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8 8 8— 8 8. *
8 8 8 ; .“ 8 Meinung, daß England durch den LAu drupel⸗Traktat nur so lange gebunden sey, bis der Buͤrgerkrieg in Spanien vollständig beendigt ware, denn einen anderen Zweck, als die Beendigung dieses Krieges, habe jener Trattat, nach seiner Ansicht nicht. Um indeß etwas ganz Bestimmtes hiexuͤber sagen zu können, dazu wuͤrde er doch erst die wirflichen Behingungen des Traktats noch einmal naͤher ansehen muͤssen In keinem Fall aber würde der Trakrat England noͤthigen, sich in Spaniens innere Angelegen⸗
heiten einzumischen.
unterhaus. 2 vom 25. Frbruar., Sir R.⸗ Jenkins, der in der Motivirung seines Antrages auf Bera⸗ thung im ganzen se uͤber die auf Ostindischen Erzeugnissen fastenden Zölle im Wesentlichen sich eben so aͤußerte, wie Lord Lansdowne bei einer fruͤheren Gelegenheit im Oberhause, bemerkte unzer Anderem, daß von Ostindien alljaähruich 3 Millionen Pfd. mittirt wuͤrden, die man gewissermaßen als den Tribut jenes Koößen Reiches betrachten muüsse, da demfelben keine Retouren dafuͤr zugingen, wobei man uͤberdies nicht die bedeutenden in Ostindien erworbenen Privat⸗Vermoͤten uͤbersehen duͤrfe, die eben⸗ falls unmittelbar zur Bereicherung Englands dienten. Herr Hogg, der den Antrag unterstuͤtzte, fuͤgte den auf die Zoͤlle bezuͤglichen Beschwerden noch die bei, daß die Ostindier, selbst wo dies im direkten Interesse des Britischen Kaufmannes
Uiege, nicht als Britische Unterthanen betrachtet wuͤrden, wie
z. B. die Laskaren nicht fuͤr Brittsche Seeleute gaͤlten, so daß ein Rheder, der sein Schiff mit einer Bemannung von Laskaren
nach England schicke, zur Ruͤckfahrt Britische Matrosen anwerben muͤsse, die er dann auf seine Kosten von Ostindien zuruͤckzusenden
habe. Herr Labouchere und Sir John Hobhouse erklaͤr⸗ ten, daß sie einer Untersuchung keinesweges entgegen seyen und manche der aufgestellten Beschwerden fuͤr begruͤndet anerkennen muͤfiten, indeß seyen doch auch nicht wenige derselben uüͤbertrieben und vermoͤchten keine strenge Untersuchung auszuhaiten; uͤberdies duͤrfe man auch nicht vergessen, daß die unmittelbar von England abhaäͤngigen Kolonieen, wie hier z. Westindien, zunaͤchst Beruͤcksichtigung verdienten, wenn es sich um einen Konflckt ihrer Interessen mit denen an⸗ derer Besitzungen handele, welche m weniger unmittelbarer Be⸗ ziehung zum Mutterlande staͤnden. Es ist schon berichtet worden, daß man auf den Antrag der Minister die Verweisung der Sache an eine besondere Kommission beschloß. Herr Hume beantragte die Vorlegung der zwischen dem auswaͤrtigen Amte und den Britischen Behoͤrden in der Levante gefuͤhrten Korrespondenz üͤber die Fortdauer von Monopolen, die durch den Handelstrak⸗ tat mit der Pforte haͤtten abgeschafft werden sollen, und uͤber die erhoͤhten Zöͤlle, die nach diesem Traktat in den Donau⸗Provinzen, in Aegypten oder Syrien erhoben wuͤrden, so wie eines Nach⸗ weises uͤber die Ein und ⸗„Ausfuhr⸗Zoͤlle. Er hoffte, der Mini⸗ ster werde gegen die Vorlegung dieser Dokumente nichts einzu⸗ wenden haben, da sie den Zustand des Handels in der Levante zeigen sollten. Lord Palmerston sagte, er wolle die verlangten 8 esiere sehr gern vorlegen, aber es wuͤrden bei einigen derselben Schwierigkeiten obwalten; so werde es z. B. nicht leicht seyn, einen Nachweis über den Betrag der fruüher erhobenen Zoölle her⸗ beizuschaffen. Nach einer laͤngeren Debarte uͤber einen Autrag Lerd Stanley's, der ohne Abstimmung genehmigt wurde, daß rihm naͤmlich die Erlaubniß gegeben werde, eine Bill einzubrin⸗ gen, um das Gesetz wegen Reglstrirung der Waͤhler in Irland zu verbessern, und nach einem mir 87 gegen 76 Stimmen an⸗ KReunommenen Antrag Herrn Hume’s auf Vorlegung von Listen uͤber die Zahl der Waͤhler in England, Schottland und Irland, machte sarl seinen schon erwähnten auf den gefangenen Sheriff bezuͤglichen Antrag, und das Haus vertagte - um 1 Uhr . Ent e n hhfnng
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1 ng vmenerlI 124 Agei g. g. Unterhaus. Sitzung vom 26. Februar. Herr Hume zeigte an, daß er ein Amendement beantragen werde zu dem letz⸗
en Paragraphen der von Herrn Liddell vorzuschlagenden Reso⸗
Autionen, wodurch die Pension Sir John Newport's, des vorigen Con⸗ Aroleurs der Schatz⸗Kammer, von der Cipil⸗Liste gestrichen und seine langen Dienste als ein besonderer Fall dem Hause vorgelegt werden sollen, um ihn auf angemessene Weise zu entschaͤdigen. In Erwiederung auf eine Frage des Lords Mahon sagte Lord Palmerston, daß zwar mehreren auswaͤrtigen Maͤch⸗ ten in Bezug auf die Feststellung eines internationalen Verlags⸗ rechts oder gegenseitigen Schutz der Schrifisteller gegen Nachdruck bereits Mittheilungen gemacht worden, daß aber noch nichts dar⸗ uͤber festgesetzt sexyv. Auf eine Frage des Lord Sandon erwie⸗ derte Lord Palmerston, er hoffe, daß bald ein Handels⸗ Traktat mit Neapel zu Stande kommen werde, doch koͤnne darin von dem Schwefäl⸗Monopol nicht die Rede seyn, indem dadurch bestehende Verbindlichkeiten verletzt wuͤrden. Er habe indeß Gruͤnde, zu glauben, daß dies Monopot in nicht sehr ferner Zeit aufhöͤren werde. Als der Bericht uͤber die Bierverkaufs⸗Bill dem Hause uͤbergeben wurde, zeigte Herr Estecourt an, er wolle eine Klausel beantragen, wonach binnen, drei Jahren keine Er⸗ laudniß zur Anlegung neuer Bierhaͤuser ertheilt werden solle. »Auch werde er darauf antragen, daß diese Klausel in die Akte über die Londoner Polizei, wodurch das Handeltreiben am Sonn⸗ tage verboten wird, aufgenommen werde.
