1839 / 338 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Kameraden, im aktiven Dienste waren, als fie solchen Versamm lungen beiwohnten. Endlich publizirt der „Standard“ noch zu Gunsten seiner Schützlinge die Korrespondenz, welche dieser Sache wegen zwischen dem Obersten Thomas und dem General⸗Adju⸗ tanten stattgefunden hat, und in welcher jener sich insbesondere auf den loyalen monarchischen Geist der Rede des Herrn Roby im Allgemeinen, auf seine eigenen einundvierzigjaͤhrigen Hiere, auf seine Eigenschaft als Parlaments⸗Mitglied und auf sein Ge⸗ burtsrecht als Gentleman beruft. 1 1

Der ministerielle Globe gesteht ein, daß unter den in New⸗

port liegenden Truppen Desertion eingerissen sey, und daß sich die Behoͤrden deshalb genoͤthigt gesehen haͤtten, die Bierhaͤuser jeden Abend um 8 Uhr schließen zu lassen, da man gefunden habe, daß die Soldaten dort systematisch zur Desertion verleiter wuͤrden. Briefe aus Glasgow melden zwei bedeutende Fallissements, die dort stattgefunden haben, das eine von 80,000, das andere von 60,000 Pfd. Bis jetzt schien es, als ob Schottland von der Geldkrisis, welche England getroffen hatte, frei bleiben wuͤrde; man klagt aber jetzt, daß sich das Herannahen derselben auch dort schon fuͤhlbar mache.

In Birmingham wurde dieser Tage eine zahlreich besuchte, von dem Mayor auf Veranlassung von 1500 steuerzahlenden Einwohnern einberufene Versammlung gehalten, um Beschluͤsse gegen die neuen Polizei⸗Einrichtungen in der Stadt zu treffen, welche in Folge der aufruͤhrerischen Vorgaͤnge im Juli d. J. durch Parlaments⸗Beschluß einem Koͤniglichen Polizei⸗Commissair, unabhaͤngig von den staͤdtischen Behoͤrden, untergeben ist. In der Versammlung wurde sehr heftig gegen diesen Eingriff in die Munizipal⸗Verfassung geeifert, gegen die man in der Form von Resolutionen feierlich protestirte. Obgleich die Hauptredner in der Versammlung Chartisten waren, so billigen doch selbst mi⸗ nisterielle Blaͤtter im Allgemeinen jene Proteste, da sie in der Unantastbarkeit der Munizipal⸗Verfassungen eine der Haupt⸗Ga⸗ rantieen der buͤrgerlichen Freiheit uͤberhaupt sehen. Indeß machen sie zugleich bemerklich, daß jene Maßregel eine nur temporaͤre sey, und daß man von einem Ministerium, welches selbst den langen Kampf fuͤr die Munizipal⸗Reform durchgefochten habe, nicht zu befuͤrchten brauche, es werde sein eigenes Werk untergraben.

Aus der angekuͤndigten baldigen Ruͤckkehr zweier Britischen Linienschiffe, des „Pembroke“ und des „Minden“, von dem Ge⸗ schwader im Mittellaͤndischen Meere glaubt man hier schließen 8 koͤnnen, daß auch die Englische Regierung an eine baldige

rledigung der Orientalischen Frage glaube, da sie sonst wohl das Levante⸗Geschwader nicht vermindern wuͤrde. Die Times meint zwar, es wuͤrde erniedrigend fuͤr England seyn, wenn der Frie⸗ den zwischen dem Sultan und Mehmed Ali auf der Grundlage der von Frankreich aufgestellten und, wie es scheine, von Ruß⸗ land und Oesterreich unterstuͤtzten Bedingungen abgeschlossen wuͤrde; indeß dieses Blatt traut bekanntlich dem jetzigen Britischen Ministe⸗ rium nur Ermedrigendes zu, und deshalb glaubt es auch, daß dasselbe injene Bedingungen sich uͤgenwerde. Der Courier dagegen haͤlt eine Beilegung der Orientalischen Streitfrage fuͤr nichts weniger als nahe bevorstehend. Das von Malta hierher gelangte Geruͤcht, daß die Tuͤrkische Flotte von Mehmed Ali zuruͤckge⸗ schickt worden sey, erscheint daher diesem Blatte auch, ganz ab⸗ gesehen von der aͤußeren Unwahrscheinlichkeit der Nachricht, aus inneren Gründen durchaus unglaublich. Was die aͤußeren Gruͤnde dagegen anbetrifft, so fuͤhrt der „Courier”“ an, daß dasselbe Dampfschiff, mit dem jenes Geruͤcht hierher gekommen, auch Depeschen aus der Vurla⸗Bai vom Admiral Stopford uͤberbracht habe, die, bis zum 10ten d. reichend, nichts von einem solchen Faktum zu erwaͤhnen schienen, da noch nichts daruͤber verlautet sey. Ferner meint der „Courier““, daß, wenn Sir R. Stopford um diese Nachricht gewußt haͤtte, er ste von Konstantinopel aus haͤtte erfahren muͤssen, von wo sie ihm in nicht koͤrzerer Zeit als einem Tage haͤtte zukommen koͤnnen, so daß das Datum dersel⸗ ben den 8. oder hoͤchstens der Morgen des 9. seyn muͤßte; nun seyen aber uͤber Paris direkte Nachrichten aus der Hauptstadt des Tuͤrkischen Reichs vom 8. November eingegangen, die nichts von diesem Creigniß woͤßten; was dasselbe aber noch zweifelhafter mache, sey der gaͤnzliche Mangel vorheriger Ausruͤstungen der Flotte, die, den letzten Nachrichten aus Alexandrien zufolge, ab⸗ getakelt und ohne Vorraͤthe im Hafen liege. Die inneren C ruͤnde anbelangend, so glaubt das genannte Blatt weder in den Unter⸗ handlungen zwischen den Großmaͤchten und den beiden kriegfuͤh⸗ renden Parteien, noch in denen zwischen diesen letzteren irgend eine Spur von Annaͤherung der Ansichten entdecken zu koͤnnen, die zu dem Glauben an eine so schnelle Beendigung der Differenzen berechtigte. Drei verschiedene Arten von Vorschlaͤgen, von England, Frankreich und Rußland herruͤhrend, wuͤrden noch immer eroͤrtert und boͤten keine Aus⸗ sicht zu einer Ausgleichungdar. Englands Vorschlag sey, Aegypten auft Lebenszeit dem Pascha zu uͤberlassen und die Regierung von Syrien, mi: Ausnahme des Paschaliks von Acre, welches der Pforte zuruͤckgegeben werden solle, seinen Soͤhnen zu verleihen. Frankreich schlage dagegen vor, Mehmed Ali in den erblichen Besitz, also in die immerwaͤhrende Souverginetaͤt uͤber Aegypten, mit Hinzufuͤgung von ganz Syrien, den Distrikt von Adana und die Insel Candien ausgenommen, einzusetzen. Die von Rußland durch Herrn von Brunow vorgeschlagene Combination endlich sey dahin gegangen, Englands Vorschlag unter der Bedingung uUnterstuͤtzen zu wollen, daß Rußland fuͤr den Fall eines Angriffs von Seiten Mehmed Ali's auf die Tuͤrkei, Konstantinopel mit einer Land⸗ und Seemacht zu vertheidigen haͤtte, und daß der Britischen Flotte der Eingang in die Darbanellen versagt bleibe. Ueber alle diese Vorschlaͤge sey aber eine Verstaͤndigung noch sehr im Weiten, und namentlich befaͤn⸗ den sich England und Frankreich uͤber die Orientalische Frage im schlechtestn Vernehmen, denn die Franzoͤsische Regierung, von der oͤffentlichen Meinung hierin stark unterstuͤtzt, beharre bei ihrer Parteinahme fuͤr Mehmed Ali, sie habe selbst unter der Bedin⸗ gung, die aber wohl nur in der Phantasie des „Courier“ existiren duͤrfte daß die Insel Candie an Frankreich abgetreten werden koͤnnte, Englands Vorschlaͤge zu Gunsten der Pforte zu⸗ ruͤckgewiesen, und wischen den beiderseitigen Gesandten in Konstantinopel, Lord Ponsonby und Herrn Pontois, findet fast gar kein Verkehr statt. Rußland seinerseits sey zwar keinesweges unthaͤtig, scheine aber den guͤnstigen Mo⸗ ment abwarten zu wollen, um aus den Mißhelligkeiten zwische Frankreich und England den moͤglichsten Nutzen zu ziehen. Hesterreich bleibe dabei ein ruhiger, obschon nicht gleichguͤltiger Zuschauer; nach der Tuͤrkei hin habe es stets ein wachsames Auge gerichtet; um Aegypten und Asien jedoch kuͤmmere es sich weni⸗ ger, weil diese Laͤnder fuͤr Oesterreich nur ein entferntes Interesse hatten, weshalb es auch nicht sehr geneigt sey, sich mit den Pro⸗ jekten und Zwistigkeiten Frankreichs und Englands in Betreff des Drients zu befassen.

