1839 / 341 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

sehr wahrscheinlich, daß noch ernste Ereignisse in der

Ebene erwartet werden. Das Lager von Mustapha und die dasselbe umgebenden Baracken sind mit Deurschen angefuͤllt, die uͤber den Verlust ihrer Verwandten oder r Vermoͤgens jammern. Hier beobachtet man uͤbrigens uͤber a e Vorgaͤnge des riefste Stillschweigen und Niemand weiß genau, was in der Sbene vorgeht. Mehrere junge Leute der Stadt haben den Ge⸗ neral⸗Gouverneur um Erlaubniß gebeten, eine Frei⸗Compagnie bilden zu duͤrfen; Andere haben sich bewaffnet und folgen unsern Truppen. Man versichert, daß die 3 bis 6000 Mann, die die Ebenen durchstreifen, nur die Verbuͤndeten des Emir sind, und daß der Letztere mit 6000 Mann guter Truppen und 1000 Ma⸗ rokkanern zu ihrer Unterstuͤtzung herbeieilt. Das Wetter ist furcht⸗ bar: Regen, Hagel, Donner und Blitz wuͤthen seit heute fruͤh, und gegen Abend siel der Regen in solchen Stroͤmen, daß viele

Stellan der Stadt unter Wasser standen. W“

Großbritanien und Irland.

London, 3. Dez. Die Einberufung des Parlaments soll nun definitiv auf Dienstag den 14. Januar festgesetzt seyn.

Die verwittwete Koͤnigin ist von ihrer Reise nach den Land⸗ sigen mehrerer angesehener Tory⸗Familien am Sonnabend wieder hier eingetroffen.

Gestern sind der Hannoversche Gesandte, Baron von Muͤnch⸗ hausen, und der Bayersche Gesandte, Baron Suzzo, vom Konti⸗

nent in Dover angekommen und sogleich nach London weiter gereist.

Das Geruͤcht von dem Unwohlseyn des Grafen von Dur⸗ ham hat sich nicht dbestaͤtigt; Se. Herrlichkeit erfreut sich viel⸗ mehr eines bessern Gesundheitszustandes, als vor einigen Mo⸗ naten.

Der Prinz Nardie ist von hier nach der Tuͤrkei abgereist.

Der neue Polizei⸗Chef der City, Herr Harvey, hat seinen Amtsantritt gleich durch eine sehr zweckmaͤßige Maßregel bezeich⸗

net, indem er zu groͤßerer Sicherheit der Einwohner in den Wintermonaten die Zahl der dienstthuenden Konstabler in den Nachmittags⸗ und Abendstunden verdoppelte und dieselben ihren Straßendienst schon um 4, statt, wie fruͤher, um 6 Uhr anfan⸗ gen ließ. 8 Damit das briefschreibende Publikum, wenn der Plan Row⸗ land Hill's mit den gestempelten Couverts in Ausfuͤhrung kommt, nicht genöͤthigt ist, jeden einzelnen Brief selbst zu wiegen, ehe es denselben auf die Post giebt, um zu wissen, welchen Stem⸗ pel es zu nehmen habe, schlaͤgt der Courier vor, daß das Ge⸗ wicht der Couverte bestimmt und daß auch auf jedem Briefbogen das Gewicht desselben von den Papier⸗Fabräkanten durch ein Zei⸗ chen angegeben werden solle; es wuͤrde dann natuͤrlich das Ge⸗ wicht der Briefbogen immer so einzurichten seyn, daß dieselben so viel unter einer halben Unze oder unter einer Unze und so fort woͤgen, als das Gewicht des Couverꝛs und eines ziemlich starken Siegels zusammen ausmachten, damit der Brief im Ganzen immer das Gewicht des einfachen oder des doppelten Porto⸗Satzes und so fort haͤtte. Nachdem die Chartisten⸗Verhöre zu Newport bis Sonnabend ununterbrochen fortgesetzt worden, hat der Gerichtshof seine Siz⸗ zungen von da bis morgen vertagt, und man glaubt, daß unter⸗ bessen etwas Wichtiges und Interessanres uͤber die Chartistische Verschwoͤruug wird veroͤffentlicht werden. Aus den letzten Ver⸗ doͤren ergab gich, daß die Anführer dieser Faction die furchtbarste yrannei ausgeübt haben, um Desertionen aus ihren Reihen zu verhindern; wer nicht zu Pluͤnderung und Blutvergießen bereit war, der wurde in die Mirte eines Haufens genommen und mit dem Tode bedroht, falls er Miene mache, zu entfliehen. Auch sind gegen die vorgeladenen Zeugen alle moͤglichen Einschuͤchterungen angewandt worden. Manhatabermals einen Preis fuͤr die Verhaftung eines Chartisten⸗Fuͤhrers, Namens Jonathan Palmer, ausgesetzt, der den Leuten gesetwidrige Eide abgenommen. Zu Merthor soll man noch immer neue Unruhen befuͤrchten, indeß baut man auf die Stärke der daselbst stehenden Militalrs und der Polizeimacht. Der Charttstische, von Vincent redigirte „Western Vindicator“ faͤhrt fort, das Volk aufzurelzen und droht mit offener Rebellion⸗ fuͤr den Fall, daß Frost, der Haupt⸗Raͤdelsfuͤhrer, zum Tode ver⸗ urtheilt wuͤrde. Selbst ein ministerielles Blatt scheut sich nicht, gewissermaßen die Geschworenen und die Crekutive im voraus einzuschuͤchtern, indem es die Aeußerung fallen läßt, daß Frost's Hinrichtung leicht neue Mordthaten und Brandstiftungen zur Folge haben koͤnnte. Von Seiten der Chartisten wird natuͤrlich Alles aufgeboten, um Frost'’s Freisprechung zu bewirken. Zu Bristol ist bereits durch Subscription eine betraͤchtliche Summe fuͤr die Vertheidigung Frosk's aufgebracht worden. Einem Ge⸗ ruͤcht zufolge, wollte auch Feargus O'Connor nach Newport kom⸗ men, um in Wales eine Agitation zu Gunsten der gefangenen Aufruhrer zu erregen; Andere glauben aber, daß dieser Irlaͤnder 6 5 üh. sey, um sich in ein so gefaͤhrliches Unternehmen einzulas⸗ en. In Monmouth, wo man durch die strenge Wachsamkeit der Behorden, die fortwaͤhrend mit den Militair⸗Commandeurs kom⸗

muniziren, auch noch immer in großer Besorgniß erhalten wird,

ging das Geruͤcht, daß die Chartisten den Plan geschmiedet haäͤt⸗ ten, sich der Personen der angesehensten Friedensrichter der Graf⸗ schaft zu bemaͤchtigen und 8e als Geißeln fuͤr die gefangenen Aufruͤhrer festzuhalten. Auch sollen einige Polnische Offiziere bamit beschaͤftigt seyn, die dortigen Chartisten in den Kohlengru⸗ den einzuexerziren. Man glaubt jedenfalls, daß waͤhrend der Sizungen des Spezial⸗Kommssoriums, welches mit der Fuͤhrung des Prozesses gegen die Aufruͤhrer beauftragt ist, noch Truppen⸗

Verstäͤrkungen nach Monmouth wuͤrden geschickt werden muͤssen.