8 London, 27. Febr. Vorgestern war Cour bei der Koͤnigin im Buckingham⸗Palast, und Ihre Majestaͤt nahm Gluͤckwunsch⸗ Adressen von der Londoner Geistlichkeit, von der Universität Cam⸗ bridge und von der Gesellschaft der Freunde entgegen. Auch dem Prinzen Albrecht und der Herzogin von Kent wurden aͤnhliche dressen von diesen Koͤrperschaften uͤberreicht. Auf die Adresse der Universität Cambridge, in welcher die Abkunft des Prinzen Albrecht von einem Fuͤrstenhause, das sich durch Beschuͤtzung und Befoͤrderung des Protestantismus vor allen ausgezeichnet, beson⸗ ders hervorgehoben war, erwiederte die Koͤnigin: „Es freut Mich sehr, daß sie bei dieser Gelegenheit die Versicherungen Ihrer An⸗ hänglichkeit an Meine Person und Regierung erneuern. Ich weiß den Werth der historischen Erinnerungen, die das erlauchte Haus Sachsen mit der großen Sache der Resormation verknuͤpfen, nach Gebühr zu wuͤrdigen. Stets werde ich es fuͤr Meine Pflicht halten der Dienste der Universitaͤt Cambridge zu gedenken und ihr Wohil zu foͤrdern. Und indem Ich die Glͤckwuͤnsche zu diesem Buͤnd⸗ niß entgegennehme, versichere Ich Ihnen, daß Sie auf Meinen Wunsch, die Wissenschaft zu ermuntern, und auf Meine Be⸗ schuͤhung von Institutionen, die auf Verbreitung der Wohltha⸗ ten eines aufgeklaͤrten Unterrichts und der Segnungen einer rei⸗
nahm neun Kulschen ein.
gesungen.
ben worden sind.
nen Religion berechnet sind, fest bauen koͤnnen. Die Aldermen von London haben nun doch beschlossen, daß der Lord⸗Mayor ohne die Sheriffs, in Begleitung des Kämmerers und des Re⸗ corders, sich ertundigen solle, wann Ihre Majestaͤt die Gluͤck⸗ wunsch⸗Adresse der City anzunehmen belieben möchte. Gestern
Abend begaben sich die Koͤnigin und der Prinz Albrecht in gro⸗ sem Staat nach dem Drurylane Theater. Das Königl. Gefr
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ine große Volksmenge hatte sich auf den Straßen versammelt, durch welche der Zug ging, und be⸗ gruͤßte das erlauchte Paar mit Freudenruf. Eine Abtheilung der Haushalt⸗ Truppen geleitete den Zug bis zum Theater. Am Eingange empfing der⸗Direktor desselben, Herr Hammond, das Koͤnigliche 18 und leuchtete ihm mit Wachslichten nach der Loge vor. Auch der regierende Herzog und der Erbprinz von Sachsen⸗Koburg wohnten der Vorstellung bei. Es wurde auf Befehl der Koͤnigin die Oper „die Vergsylphe! von Barnett und eine Posse von Kenny gegeben. Als Ihre Majestaͤt mit ihrem Gemahl in der Keͤniglichen Loge erschien, wurden sie mit enthu⸗
siastischem Juͤbel von der Versammlung empfungen, und die
Menge stimmte in das Volkslied ein, welches von den Haupt⸗ saäͤngern auf der Buͤhne gesungen wurde. Die Koͤnigin war noch in tiefer Trauer wegen des Ablebens ihrer Tante, der Landgraͤfin von Hessen⸗Homburg. Der Saum des Kleides von Schulter zu Schulter strahlte von Diamanten, mit denen er anderthalb Zoll breit besetzt war. Ein. funkelnder Stern hing von ihrem Brillanten⸗Halsband herab, und den Haarschmuck bildete eine kleine Krone, mit Rosen, Klee und Disteln in Diamanten ver iert. Ihre Majestaͤt trug auch Ohrringe von Brillanten, und ihr Haar siel in Locken an den Seiten herab. Prinz Albrecht war in die
Hosenband⸗Ordens geschmuͤcke und hatte um den Arm einen Trauerflor. Nach der Oper wurde Roalé Bzüitannin und am Schluß der ganzen Vorstellung noch einmal God save the Queen Wie verlautet, wird das Koͤnigliche Paar zu Ostern die Stadt Brightron besuchen, da der Prinz den Wunsch ausge⸗ sprochen haben soll, den dortigen See⸗Palast Ihrer Majestaͤt kennen zu lernen. Prinz Georg von Cambridge befindet sich jetzt in Brighton. 76 1t
Privatbriefe aus Gibraltar vom 13ten d. erwaͤhnen der Erscheinung von zwei Kreuzern Abdel⸗Kader'’s am Cap de Gat, wo sie bereits eine Franzoͤsische und eine Spanische Brigg ge⸗ nommen. Es sind wohlbemannte Brigantinen mit rothen Flag⸗ gen. In Folge dessen hatte der Britische Konsul Hay die
Kriegsbrigg „Wasp“ nach Tanger beordert, da man fuͤr alle
Europaͤer besorgt war. 3 vr z ,809. Der Absatz der Chartistischen Zeitschriften scheint in der letz⸗ ten Zeit bedeutend abgenommen zu haben. Der Eigenthuͤmer
gen einer Schuld von 21 Pfd. St. belangt und fuͤhrte zu seiner
Entschuldigung an, daß er woͤchentlich 6 Pfd. Strl. einbüße.
Das Chartistische Wochenblatt, „der Nordstern““, ließ im Juli v. J. 223,000 und im Dezember nur 55,000 Exemplare stempeln. Auf ein von den Verwandten John Frost's eingereichtes Gesuch um vollstaͤndige Begnadigung desselben hat der Minister des Innern erwiedern lassen, daß er es mit seiner oͤffentlichen Pflicht
Aicht vereinbar finde, der Koͤnigin die Gewaͤhrung dieser Bitte eine Weise verweigert wurde,
zu empfehlen. Hvze. 1 —
Dem Courier sind Briefe aus Konstautinopel und Alexan⸗ drien, von beiden Orten bis zum 7. Februar reichend, zugegan⸗ gen, deren wesentlichen Inhalt dieses Blatt in Folgendem zu⸗
sammenfaßt: „Die Briefe aus Alexandrien sprechen noch immer meldet Dhas ger. 2 den kriegevischen Nuͤstungen Mehmed Ali's, und daß er Al. drießliche Umstand nun bereits gehoben ist, indem Se. Majfestät
les aufbiete, um sich bei den Offzieren und der Mannschaft der
Tuͤrkischen Flotte beliebt zu machen, was ihm auch gelungen sey
soll. Er soll sich sehr zuruͤckhaltend daruͤber aͤußern, was er uͤber das Resultat der Unterhandlungen der großen Maͤchte denkt. In Alexandrien war am 4. Februgr ein Gesandter vom Schach von
Persien angekommen „der dem ½ Haͤschg von Aegypten kostbare kunft in der gegenwaͤrtigen unde er welche an den Debatten Theil genommen.
