hoffen, daß die Gesundheit des beruͤhmten Staatsmannes in kurzer Zeit wieder voͤllig hergestellt seyn wird.
Die seit einigen Tagen ausgestellten Proben des Daguerro⸗ wp, von welchen ich Ihnen unlaͤngst schrieb (s. Nr. 243 der St. Ztg. Art. „Wissenschaft, Kunst und Literatur“), werden von zahlreichen Kunstfreunden und Kunstverstaͤndigen besucht, und finden allgemein die groͤßte Bewunderung. Getheilter sind die Meinungen uͤber den praktischen Werth dieser Lichtgemäaͤlde. Auch der Apparat und das chemische Verfahren, welches nunmehr zur oͤffentlichen Kenntniß gebracht worden, will manchem nicht so einfach dünken, ats er gehofft hatte. Es waͤre aber voreilig, jetzt schon uͤber eine Entdeckung aburtheilen zu wollen, die in ihrer Anwendung und Benutzung gewiß noch manche Vervoll⸗ kommnung zulaͤßt. Der Kaiser hat Herrn Daguerre die große goldene Medaille und eine Tabatiére von 1200 Fl. C. M. im Werthe, als ein Zeichen der Anerkennung seines großen Ver⸗ dienstes, zu verleihen geruht.
In der verflossenen Woche starb hier Baron Puthon, eines der thaͤtigsten Glieder der Direction der Donau⸗Dampsschiff⸗ fahrts⸗Gesellschaft, und die eigentliche Seele dieser großen Na⸗ tional⸗Industrie — 8
Spanien. Madrid, 23. Aug.⸗Noch niemals ist der Courierwechsel zwischen hier und den beiden Armeen so lebhaft gewesen, als
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jetzt; das Ministerium empfaͤngt eine Depesche nach der ande⸗ ren und haͤlt ihren Inhalt geheim. Man glaubt jedoch zu wissen, daß der Herzog von Victoria und der General O'Don⸗ nel der Regierung gemeldet haben, sie haͤtten die Absicht, ihren Feldzugsplan vollstaͤndig zu verfolgen und weder Maroto noch Cabrera einen Augenblick Ruhe zu lassen. — Man versichert, das Kabinet habe sich jetzt entschieden, die Cortes aufzulssen, wenn sie sich zu feindselig zeigen sollten. Der Courierwechsel, der jetzt zwischen der Regierung und den Hauptquartieren statt⸗ findet, soll sich zum Theile hierauf beziehen.
Spanische Graͤnze. Bayonne, 27. Aug. Das Hauptquartier des Don Carlos war am 23sten zu Ellorio. leich nach der Besitznahme von Durango durch die Christinos at Don Carlos zu Villareal de Lammarrago ein großes Con⸗ eil zusammenberufen, dem zwei Mitglieder von jeder Deputation der Provinzen beiwohnen sollten; es werden in demselben außer⸗ ordentliche Maßregeln erwogen werden. — Simon Torre hat sich, nach der Vertheidigung von Sadupe und Arreta nach Eybar zuruͤckgezogen. — Die Insurrection im 5ten und 12ten Navar⸗ resischen Bataillon ist keinesweges unterdruͤckt; 4 Compagnieen derselben sind nach dem Innern von Navarra detaschirt, um die dortigen Bataillone zum Anschluß an die Empoͤrung gegen
Maroto zu bewegen. Der Rest der Insurgenten hat Vera und Lesaca in Besitz. Basilia Garcia ist zu ihnen gestoßen. — Man spricht von einer Expedition von 2000 Mann, die von San Se⸗ bastian gegen den Karlistischen Hafen Bermea abgehen soll. — Der Bischof von Leon ist nach Mont de Marsan abgegangen.