Wie verlautet, wuͤrde Sir William Folett den Insurrections⸗Chef

Frost und die anderen Chartistischen Gefangenen vor Gericht

vertheidigen.

Dem Courier zufolge, waͤre eines der groͤößten Hamburger Handelshaͤuser im Begriss, der Englischen Bank einen Kredit von 719,0900 Pfd. St. zu eroͤffnen.

Es hat sich schon wieder ein Wahnsinniger gefunden, der in das Schloß zu Windser eingedrungen ist, um zur Koͤnigin zu gelangen und sich ihr als Gemahl vorzustellen. Der Mann heißt Zohn Stockledge, ist Compagnon einer Theehandlung in Man⸗ chester, zwischen 40 und 50 Jahr alt und hat Frau und Kinder.

Er war am Freitag Abend uͤber die eisernen Gitter gestiegen, die den Park von Windsor einschlleßen, und nach dem Haupt⸗ portal des Schlosses gegangen; hier sagte er zum Portier; Ich verlange Zutritt ins Schloß als Koͤnig von England.“ g Der Portier, der gleich merkte, daß es bei dem Menschen im Kopfe nicht richtig sey, antwortete: „Sehr wohl, Majestaͤt, aber geruhen Sie nur zu warten, bis ich mir meinen Hut geholet habe.“ Dies that denn auch der Portier und fuͤhrte den Mann ganz ruhig ins Schloß, wo er ihn der Obhut eines der dienstha⸗ benden Polizei⸗Inspektoren uͤbergab. Man fand nichts Verdaͤch⸗ tiges bei ihm und brachte ihn nach London in Gewahrsam. Es 4 ergab sich spater, daß er schon zweimal im Irrenhause gewesen,

acber, ats ein unschaͤdlicher Bloͤdsinniger, wieder freigelassen wor⸗

v11“¹“ 1398

Ueber den Stand der Ortentalischen Frage aͤußert sich die Times in einem ihrer neuesten Bläͤtter folgendermaßen: „Uns hat es laͤngst eine sehr verwickelte Frage geschienen, wie selbst die unmittelbaren Gegenstaͤnde des vom Bosporus bis zum Nil jetzt schwebenden Streits mit Sicherheit erledigt werden koͤnnten. Die Bedeutung, welche eine Zuruͤckgabe der Tuͤrktschen Flotte in den Augen jedes vernuͤnftigen Vertheidigers des Friedens in ganz Europa haben wuͤrde, waͤre die daraus hervorleuchtende Bereit⸗ willigkeit Mehmed irs, sich in die Forderungen der christlichen Maͤchte zu fuͤgen. Worin aber bestehen diese Forderungen? Wenn sie den Versicherungen Englands, Oesterreichs und Ruß⸗ lands entsprechen, daß sie keine Beraubung des Tuͤrkt⸗ schen Reiches gestatten, sondern dessen Integritaͤt ungeschmaͤ⸗ lert erhalten wuͤrden, so koͤnnen jene Forderungen un⸗ moͤglich dadurch zufriedengestellt seyn, wenn Mehmed Ali, außer dem lebenslaͤnglichen Besitz der großen Insel TCan⸗ dien und dem immerwoͤhrenden Besitz Aegyptens, auch noch die so bedeutende Provinz Syrien fuͤr immer abgetreten erhielte, die er, und zwar erst ganz kuͤrzlich, nur militairisch besetzt hat. Und doch sind dies die Bedingungen, unter denen, wie man⸗ sagt, der Frieden zwischen den beiden muhamedanischen Maͤch⸗ ten, in Konformitaͤt mit den von Rußland und von der so ge⸗ messen Oesterreichischen Regierung unterstuͤtzten Ansichten Frank⸗ reichs, und noch dazu mit Englands Zustimmung, wie⸗ derhergestellt werden soll. Eines von Beiden ist durchaus unbe⸗ streitbar: entweder die obige Anordnung ist nicht beschlossen, oder wenn sie ist, so sind die Fragen, um die er sich handelte, nicht erledigt, sondern sie befinden sich, wo moͤglich, in einem noch verwickelteren Zustande als jemals. Daß Frankreich, in Verfolgung seiner eigenen um sich greifenden Päͤne, sich außerordentlich darum bemuͤht, durch Losreißung aller Afri⸗ kanischen Provinzen von der Tuͤrkei einen Anfang zur Aufloͤsung dieses Reichs herbeizufuͤhren und dasselbe durch den Verlust Sy⸗ riens noch mehr zu schwaͤchen, ist leicht zu glauben. Ueber das Leben Mehmed Ali's hinaus, der jetzt ein Siebziger ist, wuͤrde in jenem Falle kein sichtbares Hinderniß vorhanden seyn, um den Beginn eines in den Bureaus der Franzoͤsischen Regierung laͤngst geschmiedeten und verzeichneten Unternehmens zu verzoͤgern, eines Unternehmens, welches Napoleon Bonaparte nur unvollen⸗ det, nicht unberuͤhrt zuruͤckließ. Waͤre die Tuͤrkei erst ihrer zwei schoͤnsten See⸗Provinzen durch einen von allen Europaͤtschen Maͤchten foͤrmlich gutgeheißenen Traktat deraubt, so wuͤrden weder die Pforte noch irgend eine jener Maͤchte auch nur ein einziges Argument anerkannten Rechts anfuͤhren koͤnnen, um gegen Frankreichs Unternehmen Gewaltmittel anzuwenden; es

