1839 / 296 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

sich indeß, daß nur ein Schornstein in einem entfernten Fluͤgel es Schlosses in Brand gerathen war, hr schnell erstickt.

MMiit der „British Queen“ ist von New⸗York Herr For⸗ izue, der Finanz⸗Agent der Regierung von

gelangt. 8

IIIMG“ venlo⸗ von Torlonia ist am l5ten d. wieder nach

Rom zuruͤckgereist.

9 Ein Provinzial⸗Blatt Marquis von Waterford im naͤchsten Fruͤhjahr ein Tournier auf Ford⸗Lastle geben werde.

Kuͤrzlich meldere der

vpenn die Tories wieder ans

12 Antwort ertheilt,

tra's seiner Partei es verlan rung fuͤr unmoͤglich. Auffallen muß es jedoch, daß die Torystische Auarterly Review die letzte Verwaltung Sir R. Peels aufs schaͤrfste tadelt und es der ganzen Tory⸗Opposition zum Vorwurf macht, daß dieselbe in den letzten Sessionen zuweilen die Minister gegen die Radikalen unterstüͤtzt habe, statt daß sie immer gegen dee Minister hätte stimmen sollen. Die Edinburgh Review ist denn auch der Meinung, Dir Robert wuͤrde, wie stark immer⸗ bin die Majoritaͤt seyn moͤchte, welche eine neue Wahl ihm etwa ufahren duͤrfte, nicht ein Jahr regieren, ohne daß die heftige Sprache der Radikalen gegen Lord Melbourne von den Vorwouͤr⸗ fen und der Verachtung, womit Sir R. Peel die Ultra's seiner Partei angrissen, wuͤrde üͤbertroffen werden. „Sir Robert Peel“, sogt die Morning Chrontele, „wird von den Tories nicht seiner Ueberzeugungen, sondern nur seiner Talente wegen geach⸗ te20 Der angefuͤhrte Artikel der „Quarterly Review“ wird auch schon von der minlsteriellen Presse als ein Zeichen von Zwie⸗ palt im Torpstischen Lager angesehen.

Einem Irlaͤndischen Blatt zufolge, soll die ehemalige Miß

und das Feuer wurde al Handels entdecken.

durch die Fortdauer

Venezuela, hier an⸗ it b verder lichen Ereignisse in China muͤssen die Folge haben, daß unser

widerspricht der Nachricht, daß der

feindlichen Operationen kriegfuͤhrender Observer, Sir Robert Peel habe enem aufgeklaͤrten Protestanten in Irland, der ihn gefragt, ob, p Ruder gelangen sollten, wirklich der Auodruch eines Buͤrgerkrieges in Irland zu befuͤrchten seyn wuͤrde,

daß es nicht in seiner Absicht laͤge, die ver⸗ Begehr gilt, nach welchem die Ausdehnung der nachfolgenden

olgenden und vernichtenden Grundsaͤtze so weit zu treiben, wie die Uh’ Handels⸗Operationen regulirt wird, hat sich, was Britische Fa⸗ ten. Die Times aber haͤlt diese Aeuße⸗ als leicht das unguͤnstigste Resultat seit

Penelope Smyth, jetzige Gemahlin des Prinzen von Capua, zur

ketholischen Kirche uͤbergetreten seyn.

Herr und Mad. Taglioni aus Berlin find von New⸗York

hier angekommen.

Die Toryblaͤtter äͤußern sich sehr erfreut uͤber die Resultate, welche die diesjäͤhrige ügexirun⸗ nach ihren Angaben, schon

jetzt fuͤr die konservative Anderem mit Bestimmtheit Lito von London bei einer neuen Parlamentswahl ihre saͤmmtti⸗ hen vier Repreͤsentanten aus den Reihen der Konservativen nehmen wuͤrde.

.In der Fabrikstadt Bolton le Moor, in der Nähe von „Manchester, sollen Versuche gemacht worden seyn, den eingeschla⸗ senen TChartismus wieder zu wecken.

Als der Kanzler der e mmer. Herr Francis Baring, in der bei dem Diner zu Portsmouth von ihm gehaltenen Rede von Herrn Shiel, dem neuen Präsidenten der Handels⸗Kammer, prach, machte er bemerklich, daß schon fruͤher ein Katholik bei senem Amte angestellte gewesen sey, naͤmlich der beruͤhmte Gibbon. „Und“, fuͤgte er hinzu, „das war in den guten alten Tagen der Tories, zur Zeit Georg’s IV.; dennoch erhob sich keine Stimme gegen die Ernennung, Niemand klagte, daß dadurch der Handel oder die Religion des Landes beeintraͤchtigt sey, noch daß unor⸗ thodoyer Zucker oder Baumwolle zugelassen werde, um eine neue Sundfluth fuͤr das Land herbeizufuͤhren.