— Die Morning Chroniele enthält Berichte aus San
Einnahme Durango's durch die Christinos. Eben diese Berichte melden, daß es dem General Castasseda, nachdem er fruͤher von Simon de la Torre zuruͤckgeschlagen worden, dennoch gelungen war, Areta zu nehmen, und zwar am 22. August. Ein amtli⸗ cher Bericht Castaneda's sagt daruͤber: „Die Redoute de la Fê, welche uͤber Areta und Aracalda liegt, ist heute (am 22sten) burch unsere Truppen besetzt worden, und die Natio⸗ nal⸗Flagge weht uͤber ihren Waͤllen. Wir haben fuͤnf Stuͤck schweren Geschuͤtzes, zwei Moͤrser, und eine ansehn⸗ liche Quantitaͤt Kugeln und Bomben mit vielem an⸗ dern Artillerie-Material genommen. Der Feind hat die
sprengt hatte.“ Ferner berichtet der Korrespondent der „Mor⸗ ning Chronicle“, daß Espartero das Fort von San Antonio de Urquiola besetzt habe. Das Hauptquartier war am 20sten Morgens um 6 Uhr mit der dritten Diviston, der Brigade Provinzial⸗Garden und dem schweren Geschuͤtz von Urbina auf⸗ gebrochen und ohne Widerstand in Ochandiano eingeruͤckt. Etwa eine Stunde vorher hatten zwei Bataillone und zwei Schwa⸗ dronen der Karlisten die Stadt geraͤumt. Nachdem er die Um⸗ gegend rekognoszirt, blieb Espartero noch etwa eine Stunde in Ochandiano und marschirte dann an der Spitze sei⸗ ner Truppen auf auf der Straße nach Durango weiter. Nach kurzem Marsche wurden die Hoͤhen von Urquiola er⸗ reicht, auf denen die befestigte Einsiedelei San tonio liegt. 8 von einer regelmaͤßigen, zusammenhaͤngenden Befestigung mit Graͤben und Zugbruͤcken. Dies Fort haͤtte gegen eine ansehn⸗
schon nachdem einige Bomben in dasselbe geworfen und einiges Musketenfeuer von beiden Seiten gewechseit worden, gaben die Karlisten diesen festen Punkt auf, so daß nun den Christinos der Weg nach Durango offen stand.“ Dieser letzte Bericht ist aus San Antonio vom 20sten Abends datirt. Unterdessen dauerte, derselben Korrespondenz zufolge, die Verwirrung im Karlisti⸗
fuͤnste Bataillon von Navarra aus Vera an Don Carlos abge⸗ sandt hatte, waren dorthin zuruͤckgekehrt, mit dem Befehl, die In⸗ surgenten sollten nach Lucumberry gehen. Indessen scheint der Aufstand doch nicht mehr Anhaͤnger zu gewinnen. Die große Masse der Karlistischen Truppen war dem General Maroto reu geblieben und hatte sich auf sein Geheiß in der Umgegend von Tolosa konzentrirt.
Lord J. Hay war am 23sten von Santander in San Seba stian angekommen. Espartero hat mit dem Karlistischen Gene⸗ ral Martinez eine Konferenz gehabt, nach welcher der Letztere in Salinas zuruͤckerwartet wurde.
Aus Bilbao wird der Morning Chroniecle unterm 22. August berichtet, daß der dortige Franzoͤsische Konsul durch die Christinischen Linien hindurch sich in das Hauptquartier des Maroto begeben habe, man wisse nicht, warum; Einige mein⸗ ten, es geschehe ohne bestimmten Auftrag, eigentlich nur, um
Ihn begleitet Graf Victor Zichy, Oberst⸗Lieutenant und Militair Attaché bei der Kaiserlichen
sich ein Ansehen zu geben. KrHe Belgrad, 21. Aug. (Agram. Z.) Vor drei Tagen hat
die Regentschaft in Serbien vom Sultan den Befehl erhalten, die Insignien, naͤmlich den Mantel (Harwany), den Saͤbel und das mit Brillanten besetzte Bildniß des Sultan Mahmud vom Fuͤrsten Milosch zuruͤck zu verlangen, indem diese Instgnien nicht der Person des Fuͤrsten Milosch, sondern dem regierenden Fuͤr⸗ sten von Serbien vom Sultan verliehen wurden. Schon wie⸗ der ein neuer Schlag fuͤr den Fuͤrsten Milosch Obrenovich, der auf seinen Guͤtern in der Wallachei mit der Hoffnung sich nährt, noch einmal auf seine alten Stufen gelangen zu koͤnnen. gegenwaͤrtige Umgebung besteht aus mehreren spekulativen Grie⸗ schen, die ihm, so lange sie wissen, daß noch ein Dukaten bei ihm ist, nicht nur das Fuͤrstenthum, sondern auch andere gol⸗ dene Berge versprechen. ’ Die Stimmung des Volkes in Anatollen ist mehr fuͤr Meh⸗ 1 med, als fuͤr den Sultan und seine Minister. In Thessalien, in der Stadt Volo und deren Umgebungen an der Graͤnze von Griechenland soll ein Aufstand zu Gunsten der Hellenen, mit denen sich die Bewohner vereinigen wollen, ausgebrochen seyn.