liebe ihnen dann nichts Besseres dafuͤr anzufuͤhren, als bioße

individuelle und anzufechtende Eifersucht uͤber Frankreichs Ehrgeiz. Nur Frankreich koͤnnte also dabei gewinnen, wenn wan alle barspestahhren Grundsaͤtze schmaͤhlich preisgaͤbe, und einer solchen Handlung wuͤrden die anderen drei Maͤchte sich schuldig machen, wollten sie jene ungerechte Usurpation gutheißen, die man falsch⸗ lich eine Ausgleichung nennt, und durch welche Aegypten sich ver⸗ groͤßern, die Tuͤrkei aber zu Grunde gehen und zu einem kuüͤnf⸗ tigen, nicht sernen Kampfe zwischen den Europaͤischen Seemaͤch⸗ ten selbst um den Schutz der Aegyptischen Unabhaͤngigkeit auf der einen und um die Wegnahme des Landes auf der anderen Seite der Grund gelegt werden wuͤrde. Wenn man uns daher fragt, ob wir es glauben oder nicht, daß fuͤr jetzt eine Erledigung der Tuͤrkischen Differenzen unter den erwähnten Bedingungen stattfinden werde, so antworten wir mit Nein. Wir glauben an diese Nach⸗ richt nicht, weil dann einige der unterhandelnden Parteien hoͤchst vorschnell verfahren seyn muͤssen. Und wir wollen nicht glauben, daß unter den angefuͤhrten Bedingungen ein allgemei⸗ ner Vergleich erfolgt ist, weil dies fuͤr das Britische Reich hoͤchst erniedrigend seyn wuͤrde. Gegen die Ruͤckgabe der Tuͤrkischen Flotte laͤßt sich nichts einwenden, wenn Mehmed Ali dazu ge⸗ neigt ist; aber dagegen, daß wir hierfuͤr einen uͤbermaͤßigen Preis zahlen sollten, werden hoffentlich die meisten Englaͤnder mit uns Unuͤbersteigliche Einwendungen zu machen haben.“

Gestern sind Nachrichten aus Lissabon bis zum 25. No⸗ vember hier eingegangen; es war dort das Geruͤcht in Umlauf, daß ein baldiger Ministerwechsel bevorstehe. Der Korrespondent eines hiefigen Blattes schreibt daruͤber Folgendes: „Die Koͤnigin hat sich an den Grafen Bomfim gewendet, und das naͤchste Pa⸗ ketboot wird wohl die Nachricht von der Bildung eines neuen Ministeriums uͤberbringen. So viel ich bis jetzt erfahren habe, sind wirklich Unterhandlungen mit den Herren R. de Fonseca Magelhans, dem Chartistischen Deputirten, Florida, fruͤherem Zoll⸗Direktor, und Costa Cabral, der unter dem fruͤheren Mini⸗ sterium Bomfim's General⸗Verwalter war, angeknuͤpft worden. Dem Portugiesischen Gesandten in Paris, Visronde de Carreira, soll das Portefeuille des Ministeriums der auswaͤrtigen Angelegen⸗ heiten angeboten worden seyn. Fuͤr das Finanz⸗Ministerium

nennt man Herrn Gomez de Castro, und Herrn Salgueiros, ei⸗

nen ehemaligen Richter und sehr achtbaren Mann, fuͤr das Mi⸗ nisterium des Innern oder der Justiz. Man glaubt, daß Herr. R. de Fonseca Magelhans in diesem Augenblicke nur ungern ins Ministerium treten wuͤrde, und ich fuͤhre auch die uͤbrigen Na⸗ men nur an, weil von ihnen am meisten gesprochen wird, nicht aber, als ob ihre Ernennung schon auf irgend eine Weise bestimmt waͤre. Gelingt es Herrn Bomfim, ein Ministerium zu bilden, so wird er sich wahrscheinlich das Ministerium des Krieges vor⸗

behalten und das der auswaͤrtigen Angelegenheiten uͤbernehmen,

bis eine Antwort von dem Visconde de Carreira aus Parts ein⸗ getroffen ist.“

Der Courier glaubt jetzt mit Bestimmtheit versichern zu koͤnnen, daß die Britische Regierung eine Blokirung der Chinesi⸗ schen Kuͤsten beschlossen habe, und daß zu diesem Zweck nicht nur der Admiral Maitland, der das Englische Geschwader in den Indischen Meeren kommandirt, die erforderlichen Instrucrionen empfangen, sondern daß auch von den Stationen am Cap und im Stillen Meere Schiffe dorthin beordert worden seyen.

Nachrichten aus Kanada vom 16. November zufolge, hatte der General⸗Gouverneur, Herr P. Thomson, am Iten dem auf diesen Tag einberufenen speziellen Conseil eine Mitcheilung hinsichtlich der Vereinigung der beiden Provinzen Ober⸗ und Nieder⸗Kanada gemacht und den Ober⸗Richter zum Praͤsidenten jener Rarhs⸗Versammlung ernannt, die bekanntlich die suspen⸗ dirte Legislatur vertritt. Die Banken von Toronto in Ober⸗ Kanada hatten am 1. November ihre Baarzahlungen wieder be⸗ gonnen.

Mit dem Dampfboot „Great Western“, welches am Sonn⸗ abend fruͤh in Bristol anlangte, hat man Nachrichten aus New⸗ York vom 16. November erhalten. Das Haupt⸗Interesse, naͤchst den Bank⸗ und Gelob⸗Angelegenheiten, nahmen in den Vereinig⸗ ten Staaten die Vorbereitungen zur neuen Praͤsidenten⸗Wahl in Anspruch, die schon jetzt anfangen, obgleich diese Wahl erst im November des naͤchsten Jahres stattfindet. Der Haupt⸗Kandidat, der die Opposition oder Whig⸗Partei, bekanntlich die aristokra⸗ tische, dem jetzigen Praͤsidenten Herrn van Buren gegenuͤberstellen

