ungs⸗Zustand dauerte noch fort. Ull. Bayonne kern goelehte bes.⸗ der 20. Militatr⸗ Division an den Kriegs⸗Minister: „Die Ruhe in Ma⸗ drid ist am 26. Februar gänzlich wiederhergestellt worden. Ge⸗ neral Balboa ist daselbst mit seiner Division eingeruͤckt. Der vlirische Ehef und der Militair⸗Gouverneur sind abgesetzt wor⸗ politische Chef und de — den. Der Apuntamiento ist aufgefordert worden, seine Sitzun⸗ gen waͤhrend des Belagerungs⸗Zustandes einzustellen. Großbritanien und Irland. gondon, 29. Febr. Wie sich der Toryistische „Courier“ und der ministerielle „Globe“ uͤber die letzte Niederlage der Mi⸗ nister aͤußern, ist schon mitgetheilt worden. Die „Morning Chro⸗ nicle scheint die Sache fuͤr zu unbedeutend zu halten, um ein Wort daruͤber zu verlieren. ie Tory⸗Presse ist nun gewaltig erbittert, daß die Minister durch die wiederholten Versuche ihrer Partei, ihre Gegner zu stuͤrzen, sich so wenig ruͤhren lassen. Der Morning Herald sagt: „Waͤren die Minister nicht im Fest⸗ halten ihrer Aemter die zaͤhesten, denen die Geschicke einer großen Nation jemals anvertraut gewesen, so wuͤrde ihre Resignation die natuͤrliche Folge ihrer vorgestrigen schlagenden und demuͤthi⸗ genden Niederlage seyn. Ehe aber Lord John Russell und seine Kollegen von ihren Stellen lassen, eher trotzen sie alle Abend einer Niederlage. Die flammenden Patrioten und RNefor⸗ mer von 1831 haben sich 18470 in die willfährigsten, nachgiebiasten und ruͤcksichtslosesten Spekulanten verwandelt. Die Morning Post: „Dieses Ereigniß war nicht unerwartet. Eben so wenig wird es die vierte, fuͤnfte, sechste und jede wei⸗ tere Niederlage der Minister seyn. Dergleichen Vorfaͤlle scheinen zu einem natuͤrlichen Bestandtheil der Staats⸗Verwaltung werden zu sollen. Das Land wird sich natuͤrlich fragen, wie oft wohl einem Ministerium vom Unterhause gesagt werden muß, daß es in der Erfuͤllung seiner Pflichten gegen die Nation gewissenlos und ungeschickt ist, ehe es zu merken beginnt, daß etwas Unklu⸗ ges oder gar Anmaßendes in seinem Beharren am Staatsruder liegt? Einmal, zweimal, dreimal hat die Majoritaͤt des Unter⸗ haufes sich schon gegen die Minister erklaͤrt, und zwar bei Fra⸗ gen, welche diese fuͤr wichtig genug hielten, um die ganze Macht ihrer Argumente und ihrer Streitkräfte aufzubieten.“ Der Stan⸗ dard: „In den drei Niederlagen, welche die Minister in dieser Session schon erlitten haben, zeigt sich eine merkwuͤrdige und lehrreiche Steigerung. Bei der ersten Gelegenheit (der Dotation fuͤr den Prinzen Albrecht), wurden sie an einem Versuch gehindert, mehr als hinreichend von den oͤffentlichen Geldern wegzugeben; bei der weiten wurden ihnen, trotz ihres hartnaͤckigen Widerstandes, Aufschluͤsse uͤber ihre Finanzwirthschaft abgepreßt; die letzte Zuͤch⸗ tigung hat einen strafenden Charakter, es ist eine schwere Ver⸗ urtheilung eines schmaͤhlichen Handels. Dies ist der richtige Gang der Gerechtigkeit; zuerst wird dem Uebelthaͤter erfolgreicher Widerstand entgegengesetzt, dann wird er zur Verantwortung ge⸗ zogen, und 8„— empfängt er sein Urtheil. Auch war die vorgestrige Majorität die groͤßte, welche sich bis jetzt ge⸗ gen sie erklaͤrt hat, und nach dem gewoͤhnlichen Lauf der Dinge koͤnnte ihr Ende nicht mehr fern seyn; sie müßten dem Wink folgen, den ihnen Oberst Sibthorp gab, aber das ist freilich von ihnen nicht zu erwarten. ie suchen ihre letzte Niederlage dadurch zu beschoͤnigen, daß sie dieselbe einer Vereinigung der Konservativen mit den Ultra⸗Radikalen zuschrei⸗ ben; aber wenn sich auch auf der Liste der Majorität die Namen der Herren Grote, Hume, Leader, Sir W. Molesworth und Wakley und vielleicht noch ein oder zwei Radikale von geringerer Bedeutung befinden, so erblicken wir doch dagegen 2 der Liste der Minoritaͤt nicht nur Herrn O'(Connell und seinen ganzen An⸗ hang, sondern auch saͤmmtliche Britische Radikale, mit Ausnahme der wenigen Obengenannten, selbst bis auf das kuͤrzlich gewählte Mitglied fuͤr Southwark, Herrn Wood, und bis auf den Repu⸗ blikaner Herrn Muntz herab. Wenn also auch die Radikalen,
die mit der Majoritaͤt stimmten, gar nicht mitgestimmt haͤtten,
so wuͤrden die Minister doch in einer Minorität von etwa 20 Stimmen geblieben seyn. Und haͤtten jene Radikalen selbst mit den Ministern gestimmt, so wuͤrde ihre Minoritaͤt immer noch wenigstens 10 Stimmen betragen haben; ist aber eine Mi⸗ noritaͤt von 10 bei einem Tadels⸗Votum gegen die Regierung nicht eine hinreichende Schmach? In anderen Zeiten wuͤrden die Minister, die bei einem solchen Votum nicht wenigstens auf eine die Zahl ihrer Beamten, ungefähr 40, üuͤübersteigende Majo⸗ ritaͤt haͤtten gebieten koͤnnen, die unumgaͤngliche Nothwendigkeit gefuͤhlt haben, ihre Stellen niederzulegen.“ Und die Times: „Wenn der Antrag des Herrn Liddell keinen Tadel gegen das Ministerium in sich schloß, warum beantragte dann Lord Mor⸗ peth ein Amendement? Die Niederlage ist eklatant, das ganze Land wird sie als eine solche stempeln, und wenn die Minister sich auch noch einmal nach Downing Street zuruͤckschlichen, ihr Schicksal ist doch besiegelt.“
Prinz Albrecht hat dieser Tage eingewilligt, Mitglied der reichen Goldschmiede⸗Zunft zu werden, an deren Spitze die Koͤni⸗ 8 2 steht, und wird den zu diesem Behufe erforderlichen Eid eisten. .
