1840 / 200 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

aten d. M. stattgehabten Noten⸗Wechsels getroffen worden.

Grundsaͤtzen, mit Beruͤcksichtigung Ider gegenwaͤrtigen Verfassung, sich anschließender Weise stattfinden.

Von den Ständen des Koͤnigreichs Preußen (Ostpreußen, West⸗ üpreußen und Litehauen) und denen des Großherzogthums Posen werden des Koͤnigs Majestaͤt am 10. September d. J. in Koͤnias⸗ berg, von den Stöͤnden aller uͤbrigen Landestheile aber am 15. Ok⸗ tober d. J. in Berlin die Huldigung entgegennehmen.

1 8 8 Berlin, 18. Juli. Das 12te Stuͤck der Gesetz⸗Sammlung enthält nachstehende Bekanntmachung, wegen emer mit der freien Hansestadt Bremen getroffenen Uebereinkunft hinsichtlich gegenseitiger Verkehrs⸗Erleichterungen: G 2 2 „Zwischen der Königlich Preußischen Regierung, für sich und in Vertretung der übrigen zu dem Zoll⸗ und Handels⸗Vereine gehörigen Regierungen und dem Senate der freien Hansestadt Bremen ist in Beziehung auf die dem Königlich Niederländischen Geuveruement üa dem Handels Vertrage vom 21. Januar v. J. Seitens des Zoll⸗ Ver⸗ eins zugestandenen Vergünstigungen hinsichtlich der Einfuhr von Lum⸗ pen⸗Zucker zum Versieden und von Raffinade, ingleichen des Bezuges von Wein, eine ähnliche Uebereinkunft, wie mit dem Senate der freien und Hansestadt Hamburg (Nr. 1. der diesjährigen Gesetz⸗Sammlung) auch mit dem Senate der freien Hansestadt Bremen mittelst eines unter dem Der we⸗ sentliche Inhalt dieser vom 1. August d. J. ab, und für die Dauer der gedachten Vereinbarungen mit dem Königreiche der Niederlande und der freien und Hansestadt Hamburg in Kraft tretenden Ueberein⸗ kunft wird in Folgendem zur öffentlichen Kenntniß gebracht.

1) Der Senat der freien Hansestadt Bremen hat sich verbindlich ge⸗ macht: a) für Güter, aus den zum Zoll⸗Vereine gehörigen Hifen der Ober⸗ Weser verladen, die Bremischen Krahn⸗ und Wupper⸗ Gebühren dergestalt festzusetzen, daß in keinem Falle mehr als ½ Groten pro Centner Brutto für die durch die Wupper beim Aus⸗ oder Einladen mit oder ohne Benutzung von Krahn oder

2 den im Jahre 1798 befolgten

9

798

Berlin, 18. Juli. Se. Majestaͤt der Koͤnig geruhten gestern im hiesigen Koͤnigl. Schlosse einer Deputation der Aeltesten der juͤdischen Gemeinde von Berlin Audienz zu ertheilen. Dieselbe druͤckte im Namen ihrer Glaubensgenossen, als religioͤser Corpo⸗ ration, den tiefen Schmerz aus, von welchem diese durch das Hinscheiden Sr. Hochseligen Majestaͤt erfuͤllt worden, Allerhoͤchst⸗ weicher Seine juͤdischen Unterthanen zu Buͤrgern erhoben, die mit dankbarem Herzen das Andenken des Verklaͤrten auf ewige Zeiten bewahren wuͤrden und nun mit erhebendem Gefuͤhle zu Seinem Koͤniglichen Nachfolger hinausblickten. Se. Mafestat geruhten, diese Aeußerungen auf das huldreichste aufzunehmen und die Deputation durch die Zusicherung Allerhoͤchster Gnade und fortdauernder Theilnahme an dem Wohl auch Ihrer juͤdi⸗

schen Unterthanen zu begluͤcken.

Berliner Börse.

Den 18. Juli 1840. 1 Amtticher Fands- und Geld-Cours-Zeleesr.. 8 Pr. Cour. rief.

Cour. 8 Geld. 1033/⁄ Cpup. uud Lius- 103 78 Sch. d. K. u. N. 75³ 4 gaer 1025 Aetlen. Brl. Ptsd. Eiseub. do. do. Prior. Act. Mgd. L. pz. Eiseub.

3 Fr 8* Urief. St.-Schuld-Sch. 4 102 1 ⁄h Pr. Rugl. 0bl. 320. 4 1032 ⁄⁄ b Prüm. Svh. d. Seech Kurumk. Schuldv. 2 ½ Neumk. Schuldv. 3 ½ Berl. Stadt-Obl. 4 Elbinger do. 2 Dauz. do. Iu Th. 27 72 Westp. Pfaudbr. 35 102 3 ¾ Grofsh. Pos do. 4

Ovtpr. Pfandhbr. 2 1023¼

Geld.

103 11 102 100 ⁄1

131 104 ¼ 107 ½

Gold al mareo 211 Neue Dukaten 18 Friedrichsd'or 13⁵, 12

Wuppen reglementsmäßig zu verrichtenden Arbeiten zu zahlen ist; nicht minder auch dafür zu sorgen, daß, wenn bei Ueberla⸗ dungen gedachter Güter von Bord zu Bord der Eigenthümer derselben es vorziehen sollte, statt eigener Arbeiter sich der Wup⸗ per zu bedienen, die Letzteren dafür nicht mehr als die einfache Gebühr berechnen dürfen; endlich außer hesagten Krahn⸗ und Wupper⸗Gebühren keine anderen Gefälle für die Benutzung des Bollwerks beim Ein⸗ und Ausladen einzuführen; ) die nachbe⸗ nannten, weserabwärts mit der Bestimmung zur Wiederaurfuhr, nach Bremen verschifften Artikel: Roheisen, Glaswaaren, srische⸗ und getrocknetes Obst, Mineralwasser, gemeine Töpfer⸗Waaren, Pfeifen⸗Erde und Pfeifen, wenn sie mit dem Beweise ihres ver⸗ einsländischen Ursprungs versehen sind, unter Beibehaltung des schon bestehenden zollfreien Eingangs, auch bei der Durchfuhr und Wiederausfuhr mit keinerlei Zoll⸗Abgaben zu beschweren; wogegen