wird, duͤrfte, allem Anschein nach, * Henry Clay aus Ken⸗ tucky seyn. Von einigen Seiten soll auch General Scott als Michewerber aufgestellt werden. Die Regterungs⸗Pastei rechnet sicher auf die Wiedererwaͤhlung des Herrn van Buren. Man glaubt üͤbrigens, daß die naͤchste Kongreß⸗Session eine der interessantesten seyn wird. Im Senate verspricht sich die Verwaltung eine hinlaͤngliche Ma, soritat bei allen Regierungs⸗ und Parteifragen. Im Repraͤsen⸗ tantenhause aber werden die Parteien vermuthlich wie im Briti⸗ schen Unterhause, sich so ziemlich das Gleichgewicht halten, so daß selbst die Entscheidung der Sprecherwahl noch am Tage des Kampfes unsicher seyn duͤrfte. Als Kandidat der Regierungspar⸗ tei fuͤr diesen Posten wird Herr Pickens bezeichnet. Herr van Buren will die bereits fuͤnfmal vom Repraͤsentanten⸗Hause ver⸗ worfene Unter⸗Schatzamts⸗Bill, wonach die Unterbeamten des Schatzes in den einzelnen Staaten die Regierungsgelder, welche disher den Banken in Deposito gegeben wurden, in Verwahrung behalten sollen, dem Kongreß von neuem vorlegen lassen. Eine andere schwierige und wichtige Frage wird der Zustand der Indianischen Angelegenheiten abgeben, da der Indianer⸗ Krieg in Florida jetzt jaͤhrlich an 10 Millionen Dollars kostet und man auch an der westlichen Graͤnze ernstliche Reibungen mit den durch die mit der Regierung der Vereinigten Staaten ab⸗ geschlossenen Vertraͤgen sich betrogen glaubenden Indianern zu be⸗ aͤrchten hat, weshalb eine starke Befestigung der dortigen Mili⸗ tairposten und eine bedeutende Vermehrung der daselbst stehen⸗ den Truppen erforderlich seyn duͤrfte. Der Indianer⸗Krieg in Florida dauert nun schon vier Jahre, und da dort einige hundert Seminolen im Stande gewesen sind, so lange Widerstand zu lei⸗ sten, so fragte man sich, wie es erst werden sollte, wenn die hun⸗ derttausende wohlgeruͤsteter Indianischer Krieger, die das weite Gebiet vom Mississippi bis zum Stillen Ocean bewohnen, gegen die Graͤnzen von Missuri und Arkansos losbraͤchen. Was die Frage uͤber die nordwestliche Graͤnze betrifft, die zwischen England und den Vereinigten Staaten noch immer schwebt, so glaubt man nicht, daß der Praͤsident bei Eroͤffnung des Kongresses demselben eine fuͤr die Einwohner der Vereinigten Staaten, mindestens fuͤr die von Maine, befriedigende Mittheilung daruͤber werde machen koͤnnen. In finanzieller Hinsicht wird die Regierung wahrschein⸗ lich auch nichts sehr Erfreuliches zu eroͤffnen haben, und man sieht einer neuen Emittirung von Schatzamts⸗Noten entgegen, da die Einnahmen der Union sich taͤglich vermindern, die Ausgaben aber immer mehr anwachsen. Im Suͤden der Union herrscht zwar das gelbe Fieber noch immer, hat jedoch schon einen viel milderen Charakter angenommen, so daß unter 500 Erkrankungen hoͤch⸗ stens noch 30 bis 40 Todesfaͤlle vorkommen, und auch diese meistens nur in Folge von argen Diaͤt⸗Fehlern. Der Zustand der Geld⸗Ange⸗ legenheiten in den Vereinigten Staaten scheint nun auch wieder auf dem Wege der Besserung zu seyn; die Kaufleute glauben, daß die schlimmste Krisis voruͤber ist; hinsichtlich der Fortdauer der Baarzahlungen von Seiten der New⸗Yorker und Bostoner Banken hegt man nicht die geringste Besorgniß mehr, und auch die Nachrichten uͤber die suͤdlichen Banken lauten guͤnstiger, wenngleich sie fuͤrs erste noch nicht im Stande seyn duͤrften, die Baarzahlungen wieder aufzunehmen. Die Suspension soll uͤberhaupt mehr eine Maßregel der Vorsicht, als der Noth gewesen seyn. Die Baumwollen,⸗, Getraide⸗ und Tabacks⸗Aerndte war uͤberall sehr reichlich ausgefallen, und dies hat die Folge gehabt, daß mit dem „Great Western“ bedeutende Bestellungen Britischer Fabrikate eingegangen sind. Mit dem „Great Western ist auch der vorige Gouverneur von Jamaika, Sir Lionel Smith, hier angekommen.

Ein Schiffs⸗Capitain, der in New⸗York aus Montevideo angekommen war, welchen Ort er am 16. September verließ, hat

ausgesagt, daß die 5000 bis 6000 Mann von Entrerios, die Ro⸗

sas abgesandt hatte, um jede Bewegung zu Gunsten des abge⸗

setzten Praͤsidenten Oribe zu verhindern, noch etwa drei Tage⸗

maͤrsche von Montevideo entfernt gewesen seyen, aber keinen An⸗ griff beabsichtigt haͤtten. Fructuoso Riveira, Praͤsident der Banda Ortental, stand mit etwa 2000 Mann in geringer Entfernung von den Truppen von Entrerios, um die Bewegungen derselben 8 bewachen. Mehrere kleine Corps hatten sich vereinigt, um Riveira abzusetzen, wurden jedoch von den Regierungs⸗Truppen abgesetzt. as Franzoͤsische Geschwader nahm auf drei Monate Proviant ein, weil man vermuthete, Montevideo werde belagert werden; auch hieß es, der Franzoͤsische Admiral wolle 1000 Mann als Garnison in die Stadt legen.

Nach Berichten aus Bolivien war der dortige Kongreß am 16. Juni in Chuquisaca eroͤffnet und an demselben Tage der General Velasco zum interimistischen Praͤsidenten ernannt worden. Am folgenden Tage nahm der Kongreß ein Gesetz an, wodurch die ausuͤbende Gewalt genau bestimmt und beschraͤnkt wurde.

Niederl a k he.

Aus dem Haag, 3. Dez. Baron Fagel ist im Begriff, nach Paris abzureisen, um seine gesandtschaftlichen Functionen wieder anzutreten.

vö1

Bruͤssel, 3. Dez. Der Koͤnig hat heute dem Herzoge von Ursel eine Privat⸗Audienz ertheilt und demnaͤchst eine Depu⸗ tation der Arbeiter von Gent empfangen. .

Der neue Belgische Gesandte in Rom ist am 15. Nov. von dem Papste mit ganz besonderer Aufmerksamkeit empfangen wor⸗ den. Kaum war der Graf von Oultremont in Rom angekom⸗ men, als der Papst ihm eine Privat⸗Audienz bewilligte, indem der offizielle Empfang noch um einige Tage aufgeschoben werden mußte, weil die Ehren⸗Kammerherren Sr. Heiligkeit Ferien hat⸗ ten und die Etikette es erfordert, daß diese Beamten bei der Feierlichkeit zugegen sind. Sogleich nach Beendigung der Ferien fand der Empfang des Belagischen Gesandten mit großem Ge⸗ praͤnge statt. Nachdem der Papst sich mit dem Grafen von Hultremont etwa eine Stunde lang unterhalten hatte, erlaubte er demselben, ihm die zur Gesandrschaft gehoͤrenden Personen vorzustellen. Der erste Gesandtschafis⸗Secretair, Herr Noyer, und die Attaches Baron van den Steen und Baron Victor von Hoogvorst wurden mit den Zeichen vaͤterlichen Wohlwollens em⸗ pfangen. Bevor der Papst die Gesandtschaft entließ, uͤberreichte er dem Grafen von Oultremont ein Kaͤstchen, worin sich eine Medaille mit dem Bildnisse Sr. Heiligkeit befand. An dem⸗ selben Tage empfing der Gesandte noch den Besuch des Kardi⸗ nal⸗Staats⸗Secretairs und mehrerer anderer hohen Wuͤrdentraͤger des Roͤmischen Hofes.