In einer Note vom 9. Oktober hat Lord Howard de Wal⸗ den die Portugiesische Regierung aufgefordert, schleunigst die Kommission zu ernennen, welche die Forderungen der in Portu⸗

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giesischem Dienst gestandenen Englaͤnder bestimmen soll, widri⸗ genfalls eine Kommission zu diesem Behuf von Seiten Englands ernannt und der ausgemachte Betrag von Portugal erzwungen werden wuͤrde. Baron Ribeira de Sabrosa giebt uͤber diese Mittheilung sein Erstaunen zu erkennen, indem jene Forderun⸗ gen theils schon berichtigt waͤren und theils taͤglich berichtigt wuͤrden, wie denn nach fuͤnfjaͤhriger fortwaͤhrender Liquidation durch verschie⸗ dene Kommissionen bereits 3 Millionen Crusaden (300,000 Pfd.) an Britische Unterthanen auszezahlt worden seyen. Auch sey der Vorschlag Englischerseits nur gemacht, weil einige Englische Offi⸗ ziere sich geweigert, sich Abzuge von ihren uͤbertriebenen Forde⸗ rungen gefallen zu lassen, die auf Anspruͤche der Portugiesischen Schatzkammer an dieselben begruͤndet seyen. Die Portugiesische Regierung koͤnne daher weder neue Commissaire zu diesem Be⸗ hufe ernennen, noch die von Englund zu ernennenden anerkennen.

Briefe aus Athen vom 9ten d. M. melden, daß Sir Edmund Lyons, der Britische Gesandte am Griechischen Hofe, verlangt habe, die Insel Cerigo der Jonischen Republik einzuverleiben.

Unter dem Schutze Mehmed Ali's bildet sich in Aegypten eine Englische Compagnie, um eine regelmaͤßige Dampfschifffahrt zwischen Kahira und Alexandrien einzurichten. Herr Waghorn und das Englische Haus Joyce Thurnburn und Compagnie wer⸗ den als besondere Foͤrderer dieses Planes genannt.

Ueber Konstantinopel hat man hier Nachrichten aus P ersien erhalten, denen zufolge die Geruͤchte von dem Anmarsch einer Persischen Armee gegen Bagdad ungegruͤndet seyn sollen; es heißt vielmehr, daß der groͤßere Theil dieser Armee sich aufge⸗ loͤst, der Rest aber die Winter⸗Quartiere bezogen habe. In Tra⸗ pezunt wollte man die Nachricht haben, daß eine Abtheilung der Britischen Armee von Kabul, 7000 Mann stark, auf Herat marschire. 1

Nach Berichten aus Kanada vom 23. Oktober war Herr Poulett Thompson in Montreal eben so wohlwollend aufgenom⸗ men worden, wie in Quebeck; er wollte am l3ten d. M. nach Toronto in Ober⸗Kanada abgehen. Der ministerielle Globe erklaͤrt, daß er im Stande sey, der von der Times verbreiteten Nachricht, als beabsichtige der General⸗Gouverneur die Aufloͤsung des Versammlungshauses von Ober⸗Kanada, auf das Bestimm⸗ teste zu widersprechen.

Berichte aus Tripolis vom 4. melden, daß ein Corps von 700 Mann Kavallerie, welches den Hauptbestand der Ottomani⸗ schen Macht in diesem Platz ausmachte, nach Konstantinopel ein⸗ geschifft worden sey. Die Entfernung dieser Truppen gab Ver⸗ anlassung zu allerhand Muthmaßungen. Einige sagten, der Gouverneur habe einen Befehl vom Sultan zu diesem Behufe erhalten, Andere, die Truppen haͤtten darauf bestanden, nach der Tuͤrkei zuruͤckzukehren, weil sie keinen Sold erhielten. Man wußte in Tripolis nicht recht, wie es um Bengasi stand; da der Bey Tussum Pascha diesen Platz aber geraͤumt hatte, so schloß man daraus, daß die Araber Meister in jenem Distrikte seyen.

