1840 / 236 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Uebrigens

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8 daß endlich 110,000 Pfd. auf diese Weise amortisirt worden seyen. versichert der „Courier“, daß der Gesandte mit dieser Sache nichts zu schaffen oder doch nur höheren Befehlen ge⸗ horcht habe.

wuͤchete in Liverpool ein fuͤrchterlicher Sturm, mit Regen und Hagel verbunden, wobei ein Fahrzeug vor dem Hafen, die Barke „Minerva“ von Danzig, an die Kuͤste gewor, fen und zertruͤmmert, die Mannschaft jedoch gerettet wurde.

Die letzten Nachrichten aus Kanada lauten sehr friedlich. Der General⸗Gouverneur, Lord Sydenham, war am 28. Jult vom Haltkax in Neu⸗Braunschweig, wo man ihn sehr freund⸗ lich aufgenommen hatte, wieder nach Quebek abgereist.

8 Niederlande.

Aus dem Haag, 20. Aug. Gestern fand wieder eine öͤf⸗ fentliche Sitzung der zweiten Kammer statt, in welcher eine Bitt⸗ schrift reformirter Separatisten in Groͤningen, die sich uͤber ver⸗ fassungswidrige Eingriffe in ihre Freiheiten und Rechte beschwe,⸗ ren, zur Sprache kam. Die Kommission war der Meinung, daß die Kammer in ihrer gegenwäaͤrtigen Zusammensetzung nicht befugt sey, uͤber solche Gegenstaände zu berathen und zu entscheiden. Dem widersprachen jedoch einige Mitglieder, unter denen besonders Herr Groen van Prinsterer der Meinung war, daß man in Be⸗ zug auf die Separatisten die milden Bestimmungen des Grund⸗ Gesetzes außer Acht gelassen und mit Unrecht die Napoleonische Gesetzgebung auf sie angewandt habe. Jeder Niederlaͤnder sey dabei daß die Freiheit des Kultus durchaus ungefaͤhr⸗ det bleibe; deshalb stehe es auch der doppelten Kammer zu, sol⸗ cher Bittschriften sich anzunehmen und sie der Regierung zu em⸗ pfehlen. Das Gegentheil werde ein Deni de justice seyn. Gleichwohl erklärte die Versammlung durch 63 gegen 24 Stim⸗ men, daß es gaͤnzlich außer den Zwecken der gegenwaͤrtigen Session liegen wuͤrde, sich auch noch mit anderen Gegenstäͤnden, als den Verbesserungen des Grundgesetzes, zu beschäͤftigen.

Belgien.

Bruͤssel, 19. Aug. Vor einigen Tagen ist in den hiesigen Freimaurer⸗Logen beschlossen worden, dem Ministerium zu erkläͤ⸗ ren, daß, falls es nicht binnen kurzem dem Baron von Stassart (Großmeister der Belgischen Logen) eine Genugthuung fuͤr dessen Absetzung unter dem vorigen Ministerium zu Theil werden lasse, den gegenwärtigen Ministern die Unterstuͤtzung der Maurer, d. 8 der Mehrheit der Waͤhler von Bruͤssel, entzogen werden wuͤrde.

Die Lustbarkeiten in Antwerpen zum Gedaͤchtnisse von Ru⸗ bens dauern fort, obwohl das Regenwetter einigemal eine bedeu⸗ tende Stöͤrung herbeifuͤhrte. Am Freitag Abend wird eine soge⸗ nannte „Venetianische Nacht“ auf der Schelde aufgefuͤhrt. Zu diesem Behufe werden alle große und kleine Schiffe,

Gondeln prachtvoll erleuchtet seyn. v; 8—

Daͤnemark.

Kopenhagen, 20. Aug. Vorgestern verurtheilte das Hof⸗ und Stadtgericht den Redacteur des „Frisindende“ Herrn Ro⸗ senhoff wegen mehrerer in diesem Blatte aufgenommenen Artikel zu einer Buße von 300 Rbthlr. und zu zweijäͤhriger Censur, die nach Ablauf der ihm im vorigen Jahre zuerkannten einjaͤhrigen Censur ihren Anfang nimmt. Der auch wegen seiner poetischen Gaben bekannte Redacteur des „Frisindende“, Herr Claudius Rosenhoff, hat nunmehr die Redaction dieses Blattes an C. M. Rosenhoff uͤbertragen.

Deutsche Hundeestaagten. 88

Dresden, 21. Aug. (L. A. Z.) Die Wahrscheinlichkeit verlautet immer 2 im Publikum, daß der Bau der Eisenbahn von hier bis Prag bald zu Stande kommt, und es soll nur noch unentschieden seyn, auf welchem Elbufer dieselbe anzulegen sey. Die meisten Vortheile duͤrfte das linke Ufer der Unternehmung gewaͤhren. Ist diese Eisenbahn alsdann einmal zur Ausfuͤhrung gebracht, so hat auch ohne Zweifel unsere ganze kaum begonnene Dampfschifffahrt den Todesstoß erlitten, und es ist dabei eben kein Verlust fuͤr das Gesammtinteresse zu ersehen.

