1840 / 28 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

3 8 7 1 daß Englische Souve⸗

1“ lische sonders mit Hinsicht auf die wvermaͤhlen duͤrften, die das Abend⸗

raine sich nur mit Protestanten anischen Kirche empfingen. Der mahl nach dem Ritus der nseeaanse Sag stehe zu lener Ate in Minister antwortete, aber verstebern, daß er eben so gar keiner Bezichung, nd zeneigt seyn wuͤrde, eine Veränderung wenig wie irgend Jemand 88 eingebrachte Bill soll indeß dem jener Akte vorzuschlageae Rechte ais Britischen Unterthan sichern, Prinzen nee 8 „. nnin dieser Hinsicht anders werde verfahren 88 Laazaber eir Bezug auf den Prinzen 8 ms ohne Wei ves zum zweitenmale verlesen. Herr Slaney aines Ausschusses zur Untersuchung der Ursachen der unter einem Theil der Bevoͤlkerung in vielen Manufaktur⸗Bezirken Ferrschenden Unzufriedenheit antragen werde, mit Aase 8 eine Abhuͤlfe dieses Uebels und auf Befestigung der Anhänglech⸗ keit des Volts an die Landes⸗Institutionen. Auf Antrag des Herrn Hume wurde die Vorlegung eines Nachweises uͤber alte in den Jahren 1828 und 18 29 aus dem konsolitirten Fonds an die verschiedenen Mitglieder der Koͤniglichen Familie ausgezahlten Geldsummen beschtossen. Lord J. Russell beantragte dieselbe Vorlegung auch in Bezug auf das Jahr 1835, und das Haus geneh⸗ migte dieselbe. Sir R. Inglis hielt es fuͤr angemessen, daß, um die Näͤchweisungen zu vervollstaͤndigenund dem Hause eine ordentliche Einsicht in die Sache zu gewaͤhren, auch diejenigen Summen ermittelt werden sollten, welche die Koͤnigin empfangen haben wuͤrde, wenn sie nicht auf ihre erblichen Einkuͤnfte verzichtet häaͤtie, weil er glaube, daß Ihre Majestaͤt, wenn man ihr nicht zu dieser Verzichtleistung gerathen haͤtte, im Srande gewesen seyn wuͤrde, reichlicher fuͤr die vorschiedenen Mitglieder der Koͤ⸗ niglichen Familie zu sorgen, als es in der jetzigen Civilliste ge⸗ schehen. Herr Hume zeigte bei dieser Gelegenheit auch gn, daß er am folgenden Abend auf Reduzirung der fuͤr den Prinzen Albrecht verlangten Apanage von 50,000 auf 20,000 Pfd. an⸗ tragen werde, damit dessen Einkommen das der anderen Mitglie⸗ der der Koͤniglichen Familte nicht uͤbersteige; und Oberst Sibth orp zeigte an, er wolle als Amendement die Einschaltung einer Kügu⸗ sel in die betreffende Bill beantragen, des Inhalts, daß, falls Prinz Albrecht die Koͤnigin uͤberlebe, und er dann nicht minde⸗ destens 6 Monate säͤhrlich im Vereinigten Koͤnigreiche Großbri⸗ tanien und Irland zubraͤchte, oder falls er sich spaͤter mit einer Auslaͤnderin wieder verheiraͤthe, obzer falls er aufhöͤre, sich zur protestantischen Religion zu bekennen, die Bestimmungen, welche ensichtlich seiner Apanagirung getroffen werden moͤchten, ganz aufgehoben seyn sollten. Der großte Theil der Sitzung wurde wieder mir den Drbatten uͤber die Privilegienfrage des Hauses hingehracht, und das Resultat war, daß mit 195 gegen 94 Stim⸗ men der Antrag Lord J. Russell's angenommen wurde, die Sheriffs von Middleser, W. Evans und J. Wheelton, weil sie sich in der Hansard⸗Stockdaleschen Sache eine Verachtung und Verletzung dieser Privilegien haͤtten zu Schulden kommen lassen, im Unterhause in gefanglichen Verwahrsam zu bringen.

London, 22. Die Koͤnigin empfing vorgestern die

X

all.

Deputation des Unterhauses, welche Ihrer Majestaͤt die Abressc auf die Thron⸗Rede uͤberbrachte.

Die Antwort der Koͤnigin auf

die Adresse des Oberhauses, welche am Sonnabend uüͤberrescht

worden war, lautete folgendermaßen: „Bei einer Meine Gefuͤhle

so ianig beruͤhrenden Gelegenheit, wie die jetzige, empfange Ich

erfreut.

ddiese loyale und ergebene Adresse mit großer Genugthuung. Ich fuͤhle in Betreff der Fuͤrsorge fuͤr bindung zu schliehen

Mich durch Ihre Uebereinstimmung mit meinen Wuͤnschen den Prinzen, mit dem Ich eine Ver⸗ im Begriff bin, kraͤftig unterstuͤtzt und sehr Ich danke Ihnen fuͤr die Bereirwilligkeit, womit Sie hren Entschluß ausgespröchen haben, diejenigen Maßregeln zu

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bestaͤtigen, welche fuͤd noͤthig erachtet werden moͤchten, um ange,

messene Einrichtungen zu

aller Klassen Meines Voltes zum Heil gereiche. Ceur bei Ihrer Majestaͤt, und es wurde der Koͤnigin unter An⸗

wreffen; und was die Wohlfahrt des Eifer und Ihre in⸗

andes anbelangt, so baue Ich auf. Ihren - In aͤhnlichen Aus⸗

ige Anhaͤnglichkeit an Meine Person.“

druͤcken war auch die Antwort auf die Adresse des Unterhauses abgefaßt; sie schloß mit den Worten: „Ich bin sehr erfreut uͤber die Meinung, welche sie uͤber den Prinzen ausgesprochen haben, und die er gewiß rechtfertigen wird.