London, 29. Nov. (Hamb. Boͤrsenh.) Dr. Bowring der nun auch in Leeds vor einer zahlreichen Versammlung von anquiers, Kaufleuten und Fabrikanten uͤber die jetzigen Bezie⸗ hungen Englands zum Deutschen Zoll⸗Verein und uͤber die Aus⸗ sichten, welche in dieser Hinsicht die Zukunft darbiete, Bericht erstattet. Er sprach sich wieder uͤber die Wichtigkeit und Macht des Zoll⸗Vereins, uͤber die Gewerbthaͤtigkeit Deutschlands, uͤber die freundlichen Gesinnungen, die es fuͤr England hege, uͤber die verkehrte Handels⸗Politik, welche England bis jetzt befolgt habe, und uͤber die Nothwendigkeit einer Aenderung derselben aus, wobei er bemerkte, daß fuͤr diese Aenderung jetzt nicht nur der geeignetste, sondern vielleicht der einzige noch guͤnstige Augenblick gekommen sey, da man in Berlin den Zoll⸗Tarif nur fuͤr die naͤchsten drei Jahre aufs neue festgestellt habe und es sich nicht bestimmen lasse, ob er spaͤter nicht noch mehr werde erhoͤht werden, und da die Zoll⸗Vereins⸗Staaten sich selbst zur Ermaßigung des Zolles von Britischen Manufaktur⸗Waaren bereit erklaͤrt haͤtten, wenn England seinerseits Zugestaͤndnisse machen wolle, es sich aber nicht erwarten lasse, daß eine solche Erklaͤrung, wenn man sie jetzt nicht benutze, werde wiederholt werden. Ueber seine Mission nach Berlin aͤußerte sich r. Bowring in Leeds folgendermaßen: „Ich war nicht autoristirt, mit anderen Mächten in Unterhand⸗ lung zu treten; ich hatte keine diplomatische Functionen. Die Engli⸗ sche Regierung war aber mit Recht der Meinung, daß die Versamm⸗ lung der Abgeordneten der Zoll⸗Vereins⸗Stagaten in Berlin eine gün⸗ stige und nicht zu versäumende Gelegenheit sep, um mit den Repräsen⸗ tanten der verschiedenen Staaten zu konferiren und die Modification des Tarifs in Erfahrung zu bringen, welche zu erwarten seyen, wenn wir unser System änderten. Ich habe Gelegenbeit gehabt zu solchen Konferenzen und darf sagen, daß ich dabei uicht nur von dem Briti⸗ schen Gesandten in Berlin, sondern selbst von den Abgeordneten von Frankreich und den Vereinigten Staaten, meinen Kollegen, unter⸗ stützt worden bin, welche letzteren mir ihren Beistand zur För⸗ deruͤng der hochwichtigen Prinzipten nicht verfagten, als deren Repräsentant ich mich betrachtete. Keine kleinliche Eifersucht bestand unter uns. Wir hielten uns verpflichtet, einander zu unter⸗ stützen, um eine Reduction ver Zölle zu erlangen, oder einer Vermeh⸗ rung derselben zu widerstreben. Wir fragten nicht, ob ein Französisches, ein Amerikanisches oder ein Britisches Interesse durch irgend eine in Vorschlag gebrachte Veränderung besonders würden begünstigt werden, sondern waren der Ausicht, daß wir einander Beistand leisteten, wenn wir die großen Prinzipien, des freien Hanvels aufrecht zu erhalten und die Schranken zu durchbrechen suchten, welche jetzt noch den freien Völkerverkehr hemmen. So ist es gelungen, eine Antwort auf die wichtige Frage zu erhalten: Wird man unsere Manufakturwaaren wieder nehmen, wenn wir unseren Tarif ermäßigen! Ja, meine Her⸗ ren, ich sage es aber und abermals, unsere Fabrikate werden wieder ihren Markt in Deutschland finden.“ hhr. Bowring fuͤhrte dann auch hier, wie in Manchester, aus, daß zwar allerdings in Deutschland das Fabrikwesen eine bedeutende Hoͤhe erreicht habe und noch immer im Zunehmen sey, daß aber dennoch, besonders im Verkehr mit dem Auslande, der Absatz der Produkte des Ackerbaues und des Bodens uͤber⸗ haupt die Hauptsache bleibe, und daß es daher nur darauf an⸗ komme, diesen Absatz nicht mehr, wie bisher, fast unmoͤglich zu machen, um Korzessionen fuͤr die Britischen Fabrikate zu erlan⸗ gen. Er wiederholte dann, daß er in Deutschland zwar habe er⸗ klaären muͤssen, eine gaͤnzliche Abschaffung der Korn⸗Gesetze, eine voͤllige Freigebung des Getraide⸗Handels scheine unter den jetzi⸗ gen Verhaͤlimissen nicht moͤglich, indeß hoffe man, einen maͤßigen festen Getraidezoll einfuͤhren zu koͤnnen, und daß darauf von Seiten des DeutschenZoll⸗Vereins die Versicherung ertheilt wordensey, auch eine solche bloße Modisizirung des Tarifs sollle eine verhaͤltnißmaͤ⸗ ßige Modisizirung des Zolles von Britischen Manufaktur⸗Waa⸗ ren zur Folge haben (2). Was den Zoll von Bauholz betrifft, so außerte sich J)r. Bowring in Leeds wie in Manchester nur im Allgemeinen, er hoffe, man werde die Unzweckmaͤßigkeit desselben einsehen lernen; eine Aenderung auch in dieser Hinsicht werde ebenfalls auf den Einlaß Britischer Fabrikate in Deutschland vor⸗ theilhaft wirken. Nach dem Ende der Rede des Dr. Bowring wurden mehrere Resolutionen im Sinne des freien Handels be⸗ schlossen. er Vorsitzer der Versammlung, Herr Baines, Mit⸗

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glied des Unterhauses fuͤr Leeds, erklaͤrte, er werde im Parla⸗ mente auf Vorlegung der auf die Mission des Dr. Bowring und seiner Konferenzen mit den Repraͤsentanten der Vereinigten Staa⸗ ten bezuͤglichen Dokumente antragen, worau Letzterer bemerkte man werde sich dann von der Richtigkeit alles dessen uͤberzeugen, was er uͤber die befreundeten Gesinnungen der Deutschen Staa⸗ ten berichtet habe.

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Deutschland.

Muͤnchen, 30. Nov. Wie man vernimmt, ist mehreren zu Abgeordneten Gewaͤhlten der erforderliche Urlaub zum Eintritt in die Staͤndeversammlung nicht bewilligt worden. Es befinden sich unter diesen die beiden Ober⸗Appellationsraͤthe Welsch und Frhr. v. Riederer, da der hoͤchste Gerichtshof bei dem großen Drang der Geschaͤfte ihrer nicht entbehren kann, sodann einige Anwaͤlte sowohl aus der Pfalz wie aus Kreisen diesseits des Rheins.