Geschenke uͤberbeingt. Seine
Krisis hat zu vietfachen Vermuüthungen Anlaß gegeben, und man
alaubt, dieselbe habe einen politischen Zweck. Der Russische Oberst
Duhamel, ehemaliger Russischer General⸗Konsul in Alexandrien,
ist jetzt Russischer Gesandter in Persien. Der Getraidehandel
vorgekommen und viele Erkrankungen faͤlschlich der Pest zugeschrie⸗ Wir hoͤren, daß die Zoͤgerung der großen Maͤchte in der Eledigung der Differenzen zwischen der Pforte Vund Mehmed Ali in Konstantinopel große Unzufriedenheit erregt hat, die auch der Sultan theilen soll, da sie seinen Regenerations⸗ Plaͤnen im Wege steht. Der Gesundheits⸗Zustand des Groß⸗ Wesirs besserte sich. Der Handel stockte.
In der Adresse, welche die Leroneg, deeseln gegen das Verfahren des Unterhauses in der Stockdale⸗Hansardschen 8 28. Febr. (L. . vess Sache an die Koͤntgin gerichtet hat, wird Ihre Majestaͤt am Kammer haben sich in dieser Woche sehr gehaͤuft, was die Be⸗
Schluß ersucht, das Parlament aufzuloͤsen, damit andere Maͤn⸗ ner, die mehr Ehrfurcht vor der Constitution und den Gesetzen haͤtten, vom Lande zu Reprͤsentanten gewaͤhlt werden koͤnnten.
Das Gesuch des Buchhaͤndler Stockdale, welches derselbe neuerdings durch einen Agenten seines Anwalt Howard vor Ge⸗ richt wegen Zuruͤcknahme des Aufschubs seines Prozesses hat an⸗ . Es bleibt dabei, daß die
hafte anderweite Berathung in d eite. rten Kammer berieth man am gestrigen
bringen lassen, ist abgewiesen worden. b 1 Sache erst am 18. April wieder vor dem Gerichtshofe der Queen’'s
Bench zur Sprache kommen soll, wo dann die Sheriffs sich In⸗ structionen uͤber ihr Verfahren bei diesem Tribunal einholen und
sich an dasselbe um Schutz in der Ausuͤbung ihrer Amtspflichten wenden sollen. Der Agent erklärte hierauf, daß er in diesem Falle in einer anderen Grafschaft einen Prozeß gegen Hansard anhaͤngig machen werde, wozu ihm die fortdauernde Verbreitung des von diesem gedruckten Kommissions⸗Bericht, der das Pasquill gegen Stockdale enthalte, hinlänglichen Grund gebe.
Napoleon die Rede, wonach denn die fruͤhere Nachricht von ei⸗ ner Vermählung mit dem Grafen Demidoff wahrscheinlich zu be⸗ richtigen waͤre.
4 Per „Great Western“ ging dieser Tage mit vielen Passa⸗ gieren, darunter Lucian Murat, nach New⸗York ab.
Nachrichten aus Mexiko vom 4. Dezember zufolge, hat der Kriegs⸗Secretair beim National⸗Kongreß auf außerordentliche Vollmacht zu einer militairischen Expedition gegen Texas ange⸗ tragen. Diesem Antrage zufolge, soll die Mexikanische Regierung die Texianer zwingen, zu ihrer Jurisdiction zuruͤck ukehren, eine Maßregel, die inzwischen, wie man fuͤrchtet, Mexiko mit befreun⸗ deten Nationen kompromittiren koͤnnte. Die Mexikanischen Blaͤt⸗ ter behaupten, die Texianer beabsichtigten eine Trennung der Staaten, woraus Mexiko besteht, zu beföördern und die Foͤdera⸗ listen zu unterstuͤtzen, die eine neue Republik unter dem Namen von Nord⸗Mexiko zu errichten gedaͤchten, wozu unter Anderen Ka⸗ lifornien und Neu⸗Mexiko gehoͤren sollen.
8 Belgien. E 29 N sich rüssel, 29. Fehr. Die Reprasentanten⸗Kammer
— mit einem esetz üͤber das Duell beschaͤftigt. Mehrere Mitglieder sprachen sich uͤber den 822 aus. Oberst Depuyd ilarte sich gegen alle gesetzlichen Be immungen öö“ 8b 8 68 88 n
ͤ —
terlichen Zeit an sich trug.
in Bezug auf den Zweikampf. Der Oberst selbst hat bekanntlich schon mehrere Duelle zu bestehen gehabt. Die Diskussion uͤber den Gegenstand ist noch nicht beendigt.
Der Koͤnigl. Preußische Wirkliche Geheime Rath und Ge⸗ sandte in London, Freiherr von Buͤlow, ist auf der Reise nach England hier eingetroffen.
Der regierende Herzog und der Erbprinz von Sachsen⸗Ko⸗ burg werden aus London hier wieder erwartet.