Seitens des Zoll⸗ und Handels⸗Vereins, in Erwiederung der vor⸗ stehenden Zugeständnisse, die Zusicherung ertheilt worden ist: a) den in das Gebiet dieses Vereins eingehenden Bremischen Lumpenzucker und die Bremischen Raffinaden keinen höheren Eingangs⸗Abgaben, als von den gleichartigen Niederländischen und Hamburgischen Erzeugnissen zu entrichten sind, zu unterwer⸗ sfen, vielmehr die ersteren mit den beiden letzteren auf vpöllig glei⸗ chem Fuße zu dehandeln; b) den Bremischen Weinhandel im Ge⸗ biete des Zoll⸗ und Handels⸗Vereins gleicher Begünstigung mit dem Niederländischen und Hamburgischen Weinhandel in der Art genießen zu lassen, daß, so lange die in den Staaten des Zoll⸗ Vereins zu Gunsten des Großhandels mit Wein bestehende Ra⸗ batt⸗Bewilligung auf die Eingangs⸗Abgaben von den unmittel⸗ bar aus den Ländern der Erzeugung eingeführten Weinen noch fortdauern, oder andere Begüͤnstigungen dieser Art jenem Handel etwa zugestanden werden möchten, diese Begünstigungen gleich⸗ mäßig auch auf die aus Bremen bezogenen Weine augewendet werden sollen.

Berlin, den 6. Juli 1840. 8 1. Der Minister der auswärtigen

Aud. Goldmün- neu à 5 Thl.

Dizconto

Pomm. do. 10336 Kur.- u. Neum. do. 3⁄ 1041/81 8 ʃ

8 ¾

Schlesische do.

Ur. Cour. Thl. zu 320 Sgr. Brief.† Geld. 139 ⁄1. [1397⁄8 138⁄13 138½ 150¹ 8 14 7/8

mechsel-Cours.

Amsterdam .. 250 Fl. Kurz do. . 280 VI. 2 Mt. Hamburg.. .. 300 Mk. Kurz do. 2 Mt. 1401 120 London „8S Mt. 6 19 6 18 ¾ Mt. 79 % Wien in 20 Xr Fl. Mt. 101 Augsburg N Mt. 101 ⁄½ Breslau 2 Mt. 99 / Leipzig 8 . s Tage 102 ¼ Fraukfurt a. M. WZ. 2 Mt. 101 ⁄½ Petersburg 2 Woch. [1 21⁄12½

Ausvärtige BRöörsen. Amsterdam, 14. Juls. Niederl. wirkl. Schuld 53 12⁄13. 5 % do 1015⁄⁄. Kanz-Bill. 24 ¼. 5 % Span. 25 ⅞1. Passive —. Auzsg. Sch. . Linsl. 7 ¼. Preuss. Präm. Sch. 133. Pol. —. Oesterr. Met. 105 ⅞4. Antwerpen, 13. Juli. Neue Aul. 24 G. Frankfurt a. M., 15. Juli. Oesterr. 5 % Met. 108 ½ G. 4 % 101 ¾ G. 2 ½ % 59 G. 1 % 25 1 G. Bank- Actien 2237. 2235. Partial- Obl. 160 ¾ G. Loose zu 500 F. 145⁵ 3. 145 ⅞. Loose zu 100 Fl. —. Preuss Präm. Sch. 75 G. do 4 % Anl. 103 ¾% G. Poln. Loose 71 ⅛. 70 1. 5 % Span. Anl. 8 à¼. 8. 2 ⁄½ % Holl. 5215/128. 521¹ 6* Eisenbahn-Actien. SFt. Germain 715 Br. Versailles rechtes do linkes Ufer 335 Br. München-Augsb. 93 ⁄½ G.

Linsl. 7.

User 520 Br.

Der Finanz⸗Minister. Graf von Alvensleben.

Angelegenheiten. Freiherr von Werther.“

Ausg. Sch. 13 ⅛¼. do. 3 % 23 ⁄½. Mex. 331 .

Neap. fin cour. 105 40 5 % Span. KRente 28 ⁄½2. 3 % Port. 23 ⁄.

Bank-Actien —.

Strafsburg-Basel 420 Br. Leipzig-Dresden 103 ⁄½ G. Kölu- Aachen

1 Hamburg, 16. Jali. Bank-Act. 1830. Eng. Kuss. 109 ¼. London, 171. Juli. Cons. 30 % 91 ⅞. Belg. 105 ½. Neue Anl. 28 ⅛¼. Passive 6 ⅞. 2 ½ % Holl. . 5 % 103. 5 % Port. 385 ½. Engl uss. —. Bras. 80 ¼. Columb. 28. l'eru —. Chili —. 8 Paris, 13. Juli. 5 % Rente fin cour. 118. 70. 3 % Keute ün cour. 86. 15. 3 % Passive 677¹.

Wien, 13. Juli. 5 %, Met. 1092⁄16. 40 % 1029,1,3. 30% 831⁄1 1. 2 ½ % —. 1 % Aul. de 1834. 730. de 1839 340.

Dauer der Eisenbahn⸗Fahrten am 17. Juli. Abgang Adgang Zeitdauer

B e ½ i n. P o r a m. St. M.

1

40 22

Zeitdauer St. M.

45 [Um 6 ½ Uhr Morgens. . 11 Vormut ... 29 [2 . * . . 92 Nachmitt. 49 Mittags..

Nachmitt.

Um 8 Uhr Morgens 3 20 .—2 8 V 41 . . Abends .. 43 I

II

4 . 422 . 6 Abends... 40 . 8— 40 10 .

58

Meteorologische Beobachtungen. Morgenes Nachmtrtags Abends Nach einmaliger

1810. 6 Uhr. 2 Ubr. 10 Ubhr. Veobachtung.