Dresden, 2. Dez. (L. A. Z.) Nicht um Ihnen uͤber die heutige Sitzung der zweiten Kammer etwas Wichtiges mittheilen zu koͤnnen, sondern um meinen Bericht von vorgestern zu ver⸗ vollstaͤndigen, beeile ich mich, Ihnen noch kuͤrzlich anzu eigen, die weite Kammer ist uͤber den ersten Zusatzpunkt zum Heimathge⸗ setz auch heute noch zu einem Resultat nicht gelangt. Von den schon in voriger Sitzung angemeldeten sieben Rednern kamen nur sechs zum Worte: Braun, ECisenstuck, Puttrich, Dr. Platzmann, Dr. von Mayer und Reiche⸗Eisenstuck, zwischen welchen letzreren Beiden jedoch der Regierungs⸗Commissair, Geheimerath von Wietersheim, in einer laͤngeren Auseinandersetzung fuͤr die Staͤdte sprach. Die Uebrigen mußten ihre Bemerkungen unterdruͤcken, weil der letzte Sprecher, Abgeordneter Reiche⸗Eisenstuck, der Diskussion durch einen neuen Antrag eine andere Wendung gab, der dahin ging, aus §. F. des Heimathgesetzes die Bestimmung hinwegzunehmen, nach wel⸗ cher durch den Genuß eines fünfjaͤhrigen Buͤrgerrechts mit (Wohn⸗ sitz) ein Heimathrecht begruͤndet wird, als wodurch denn auch die jetzt verhandelte Zusatz⸗Bestimmung uͤberfluͤssiag werden wuͤrde. Einen aͤhnlichen Antrag hatte Secretair Dr. Schroͤder schon vor⸗ gestern bei dem Beginne der Diskussion fuͤr den Fall angekuͤn⸗ digt, daß die jetzt vorliegende Zusatz⸗Bestimmung angenommen werden sollte. Nunmehr kamen beide Antraͤge zur Unterstuͤtzung, und nachdem man sich erst daruͤber nicht sofort vereinigen konnte, ob der Reiche⸗Eisenstucksche Antrag formell zulaͤssig sey, und der Antragsteller daher der Sicherheit halber mit dem Secretair Schroͤder sich vereinigt hatte, kam man endlich zu dem Beschlusse, die Abstimmung uͤber den ersten Zusatz⸗Paragraphen zum Hei⸗ math⸗Gesetz auszusetzen, von der Deputacion aber daruͤber, in⸗ wieweit der vereinigte Reiche⸗Eisenstuck⸗Schroͤdersche Antrag zur Annahme geeignet sey und ein Ausgleichungsmittel zu Beilegung des Streites darbiete, ein anderweites Gutachten zu erwarten.

Dresden, 2. Dez. Die Leipziger Zeitung enthaͤlt folgende Erklaͤrung:

„In einer vor kurzem erschienenen Bekanntmachung: „„Offener

dem Richtplatz einer unbefangenen Kririk“, von Dr. Karl Gottlieb Bretschneider; Halle 1839. E. A. Schwetschte und Sohn““, deuten mehrere Stellen darauf hin, daß die eben genannte Schrist, „Der Freiherr von Sandau ꝛc.“, aus Dresden und von hoher Hand her⸗ rühre. So wenig nun auch für eine solche Vermuthung irgend ein bestimmter Grund vorhanden war, so ist dadurch doch das Gerücht veranlaßt worden, als sey diese Schrift von einer in Dresden einhei⸗ mischen, hochgestellten, ja vielleicht fürstlichen Person geschrieben wor⸗ den. Im Interesse der Sache und der Wahrheit mußte ich mich durch meine hiesige Stellung zu einer näheren Erörterung des Her⸗ gangs um so mehr veranlaßt finden, als der Angriff des „offenen Briefes“ auf den ungenannten erfasser ein verletzender ist, und als in letzterem (S. 224, 4. Auflage) auf mich Bezug genommen wird. Konnte ich bei meiner näheren Kenntniß der hiesigen Ansichten, Ur⸗ theile und Persönlichkeiten schon im Voraus versichert seyn, daß die gerügte Schrift aus der vom Herrn Hr. Bretschneider bezecichneten Sphäre hier nicht hervorgegangen seyn könne, so hat eine genaue Er⸗ orterung der Sache diese Vermuthung vollkommen bestätigt, und ich halte mich zur öffentlichen Abgabe dieser Erklärung verpflichtet, da es sich um die Berichtigung eines ganz grundlosen und irrigen Gerüchtes handelt. Dresden, am 1. Dezember 1839. von Lindenau.“

Am 23sten d. starb hier der durch seine zahlreichen Schrif ten uͤber Thier⸗Arzneikunde bekannte Koͤnigl. Saͤchsische Major, Seyfert von Tennecker, im 70sten Jahre seines Alters.

Lauenburg, 23. Nov. (Kieler Korr. Bl.) Unsere Befuͤrchtungen sind nur zu bald in Erfuͤllung gegangen. Der Holsteinische Transit, dessen Ausdehnung auf das Lauenburgische in Aussicht gestellt ist, hat die Mecklenburgische Regierung ver⸗ anlaßt, von der vortheilhaften Lage ihres Landes zwischen Ostsee und Elbe Gebrauch zu machen und dem Ostseehandel eine freie Straße zu eroͤffnen. „Es wird von Wiemar aus eine Chaussee uͤber Gadebusch, Cloddram, Vellahn nach Boitzenburg gefuͤhrt. Die Arbeiten haben begonnen. Diese Straße wird zu einer voͤllig zollfreien erhoben. Die Stadt Boitzenburg erhaͤlt einen sichern und bequemen Elbhafen und von diesem ab wird eine regelmaͤßige Dampfschifffahrt eingerichtet.“ Die so lange ge⸗ wuͤnschte Verbindung der Ost⸗ und der Nordsee auf unbe, schwertem und kurzem Wege ist denn so ins Leben getreten! Dies giebt zu denken! zunaͤchst den Städten Lauenburg und Moͤlln. Dann aber auch dem Gouvernement. Die naͤchsten Folgen der Eroͤffnung jenes freien Weges werden seyn: a) die gaͤnzliche Vernichtung des Handels, welchen die Staͤdte Moͤlln und Lauenburg mit den Erzeugnissen Mecklenburgs zwischen diesem Lande und Hamburg vermitteln. Der Stadt Boitzen“⸗ burg wird dieser Handel, beguͤnstigt durch die neue Straße, ausschließlich zugewandt. 2) Wegwendung des Handels mit

den Erzeugnissen der Nordlaͤnder von der Stadt Luͤbeck nach

Wismar und somit Vernichtung der Stecknitz⸗Schifffahrt und der daraus fuͤr die Stadt Lauenburg hervorgehenden Nahrungs⸗ quellen. Als einziges Mittel, die großen Nachtheile, met wel⸗ chen jene Straße das Herzogthum Lauenburg bedroht, einiger⸗ maßen zu paralisiren, erscheint die Aufgebung des ungluͤckseligen Gedankens, das Lauenburgische eine Rolle im Holsteinischen Transit spielen zu lassen und Ermittelung einer tuͤchtigen und unbeschwerten Straße zu Lande oder zu Wasser von Lauenburg nach Luͤbeck.