Freilich aber kann man behaupten, Gibbon sey eigentlich kein Katholik, sondern in Unglaubiger gewesen, und unsere Gegner koͤnnten sagen, daß sie nichts dagegen einzuwenden haͤtten, wenn man em Manne ein Amt gebe, der gar keine Religion habe. Be⸗ kennt sich aber Jemand zur katholischen Religton und fuͤhrt den Vorsitz im Handels⸗Bureau, gleich heißt es, daß die Landes⸗Re⸗ ligion in ihrer untersten Basis erzittere, und daß Zucker, Baum⸗ wolle, Hanf und andere Waaren angesteckt wuͤrden. Ich schaͤme mich wirklich, die Argumente gegen die Einwendungen der Geg⸗ ier der Regierung noch weiter zu verfolgen.“ Am Schlusse sei⸗ ier Rede sagte Herr Baring noch Einiges uͤber seine eigenen An⸗ sichten und erklärte sich unter Anderem gegen die Korngesetze, aber auch gegen die geheime b jedoch fuͤr Abschaffung der Kirchensteuern und gegen Bezahlung der Pension an den Koͤnig von Hannover, da er der Meinung sey, daß diesem als solchem die Summe nicht mehr zukomme, die das Parlament ihm als Herzog von Cumberland votirt habe. Den Volks⸗Unterricht wuͤnschte er auf alle Weise befoͤrdert zu sehen, glaubte aber, daß das von den Ministern ergriffene Mittel, einen Ausschuß des Geheimenraths und mit Beaufsichtigung zu beauftragen, nicht das rechte sey, schon deshalb nicht, weil die Mitglieder desselben, je nach der gerade herrschenden Partei, bald Tories, bald Whigs seyn wuͤrden. Die Besorgnisse, welche der unguͤnstige Stand des Geldmark⸗ tes hervorgerufen hat, scheinen fortwoͤhrend zuzunehmen, ohne daß nan sich genau zu erklaͤren wuͤßte, warum die Nachtheile im Geldverkehr mit dem Auslande noch immer auf Seiten Englands seyen. Man schein anzunehmen, daß die Summen, welche bisher fuͤr Betraide ins Ausland gegangen 89 n98 dahin abgesendet werden, viel edeutender seyen, als man geglaubt. Zugleich aber lauten die Nach⸗ schten alis den Manufaktur Distrikten sehr unguͤnstig; die Fabri⸗ farion ist gehemmt, delswirren in den Vereinigten Staaten, dem besten Kun⸗ fuͤr Britische Fesnusceeurwaaren, sehr beeintraͤchtigt und nicht weniger hat, wie es heißt, die Ausfuhr ber Fabrikate nach den Getraltdelaͤndern des Kontinents gelitten, was die bebeukende Geldausfuhr nach jenen Gegenden einem noch größeren Nachtheile macht, als ste an und fuͤr sich hon seyn wuͤrde. Der Courier außert sich in einem längeren Actikel uͤber diesen Zustand der DBinge unter Änderem folgender⸗ maßen: „Der Minderdetrag der bis jetzt in den Fadriken ver⸗ arbeiteten rohen Baumwolle kann auf 200,000 Ballen geschaͤtzt werden, im Verhaͤltniß zu der waͤhrend derselben Periode des ngen ahcg⸗ verarbeiteten Quantitaͤt, und obgleich die Cinfuhr gen 3009,000 Bagen weniger betragen hat, so sind doch jetzt noch 60,060 Ballen mehr vorraͤthig als im vortgen Jahre. Faͤnde der gewoͤhnliche Begehr statt, so waͤre jetzt die Jahreszeit fuͤr bedeu⸗ ende Verschiffungen, besonders von Twist, nach dem Norden von Deutschland und der Ostsee, devor der Winter eintritt und Fluͤsse und Haͤfen durch den Cisgang gesperrt werden. Es ist aber jetzt von Geschaͤften nichts zu hoͤren, auch kann man wenigstens fuͤr en Rest dieses Jahres sich vernuͤnfrigerweise keine Hoffnung auf Besserung machen. Es heißt, daß die Faveikanten eine Beschraͤn⸗ rung der Arbeitszeit beabsichtigen und nur⸗ waͤhrend des Tages arbeiten lassen wollen, wodurch denn der Arbeitslöohn auf etwa die Haͤlfte wuͤrde reduzirt werden, und das zu einer Zeit des Jahres, wo die Strenge des Klimas nahrhaftere Kost nothwen⸗ dig macht, und wo Feuerung zu einem Lebensbeduͤrfnisse wird

Wahin Cis anch vach auses Baser. Ausmertlomken richien, d

ache liefert; sie glauben daraus unter darauf rechnen zu duͤrfen, daß die

da die Ausfuhr besonders durch die Han⸗

dAnn InSö22

zimmer auf gleiche Weise ihr

nen, genannt der „Mor“,

chung der Handels⸗Verhaͤltnisse eingesandt worden.

auf freien Tuß gesetzt seyn und seinen Weg nach

1218

einen guͤnstigen Wechsel in dieser druͤckenden Lage des Die Maͤrkte der Vereinigten Staaten sind der dortigen Geldwirren so gestoͤrt, daß Die letzten verderb⸗

au

von jener Seite her unmdoͤglich ist.

Huͤlfe ganzer Ostindischer Handel gestoͤrt, die Lebhaftigkeit des Ver⸗ kehrs in jenen Gegenden gehemmt, das Vertrauen beeintraͤch⸗ tigt, der Unternehmungsgeist zuruͤckgedraͤngt wird. Ein be⸗ beträchtlicher Theil von Suͤd⸗Amerika ist entweder durch die Parteien gaͤnzlich dem Handel verschlossen oder durch innere Zwistigkeiten und Buͤrger⸗ kriege brach gelegt. Mit dem Kontinent von Curopa sind unsere Handels⸗Beziehungen fuͤr dieses Jahr so gut wie abgeschlossen, denn die Messe zu Frankfurt, welche als das Barometer fuͤr den

erwiesen und ergiebt viel⸗ Errichtung des Deutschen Zoll⸗Vereins.“ Das genannte Blatt bespricht dann die Nach⸗ theile, welche dieser Zoll⸗Verein dem Englischen Handel ver⸗ ürsacht habe, und erwaͤhnt der von tern aufgestellten Behauptung, daß der selbst den Englischen Fben wuͤrde, wenn nicht die hn davon zuruͤckgebracht haͤtten. der „Courier“ dem Britischen Agenten

brikate betrifft, als sehr unersprießlich

Berliner Zoll⸗Kongreß

Diesen Ruhm glaubt indeß

haben wuͤrde. Neunzehn Zwanzigstel a ihnen der Britische Twist mangelte, die vierzig oder funfzig Mil⸗ lionen Pfund Britischen 3 ausgefuͤhrt wuͤrden, seyen eben so gut das Lebensblut der dorti⸗ 5 Fabriken, wie die acht oder neunhundert Ballen Amerikani⸗

cher Baumwolle fuͤr den Unterhalt der Englischen Manufakturen von dem Posten eines Gouverneurs bei der Kriegs⸗Akademie er⸗ ondoner Ge⸗ meinderaths wurde beschlossen, daß naͤchstens in der Guildhall ein Ball zum Benefiz der Polnischen Fluͤchtlinge gegeben werden

nicht entbehrt werden koͤnnten. In einer gestern gehaltenen Versammlung des

solle.

mit einer Schraube versehen ist, die es in Bewegung setzt. Das Boot legte, ohne im Wasser mehr Bewegung zu verursachen als ein gewoͤhnliches Segelschiff, gegen Wind und Strom eine Englische Meile in 9 Minuten und 5 Sekunden zuruͤck und kehrte mit Huͤlfe von Wind und Strom in 4 ½ Minuten zu⸗ rack. Die Maschine machte 22 bis 23 Schlaͤge in einer Mi⸗ nute. Von dem Monument vor der London⸗Bruͤcke hat sich am sten Nachmittags ein junger Mensch von 15 bis 16 Jahren herabgestuͤrzt und so die Zahl derer vermehrt, welche dieses Denkmal zum Mittel und zum Schauplatz des Selbstmordes gemacht haben. Ganz vor Fürgcse endete dort ein junges Frauen⸗ eben. Es heißt, daß ein schnellsegelndes Schiff von 3— 400 Ton⸗ unverweilt nach Canton abgesendet werden soll, mit Depeschen der Regierung in Betreff der Zwi⸗ stigkeiten, die zwischen den Chinesischen Behoͤrden und Capitain Elliot entstanden sind. Wie man sagt, ist Lord Palmerston in so weit den Ansichten des Letzteren beigetreten, daß er den Wunsch ausgesprochen hat, es solle ferner kein Verkehr zwischen den bei⸗ den Nationen statthaben, als nur unter ganz genau festgesetzten Bedingungen. Da man von den Chinesen aber nicht erwartet, daß sie Konzessionen in Bezug auf den Schleichhandel mit Opium machen werden, so glaubt man, der Handels⸗Verkehr werde noch mehrere Monate lang unterbrochen bleiben. Der „Mor“, wel⸗ cher unverzuͤglich von Plymouth abgehen soll, ist mit zehn Ka— nonen und Waffen aller Art versehen. Er nimmt nur einige Privatbriefe und wenige Waaren als Ballast mit. Von der Bristoler Kaufmannschaft, welche naͤchst der hiesigen den meisten Thee einfuͤhrt, ist ebenfalls eine Vorstellung wegen der Unterbre⸗ mit China an Lord Palmerston