17. Juli.

uftdruch b 330 01“ „Par. 332 91„„Par. 334 310 „Par. Quelwörme 7.90 R. uftworme.. *† 13,19 R. + 217° R. +. 13 40 RN.] Flutwarme 15 90 R. ghaupu nkt.. + 82° R. + 11,4“ R. +† 8 0 °% R. Bedenwarme 13,1 9 R. Hunstsottigung 70 pCt. 33 vCt. 74 pGt. Ausdünstung 0,8 21“ Rh. B8Ees“ heiter. halb eiter. dalbdeiter. Niederschlag 0.

Sd. SW. Sw. Waͤrmewechsel 4+ 2209 V S. [ 1170. 325 24“por. +. 16,1 9 R. 9 20 R.. 61 vCt. SW.

Wolkenzug. .. Fagesmirtel

Kdnigliche Schauspiele. Sonntag, 19. Juli. Kein Schauspiel. Das Billet⸗Ver⸗ kaufs⸗Buͤreau ist an diesem Tage geschlossen. 1

Montag, 20. Juli. Im Schauspielhause: Adele, Lustipiel in 1 Akt, aus dem Franzoͤsischen, von Harrys. (Herr Hen⸗ drichs: Eduard.) Hierauf: Der Jugendfreund, Lustipiel in 3 Abth., frei nach Ancelot und Comberousse, von Fr. von Holbein.

Dienstag, 21. Juli. Im Schauspiethause: Die Lebensmuͤ⸗ den, Lustspiel in 5 Abth., von E. Raupach. 8

Koͤnigsstädtisches Theater. Sonntag, 19. Juli. Kein Schauspiel. Montag, 20. Juli. Norma. Oper in 2 Akten, nach dem Italiaͤnischen von Seyfried. Musik von Bellini. (Dlle. Haͤhnel wird, von ihrer Urlaubsreise zuruͤckgekehrt, in dieser Oper wieder auftreten. Herr Scheibler, vom Stadttheater zu Koͤnigsberg, neu engagirtes Mitglied dieser Buͤhne: Orovist, als Debuͤt.) Dienstag, 21. Juli. Der Gloͤckner von Notre⸗Dame. Ro⸗ mantisches Drama in 6 Tableaux, von Charlotte Birch⸗Pfeiffer. Mittwoch, 22. Juli. Zum erstenmale: Shakespeare in der Heimath, oder: Die Freunde. Schauspiel in 4 Akten, von K. von Holtei.

Verantwortlicher Redacteur Arnold.

93 ¾¼ G. Bordeau-Teste —. Comp. Ceutrale —.

Gedrudt dei A. W. Havn.

r,n

II I Bekanntmachungen.

68“

3Auf den Antrag des Gutsbesitzers von Hagemeister auf Clausdorf werden Alle und Jede, welche au das von ihm verkaufte, im Franzburger Kreise belegene .— Allodial⸗Gut Zarrenzien mit der Pertinenz Barhöft, Anedst dortigen Inventarien, Saaten und Ackerarbei⸗ Edi hten, Forderungen und Ansprüche zu haben vermei⸗

schweigen auferlegt werden wird. Müucheberg, den 4. Juli 18490. Königl. Preuß. Stadtgericht

. 8 den sechsundzwanzigsten Publication des Exckenntnisses, cati, gewärtig zu seyn, und habe Annahme von Ladungen am Orte

asaememüs Wer alesetshermveenaheverbtmn der

kftal⸗adung.

Auf dem Halblehngute Christian Gottlob Gündels in dessen Nähe Gevollmäüchtigte bei 5 Thlr. Strase

8* nen, zu deren Anmeldung und Beglaubigung in einem zu Obercrinitz haftet eine Hopothek wegen zweier in zu bestellen.

der nachfolgenden Termine: den Jahren 178. den 7. und 28. Juli, auch 18. August c., bel Vermeidung der am 8. September c. zu erken⸗ ten, nenden Präklusion, vorgeladen. HDatum Greifswald, den 5. Juni 1840. von Pommern und Rügen.

Kenigl. Hofgericht und . 8 Ziemssen.

1 Nothwendiger Verkauf. Stadtgericht zu Berlin, den 6. Juli 1840. 1 Das in der Wallstraße Nr. 7 und 8 belegene, den Frben des Rentiers Benjamin Goltlieb Mann gehö⸗ rige Grundstück, tarirt zu 51,054 Thlr. 25 sgr. 7 pf., soll Ham 16. Februar 1841, Vormittags li Uhr, an der Gerichtsstelle zum Zweck der Auseinandersehung suvyasirt werden. Taxe und Hppothekeuschein sind Iim der Registratur einzusehen. Zu diesem Termine werden die unbekannten Real⸗Prätendenten unter der Verwarnung der Präklusien gleichzeitig hierdurch vorgeladen. öAä

11““

Oeffentliches Ausgebot.

Das Dokument vom 19. 2.. 18is über ein alle diejenigen, nauf dem hierselbst sab No. 106 belegenen, im Hypo⸗ einem Rechtsgri thekenbuche vol. 11I. Xo. 106 Fol. 119 verzeichneten, Abwesenden un früher dem Victuglienhändler Daul, jetzt dessen Witwe, Catharine geh. Behrenthin, gehörigen Wohnhause suh Rubr. III No. 9 für den Kaufmann und Guts⸗ besitzer Heinrich Gottlieb Märker zu Berlin eingetra⸗ genes Kapital von 500 Thlr. Cour. ist angeblich ver⸗ soren gegangen.

aus Gommern.

nau, als Geme Sächsischen Inf

dem weder zurü Aufenthalt eine

ses Abwesenden

tal⸗Erlassung, in

den zweiun

zu dem auf

den 21. Oktober c., Vormittags 11 Uhr, haben werden,

im hiesigen Stadtgerichts⸗Lokaie anberaumten Ter⸗ Interessenten aber für präkludirt und ihrer Ansprüche,

uine hiermit zur Anmeldung ihrer Ausprüche unter so wie der Wi

der Verwarnung vorgeladen, daß die Ausbleibenden für verlustig geachtet werden sollen, allhier anzumel⸗ mit ihren etwanigen Ansprüchen an das qu. Instru⸗ den und zu bescheinigen, darilber mit dem bestellten kirchlichen Gedächtnißfeier Sr. Hochseligen Majestät

2 und 1783 gefällig gewesener, zu⸗ sammen 70 Mfl. betragender Tagezei⸗ Der Königliche Justiz⸗Beamte daselbst und Ritter ꝛc. für den abwesenden David Mühlmann aus Obercrinitz, welche jedoch nedst Zinsen nach der Ver⸗ sicherung des vorherigen Besitzers dieses Guts, Chri⸗ stian Gottleb Flechsigs, schon von dessen Vater, glei⸗ ches Namens, am 17. September 1785 an res obge⸗ dachten Mühlmanns Bruder, Zacharias Mühlmannen Zeitung geschehene Erwähnung 1 schaftsberichts der Lebensversicherungsbank f.