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lich die Depeschen aus Konstantinopel hier angekommen. Sie betreffen die Entschließung der fuͤnf Großmaͤchte Europa's, die Orientalischen Angelegenheiten auf einem anzuordnenden Kongreß in einer fuͤr die Zukunft dauerhaften Weise abzumachen. Die Maͤchte haben der Pforte andeuten lassen, mit Mehmed Ali kei⸗ nen Vertrag zu schließen ohne ihre Genehmigung. Dies wurde ihm gestern eroͤffnet. Er ist im hoͤchsten Grade aufgebracht: „Es ist eine Angelegenheit, die uns Tuͤrken angeht, die christ⸗ lichen Maͤchte haben sich nicht darein zu mischen, wir bekuͤm⸗ mern uns auch nicht um ihre Dinge. Wir Muselmaͤnner brau⸗ chen keine Europaͤische Intervention.“”“ Mit solchen Worten
Sebastian vom 23. August, enthaltend die Nachricht von der
die Russern
Redoute aufgegeben, nachdem er ein Magazin in die Luft ge⸗
viel Unzufriedenheit. nische worden,
es moͤglich w . Maßregeln zu tressen, die von einem Augenblick zum andern die Ruhe der Stadt auf das aͤußerste kompromittiren koͤnnen, Eben so haben die Tuͤrkischen Gefangenen, die nach der Schlacht vom 24. Juni erklaͤrten, in die Dienste Ir 1 t
An⸗ zu wollen und nach dem Hedschas geschickt werden sollten, sich Sie besteht aus einem großen Gebaͤude, umgeben seitdem anders besonnen, und wir erfahren, daß sie sich fuͤr den Dienst in Arabien bedanken. Welche Maßregeln Ibrahim nun nehmen wird, ist ungewiß. liche Streitmacht lange genug gehalten werden koͤnnen, allein der Pascha nicht weiter als bis Marasch vorgegangen, wo ihr der Befehl seines Vaters traf, daselbst stehen zu bleiben. Seine Truppen halten Aintab, Bir, Orfa, den groͤßten Theil des Diar⸗ bekir und Marasch zuruͤckgekehrt, und seit einigen Tagen ist es wahrscheinlich Se⸗
schen Heere fort. Die beiden Parlamentaire, welche das revoltirte gypten kommen wird. 1 mee fehlen alle Nachrichten; wo Hafiz Pascha ist, weiß man
Seine
Alexandrien, 6. Aug. (A. Z.) Seit gestern sind bekannt⸗ voͤlkerung hegt gegen ihn große Ehrfurcht.