Die Morning Chronicle glaubt, vorhersehen zu koͤnnen, daß Don Carlos naͤchster Tage von der Franzoͤsischen Regierung 1 Italien nehmen werde. „Dieser schnelle Entschluß der Franzoͤsischen Regterung“, fuͤgt das genannte Blatt hinzu, dee einerseits, wie wenig sie sich darum kuͤmmert, ob sie der constitutionellen Sache in Spa⸗ nien schadet, und andererseits, wie viel ihr daran liegt, Oesterreich freundlich zu stimmen, dessen Unterstuͤtzung in der Orientalischen Frage ihr von so großem Gewicht ist. So werden denn Chri⸗ stine und Isabelle den Interessen Mehmed Ali's aufgeopfert, das Schicksal Madrid's muß der Macht Aegyptens nachstehen, und das in einen Augenblick, wo die Königin⸗Regentin, indem sie, Frank⸗ reich zu Gefallen, jene alte Null Perez de Castro aufrecht erhaäͤlt, ihre Popularitaͤt aufs Spiel setzt und Spanien ohne Regierung laͤßt, gerade zu einer Zeit, wo es deren am dringendsten bedarf. Doch die Franzoͤsische Regierung versteht es, vermoͤge einer Ge⸗ schicklichkeit, deren Geheimniß ihr am besten bekannt ist, sich gleich⸗ zeitig Don Carlos gefaͤllig zu erweisen und durch einen geheimen Faden die Rathschlaͤge Christinens zu leiten.“

Auch der Courier spricht sich jetzt gegen den Artikel des „Journal des Debats“ aus, in welchem dieses Blatt sich daruͤber beklagte, daß der Englische Gesandte in Buenos⸗Ayres, Herr Mandeville, den Praͤsidenten dieser mit Frankreich verfeindeten Republik insgeheim unterstuͤtze und eine Verbuͤndung zwischen Buenos⸗Ayres und Montevideo herbeizufuͤhren suche. Der „Courier“ sindet Letzteres ganz natuͤrlich, weil Großbritanien mit jenen Republiken eben so gut alliirt sey, wie mit Frankreich, und da uͤberdies die Regierung von Uruguay (Montevideo) durch Frankreichs Intriguen und Unterstuͤtzung dem Praͤsidenten Oribe, Englands Verbuͤndeten, entrissen und dem Insurgenten⸗Haupre⸗ ling Rivera in die Haͤnde gespielt worden sey⸗ Da nun bei der ganzen Blokade Niemand so sehr leide als der delsstand, so sey es Herrn Mandeville gar nicht zu vergegen, wenn er diesen Streit auszugleichen suche, zumal der Franzoͤsische Admiral bereits fruͤher die Vermittelung des Nord⸗Amerikanischen Kommodore nachgesucht habe.

Es ist eine Deputation der Bewohner von Verdun hier an⸗ gekommen, um eine Schuld von 3 ½˖ Millionen Franken zu li⸗ quidiren, welche die Englischen Kriegs⸗Gefangene waͤhrend ihres Aufenthalts in jenem Orte waͤhrend des letzten Krieges dort kon⸗ trahirt haben. Lord Palmerston soll unperzuͤgliche Verweisung dieser Sache an eine gemischte Kommission versprochen haben. Marschall Soult hat, wie es heißt, den Vorschlag gemacht, daß ur Besriedigung der Franzöoͤsischen Glaͤubiger ein Theil der 9 Millionen Franken verwendet werden moͤchte, welche von den

1 8 4 . 1 8 11 1““ 1185 8 812 un9 1797 9.2Ss 2 ½ 222872

4 läßt sich ein Mittel der Abhuülfe oder die Aussicht

den ministertellen Blaͤt⸗ Twist mit einem Prohibitiv⸗Zolle belastet

Vorstellungen des Dr. Bowring 9 sterdam zu Mitgliedern der ersten Kammern der zeneralstaaten ⸗ꝛchon deshalb nicht zuge⸗ stehen zu koͤnnen, weil, seiner Ansicht nach, der Zollverein sich durch eine solche Maßregel selbst den groͤßten Schaden gethan

ller Deutschen Baumwoll sen⸗Fabriken, meint dieses Blatt, wuͤrden still stehen muͤssen, wenn

Twistes, die jäͤhrlich nach Deutschland

Man hat dieser Tage auf der Themse Versuche mit dem

Dampfboote „Archimedes“ angestellt, welches, anstatt der Raͤder, schenfreundliche Thaͤtigkeit auszeichneten und wo sie sich eben auf

neralitaͤt

b. 82

ist dies die „Berathung der Maßregeln fuͤr

zu einer allgemeinen

166*

Wiaen, 10. Okt.

Britische Han⸗

Jahre 1815 bezahlten 60 Millionen zur

Seitens Frankreichs im 1b uͤbrig seyen, da nur

Entschaͤdigung Britischer Unterthanen noch 51 Millionen davon vertheilt worden.

Ein ploͤtzliches Sinken der Hollaͤndischen Fonds hat an der hiesigen Boͤrse bedeutende Sensation erregt und zugleich nach⸗ theilig auf die Preise der uͤbrigen fremden Fonds gewirkt. Die,⸗ ses Fallen ist durch das Geruͤcht veranlaßt worden, daß in Hol⸗ land allermals eine Anleihe von 20 Millionen Gulden, 2 ¼½⁄ pCt Zinsen tragend, an den Markt gebracht werden soll.

Nachrichten aus Hobart⸗Town in Van Diemens Land bis zum 14. Juni lauten sehr guͤnstig hinsichtlich des Fortschrei⸗ tens der Kolonie. Auch die Niederlassung am Schwanenflusse scheint sich von ihrem bisherigen traurigen Zustande erholen zu wollen. Der Gouverneur von Suͤd⸗Australien hatte am Geburts⸗ tage der Koͤnigin den Eingeborenen ein Gastmahl gegegen, wozu sich eine Menge derselben eingefunden hatten. Nach? eendigung der Mahlzeit, deren Gerichte aus Rindfleisch und Pudding be⸗ standen, ermahnte der Gouverneur die Wilden vermittelst seines Dolmetschers, die Sitten der Civilisation anzunehmen, indem er ste von der freundlichen Gesinnuns der Weißen zu uͤberzeugen suchte. b

e eens MF h r 18, , b 1“

Aus dem Haag, 19. Okt. Se. Majestäͤt der Koͤnig ha⸗

ben den General Chasse und Herrn A. van der Hoop in Am⸗

ernannt. 8

Die Staats⸗Courant publizirt das Programm der Feier⸗ lichkeiten bei der morgen stattfindenden ECroͤffnung der General⸗ staaten.