Desgleichen ist Johann Gottlieb Kunz von Schö⸗ D. in Gotha erlaube ich mir darauf aufmerlsam

Da nun, theils um das Leben oder den Tod die⸗ zu haben ist.

vember 1779, beim hiesigen Königlichen Justizamte 1 1 ther - 1 angetragen worden, so werden, demzufolge, Amts⸗ vier grosse IHerrschasten in Schles en à 130- bis thäter beweint; daher wird jedem Preußen ein Werk wegen der abwesende und rorgenannte Kunz oder 239 000 Thlr., auch Kitterzüter dessen, sowohl des hopothekarischen Gläubigers, des 19. 3 ebenfalls vorbesagten David Mühlmanns, Erben und mehrere Herrschaften im Ge

zu rechter vrvee in Person oder durch gehörig 8 ebin legitimirte Bevollmächtigte an Auf den Antrag des Gläubigers erscheinen, sich sowohl für ihre werden daher alle welche als Eigenthümer, zu legitimiren und ihre Ansprüche unter der Verwar⸗ Cessionarien, Pfands⸗ oder Ausprüche nung, daß außerdem der genannte Abwesende für lan dem gedachten Instrumente zu haben 1I1“ erklärt und sein Vermögen denjenigen, so sich eben erschienen und durch alle

dazu als die rechtmäßigen Empfänger ausgewiesen bezichen:

Justizamt Wiesenburg, den 25. 10 gr. 10 pf. Joseph Moris Benjam

Bekanntmach

bezahlt worden seyn sollen.

iner bei dem vormaligen Königlich zu machen, daß dieser Bericht, wel

anterie⸗Regiment von Rechten, im die Theilhaber der Bank sehr befriedigend lautet, son⸗ Jahre 1812 mit nach Rußland marschirt und seit⸗ dern auch einen interessanten Beitrag zur medizini⸗ noch von seinem Leben und schen Statistik liesert, nebst den übrigen auf die Au⸗ stalt bezüglichen Schriften unentgeltlich bei mir 8 C. G. Franz, Aleganderstraße Nr. 41.

gedachte Hypothek zur Cassation * bringen, auf Edik⸗ *

Güter-Verkauf.

ckgekehrt, 8 Nachricht zu erlangen gewesen.

zu ermitteln, theils um die zuerst

Gemägßheit des Mandats vom 13. No⸗

40., 50-, 60-, 70-, 80- u. 90.000 T

welche als Eläubiger oder aus sonst unde Ansprüche an das Vermögen des d auf die betreffenden Tagezengelder Bruch, 4000 Thlr. baaren Gefäll-

à 100,900, 120-, 170- u. 250, 00

hierdurch öffentlich und 300 Stück Rindvieh simet b. 1 1 ch 0 .

durch das Agentur-Comtoir von dzwanzigsten Dezember 1840 Breslau, Oblauer Strafse No. 8a. iesiger Amtsstelle zu erson als zur Sache

Literarische

verabfolgt werden soll, die uüͤbrigen Theremin, ine. Si sie ihn so lieb gehabt! am 5. Juli 1840. gr. S8vo.

Diese

edereinsetzung in den vorigen Stand,

Unter Bezugnahme auf die in Nr. 189 der Staats⸗ des neuesten Rechen-

5000 Morgen Acker, 19,000 Nlorgen Forst

AmaxMeAxHHRAxHxxHxxe2earteAdexxveexaav exxxxxbxnxmae xan Anzeigen.

Im Verlage von Duncker & Humblot ist so Buchhandlungen zu

Predigt, zwar früher als an dem Tage der

Allgemeiner Anzeiger fuͤr die Preußischen Staaten. ment präkludirt und ihnen dezhalb ein ewiges Still. Kontradiktor binnen sechs Wochen rechtlich zu ver⸗ in der Hof⸗ und Domkirche gehalten, kann ihrem fahren und zu beschließen, sodann aber

den fünften Februar 1881 G der Inrotulation der kten zum rechtlichen Verspruch und predigt betrachtet werden.

Pei Wm Besser in Berlin (Bebrens rafse 4⁄9,

Zwecke nach, die durch den Dahingeschiedenen erreg⸗

März 1841

vab poena publi-

in Auswärtige zu ist erschienen:

des Gerschts oder

zur PTrauerfeier S-.

Wilbelm lI. auf der Berliner Fr edr.-Walh.-UNiver-

sitär gehelten am 27. Jum 1840 von

11ö118“3“

Ato. geh. Preis 7 ½ sgr.

Juni 1840.

in Hacker.

-— ——

Gerhard in Danzig erscheint demnächst: Friedrich Wilhelm III. sein Leben, sein Wirken und seine Zeit. Ein Erinnerungsbuch für das Preußische Volk,

von J. C. Kretzschmer, Regterungs⸗Rath, Ritter

des Eis. Kreuzes ꝛc. ꝛc.