macht er sich Luft, und obgleich er gegen die vier Er Lrce⸗ suln eine gemaͤßigtere Sprache fühhet⸗ sind wir 3 Zweisel, welche Maaßregeln er ergreifen wird um die Beschluͤsse eines Kongresses uͤber den Orient zu ver⸗ eiteln. Gestern hat der Vice ⸗Koönig auch wegen der Tuͤrkischen Flotte gegen den kuͤrzlich angekommenen Französischen Gesandtschafts⸗Secretair seine Erklaäͤrung abgegeben. Dieser Secretair ward mit dem Auftrag hierher geschickt, eine durch⸗ aus entschiedene Antwort hieruͤber zu verlangen. Mehmed Alt mußte mit der Sprache heraus. Die Antwort ging im Allge⸗ meinen dahin: „Daß die Flotte, obgleich immer dem Sultan gehoͤrend, nicht eher den Hafen Alexandrien verlassen werde, als bis ihm das bewilligt sey, was er verlange, näͤmlich der erbliche unabhaͤngige und anerkannte Besitz uͤber Syrien, Aegypten, Arabien, Sennaar und Sudan.“ Dieselbe Erkiö⸗ rung erfolgte, wiewohl in hoͤflicherer Form, an die heute ver⸗ sammelten vier General⸗Konsuln, die hieruͤber ein gemein⸗ schaftliches Aktenstuͤck unterzeichnet haben. Zum Beweise, wie wenig der Vice⸗Koͤnig an Zuruͤckerstattung der Flotte denkt, ist die Entlassung nicht nur des groͤßten Theils der Aerzte der Flotte, sondern auch aller T von de⸗ nen sedes Schiff einen an Bord hatte. or einigen Tagen brachte ein Tartar Briefe aus Konstantinopel von Chostew Pascha an Mehmed Ali sowohl, als an die vier Admiräle der
Tuͤrkischen Flotte, die aufgefordert werden, mit ihren Schiffen wieder zuruͤckzukehren.
Mehmed Ali hat sich die Muͤhe gege⸗ ben, fuͤr Alle zu antworten. Sein Haß gegen Chosrew Pascha kennt keine Graͤnzen, er will ihn durchaus von der Regentschaft
entfernt wissen, und daher sagt er, der Kapudan Pascha sey
nicht nur kein Verraͤther, sondern ein wahrer Patriot, denn er habe die letzte Kraft des Reiches dem einzig wahrhaften Tuͤr⸗
ken uͤbergeben, waͤhrend der wirkliche Verraͤther des Reiches,
Chosrew Pascha, sie an die Erbfeinde aller Rechtglaͤubigen, an d u, verrathen haͤtte. Ein aͤhnliches hat er an alle Pa⸗ schas des Keichs geschrieben, die er auffordert, sich an ihn fest
anzuschließen, denn so allein koͤnnte der junge Sultan und mit ihm das Reich der Osmanen gerettet werden. die Tuͤrkei zu Grunde, der Sultan waͤre verloren und der lam wuͤrde zertruͤmmert. 1 mit Mehmed Ali zu halten, wuͤrde seine Macht aufhoͤren, so gaͤbe es kein Bollwerk mehr, das dem um sich greifenden Eu⸗
Sonst aber ginge
Ein wahrer Muselmann habe es her
ropa und dem Christenthume einen Damm entgegensetzen koͤnne. In einiger Zeit werden wir die Wirkungen dieser Insinuation sehen. Unter den Tuͤrkischen Marine⸗Soldaten herrscht indeß
Es ist naͤmlich alles Konstantinopolita⸗ auf die Haͤlfte des Werthes reduzirt die Tuͤrkische Flotte nur solches Geld hat schon eine Menge hoͤchst unangeneh⸗ stattgefunden. Wir begreifen nicht, wie ist, in diesem kritischen Moment solche
Silbergeld und da sich fuͤhrt, Auftritte
bei mer
ehmed Ali's eintreten
Nach authentischen Nachrichten ist
esetzt; einige Regimenter sind nach Syrien
worden, daß Ibrahim selbst zu einer nothwendigen Zusammen⸗ kunfe mit seinem Vater, um ihm persoͤnlich Aufschluͤsse uͤber die Stimmung der Anatolischen Voͤlkerschaften zu geben, nach 1⸗ Ueber die Truͤmmer der Tuͤrkischen Ae⸗
8