Mein eifrigstes Bestreben wird dahin gerichtet seyn, daß Meine Regierung der Wohlfahrt Hierauf war

deren der von einer Urlaubsreise hierher zuruͤckgekehrte Sardi⸗ ische Gesandte, Graf Pollon, vorgestellt. 8 G Im St. James⸗Palast sind eine Menge Arbeiter beschaͤftigt, um die noͤthigen Einrichtungen zu der Vermaͤhlungsfeierlichkeir zu machen. Unter Anderem wird von dem Palast nach der Ka⸗ pelle ein bedeckter Gang gebaut. Tory⸗Blaͤtter behaupten, es werde in der Kapeile nur Raum fuͤr 359 Personen seyn, und da⸗ her vermuthlich nur der Hof zur Trauungs⸗Ceremonie zugelas⸗ sen werden, die Pairs aber, die durch ihre Privilegien dazu be⸗ rechtigt seyen, und vielleicht gar auch das diplomatische Corps da⸗ von ausgeschlossen bleiben. Die Ceremonie soll, soweit es die Umstände erlauben, ebzen so stattfinden, wie bei der Vermaͤhlung Grorges IllI. und der Königin Charlorte, und Llesc nach der ense eeen Ihre Mazestaͤt und der Prinz Albrecht sich in gleitung einiger Personen ihres Gefolges und mit einer Ka⸗ vallerie⸗Eskorte nach Windsor begeben. Dort wird spaͤter ein großes Diner stattsinden, und die Minister und der hohe Adel

1“X“

1““ WEE 8 vorgelegten 5 Gesetz⸗Emwoͤrse sort und gehen dieser Gelegen⸗ eit saͤmmtliche Artikel des Grundgesetzes durch, um bei dieser Vne henhe der Regierung anzudeuten, welcherlei Veraͤnderur⸗ 8 ie, außer den in Vorschlag gekommenen, noch gemacht zu aben wuͤnschen. f 2 9 8 Bruͤfsel, 22. Januar. Die Kammer hat gestern das Budget der Eisenbahnen berathen. Die Diskussion drehte sich uptsaͤchlich um die Lieferung des Sandes. Herr Rodenbach b dabei, ob das Geruͤcht wahr sey, daß die Regierung fuͤr 4 Millionen Actien der Rheinischen Eisenbahn genommen habe. Der Minister erklaͤrte: „Es ist wahr, daß die Regterung des⸗ halb ein Arrangement getroffen hat, aber dies tritt erst in Kraft, wenn die Kammern es genehmigt haben. Dies wird zu einem Antrag Anlaß geben, den Ihnen die Regierung machen wird. Herr Lebeau fragt, ob man die Bahn von Mons nach Quievrain bauen werde, ehe man die Gewißheit habe, daß die Bahn von Paris nach der Graͤnze gebaut werden wird. Der Minister ant⸗ wortete, das Gesetz vom 1. Mai 1838 verpflichte zu diesem Baue, jedenfalls sey aber gewiß, daß eine Bahn von Valen⸗ ciennes bis Quievrain gebaut werde. Die Franzoͤsischen und Belgischen Commissaire werden naͤchstens uͤber den Vereinigungs⸗ punkt konferiren. In Vist ist der Dr. von Sartorius, ein ehemals als prak⸗ tischer Arzt so wie als Professor der Klinik in Graͤtz sehr verdien⸗ ter Gelehrter, im 86stan Jahre seines Alters mit Tode abgegangen.

Bruͤssel, 23. Jan. Gestern hat die Repraͤsentanten⸗Kam⸗ mer das 88 28 oͤffentlichen Arbeiten, dessen Betrag auf 9,036,031 Fr. 27 C. festgesetzt wurde, mit 36 gegen 6 Stimmen angenommen.

1— 3 Der Advokat Marchot in Namur, welchem die Regierung die Erlaubniß zur Annahme und Tragung des Niederländischen Loͤwen⸗Ordens verweigert hat, will jetzt seine Reclamation bei den Gerichten geltend machen. Herr Marchot hatte vor einigen Jahren einen Orangisten vor Gerichten mit guͤnstigem Erfolge vertheidigt, und da dies als die Ursache der Ordens⸗Verleihung angesehen wird, so ist ihm von der Belgischen Regierung nicht gestattet worden, den Orden zu tragen.

*ꝑDie Festlichkeiten zur Enthuͤllung des Denkmals von Rubens werden in Antwerpen in den Tagen vom 15. bis zum 20. Au⸗ gust mit großem Pompe stattfinden. Es sind dazu bereits 22 Preise fuͤr das beste Gedicht und die beste Abhandlung zum Lobe des beruͤhmten Malers ausgesetzt worden.

Lüͤttich, 22. Jan. Zu Luͤttich ist in Franzoͤsischer Sprache unter dem Titel „die Rheingraänze“ ein Sendschreiben an den Deputirten Mauguin erschienen, das einen Rheinpreußen zum Verfasser haben soll und aus welchem die Koͤlnische Zei⸗ tung Auszuͤge mittheilt, in deren Einleitung es heißt: „Die Franzoͤsischen Blaͤtter glauben nie auf einem guͤnstigeren Terrain zu seyn, als wenn sie die Idee der Wiedervereinigung der Län⸗ der an dem linken Rheinufer mit ihrem Lande wieder .-2 Wenn man sie reden hoͤrt, so ist diese Erweiterung der Graͤnzen Frankreichs eine National⸗Aufgabe und eine politische Nothwen⸗ digkeit. Nichts ist so leicht, so gerecht, so natuͤrlich, als die Er. oberung dieser Provinzen, die, seit undenklichen Zeiten integri⸗ rende Theile des Deutschen Reichs, 1801 durch den Luncviller Frieden an Frankreich abgetreten, und 1814 durch den Pariser Frieden an Deueschland zuruͤckgegeben wurden. Man koͤnnte diese ewigen Aufrufe von gehaͤssigen Leidenschaften ignoriren, wenn nur die Jour⸗ nale sich dieselben gestatteten. Wenn aber Maͤnner, die durch Geist, Einsicht, Erfahrung und Vermöͤgen zur Elite der hervorragenden Maͤnner einer großen Nation gehoͤren, die in jeder Deputirten⸗ Session auf eine Frage zuruͤckkommen, die seit lange durch das öͤffentliche Recht von Europa entschieden worden ist, dann muß man annehmen, daß sie dabet auf die Sympathie der bei weitem groͤßeren Mehrheit ihrer Kommittenten zaͤhlen. Es kann fuͤr die Redner der Opposition keinem Zweifel unterliegen, daß die Frage der Rheingraͤnze die Alternative des Friedens und des Krieges von Europa in sich schließt. Dieses bestaͤndige Wiederholen der⸗ selben Behauptungen muß den Verdacht der fremden Kabinette naͤhren und die Ansicht beglaubigen, daß die jetzige Regierung Frankreichs nicht im Stande sey, das friedliche System, welches allein ihr Bestehen moöͤglich gemacht, länger aufrecht zu erhalten. Wirklich ist auch, wenn man jene Redner hoͤrt, der Frieden, dessen wir seit 1830 genießen, nur ein Waffenstillstand, der die Staats⸗Finanzen erschoͤpft, die Ungewißheit der Zukunft verlaͤn⸗ gert und die Unbehaglichkeit unserer Zeitgenossen fortdauern macht. Bereits sind wir, ihnen zufolge, dem Zeitpunkte nahe, wo der Krieg sich als einziges Mittel darstellt, einem Zustande der Dinge ein Ende zu machen, dessen Ertragung nicht laͤnger mehr moͤglich scheint. Wenn man mit solchem Leichtfinn vom Kriege redet, hat man auch wohl bedacht, was man will? Alle Kriege der Revolution wur⸗ den durch den Vertrag von 1814 und seine, auf den Zustand der Dinge vor der Revoluticn begruͤndeten Bebiets⸗ Theilungen beendigt. Sieger oder besiegt, duͤrfte Frankreich sich schmeicheln, daß der allgemeine Brand, welchen dieses hartnaͤckige System, erloschene Leidenschaften anzufachen, nothwendig herbeifuͤhren muß, mit einem Frieden endigen koͤnne, dessen Grundlagen der Fintus qua vor 1814, oder nach 1814 waͤre? Es ist schon ein schwerer Irrthum, sein Land in einen Krieg zu stuͤrzen, dessen

werden Feste zu Chren des Tages geben. Die Stadt wird erleuchtet werden. Man glaubt jetzt, daß am 12ten um acht Uhr Abends die Ceremonte statifinden und am Iiten der