Die Einkuͤnfte der Anglikanischen Kirche belaufen sich au 8,896,900 Pfd. Sterling. 8 sc ümnen Obschon Frost, Williams und Jones schon deportirt sind, so werden doch noch Versuche gemacht, ihnen gaͤnzliche Begna⸗ digung zu verschaffen. *
Die hiesige astronomische Gesellschaft hat den Koͤnig von Daͤnemark, Christian II., zu ihrem Ehren⸗Mitgliede ernannt. Man hat zwar hier noch nicht die bestimmte achricht, daß Herr Thiers in Frankreich ans Ruder gekommen, doch zweifelt man nicht mehr daran, und die oͤffentlichen Blaͤtter machen be⸗ reits ihre Betrachtungen uͤber die Bedeurtung eines solchen Er⸗ eignisses fuͤr die politischen Verhältnisse Frankreichs und Ena⸗ lands. Der ganz ministerielle Globe sagt daruͤber: „Wer koͤnnte in diesem Augenblicke besser Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten seyn, als Herr Thiers? Er ist ein warmer An⸗ haͤnger der Englischen Allianz, welche die Sympathieen aller rechtlichen und verstaͤndigen Parteien Frankreichs weckt; er ist der Freund der constitutionellen Freiheit in Spanien, und er hat in Beteeff der Aegyptischen Frage kein feindseliges oder unaus⸗ fuͤhrbares Projekt im Kopfe. Wenn der Koͤnig in diesen Um⸗ staͤnden seinen gewoͤhnlichen Scharfsinn zu Rathe zieht, so wird er Alles anwenden, um den Beistand des Herrn Thiers zu er⸗ langen und zugleich sich die einflußreichsten und tuͤchtigsten Maän⸗ ner des gegenwaͤrtigen Kabinets zu erhalten.“ Ueber denselben Gegenstand bemerkt der Sun: „Von allen Staatsmaͤnnern Frankreichs begreift Herr Thiers am besten die Wichtigkeit der Französsch⸗Engschen Allianz. Man weiß, daß seine Sympathieen fuͤr die oͤffentliche Meinung in England ihn lange von den Ge⸗ schäͤften entfernt hielten; folglich wuͤrde seine Wiederernennung
um Mintster der auswaͤrtigen Angelegenheiten bei den Staats⸗
eamten Englands fuͤr den Ausdruck des Wunsches der Franzoͤ⸗ sischen Nation und Regierung gelten, Beziehungen der besten
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Frundschef mit Großbritanien zu pflegen.“
hronkele zaͤußert sich folgendermaßen: „Herr Thiers nimmt einen mehr nach der Linken sich hinneigenden Platz im Centrum der Kammer ein, und er hat viele Ansichten und Grundsäͤtze der linken Seite, hesonders in Bezug auf die auswaͤrtige Politik, zu den seinigen gemacht. Indem er zuerst auf die Amgestie und auf Ablassen von der Strenge drang, zerstel er mit den Einschuͤchter⸗ lingen; indeß bleibt er immer 2 den ultrademokratischen For⸗ derungen hinlaͤnglich abgeneigt, um auf den Anfang eines großen Theils der rechten Seite zaͤhlen zu können. So wuͤrden sich denn wohl die Gemäaͤßigten der Rechten und die Ge⸗ maͤßigten der Linken unter Herrn Thiers vereinigen. Die Sol⸗ daten sind alle willig, nur die Offiziere und kleinen Anfuͤhrer zau⸗ dern. Alle Maͤnner von Talent zweiten Ranges und von An⸗ —2 ersten Ranges verabscheuen Thiers. Sie wollen unter einer Null von Premier⸗Minister oder unter einem großen, hohen Namen zur Gewalt gelangen. Soult ist ihr Minister⸗Ideal, weil sie fuͤr ihn sprechen, ja fuͤr ihn denken koͤnnen. Ihre Eitel⸗ keit leidet nicht, wenn sie unter Soult fungiren; wogegen sie die Anwesenheit eines Thiers oder Guizot oder uͤberhaupt irgend ei⸗ nes ihnen uͤberlegenen Mannes mit der ganzen Schwaͤrze und Kleinlichkeit des Neides eines sich aufblasenden Frosches fuͤrch⸗ ten. Das sind die Empfindungen der Herren Passy, Dufaure, Villemain, lauter schmucker Leute, trefflicher Korporale, wie Jemand sagte, wenn sie nur nicht nach Commandeurs⸗Epau⸗ letten streben wollten. Diese Stümper! die bei der letzten Dotations⸗Frage die schmaͤhlichste Niederlage uͤber sich selbst und uͤber den Koͤnig brachten, und das Alles durch ihre blinde Thorheit und Unfähigkeit. Sieben Knaben, aus der Schule auf die Ministerband versetzt, wuͤrden mehr Vorsicht, Talent und Geschicklichkeit gezeigt haben. Die Hauptschwierigkeit, welche Herrn Thiers jetzt im Wege liegt, ist der Ostracismus, den die Eifersucht der Maͤnner zweiten Ranges, unterstuͤtzt durch die Abneigung des Koͤnigs, uͤber ihn hat ergehen lassen. Auch hin⸗ dert die Unsicherheit der Regierungsgewalt, in einer Zeit, wo Hof und Publikum besonders launenhaft und mäͤchtig sind, die Staats⸗ maänner an großen Opfern in ihrer Stellung und Meinung. Alles richtet seine Blicke mehr auf die Zukunft und ihre Aussich⸗ ten, als auf eine gegenwaͤrtige, kurze Regierungsgewalt. Wenn also Thiers seine alte Stellung an der Spitze der Rechten wie⸗ der einnehmen wollte, so wuͤrde er eine Majoritaͤt haben. Dann muͤßte er aber seine Verbindun mit der linken Seite und dem linken Centrum brechen und sich dem Lande auf Gnade und Un⸗ gnade ergeben. Haͤlt er es mit der linken und den entschiedene⸗
Die Morning
ren Maͤnnern des linken Centrums, so koͤnnte ihm die Majoritaͤt
fuͤr den Augenblick entgehen, aber er wuͤrde jedes andere Mi⸗ nisterium unmoͤglich machen und sich die praͤchtigsten Aussichten fuͤr die Zukunft bewahren.“
Da einige Franzoͤsische Blaͤtter ihre Verwunderung daruͤber aussprechen, daß England so viel Aufmerksamkeit auf die Ver⸗ mehrung der Franzoͤsischen Marine richte und Schritte thun zu wollen scheine, um die seinige auf einen verhaͤltnißmäßigen Fuß u bringen, so findet sich die Morning Chroniecle zu satgenber Lreurung veranlaßt: „Wenn jene Blätter auf die in ihren eige⸗ nen Spalten gegen England gerichteten Drohungen zuruͤckblicken wollten, so wuͤrden sie wohl einsehen, daß einiger Grund zu die⸗ ser Vorsicht vorhanden sey. Die Franzoͤsische Regierung verlangte voriges Jahr einen außerordentlichen Kredit zur Ausruͤstung von Schiffen, um die Wuͤrde Frankreichs in der Orientalischen An⸗ gelegenheit aufrecht zu erhalten. Einfacher und freimüthiger ist es, wenn wir ohne Ruͤckhalt gestehen, daß wir unsere Marine deshalb vermehren, weil Frankreich eine feindliche Stellung im