Luxemburg, 27. Nov. Hier ist folgende Gr Verfuͤgung bekannt gemacht worden: 7 88 „Wir Wilhelm ꝛc. In Erwägung, daß es nöthig ist, das Schici⸗ sal derjenigen festzustellen, deren Eigenschaft als Luxemburger durch die Verträge vom 19. Avpril letzthin konnte geschmälert seyn, die S gegenwärtig in Luxremburgischen Functionen versehen oder die sich irgen in Unferen Staaten niedergelassen haben, oder die sich dort noch in Gemüäßheit des Art. 17 des mit Belgien abgeschlossenen Vertrags vg derzulassen wünschen; in Betracht, daß diese Personen ein erworbene Recht besttzen, feruer als Luremburger betrachtet zu werden, ehne daß sie darin durch mit Belgien abgeschlossene Verträge benachtheiligt wer⸗ den können: haben Wir nach Anhörung Unseres Geheimen 88 thes für die Angelegenheiten Lur nburgs beschloss was folgl:

1839.“

Brief an den Verfasser des Libells „Don Freiberr von Sandau auf

111“ 1“ L2.2 et. 1. Diejenigen, deren Eig zer Verträge vom 19. April letzhin einige Veränderung erleiden fännte, die aber gegenwärtig im Civil⸗ oder Militairdienste des Groß⸗ berzogthums angestellt sind, sollen diese Eigenschaft beibehalten, wenn sie ferner im Dieuste bleiben, oöhne daß es irgend einer Erklärung von ibrer Seite oder einer Erlaubniß von Seite der Regierung bedarf. Art. 2. Diejenigen, die im Falle des Art. 1 sind, ohne öffentliche zunctionen zu versehen, die aber im Lande wehnen und darin bleiben sollen ebeufalls serner ihre Eigenschaft als Luͤxemburger beibehalten, wenn sie in der Frist von sechs Monaten, von dem Tage des gegen⸗ wärtigen Beschlusses an gerechnet, ihre Erklärung in dieser Hinsicht bei der Kommunal⸗Verwaltung ihres Wohnorts ablegen. Sie müssen zugleich anzeigen, daß sie dort ihr Domizil wählen. Diese Erklärungen ollen in das hierzu bestimmte Register einget agen werden. Art. 3. Alle übrigen, in den beiden vorhergehenden Artikeln nicht bezeichneten Perso⸗ nen, die ihre Eigenschaft als Luxemburger, auf weschedie nämlichen Verträge Einfluß ausüben könnten, beizubehalten wünschen, muüssen, in der Frist von zwei Jahren, vom Tage der Ratisfication dieser Verträge an ge⸗ rechnet, Uns diesen Wunsch darlegen und die Erlaubniß, sich im Lurem⸗ burgischen niederlassen zu können, nachsuchen. Wird diese Erlaubniß ihnen bewilligt, so müssen sie sich wirklich in der Frist eines Jahres im Großherzogthum niederlassen und eine ähnliche Erflärung, wie jene, die durch den Art. 2. vorgeschrieben ist, ablegen, und die von Uns er⸗ langte Erlaubniß vorzeigen, welche Erklärung ehenfalls in das Register eingetragen werden soll. Werden diese Formalitäten durch sie in der also festgestellten Frist nicht erfüllt, so soll Unsere Erlaubniß als nicht geschehen betrachtet werden. Art. *. Die oben erwähnten Fristen sollen zu Gunsten derjenigen Personen, die außerhalb Belgiens wohnen, verlängert werden, näinlich: auf drei Monate, wenn sie in Eurepa sind: auf sechs Mo⸗ nate, wenn sie sich in der Levante, in Afrika, Westindien oder in dem östlichen Theile Amerika’'s, und auf ein Jahr, wenn sie sich in Ostin⸗ dien oder in dem westlichen Amerila befinden, mit Vorbehalt jedoch des Falles, wo es erwiesen sevn würde, daß sie sich in den also ver⸗ längerten Fristen nicht erklären könnten. Die Minderzährigen, die, als solche, diese Fristen nicht haben benutzen können, sollen noch die An⸗ wendung des gegenwärtigen Beschlusses innerhalb des Jahres nach Er⸗ langung ihrer Großjährigkeit verlangen können. Sämmtliche Behör⸗ den des Großherzogthums haben sich nach dem gegenwärtigen Be⸗ schlusse zu richten, mit dessen Vollziehung der Geheime Rath, Chef der Eivildienste, beauftragt ist, und der in das legislative und administra⸗ tive Memorial eingeruüͤckt werden soll. Im Haag, den 18. November

Oesterreich.

Wien, 30. Nov. Aus Konstantinopel erfaͤhrt man vom 13ten, daß Prinz Joinville am 8ten auf dem Dampf⸗ bote „Crescent“”“ nach Trapezunt abgereist war. Das Russische Dampfboot „Polarstern“”“ war von Bujukdere nach den Darda⸗ nellen abgesegelt und ist am 12ten Abends wieder von dort zu⸗ ruͤckgekehrt. Am 7ten hat der Fastenmonat Ramazan begonnen. Die Sultana Walide soll den Frieden mit Aegypten vermitteln und zwischen Alexandrien und Konstantinopel fanden vielfache Communicationen statt.

Graf von Rechberg geht als diesseitiger Gesandter nach Karlsruhe.

Die in auswaͤrtigen Blaͤttern bereits vielfach erwähnte Ehe zwischen dem protestantischen Baron von Reichenbach und der katholischen Baronesse von Hauer ist in Ungarn von einem katho⸗ lischen Geistlichen ohne Revers eingesegnet worden.

Zum Direktor an der hiesigen Hof⸗Kapelle ist der bekannte Komponist Lindpaintner in Stuttgart engagirt.

Der Koͤnigl. Preußische Geschaͤftstraͤger, Graf von Schaff⸗ gotsch, ist aus Florenz am 25sten hier eingetroffen. Der Wuͤrt⸗ rembergische Kehmererr, von Taubenheim, ist von Pesth zu⸗ ruͤckgekehrt, wo er die Arabischen Pferde des Fuͤrsten Puͤckler besichtigen sollte.

8 Schweiz. St. Gallen, 27. Nov. Eine merkwuͤrdige Erscheinung

liefert die Berathung des evangelischen Groß⸗Raths⸗Kollegiums

uͤber Revision der Ehesatzungen. Man scheint die Sache sehr ernst zu nehmen und die Leichtfertigkeit, mit welcher eheliche Bande zerrissen und wieder geknuͤpft werden, als einen großen Uebelstand zu betrachten. Sogar die Ansicht wurde laut, die Scheidungen und die Wiederverheirathung geschiedener Personen, wie in der katholischen Kirche, ganz zu verhindern.