1 12 95 98, 22. Aug. Unsere Universitäͤt hat einen neuen em⸗ pfindlichen Verlust erlitten. Vom Schlage getroffen starb gestern der derzeitige Dekan der medizinischen Fakultät, Professor Dr. Karl August Kuhl.

Gotha, 22. Aug. Se. Durchlaucht unser Erbprinz ist nach einer Abwesenheit von beinahe sieben Monaten am vergan⸗ genen Mittwoch von der Reise im besten Wohiseyn wieder in Koburg eingetroffen.

Frankfurt a. M., 21. Aug. Ihre Majestaͤt die Koͤnigin von Wuͤrttemberg verließ Anfangs dieser Woche unsere Stadt und befindet sich, wie man hoͤrt, noch in Wiesbaden. Die Koͤnigin legte den Weg nach Wiesbaden in besonderer Fahrt auf der Taunus⸗Eisenbahn zuruͤck. Die Bahn wurde nun schon von mehreren hohen Personen befahren.

Se. Durchlaucht der Landgraf von Hessen⸗Homburg, Gou⸗ verneur der Bundes Festung Mainz, ist heute vor acht Tagen von Mainz nach Homburg zuruͤckgekehrt. Hamburg erfreute sich in diesem Sommer duͤrch die unbestͤndige Witterung und wohl auch durch die nach entgegengesetzter Seite von hier fuͤh⸗ rende Taunus⸗Eisenbahn keines sehe starken Besuches, so aner⸗

annt auch die dortige Heilquelle ist. Wie man hoͤrt, ist es aber

ner Gesellschaft Franzosen erlaubt worden, in Homburg eine Spielbank anzulegen und zugleich verschiedene Verschönerungen dieses Badeortes auszufuͤhren. Man scheint dadurch Homburg eine staͤrkere Frequenz zuztehen zu wollen. In den Taunus⸗Baäͤ⸗ dern scheint sich die Nachkur aber auch nicht nach Erwartung zu gestalten, denn man klagt, daß die Kurgaͤste schon vielfach ab⸗ reisen und nur Durchreisende eintreffen.

Die Bundes⸗Versammlung hielt gestern Sitzung.

Der Koͤnigl. Danische Bundestags⸗Gesandte, Freiherr von 88 ist noch laͤngerer Abwesenheit wieder zuruͤckge⸗ ehrt.

8 Der Baron Salomon von Rothschild, Thef des Wiener Hauses, wird nun bis zur Ruͤckkehr des in Ems der Kur pfle⸗ genden Baron Anselm von Rothschild hier verdleiben. ꝙGestern Abend brachte die Pariser Post wieder einmal krie⸗ erische Geruͤchte, welche an der dortigen Boͤrse ein Sinken der Rente verursachte. Auch hier fielen gestern Abend darauf in der Effekten⸗Sozietaͤt die Fonds, namentlich die Hollaͤndischen Inte⸗ grale, die jedem und allem politischen Impuls unterliegen. An der heutigen Boͤrse kam es den Spekulanten aber doch vor, als eyen sie wieder unnoͤthigerweise von Paris aus aͤngstlich gemacht worden und bei ziemlich viel Kauflust blieben alle Fonds fester. Es ist in der That nicht zu begreifen, warum nicht die Boͤrse nit Ruhe der Entwickelung nun« bastättstcüütt n Span⸗

und den uͤbrigen vier Maͤchten abwar⸗ tet. ie Agiotaxe und die Furcht richten viel Unheil an. Die Taunusbahn⸗Actien werden auch von den Schwankungen der Boͤrse fortgerissen und blieben heute 318 ½ Fl. Das Geld ist hier jetzt nicht recht fluͤssig und man besorgt selbst eine heranna⸗ hende Geldklemme, welche Besorgniß indessen wahrscheinlich uͤber⸗ trieben ist. Die auswaͤrtigen Devisen stehen indessen alle niedrig und es ist im Wechselhandel sehr stille. Die Meßfremden fan⸗ gen schon an einzutreffen. Fuͤr den Wollhandel verspricht man sich aber schon im Voraus sehr wenig von unserer Herbstmasse. Heute war hier ein Konzert der Miß Clara Novello ange⸗ kuͤndigt, allein die Saͤngerin kam nicht. Das vorgestrige Konzert aer Madame Duflos⸗Maillard, vom Iheater della Seala in Mai⸗ land hatte einen glänzenden Ersolg. 1114““

Oecsterreich. Wien, 16. Aug. (B. H.) Baron Eskeles ist durch Sta⸗ fette aus Marienbad hierher berufen, wo ein paar große Haͤuser in Verlegenheit gerathen seyn sollen. Von hier aus wird der Handlungs⸗Commissionair Anton Killman verfolgt, welcher dem Baron Rothschild die Summe von 138,000 Fl. C. M. und 60. Stuͤck Oesterreichische National⸗Bank⸗Actten veruntreut hat.