Mittellaͤndischen Meere eingenommen und seine Seemacht weit mehr verstaͤrkt hat, als es der Frieden und seine kundgegebenen rrankreich oder Oesterreich oder
Gesinnungen erheischen. Wenn Rußland eine neue Armee von 100,000 Mann auf die Beine brächte, ohne daß sich ein mit dem Frieden Europa's vertraͤglicher Grund dafuͤr ergaäbe, so wuͤrden die beiden anderen Maͤchte ver⸗ möͤge eines aͤhnlichen Gesetzes der Selbstvertheidigung auch Ar⸗ meen mobil machen.“
Ueber die letzten Berichte, welche der Morning Ehronicle 8 82 ] berichtet, daß ein Griechischer Lieutenant Skenider
aus Konstantinopel und Alexandrien zugegangen sind, bemerkt
dieses Blatt: „Die ersteren Berichte enthalten die Nachricht von der Halsstarrigkeit des Schachs von Persien und von seiner Ab: Mohammed und Sultan Kamram gegen die Engländer zu verbinden. Es ist
sicht, sich mit Chiwa und Buchara und mit „
ein unnuͤtzes Bemuͤhen, Ursachen fuͤr diese ohne jene Politik von Seiten der Orientalischen Fuͤrsten auffinden zu wollen. Thor⸗
heit, Grille oder die Worte eines Schmeichters haben oft mehr
Einfluß darauf, als Vorsicht und Berechnung. Der junge Schach von Persienscheint unruhig, leidenschaftlich und kampfliebend, ein Cha⸗ rakter, der, an der Spitze eines schwachen Reiches, zur Selbstvernich⸗ tung fuͤhren muß. Ein Abgesandter von ihm ist mit großem Gepraͤnge in Alexandrien angekommen. Was Mehmed Ali be⸗ trifft, so muͤssen die letzten Depeschen aus Frankreich ihn von dem Entschlusse der Mehrzahl der Europaͤischen Maͤchte in Kennt⸗ niß gesetzt und ihn uͤberzeugt haben, daß es Wahnsinn waͤre, da⸗ gegen anzukämpfen. Frankreich obgleich es den Pascha beguͤnstigt, wird ihn wahrlich nicht in einem unsinnigen Kampfe unterstuͤtzen, und wir hegen die Hoffnung, daß guter Sinn und Revblichkeit endlich die Oberhand gewinnen und eine Ausgleihung zu Stande bringen werden. 1 8* 2 Nederlande. Aus dem Haag, 3. Maͤrz. Die Minister der Kolonieen und der Finanzen haben in dirsen Tagen mehrere Konferenzen gehabt, in welchen, wie es heißt, beschlossen worden, den naͤchstens wieder zusammentretenden Generalstaaten einen neuen Anleihe⸗ Entwurf vorzulegen, der mit dem Einkommen, welchen die Ost⸗ indischen Crzeugnisse gewaͤhren, in Verbindung stehen soll. Nachrichten aus Malta zusolge, war daselbst am 1. Februar der Prinz Friedrich Heinrich auf der Fregatte „de Ryn““ ein⸗ getroffen. — 122 1
Amsterdam, 4. Maͤrz. Heute Nachmittag um 4 Uhr ist Se. Majestaͤt der Koͤnig aus dem Haag hier eingetrossen. Bald nach der Ankunft im Palais zeigte sich der Koͤnig auf dem Val⸗ kon und wurde von dem zahlreich versammelten Volke mit den lebhaftesten Acclamationen der Freude begruͤßt. Se. Majestaͤt sind in diesem Jahre etwas Fusen als gewoͤhnlich hierher gekom⸗ men, weil spaͤter in diesem Monate die Generalstaaten im Haag wieder zusammentreten werden. Auch heißt es, daß gegen Ende d. M. der Großfuͤrst⸗Thronfolger von Rußland bei unserem Hofe
zum Besuch erwartet wuͤrde. E“ 18.2 929 845,,8
Belg 4 “ 2
Bruͤssel, 3. Maͤrz. Die Abreise der Koͤnigin der Franzo⸗
sen nach Paris ist Huntehe auf morgen Abend festgesetzt. Der letzte Hofball war ungemein brillant, doch war die Koͤnigin der
Belgier wegen eines Unwohlseyns des jungen Prinzen Philipp
“
Seele des Régime, auch in dem neuen zu behalten.
nicht anwesend. Unser Koͤnig fuͤhrte die Koͤnigin der Franzosen, der regierende Herzog von Sachsen⸗Koburg die Prinzessin Kle⸗ mentine, der Herzog von Orleans die Prinzessin Victoria, der Herzog Ferdinand von Sachsen⸗Koburg die Hetzoga von Arem⸗ berg. In der ersten Auadrille tanzten der Herzog von Orleans mir Prinzessin Vietoria und der Herzog von Nemours mit seiner Schwester.
Seit einigen Tagen befindet sich der ehedem als Inspektor bei der Societs genérale angestellte, seit der Revolution aber im Haag beim Finanz⸗Ministerium einen bedeutenden Posten beklei⸗ dende Herr Mesritz (mosaischen Glaubens), Ritter des Nieder⸗ laͤndischen Ordens, in einem wichtigen Auftrage von seinem Gou⸗ vernement hier. Man sagt, er sey beauftragt, die 21 ⁄ Millio⸗ nen Gulden auf Abschlag von dem Belgischen Gouvernement in Empfang zu nehmen. — Die Mitglieder der Liquidations⸗Kom⸗ mission sind noch nicht nach Utrecht abgereist, obschon einige Zei⸗ tungen ihre Abreise angezeigt haben. Es scheinen noch einige Schwierigkeiten obzuwalten, welche aber ohne Zwelfel baldigst beseitigt seyn werden, indem man mit besonderer Zufriedenheit bemerkt, daß man von beiden Seiten sich so nachgiebig als mög⸗ lich zu bezeigen sucht und es treu zu meinen scheint.
Die in den letzten Tagen von Herrn de Potter herausgege⸗ bene Broschuͤre uͤber Holland hat nirgend Anklang gefunden * wird von Niemand beachtet. Ueberhaupt hat dieser Demagog und Revolutions⸗Held vom Jahre 1830 seinen ganzen Kredit verloren, ja, er wird nicht einmal mehr von seinen ehemaligen Spießgesellen geachtet.
Ungeachtet der seit 8 bis 10 Tagen eingetretenen ziemlich strengen Kaͤlte sind die oͤffentlichen oder Privat⸗Bauten nirgends eingestellt, und man sieht daher auch keine muͤßigen Arbeiter Im Handel und in der Industrie will man hier und da einige Bewegungen verspuͤren, es ist aber nicht von außerordentlicher Bedeutung. In Antwerpen klagt man uͤber die geringe Frequenz der Häfen an der Schelde, ein Uebel, dem nicht leicht abzuhelfen seyn wird.