Ostende, 1. Dez. Die Eisenbahn von Bruͤgge bis Ostende, welche bisher zur großen Unbequemlichkeit fuͤr Reisende nur bis an das hiesige Glacis, etwa ¼ Stunde von der Stadt ging, ist nunmehr bis an das Bassin fortgefuͤhrt und diese neue Strecke der Bahn am heutigen Tage in Gegenwart des Weint sters der oͤffentlichen Arbeiten, der Gouverneurs der Provinz un einer großen Menschenmenge eroͤffnet worden. Der 8

de bei seiner Ankunft von dem Buͤrgermelster Herrn Serruys erath empfangen und hob in seiner Antwort des Ersteren namentlich hervor, wirklich e daß sie die Nach Besichtigunz der men der Minister und der 8n. :88 V begriffenen Quai zum V

enbahn das

Dampfboͤte in Au⸗ es irn

(A. Z.) Bekanntlich war die angeb⸗ der chemaligen Haupt⸗

Luͤttich, 28 Nov. liche Unterdruͤckung des Unterrichts ein Beschwerden der Belgter gegen Holland, und nach der Revolu⸗ tion im Jahre 1830 wurde folgerecht auch dieser Beschwerde ab⸗ geholfen, d. h. volle Freiheit des Unterrichts gewaͤhrt. Die Er⸗ n, die man davon gehegt hatte, sind ab fuͤr die eine Partet in Belgien nicht in Erfuͤllung gegangen, wie aus einem neuerlichen Pamphlet von Herrn Ducpetiaux, einem r Opposition, hervorgeht. Das Pamphlet fuͤhrt den Titel: qgelques mots sur L'etat actuel de ''éducation en Belgique, und enthalt eine ganze Reihe von Zahlen⸗Angaben uͤber Provinzen Belgiens, und ganz neuerdings kam auch in der statistischen Gesell

wartungen, sind aber wenigstens

damaligen Haͤupter der liberalen

die Schulen und Schuͤter

zu London Gegenstand indem ein Herr Rawson den jetzigen Zustand des Unterrichts in Belgien mit nicht sehr erfreulichen Farben schil⸗ Das Hollaͤndische System des oͤffentlichen Unterrichts wurde nach der Verbindung Belgiens mit 1815 im ersteren gleichfalls eins ichtet zur Organisation umsonst Unterricht erhalten, Schul⸗Inspektoren wurden ernannt, und alle Lehrer mußten ein Examen besteher eiten erlangen. Der Staat schoß die Gemeinden zu Beitraͤgen auf, um Schulhzuser errichten zu koͤnnen, und vermehrte aus den Staats⸗ oder Provinzial⸗Fonds die Gehalte und Pensionen der Lehrer. ward so dem Unterricht gegeben, die Zahl der Schulen und der schulen und Schullehrer⸗Seminare wur⸗ den errichtet, und öͤffentliche Pruͤfungen fuͤr die Lehramts⸗Kandi⸗ Die Revolution schnitt, indem sie die Freihelt des Unterrichts proklamirte, diesem System den Lebensfaden ab, den Provinzial⸗Comites ward jede Macht benommen, Zwangsmit⸗ tel anzuwenden, endlich hob man sie ganz auf, und alle Aufsicht uͤber die Schulen hatte ein Ende, so daß der Primaͤr⸗Unterricht in Belgien jetzt gar nicht durch Gesetze geregelt ist. sich die Regierung gehuͤtet, in den letzten neu.. Jahren Verichte uͤber den Zustand der Schulen zu veroͤffentlichen, dagegen lassen die Berichte der Gouverneure und Provinzial⸗Raͤthe einen fata⸗ len Blick in das Innere desselben thun. haͤltniß der Schuͤlerzahl zur Einwohnerzahl kaum gemindert; jetzt noch wie 1:10, wie es im Jah 5 aber es ist schon eine Art Ruͤckschritt, In der Miliz von Brabant befanden sich im Jahre 1838 5873 jungen Menschen von 18 bis 19 Jahren nicht we⸗ die weder lesen noch schreiben b Namur und Luxemburg die haͤltniß der Schuͤlerzahl zur Einwohnerzahl waͤhrend es in Luͤttich, und in den beiden Flan⸗ Man kann somit auf den Stand des Zudem ist zu bemerken,

Holland im Jahre und in jeder Provinz dte Armen sollten

und ein Certifikat

ihrer Faͤhigk lder vor, forderte

Ein großer Impuls Schuͤler stieg.

daten angestellt.

Zwar hat sich das Ver⸗

e 1826 schon gewesen daß es so stationar

als 3105 oder 53 „Ct., doch Brabant ist nach Provinz, wo das Ver noch am besten, naͤmlich Antwerpen und Limburg wie 1:10, dern wie 1:13 steht. Schulwesens einen Nuͤckschluß machen. daß ein sehr großer Theil der Schulen nur im Winter offen ist, und gewoͤhnlich mehr als die Haͤlfte der Schuͤler im Sommer gel hinsichtlich der Unterrichts⸗Me⸗

ganz ausbletbt, anderer Maͤn der Abscheidung

der Unterhaltung der Norm der Maͤdchen und Knaben, der Bildung von weihlichen Lehrern u. s. w. gar nicht zu gedenken; 8 gterung angeordneten Zusammenkünfte der nuͤtzlicher Buͤcher unter denselben, die E uͤber die Kunst des Unterrichts, groͤßeren Staͤdten bestanden, haben aufgehoͤrt, endlich so groß geworden, daß die Provinzial⸗Raͤthe ohne Aus⸗ nahme sich fuͤr die Annahme eines von der S. tigten Systems aussprechen, indem der mit der Freih terrichts gemachte Versuch als vöoͤllig mißlungen zu b

NFanemarn 1

(Kopenh. Bl.) Heute, um 8 ½ Allerhoͤchsten, Se. Maje den Sechsten, nach dreiwoͤchentlicher zunehmender Schwaͤche, ohne vorangegangenes Krankenlager, im 72sten Jahre Hoͤchstseines Alters und im 32sten Seiner Regierung, durch ei⸗ nen sanften und ruhigen Tod abzurufen.

Mittags um 12 Uhr ward Se. Koͤnigl. Hoheit, Prinz Chri⸗ um Koͤnig ausgerufen, indem der raf Otto von Moltke, im Beiseyn der Prinzen, der uͤbri⸗ eheimen Staats⸗Minister und der Kollegien⸗Chefs nebst hohen Beamten, auf den Altan des Palais Sr. Kö⸗ rtrat, und dort mit lauter u einander ausrief: tian Vill.

Holländischen Re⸗ Lehrer, die TCirculation richtung von Lehr⸗Kursen ie vor der Revolution in allen und das Uebel ist

egierung beaufsich⸗ eit des Un⸗

etrachten sey. verurtheilt worden waren, weil sie verbotene gottesdienstliche

Kopenhagen, 5. Dez.