— — Danemark. 11“
Kopenhagen, 28. Febr. Die Berlingische Zeitung
berichtigt einen neulich von „Kjoͤbenhavnsposten“ mitgetheflren
Artikel, welcher besagt, daß „in Folge des Befehls Sr. Maj. eine Kommisston, bestehend aus den Finanz⸗Minister Moltke, Hofmarschall Haxthausen und Hof⸗Chef Moltke Rosen⸗ krantz, niedergesetzt worden sey, um die zu Appanagen und De⸗ putatgeldern fuͤr die Mitglieder des Koͤmgl. Hauses zu verwen⸗ dende Summe zu reguliren und zu normiren“”“ dahin, datz der Hofmarschall Haxthausen und der Hof⸗Chef Moltke Rosentrantz ernannt seyen, um Alles zu reguliren, was die Aus⸗ gaben bei der Hofhaltung der verwittweten Koͤnigin betreffe, und da der Hof⸗Chef inzwischen bettlaͤgerig geworden sey, so habe
Feldmarschalls⸗AUniform gekleidet, mit dem Band und Stern des der Finanz⸗Minister Moltke den Auftrag erhalten, der Kommission
beizucreten; doch beschraͤnke sich diese Verrichtung auf die Hof⸗ haltung der Koͤnigin. Auch bemerkt dasselbe Blatt bei hal⸗ Veranlassung uͤber die von mehreren anderen Blaͤrtern mirge⸗ eilge Ernennung des Koͤnigs zum Ritzer vom goldnen Vlies und des einisters Krabbe⸗Carisius zum Großkreuz des Ordens Kark'’s il, daß es von diesen Ernennungen aus dem Grunde noch nichts erwaͤhnt habe, weil es nach einer vor einigen Tagen deshalb ge⸗ machten Vorfrage erfahren habe, die erwaͤhnten Orden seyen noch nicht d 2 fuͤgt es hinzu, koͤnne die Ernen⸗ nung wohl stattgefunden haben. . 3Magister Monrad’'s „fliegende politische Bläͤtter“ Nr. 2 enthalten eine Untersuchung uͤber „die Verhaltnisse einer Consti⸗ tution zur finanziellen Schwaächung der Daͤnischen Monarchie zur Abhaͤngigkeit desselben vom Auslande und zu seiner inneren Zer⸗ stuͤckelung.“ Der bestehenden Koͤnigl. Verordnung uͤber die Staͤnde⸗Ver⸗ sammlungen gemaͤß haben bisher die, aus der Mitte der Ver⸗
der Zeitung „the Charter“ wurde von seinem Buchdrucker we⸗ sammlungen selbst gewaͤhlten Secreraire derselben die Protokolle — der Verhandlungen zu fuͤhren gehabt; sie wurden dadurch mit
einer großen Last beladen, eigentlich in Schnellschreiber umge⸗ wandelt und konnten individuell so, gut als nemals an den Dis⸗
kussionen selbst Theil nehmen, was um so empfindlicher war, wenn
sie sich zu letzteren noch besonders eigneten. Die Stande kamen
dagegen mit Petitionen bei dem verstorbenen Koͤnige ein, um
Erlaubniß, besoldete Protokollfuͤhrer anzunehmen; die aber auf
meinen Finalitaͤt in allen Bestimmungen der Staäande⸗ Verord⸗ nung darin zu finden glaubte.
tairen aus ihrer Mitte endlich gestattet. — Das Fa meldet jetzt: „Es freut uns, anzeigen zu koͤnnen, daß der ver⸗
die Antraͤge der Stande in Betreff der Protokollfuͤhrung ange nommen haben. Das Land wird demnach schon in der naͤchsten Versammlung nicht allein die volle Waltung uͤber die Kraͤfte
saͤmmtlicher Mitglieder erhalten, sondern auch zugleich in den Stand gesetzt seyn, ein vollstandiges Reserat von allen Verhand-
lungen fuͤr das Protokoll und dis Sraͤnde⸗Zeitung zu bekommen, ohne besonders zeitraubende und beschwerliche Arbeit fuͤr die,
In einer allgemeinen Versammlung der Kopenhagener Ab⸗
thetlung der Preßfreiheits⸗Gesellschaft wurde gestern so gut als einstimmig ein Vorschlag des Prokurators Christensen angenom⸗
h Schiff waufrzu- di 1 räsentation hat wieder neues Leben gewonnen, und alle Schiffe, die aufzu- men, daß die allgemeine, Repraͤsent 0. Lellscha treiben sind, werden dazu verwendet. Die Post erregte in Alexan⸗ naͤchste Staͤnde⸗Versammlung zu petitioniren habe, Sr. Majestaͤt 8 drien keine weiteren Besorgnisse, da überhaupt nur wenige Fälle vorzuschlagen, daß saͤmmtliche nach der Verordnung vom 27. Sep⸗
der Gesellschaft die
tember 1799 erlassene Gesetze, betreffend den richtigen Gebrauch der Preßfreiheit, zugleich mit der in selbiger Verordnung §. 20
enthaitenen Bestimmung einer speciellen Censur fuͤr verurtheilte
Verfasser, aufgehoben werden moͤgen, so daß die gedachte Ver⸗
ordnung, mit Ausschluß jenes §. 20, vorerst das einzige in Kraft stehende Preßgesetz in Daͤnemark bliebe. 1
Deutsche Bundesstaaten. Dresden, 28. Febr. (L. Z.) Die Sitzungen der ersten
rathung des Berichts der außerordentlichen Deputation uͤber den
Gesetz⸗Entwurf, den Gewerbs⸗Betrieb auf dem Lande betreffend,
veranlaßte. Man ist sowohl in dem Berichte, als auch bei de Berathung den Ansichten der zweiten Kammer, welche bekannt⸗ lich auf eine groͤßere Ausdehnung des Gesetz⸗Entwurfs hinzielten, nicht immer beigetreten, und hat den Gesetz⸗Entwurf mehr seiner urspruͤnglichen Basis genaͤhert. Es duͤrfte daher eine sehr leb⸗ 1 er zweiten Kammer zu erwarten seyn. — der zweiten 2 den vsee welcher die neue, bei den Juden⸗Eiden zu beobachtende Form betrifft, die um so unerlaͤßlicher wurde, je mehr das bisherige Verfahren noch das Gepraͤge einer mittelal⸗ Fast durchgaͤngig stimmte man den Ansichten der Regierung und der Deputation in dieser Beziehung bei; doch fand man es, nach einer sehr Feehchkn Erwoͤgung, fuͤr angemessen, gegen die Ansicht einer Minderheit der Deputa
Der Sun sagt, es sey von einer Vermaͤhlung der Tochter tion die Beibehaltung von zwei Schwurzeugen, im Interesse der *7
Hieronymus Bonaparte's, Mathilde von Montfork, mit Louis V
Frael eliebe 1 Aufklaͤrung der fraglichen Israeliten selbst, zu belieben. Viel zur lufklaͤrung d 1 Angelegenheit hatte eine so eben erschienene Schrift des gelchr⸗
en Ober⸗Rabbiners der Israelitischen Gemeinde zu Dresden
Dr. Frankel, beigetragen, in welcher derselbe „die 8 1 2 historischer Bezie⸗
und Leipzig, 8 haeachgh 8 Eidesleistung der Juden in theologischer und hung“ (Drssden und Leipzig, Arnoldische Buchhandlung 2 auf das gruͤndlichste darstellt. Auch ein groͤßeres Publikum duͤrfte daraus mannigfache Belehrung schoͤpfen. 88 * In den letzrverflossenen Tagen sind dem hiesigen Publi um mannigfache geistige und andere Genuͤsse geboten worden. Unter die ersteren rechnen wir vornehmlich eine oͤffentliche Vorlesung, welche am 24. Februar der hiesige Arzt Dr. Hirschel im natur histoxischen Hoͤrsaal des Zwingers uͤber thierischen Magnetismu und Somnambulismus vor mehr denn 500 Personen hielt, ein
Gegenf
auch Dr. Choulant im Dresdner Wochenblatte einen gruͤndlichen, jeßt besonders abgedruckten Aufsatz hat erscheinen lassen. Jene Vorlesung wohnten Se. Majestaͤt, unser allverehrter Koͤnig, bei der sich gegen den Vortragenden auf eine sehr befriedigende Weise geaͤußert haben soll.