12 Lieferungen in gr. 12 mo. Mit A8 Portraits

unn g.

cher nicht nur für

der Regierungs⸗Periode des Hochseligen Köüuigs. Selten ward ein Monarch geliebt vnd verehrt

Eutschlafenen gerechter, als über ihn, in dem sein

Volk seinen geliebten und theuren Vater, seinen Wohl⸗ eE willkommen seyn, welches das segenreiche Leben und Plr. und eben 86. Wirken des hohen Verewigten, schmucklos und wahr,

E11“ wie Er selber war, beschreibt. Fhlr., Ietztere mit und en, 49000 Schaafen

nehmen Bestellungen an f Ua. dn wehrhbe handlungen nehme gen an und geben auf

jede 6 Exemplare ein Frei⸗Eremplar. In Berlin

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Deutschen Sprache, mit Hinsicht auf Recht⸗

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wie Friedrich Wilhelm der Dritte, und nie; war der Schmerz über den Hintritt eines theuren 9.

ten Gefühle auszusprechen als eine Gedächtniß⸗l

Maejestät des Königs Friedrich

der Königl. Familie und hoher Staatsbeamten aus Pe

Fbe. 1 Damit die Anschaffung seherz gthum Posen Jedem, auch dem Unbemitieltsten, möglich werde, ist der Preis auf 5 Sgr. pro Lieferung gestellt ß worden. Monatlich erscheint ein Heft. Alle Buch⸗

schreibung, Abstammung u. Bildung, Biegung

Schauen bis Schrippe. gr. Tvo. Magdeburg,

*

Berlin,

lgemein e.

Staats

.

Montag den 20sten Juli

☛æαę5vLͤn 8 8☛

Amtl. Nachr.

Frankr. Paris. Jahres⸗Sitzung der Akademie. Prozeß der Mad. Laffarge. Nachr. aus Spanien.

Grosbr. u. Irl. Unterh. Amerik. Gränzfrage. Dr. Bowring's Missionen und ihre Kosten. Lond. Gevrüchte über die Parlam. Prorog. und die Regentschafts⸗Angeleg. Räthselhafte Aeüßerung des Präsid. der Ostind. Kontrolle. Wellington gegen die Kanad. Bill. Neue Anordnung hinsichtlich polit. Gefangenen. Abzahl. der Sold⸗Rückstände an die Brit. Span. Hülfs⸗Legion.

Niederl. Niederländisch⸗Belgische Gränz⸗Kommission. Adresse ge⸗ gen die Theilung der Provinz Holland.

Belg. General Willmar 84 erlin abgereist.

Schwwed. u. Morw. Die Königl. Propositionen wegen Dauer der Reichstage.

Dan. Holsteinische Stände⸗Versammlung.

Deutsche Bundesst. Hannov. Stände⸗Vers. Karlsr. Ver⸗ längerung der Kammek⸗Sitz. Finanzlage.

Oesterr. Wien. Vertrag zwischen Oesterreich und Rußland, die Sulina⸗Mündungen betreffend.

Schweiz. Zuüͤrich. Gen. Guiguer †.

Italien. Rom. Kraukheit des Papstes. Turin. Spanische Angelegenh. Herstellung des Ordens von Jerusalem in Lucca.

Span. Mannigfaltiges. 2

Port. Die Königin ist auter Hoffnung. Adreß⸗Debatten. Eng⸗ lands Verfahr. gegen Portugal. Resultat der Miss. Saldanha's.

Türkei. Verlobung des Handels⸗Ministers mit einer Schwester des Sultans. Vermähl. noch aufgeschoben wegen der Nachr. vom Tode des Königs Friedrich Wilhelm III. Erzherzog Friedrich unwohl.

Niederl. Handels⸗Vertrag. Fürst Wogorides zum Musteschar ecernaunt. Angebliche Empörung in Alerandrien.

Nord⸗Am. New⸗York. Rüstungen. Handels⸗ u. Geldverhältn. Die Föderalisten vor Campeche. nland. Berlin. Kirchliche Feier zum Schluß der Landestrauer. Siss., K. u. L. Anz. von „Enthüllung des räthselhasften Wesens

IiIin Unterleibs⸗Krankheiten. Von Strahl“.

Amtliche Nachrichten Keronik des Tages.

Se. Koͤnigl. Hoheit der Prinz Albrecht ist von Camenz hier eingetroffen.

Bei der am lö6ten und 17ten d. M. geschehenen Ziehung der 1sten Klasse 82ster Koͤnigl. Klassen⸗Lotterie siel der Haupt⸗Gewinn zon 6000 Rthlr. auf Nr. 18,040; die naͤchstfolgenden 2 Gewinne zul 1500 Rthlr. fielen auf Nr. 76,371 und 86,387; 3 Gewinne à⁴ 1000 Rthlr. auf Nr. 56,258. 60,398 und 93,842; 4 Gewinne ü 600 Rthlr. auf Nr. 47,173. 64,612. 88,794 und 111,101; 5 Gewinne zu 200 Rthlr. auf Nr. 3490. 63,906. 64,799. 81,983 und 111,607; 10 Gewinne zu 100 Rthlr. auf Nr. 2800. 5979. 5983. 7709. 13,999. 21,461. 24,892. 32,007. 43,139 und 106,236.

Der Anfang der Ziehung 2ter Klasse dieser Lotterie ist auf den 13. August d. J. festgesetzt.

Berlin, den 18. Juli 1840.

Konigl. Preußische General⸗Lotterie⸗Direction.

Angekommen: Der Koͤnigl. Belgische General Willmar,

wvon Braͤssel.

Abgereist: Der Herzogl. Luccasche Staatsrath und Mi⸗ nister der auswaͤrtigen Angelegenheiten, Baron von Ostini, nach Wien.

Der Syndikus der freien Hansestadt Luͤbeck, Dr. Buchholz, nach Luͤbeck

Zeitung Ausland.

8

SNeykiteich.

Paris, 14. Juli. Der Herzog und die Herzogin von Ne⸗ mours sind gestern fruͤh von Neuilly abgereist, um sich nach Lon⸗ don zu begeben.

Dem Oberst⸗Lieutenant Cavaignac ist das Kommando des Regiments der Zuaven uͤbertragen worden.

Das reformistische Banket, welches heute zu St. Mandé statthaben sollte, und fuͤr welches gegen 3000 National⸗Gardisten von der Eten und der 9ten Legion subscribirt hatten, ist bis zum naͤchsten Monat vertagt worden.

Der Finanz⸗Minister hat Maßregeln zur Verwirklichung des Gesetzes getroffen, welches die Verwerthung der Waͤlder auf Kor⸗ sika anordnet. Eine Kommission wird näͤchstens dahin abgehen, um die Wäaͤlder zu untersuchen, welche dem Staate angehoͤren.