Prinz hier eintreffen werde. Der Observer bemerkt: „Es mag

nicht allen unseren Lesern bekannt seyn, daß die Neigung, welche u der bevorstehenden Verbindung führte, keinesweges neueren rsprungs ist. Ihre Magzestaͤt die Koͤnigin Victoria und der Prinz Albrecht wurden zusammen erzogen, und man bemerkte, daß Ihre Majestat umer allen ihren Jugendgespielen dem Prin⸗ zen wegen seines liebenswuͤrdigen Charakters und semner Guͤte und Sanftmuth immer vor Anderen den Vorzug gab. Se. Ko⸗

nigliche Hoheit spricht das Englische fließend und hat sch bereits

die Zuncigung und die Achtung aller Personen des JHofstaats Ihrer Majestat erworben. Er ist sowohl. Dichter als Musiker Und besitzt einen sehr gelaͤuterten Geschmack.“ Der Herzog von Susser hat sich von seinem Unwohlseyn so weit erholt, das er bereits wieder aucgefagsis ist. Sollte das Wetter gut bleiben, so hofft er, in wenigen Tagen an der Jagd Theil nehmen zu können. 8 In den letzten Tagen hat welche sich mehrere Tage hindurch in der Umgegend von Beth

nab⸗Green herumtrieben, nicht mehr gesehen, und man glaubt all⸗ gemein, daß die kraͤftigen Maßregeln der Polizei dem Chartismus

in der Hauptstadt den Todesstoß versetzt haben. E11u“] 1 Niederland . 111“ Aus dem Haag, 23. Jan. Die Sertionen ber zwheiten

ammer setzen ihre Berathungen uͤher die von der Regierung

man die Gruppen von Chartisten, 1

Ziel Niemand berechnen, dessen Ausgang Niemand voraus sehen kann. Mehr als Irrthum aber, Verbrechen ist es, alle politi⸗

schen Leidenschaften aufzurufen, um einen Kampf zu erwecken, wo Geschichte, oöffentliches Recht, und die Bedingungen des gegenwärtigen Zustandes der Dinge sich vereinigen, um alle Wahrscheinlichkäit des Erfolges gegen die Natien zu wenden, wesche sich durch die Idee des Nationalruhms dazu verlocken ließ. Die ministeriellen Redner in der Deputirten⸗ Kammer haben stets diesen Theil der Reden ihrer Gegner so nachfichtig behandelt, daß man zweifelhaft wird, ob dies Scho⸗ nung schiecht begruͤndeter Ansichten oder Ruͤcksicht auf den Na⸗ tionat⸗Wunsch sey, welcher dem Gerede der Opposition als Stuͤtze zu dienen scheint. Selbst die Journale, weiche nie die Schwaͤ⸗ chen und Irrthuͤmer des Publikums schonen, haben sich wohl ge⸗ huͤtet, auf diesen Gegenstand mit allen Waffen einzugehen, die ihnen zu Gebdte standen. Kurz, man kann sagen, daß diese, fuͤr beide Na⸗ tionen so wichtige Frage nie in Frankreich unpatteiisch und umfas⸗ send ruhig und aufrichtig erwogen worden ist. Wir glauben daher, beiden einen Dienstzu erweisen, wenn wir dieses Werk uͤbernehmen.

Deutsche Bundesstaaten.

Muͤnchen, 21. Jan. (Nuͤrnb. Korr.) Der den Staͤn⸗ den vorgelegte Gesetz,Entwurf, den Schutz des Eigenthums an Werken der Literatur und Kunst betreffend, enthaͤlt 13 Artikel. Nach demselben duͤrfen Werke der Literatur und Kunst, ohne die

(zu seder neurn Auflage ersorderliche) Einwilligung des Urhebers, seiner Erben oher Rechtehachfolger weder veroͤffentlicht noch nach⸗

8 . 2 2 1 gebildet oder auf mechanischem Wege vervielfaältigt werden. Aus⸗

genommen sind Werke der Baukunst in ihren aͤußeren Umrissen, oͤffentliche Denkmale, Druckschriften ohne Namen des Urhebers oder Verlegers, und die Aufnahme einzelner schon fruͤher gedruck⸗ ter Aufsatze, Gedichte ꝛc. in literarischen Zeitschriften, Sammlun⸗ gen, Chrestomathieen und Almanache. Jenes ausschließliche Recht erlischt, wenn der Urheber eine physische Person ist, 30 Jahre nach seinem Tode, wenn es aber, eine juristische Person ist, oder das Werk erst nach seinem Tode erscheint, oder auf demselben nur der Verleger genannt ist, 30 Jahre nach Erscheinen des Werkes. Wenn das Werk aus mehreren zusammenhaͤngenden Baͤnden besteht, faͤngt der 30 jaͤh⸗ rige Termin erst vom Erscheinen des letzten Bandes an, sofern nicht zwischen dem Erscheinen der einzelnen Bände 843 als drei Jahre verflossen sind. Der Koͤnig kann fuͤr einzelne Werke Privilegien auf einen bestimmten Zeitraum ertheilen. Jeder E der ein eigenes oder fremdes Werk herausgiebt, muß wei Exemplare von der besten Sorte an das Ministerium des Innern abliefern, wovon eines an die Hof⸗ und Staats⸗Biblio⸗ thek oder die betreffende Kunstsammlung abgegeben, das andere ebenfalls als Staats⸗Eigenthum aufbewahrt wird. Die Be⸗ scheinigung der Ueberlieferung ist bei Anrufung der poltzeirichter⸗ lichen Huͤlfe gegen Nachdruck unter dem Präͤjudiz der Abwei⸗ sung beizulegen. Wer ein Werk rechtswidrig veroffentlicht, 5 bildet oder vervielfaͤltigt, hat den Beeintraͤchtizten volle Entschaͤ⸗ digung zu leisten, und wird nebstdem an Geld von⸗50 bis 1000 Fl. bestraft; die vorraͤthigen Exemplare und bei Kunstwerken auch die Formen, Platten, Steine ꝛc. werden konfiszirt und vernichtet. Die Entschaͤdigung soll auf eine, dem Verkaufspreise von 50 bis 1000 Exemplare der rechtmaͤßigen Ausgabe gleichkommenden Summe bestimmt werden, sofern der Berechtigte nicht hoͤhern Schaden nachweist. Der Verkaͤufer des Nachdrucks wird gleich dem Urheber bestraft, und hat mit demselben solidarisch fuͤr die Entschädigung zu haften. Die Untersuchung wird bei den Di⸗ strikts⸗Polizei⸗Behoͤrden in erster, den Kreis⸗Regierungen in zwei⸗ ter und dem Staatsraths⸗Ausschuß in letzter Instanz gefuͤhrt. Die Geldbußen werden nach Abzug der Untersuchungs⸗Kosten der Armenkasse des Polizei⸗Distrikts, wo der Verurtheilte wohnt, oder bei Auslaͤndern der Armenkasse des Polizei⸗Distrikts, wo die Uebertretung begangen wurde, zufallen. Auslaͤnder, die nicht dem Deutschen Bundesgebiete angehoͤren, haben auf den Schutz die⸗ ses Gesetzes nur insoweit Anspruch, als dieser Schutz in ihrem Vaterlande den Bayerischen Unterthanen gewaͤhrt wird.