Uhr Morgens, gefiel es dem t, Koͤnig

heime Staats⸗Mini⸗

nigl. Hoheit auf Amalienborg vo vernehmlicher Stimme dreimal nach ist todt! Lange lebe Koͤnig Chrit auf der Stelle vom Koͤnigl. Herold unter

einem Tusch von Pauken und Trompeten wiederholt wurde.

Köͤnig Christian vIII. traten hierau aus und begruͤßten die versammelte Menge. Dies tet von einem Kommando derbeibgarde zuPferde, wied den Ausruf auf allen oͤffentlichen Plaͤtzen

Hofe Kammertrauer angelegt.

Stadt garnisonirenden Truppen und saͤmmtliche Buͤrger⸗Corps durch den Generalmarsch an ihre respektiven Versammlungsplaͤtze zusammenberufen, wo sie, im Bei⸗ Stadt, unserem jetzigen Koͤnige den Die Stadtthore waren von 11 bis 5 fing das Gelaͤute von allen Kirch⸗ ird bis weiter jeden Vormittag von 10 bis 12 Uhr und jeden Nachmittag von 4 bis 6 Uhr

Frederik VI. cher Ausruf jedesmal

f auf den Altan hin⸗ Herolde,beglei⸗ erholten hierauf,

dem Gebrauche gemaͤß, Am naͤmlichen Tage ward am Uhr wurden die in der

seyn des Gouverneurs der Eid der Treue ablegten.

Uhr geschlossen; um 4 Uhr thuͤrmen der Stadt an,

(Alton. Merk.) Se. Ma⸗ s heißt,‚ eine Anrede an hstdieselben neben der Erklaͤrung, zugleich bemerkten, daß jede te Vorsicht und Nan sieht schon heute Abend n Koͤnig Christian's VIII. entgegen. onigs, hoͤchstseligen Andenkens, Bereits seit mehreren W ajestaͤt leidend seyen, und erschleimung angegriffen wuͤrden. usgegeben, der Staats⸗Rath, g, und noch gestern Morgen

Kopenhagen, 3. Dez. jestaͤt König Christian VIII. hielten, wie e die Minister, worin landesvaͤterlich regieren zu wollen, Veraͤnderung bestehender Einrich reifliche Erwaͤgung erheisch oder morgen ein

Ueber die Krankheit des K kann ich Folgendes mittheilen: hoͤrte man im Publikum, daß namentlich duech Husten und B Indessen Bulletins wurden nicht a die Kabinets⸗Vortraͤge hatten ihren Fortgar

tungen die gröoß

roclamatio

Minister

1399

theilte der Koͤnig selbst die Parole aus, freilich mit sichtlicher An⸗ strengung. Mittags aßen Se. Majestaͤt mit Ihrer Majestaäͤt der Köͤnigin, der Prinzessin Karoline und deren Gemahl, und zogen sich darauf in Ihre Gemaͤcher zuruͤck. Erst gegen Abend

Die Nacht verging ruhig und Se. Majestaͤt schliefen gut; ohne großen Todeskampf endete um 81 Uhr das Leben des Köͤnigs, um den das Land gerechterweise trauern wird.

Man erwartet, daß der Kronprinz, der zur Zeit bekanntlich in Fridericia residirt, sehr bald hier eintreffen wird.

Kopenhagen, 3. Dez. Abends. (A. M.) Koͤnig Frie⸗ drich VvI. ist todt, lange lebe Christian IIII.! erscholl es heute Mittag 12 % Uhr aus dem Munde des Geheimen Staats⸗Mi⸗ nisters von Moltke (Kanzlei⸗Praͤsidenten), wie er auf den Altan der Amalienburg vor die zahlreich versammelte Volksmenge hin⸗ austrat; und lange lebe Koͤnig Christian! hallte es von tausend und aber tausend Lippen wieder. Der Koͤnig erschien, sichtbar bewegt, mit einem Flor an dem Arm. Sein Anblick begeisterte das Volk, mit unendlichem Enthusiasmus begruͤßte es seinen Kö⸗ nig; dteser, ernst, aber freundlich, winkte mit dem Haupte nach allen Selten hin und zog sich sodann in seine Gemäͤcher zuruͤck; der Generalmarsch ward geschlagen, Herolde in vollem Ornate, umgeben von der Garde zu Pferde, ritten durch die Straßen und verkuͤndeten auf allen oͤffentlichen Pläͤtzen der Residenz das wichtige Ereigniß, welches, wie man hoͤrt, der großen Mehrzahl hier sehr unerwartet gekommen ist. Zwar sprach man in der letzten Zeit viel vom Unwohlseyn des Koͤnigs; aber nur Wenige mochten ein so nahes Ende befuͤrchten. Nicht bloß ertheilte der verstorbene? Konarch am letzten Sonntage noch Privat⸗Audtenz, wobei Allerhoͤchstderselbe sich rasch und munter zeigte, sondern auch gestern noch war er bei der Parole gegen⸗ waͤrtig und soll mit Ihrer Majestaͤt der verwitrweten Koͤntgin zu Tafel gesessen haben. Sein heute Morgen erfolgter Tod soll sanft und ruhig gewesen seyn. Manche Thraͤne wird ihm nach⸗ geweint. Wohin man kommt, Alles zeigt die Spuren dieses ploͤtzlichen, tief ergreifenden, bedeutsamen Ereigntsses. Man hoͤrt wenig Worte; deutlicher aber redet der trauernde Blick. Seit 4 Uhr hoͤrt man von allen Thuͤrmen der Hauptstadt das Trauer⸗ geläͤut, und von den Waͤllen herunter donnern die Kanonen.

Der verstorbene Koͤnig Friedrich VI. war geboren am 28sten Januar 1767, ward majorenn und zum Mitregenten seines Va⸗ ters Christian vII. erklart am 14. April 1784, succedirte demsel⸗ ben am 13. Maͤrz 1808, ward gekroͤnt zu Friederichsburg am 31. Juli 1815; er hatte sich zu Gottorff am 31. Juli 1790 ver⸗ maͤhlt mit Marie Sophie Friederike, Tochter des Landgrafen Karl zu Hessen⸗Kassel, und war in dieser Ehe Vater geworden von acht Kindern, zwei Prinzen und sechs Prinzessinnen, von denen ihn nur zwei Prinzessinnen, naͤmlich die Prinzessin Karo⸗ roline und die Peinzessin Wilhelmine Marie, uͤberleben.