Schweden und Norwegen.
Stockholm, 28. Febr. Vorgestern ist auch im Buͤrger⸗ stande der Vorschlag zu einer zweckmaͤßigeren Organisation des Staatsrathes zur 8, gekommen. Derselbe ward durch Acelumation 122 Abstimmung angenommen.
Hans Jansson's vom Bauernstande an die drel andern Staäͤnde uͤberwiesener Vorschlag einer Adresse an die Regierung uüͤber den Nothstand des Landes ist nun in allen diesen Staͤnden vorgekommen, und in säaͤmmtlichen zu den Akten gelegt worden. Im Adelsstande wurde dieses ohne Abstimmung beschlossen.
Merkwuͤrdig waren die Aeußerungen eines Redners im Bauernstande in Betreff der vaͤterlichen Ermahnungen des Erz⸗ bischofs gewesen. Er habe darin den Wunsch desselben wahrge⸗ nommen, sagte er, die Mitglieder des Bauernstandes unter den Schutz seiner Fluͤgel zu nehmen, aber er moͤchte ihn daran erin⸗ nern, daß diese keine Kuͤchlein seyen.
Der Constitutions⸗Ausschuß hat, wie man vernimmt, die Er⸗ richtung eines Comité beschlossen, um sofort einen Vorschlag zu einer Reform unserer Repraͤsentation und zu den noͤthigen Aen⸗ derungen in den Grundgesetzen zu entwerfen. 8
Von der Regierung ist in Folge der furchtbaren Darstellung des Elends in Dalekarlien, die im e. gemacht worden, ein Befehl zur Berichterstattung deshalb an den dortigen Landes⸗ Hauptmann ergangen. Den Bericht des Letztern, der jene Dar⸗ stehung beträchtlich zu mildern sucht, tiest man nun in der Staatstidning. —
Man sagt, es sey im Werke, eine große Deputation von Seiten des Offzier⸗Corps zu Stande zu bringen, um dem Grafen Brahe den Wunsch vorzutragen, daß er das Portefeuille des Departements der Landmacht uͤbernehmen moͤge, falls Se. Ma⸗ jestaͤt der von den Ständen beschlossenen Aenderung der Staats⸗ verwaltung beipflichten moͤchten. Man sieht hieraus, daß kein Mittel unversucht gelassen wird, den Grafen, als die bisherige
23
Der Koͤnigliche General⸗Konsul in Griechenland hat an die
auf einem oͤffentlichen Spazergange den Schwedischen und Nor⸗ wegischen Vice⸗Konsul in Modon, Koron und Navarin, Barto⸗ lomeo Leoni, insultirt hatte, und dafuͤr von der Griechischen Re⸗ gierung abgesetzt worden, die auch dem Kommandanten in Ma⸗ don einen Vlewveis wegen seiner Zoͤgerung, dem Leoni Recht zu verschaffen, ertheilte.
Danemark.
Altona, 6. Maͤrz. Nach einer Mittheilung in den „Schlesw.⸗Holst. Blattern”“ gab es 1834 in Schleswig und Hol⸗ stein 200 examinirte, unbefoͤrderte Kandidaten der Theologie. Zu diesen sind von 1834 bis 1838 107 Kandidaten hinzugekommen, waͤhrend im Ganzen bis dahin wohl nur 70 befoͤrdert wurden. Gegenwaͤrtig wird es daher wohl circa 250 unbefoöͤrderte Kandi⸗ 1 Predigtamts in den F1 scdmnern geben, von wel⸗
daten des —* 3 in — chen nur etwa 14 jährlich sich Hoffnung machen duͤrfen, ins Amt
zu gelangen. Deutsche Bundesstaaten.
Moͤnchen, 2. Mäaͤrz. (A. Z.) Heute erstattete Hofrath Dr. Bayer in der Kammer der Abgeordneten ausfuͤhrlichen Vor⸗ trag üͤber den Gesetz⸗Entwurf, „den Schutz des Eigenthumts an Werken der Literatur und Kunst gegen Veroͤffentlichung. Nachbildung und Nachdruck betreffend.“ Dieser Gegenstan
hatte sich schon bei der hohen Deutschen Bundes ⸗Bersammlung
vielfacher Berathungen und gruͤndlicher Verhandlungen zu er⸗ freuen. Als die erheblichsten Resuttate derselben hob der I richterstatter, vorzugsweise drei Beschluͤsse hervor, naͤmltich 1 den Beschluß vom 6. September 1832, wonach der Grundsatz aufgestellt wurde, daß in Zukunft der Unterschied zwischen den eigenen Unterthanen und jenen der 1z im Bunde vereinigten Staaten gegenseitig und im ganzen Umfange des Bundes in der Art aufgehoben werden soll, daß die Herausgeber, Verleger und Schriftsteller eines Bundesstaats sich in jedem anderen Bundesstaate des dort bestehenden gesetzlichen Schutzes gegen den Nachdruck zu erfreuen haben werden; 2) den Beschluß vom 2. April 1835, welcher dahin geht, daß der Nachdruck im Um⸗ fange des ganzen Bundesgebiets zu verbieten, und das schrift; stellerische Eigenthum nach gleichfoͤrmigen Grundsaͤtzen festzustel ien und zu schuͤtzen sey; endlich 3) den Beschluß vom 9. No⸗ vember 1837, den wichtigsten von allen, welcher die Grundsaäͤtze selbst enthäͤlt, uͤber deren Beobachtung die im Deutschen Bunde vereinigten Regierungen uͤbereingekommen waren, und die wir als bekannt voraussetzen duͤrfen, da seiner Zeit alle oͤffentlichen Blaͤtter sie mitgetheilt haben. Der Erfolg dieser Bundes⸗Be⸗ schluͤsse, war in den einzelnen Bundesstaaten verschieden. Ein vollständiges Gesetz uͤber diesen Gegenstand nach den angedeu⸗ teten Grundsaͤtzen erschien bisher nur im Koͤnigreich Preußen,
welches zwar schon vom 11. Juni 1837 datirt ist, aber erst nach
ken an, die demselben zu Grunde liegen. —
legislativem
in Hinsicht der religi⸗
dem letzterwaͤhnten Bundes⸗Beschlusse in der Gesetz⸗ Seneee publizirt wurde. In Wuͤrttemberg wurde zwar im Jahre 183 der Kammer der Abgeordneten ein dem Bundes⸗Beschlusse von 1837 entsprechender Gesetz⸗Entwurf vorgelegt, spaͤter aber wieder urückgezogen und ein Provisorium substituirt — Die meisten Haegkeran en beschraͤnkten sich auf Publication des Beschlusses vom 6. September 1832, oder gemaͤß Beschluß vom 2. April 1835 auf die Anzeige, daß der Nachdruck in ihren Staaten be⸗ reits verboten sey. — Se. Majestaͤt der Koͤnig von Bayern ba⸗ ben nun einen vollständigen Gesetz⸗Entwurf in diesem Betreff der Kammer der Abgeordneten vorlegen lassen. (Vergl. St. Ztg. Nr. 28.) Der Herr Refervent gab demnaͤchst die Haupt⸗Gedan⸗