Muͤnchen, 22. Jan. (A. Z.) Der wichtigste Gegenstand, der heute die Kammer der Abgeordneten beschaftigte, war der Vortrag uͤber die Eingabe des Koͤnigl. Advokaen „r. Hutter, dessen Nichteinberufung in die Kammer der Abgeordneten betref⸗ fend. Herr Windwart trug den wesentlichen Inhalt dieser Re⸗ clamation ungefaͤhr in Folgendem vor: Wie bekannt, 1 G den Geande Wahlen im Fahre 1839 gewaͤhlten Advokaten bis auf einen die Koͤnigl. Bewilligung zum Eintritte in die Kammer nicht ertheilt worden, und zwar, wie es scheine, aus dem Grunde, weil Advokaten fuͤr den oͤffentlichen Dienst verpflichtete Individuen seyen; allein er (der Reklamirende) koͤnne dies im Geiste der Verfas⸗

ayerische Gerichts⸗Ordnung und den Verpflichtung, durch die Anmer⸗ kungen des Barons Kreitmayr zu dieser Gerichts ⸗Ord⸗ nung, aus den Schriften großer und beruͤhmter Rechts⸗ gelehrten, aus Koͤnigl. Rescripten und Verordnungen, aus einem oberappellationsgerichtlichen Erkenntnisse, und aus dem Geiste der Verfassungs⸗Urkunde selbst, so wie aus der Natur und Stellung der Advokaten im Staate. Hierauf fuͤhrt er in seiner Eingabe aus, daß der Eid der Advokaten, wie ihn die Bayerische Ge⸗ richtsordnung Kap. II. §. 5 vorschreibt, keine Verpflichtung fuͤr den öffentlichen Dienst enthalte; setzt sodann die Bestimmungen der Anmerkungen des Barons Kreitmayr zu dieser Gerichtsord⸗ nung Kap. II. §. 5. Lit. A. auseinander, worin unterschieden ist zwischen der Aufnahme der Advokaten und der Anstellung; er be⸗ zieht sich im weitern Verlauf seiner Vorstellung auf Seufferts Kommentar uͤber die Bayerische Gerichtsordnung Bd. I. Exlangen S6 pag. 268 el seq., dann auf die Vortraͤge des Hofraths Bayer zu Martins Lehrbuch p. 122; auf die Verordnungen vom F1. Dez. 1799 und 12. April 1800. Eben so fuͤhrt er aus einem oberappellations⸗ gerichtlichen Erkenntniß aus, daß die Advokatur lediglich ein wis⸗ senschaftliches Gewerbe sey, und kein Gewerbeausuͤbender, selbst wenn er ein Koͤnigl. Hof⸗Kuͤrschner, Hof⸗Schlosser ꝛc. sey, koͤnne oöͤffentlicher Diener genannt werden; uͤberhaupt habe aber der Ad⸗ pokat nichts Oeffentliches an sich, ja er duͤrfe keinen anderen oͤf⸗ fentlichen Dienst, z. B. den eines Gerichtshalters uͤbernehmen, und sein Dienst vertrage sich uͤberhaupt nicht mit einem oöͤffent⸗ lichen Dienste. Herr Windwart verlas dann alle fuͤr diese Darstellungen beigebrachten Belaͤge speziell. Die darauf erfolgte sehr lebhafte und lange Diskussion ergab den Beschluß, daß die Reclamation des Advokaten Ur. Hutter als auf sich beruhend er⸗ rt wurde. 8 b 85 Einer Allerhoͤchsten Entschließung vom 19ten d. M. zusolge (an die Divisions⸗ und Corps⸗Kommando's ergangen), hat Se. Majestaͤt der Koͤnig zu gestatten geruht, daß diejenigen 915 seute oder Rittmeister, welche nach ihrem Dienstalter an der Be⸗ foͤrderung zu Stabs⸗Offizieren stehen, immer ni Foftsdesen gedient und Feldzuͤge mitgemacht haben wenn sie in Gr. des §. 1 des Armee⸗Befehls vom 25. Juni v. J. lediglich dienstlichen Ruͤcksichten in ihrer Reihe, aber nicht F. 2 nahmsweise außer derselben befoͤrderte Nachleute, 5 Fr werden, um die Normal Pension ihres Grades und die terisirung als Major einkommen duͤrfen.

zeimar. 17. Jan. (Frankf. J.) Die Jubelfeier des e.Un . hier in Weimar die regste Theilnahme. Das beabsichtigte Weimarsche Jubel⸗Album wird durch mancher⸗ lei sehr werthvolle literarische Beitraͤge aus der aͤlteren klassischen Epoche Weimars das allgemeinste Interesse erregen. Unter An⸗ derem wird ein Manuskript des beruͤhmten M nach, welcher in Weimar starb und begraben liegt, zum Drucke

er darthun durch die T Eid der Advokaten bei ihrer

1u6

Gotha, 24. Jan. Gestern fand hier die Hosenband⸗Ordens an Se. Durchlaucht den Prinzen Albert unter glaͤnzenden Feierlichkeiten statt. Der Viscount To⸗ reichte zuerst dem regiorenden Herzoge das Koͤnigliche Schreiben mit der Vollmacht der Verleihung, dessen Abschrift er in Eng⸗ lischer Sprache, und die Ncgetsesans der Wirkliche Geheime Rath, Freiherr von Stein, vorlas. ey 1. naͤchst dem regierenden Herzoge die Ordens⸗Insignien, tink das Diplom. Se. Herzogl. Durchlaucht hing Durchlaucht dem Prinzen Albert die Ordens⸗Kette