Aus der Schweiz, 26. Nov. (Hannov. Ztg.) Bekannt⸗ lich ist Luzern ein Glied des Separatbundes, welchen die sieben groͤßeren regenerirten Kantone zu gegenseitigem Schutze ihrer po⸗ litischen Institutionen vor mehreren Jahren geschlossen haben, und aus welchem Zuͤrich vor kurzem in Folge der Ereignisse vom 6. September ausgetreten ist. Obgleich nun dermalen noch die Mehrheit des Großen Rathes von Luzern den Prinzipien des Li⸗ beralismus von 1830 huldiget, so laͤßt sich doch nicht in Abrede stellen, daß diese Grundsaͤtze bei dem Luzerner Volke eaͤglich mehr in Nichtachtung kommen, und die Roͤmisch⸗katholische Partei dort in raschem Wachsen begriffen ist. Es hat sich daher Niemand in der Schweiz sehr verwundert, als vorige Woche im Schoße des Luzerner Großen Rathes der Antrag gestellt wurde, es solle der Kanton dem von Zuͤrich gegebenen Beispiele folgen und vom Siebener⸗Konkordate sich lostrennen. Merkwuͤrdiger und auffallender war aber der zweite, der obersten Landesbehoͤrde gestellte Antrag, der nichts weniger bezweckte, als die Zuruͤckbe⸗ rufung der Jesuiten und Uebertragung des hoͤhern Unterrichts und der Erziehung an dieselben! Unter allen katholischen Kan⸗ tonen ist Luzern in den letzten acht Jahren den Anspruͤchen der Roͤmischen Kurie am entschiedensten entgegengetreten, auf eine Weise, daß der Paͤpstliche Legat Luzern verließ und in Schwytz seinen Aufenthalt nahm. In jenem Canton ist es nun bereits dahin gekommen, daß man es wagen die ste, im Großen Rathe darauf anzutragen, sich den Jesuiten wieder in die Haͤnde zu werfen. Allerdings ist dieser Vorschlag, wie auch der vorhin erwaͤhnte, mit einer großen Mehrheit verworfen worden, dennoch aber sind dieselben von 33 Stimmen unterstuͤtzt worden, und bei der jetzigen Stimmung der Schweiz, so wie bei der großen Ruͤh⸗ rigkeit der Roͤmisch⸗katholischen Partei ist es mehr als wahrschein⸗ lich, daß in nicht gar langer Zeit Luzern seine politische Farbe aͤndern, und der Ultramontanismus dort herrschen wird, wie dies bereits in einem der sogenannten regenerirten Kantone der Fall ist.

at aber einmal der alte katholische Vorort Luzern wieder die Fahne Roms aufgepflanzt, dann wird man da, wo dies noch

8 ; geschehen, seinem Beispiele schnell folgen.

Ptakten J“ r 2 8 . . Florenz, 26. Nov. Dr. Clot⸗Bey, General⸗Arzt des Vice⸗ gs von Aegypten, der sich mehrere Tage hier aufgehalten,

8 Koͤni hat, wie die hiesige Zeitung meldet, hier eine sehr glaͤnzende Auf⸗ nahme gefunden.

Rom, 23. Nov. In einem gestern stattgefundenen gehei⸗ men Konsistorium hat der Papst eine Allocution in Bezug auf die in Rußland stattgefundene Ruͤckkehr der nicht⸗unirten Grie⸗ chen zu der Griechisch⸗Russischen Kirche gehalten. Der Papst

spricht sich darin hauptsaͤchlich gegen die drei Bischoͤfe aus, welche

enschaften als Luxpemburger in Folge

auf die Vereinigung her nichtmnirten Griechischen und

sischen Kirche angetragen. Spanien. 11“

Madrid, 23. Nov. Der General Aldonna ist zum Ge⸗ neral⸗Capitain von Granada ernannt und auf Mallorca durch den General Lahera ersetzt worden.

Am 17ten starb hier Don Manuel de Espartero, Titular⸗ Almosenier der Koͤnigin und Bruder des Herzogs von Vitoria.

Die letzten Nachrichten aus Catalonien lassen eine Ueber⸗ einkunft mit dem Nachfolger des Grafen d'Espana hoffen, nur soll er erklärt haben, er wolle nicht mit den Generalen Valdez und Seoane unterhandeln und es heißt, man werde aus diesem Grunde dem General O'Donnell das Kommando in Catalonien uͤbertragen.

Die gemäͤßigten Waͤhler der Hauptstadt wollen heute eine Versammlung halten und sind entschlossen, das Ministerium auf alle Weise zu unterstuͤtzen.

Spanische Graͤnze. Bayonne, 27. Nov. Die poli⸗ tischen Chefs in Navarra und den Baskischen Provinzen ha⸗ ben den ehemaligen Karlistischen Freiwilligen untersagt, Barette, Muͤtzen, Bander, uͤberhaupt irgend etwas zu tragen, das an ih⸗ ren fruͤheren Dienst erinnern koͤnnte.

Von Cabrera fehlt es an neueren Nachrichten; doch weiß man soviel, daß er 38,000 Mann Infanterie kommandirt, wovon 30,000 Mann ausgewaͤhlte und gut bewaffnete Truppen, 8000 Mann aber noch ohne Waffen sind. Er hat mehr als 87 Ka⸗ nonen und Vorraͤthe aller Art. Sein maͤchtigster Verbuͤndeter ist das rauhe Wetter, welches alle Operationen unmoͤglich macht.

Man will hier wissen, daß Segarra die Christinos unter Valdez geschlagen, und ihnen einen bedeutenden Transport und viele Gefangene abgenommen habe. Nach dem Siege soll er in Solsona eingeruͤckt seyn. (Dies steht im Widerspruch mit dem, was oben aus Madrid gemeldet worden ist, wo man die Nachricht erhalten haben wollte, daß Segarra bereit sey, Unter⸗ handlungen mit der Regierung der Koͤnigin zu eroͤffnen.

Der hiesige Correo entschuldigt die Aufloͤsung der Cortes folgendermaßen: „Als die letzten Wahlen stattfanden, da glaub⸗ ten sowohl die Waͤhler, als das Publikum, daß der Krieg nur auf gewaltsame Weise und durch Maͤnner von extremen Mei⸗ nungen zu Ende zu bringen sey. Sie waͤhlten daher Exaltirte und die Regierung selbst widersetzte sich den Gemaͤßigten und be⸗ guͤnstigte die Liberalen. Die seitdem statt gehabten Ereignisse haben die Ansichten, welche bei den Wahlen vorherrschten, als falsch erwiesen. Es ist eine Uebereinkunft zu Stande gekommen, wie die Moderados sie erwarteten; es ist daher natuͤrlich den Waͤhlern zu gestatten, eine neue Wahl vorzunehmen.“

Der Piloto beschuldigt die Liberalen, daß sie Leute suchten, die fuͤr 400 500 Realen die Minister ermordeten.

Der Morning Chroniecle wird von ihrem Korrespon⸗ denten in Mas de las Matas, dem Hauptquartiere Espar⸗ tero's, unterm 16. November unter Anderem Folgendes geschrie⸗ ben: „Heute fruͤh um neun Uhr sind wir von Las Parras nach Mas de las Matas aufgebrochen. Beide Orte sind etwa drei Stunden von einander entfernt. Waͤhrend unserer Abwesenheit von Mas de las Matas in diese Stadt theilweise befestigt wor⸗ den und dies, so wie ihre Lage, macht sie geeigneter zu einem Depot fuͤr Lebensmittel u. s. w., als Las Parras, wohin ein ber⸗ giger und schlechter Weg fuͤhrt; auch liegt dieser letztere Ort jenseits des Guadalupe, der in der jetzigen Jahreszeit durch Negen oder Schmelzen des Schnees haͤufig so anschwillt, daß die Zufuhr oft unterbrochen werden wuͤrde. Sollre es noͤthig seyn, die Festungswerke von Castellote zu zerstoͤren, so koͤnnte dies auch viel leichter von hier, als von Las Parras bewirkt werden. Am 13ten kam der Oberst Pantagua, Militair⸗Secretair des Ge⸗ nerals O'Donnell, in Las Parras an, und kehrte am folgenden Tage nach Fortanete, dem Haupt⸗Quartiere O'Donnell's, zu⸗ ruͤck. Gewiß haͤngt der heutige Marsch nach Las Matas damit zusammen.“