Hierauf eroͤrtert er ob sich ein Gesetz gegen den Nachdruck üͤberhaupt rechtfertigen lasse, und ob ein solches Gesetz insbeson⸗ dere fuͤr Bayern gegenwaͤrtig als nothwendig erscheine. Die Be⸗ jahung gruͤndet derselbe in Betreff der ersten Frage auf die be⸗ reits angefuͤhrten Bundes⸗Beschluͤsse als aͤußeres Motiv, und hebt sofort unter den inneren namentlich die moralische Bezichung hervor, da der Nachdruck nicht bloß bisher fuͤr ein unehrliches Gewerbe gehalten worden, sondern es auch wirklich sey. Ein Gesetz aber, welches einem unehrlichen Gewerbe Schranken setze, sey schon dadurch allein hinreichend gerechtfertigt. Außer⸗ dem werden durch ein zweckmaͤßiges Nachdrucks⸗Verbot uͤberhaupt wissenschaftliche Bestrebungen aufgemuntert, und es erscheint so⸗ hin ein Gesetz dieser Art auch als ein indirektes Mittel zur Be⸗ förderung der allgemeinen Nationalbildung. Die besahende Ent⸗ scheidung der zweiten Frage wird auf zwei Gruͤnde gestuͤtzt: a) Bayern hat durch die Beistimmung zu den bemerkten Bundes⸗ Beschluͤssen die Verbindlichkeit uͤbernommen, dem Nachdruck auf Wege entgegenzuwirken. In den Bayerischen Ge⸗ setzen v diesfalls noch eine Luͤcke, da das Bayerische Straf⸗ gesetzbuch Theil I. Art. 397 die fragliche Vervielfaltigung zwar fuͤr eine unerlaubte Handlung erklaͤrt, und gußer der Ver⸗ pflichtung zum Schadens⸗Ersate auch mit Strafen bedroht, die Bestimmung der letzteren aber den Polizei⸗Gesetzen uͤberlaͤßt, welche indeß bis jetzt noch nicht erschienen sind. b) Aus staats⸗ wirthschaftlichen Ruͤcksichten, indem andere Bundesstaaten, und zwar gerade jene, welche den staͤrksten Buchhandel besitzen, ent⸗ weder schon Gesetze gegen den Nachdruck haben, oder solche dem⸗ naͤchst erhalten werden, folglich Bayern, wenn es zuruͤckbliebe, nach dem Grundsatze der Reciprocitaͤt in offenbaren Nachtheil gerathen wuͤrde. Saͤmmtliche Mitglieder des Gesetzgebungs⸗Aus⸗ schusses stimmten auch dieser Ansicht uͤber die beiden angefuͤhrten Fragen bei. Der Berichterstatter ging nun zu einer Pruͤfung der einzelnen Artikel selbst uͤber. Wir werden auf die hierbel von ihm sowohl, als auch auf die von dem ersten und dritten Ausschusse vorgeschlagenen Modificationen hbei den Mittheilungen hinsichtlich der Berathung uͤber diesen Gegenstand, welche den bren d. M. beginnt, zuruͤckkommen.
tha, 2. Mäaͤrz. Am 29. Februar starb zu Ichtershausen ast 8 Jehe⸗ dle, der Graf Heinrich Mia; üngerer Linie He Kösda. Er war unvermaͤhlt. 8
noch die beiden Fragen,
11 Hamburg, 3. Maͤrz. Nach einer Bekanntmachung der hiesigen Kommerz⸗Deputation ist, offizieller Mittheilung zufolge, der Elbzoll von Eisenbahnschienen auf ½¼ des bisherigen Normalsatzes his auf Weiteres von den Elbuferstaaten herab⸗ gesetzt worden. “
““ 11“
— — Wien, 3. Mäaͤrz. So eben ist der Koͤnig von Sachsen hier eingetroffen und in der Kaiserlichen Hofhurg abge⸗ stiegen. Se. Majestaͤt werden, wie bereits gemeldet, nur sehr kurze Zeit hier verweilen, und sodann wieder nach Dresden zuruͤckkehren.
Graf Ugarte, gegenwäͤrtig Kaiserlicher Geschaͤftstraͤger am Koͤniglich Schwedischen Hofe, ist zum Gesandten bei den Großherzoglich Badischen und Hessischen Hoͤfen ernannt worden; der in Darmstadt als Geschaͤftsträger fungirende Legations⸗Se⸗ cretair, Baron Menßhengen, ist zum Legations⸗Rathe vorgeruͤckt. Graf Ugarte wird, wie seine Vorgaͤnger, in Karlsruhe seine blei⸗ bende Residenz nehmen und nur einigemale im Jahre in Darm⸗ stadt erscheinen. Graf Woyna, diesseitiger Gesandter in Stock⸗
olm, aber seit mehr als einem Jahre mit Urlaub von seinem c, abwesend, duͤrfte in einigen Monaten nach Schweden uruͤckkehren. Der Franzoͤsische Botschafter hat gestern seine Ur⸗ ere. nach Paris angetreten.
Preßburg, 28. Febr. (L. A. Z.) Gestern wurde bei der Magnatentafel wieder das Religions⸗Gravamen bexrathen und, wie es scheint, definitiv abgemacht. Die Staͤnde duͤrften zufrie⸗ den seyn mit der Nachgiebigkeit und Liberalität der oberen Ta⸗ fel, die sich ihnen nun in den meisten noch divergirenden Punk⸗ ten angeschlossen. Auch jener wichtigste Theil des staͤndischen Ver⸗ langens ging nach einem schweren Kampfe durch, daß naͤmlich vollkommene Reztpeqenr zwischen Katholiken und Protestanten
sen Erziehung der Kinder aus gemischten Ehen eintreten, und diese jedesmal der Religion des Vaters fol⸗ gen sollen. Unter den geistlichen Rednern zeichnete sich die edle Milde des Faͤrsten Primas und der hoöͤchgebildete duld⸗ same Sinn des Bischofs Lonowics aus, dessen Vortrag unter die glänzendsten Zierden religioͤs parlamentarischer Reden gerechnet werden kann und einstimmige Theilnahme fand.
Die beiden Erzherzoge Johann und Stephan verweilen zur Zeit hier und erschkenen auf einem Ball beim Magnaten Gra⸗ fen Pejascewich; uͤberhaupt ist der Karneval bei der Anwesenheit so vieler hohen Herrschaften ungemein beleot.