Graf

en⸗

Leiningen legte dem Prinzen das Kniehand an, 8

aufkeimen koͤnnte, namentlich durch sischer öͤffentlicher daß in Holland eine der

den bei

sungs⸗Urkunde nicht e. daß dem uüͤberhauptnichtso sey, wolle

Aufregung und Unzufriedenheit bei der Bevoͤlkerung bracht habe.

schwer zu ersetzen seyn. uech setzen seyn

Malers Lukas Cra-

Ueberreichung des

orrington üͤber⸗,

er Oberst Grey uͤberreichte hier⸗

sodann Sr. um Und be⸗

rigen Lage des Un festigte den Stern auf der Brust des Prinzen, und her Fuüͤrst c

Schwerin, 19. Jan. Wegen des Ablebens Sr. Majestaͤt des Koͤnigs Friedrich Vi. von Dänemark hat der Groß⸗ herzogliche Hof vom 3ten d. M. an auf drei Wochen, so wie wegen des Ablebens Ihrer Koͤnigl. Hoheit der verwittweten Land⸗ graͤfin von Hessen⸗Homburg, gebornen Prinzessin von Großbri⸗ tanien, vom 19ten d. M. an auf 8 Tage Trauer anzelegt.

Frankfurt, 24. Jan. Die neuesten Privat⸗Nach⸗ richten aus dem Haag lassen kaum daran zweifeln, daß die von einem Theile der Mitglieder der zweiten Kammer der General⸗ staaten gewuͤnschte Revision des Staats⸗Grundgesetzes An keiner schwierigen Differenz zwischen der Kammer und der Regierung Veranlassung geben werde. Die Kammer hat durch die Ver⸗ werfung des bekannten Revisions⸗Antrags von fuͤnf ihrer Mitglie⸗ der auch wieder den Weg eingeschlagen, auf welchem sie allein erhoffen kann, daß die Regierung ihr in ihren Wuͤnschen entge⸗ genkommt. Sonderbar waͤre es auch, wenn die Kammer durch ungrundgesetzliche Mittel eine Revision des Staats⸗Grundgesetzes erreichen wollte. Wenn nun aber im Auslande die Meinung die falschen Berichte Franzoͤ⸗ Ruhe dieses efahr drohende Stimmung herrsche, so reicht, daß die Hollaͤndischen Blaͤtter gerade das Gegentheil be⸗

aupten, der Umstand, daß die Regierung jetzt gerade eine starke eag.uns der Armee eintreten laͤßt, hin, dem Publikum die Augen uͤber die Unwahrheit solcher Berichte zu oͤffnen. Die Niederlaͤndische Regierung kann sicher unter allen Umstaͤnden auf die Treue der Alt⸗Niederlande bauen, und es wird den Feinden der Eintracht Hollands nicht die Freude, daß diese Treue zu

Landes davon,

Schanden werde.

In Betreff des in der verflossenen Woche auf der Taunus⸗

Eisenbahn sich ereigneten Ungluͤcksfalles, ist alsobald eine strenge polizeiliche Untersuchung angeordnet worden, deren Resultat aber noocch nicht bekannt ist. Wohl aber duͤrfte dem Eisenbahn⸗Direk⸗

torium bereits schon eine ernste Straf⸗Androhung zuergangen seyn, damit sie die Wiederkehr solcher Unfaͤlle verhuͤte. Unter solchen, das Publikum beruhigendern Umstaͤnden duͤrften die Eisenbahn⸗ fahrten anch nach und nach wieder belebter werden, als sie in den letzten acht Tagen waren. Die Schifffahrt auf dem Main ist noch nicht wieder offen, da der Fluß sehr stark angeschwollen ist. Das Frachtfuhrwerk, besonders in Wolle nach den Nieder⸗ landen, zeigt wieder etwas groͤßere Lebhaftigkeit und es war in den letzteren Wochen selbst Mangel an Fuhrwerk zu verspuͤren. Der Handel an unserer Boͤrse war anfangs der Woche weni⸗ er, in den letzteren Tagen mehr belebt, heute indessen von keiner e een Im Allgemeinen behaupten die Fonds hier ziemlich viel Festigkeit und verfolgen eher eine steigende als weichende Bewegung. Dieses gilt auch von den Höllaͤndischen Effekten, von welchen in Integrale sich freilich Mangel an kontanten Stuͤcken zeigt. Auch die Taunus⸗Eisenbahn⸗Actien sind in dieser Woche wieder gestiegen und behaupten sich auf 117— 118 pCt. Allerdings zeugt der jetzige Geldstand hier Ueberfluß an baar; der Diskonto steht 3 ½ pCt. und dadurch wird die Boͤrse nicht

wenig unterstuͤtzt. 8

3

Wien, 18. Jan. (Allg. Z.) Nachrichten aus Gradiska

zufolge, ist die Frau Herzogin von Berry mit ihrem Gemahl

und ihrer Familie am 3. Januar daselbst angelangt. Wir la⸗ sen unlängst in Hamburger Blaͤttern, daß die Regierung in Ti⸗ rol die Conscription einzufuͤhren gedenke, welche Maßregel groͤße

U t ervorge⸗ Diese Nachricht ist ganz falsch; wie aus verlaͤßli⸗ cher Quelle vernommen wird, ist die Einfuͤhrung der Conscrip⸗ tion in Tirol gar nie in Antrag gewesen. Im Gegentheil ist man

2 darauf bedacht, das der uralten Sitte dieser Gebirgslaͤnder so

entsprechende und in kriegerischer Beziehung sehr zusagende Schuͤz⸗

zenwesen, durch Vermehrung der Staͤnder und andere 2

fig⸗ Einrichtungen, zu einem hoͤhern Grad der Ausbildung zu ringen.

ö Wien, 22. Jan. Unsere Regierung hat mit der Herzogl. Parmesanischen eine Convention abgeschlossen, laut wel⸗ cher die in Parma stehenden Oesterreichischen Bataillone, durch welche in Ermangelung eines Parmesanischen Kriegs⸗Etats im

Herze thume der Militair⸗Dienst versehen ward, die Herzogli⸗ chen 6

taaten allmaͤlig verlassen werden. An ihrer Stelle wird ein Parmesanisches ruppen⸗Corps gebildet werden. Mehrere Oesterreichische Offiziere und Unterofsiziere haben die Ermaͤchti⸗ gung erhalten, in den Herzoglichen Dienst zu treten, wobei ihnen der Ruͤcktritt in die Kaiserliche Armee nach Verlauf einer be⸗ stimmten Zahl von Jahren in Aussicht gestellt ist. Bei Gelegen⸗ heit des Abschlusses der diesfaͤlligen Convention haben einige Or⸗ dens⸗Verleihungen stattgefunden, darunter auch an den 9 und Geheimen Staats⸗Offizier der Oesterreichischen Staats⸗Kanzlei, Freiherrn de Pont, welcher mit dem Commandeur⸗Kreuze des Konstantinischen Georgs⸗Ordens eziert wurde.