Die Akademie der Wissenschaften hielt gestern ihre Jahres⸗ Sitzung. Der bestaͤndige Secretair, Herr Flourens, las eine Lob⸗ rede auf Frédéric Cuvier, den Bruder des beruͤhmten Natur⸗ forschers Georges Cuvier. Hierauf schritt die Akademie zur Ver⸗ theilung folgender Preise der Monthyonschen Stiftung: der Ur. Foucault erhielt 2000 Fr. fuͤr seine physiologischen Experimente, welche den Einfluß der mechanischen Unterdruͤckung der Haut⸗

s⸗Nachrichten

8

Transpiration auf die Erzeugung verschiedener Krankheiten dar⸗

thun; der Dr. Duval 3000 Fr. fuͤr seine praktische Abhandlun uͤber den Klumpfuß; der Dr. Furster 3000 Fr. 82 88 Fendsang ten Frankreichs in ihren Beziehungen zu den Jahreszeiten“; der Dr. Valleix 1000 Fr. fuͤr „die Krankheiten der neugebornen Kin⸗

der“ und Herr Payen einen großen Preis von 10,000 Fr. fuͤr

sein Werk uͤber das Amidon. Am Aten d. M. wurden zu

gericht die Debatten des Prozesses wegen des der Ma

sfarge Schuld gegebenen Diamanten⸗Diebstahls . eeee 822

glaublichen Andrange von Neugierigen eroͤffnet.

an, bis der Assisenhof uͤber die angebliche Ermordung des Her Laffarge durch seine Frau entschieden 9 da es die Billigkeis 1S

He . Advokat der Madame Laffarge, trug auf Vertagung 4.

.

Recht erfordere, daß erst die wichtigere Sache abgeurtheilt werde. Waͤhrend seines Antrages entstand ein solcher Laͤrm, daß die Polizei die Ruhe nicht herstellen konnte. Die Menge zerbrach die Thuͤren und draͤngte in den Saal. Es mußte Militair geholt werden, das erst nach langem Kampfe die Ordnung herstellen konnte. Herr Lachaud, der zweite Advokat der Madame Laffarge, erklaͤrte, daß es nicht moͤglich sey, in so kurzer Zeit die noͤthigen Ent⸗ lastungszeugen herbei zu schaffen. Herr Coralli, der Advokat der Graͤfin Léotaud, bestand dagegen darauf, daß der Prozeß schnell abgemacht werde. Am Ilten wurde dieser Jucidenzpunkt entschieden, und zwar so, daß der Antrag um Aufschub zuruͤckgewiesen wurde. Das Gericht entschied vielmehr, daß die Debatten unverzuͤglich zu be⸗ ginnen seyen, und lehnte es sogar ab, dieselben zu verschieben, bis die Frage wegen der von den Advokaten der Angeklagten be⸗ absichtigten Appellation entschieden sey. Da dieser Prozeß aus mehr als einem Grunde ein ganz ungewoͤhnliches Interesse in Anspruch nimmt, so duͤrfte es wohl erlaubt seyn, den That⸗ bestand, wie er sich aus der Instruction ergeben hat, anzudeuten. Im Juni 1839 befand sich Demoiselle Marie Capelle, spaͤter Madame Laffarge, vertraute Freundin der Graͤfin Léotaud, fruͤ⸗ her Fraͤulein von Nicolai, zum Besuche bei der Familie Léotaud auf dem Schlosse Busagny, in der Naͤhe von Pontoise. Frau von Lçotaud läßt sich ihren Diamantenschmuck bringen, um ihn den Gaͤsten zu zeigen; die Gesellschaft entfernt sich und derselbe bleibt mehrere Stunden in dem Kasten auf dem Tische des offenen Salons liegen! Nachher träͤgt ihn Frau von Léotaud in ihr Zim⸗ mer zuruͤck, ist aber so unvorsichtig, das Schubfach, in welches sie ihn legt, nicht einmal zu verschließen! Erst am folgenden Tage entdeckt man, daß der Schmuck fehlt. Der Verdacht faͤllt auf einen Dienstboten, man droht ihn zu entlassen; Mlle. Capelle troͤstet ihn, und verspricht ihm, sich seiner anzunehmen. Eine Schwester der Graͤfin Léotaud, Frau von Monbreton, glaubte stark an den Somnambulismus. Sie magnetisirt Mlle. Tapelle, und fragt sie, wo der Diamantenschmuck hingekommen; diese antwortete, die Diamanten seyen in fernen Landen und jede Nachforschung ware unnüͤtz, die Einfassung wuͤrde man im Abtritt finden. Es fiel nicht eher ein Verdacht auf Marie Capelle, als bis sie der Ver⸗ giftung ihres Mannes angeklagt wurde. Jetzt kombinirte man Vieles, woran man fruͤher nicht gedacht, jetzt erinnerte man sich ploͤtzlich, daß sie einen luͤgenhaften und unzuverlaͤssigen Charakter habe. Nun hielt man eine Haussuchung und fand einige der Diamanten. Anfangs sagte sie aus, dieselben seyen ihr von einer unbekannten Person uͤbergeben worden; spaͤter aͤnderte sie ihre Aussage, jedoch nicht ohne diese Abweichung auf eine befriedigende Weise zu motiviren. Sie sagte, ihre Freundin waͤre im Jahre 1836 von den Huldigungen eines jungen Mannes, Namens Clavet, verfolgt worden, mit dem sie auch eine Zeit lang in Korrespondenz stand. Im Jahre 1838 heirathete Fraͤulein von Nicolai den Vicomte von Léotaud. Clavet begab sich nach Afrika. Im Dezember behauptete diese ploͤtzlich, nach Madame Laffarge's Aussage, sie habe ihren fruͤhe⸗ ren Anbeter unter den Choristen in Wilhelm Tell gesehen, und spaͤter gestand sie ihr, sie brauche Geld, um sich dessen Stillschwei⸗ gen zu sichern und wolle sich zu diesem Zwecke ihre Diamanten stehlen lassen. Deshalb sey die Fabel von dem Diamanten⸗Dieb⸗ stahl geschmiedet worden. Die Graͤfin von Léotaud habe ihr aber selbst die Diamanten uͤbergeben, um sie zu Gelde zu machen. Von dieser Annahme als einer unzweifelhaften Wahrheit geht auch ein Brief aus, den Madame Jaffarge der Graͤfin von Léo⸗ taud durch ihren Advokaten uͤbergeben ließ, und worin sie dieselbe ersuchte, der Wahrheit die Ehre zu geben. Die Graͤfin von Léotaud stellte natuͤrlich Alles in Abrede. Ihre erste abweichende Aussage moti⸗ virte Madame Laffarge mit der Freundschaft fuͤr die Graͤfin v. Léotand. Das Verhaͤltniß zwischen Clavet und dem Fraͤulein von Nicolai laͤßt uͤbrigens keinen Flecken auf die Ehre der Letzteren fallen und jener soll nach dem Zeugniß derer, die ihn kennen, unfaͤhig seyn, eine so jaämmerliche Handlung zu begehen, wie ihm hier zugeschrieben wird. Derselbe befindet sich jetzt in Mejiro; Madame Laffarge will, daß er vernommen werde. Hat Madame Laffarge sich wirk⸗ lich des Diebstahls schuldig gemacht, so hat sie wenigstens mit großer Geschicklichkeit die einzelnen Fakta kombinirt. Keinesfalls aber duͤrfte es wohl erlaubt seyn, aus diesem einzelnen Falle un⸗ guͤnstige Schluͤsse auf die Moralität des weiblichen Geschlechts der hoͤheren Staͤnde in Frankreich zu ziehen. Die Stimmung des Publikums und der Augenzeugen ist Madame Laffarge nicht unguͤnstig und ihr Schicksal wird vom Volk beklagt: Pouvro femmo! heißt es uͤberall, nirgends erhebt sich Spott oder Hohn gegen sie. Eine Frau, der niederen Klasse angehoͤrend, draͤngte sich an sie und sagte: Mio pouvro damo pryorai di per vos. (Meine arme Dame, ich werde fuͤr Sie beten.)