Schweden und Norwegen.

1 Stockholm, 18. Okt. Der Koͤnig empfing vorgestern den Geschaͤftstraͤger der Vereinigten Staaten, Herrn Hughes, wel⸗

cher von einer Urlaubsreise zuruͤckgekehrt ist.

Der General⸗Major Lefréen hat die nachgesuchte Entlassung

Unsere Zeitungen bemerken, daß der General während seiner langen Amtsthaͤtigkeit sich sowohl des Koͤnigs Zufriedenheit als die allgemeine Achtung zu erhalten gewußt habe.

Vor einigen Tagen fand hier die feierliche Beerdigung dreier Militairs statt, die im Hafen, wo sie sich stets durch ihre men⸗

halten.

Kemmando befanden, zu gleicher Zeit verungluͤckten und ihren Tod fanden. Es waren darunter zwei sehr geachtete Offiziere, der Hauptmann Aminoff und der Lieutenant Baron Falkenberg, so wie ein Gemeiner, alle drei vom Westmanlaͤndischen Infanterie⸗ Regiment. Auf des Koͤnigs Befehl war die Beerdigung so feierlich, wie seit langer Zeit hier keine stattgefunden. Die hier versammelten Armee⸗Bevollmaͤchtigten, so wie die Ge⸗ und des Offizier⸗Corps der Hauptstadt folgten den drei auf gleiche Weise verzierten Saͤrgen, von denen der des Capitains von lauter Hauptleuten der Armee, der des Lieutenants von Subaltern⸗Offizieren und der des Gemeinen von seinen Kameraden getragen wurde. Der Koͤnig hat zugleich be⸗ fohlen, daß den Hinterlassenen des Capitain Aminoff, die sich in beduͤrftigen Zustaͤnden befinden, eine angemessene Pension zuge⸗

sichert werde.

1 Deutschland.

Schwerin, 19. Okt. (Hamb. Korr.) Unter den Pro⸗ positionen des auf den 13. November ausgeschriebenen Landtags bemerkt man einen Gegenstand mit besonderer Theilnahme. Cs das Gewerbe der Branntwein⸗Brennerei und Bier⸗Brauerei und der Vorschlag Maischsteuer auf die Branntwei⸗Brennerei und Aufhebung der Malzsteuer bei der Bier⸗Brauerei.“ Es haben sich naͤmlich in den letzten Jahren die Klagen uͤber ein be⸗ denklich wachsendes Konsumo des Branntweins, der zum großen Theile aus der Kartoffel auf dem platten Lande erzeugt wird, uͤber zunehmende Trinksucht und fruͤhe Entnervung in der arbei⸗ tenden Klasse sehr gehaͤuft. Bei allen dieser Sache eigent⸗ thuͤmlichen Schwierigkeiten, und wenn immerhin Privaten Manches zur Verringerung des Uebels gesche⸗ hen kann, wird doch wohl zunaͤchst die wirksamste Ab⸗ huͤlfe von legislativen Maßregeln, wie die vorliegende eine ist, zu erwarten seyn. Koͤnnte das staͤdtische Gewerbe der Bierbrauerei, welches hier einst von Rostock und Wismar aus seine Erzeug⸗ nisse uͤber viele Laͤnder der Ostsee und noch weiter verfuhr, nur einigermaßen zu fruͤherer Bluͤthe emporgebracht werden, so waͤre damit ein um so größerer Gewinn erreicht, als dies zugleich auf die Ermaͤßigung des Luxus in der gewerbtreibenden lasse der Staͤdter einwirken wuͤrde. Auf dem naͤchsten Landtage wird auch eine „weitere Berathung uͤber die zweckmaͤßigste erbesse⸗ rung der Kriminal⸗Gerichtspflege“ stattfinden, woruͤber, wie es heißt, ausgedehnte und gruͤndliche Vorarbeiten vorliegen und woruͤber bei den Standen ein gleichmaͤßig hohes Interesse zu wuͤnschen ist.

Sichtbare Fortschritte hat hier der Elementar⸗Unterricht wah⸗ rend des letzten Decenniums gemacht, obgleich hin und wieder nicht immer unbegruͤndete Klagen, besonders von Geistlichen, ge⸗ gen ehemalige Zoͤglinge des Ludwigsluster Seminars vorkommen⸗ Die Schulen vieler unserer kleinen Landstaͤdte zeigen ein erfreuli⸗ ches Gedeihen. Jetzt beabsichtigt auch die Stadt Rostock eine Revision des Volks⸗Schulwesens, und der dortige Magistrat scheint mit Nachdruck eine verbesserte Leitung und umfangrelchere Gestaltung desselben erzielen zu wollen.

So wie man hoͤrt, steht auch der Untversttaäͤts⸗Bibliothek zue Rostock eine wesentliche Reorganisation bevor, woruͤber indessen die Ansichten der dortigen Gelehrten sehr getheilt seyn sollen.

Oesterreich. 8

Neuere Nachrichten aus Konstan⸗ geben Fuͤrst

tinopel, die uͤber die Ereignisse der letzten Zeit Aufschluß koͤnnten, sind hier nicht eingetroffen. Der junge Serbische Michael ist von einem gefaͤhrlichen Blutsturze befallen. Oberst Hodges hat seine Ernennung zum Englischen General⸗Konsu in Alexandrien an die Stelle des Herrn Campbell hier erhalten.

Der Kaiserliche Hof wird am 29sten d. die Hofburg wieder beziehen. Die Witterung ist auch noch uͤberaus mild. Erzher⸗ zog Franz Karl ist mit seiner Gemahlin und seiner Tochter, und Erzherzog Karl Ferdinand mit dem aus Borodino zuruͤckgekehr⸗ ten Erzherzoge Albrecht vorgestern in Schoͤnbrunn angekommen,

Se. Excellenz der Staats⸗ und Konferenz⸗Minister Gra von Kolowrat hat seine hohen Functionen bereits wieder ange⸗ treten.