Konstantinopel, 13. Nov. (A. Z.) scheint alle seine Kraͤfte anstrengen zu wollen, um auf die Pforte den groͤßtmoͤglichen Einfluß zu gewinnen. Wenn sich bestaͤtigen sollte, was ich Ihnen jetzt nur als Geruͤcht mittheilen will, so muß man gestehen, daß er die Pforte an einer schwachen Seite zu fassen wußte. Obwohl naͤmlich die Verlegenheiten des Sul⸗ tans hinsichtlich seiner Finanzen der Noth des Pascha's von Ae⸗ gypten bei weitem nicht gleschkommen, so laͤßt sich doch nicht leugnen, daß der Zustand des hiesigen oͤffentlichen Schatzes ein fast erschoͤpster ist. Herr von Pontois soll nun den Antrag ge⸗ macht haben, die Garantie Frankreichs bei einer von der Pforte zu kontrahirenden Anleihe eintreten zu lassen. Dieser Vorschlag soll bei Reschid Pascha ein geneigtes Ohr gefunden haben und die Stellen des neulich kund gemachten Hattischerifs, die auf gleiche Vertheilung der Steuern unter allen Unterthanen, ohne Unterschied ob Moslims oder Rajas, und auf eine zweckmaͤßige, minder laͤstige Erhehung derselben sich beziehen, scheinen darauf berechnet gewesen zu seyn, dem Kredit der Pforte eine beruhi⸗ beher Gruͤndlage zu ertheilen oder vielmehr fuͤr die Folge in Aussicht zu stellen. Herr von Pontois hat daher nicht das uͤbelste Mittel gewaͤhlt, um die in letzter Zeit gegen Frankreich gereizte Pforte zu besaͤnftigen. Dieser Diplomat ist vorerst mit ziemlichen Gluͤck aufgetreten und hat sich eine Stellung hier ver⸗ schafft, die ihm fuͤr die Zukunft manchen Vortheil verspricht, vor⸗ ausgesetzt, daß er die Faͤhigkiit besitze, sich in derselben zu erhal⸗ ten. Dies muß um so mehr befremden, als die Pforte von der geringen Zuneigung Frankreichs Beweise in Menge hat. Ja, wenn man bedenkt, welche Bloͤßen sich letzteres in der Orientalischen Frage bereits gegeben hat, so muß man billig er⸗ staunen, wie der gerechte Argwohn, den die Pforte gegen das⸗ selbe zeither genaͤhrt, sich auch nur einigermaßen beschwichtigen lassen koͤnne. Ohne Unterlaß wurde hier bis zur juͤngsten Zeit von der Franzoͤsischen Diplomatie wiederholt, der Distrikt von Adana muͤsse auf jeden Fall wieder mit den Osmanischen unmit⸗ telbaren Provinzen vereinigt werden; zugleich fand aber Frank⸗ reich fuͤr gut zu erklaͤren, daß jede Coörcitiv⸗Maßregel gegen den Vice⸗Koͤnig wegen der drohenden Gefahr eines allgemeinen Kriegs als unzulaͤssig zu betrachten sey, und daß es selbst nie an irgend einer Anwendung von Gewaltmitteln Theil nehmen werde. Ich kann nicht umhin, eine Bemerkung, die Halil Pascha noch un⸗ laͤngst in einem vertrauten Cirkel daruͤber fallen ließ, mitzu⸗ theilen, weil sie treffend die von Frankreich gefuͤhrte Sprache charakterisirt: „Nun werden unsere Angelegenheiten wohl bald

in Ordnung seyn, sagte der Schwager unseres jungen Sultans,

denn Frankreich hat zu Mehemed Ali gesprochen: Ich verlange

von dir, daß du Adana deinem Herrn zuruͤckstellst, widrigenfalls

soll dir von Seiten Frankreichs nichts geschehen.“ Und do

scheint auch Halil Pascha nach dem Auftreten des Hrn. v. Pon⸗ tois seine Ansichten modifizirt zu haben, obwohl, um die Wahr⸗

Herr von Pontois

heit zu gestehen, es leicht moͤglich wäre, daß die Türken so gut wie die Franzosen Komoödie zu spielen wissen, und daß die ve⸗ hauptete Annäherung der P jorie an Frankreich und die gluͤckli⸗ chen Resultate, die Hr. v. Pontois hier verwirklicht haben so

in nichts weiter beständen, als in Höflichkeitsbezeugungen, welche die Tuͤrkischen Minister ihm, als einer auf dem politt⸗ schen Theater des Orients neu auftretenden Person, schuldig zu 8 seyn erachten.

Smyrna, 9. Nov. (Echo de [Ortent.) Der Pars Lalande hat die Besica⸗Bay am 4ten d. M. mit allen unter set⸗ nen Befehlen stehenden Kriegsschiffen verlassen, um, wie wir be⸗

reits gemeldet haben, in unsern Gewaͤssern zu uͤberwintern. Die Englische Escadre liegt bei den Vurla⸗Inseln vor Anker. ie Linienschiffe „Edinburgh“ und „Benbow“, von England kom⸗

mend, so wie die Dampfschiffe „Gorgon“ und „Rhadamanchus“, die auf unserer Rhede lagen, sind zu ihr gestoßen. Admiral

Stopford erwartete die bei seiner Regierung nachgesuchte Er⸗ maͤchtigung, mit einem Theile seines Geschwaders in Malta uͤber⸗

wintern zu duͤrfen.

Der Erzherzog Friedrich von Oesterreich hat am 6ten Mor⸗ gens mit einem zahlreichen Gefolge eine wissenschaftliche Reise nach Ephesus und der Umgegend angetreten.

SHen

Breslau, 2. Dez. Das neueste Heft der Schlesischen Prov.⸗Blaͤtter enthält Folgendes: „Der Landrath des Rosen⸗ bergischen Kreises, von Taubadel, welcher unterm 23. Dezember 8 die zeither Eigenthum der Ober⸗Schlesischen Fuͤrstenthums⸗ Landschaft gewesene Herrschaft Bischdorf, desseelben Kreises, fuͤr 204,000 Rthlr. kaͤuflich an sich gebracht, hat das Fundations⸗ Kavital von 6000 Rthlr., welches zum Bestehen der, von seinem Großvater Christian Gortlieb von Jordan in Bischborf gegründe⸗ ten evangelischen Kirchen⸗- und Schul⸗Anstalt gegeben und be⸗ stimmt war, obschon dasselde bei der fruͤheren Subhastation die⸗ ser Guͤter ausgefallen und der wegen Erstattung dieses Kapitals anhaͤngig gemachte Prozeß laut Kabinets⸗Ordre vom 18ten April d. J. niedergeschlagen war, aus eigenem Antriebe wiederum her⸗ gestellt und auf die gedachten Guͤter aufs neue eintragen lassen. Da es der evangelischen Kirche zu Bischdorf, der einzigen in diesem Kreise, zeither auch an einem Gelaͤut fehlte: so hat der⸗ selbe durch den Direktor der Koͤniglichen Stuͤückgießerei zu Bres⸗ lau, Klagemann, eine Glocke fuͤr 295 Rthlr., wozu die Frau Praͤsidentin von Jordan in Schoͤnwald 100 Nthlr. beitrug, fuͤr dieselbe gießen und sie den 6. November d. J. in dem Thurm der Kirche, unter welchem die von Jordansche Pamiliengruft be⸗ findlich ist, aufziehen lassen.