Der als Friedrich Halm gefeterte Dichter der Griseldis, des

X Adepten ꝛc., Baron Muͤnch, ist zum Regierungsrath befoͤrdert

worden. Der verdienstvolle Historienmaler und Direktor der Maler⸗

Alfademie in Prag, Kadilik, ist kuͤrzlich in dies 1 ücbgegangen g, ist kuͤrzlich in dieser Stadt mit Tode

Kadlik nahm unter den vaterlaͤndischen Kuͤnstlern „8 hervorragende Stelle ein. Seine 8--e. wncn- haben 88 en hohen Schwung und den Reichthum der Erfindung fuͤr sich, vhühe sein Landsmann und Kunstgenosse Joseph Fuͤhrich in so seltenem Maße begabt ist, aber edle Einfachheit, innige Froͤm⸗ migkeit und ein kindlicher Sinn die Hauptzuͤge in dem Cha⸗ rakter des Verstorbenen verleihen allen seinen Schoͤpfungen einen unaussprechlichen Reiz. Vor einigen Jahren an die Spitze der Prager Akademie gerufen, fuͤllte Kadlik diesen wichtigen Platz mit Eifer und gesegnetem Erfolge aus. Sein Abgang wird

er die Verhaͤltnisse der hiesigen wechselseitigen Brand⸗

aden „Versicherungs⸗Anstalt enthaͤlt der Vortrag des General⸗

irektors dieses itutes, (. .2 interessante —5 Grafen Ferdinand Colloredo, einige

Wir entlehnen demselben Folgendes: Der eSeeee Laufe des verflossenen Jahres 1ee Phche als schaͤdigten 957 in Anspruch genommen. 175 Feuersbruͤnste be⸗ lungs⸗Bemag hühn ehmer an 2541 Gebaͤuden. Der Verguͤ⸗ ventions⸗Mi ierfüͤr macht zusammen 240,848 Fl. 42 Kr. (Con⸗

8 im Jahre danze) aus, mithin beinahe um 35,000 Fl. mehr als

it Inbegriff der Verwaltungs“, Erheb 88 3 ltung rhebungs⸗ 1e 9e.,S.. weisen die Rechnungs⸗Abschlüͤsse tg 1889 8 Kr 1.2., heilnehmer einzulegenden Betrag von 261,979 -. verrheile 8 en unter einen Klassenwerth von 63,042,345 uf 100 Fl. desselben einen Beitrag von 25 Kr. er⸗ ; ie 42582 1. 22 und die aus der trau⸗ ves Ungarischen Bauens hervorgehende Haͤufigkeit der immer wieder erneuernden Feuersbruͤnste e Dirtetion

8

genoͤthigt, von allen Rohr⸗ und Strohdaͤchern daselbst einen neuen Zuschlag von 50 pCt. zu verlangen. Im verflossenen Jahre sind zugewachsen 3251 Theilnehmer mit 6405 Gebauden, einem Ein⸗ lagswerthe von 2,798,550 Fl. und einem Klassenwerthe von 3,764,496 Fl. Dagegen nur zenben 898 Theilnehmer mit 1918 Gebäuden, Einlagswerth 854,350 Fl., Klassenwerth 1,529,101 ¼ Fl., wodurch sich das erfreuliche Resultat von 13,275,175 Fl. Einlagswerth und 63,266,481 ¼ Fl. Klassenwerth ergiebt, bisher der Heohse⸗ Stand der Anstalt.

Der ploͤtzliche Temperaturwechsel das Thermometer zeigte noch vor wenigen Tagen 12 9, waͤhrend man jetzt eben so viel Waͤrmegrade zaͤhlt hat viele Krankheiten erzeugt, und die Zahl der Todesfoͤlle vermehrt. Besonders haͤufig kam der Schlagfluß vor. NKehrere Personen, darunter, wie bereits gemeldet, Fuͤrst Schoͤnburg, wurden im Laufe der verflossenen Woche auf diese Weise plöͤtzlich dahingerafft: Der Einsegnung des Leichnams des Ee wohnte der groͤßte Theil des diplomatischen Corps, Fuͤrst

detternich und viele Herren und Damen des hohen Adels bei. Neben diesen ernsten Mahnungen der Vergaͤnglichkeit, und ungeachtet der unguͤnstigen Einflüͤsse der Witterung, nimmt der Karneval einen froͤhlichen Fortgang. Die oͤffentlichen Saͤle wer⸗ den fleißig besucht, und die Straßenecken sind mit zum Tanze aufmunternden Anschlaͤgen bedeckt. In den hoͤheren Kreisen geht es zwar etwas stiller her, doch fehlt es nicht gänzlich an Unter⸗ haltung. Jeden Sonnabend wird bei Fuͤrst Esterhazy getanzt, andere Bälle verspricht man sich noch bei dem Russischen Bot⸗ schafter, bei den Fuͤrsten Adolph Schwarzenberg und Alois Lich⸗ tenstein. Auch Prinz Wasa beabsichtigt, einige Feste zu veran⸗ stalten, sobald seine b-b einigen Wochen leidende Gemahlin wie⸗ derhergestellt ist. Wird weniger, als sonst getanzt, so fehlt es dagegen nicht an Diners, deren in letzter Woche mehrere bei dem Nuntius, dem Englischen Botschafter, den Gesandten von Preu⸗ ßen und Bayern, bei Fuͤrst Colloredo ꝛc. stattfanden.

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Rom, 14. Jan. (A. Z.) Der Pro⸗Tesoriere, Kardinal Tosti, faͤhrt fort, ohne sich durch das Geschrei der Menge irre leiten zu lassen, auf der begonnenen Bahn die Einkuͤnfte des Staats, so viel sich thun laͤßt, zu mehren. Der Papst selbst und alle Kardinaäle sind ihm hierin entgegen gekommen, indem sie zum Wohl des Ganzen ihren bisherigen Privilegien der Zollfreiheit entsagt haben. Nach solch hohem Beispiel kann es nun kein In⸗ dividuum, keine Corporation dem Kardinal mehr verargen, wenn er, wie bereits geschehen, saͤmmtliche Zollvorrechte als aufgehoben erklaͤrt. Außer einigen verschaͤrften Verordnungen gegen den Schmuggelhandel ist auch ein Dekret erschienen, welches fuͤr ver⸗ schiedene Artikel den Eingangszoll herabsetzt, dagegen Gegenstaͤnde des Luxus einer Erhoͤhung unterwirft. Ferner sind fuͤnf Direk⸗ toren ernannt, die hier und in den Provinzen die Aufsicht des Zolls u uͤberwachen haben. Diesen wie allen Unterbeamten ist ein ntheil von der zukuͤnftigen Mehreinnahme (die gewoͤhnliche Ein⸗ nahme nach der Durchschnittssumme der letzten Jahre angenom⸗ men) zugesichert, so daß es im Interesse Aller liegt, wachsam ge⸗ gen jede Art von Contrebande zu seyn.