In bder am 31. Januar d. J. abgehaltenen gemischten Reichs⸗ tags⸗Sitzung wurde folgende in Betreff der Ungarischen Sprache verfaßte reichstäaͤgliche Repraͤsentation sammt dem darauf bezuͤg⸗ lichen Gesetz⸗Entwurfe veritesen und an den Koͤnig befoͤrdert. Die⸗ ser Gesetz⸗Entwurf kautet: b8
„Behufs der allgemeinen Einführung und ausschließenden Anwen⸗ dung der Landessprache in allen Zweigen der öffentlichen Verwaltung wird verordnet: §. 1. Den National⸗Wünschen gemäß und in Folge des dten Art. 1550, zasten 1569, Aen 1572 geruhten Se. Majestät, den Reichsständen die Versicherung zu erthellen, daß der Unterricht in der Ungarischen Sprache, so wie deren vollkommene Kenntniß, für die Kronprinzen und übrigen Erzberzoge, wie auch Erzherzeginnen des Allerhöchst regierenden Hauses noch im zarten Alter in das Erziehungs⸗ Sostem aufgenommen sep. §. 2. Die Perordnung des Isten und 2ien Abschnitts im 3ten Art. 1832 — 30 wird dahin ausgedehnt, daß künf⸗ iighin die Gesetz⸗Artikel, so wie die Königlichen Regales und König⸗ lichen Propositionen, wie auch die durch den Landtag oder ein⸗ zelne Jurisdictionen zu unterbreitenden Repräͤsentationen, und alle- auf diese zu erlassenden Königl. Briefe und Resolütionen einzig nur in Uügrischer Sprache abgefaßt werden. . 8 Die Königliche Hof⸗
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Aemter, dann die sonstigen Aemter und Jurisdictionen des Staats, wie auch die geistlichen Behörden (mit Ausnahme der Religions⸗Func⸗ tion im Frenasen inne) haben alle 1ens,Henaiungen. Korrespon⸗ denzen, Rechtspslege und 1ee en nur in Ungarischer Sprache n
ühren; diese gese liche Vorschri wird auch auf die Privat⸗Grund⸗ llhese zhen ausgebehnt, in sofern ihre Rechnungen amtlich vorkom⸗ men sollten. as Zugeständniß des 2ten und 3ten Abschnittes im zten Artikel 1832 — 326 wird nunmehr verpflichtend dahin ausge⸗ dehnt, daß die bisher Lateinisch begonnenen Prozesse, sowohl bei geistlichen als weltlichen Gerichten, Ungarisch fortgesetzt werden, und die Richter die Urtheile Ungarisch abfassen sollen; eben fo sollen auch alle von den beglaubigten Orten (vei credibiles) her⸗ auszugebenden Urkunden zwar in der Sprache, worin selbe verfaßt sind, mit Ungarischen Eingangs⸗ und Schluß⸗Formeln versehen, erpedirt werden. — Bei dem Ungarischen Militair, mit Inbegriff der Gränzer, wird die Ungarische Sprache eingeführt. Bei den Ungari⸗ schen Regimentern sollen die Kommandos gleichfalls Ungarisch geführt und gegeben werden. Den Ungarischen General⸗Kommandanten, nicht minder den Regiments⸗ und Festungs⸗Kommandanten und allen in⸗ ländischen Militair⸗Austalten wird sen Pflicht gemacht, ihre Antwor⸗ ten an die Landes⸗Jurisdictionen Ungarisch abzufassen; ja bei dem sämmtlichen Ungarischen Militair sollen im Sinne des 8ten Art. 1830 nur solche Individuen zu den General⸗Kommandos und anderen Ober⸗ und Unterossizierstellen verwendet werden, die nicht nur der Ungari⸗ schen Sprache kundig, sondern auch geborene Ungarn sind. Schließ⸗ lich wird der 3te Abschnitt des 3ten Art. 1832 — 36 dahin modifizirt, daß nach drei seben von der Publication gegenwärtigen Gesetzes an auch die Matrikeln bei allen Glaubensbekenntnissen Ungarisch abgefaßt werden müssen. §. 4. Von allen im Lande gedruckten Büchern soll ein Exemplar der Ungarischen Gelehrten⸗Gesellschaft verabfolgt werden. 9. 5. Die Ungarische Sprachlehre muß unverzüglich in allen Schulen eingeführt werden, und statt der Lateinischen Sprache ist die Ungari⸗ sche als allgemeine Unterrichts⸗Sprache zu gehrauchen, damit in den niederen wie auch höheren Schulen die Wissenschaften, selbst der Un⸗ terricht in der Lateinischen Sprache, Ungarisch vorgetragen werde; des⸗ gleichen soll auch allgemein bei allen Militair⸗Erziehungs⸗Anstalten der Ungarischen Regimenter, so wie in den Volksschülen die einzige Un⸗ terrichts⸗Sprache die Ungarische seyn. Bei allen Glaubensbekenntnis⸗ können nur solche Psarrer, Seelsorger, Kaplane, Gehülfen und
otare angestellt werden, die der Ungarischen Sprache kundig sind. §. 6. Der 4. Abschnitt des 8. Artikels 1830 wird nach zehn Jahren, von der .eeen dieses Gesetzes an, auch auf die mit Ungarn ver⸗ einigten Theile es,en. Auf Allerhöchste Anordnung wird den Bewohnern jener Theile durch die Errichtung hinreichender Lehr Anstalten zur Erlernung der Ungarischen Sprache genügende Gelegen⸗ heit 5— werden. — In Betreff der Königl. freien Städte wird verordnet, daß nach 10 Jahren keinem Inländer ohne Kenntniß der Ungarischen Sprache das ee ertheilt werde. §. 7. Alle Un⸗ garischen Münzen sollen mit Ungarischen Zeichen und Umschriften ge⸗ prägt, und bei allen Civil⸗ und Militair⸗Anstalten das Landes⸗Wap⸗ pen, die Landes⸗Farben und Sigille mit Ungarischen Aufschriften ein⸗ geführt werden. — Da auch mit Recht gefordert werden kann, daß diejenigen, die der von den Gesetzen ertheilten Immunitäaten theilhaftig werden wollen, der National⸗Sprache vollkommen kundig sepen, so empfangen die Reichsstände danfbaren Gefühles jene gnädigste Zusiche⸗ rung Sr. Majestät, kraft welcher nur Solche, die der Ungarischen Sprache kundig sind, adelige Armal⸗ oder Königl. Güter⸗Verleihungs⸗ Briefe erhalten können.“
Schweiz.