Prinz Ferdinand von don hierher zuruͤckgekehrt. Preßburg, 15. Okt. (A. Z.) In einer der gen des Ungarischen Reichstags wurde das die Kroͤnung

““]“

3 . 2 Sachsen⸗Koburg⸗Kohary ist aus Lon⸗

letzten Sitzun⸗ Ihrer

von

4 8 8 .“ Majestaͤt der Kaiserin zur Koͤnigin von Ungarn betreffende Nun⸗ cium sammt der daͤrauf bezuͤglichen Repraͤsentation unter wieder⸗ holtem Lebehochrufen bestaͤtigt. Am 25. Juni 1841 sind es hun⸗ dert Jahre, daß die Kroͤnungsfeier der großen Ahnfrau des Hau⸗ ses Habsburg⸗Lotharingen, der Kaiserin Maria Theresia, stattge⸗ funden. 8

Der Vice⸗Praͤsident der Ungarischen Hofkammer, Freiherr von Mednyansky, als Schriftsteller ehrenvoll bekannt, ist zum Praͤses der Studien⸗Kommission und des damit verbundenen Censur⸗Kollegiums fuͤr Ungarn ernannt worden. Man verspricht sich von dem gelehrten Vorstande dieses auf gedeihliche Wissen⸗ schaftspflege in Ungarn so einflußreichen Dikasteriums viel Gutes.

Sehr befriedigend ist in Ungarn die Weinlese ausgefallen. Nach den Berichten aus verschiedenen Gegenden wird in Hin⸗ sicht der QAualitaͤt ein 183 4er erzielt, doch steht die Quantitaͤt der jenes gesegneten Jahrgangs nach.

Schweiz.

Zuͤrich, 18. Okt. Da der Russische Gesandte, Baron von Kruͤdener, nach Petersburg berufen worden ist, so ist der bishe⸗ iige erste Legations⸗Secretair, Herr von Violier, als Geschaͤfts⸗ rraͤger akkreditirt worden.

Im Erziehungsrath des Kantons Zuͤrich bekaͤmpfen sich zwei

Parteien; diejenigen, welche die unvermeidlichen Aenderungen im Schulwesen mit moͤglichster Schonung des bestehenden Funda⸗ mentes und des jetzigen Lehrerpersonals vorzunehmen wuͤnschen, und die Pietisten mit ihrem dermaligen Anhang, die fuͤr das Schuswesen, wie fuͤr alle Verhältnisse des Staates und des Le⸗ bens, ruͤcksichtslos nur den Geist ihrer Sekte als Regel anerken⸗ nen. Noch soll einige Koeffmuns vorhanden seyn, daß die Erste⸗ ren den uͤberwiegenden Einfluß erhalten. Bern, 17. Okt. Die hier erscheinende Allgemeine Schweizer Zeitung, bekanntlich ein Organ der fruͤheren Re⸗ gierung von Bern, bemerkt: „Durch Zuschrift vom 9. Oktober hat die Regierung von Luzern sich bequemt, den nunmehrigen zustand von Zuͤrich vollkommen anzuerkennen. Auch St. Gal⸗ sen ist in einem geschraubten Briefe an Zuͤrichs Regierung, worin zwar seine uͤble Laune nicht verhehlt wird, mit folgenden Schluß⸗ worten zum Kreuz gekrochen. „„Ihr moͤget Euch, getreue liebe Eidgenossen, im Uebrigen versichert halten, daß Euer Kanton an dem hiesigen fortan nicht nur einen guten Nachbar, sondern auch ein treues Bundesglied finden wird, mit welnher schließlichen Ruͤckaͤußerung u. s. w.““ Wenn man die feindlichen Verhaͤlt⸗ nisse zwischen den verschiedenen Kantonen, die heftige Entzweiung hrer ersten Staatsmaͤnner und die unverhehlte Lust mehrerer derselben, zu gewalthaͤtigem Losbruch gegen einander ins Auge faßt, so kann man nicht anders, als vor der greulichen Unwahr⸗ deit und Heuchelei, welche oft in der truͤgerischen Anrede: „ge⸗ neue und liebe Eidgenossen“ liegt, mit Schauder zuruͤckbeben. Diese truͤgerischen Worte der St. Galler⸗Regierung gegen Zuͤrich scheinen Zucker und sind aͤrger als Arsenik. „Tief gehaßte, bei der ersten Gelegenheit zu vertilgende Feinde!“ so muͤßte die An⸗ rede der Kanzleien von Baselland, St. Gallen und anderer mehr gegen Zuͤrich lauten, wenn sie die Gesinnungen ihrer Regierun⸗ gen offen darstellen wollten.“

In Schweizer Blaͤttern ist jetzt mit einemmale wieder die Rede von einer Trennung des Franzoͤsischen Jura vom Kanton Bern. Die Projekte der Kanton⸗Theilungen hoͤren nach den in Basel und Wallis aufgestellten Beispielen nicht auf. Dem Jura wird sogar eine gewisse Sympathie fuͤr das benachbarte Frank⸗ ceich angedichtet, indessen scheint man im Kanton Soloͤthurn auch nicht wenig Lust zu haben, sich denjenigen Theil des zueignen, welcher ihm benachbart ist. 1

Mssts(ien.

Turin, 15. Okt. Der Koͤnig empfing am vorigen Sonna⸗ bend den Marquis von Dalmatien, welcher seine Beglaubigungs⸗ schreiben als Botschafter des Koͤnigs der Franzosen behnn hiesigen Hofe uͤberreichte.

Der Infant Don hier angetreten.

Livorno, 10. Okt. (Schwaͤb. Merk.) Papst, sondern auch die Regierungen von Neapel und Modena sollen ihren Unterthanen den Besuch der Naturforscher⸗Versamm⸗ lung in Pisa verboten haben, weil ein Roͤmischer Fluͤchtling, der Professor Orioli, dessen Ausschließung sie von unserer Regierung verlangt hatten, auf Befehl des Großherzogs zugelassen wurde. Der Großherzog ließ zwar, um seine Weigerung zu mildern, die Versammlung durch eine Heiligengeist⸗Messe eroͤffnen und wohnte der ersten oͤffentlichen Sitzung nicht bei. Am 3ten aber traf er unerwartet in Pisa ein und wohnte den Sections⸗Sitzungen bei. Am 15ten wird die Versammlung geschlossen, die naͤchste Ver⸗ sammlung soll in Turin stattfinden. Durch Ordonnanz vom 17. September wurden die Laͤndereien des Erzbisthums Pisa und des Bisthums Grosseto, welche zuvor fuͤr Staats⸗Domainen erklaärt worden waren, in Pacht gegeben. Die Geistlichkeit, un⸗ terstuͤtzt von dem Roͤmischen Hofe, hat lebhafte Reclamationen erhoben; bei der bekannten Festigkeit des Großherzogs ist aber keine Zuruͤcknahme der Maßregel zu erwarten. In Folge des Steigens der Tabackspreise haben die Paͤchter des Tabacks⸗Mo⸗ nopols die Erlaubniß erhalten, die Cigarren⸗Preise vom Oktober an zu erhoͤhen. Zur Anlegung einer Eisenbahn von Livorno nach Florenz sind die Haͤuser P. Sing und Comp. hier und E. Fenzi in Florenz ermaäͤchtigt. Lire berechnet. *

Sebastian hat heute seine Weiterreise von

Spanien.