Aus Toulon wird vom 9. Juni geschrieben: „Es heißt, der Pascha von Aegypten habe Herrn Thiers sagen lassen, er wolle die Tuͤrkische Flotte herausgeben, wenn Frankreich garan⸗ tiren wolle, 1) die Sicherheit der auf den Schiffen befindlichen 2) die Erblichkeit Aegyptens und Syriens, dessen

ränzen die Kommissarien der fuͤnf Maͤchte bestimmen sollten; auch wolle er einen jaͤhrlichen Tribut bezahlen, uͤber den ebenfalls die Kommissarien der fuͤnf Maͤchte entscheiden sollten. Diese Vorschlaͤge haben Herrn Thiers veranlaßt, Herrn Eugene Périer nach Alexandrien zu senden und ihm ziemlich ausgedehnte Voll⸗ machten mitzugeben.“

Aus Prades wird vom 8. Juli geschrieben: „Fortwaͤh⸗ rend noch treten Karlisten auf das Franzoͤsische Gebiet uͤber, und man erwartet noch mehrere Tausende. Heute langte die Divi⸗ sion des Brigadiers Polo, des Schwagers von Cabrera, an. Es heißt, Los d'Eroles, der das Feld noch halten wollte, sey, gedraͤngt

Bri von den Truppen der Koͤnigin, ebenfalls gezwungen worden, uͤber⸗ rives von dem Zucht⸗Polizei⸗

zutreten. Die Division Tristany's ist in den Gebirgen und scheint entschlossen, den Guerillas⸗Krieg fortzusetzen. Was von dem

Plane Balmaseda's, die beiden Koͤniginnen zu entfuͤhren, gesagt

wird, hat seine vollkommene Richtigkeit. Ein Oberst hat mir versichert, daß sie nur einen Vorsprung von einer Viertelstunde vor dem Karlistischen Anfuͤhrer voraus gehabt haͤtten.

Der Dichter Jasmin hat in Toulouse eine enthusiastische

Aufnahme gefunden. Es wurde ihm in diesen Tagen ein Ban⸗ ket gegeben, bei welchem der Maire von Toulouse ihm einen Toast ausbrachte. Jasmin antwortete in einem huͤbschen Quatrain, er sey nach Toulouse gekommen, in der Absicht, gegen dessen Be⸗ en zu werden, aber er sehe wohl, bdaß er immer tiefer in ihre Schuld gerathe. Die zweite Vorlesung seines Francuinetto fand im Saale des Museums unter außerordentlichem Beifall statt. Es wurde eine Subscription eroͤffnet, um ihm wegen des schoͤnen Gedichts, das er der Stadt dargebracht, eine Huldigung zu bereiten. 1b Der Tousonnais meldet, daß Herr Bois⸗le⸗Comte, Adju tant des Kriegs⸗Ministers, nach Algier gesandt worden seyv, um den Marschall Valse wegen des Effektiv⸗Bestandes aller Truppen⸗ Corps, die die verschiedenen Punkte der Afrikanischen Besitzungen besetzt halten, zu befragen. Sollte der Marschall sich weigern, so wird jener, kraft eines Befehls des Kriegs⸗Ministers, von al⸗ len Obersten den Effektiv⸗Bestand ihrer Regimenter einfordern. Toulon, 11. Juli. Die Expedition nach St. Helena hat unse⸗ ren Hafen verlassen. Die Flotte des Admirals Rosamel liegt noch hier vor Anker. Es heißt sogar, sie werde unsern Hafen noch nicht so bald verlassen; die neuesten Berichte aus Tunis, Tanger u. s. w. seyen befriedigender. Es ist fortwährend die Rede davon, daß Truppen⸗Verstaͤrkungen nach Algerien geschickt werden sollen. Die Kriegs⸗Magazine haben die Anzeige erhal⸗ ten, daß von Paris, Straßburg und mehreren anderen Punkten her große Vorraͤthe fuͤr die Kavallerie und andere Kriegsbeduürf⸗ nisse auf dem Wege nach Toulon sind. Eine telegraphische De⸗ pesche hat dem See⸗Praͤfekt befohlen, auf der Stelle ein Dampf⸗ schiff der nach St. Helena abgesegelten Fregatte „la Belle Pouie“ nachzusenden. 1“