Leipzig, 2. Maͤrz. (L. A. Z.) Am 29. Februar hat der Koͤnig von Sachsen eine Reise nach Wien angetreten, doch b 8 . 1““ 8 88 S
—
daß man das Prinzip einer allge
Nur der Schleswigschen Staͤndee-⸗
Versammlung wurde die ee. von vier, statt 499 b Faͤdreland
sand, der hier bekanntlich in neuester Zeit die bffentliche 8 Aufmerksamkeit in erhoͤhtem Grade auf sich zieht, und uͤber den 8
absichtigt er, nur kurze Zeit dort zu verweilen. — Heute wurde der in Folge seiner Wahl zum Buͤrgermeister hiesiger Stadt nus⸗ mehr aus dem Staatsdienste entlassene Geheime Justizrath, Dr. Johann Karl Groß, feierlich in Gegenwart des Stadt⸗Raths und der Stadtverordneten durch den Koͤniglichen Kreis⸗Direktor von Falkenstein eingefuͤhrt. — Der auf einer Reise zu Meran in Tyrol unlaͤngst verstorbene Dör. mel. Platner von hier, der, wie wir neulich meldeten, dem hiesigen Kunst⸗Vereine 1000 Rthlr. legirt hatte, hat auch dem naturhistorischen Museum hiesiger Uni⸗ versttaͤt, das er im Jahre 1838 behufs einer zootomischen Arbeit benutzte, ein Kapital von 1000 Rchlen. vermacht. — Das von dem Dr. K. Haltaus angekuͤndigte „Album Deutscher Schriftsteller sur. vierten Soͤkularfeier der Buchdruckerkunst“ findet vielen An⸗ lang. Es bringt dasselbe Beitraͤge von Deutschen beruͤhmten und genannten Schriftstellern, die auf irgend eine Weise die Wissenschaft gefördert haben, ohne Beruͤcksichrigung der verschie⸗ denartigen Tendenzen, die sie verfolgen, und mit vorzüglicher Ze⸗ achtung der Schriftsteller auf Deutschen Untversiraten. Eine Menge der gefeiertsten Schriftsteller Deutschlands haben bereits ihre Beitraͤge eingesendet; vielen anderen darf man gewiß noch entgegensehen. EI“
— — Leipzig, 38. Maͤrz. Mit der fruͤher erwaͤhnten Pro⸗ testation gegen den Entwurf eines Gesetzes, die Angelegenheiten der Presse und des Buchhandels betreffend, von Seiten der hierorts zunaͤchst dabei Betheiligten, verhaͤlt es sich wie folgt. Dis hiesige Buchdrucker⸗Innung, in Gemeinschaft mit dem hiesi⸗ gen Verein der Buchhaͤndler, hat durch ihren Rechts⸗Konsulen ten, den Dr. Schellwitz, eine vom 18. Februar datirte „Vorstel⸗ lung und Bitte an die zweite Kammer der Stäande Versamm⸗ lung“ gelangen lassen, deren Definitiv⸗Antrag woͤrtlich dahin geht: „Die Kammer wolle, dafern es unthunlich erscheinen sollte, in dem vorgelegten Gesetz⸗Entwurf, die Angelegenheiten der Presse und des Buchhandels betreffend, dem §. 35 der Verfassungs⸗ Urkunde gemaͤß, die Freiheit der Presse unter Beruͤcksichtigung der Vorschriften der Buündesgesetze und der Sicherung gegen Miß⸗ brauch, als Grundsatz festzustellen, viel lieber sich fuͤr die Fort⸗ dauer des jetzigen provisorischen Zustandes verwenden, als dem vorgelegten Gesetz⸗Entwurf ihre Zustimmung ertheilen.“ Hier⸗ nach sind, wenn der Entwurf von Seiten der Regierung lebhaf. vertheidigt werden sollte, hoͤchst interessante Debatten uͤber den wichtigen Gegenstand zu erwarten. Kittlerweile sucht die Hitzig⸗ 8r „Allgemeine Preßzeitung“ das Urtheil der zur Enrscheidung
rufenen durch eine tief eingehende, offenbar aus der Feder eines in alle zur Sprache kommenden hiesigen Verhaͤltnisse voll⸗ kommen Eingeweihten herruͤhrende Kritik des Regierungs⸗Ent⸗ wurfs, die ebenfalls sich mit dem Prinzip und der Grundlage desselben nicht einverstanden erklaͤrt, vorzubereiten. Die neuesten Num⸗ mern der erwaͤhnten Preßzeitung enthalten eine aͤhnliche Kritik des Bayerischen Nachdruck⸗Gesetz⸗Entwurfs und seiner Motive (vom 11. Januar 1840), worin der Bayerischen Regierung u. A. gesagt wird, „daß, da es nach Inhalt der vonihrveroͤffentlichten Motive durch⸗ aus nicht in ihrer Absicht laͤge, ihren Unterthanen weniger Recht zu gewaͤhren, als Preußen den seinigen zugestanden habe, es im all⸗ gemeinen Interesse der Literatur hoͤchst erfreulich gewesen ware, wenn Bayern, dem Vorgange Weimars folgend, einen mit dem Preußischen moͤglichst gleichlautenden Gesetz⸗Entwurf vorgelegt ätte: — Wie unendlich wuͤrde nicht der literarische Verkehr in weutschland gewinnen, wenn in allen Landern Deutscher Zunge dieselbe Gesetzgebung uͤber literarisches Eigenthum Geltung haͤtte! Sey es, daß die Dauer desselben verschiedentlich bestimmt werde; es kommt darauf weit weniger an, als darauf, daß die Begriffe Eigenthum, Nachdruck, Veroöffentlichung, und welche sonst noch hier einschlagen, in allen Deutschen Staaten in gleicher Weise
verstanden werden; denn gerade darin herrscht, bei der Unbekannt⸗
schaft der Gerichte mit den technischen Einrichtungen, die groͤßte Berwirrung.“ Diese Bemerkung des Verfassers der gedachten Kritik ist so augenfaͤllig richtig, daß ihr die allgemeinste Beruͤck⸗ sichtigung zu wuͤnschen ist. Wohl waͤre es, wie er an einem an⸗ deren Orte in der „Preß⸗Zeitung“ aͤußert, die schoͤnste Feier des Jubilaͤums der Erfindung der Buchdruckerkunst, wenn im Jahre 1840 alle Deutschen Bundes⸗Regierungen durch moͤglichst mit ein⸗ ander übereinstimmende Gesetze das literarische Eigenthum unter ihren Schutz stellten. Dazu verleihe der Himmel seinen Segen!