Zuͤrich, 1I. Maͤrz. Der große Rath des Kantons Bern hat am 28. Februar den Antrag des Regierungs⸗Raths auf Be⸗ gnadigung der in den Reactions⸗Prozeß verwickelten und verur⸗
theilten Personen verworfen. 11“ Italien 1111“
Rom, 25. Febr. (A. Z.) Rußland zuruͤckgekehrte erste Legations⸗Secretair, Herr v. Kriv⸗ off, ist von seiner Regierung als Intendant der hiesigen Russi⸗ Üchen Kuͤnstler mit einem aesec Gehalt ernannt. Man nimmt an, daß er, durch diese Stelle veranlaßt, seinen Wohnsitz fuͤr bestaͤndig hier nehmen werde. — Heute traf der Graf Victor v. Zicht Ferraris, Attaché der Oesterreichischen Botschaft beim heiligen Sruhl, von Wien kommend, hier ein. — Wir leben hier in dem Taumel des Karnevals, welcher von Tag zn Tag lebhaf⸗ ter wird. Das Wetter ist hell, aber ziemlich kuͤhl. Niemand denkt an Politik. Alles will sich unterhalten oder unterhalten seyn, und Masken aller Arten treiben ihr Wesen auf dem Corso.
Spanien.
Madrid, 25. Febr. Die Hauptstadt it Zustand erklart worden und bietet einen sehr kriegerischen Anblick dar. Die Truppen, welche von dem besten Geist beseelt sind, haben die Nacht unter den Waffen zugebracht; ein Kavallerie⸗ Piket war vor dem Palast aufgestellt und das Bataillon „Koͤni⸗ gin⸗Regentin“ befand sich im Theater, dem Palast gegenüͤber. Heute Abend erwartet man den General Balboa mit seiner Di⸗ vision; er wird, wie es heißt, das Kommando der in Madrid befindlichen Truppen erhalten. Durch die weisen Anordnungen der Behoͤrden ist die Ruhe fuͤr den Augenblick gesichert, indeß fuͤrchtet man, daß die Uebelwollenden die Beerdigung des am gestrigen Tage durch einen Lanzenstich getoͤdteten National⸗Gar⸗ disten zu einigen Demonstrationen benutzen moͤchten. Dieser Na⸗ tional⸗Gardist, Namens Palacios, befand sich naͤmlich nebst einem Anderen unter einer der aufruͤhrerischen Gruppen; Beide waren nicht in Uniform und wurden toͤdtlich verwundet. Man ist indeß allgemein der Meinung, daß, wenn die Behoͤrden vom ersten Augenblicke an mehr Energie bewiesen haͤtten, die Unruhen keinen so ernsten Charakter wuͤrden angenommen haben. Die Schwaͤche und Zoͤgerung der Civil und Militair⸗Vehoͤrden vermehrte natuͤrlich die Kuͤhnheit der Uebelwollenden. Nach der Aussage von Augenzeugen bestanden die Ruhestoͤrer anfangs nur aus etwa 100 Gassenbu⸗ ben und Lehrlingen, von denen Jeder dafuͤr, daß er aus Leibeskraͤften schrie: „Es lebe die Tonstitution! Es lebe die Koͤnigin! Es lebe der General Espartero!“ einen Piaster erhalten hatte. Man at nicht bemerkt, daß sie mit Wasten versehen waren. Die 8ahc der Neugierigen war wie immer groͤßer, als die der eigent⸗ sich Böswilligen. Die zwei Compagnieen der National⸗Garde, welche in der Deputirten⸗Kammern den Dienst versahen, haben eine unverzeihliche Nachsicht bewiesen, denn als der Praͤsident der Kammer den kommandirenden Ofstzier aufforderte, mit Strenge gegen die Ruhestoͤrer zu verfahren, erklaͤrte dieser, daß er unter keiner Bedingung werde schießen lassen. Nachdem der General⸗ Capitain und der Gouverneur von Madrid mehr als eine Stunde hatten verstreichen lassen, ohne sich zu zeigen, erschienen sie end⸗ lich mit der Kavallerie. tatt nun der zahlreich versammelten Volksmenge zu g ,auseinander zu gehen, sprachen sie lange Zeit mit dem Volke, das durch diese Maßigung noch kuͤh⸗ ner wurde. So oft gerufen wurde: „Es lebe die Constitution!“ nahmen beide Stabs Offiziere ihren 2u* ab und forderten im Namen der Constitution das Volk auf, sich zu entfernen. Als sie jedoch sahen, daß Alles vergebens sey, ließen sie die Kavalle⸗ rie angreifen und bei dieser Gelegenheit wurden die beiden oben erwaͤhnten National Gardisten getoͤdtet. Daß uͤbrigens diese Un⸗
ruhen durchaus keine Verzweigungen hatten, geht daraus hervor,
daß, während die Emeute den höͤchsten Grad erreicht hatte, die
Kanziet, alle Verwaltungs⸗ und Gerichts⸗Behörden des Landes, die Königliche Hof⸗Kammer und alle ihre Zweige und untergeordneten
ruhig spazieren ging. Der Senat und die Deputirten haben heute keine Sitzungen gehalten, und dem Ayuntamiento wurde es von dem General⸗Capitain verboten, sich zu versammeln, weil dies unter den gegenwaͤrtigen Umstaͤnden eher nachtheilig als von Nutzen gewesen seyn wuͤrde. Der politische Chef von Madrid ist wegen der von ihm bewiesenen Schwaͤche durch Herrn En⸗ trence, dessen Energie allgemein bekannt ist, ersetzt worden. Das außerordentliche Kriegsgericht haͤlt seine Sitzungen im Postge⸗ baͤude und das Minister⸗Conseil in dem — der auswaͤrtigen Angelegenheiten, von wo es bereits zwei Couriere an den Her⸗
zog von Vitoria abgesandt hat. . “ E11 bs S“ Portnguh 11“
Lissabon, 19. Februar. (Morning Chronicle.) Die Deputirten⸗Kammer beschaͤftigt sich noch immer mit der Klau⸗ sel der Adresse in Bezug auf den Sklaven⸗Handel. Die Oppo-⸗ sition, die gestern bei der ersten Abtheilung dieser Klausel eine Niederlage erlitt, wollte hierauf, daß ein neuer Paragraph, worin die Kammer, des von dem vorigen Ministerium in die⸗ ser Beziehung beobachtete Verfahren guthieße, in die Adresse aufgenommen werde. Die andere Seite der Kammer widersetzte
sich aber der Aufnahme dieses Paragraphen und beantragte eine Klausel, worin allen Ministerien seit der Restauration fuͤr ihre Bemuͤhungen um die Unterdruͤckung des Sklaven⸗Handels Lob gespendet wurde. Gestern war das Benehmen der Septembristen so heftig, und die Verwirrung in der Kammer wurde so groß, daß, obgleich die Sitzung verlaͤn⸗ ert worden war, um wichtige Geschaͤfte abzumachen, der Präntden⸗ sich genoͤthigt sah, seinen 2—* zu verlassen und die Sitzung fuͤr beendigt zu erklaͤren. Das Wichtigste, was in den letzten zwei Tagen vorgekommen, ist die von dem Grafen Villa Real abgegebene Erklaͤrung, daß der Separat⸗Artikel der Con⸗ vention von 1817 auf die Sklavenhäͤndler in allen Breiten an⸗-⸗