Madrid, 12. Okt. Die heutige Hof⸗Zettung enthaͤlt eine am Geburtstage der Dona Isabella erlassene Amnestie fuͤr alle in den Gefaͤngnissen befindlichen Personen, mit Ausnahme derjenigen, die ein Hauptverbrechen begangen haben.

In Cadix wurden eine betraͤchtliche Meng⸗ falscher 5procen⸗ tiger Bons an der Boͤrse verkauft. Als jedoch die Verkaͤufer das dafuͤr erhaltene Silbergeld mit einem uͤbermaͤßigen Agio gegen Gold umsetzen wollten, schoͤpfte man Verdacht, und zwang sie, nahe an 40,000 Franken zuruͤckzugeben, worauf sie sich schnell zu Schiffe davon machten.

*%. Eine Gesellschaft Spanischer Kaufleute will den Tajo von Aranjuez bis Lissabon fuͤr flache Schiffe und kleine Dampfboͤte sahrbar machen.

Dem Globe wird aus Madrid vom 9. Okt. geschrte⸗

85 „Bereits vor der Versammlung der Cortes war eine aeeg Modification des Kabinets beschlossen, allein die da⸗ 89 Uchwebenden Unterhandlungen mit Maroto und ihr glückli⸗ deng esultat verlaͤngerten die Existenz des aus heterogenen Be⸗ vv zusammengesetzten Ministeriums, das jedoch, selbst

dem Urtheil seiner Freunde, in den letzten Zuͤgen liegt. Der

Jura an⸗

Nicht bloß der

Die Kosten sind auf 13 Millionen Die Actien sind noch nicht alle verschlossen; die anfaͤngliche Begeisterung fuͤr das Unternehmen ist etwas erkaltet.

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Herausgeber des „Castellano““, Herr Aniseto de Alvaro, Depu⸗ tirter fuͤr Segovia, der sich in der Polemik zwischen den Exal⸗ tirten und den Ministern stets als ein Vertheidiger des Finanz⸗ Ministers San Niellan bewiesen hatte und auch die ͤbrigen Minister in seinen Schutz nahm, war dennoch der Erste, der in seinem gestrigen Blatte sich uͤber den bevorstehenden Sturz des Kabinets fol⸗ gendermaßen vernehmen ließ: Eine Modifizirung des Kabinets wird als sehr wahrscheinlich betrachtet: Einige glauben, daß drei An⸗ dere, daß vier, und noch Andere endlich, daß fuͤnf der jetzigen Mi⸗ nister ausscheiden wuͤrden, und zwar, wie versichert wird, noch heute. Es sollen gestern Abend deshalb Konferenzen stattgefun⸗ den haben und vier verschiedene Verzeichnisse von Nachfolgern vorgelegt worden seyn, aus denen die Koͤnigin die neuen Minister auszuwählen hatte.“ Das „Eco“ von heute fruͤh thut nun ebenfalls, als ob ihm dies Alles laͤngst bekannt gewesen waͤre, da es jedoch keine Einzelheiten angiebt, so hat es offenvar seine Weis⸗ heit nur aus dem obigen Artikel des „Castellano“ geschoͤpft. Herr Olozaga, die Hauptstuͤtze der Majoritaͤt, d. h. der Opposition hat das jetzige Kabinet als ein allen parlamentarischen Regeln widerstrebendes, als ein despotisches, ein Tuͤrkisches Ministerium bezeichnet, allein man wird sich erinnern, daß dies Kabinet vor neun Monaten gebildet wurde, als die Gemaͤßigten die Majori⸗ tat in den Cortes bildeten und der jetzige Conseils⸗Praͤsident noch Gesandter in Lissabon war. Die gegenwaͤrtigen Cortes hatten sich einige dreißig Tage fruͤher versammelt, ehe sie sich konstituiren konnten, und obgleich sie dann ihren Praͤsidenten (Calatrava) und Vice⸗Praͤsidenten aus den Reihen der Opposition waͤhlten oder vielmehr bestaͤtigten, so nahmen sie doch bei der Abstimmung den ministeriellen Gesetzentwurf uͤber die Fueros einstimmig an. Herr Olozaga, dem die Bildung eines kuͤnftigen Exaltado⸗Kabinets uͤbertragen werden duͤrfte, ist der Koͤnigin nicht bekannt und, wie es heißt, ihr nicht angenehm, auch hat er nicht die ungetheilten Stimmen der Opposition fuͤr sich, die sich bei seiner freiwilli⸗ gen oder gezwungenen Ernennung wahrscheinlich unter sich veruneinigen wuͤrde. Da Herr Olozaga niemals im Kabinet war so hatte er nicht Gelegenheit, sich das Vertrauen der Koͤnigin zu erwerben, die gesagt haben soll, daß Beredsamkeit und Tuͤchtia⸗ keit als Fuͤhrer der Opposition nicht die einzigen zu einem quten Premier⸗Minister erforderlichen Eigenschaften seyen. Der Gene⸗ ral-Alaix, welcher von dem allmaͤchtigen Espartero unterstuͤtzt wird, moͤchte nicht so leicht aus dem Kriegs⸗Ministerium zu ver⸗ draͤngen seyn, und sollte er dasselbe behalten, so ist nicht zu er— warten, daß er sich mit Heren Olozaga verstaͤndigen werde. Man glaubt daher, daß das neue Kabinet nur ein voruͤbergehendes Flickwerk seyn werde, bis Espartero nach Madrid komme, nach⸗ dem er Cabrera und den Grafen d'Espasia ins Meer oder uͤber die Franzoͤsische Graͤnze getrieben, wenn sie sich weigern sollten, sich an seinen Triumphwagen zu spannen, denn an ihren ver⸗ laͤngerten und erfolgreichen Widerstand glauben auch die feifrigsten Karlisten nicht mehr. Der 1ls er noͤthig haͤtte, den Exaltados nachzugeben. Einer von der Ca⸗ marilla sagte erst gestern zu mir, daß die Zeiten voruͤber seyen, wo ein Sergeant Garcia mit dem Bagonnet der Koͤnigin ein Calatravasches Ministerium habe aufdringen koͤnnen. Dies Er⸗ eigniß hat zum Nachtheil Aller derer, die dabei gewannen, hoͤheren Orts einen tiefen und unausloͤschlichen Eindruck gemacht, der durch die Adresse der Cortes in Bezug auf die Convention von Bergara, die den Zweck hatte, die Staͤrke der Opposition zu zeigen, wieder erneuert worden ist. Die Intriguen des Infanten Don Fran⸗ cisco de Paula, der unter dem Winisterium Ofalia's nach Frank⸗ reich verbannt wurde, und das Erscheinen der Graduados, deren ganzes Komplott durch einige der dabei Betheiligten entdeckt und Theil einigen Kabinets⸗Mitgliedern zur Last gelegt wurde, ilden jetzt die Haupt⸗Hindernisse, die sich dem Wiedereintritte