Oesterreich.
Wien, 25. Febr. Se. Majestaͤt der Kaiser haben den Feld⸗ marschall⸗Lieutenant, Wirklichen Geheimenrath und bisherigen kom⸗ mandirenden General in Boͤhmen, Grafen von Mensdorf⸗Poutllli, an die Stelle des als Sectionschef in den Staatsrath berufenen Fesepse von Prohaska, zum zweiten Vice⸗Praͤsidenten des Hof⸗
riegsraths, und dagegen den Feldmarschall⸗Lieutenant und Di⸗ vistonair in Prag, Fuͤrsten Alfred von Windisch⸗Graͤtz, zum kom⸗ mandirenden General in Boͤhmen ernannt. An die Stelle des um General⸗Adjutanten Sr. Majestaͤt des Kaisers ernannten Pend macschail Lieutenants Grafen von Wratislaw wurde der Feld⸗ marschall⸗Lieutenant und Divisionair in Italien, Freiherr von Puchner, dem Hofkriegsrath zugetheilt.
— — Wien, 27. Febr. Der Franzoͤsische Botschafter hat Seine Abwe⸗
vir seine Abreise auf kommenden Montag festgesetzt. senheit duͤrfte mehrere Monate waͤhren. Die in mehreren Deutschen und Franzoͤsischen Zeitungen ge⸗ gebene Nachricht von der bevorstehenden ermaͤhlung der Bra⸗ silianischen Prinzessin Dona Januaria, aͤltesten Schwester Dom Sedees II., der man bald den Prinzen Joinville, bald einen ** Prinzen von Koburg bestimmt, wird hier von Wohlunterrichteten ür gaͤnzlich grundlos erklart. Daher denn auch der Brasilia⸗ nische überst, Herr Del Hoste, welcher sich seit ungesaͤhr vier Lochen hier befindet, nicht beauftragt seyn kann, dem Wiener Hofe die Vermaͤhlung der genannten Prinzessin zu notiftziren. errn Del Hoste hat ein anderer Auftrag seiner Regierung, naͤmlich die von den Kammern in der letzten Session genehmigte 81—Sen fremder Sold⸗Truppen, nach Europa gefuͤhrt. Herr Sd. wgss. wird sich zu diesem Ende von hier aus nach der zweiz begeben, um dort mit der Eidgenossenschaft in Verhand⸗ lung zu treten. 8 Gestern war großer Ball bei Prinz Wasa. Ueber 700 Etn⸗ ladungen waren ausgegeben worden, und doch waren die gerau⸗ ehe Ie- L-e a⸗ uͤbverfuͤllt. Der Tanz waͤhrte bis ege Morgens. ehrer „ - 8* ihrer Gegenwart hrere Erzherzoge beehrten das Fest
Spanien.
Madrid, 20. Februar. Die gestrige Si 3 war sehr stuͤrmisch. Nach dem 4. Artikel des —2 nn sammen sich die Deputirten am Tage nach der Koͤniglichen Siz⸗ zung, um die Kommission zur Pruͤfung der Vollmachten zu er⸗ nennen. In dem Augenblick, wo man die Wahl beginnen wollte verlangte Herr Olozaga die Lesung eines von ihm auf die Tafel
niedergelegten Antrages. Auf die Erwiederung des Praͤsidenten,
daß, den Bestimmungen des Reglements zufolge, vor Eroͤffnung des Kongresses kein Antrag verlesen werden koͤnne, erklaͤrte Herr Olozaga, er halte sich fuͤr nicht qutorisirt, bei der so eben begin⸗ nenden Wahl seine Stimmen abzugeben und verließ mit allen Deputirten der Minoritaͤt den Saal. Dies hinderte jedoch nicht die Ernennung der Kommission. Man hatte erwartet, die De⸗ putirten der Minoritaͤt wuͤrden sich in Masse zuruͤckziehen; indeß ist dies nicht der Fall gewesen, denn sie waren saͤmmtlich in der heutigen Sitzung zugegen, wo der Antrag des Herrn Olozaga mit 88 Stimmen gegen 40 verworfen wurde. Dieser Antrag, der von 6 Deputirten unterzeichnet war, lautet folgendermaßen: „Wir verlangen, daß vor der Wahl der Kommission zur Pruͤ⸗ sung der Vollmachten das Ministerium aufgefordert werde, zu erklaͤren, ob in allen Provinzen, die sich nicht in dem durch das Gesetz vom 25. August 1837 bestimmten Falle befinden, die De⸗ putirten⸗Wahien vollstaͤndig beendigt sind. Saragossa, 21. Febr. Der Herzog von Vitoria hat nach⸗ stehende Erklaͤrung in das „Cco bel Arsgon“ cinruͤcken lassen: „Mein Herr! Ich habe in Ihrem Blatte eine, wie sie sagen, wörtliche Kopie einer Glügwunsch⸗Adresse gelesen, die Don Pedro La⸗ zar y Martin, der sich „„Präsident der sehr erlauchten Gesellschaft des Protektorats der Würde und Unabhängigkeit der Halbinsel““ nennt, an mich gerichtet hat. Die Publiestät, welche man diesem Dokumente gegeben har, macht es mir zur Pssicht, mich desselben Weges zu bedie⸗ nen, um meine Gesinnungen über die geheimen Gesellschaften und na⸗ mentlich üver diejenige, welche mir die Glückwunsch⸗Adresse übersandt hat, öffentlich auszusprechen. Diese Lidresse ist mir allerdings zugegan⸗ gen, doch weicht das Original in einigen Punkten von der Köpie ab, z. B. daß ich es mit demselben Wohlwollen aufnehmen würde, welches ich bei mehreren anderen Gelegenheiten bewiesen hätte. Ich werde dasjenige nte mit Wohlwollen aufnehmen, was Personen sich erlau⸗ ben, die gebeimen Gesellschaften angchören, die das Gesetz verwirft, selbst wenn die Grundsätze, zu denen sie sich bekennen, vollkommen mit der Sache, die ich zu vertheidigen geschworen, übereinstimmen. Die wahren Freunde der Constitullon von 1837, der Königin Isabella II. und der Regentschaft ihrer erhabenen Mutter, haben zur Ver⸗ theidigung derselben nicht nöthig, geheime Gesekschaften zu dil⸗ den. Der Wille der Natton hat in Uebereinstimmung u dem Fundamental⸗Gesetz, die Prinzipien, auf denen jene Garantieen der rdnung und des allgemeinen Wohls beruhen, geheiligt, und die Elen⸗ den, welche sie untergraben wollten, würden sich des Hochverratbs schuldig machen. Jedem Spanier steht es nicht nur frei, sie anzuzei⸗ gen, sondern er ist sogar dazu verpflichtet. Ein anderes Benehmen von Seiten derer, die sich Liberale nennen, würde zu der Ueberzeugung füh⸗ ren, daß ihre Absichten nicht so rein sind, wie sie gern möchten glauben machen. Nach meinem Dafürhalten würden die Mitglieder jener, einen so pomphaften Ramen führenden Gesellschaft sich wett verdienter um