Se. Masestat der jetzt zur Regierung gelangte Koͤnig Chri⸗ stian IIII., Sohn des am 7. Dezember 1805 verstorbenen Prin⸗ zen Friedrich, Halbbruder des Koͤnigs Christian VvII., ist geboren am 18. September 1786 und hat sich am 22. Mai 1815 zum

weitenmale vermäaͤhlt mit Karoline Amalie, Herzogs Friedrich Christian von Schleswig⸗Holstein⸗Sonderburg⸗Augustenburg Toch⸗ ter, geboren den 28. Juni 1796. Aus seiner ersten Ehe lebt der gegenwaͤrtige Kronprinz Friedrich Karl Christian, geboren den 6. Oktober 1808.

Kopenhagen, 25. Nov. (L. A. Z.) Es hat hier einiges Aufsehen erregt, daß sich in dieser Hauptstadt eines streng lutheri⸗ schen Landes, welches bisher gegen alle Nicht⸗Lutheraner theore⸗ tisch wenigstens eine große Intoleranz zeigte, vor kurzem eine Wiedertaͤufer⸗Gemeinde gebildet hat. Stifter derselben ist ein wiedertäaͤuferischer Missionair, Namens Oncken, der vor einigen Jahren von Nord⸗Amerika nach Hamburg geschickt wurde, wo er einige wenige Personen in der Elbe taufte, unter welchen sich auch ein geborner Jude, Koͤbner aus Odense auf Fuͤhnen, befand. Dieser wurde nun zum Missto⸗

(nar in Daͤnemark ausersehen und setzte sich mit einer Bekte

auf Fuͤhnen in Verbindung, deren Mitglieder in Geldstrafen

Versammlungen gehalten hatten. Koͤbner predigte nun auf Fuͤhnen und Langeland, g ine A ͤnger Fuͤhne n ngeland, gewann eine Anzahl Anhanger, be⸗

gab sich darauf nach Kopenhagen und bestimmte auch hier

einige Individuen, sich nochmals taufen zu lassen. Inzm sehen kam auch Oncken nach Kopenhagen, und auf den 27. Oktober d. J wurde eine groͤßere Taufhandlung und die Stiftung einer Gemeinde angesetzt. Es wurden acht Maͤnner und drei Frauen getaust, ein Graveur Moͤnster wurde zum Gemeinde⸗Vorsteher

und Koͤbner zum Predrger eingesetzt, um weiter fuͤr die Mission ners des das dem Glauben der

zu wirken. üncken kehrte nach Hamburg zuruͤck. Die nordische Kirchen⸗Zeitung spricht sich sehr tolerant uͤber diese neue Gemeinde aus, und scheint zu erwarten, daß die Regierung ihr keine Hin⸗ dernisse in den Weg lezen werde, da die Wiedertaufer als fried⸗ liche und fleißige Leute bekannt sind.

Oesterreich.

Wien, 1. Dez. (L. A. Z.) Man nimmt bei uns eine un⸗ geheuer wachsende Neigung beim Militair und bei Staats⸗Be⸗ amten wahr, um Erhebung in den Adelstand anzusuchen. Schon mit Gewinnung des Hof⸗Secretair⸗Ranges werden oft aͤhnliche Wuͤnsche rege, und das Adels⸗Departement ist so mit Bittgesuchen der Art uͤberhaͤuft, daß von funfzehn kaum eins zur Gewaäͤhrung vorge⸗ schlagen werden kann. Die meiste Adels⸗Vermehrung in letzter Zeir verursachten die Offiziere, denen man es gleichsam als eine Berechtigung eingeraͤumt hatte, nach 30 jährigem Militairdienste den Adel zu erhalten. Wenn eine solche Verordnung in langjaͤh⸗ riger Kriegszeit einen gerechten Zweck hatte, so ist dies doch nun kaum mehr der Fall, wo der Beamte fast gleiche Anspruͤche er⸗ heben koͤnnte. Um jedoch das Militair nicht zu disgustiren, will man nicht desefcnat ganz davon abgehen, und so werden, außer der 30jaͤhrigen Militair⸗Dienstzeit, noch Ausweise anderweitiger spe⸗ zieller Verdienste verlangt, und im Ermangelungsfalle das Ge⸗ such abgewiesen. Auch spricht man von einer kuͤnftigen Einschraͤn⸗ kung der Adels⸗Verleihungen in Folge des Besitzes inlaͤndischer

Orden. Es sollen naͤmlich letztere in der Regel durchaus nur den

persoͤnlichen Adel, nach ihrer verschiedenen Rang⸗Abstufung, gewaͤhren.

er Staat waͤre dann zwar geneigt, auf Ansuchen auch den Kindern den Adel fortzugewaͤhren, doch muͤßten sie sich als verdtenstvoll ausweisen, und die Adelsstufe wuͤrde um einen Grad tiefer ge⸗ stellt. Bei den vielen Vorzuͤgen, welche der Oesterreichische Adel genießt, ist eine derartige Verwahrung gegen Ueberhaͤufung dieser privilegirten Klasse sehr zweckmaͤßig.

Wien, 3. Dez. Se. Kaiserl. Maj. haben den Griechisch nicht unirten Bischof von Pakracz, Georg Chranislaw, zum Bischofe

von Beͤcs; zum Bischofe von Temes den Griech. nicht unirten

Bischof von Ofen, Pamtelcimen Istvkovics; unirten Bischofe von Pakracz den Archi⸗ Popovics; zum Griech. nicht unirten Bischofe von Karlstad n Joannovics; und zum Griech. nicht igakxiö Pla:on A.ha

zum Griech. nicht Mandriten Sre

Archt⸗Mandriten E legten Se. Majestät sich erschoͤpft und matt zu Beite; den Zu⸗ unirten Bischofe von stand der Gefahr ahnten wohl nur Wenige im Koͤnigl. Schloß. naczkovich, ernannt.

den Archt⸗ 1“

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üe Prinzessin Auguste von Sach sen hat heute Morgen Wien nach 2 viertno 25 at. verlassen, um nach Dresden zuruͤckzukehren. Ihrer Königl. Ho⸗ heit zu Ehren war Konzert wirkten mit und ärndteten den Beifall der in den Kacserl. Ap⸗ partements versammelten hoͤchsten und hohen Herrschaften. Be⸗ sonders wurde Lißt bewundert, dessen Konzerten auch gewöͤhnlich die Kaiserin Mutter und die Erzherzogin Sophie beiwohnen. Am folgenden Tage, Sonnabends, vereinigten Ihre Maestaten amilie an der Mittagstafel, zu anzler gezogen zu werden die Ehre hatte. Den gestrigen Abend brachte der erlauchte Gast bei der Kaiserin Mutter zu, wo sich einige ausgezeichnete Dilettan⸗ ten Er ete 8

e sterblichen Reste der Herzogin von Sagan sind gestern in der Stille eingesegnet und der e. Stephan beigeseh! * den, um sodann nach der Familiengruft in Sagan abgefuͤhrt zu werden. Das Vermoͤgen der Herzogin gehoͤrt zu den groͤßten im Oesterreichischen Adel; es vererbt auf die nächste Schwester Ih⸗ rer Durchlaucht, die Prinzessin Pauline von Hohenzollern, der Titel eines Herzogs von Sagan geht auf den regierenden Fuͤr⸗ EE Sehn der Prinzessin Pau⸗ Ein Artikel der Allgem. Ztg. von der Italiänischen Graͤnze vom Losten enthoöͤlt das Gerüche von der ve 5 heim chen Abreise des Herzogs von B . Beisatze, man vermuthe, der Prinz habe sich nach Livorno ge⸗ nde Da wir Briefe aus Rom selbst von spaͤterem Datum gn —— 8. 85 d denselben keine Spur von der erwaͤhn⸗