der Exaltados ins Kabinet entgegenstellen. Das ministerielle Blatt „el Mensajero“, von dem man glaubte, es werde heute fruͤh die Anzeige von der Bildung eines neuen Kabinets enthalten, ist bis jetzt, Nachmittags zwei Uhr, noch nicht erschienen. Die Hof⸗Zei⸗ tung enthaͤlt heute die offizielle Anzeige von den in Cadix und Sevilla ausgegebenen falschen bproc. Bons und außer⸗ dem eine Koͤnigliche Verordnung in Bezug auf die Ab⸗ gabe von einem Piaster, die von Neufoundlaͤndischen ein⸗ gesalzenen Fischen erhoben wird. Es geht das Geruͤcht, der Finanz⸗Minister habe seinen Gesetz⸗Entwurf wegen Creirung einer Anleihe von 200 Millionen Realen in 5 proc. Bons nur deshalb vorgelegt, um einigen auswaͤrtigen Kapitalisten, deren Anerbietungen ihm nicht annehmbar schienen, zu zeigen, daß er auch in Spanien Geld erhalten koͤnne.

es versteigert wird, alle diese neuen Bons absorbiren werde, da die Menge der Papiere am Geldmarkte sehr gering ist.

mit Klagen uͤber die ungeheuren Lieferungen von Lebensmitteln erfuͤllt, erwaͤhnen aber nichts von Cabrera. Die insurrectionelle

Bewegung in Orozeo wurde dadurch veranlaßt, daß eine Räu⸗

berbande sechs National⸗Gardisten gefangen nahm und erschoß.

In Olariete, in der Provinz Alava, ist ein Vorrath von Schuhen und 3600 Paar Sandalen, wie die

In

3000 Paar Bewohner der Provinz sie tragen, aufgefunden worden. Logrono ist aus 150 Karlistischen Ueberlaͤufern eine treffliche Schwadron gebildet worden. Alle Karlistischen Anfuͤhrer, auf welche die Franzoͤsischen legitimistischen Blaͤtter in Betreff der Fortsetzung des Krieges rechneten, haben sich der Koͤnigin unter⸗ worfen. Die Provinz Avita ist von einer aus 300 Mann beste⸗ henden Karlistischen Räͤuberbande befreit, und saͤmmtliche Anfuͤhrer derselben sind getödtet worden. Die Koͤnigliche Artillerie⸗Schule, die nach Madrid verlegt worden war, kehrt wieder in den Alca⸗ zar von Segovia zuruͤck. Der Sohn des Ex⸗ Deputirten Gal⸗ dano soll sich mit Effekten der Regierung aus dem Staube ge⸗ macht haben; er war bei dem Philippinischen Tabackshandel an⸗ gestellt.“

Vitorta, 9. Okt. Einer der Karlistischen Offiziere, die sich der Koͤnigin unterworfen haben, wurde, als er vor einigen Ta⸗ 8 in seiner Uniform und mit dem Baskischen Baret auf der Straße spazieren ging, von einem Soldaten der Koͤnigin groͤblich beleidigt, indem derselbe ihn einen Rebellen nannte, bn schlug und ihm das Baret vom Kopfe riß. Der Offtzier, erbittert hieruͤber, zog den Degen und durchbohrte den Soldaten auf der Stelle. Als er hierauf verhaftet und vor den Gouverneur gefuͤhrt wurde, gab dieser ihm seinen Degen zuruͤck und ersuchte ihn nur, das Baret abzulegen.

Barcelona, 10. Okt, Das Dorf Moya zwischen Vich und Manresa ist von den Karlisten angegriffen worden, die einige Haͤuser in Brand steckten. Als dies dem General Valdes gemel⸗ det wurde, setzte er sich sogleich mit seinen Divisionen in Marsch.

In einem vom 6. Oktober datirten Briefe aus San Sebastian, den die Morning Chroniele mittheilt, wird be. richtet, daß die Berg⸗Batterie sowohl als die ber

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Hof fuͤhlt sich jetzt zu stark, als daß

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Britischen Land- und Marine⸗Artillerie, welch 1

ihre Geschuͤtze in das Kloster St. Vincent zu San Sebastian abga 285

haben, so daß nur noch die Raqueten⸗Batterie unter dem Feleeehr

Clapperton ihre Geschuͤtze und Bespannung behalten dn. ns

tet, und man glaubte, daß es den Befehl zur Einschiffung fuüͤr einen großen Theil oder alle an der dortigen Kuͤste en Britischen Truppen uͤberbringen werde. 1 28

Konstantinopel, 3. Okt. (A. Z.) Die Sachen sind hier wenig veraͤndert; doch ist ein sonderbarer Zwischenfall eingetreten. Mehmed hat naͤmlich Schritte gethan, um sich Chosrew Pascha zu naͤhern. Was ihn dazu bewogen, ist nicht recht klar; daß er jedoch nicht, wie fruͤher, auf dessen Entfernung dringt, hat Chos⸗ rew Pascha selbst den fremden Repraͤsentanten angezeigt, Chos⸗ rew soll hoͤchlich daruͤber erfreut seyn. Einige meinen, es sey den Konsuln zu Alexandrien gelungen, Mehmed zu uͤber⸗ reden, auf die Absetzung des Groß⸗Wesirs zu verzichten. Allein diese hatten bis jetzt vergebens versucht, ihn besser fuͤr Chosrew zu Es muß also ein anderer Grund vorhanden seyn, der Mehmed mit einemmal bestimmt, einzulenken und dem alten Groll gegen seinen Todfeind Schweigen aufzulegen. Die Kon⸗ suln in Alerandrien sollen abermals beauftragt worden seyn, den Vice/ Koͤnig aufmerksam zu machen, daß er seine vortheilhafte Stellung leicht verlieren koͤnnte, wenn er auf seinen uͤbertriebenen Forderungen beharre, oder weiter etwas gegen die Pforte zu unter⸗ nehmen wage, wodurch sie gezwungen wuͤrde, fremden Beistand anzuru⸗

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ohne daß sie viel gefruchtet haben. Es ist daher sehr zu zwei⸗ feln, setzt die gehoͤrige Wirkung haben werden, wenn nicht Mehmed durch andere Ruͤcksichten geleitet wird und zu tempori⸗ siren gedenkt, wie sein veraͤndertes Betragen gegen Chosrew Pa⸗ scha Tee18 scheint. Bei der Englischen Flotte will man Ansta ten bemerken, die glauben lassen, daß sie sich bald von den Dardanellen⸗Schloͤssern entfernen duͤrfte; das Franzoͤsische Ge⸗ schwader scheint aber bestimmt zu seyn, in seiner Stellung zu verweilen und selbst der schlechten Jahreszeit Trotz zu bieten. Ist dies der Fall, so sieht man deutlich ein, wie wenig Einigkeit mehr unter den Seemaͤchten herrscht, waͤhrend bisher ihre Flotten im⸗

der anderen folgte. Solche Dispositionen sind nun nicht sehr gecignet, der Pforte Vertrauen und Muth einzufloößen, am we⸗ nigsten aber Mehmed Ali einzuschuͤchtern, dessen Hauptstaͤrke darin besteht, daß die Maͤchte sich uneinig zeigen, sobald es sich um etwas Anderes handelt, als um leere Unterhandlungs⸗De⸗ monstrationen. Admiral Roussin ist uͤber seine Abberufung sehr aufgebracht. 8