das Vaterland machen, wenn sie, süatt Proselvten zu werben und sich in den Unsinn einer der Unwissenheit des Mittelalters würdigen Liturgte zu vertiefen, in die Reihen meiner tapfe⸗ ren Armee einträten und sich mit ihr zur Vereitelung der letzten Anstrengungen eines Feindes verbänden, der das letzte Hinder⸗ niß einer allgemeinen Pagifictrung ist. Ich wurde ihnen eine Flinte, als das ehreuvollste Atiribut, geben und ihnen Gelegenbeit verschaffen, auf ihren Wahlspruch das Siegel der Ehre zu drücken. Diejenigen, wesche durch Alter oder aus anderen Ursachen unfähig sind, die Be⸗ schwerden des Krieges zu ertragen, könnten dem Lande einen anderen wichtigen Dienst leisten, wenn sie, Kobald irgendwo die Existenz einer geheimen Gesellschaft zu ihrer Kenntniß gelangt, sogleich den Behörden davon Anzeige machten, damit die Schuldigen vor Gericht gezegen werden. Der Herzog von Bitorla.“
““ 1 Portupuatkl. 111A“* 8 1 3
Lissabon, 19. Februar. Der Finanz⸗Minister hat nun⸗ mehr der Deputirten⸗Kammer das Budget vorgelegt. Es ist darin sein Pian zur Befriediguug der auswaͤrtigen Glaͤubiger entwickelt, der darin besteht, daß die Haͤlfte der ruͤckstaͤndigen Zinsen in baarem Gelde und die andere Haͤlfte mit unverzinsten Schuld⸗ scheinen bezahlt werden soll. Zur Deckung dieser Forderung schlaͤgt er die Erhebung einer allgemeinen Octroi⸗Abgabe im gan⸗ zen Lande vor. Dem Vernehmen nach soll eine neue Anleihe gemacht und durch die Verpfaͤndung jener Abgabe garantirt werden.
Die Adreß⸗Debatten sind noch nicht beendigt, aber der dritte Artikel, welcher sich auf den Streit mit England wegen des Sklavenhandels bezieht, (s. das gestr. Bl. der St. Z.) ist mit einer Majoritaͤt von 16 Stimmen zu Gunsten der Minister an⸗ genommen worden, in der Abfassung, wie die Majoritaͤt der Kommission sie vorgeschlagen hatte.
“ Griechenland.
Athen, 14. Febr. (L. A. Z.) Die Ausarbeitung des Budgets fuͤr das Jahr 1840 ist vollendet und dasselbe den hie⸗ sigen diplomatischen Agenten bereits kommunizirt worden. Wenn das Resultat dieses Budgets schon an und fuͤr sich befriedigend ist und dem Streben der Griechischen Regierung fuͤr die Ord⸗ nung des Staatshaushaltes das ehrendste Zeugniß giebt, so ge⸗ staltet sich dasselbe noch erfreulicher durch die bedeutenden Vor⸗ theile, welche demselben noch aus Aktivresten der verflossenen Jahre zugehen. Es resultirt naͤmlich aus dem Dienste der Jahre 1838 und 1839 ein Aktivrest von 11,200,000 Dr. ungefahr, welche nebst den Aktivbeständen aus den Jahren vor 1838 den Kassen⸗Operationen des laufenden Jahres zu 8 kommen, so daß jede Besorgniß vor einer ernsten und nachhaltigen Stockung derselben verschwindet.
Der Koͤnig und die Koͤnigin waren, einer Einladung der Stadtgemeinde von Nauplia zufolge, mit dem Kriegs⸗Dampfschiff „Otto“ in voriger Woche dahin abgegangen, um die Jahres⸗ feier der Landung des Koͤnigs daselbst zu begehen. Dieselben wurden dort mit großem Enthusiasmus empfangen. Beide sind vorgestern wieder hier eingetroffen. An dem Tage des Landungs⸗ festes dekretirte der Koͤnig die Ernennung der Herren H. Triku⸗ pis und M. Suzzos, der fruͤhern Gesandten am Englischen und Russischen Hofe, zu Staatsraͤthen im ordentlichen Dienste.
Man spricht davon, daß die jetzige innere Administration in der Art abgeandert werden solle, daß an die Stelle der damali⸗ gen Gouvernements die fruͤhern Normarchten (Kreisregierungen) wieder treten sollen.
Ueber die philorthodoxe Gesellschaft höͤrt man nichts weiter.
Nur die Journale setzen noch ihren Krieg fort, wobei die „Mi⸗ nerva“ die Gegnerin, und das „Zeitalter“ der Freund und Ver⸗ treter der angegriffenen Kapodistrianisch⸗Russischen Partet ist. „Aegopben. Alexandrien, 6. Febr. (Allg. Zrg.) Aus Arabien wol⸗ len noch immer keine Nachrichten ankommen, welche die Ein⸗ nahme Sana's bestäaͤtigen, dagegen erfährt man, daß sich die Ara⸗ bischen Staͤmme in der Umgegend Adens sn einem neuen An⸗ griffe vorbereiten, der aber bei der nun vollendeten Befestigung dieses von Natur schon sehr festen Ortes wohl eben so sehl⸗ schlagen wird als der, den sie vor vier Monaten unternahmen.
Aus Abpyssinien ist der Missionair Herr Isenberg zuruͤckge, kommen; er war in Schoa und wird nach Curopa gehen, wie man aus Kahira schreeclt. —
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In Syrien sind einige Pestfaͤlle vorgekommen; man fuͤrchtet fuͤr Jerusalem waͤhrend des Aufenthalts der Pilger daselbst und hat daher mehrere Aerzte dorthin geschickt. — An der Armirung von Acre wird mit großem Eifer gearbeitet. Soliman Pascha, obgleich in Saida sich bei seiner Familie aufhaltend, kommt haͤu⸗ sig nach Acre, um mit dem Polnischen Obersten Schulz, der schon seit sechs Jahren im Dienst des Pascha's steht, die Arbei⸗ ten daselbst zu leiten. Es stehen gegen 10,000 Mann dort; wahrscheinlich wird man einen bedeutenden Theil der Armee Ibraa“. him's laͤngs der Kuͤste vertheilen. Auch in Jerusalem garnisonirt jetzt ein Regiment. Die Kavallerie Ibrahim's ist jedoch, wie selbst, an der Nordgraͤnze. — Ueber Churschid Pascha hoͤrt man gar nichts, ein Zeichen wenigstens, daß er seine militairischen Be⸗ wegungen eingestellt hat. Daß er aus den in Arabien geworbe⸗ nen Truppen regulaires Militair gebildet habe, wie mehrere Be⸗ richte besagten, gehoͤrt zu den vielen Irrthuͤmern, die uͤber das, was in Arabien vorgeht, verbreitet worden sind. Es war fuͤr alle diejenigen, welche die Araber kennen, hoͤchst unwa rscheinlich
und hat sich seitdem als falsch bewiesen.