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wendbar sey, da der Sklavenhandel von der Portugiesischen Re⸗ Perun abgeschafft und fuͤr ungesetzlich erklaͤrt worden sey. Der raf Tapia hielt eine glanzende Rede, worin er darthat, daß die Englische Allianz die angemessenste fuͤr Portugal sey, wie ihre vierhundertjahrige Dauer beweise. Er erklaͤrte den Sklaven⸗ handel fuͤr Seeraͤuberei. Dies erregte großen Laͤrm in der Kammer, und einige Deputirte meinten, wenn jener Handel der Seeraͤuberei gleichgestellt werde, so wuͤrden die Portugie⸗ sischen Capitaine, die sich dessen schuldig gemacht häͤtten, gehängt werden, obwohl England bekanntlich erklaͤrt hat, daß in dieser Beziehung nur sekundaͤre Strafen eintreten sollen. Andere meinten, das Ganze sey ein Gegenstand der inneren Ge⸗ setzgebung und gehoͤre nicht in einen Traktat. Dies ist bereits vor drei oder vier Jahren gesagt worden, auch wurde damals versprochen, daß den Cortes ein Gesetz, wodurch der Sklaven⸗ handel fuͤr Seeraͤuberei erklaͤrt wuͤrde, vorgelegt werden solle; dies ist jedoch nie geschehen und unter den gegenwaͤrtigen Umstaͤn⸗
1u.““
in Belagerungs⸗
V
Der vor wenigen Tagen aus
den auch nicht zu erwarten. Auf die Aeußerung des Herrn Este⸗ vao, daß man zur Zeit des Dom Miguel wenigstens den Trost gehabt habe, von einem Portugiesischen Henker und mit einem Portugiesischen Stricke gehängt zu werden, bemerkte der Mini⸗
nahme jedoch eines nationalen Henkers und eines nationalen vI“
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Trier, 4. Maͤrz. (Rh. u. M. Z.) Mehrere Geistliche der Stadt Trier haben sich nach vorlaͤufiger Berathung mit dem Kapitular⸗Vikar und Administrator des Brachums⸗ Herrn Guͤn⸗ ther, um die Gruͤndung eines Konviktoriums bemuͤht, in welchem arme talentvolle Juͤnglinge aus der Diöoͤzese Trier, die sich dem Priesterstande widmen wollen, unentgeltlich, und solche, die nicht ganz zahlungsunfaͤhig sind, gegen eine billige Zahlung Verpfle gung erhalten und unter geistlicher Aufsicht stehen sollen. Die Mittel hierzu sollen durch fretwillige jaͤhrliche Beitraͤge der Dio⸗ zesanen und etwaige Schenkungen, Vermaͤchtnisse und andere wohlthaͤtige Zuwendungen herbeigeschafft werden. Der Staat hat der Errichtung dieser Anstalt die Genehmigung ertheilt, und der Herr Kapitular⸗Vikar hat das Protektorat derselben uͤber⸗ nommen. .
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Ueber den Sklavenhandel und die Maßregeln gegen . denselben. G Zweiter Artikel. — 8 Ueber den Umfang des noch bis auf den heutigen Tag 3 betriebenen Sklavenhandels. Es ist sehr richtig bemerkt worden, daß die ununterbrochene Fort⸗ dauer des Sklaven⸗Verkehrs vornehmlich zwei Haupt⸗Ursachen zu- geschrieben werden müsse, über welche eine hinlängliche Kontrois zu üben äußerst schwierig sev, nämlich zuvörderst einerseits dem IJu⸗ stande bjr la!s und dem dortigen reichlichen Zuwachs an Men⸗ schen, — sodann andererseits dem Zustande Amerika’s und der Größe der Nachfrage von diesem Welttbeile aus. Bei einem solchen Stande der Dinge war die Haupt⸗Thätigfeit der Abolitionisten bisher darauf gerichtet, den Transport der Skla⸗ ven von der Küste von Guineg nach den Amerikanischen Sklaven⸗Märkten hin zu EE diesem Behufe ordnete man eine Art von Blokade der Afrikanischen Küsten an, — man stellte Kreuzer mit der Bestimmung auf, die Sklavenschiffe wo mog⸗ lich beim Einlaufen in die Westindischen und Süd⸗Amerikanischen Häa sen aufzufangen. Aber es leuchtet auf den ersten Blick ein, daß die um dieses Zweckus willen ausgesandten Kreuzer nicht fähig seyn konn⸗ ten, den schändlichen Handel völlig zu unterdrücken, weil erstens die Eingeborenen der Afrikanischen Küste selbst dazn ermuthigen, weil zwet⸗ tens Reses Gewerbe durch die gewinnsüchtige Perfidie der dortigen En ropäischen Kvlonisten beschützt und drittens durch die enermsten Pro⸗ site belohnt wird. Daneben haben die Britischen, mit diesem Dienste Seeehheʒn Fahrzeuge noch mit allen Schwierigkeiten und Gefahren eines ungesunden Klima's, eines weit ausgedehnten Meeres⸗ und Küsten⸗Ranmes und mit den raschesten, entschlossensten und desperate⸗ steu Seelbuten von der Welt zu kämpfen. 8 Die Hauptquelle des Uebels beruht unstreitig in Afrika selbst. So lange die Eingeborenen dieses unermeßlichen Kontinents, wie die wilden Thiere der Wüsste, sich Psgenseftig zersteischen, so lange ihre ein⸗
ige Vorstellung vom inneren Verkehr sich an den Verkauf ihrer Feinde fnkpft — die einzige Waare, welche von ihnen, zum Umtaunsch gegen Eunropäische Produkte, an die Küste gebracht wird, in Menschenfleisch
besteht, — so lange christliche und civtlisirte Nationen sie zur Menschen⸗- jagd anreizen, so lange jährlich eine halbe Million Menschen für Ar.
Königin⸗Regentin in der
56 Schritte entfernten Prado
tikel aufgeopfert wird, die nicht den Werth dessen übersteigen, was eine Jahres⸗Arbeit dieser ungluücklichen Geschöpfe sehr leicht dem reichen. aber vernachlässigten Boden würde abgewinnen kͤunen; kurz so lange Sklaverei und Sklavenhandel die einzigen Mittel dleiben, welche den Afrikaner mit dem Europäer in Berührung dringen, — so lange mü len nothwendig alle Maßregeln zur Ausrottung die⸗ ses Gewerbes unwirksam sepn. Der eingeborene Sklavenhändler erfüllt die von ihm mit dem Europaͤer eingegangenen Kontrakte mit einer gräßlichen Gewissenhaftigkeit, selbsi auf Kosten seines Lebens; wie ein Strom die Gewässer eines Binnen⸗See's ohne Aufhoren dem Meere uführt, so bewegt sich unaufhörlich die Populatien des ganzen centra⸗ en Afrika's auf Veranlassung jener Individuen in einer mäachtigen luctnation der Kuste zu.
ster des Innern, daß er zwar alles Nationale liebe, mit w“ 9