Großbritanien und Irland

Parlaments⸗Verhandlungen. Unterhaus. Sitzung vom 13. Juli. Sir Robert Peel brachte die Graͤnz⸗Strei⸗ tigkeit mit den Vereinigten Staaten zur Sprache, indem er sich beschwerte, daß die schon im Anfange der Session geforderten Dokumente uͤber diese Angelegenheit noch nicht vorgelegt seyen. Lord Palmerston entschuldigte sich mit der Unvollstaͤndigkeit derselben, die daher ruͤhre, daß der Bericht der zur Untersuchung der Gränze abgesendeten Commissaire noch nicht fertig sey; zu⸗ gleich erklaͤrte er, daß ein Theil dieser Untersuchung nicht so voll⸗ staäͤndig beschafft seyn, wie man gewuͤnscht habe, und daß daher zwei neue Commissaire abgeordnet worden seyen. Von freien Stuͤcken setzte der Minister darauf hinzu, daß die Regierung einen Gegenvorschlag zu der von den Vereinigten Staaten aus⸗ gegangenen Proposition wegen Regulirung des Streits jetzt wirk⸗ lich abgefertigt habe; bei diesem Vorschlage befinde sich der Ent⸗ wurf zu einer Convention uͤber die Sache, welche dieselbe hof⸗ fentlich definitiv erledigen werde; dieser Gegenvorschlag stuͤtze sich, wie Lord Palmerston auf eine fernere Anfrage Sir Robert Peel's hinzufuͤgte, auf die erwaͤhnte Proposition der Vereinigten Staaten, welche dieselben im vorigen Jahre eingesendet, und sey kein neuer, von jener ganz unabhaͤngiger Vorschlag. Feen hielt der Ultra⸗Tory, Oberst Sibthorp, einen laͤngeren Vortrag uͤber die Gelder, welche dem Dr. Bowring waͤhrend sei⸗ ner merkantilisch⸗diplomatischen Missionen waͤhrend der letzten Zeit gezahlt worden, waͤhrend welcher derselbe zugleich Mitglied des Unterhauses war. Der Oberst wollte darin eine Absicht der Re⸗ gierung sehen, auf das Votum des D)r. Bowring im Unterhause Einfluß zu aͤußern, und beantragte aus diesem Grunde insbeson⸗ dere die Streichung des Ausgabe⸗Postens in den Rechnungen uͤber jene Missionen, welcher unter der Rubrik: „Besondere Dienste“ aufgefuͤhrt ist. Seit dem Jahre 183y1 sind dem Dr. Bowring im Ganzen 14,858 Pfd. 12 Sh. 3 Pece. bewilligt wor⸗ den und davon 3579 Pfd. 8 Sh. fuͤr die Zeit von 1835 bis 1837, während welcher I)r. Bowring Mitglied des Unterhauses war. Die letzte Summe ist zum groͤßten Theile noch nicht be⸗ zahlt, und Oberst Sibthorp, der indeß alle Achtung vor den Ta⸗ lenten und den Leistungen des Dr. Bowring bezeugte, trug auf Streichung derselben an. Man machte ihm jedoch be⸗ merklich, daß dieser Antrag, statt in selbststaͤndiger Form aufzutreten, fuͤglich fuͤr die nachfolgende Berathung im Ausschusse wegen Geld⸗Bewillungen an die Regierung aufgespart werden koͤnne. Dazu fand sich der Antragsteller bereit, und als nach Votirung mehrerer Ausgabe⸗Posten, worunter auf Antrag Sir Robert Peel's 29,953 Pfd. fuͤr das Britische Museum be⸗ willigt wurden, die Sache von neuem zur Sprache kam, ent⸗ spann sich eine laͤngere Diskussion uͤber den Nutzen der Bowring⸗ schen Missionen und die Dienste des Dr. Bowring selbst Lord Pal⸗ merston erklaͤrte, daß die Anstellung des Dr. Bowring auf seine par⸗ lamentarische Wirksamkeit keinen Einfluß gehabt habe, wie denn in mehreren Faͤllen sein Votum gegen die Regierung ausgefallen sey; auch seine Konstituenten aber haͤtten nicht darunter gelitten, denn die Sendungen seyen immer in die Parlaments⸗Ferien ge⸗ fallen. Er versprach zugleich baldige Vorlegung des Be⸗ richtes des Dr. Bowring uͤber seine Mission nach Syrien, aus dem nur einige Stellen von politischer Tendenz ge⸗ strichen worden. Daß die verschiedenen Missionen nicht den Konsuln und Konsulats⸗Agenten uͤbertragen worden seyen, erklaͤrte Lord Palmerston eines Theils daraus, daß deren Stellung sich zu umfassenden Untersuchungen nicht eigne, anderen Theils daraus, daß ihnen die nothigen Vorstudien und Kenntnisse in der Regel abgingen. Herr Goulburn äußerte sich dann weitlaͤuftig uͤber das Gefaͤhrliche, welches Geld⸗Remunerationen fuͤr solche Auftraͤge, wie sie Dör. Bowring ertheilt gewesen, mit sich braͤchten, da es ganz in der Willkuͤr des Schatz⸗Amtes liege, die Groͤße und Ver⸗ theilung derselben zu bestimmen; uͤberdies sey von dem fruͤheren Kanzler der Schatz⸗Kammer, Herrn Spring Rice, unter Ande⸗ rem ausdruͤcklich erklaͤrt worden, daß Dr. Bowring fuͤr seinen Be richt uͤber die Handels⸗Verhältnisse der Schweiz keine Remune⸗ ration erheben solle, und doch finde sich, daß ihm 600 Pfd. da⸗ fuͤr gezahlt worden seyen. Auch Herr d'⸗Israeli bestritt die ve⸗ Dr. Bowring uͤber seine Reise⸗Kosten gemachten Liqutdirungen, m gegen Herr Hume erklaͤrte, seiner Ansicht nach sey Dr. Bowring sehr

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