Thorn, 27. Febr. Nach zuverlässigen Nachrichten 8 aus Warschau vom 24. Februar steht die Weichsel sowohl bei Krakau als bei Warschau, und zwar kann das Eis derselben an letzterem Orte zu Fuß und zu Wagen passirt werden. In den Karpaten soll eine bedeutende Masse Schnee gefallen seyn, wo⸗ durch die Besorgniß vor einer Ueberschwemmung um so mehr Naum gewinnt, als auch bei Warschau und in der Umgegend sehr viel Schnee liegt. Auch der Narew und Bug sollen von neuem zugefroren seyn. Hier bei Thorn ist das Eis nicht wie⸗ der zum Stehen gekommen. Die Weichsel, welche bereits auf 2 Fuß F Zoll gefallen war, ist seit gestern wieder im Steigen begriffen. Der Pegel zeigt heut eine Hoͤhe von 3 Fuß.
— — Stettin, 3. März. Die „Altpommersche Landstube’”“ hat gestern eine Bekanntmachung erlassen, des Inhalts, daß, da Se. Majestaͤt der Koͤnig durch die Allerhoͤchste Kabinets⸗ Ordre vom 3. Februar d. J. den Beschluß des Iiten Kommu⸗ nal⸗Landtages von Alt⸗Vorpommern vom 12. Dezember 1839 in Detreff der Garantie von 4 pCt. jahrlichen Zinsen zu genehmigen geruht haben, die Actien⸗Zeichnung bei dem Berlin⸗Stettiner Eisenbahn⸗Comité eroͤffnet sey, welches letztere seinerseits auch eine Bekanntmachung deshalb vublizirt hat. Das Naͤhere hieruͤber werden die Zeitungen demnaͤchst zur allgemeinen Kunde bringen
Ierhu “ 14 Telegraphische Nachrichten.
Köln, 4. Maͤrz. Der Commerce vom 1. März enthaͤlt nachstehende telegraphische Depesche aus Bayonne vom 29. Fe⸗ bruar: „Der Praͤfekt an den Minister des Innern. In Folge von ernsten Unordnungen im Schoße der Kammer und Meute⸗ rei Versuchen, ist Madrid den Lästen in Belagerungs⸗Zustand er⸗ klaͤrt worden. Die Sitzung ist eingestellt. Beim Abgange des Couriers war die Ruhe wieder hergestellt.“
Betrachtungen uͤber die Durchschnitts⸗Marktpreise des Getreides im preußischen Staate waͤhrend des 8 Jahres 1839.
1“ esr ü 8 48
Der preußische Scheffel Gerste galt in Silbergroschen durch⸗ schnittlich in den iim Jahre im Jahre Provinzen 1839 1838 Preußen ’⸗ 279⁄12
—— 211 27 „1 2 randenburg und
Pommern s12 312* Schlesien 35 — 29³ Sachsen 17152 33*%¼ Westfalen 1112 355 Rheinprovinz 112 125/112
Die Gerstenpreise des Jahres 1839 stehn hier
gaͤngig betraͤchtlich hoͤher, als die vierzehnjaͤhrigen preise: auch die Preise des Jahres 1838 waren schon höher als diese, obwohl sie mit einziger Ausnahme der Provinz Preußen niedriger sind, als die Preise des Jahres 1839. Das getreide scheint auch im Jahre 1838 in den öͤstlichen Provinzer nicht weniger gerathen zu sein, als in den westlichen: ad Ausfall an der Roggenerndte noͤthigte in Preußen zu stark Verbrauche der Gerste, welche dort ohnehin mehr als in ande — in Vermischung mit Roggen dem Landmanne
rodgetreide dient. Im Allgemeinen halten sich die Gersten⸗ preise hoch: da der Verbrauch derselden zu starkem Biere im preußischen Staate verhäͤltnißmaͤßig nicht sehr beträchtlich ist; da ferner auch der Verbrauch der Gerste zu Graupe und Gruͤtze sich in dem Maaße vermindert, worin der Verbrauch der Kartof⸗ feln zur Speise noch immer zunimmt; und da endlich auch Gerste kein großer Ausfuhr⸗Artikel ist: so bleibt dieser hoh Stand der Gerstenpreise merkwuͤrdig genug. Dieselden Um saͤnde, welche das Verhaͤltniß der Roggenpreise in den verschted nen Provinzen bestimmten, scheinen auch das Verhältniß d Gerstenpreise daselbst erzeugt zu haben: die Nachsrage nach Gersde fuͤr den innern Verbrauch, Wwelche theils von der Dichtheit der Bevoͤlkerung, theils von dem Verhäaltnisse der Srädter zu den Landleuten abhaäͤngt, hat wenigstens einen unverkenndaren Ein⸗ fluß darauf ausgeuͤdt, welcher nach den vorhin der dem Rogsen angegebnen Zahlenverhaͤltnissen zu wuͤrdigen sein wird. Es mas wohl nicht wenig Gerste zu dem in einigen Gegenden sedr Ad⸗ lichen Kesselbrauen fuͤr die landlichen Wirthschaften, und zu Fur⸗ terschrot verbraucht werden: und dieser Verdrauch wäͤchst unter uͤbrigens gleichen Umstaͤnden allerdings mit der Duchtdeit der Bevoͤlkerung. 8 .
Der Scheffel Haher galt im Durchschme in Suldergeren
in den Jahre im Jahre im Uasühengen Durch⸗ Provinzen 1889 LEb schmcre aus 1888 2, Hreußen 5N 8 2 . 18 ³
randenburg und
Pommern Schleßien 8 Sachsen Westfalen Rheinprovtnz 8 2 12 G 8
Im Allgemeinen sind dier die Preise der beiden Nadre 1839 und 188 nicht viel von einander und von dem dierzehn⸗ 8 laͤdrigen Durchschnitrspreise verschieden: die erheblichste Ausnahme
im Idjährigen Durch⸗ schnitte von 188 9
8—
8 8
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hiervon macht die Provinz Sachsen, welche ium Jahre 15839 ei⸗
nen Haherpreis hatie, der um 25 % Prozent hoͤher war, als der