3 nden, so kann man je Ber fuͤglich als gr

ve. g an jenes Geruͤcht fuͤglich als grund⸗

Wien, 12 Dez.

Poggi, Lißt und Beriot

sämmtliche Glieder der Kaiserl. welcher auch der Fuͤrst Staats⸗

eaux von Nom, mit dem

(S. Rom.) Graf Colloredo, Oesterreichischer Gesandter am Köͤnigl. Bayer⸗ ofe, ist nach seinem Posten abgegangen, und Baron Bockel⸗ egations⸗Rath der hiesigen Koͤnigl. Preußischen schaft, von einer Urlaubsreise zuruͤckgekehrt.

Schweiz.

Zuͤrich, 28. Nov. Der Vorort fordert in einem Circular vom 20. November alle Kantone auf, die wichtige Frage uͤber die Beibehaltung der eidgenoͤssischen Steuer mit der gehoͤrigen Aufmerksamkeit in Erwaͤgung zu ziehen. daran, daß nur vermittelst der fortgesetzten Erhebung dieser Steuer die unerläßlichen Ausgaben, welche die Erweiterung und Vervollkommnung der eidgenöͤssischen Militair⸗Institutionen erfor⸗ derten, gedeckt werden koͤnnten, und daß, wenn diese Erhebung aufhoͤre, jene Ausgaben durch direkte Beitraͤge der Kantone, die weit betraͤchtlicher als bisher, und von mehreren derselben kaum aufzubringen seyn wuͤrden, bestritten werden muͤßten.

Der Oestliche Beobachter bringt den Entwurf eines Wuchergesetzes, wie derselbe der naͤchsten Großrath⸗ Sitzung von Zuͤrich sell vorgelegt werden. wöhnlichen buͤrgerlichen Verkehr im Handels⸗Verkehr auf 6 pCt. gestattet, Anstalten, welche mit Bewilligung des Regierungsrathes gewerbsmaͤßig Geld auf Zinsen ausleihen, duͤrfen daruͤber

Reihe von

I1I1n1nm”

Er erinnert zugleich

Zuͤrich, 1. Dez.

Der Zinsfuß im ge⸗ wird darin

inaus noch pCt.

mgehungen der Zinsbeschraͤnkung aufgefuͤhrt; der Wucher soll sowohl auf Klage des Verletzten als zur Bestrafung gezogen werden, die Strafen sind Geldbußen bis 1 Kapitals an den Beschäͤdigten und bis auf 25 „Ct. an den Staat, bei Ruͤckfaͤllen bis auf 50 pCt, Duspen⸗ sion im Aktiv⸗Buͤrgerrecht bis auf sechs Jahre und Gefangniß⸗ strafe dis auf sechs Monatc.

Luzern, 28. Nov.

auf 5 pCt. des

Das hiesige neue Theater waͤre fast ein Naub der Flammen geworden, indem ein schlecht ausgeloͤsch⸗ tes Licht bereits mehrere Papiere ergriffen und das Feuer nur aus Mangel an Luft verhindert wurde, sich weiter zu verbreiten.

Lausanne, 29. Nov. Abermals hat der große Rath das sogenannte „Helvetische Glaubensbekenntniß“ obgleich es nun vom Staatsrathe vorgeschlagen war. Eid der Geistlichen war naͤmlich im staatsräthlichen Entwurfe folgende Formel aufgenommen: „Ich schwoͤre, nach bestem Ge⸗ wissen die Pflichten zu erfuͤllen, welche die Eigenschaft eines Die⸗ heiligen Evangeliums auferlegt, und nichts zu lehren, protestantischen Kirchen der Schweiz ent⸗ gegen ist, welcher ausgedruͤckt ist im Helvetischen Glaubensbekennt⸗ niß.“ Statt dessen wurde mit 68 gegen 56 Stimmen folgende Fassung aufgenommen: „Ich schwoͤre, nach bestem Gewissen die flichten zu erfuͤllen, welche die Eigenschaft eines Dieners des evangelischreformirten National⸗ zu predigen das Wort Gottes in seiner R ee; ist in der heiligen Schrift.“ 1 8

Feslien Am 22sten d. M.

verworfen,

vangeliums und der kirche auferle wie es entha

arma, 28. Nov. oult (dem die Italiaͤnischen Blaͤtter „Marquis von Dalmatien“ beil rer Majestaͤt der Erzherzogin Gesandter auch beim hiesigen

Rom, 24. Bordeaux hat hier sige Regierung k

ochen verstre klaͤrte, Se.

nieme!“ den Titel eingetroffen, um Ih⸗ bigungs⸗Schreiben als Hofe zu uͤberreichen.

Die Anwesenheit des Herzogs von erede Anlaß gegeben. n Besuch nur ungern sehen, was denn deutlich bezeigt wurde, indem man sich der Papst fuͤr bereit er⸗ Nun hat dieser Em⸗ faͤllt die von vielen Seiten eine scheinbar sehr große Kondescen⸗ sischen Gesandten allerdings hinweg. Fuͤr eser unerwartete und ungebetene Besuch r Unterhaltung, der um so nd ausgebeutet wird, als bekanntlich nten Rom von jeher ein kleinstaͤdtischer, tfremdeter Geist waltet.

ichen ließ, bevor oheit zu empfan

stattgefunden, und somit

alons giebt di erwuͤnschten Stoff zu

des Prinzen begieriger au dem modernen und nteressen en aͤlt sich fortwährend fern v hen Gesandten,

fgegriffen ů

Das diploma⸗ on dem Prinzen, und Grafen von Ludolf, ist lomat im Salon des Herzogs erschtenen.

tische Corps außer dem Neapolitanise

bisher kein fremder Dip

Spanien.

Madrid, 25. Nov. Der Correo Nacional fordert die Regierung auf, gegen den General Alaix mit der gröͤßten Strenge