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Breslau, 21. Okt. (Schl. Z.) Heute erfolgte die oͤffent⸗

in der Aula Leopoldina. Der zeitige Rektor, Geheime Medizi⸗ nal⸗Rath Professor Dr. Otto, theilte die Hauptereignisse der Uni⸗

1 Man glaubt, daß das sehr bedeutende Eigenthum der saͤkularisirten Geistlichkeit, wenn

Briefe aus Cuenca reichen nur bis zum 2. Oktober; sie sind

als Modificationen, durch Beimischung der Vorstellungen

die Stiftungs⸗Urkunde, das Album der Universitaͤt und die De⸗ coration des Rektors unter den besten Segenswuͤnschen. Hierauf sprach der antretende Herr Rektor in einer lateinischen Rede uͤber die Eintracht, als die Bedingung des Gelingens aller hoͤheren Bestrebungen.

Schweidnitz, 19. Okt. um diesjaͤ rigen, den 16ten d. M. abgehaltenen Herss csoemarke, sas auf hie⸗ siger Stadtwaage 295 Ctr. Wolle abgewogen und außerdem noch 187 Ctr. anderwaͤrts gewogene Wolle aus hiesiger Umgegend ein⸗ getroffen, so daß uͤberhaupt gegen 482 Ctr. Wolle zum Verkauf gestellt worden sind, deren Kaͤufer, inlaͤndische Fabrikanten und Handelsleute, solche mit 45 bis 52, 55 bis 60 und 62 bis 70 Rthlr. den Centner bezahlt und binnen wenigen Stunden aufgekauft haben.

Wissenschaft, Kunst und Literatur.

Heidelberg. EsD ist jetzt der Aufsatz, welchen August Scheve der „Versammlung S. Naturforscher und Aerzte in Pyrmont eingesandt hatte, und welcher dort vorgelesen worden (s. St. Z. Nr. 283) unter der Ueberschrift: „Ein Wort über Gall's Schädellehre“ bei Groos in Karlsruhe als Manustript gedruckt erschienen. Das We fentliche ist der Bericht von nachstebender zufälligen Entdeckung und demnächst angestellten Versuchen. Es hatte ihm nämlich geträumt, er stehe auf einer steilen Anhöhe, von welcher Menschen zu Fuß und zu Roß und mancherlei Thiere in ununterbrochener Reihe eilend herab⸗ stürzten.

Stelle des sogenannten „Wirbels“ wo nach Gall das Organ des Höhesin⸗ nes liegt. Durch die mit einigen Freunden zur Prüfung dieser Entdeckung,. die Träume zu bestimmen, gemachten Versuche, gewann er die Ueberzeugung⸗ daß diese nicht nur alles Mögliche zur allgemeinen Konstatirung, sondern auch Vieles zur wissenschaftlichen Bereicherung der Phrenologte beitra⸗ gen werde. Das Verfahren bei solchen Versuchen besteht aber darin, daß man die beliehige Stelle des Schädels ein bestimmtes Organ so stark drückt, daß eben der Schlafende nicht erwacht, b 858 5 ihm nach einiger Zeit durch den langsam verstärkten Druck erwe⸗ . Fann der Musik soll den Versuch mit dem Tonsinn. begtunen. . 7 Vhte⸗ tung zu diesem Berichte, der ohne Zweifel die Anfmerksamkeit d 489 salich ¹ zmen geeignet ist, bildet eine Wür⸗ nologen vorzuglich in Anspruch zu nehmen 1 voe Heriürfg: digung der Gallschen Lehre und eine Widerlegung der zwei Einwürfe: n si ttliche 4 schen aufhebe, und daß es unsicher

dge ng d kbei ensche daß sie die sittliche Freiheit des Mensenochens wuf die Ausdehnung des

sey, aus der Erhöhung des Schacf⸗ G. lsprechenden Gebirntheils zu schließen. Andere Sn FWeeen Gall's Schädellehre sind aber noch folgende, nicht geFene⸗ Fümgh prinzip: „daß die Seelenthätigkeiten mit dem Gehirn⸗ * Pjehung ste Pn, und das die Verschledenheit der Anlagen ursprünglich in 588— 19g 4 1 Fehi ns begründet sey sondern gegen die weiteren Entwi elungen dessel⸗ F 8 ichtet Es ist naäͤmlich die Frage, ob die Anlagen, welche von der bem senformanson edingt sind, überhaupt, primair und wenn es geschieht alle auf der Außenseite sich bemerkbar machen, oder ob nicht vielmehr, djele wentgstens, die man dort sucht, nur in der inneren Struftur, un den Höblungen, Windungen, Vorsprüngen u. s. w. sich finden. Wäre 19 so möchte sich das hier vorgeschlagene Mittel, wenn es sich wirk⸗ 22 der sicherste und kürzeste Weg seyn, alle die

ich probehaltig erwiese, 1 T.. auf der Oberfläche nachzuweisen, man dürfte nur mit allen

Puinkten Versuche anstellen. Ferner bedurfte es noch einer genaueren Puntelsändigeren Untersuchung, als die Pspchologie bisher noch vor elegt hat, um zu ermitteln, welche Qualitäten wirklich organischen in Gehirn präformirten Anlagen zufielen und welche Produkte der sitt lichen Entwickelung und der Vorstellungen sind; so wie auch, welch

als die wirkliche Prundform und im Gehirn belegen, und welche nur erzeugt, gel

Dampfschiff „Devon“ wurde stuͤndlich in Dan Sebastian erwar⸗

ökb-1—“¹“];

liche feierliche Uebergabe und Uebernahme des Rektosrats der hie⸗ sigen Koͤniglichen Universität fuͤr das naͤchstfolgende Rektorats⸗Jahr

fen. Solche Warnungen sind ihm schon vielfach gemacht worden,

mer in Gemeinschaft handelten, und die eine den Bewegungen

versitaͤt, welche sich in dem verflossenen Jahre zugetragen hatten, mit, proklamirte darauf seinen Nachfolger den Konsistorial⸗Rath Professor Dr. Hahn nebst den neuen Dekanen und Senats⸗Mit⸗ gliedern, und uͤbergab dem Ersteren die Scepter, die Statuten,

n. Als er erwachte, bemerkte er, daß er mit dem Hinterkopfe 4 auf seiner Hand lag und fühlte noch den Druck von der Hand an der*