nicht. In Syrien, vornehmlich in dem nordwestlichen Theil von Haleb bis Adana, sieht es immer noch sehr unruhig aus. berall streifen bewaffnete Raͤuberbanden, die Alles pluͤndern und — morden, was sie finden. Nachdem Maroto in der Umgegend hinaus; selbst um das für die Stadt nothwendige Trinkwasser von Vera eine Konferenz mit Den Carlos gehalten, waren zuholen, ist eine starke Bedeckung nothwendig, die bestaͤndige Schar⸗ Beide wieder umgekehrt und nach Guipuzcoa zuruͤckgegangen. müͤtzel mit den raubenden Turkomannen⸗Horden zu bestehen hat. Ibrahim aber hat geschworen, dem ein; fuͤr allemal ein Ende zu machen, was sich widersetzt, wird ohne Gnade niedergemetzele werden,
Ue⸗
Aus Alexandrette wagt sich Niemand
alle anderen will er seinen Regimentern einverleiben lassen; fuͤhrt er dies System in ganz Syrien gegen alle im Aufstand Begriffenen aus, so kann er seine Armee in kurzer Zeit wohl um 25,000 Mann vermehren. Dieselben Folgen ha⸗ ben alle fruͤheren Aufstände gehabt, und was das Auffallendste ist, solche gewaltsam gepreßten Soldaten waren nachher immer die Thaͤtigsten zur Unterdruͤckung anderer Aufstaäͤnde. In Aegyp⸗ ten ist es dasselbe; jeder hat einen natuͤrlichen Abscheu vor dem Soldatenstand oder vielmehr der Disziplin, einmal aber einge⸗ reiht, thut der Aegyptische Soldat nichts lieber als auf gewalt⸗ same Conscription auszugehen, und dann ist er unerbi tlich 11““ Ueber die Zustände der Kap⸗Kolonie, namentlich über die Auswanderung der Hollaͤndischen Bauern von dort nach der Ostkuͤste, enthaͤlt die Allg. Leipziger Zeitung in einem Schrei⸗ ben aus London folgende interessante Angaben: „In der letz⸗ teren Zeit wurde in Folge des Auswanderns vieler Boers die Aufmerksamkeit etwas mehr als gewoͤhnlich auf die Kap⸗Kolo⸗ nie hingelenkt. Daß das Ministerium den Zustand derselben, der durch jene Auswanderung herbeigefuͤhrt wurde, nicht mit Gleichguͤltigkeit ansteht, moͤchte sich schon daraus entnehmen las⸗ sen, daß Capitain Stockenstrom, der Gouverneur der Ost⸗ Distrikte, nach London beordert worden ist und sich seit mehr als acht Wochen hier besindet, um persoͤnlich uͤber die noͤthigen Maßregeln zu Rathe gezogen zu werden. Stockenstrom stammt von Schwedischen Aeltern, er befindet sich schon seit mehr als 30 Jahren im Kolonialdienst und ist mit den Verhaͤltnissen des Kaps genau vertraut. Er haͤlt sich auf eine solche Weise in der Mitte zwischen der Englischen Regierung und den Boers, daß der von beiden Seiten hoch geachtet wird, und die farbige Be⸗ Die Kap⸗Kolonie bildet ein Seitenstuͤck zu Nieder⸗Kanada, wenn gleich die aͤußeren Verhaͤltnisse beider Provinzen und der Charakter ihrer Bewohner gaͤnzlich verschieden sind. Die Kap⸗Kolonie bezeichnet in mancher Beziehung vortrefflich die Englische Kolo⸗ nial⸗Verwaltung und vielleicht noch treffender die Englische Na⸗ tionalitaͤt. Sie bietet aber auch außerdem noch anziehende Seiten dar; so hat die Auswanderung in ihren Umstaͤnden bei⸗ nahe einen heroischen Charakter, sofern man keine Theatersigu⸗ ren, sondern einfache, kernvolle, thatkraͤftige Naturmenschen im Sinne hat. Man denke sich eine Anzahl Familien von 4— 5000
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Koͤpfen und etwa 8—900 streitfaͤhigen Maͤnnern, mit zahlrei⸗
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