Duͤsseldorf, 29. Nov. Das hiestge Amtsblatt enthaͤlt nachstehende Bekanntmachung der Koͤniglichen Regierung vom 20sten d. M.:

„Das bei Ausschreihung der Dom⸗Kollekte im vorigen Jahre aus⸗ Pelbrochene Vertrauen, daß die Bewohner des diesigen Verwaltungs⸗

ezirks sich abermals als treue Beförderer der Allerhöchsten Absicht des Königs Majestät freigebig zeigen würden, hat uns nicht getäuscht⸗ Reichlicher noch als früher find die Beiträge gestosen. Im Ganzen sind für das Jahr 1838 eingekommen 3040 Rthlr. 6 Sgr. 7 29 und zwar: aus dem Kreise Duͤsseldorf 614 Rthlr. 22 Sgr. ³4 Pf., Solingen 140 Rthlr. 25 Sgr. 38 Pf., Lennep 145 Rthlr. 12 Sgr. 8 Pf., Duis⸗ burg 266 Rthlr. 22 Sgr. 3 Pf., Rees 172 Rthlr. 15 Sgr. 5à. Pf., Eleve 2425 Rthlr. 28 Sgr. à Pf., Geldern 183 Rthlr., Kempen 132 Rthlr. 17 Sgr. 11 Pf., Crefeld 291 Rthlr. 27 Sgr. 8 Pf., Gladbach 196 Rthlr. 14 Sgr. 9 Pf., Grevenbroich 103 Rthlr. 22 Sgr. 6 Pf., Neuß 138 Rthlr. 20 Sgr. 2er. Elberfeld 405 Rthlr. 28 Sgr. 6 Pf., hierzu an nicht gangbaren nünzen der Metallwerth 7 Rthlr. 17 Sgr. 8 Pf. Was 2- Gemeine besonders in dieser Summe aufgebracht hat, was in den Kirchen jeder Gemeine gesam⸗ melt worden ist, geben die in 3000 Abdrücken zu vertheilenden Ver⸗ eegncge an, von welchen ein Erxemplar zur Aufbewahrung in das

om⸗Archiv der erzbischöflichen Behörde wird mitgetheilt werden. Ueber den Plan zum Ausbau des Domes ist Allerhöchsten Ortes noch nicht entschieden. Die Herstellungs⸗Arbetten werden aber an dem Aeußeren des Baues und im Innern desselben in den nächsten zwei Jahren vollendet werden. Des Königs Majestät haben hierfür in diesem Jahre wieder 10,000 Thaler gnädigst bewilligt. Mit solchen Summen, als disher jährlich verwendet worden sind, kann aber der Ausbau des bewunderungswürdigen Metropole nicht vollführt werden. Größere Geldmittel sind erforderlich, und wenn die beiden für die derste ung und den Ausbau zunaͤchst berufenen Provinzen einen wesentlichen Theil der Baukosten tragen sollen, so wird die Wirksamkeit besonderer für diesen Fwec⸗ zu bildender Vereine zutreten müssen. Die Statuten 8 solchs Vereine bedürfen der Königl. Sanc⸗ tion; bis diese erfolgt seyn wird, kann die Bildung der Vereine nur vorbereitet werden. Mögen alle, welche demnächst den Vereinen bei⸗ treten wollen, sich schon jetzt bestreden, die Kollekte für den Dom in diesem Jahre 8 fördern, damit sie reichlicheren Ertrag gewähre. Wir bestimmen hiermit, daß diese Kollekte den S8ten des nächsten Monats Dezember in allen katholischen Kirchen angekündigt, die Haus ⸗Kollekte anderen Tages den 9ten begonnen und am 17ten beendiget werde. Während dieser Feit darf keine andere Kollekte abgehalten werden. Die Kirchen⸗Kellekte findet am 15ten statt. Am 2ten Tage nach geschlossener Kollekte, dem 19. Dezember, muß der landräthlichen Behoͤrde der Sortenzettel uͤber den Ertrag der Kollekte in vorgeschriebener Form eingereicht werden, von welcher wir, so wie auch von den Königl. Kreiskassen, die Ueberficht mit den Bele⸗ en aus dem gesammten Kreise am Llsten erwarten. Im Ulebrigen ind die allgemeinen Verschriften über die Abhaltung der Kollekten

u beachten. In Beziehung der Mitwirkung der Geistlichen bei dieser

ollekte bleidt es bei der im Jahre 1836 getroffenen Bestimmung. Die geistlichen und die weltlichen Beamten, welche die Kollekte mit abhal⸗ ten, behalten die verschlossene Büchse an sich, bis dieselbe in ihrem Bei⸗ seyn von dem Värgermeister gebffnet wird. Sie bescheintgen zugleich

den Betrag.“ (Safs 3.) Die Koͤnigl. Bank

Duͤsseldorf, 3. De 8. b in Koͤln begehae am 29. November die auslaͤndischen Pistolen

nicht zu 5 Rthlr. 14 Sgr. 6 Pf⸗, wie gestern, in einer aus der Rhein⸗ und Mosel⸗Zeirung enmnommenen, von Koͤln unterm 29 November mitgerheilten Anzeige irrig berichter wird, sondern zu 5 Rthlr. 14 Sgr., und beabsichtigte, den Cours am 30. Novem

ber auf 5 Rthlr. 13 Sgr. 6 Pf. zu fetzen, well in Berlin de

Cours von Neuem gewichen war⸗

1I1I1A1AX“

Shnn der Eisenbahn⸗Fahrten am 4. Dezember.

Abgang Zeitdauer

8S; von 8 ö“” M. Potsdanm. St. M.

Um 7 orgens.. 40 [um 8 ½ Uhr Morgens f 7 . —1— Nachmitt... 50 * Nachmitt. 5 .8 vo 7¾½ Abends.. 50 10 * 9 9

* 8

1

2* 2

Durch den heftigen Wind wurde eine längere Dauer der Fahrten als gewöhnlich Feln⸗ . Die Abfahrt des Fuges um 10 Uhr Mor⸗

ens von Berlin hat sich um 9 Minuten verzögert, weil einige Wagen Zuge anders placirt werden mußten. 8