Gestern und vorgestern hielten die Zoͤglinge der Propaganda side ihre oͤffentlichen jaͤhrlichen Rede⸗Uebungen in dem großen Saale dieser Anstalt vor einem zahlreichen Publikum. Es wur⸗ den in vierzig verschiedenen Sprachen und Mundarten Vortraͤge gehalten. Der beiden Chinesen einsylbige Sprache war wohl nur dem anwesenden Kardinal Mezzofanti verstaͤndlich. Außer einigen anderen Kardinäaͤlen und vielen Bischoͤfen bemerkte man am ersten dieser beiden Tage Dom Miguel und den Franzoͤsischen Botschaf⸗ ter auf a * in dieser Versammlung.

Der Fuͤrst B. Radziwill ist heute, so wie der Fuͤrst Clary, nach dem Norden abgereist.

Rom, 16. Jan. Das Diario meldet, daß der Papst am 29. Dezember ein Dekret habe publiziren lassen, in welchem er⸗ klärt wird, daß die Nonne Maria Francesca, vom Orden der Wunden Jesu, zwei Wunder in der Stadt Neapel verrichtet habe, indem zwei Kranke augenblicklich von ihr geheilt worden seyen. Gedachte Nonne ist bereits im Jahre 1791 verstorben, und jenes Dekret ist als Vorlaͤufer ihrer Beatification und spaͤ⸗ teren Heiligsprechung anzusehen.

Spanien.

Madrid, 15. Jan. Gestern hielten die gemaͤßigten Waͤh⸗ ler eine große Versammlung. Es wurde beschlossen, die Listen der Kandidaten in großer 27: zu verbreiten. Alle dem Mi⸗ nister des Innern zugehende Berichte stimmen darin uͤberein, daß bei den allgemeinen Wahlen die gemäßigte Partei den Sieg davontragen werde; man fuͤrchtet jedoch, daß dies nicht ohne Blutvergießen geschehen duͤrfte.

Das Eco del Aragon meldet, daß die Karlisten die Kirche in Valdealgorfa zerstoͤrt hatten und mit dem Franziskaner⸗Kloster in demselben Distrikte dasselbe beabsichtigten, damit diese Gebaͤude den Truppen der Koͤnigin nicht als befestigte Punkte dienen koͤnnten.

Dem Mémorial des Pyrénées vom 16. Januar zu⸗ folge, soll ein Spanier, Namens Barragan, der sich mehrere Jahre in London aufhielt, wo er zur protestantischen Religion uͤberging, bei seiner Ankunft in Santander verhaftet worden seyn und wichtige Aussagen gemacht haben in Bezug auf eine Ver⸗ schwoͤrung gegen den Herzog von Vitoria, den General Latre und mehrere andere Anfuͤhrer.

Der Herzog von Vitoria hat den Intendanten befohlen, keine von der Regierung auf sie gezogenen Wechsel, ausgenom⸗ men die fuͤr die Beduͤrfnisse der Armee in Aragonien, zu bezahlen.

Der Morning Chroniele sind Briefe aus Madrid vom 11. Januar zugekommen, deren Inhalt dieses Blatt in Fol⸗ endem Hsannhens t: „Die von dem Finanz⸗Minister San Millan beabsichtigte Finanz⸗Operation ist gescheitert, und man glaubt, er werde sein Amt niederlegen. Es gieht indeß noch an⸗ dere Wuͤrdige, die bereit sind, in seine Fußstapfen zu treten, und man spricht abermals davon, die Philippineschen Inseln gegen eine Summe von 25 Millionen Realen an eine Franzoͤsische Han⸗ dels⸗Gesellschaft gn uͤberlassen. Vor dem Zusammentritt der Tor⸗ tes ist woßt an keine Aenderung im Ministerium zu denken. Der Graf von Toreno regiert jetzt mit Franzoͤsischer Unterstuͤtzung und 9. offenbar den Herzog von Vitoria zur Geduld bethöͤrt. Der etztere soll sehr zcbebcht seyn uͤber den Paragraphen der

ranzoͤsischen Thron⸗Rede, der sich auf den Vertrag von Bergara ezieht.“ Fsezh 1““ 1. EA1I1““ .““

Saragossa, 13. Jan. Der Herzog von Vitoria hat den Fefahe gegeben, ihm alles nur irgend zu entbehrende schwere Geschuͤtz aus Pampelona, Valencia und Saragossa zu senden, um gleichzeitig Morella, Segura, Cantavieja und Nontalban anzugreifen. Man glaubt indeß hier nicht recht daran, daß es ihm Ernst damit sey, sondern daß er vielmehr die Absicht habe, durch diese Drohung die Karlistischen Soldaten und zur Desertion zu bawegen.

Stimmen gegen 77 und mit 107 gegen 82

Spanische Graͤnze. Man schreibt aus Bilbao, daß die Provinz Biscaya sich weigere, Deputirte zu den Cortes nach

stehe. 1 Portugal.

mer nicht vollzaͤhlig, indem die Mitglieder desselben theils noch nicht angekommen sind, theils sich lieber mit der Jagd, als mit den Staats⸗Angelegenheiten beschäftigen. mer hat sich, dem Reglement gemäͤß, fast ausschließlich mit der Bildung der verschiedenen Kommissionen beschaͤftigt, die aus Männern aller Parteien zusammengesetzt sind. Bei der Wahl der Mitglieder fuͤr die diplomuntische Kommission, welche uͤber die schwebenden Differenzen zwischen Portugal, England, Spanien und Brasilien zu berichten hat, wurden die Bemuͤhungen der Septembristen, das Uebergewicht in dieser Kommission zu erlan⸗ gen, vereitelt, indem die Wahl auf die Moderados nie⸗ Diese duͤrften eine schwierige Stellung haben, doch rechnet man sehr auf ihren Patriotismus, ihre Rechtlichkeit und Unparteilichkeit.

Im Jahre 1839 wurden von Porto 33,165 Pipen Wein, also 4300 Pipen weniger, als im Jahre 1838 ausgefuͤhrt. Die⸗ ser Ausfall ist wohl der verminderten Verschiffung nach Brasi⸗ lien zuzuschreiben, die 7000 Pipen weniger betrug, wodurch dem Wernbau ein Verlust von I Million Crusados (100,000 Pfd. Sterling) zugefuͤgt wurde. Nach Frankreich wurden 3 Pipen, also in zwei Jahren 4 Pipen ausgefuͤhrt, waͤhrend nach Groß⸗ britanien, außer 366 Pipen, die nach den Kolonieen desselben gingen, in den letzten 12 Monaten 26,159 Pipen verschifft wurden.

Eiin Detaschement von funfzehn National⸗Gardisten in Quar⸗ teira wurde in der Nacht vom 2ten durch eine aus 20 Mann bestehende Gnerilla⸗Bande uͤberfallen, die, nachdem sie Alles mit sich genommen, was sie in der Eile ergreifen konnte, sich wieder in die Berge zuruͤckzog.

In Foige der ungesetzlichen Verhaftung des Britischen Untertha⸗ nen RobertLynch, waͤhrend er in Handels⸗Angelegenheiten in Algarbien reiste, weil man ihn fuͤr einen Miguelistischen Agenten hielt, hat die Koͤ⸗ nigin den Behoͤrden der verschiedenen Distrikte anbefohlen, in Zu⸗ kunft vorsichtiger zu Werke zu gehen, damit dergleichen nicht wieder vorkomme.

Aus Lissaboner Briefen vom 13. Januar giebt die Morning Chroniele folgenden, mit einigen Bemerkungen be⸗ gleiteteten Auszug: „Man erwartete, daß die Diskussion der Adresse zur Beantwortung der Thron⸗Rede als Erprobung der Staͤrke des Ministeriums und der Opposition dienen werde. Die Fuͤhrer der Opposition haben die Vorlegung einer großen Masse von Korrespondenzen zwischen der Portugiesischen Regierung und England verlangt, um, wie es scheint, die Minister zu zwingen, einen feindseligen Ton gegen das genannte Land anzunehmen. Wir hoffen, die Minister werden Festigkeit genug besitzen, um sich diesem hoͤchst unuͤberlegten Verfahren zu widersetzen, und vielmehr durch ein gemaͤßigtes Benehmen das fruͤhere freundschaft⸗ liche Verhaͤltniß zwischen beiden Laͤndern wiederherzustellen suchen.“

1 Tuͤrkei.

Konstantinopel, 8. Jan. (L. A. Z.) In der heutigen Minister⸗Säitzung wurde Said Pascha, der bisherige 2— Minister, zum Kapudan Pascha ernannt, man kznnte sagen, so lange die Flotte noch in Alexandrien, in partibus insidelium. Der als Gesandter an den Hoͤfen von 1. und Wien be⸗ kannte Fethi Pascha wurde zum Handels⸗Minister ernannt, auch wird ihm zugleich das Gluͤck zu Theil, Schwager des Kaisers zu werden; beide Ernennungen sind offiziell. In Folge des Hattischeriffs sind die Mukkadahs (Stellen der Aga's und Woi⸗ woden, um die Einkuͤnfte des Landes, die mittelst Meistgebot versteigert werden, an die Hauptkassen gelangen zu lassen) auf⸗ gehoben, und die Regierung wird von nun an direkte Beamte ins Innere schicken, um die durch die Gemeinden selbst zu repar⸗ tirenden, auf den Grundbesitz zu basirenden Steuern einzuziehen. Der schaͤndliche Stellenhandel, die empoͤrenden Erpressungen der Orts⸗Vorsteher, und die beruͤchtigten Dienstleistungen der Arme⸗ nischen Banquiers (Sarafs), die bei allen Geldgeschaͤften der Provinzial⸗Einnehmer mit der Regierung gegen unerhoͤrte Pro⸗ zente die Mittelspersonen machten, sind von nun an vernichtet. Ob diese Neuerungen sich ohne Schwierigkeiten und augenblick⸗ liche finanzielle Verlegenheiten werden ins Werk richten lassen, ist eine andere Frage. Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika. New⸗York, 2. Jan. Der Kriegs⸗Secretair hat einen Bericht uͤber den inneren Zustand des Landes vorgelegt, der bei⸗ nahe halb so lang ist, wie die Botschaft des Praͤsidenten. Er empfiehlt, unverzuͤglich Maßregeln zur Vertheidigung der noͤrdli⸗ chen und westlichen Graͤnze und des Hafens von New⸗York, so wie zur Befestigung von Staten⸗Island zu ergreifen, und schlaͤgt vor, die Vereinigten Staaten in acht Militair⸗Distrikte zu thei⸗ len und ein Freiwilligen⸗Corps zu errichten. Jeder der Militair⸗ Distrikte soll 12,500 Mann in aktivem Feen-⸗ und eben so viel als Reserve umfassen, so daß die Union eine Armee von 200,000 Mann gut geuͤbter und disziplinirter Truppen haben wuͤrde, die jeden Augenblick zum Dienst bereit waͤren. In Bezug auf Flo⸗ rida empfahl er die Annahme eines Gesetzes, um die militairische Besetzung Florida's zu bewirken und 1000 Mann auszuheben, denen nach beendigtem Kriege ein Stuͤck Land zum Geschenk ge⸗ macht werden solle. Herr Benton hat im Senate mehrere Resolutionen vorge⸗ legt, worin unter Anderem erklärt wird, daß die legislative Ge⸗ walt der Union oder die Foͤderativ⸗Regiernng gesetzlich nicht die Verantwortlichkeit fuͤr Schulden uͤbernehmen koͤnne, die von den verschiedenen Staaten zur Foͤrderung von Lokalzwecken gemacht worden, indem dadurch der Buchstabe und der Geist der Ver⸗ fassung groͤblich wuͤrde verletzt werden, wenn man Staaten, die dergleichen Schulden nicht kontrahirt haͤtten, zwingen wollte, fuͤr diejenigen Staaten aufzukommen, welche dies gethan. Da Herr Benton eines der angesehensten Mitglieder der Regierungspartei ist, so glaubt man darin zugleich die Ansicht des Praͤsidenten uͤber den Werth jener Papiere, die am Londoner Geldmarkte so haͤu⸗ fig sind, ausgedruͤckt zu finden. Zwei Mitglieder des Repraͤsentanten⸗Hauses, die Herren Wise und Rice Garland, haben wieder einen Versuch gemacht, die Diskussion jeder Petition zur Abschaffung der Sklaverei da⸗ durch zu verhindern, daß sie beantragten, eine jede Bittschrift dieser Art ohne weitere Debatten auf die Tafel des Hauses nie⸗ derzulegen. Ihre Anträge wurden jedoch respective mit 107 e; eu er Bucharan hat dem Repraͤsentanten⸗Hause eine lange von Buͤrgern Pennsylvaniens unterzeichnete Bittschrift in Bezug auf die Herabsetzung des Brief⸗Pores's vorgelegt.

Die Bittsteller glauben, daß der sociale, moralische, politische und 8

Madrid zu senden, weil dies mit den Fueros im Widerspruche

2,*. 5 16“

gissabon, 13. Jan (Times.) Der Senat ist noch im⸗

Die Deputirten⸗Kam⸗

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