Wien, 17. Aug. (N. K.) Es soll nun in allen Provin⸗ zen unserer Monarchie die Gendarmerie eingefuͤhrt werden, nach⸗ dem sich dieselbe in der Lombardei und auch in Suͤd⸗Tyrol als sehr zweckmaäßig fuͤr den Schutz der oͤffentlichen Sicherheit be⸗ währt hat. Man will sie vorerst in den am meisten durch Raͤu⸗ ber⸗Anfaͤlle und andere Eigenthums⸗Verletzungen gefaͤhrdeten Län⸗ dern, naͤmlich im Kuͤstenlande und Koͤnigreich Illyrien, mit Aus⸗ nahme von Karnthen, einfuͤhren, und sie allgemach weiter aus⸗ dehnen. Die Unsicherheit in den besagten Provinzen war beson⸗ ders fuͤr das Postgefaͤlle sehr druͤckend, indem die Post⸗Anstalt mit den Brankard⸗Wagen meistens eine Militair⸗Bedeckung auf eigene Kosten mitzusenden genoͤthigt war.

86 8

nung zwischen Frankreich

u“ Italien. 1

m, 10. Aug. (A. Z.) Es ist nun entschieden, daß der Papst bis naͤchsten Freras⸗ als am Vorabend des Himmelfahrts⸗ Festes, von Castel Gandolfo hier eintreffen wird, um der feier⸗ lichen Messe an diesem Tage zu assistiren und nach Beendigung derselben dem Volk seinen apostolischen Segen zu ertheilen. Er hat in den letzten Tagen mehrere große Familien, die sich in die⸗ sem Augenblick auf ihren Landsitzen befinden, in ihren Villen mit seinem Besuch beehrt. Auch ertheilt der Papst fast taäͤglich Au⸗ dienzen, sowohl an Einheimische als an Fremde; unter Letztere gehoͤrt auch Monsignore Laurent, der vor einigen Tagen von Neapel zuruͤckgekehrt ist.

Der fuͤr das Bisthum von Mittel⸗England als Paͤpstlicher Koadjutor ernannte Bischof von Mellipotamus, Monsignore Wiseman, hat Rom verlassen, um in seinem Vaterlande den ihm angewiesenen Wirkungskreis anzutreten. 8 S p an i e 1“ 8 Madrid, 10. Aug. Die iesigen Politiker beschaͤftigen sich jetzt damit, zu untersuchen, wie sich Spanien im Falle eines Europaͤischen Krieges zu verhalten habe. Alle kommen darin uͤberein, daß es nicht neutral bleiben koͤnne, daß aber, wenn es sich fuͤr. England erkläre, Frankreich es in seiner Macht habe, einen neuen Buͤrger⸗ krieg in Spanien zu entzuͤnden, der noch unheilvoller werden bas. als der erste.

Ro

I2.

Valencia, 8. Aug. Das Fort Collado ist endlich von den Truppen der Koͤnigin eingenommen worden. Die Karlistische Besatzung wollte sich in der Finsterniß davonschleichen, wurde aber verfolgt und groͤßtentheils zu Gefangenen gemacht, worauf auch die Uebrigen sich ergaben. Saͤmmtliche Gefangene, 169 an der Zahl, sollen auf Befehl des General⸗Capitains erschossen werden.

Portugal.

Lissabon, 10. Aug. Der Finanz⸗Minister Ferraz hat den Cortes das Budget vorgelegt, in welchem das Difizit auf 1013 EContos de Reis reduzirt ist, jedoch mit Ausschluß der auswäͤrti⸗ gen Schuld, hinsichtlich deren Verzinsung und Reduction ein schon erwaähnter Plan von dem Minister zugleich mit vorgeschla⸗ gen wurde. Um die dadurch entstehenden Ausgaben und obiges

efizit zu decken, empfiehlt der Minister, die Wein⸗Consumtions⸗ Steuer in der Hauptstadt von 280 auf 600 Reis fuͤr die Pipe zu erhoͤhen, was jaͤhrlich 200 Contos de Reis ergeben wuͤrde.

Der Morning Chronicle wird aus Lissabon vom 10. August geschrieben: „Man spricht allgemein von der Entdek⸗ tung einer Verschwörung zum Umsturz der Regierung, wobei 70 Offiziere betheiligt seyn sollen. Dies ist offenbar uͤbertrieben, doch haben einige VBerhaftungen stattgefunden. Der Oberst und ehe⸗ maliger Deputirte Fontoura, welcher zuletzt in Aragonien kom⸗ mandirte und unter dem neuen Regime von 1820 oder 1840, oder was es sonst seyn sollte, zum Kriegs⸗Minister ausersehen war, ist verhaftet worden; eben so der Malor Cabral, Remeschide gefangen nahm. Uebrigens ist hier Alles ruhig. Man spricht zwar davon, daß sich Anzeichen einerseits zu Gunsten eines mehr republikanischen Systems, andererseits zu Gunsten der Charte oder des Absolutismus kundgegeben haͤtten; ich glaube je⸗ doch, daß die Regierung, wenn sie nur redlich und ent⸗ schieden zu Werke geht, stark genug ist, den gegenwaͤrti⸗ gen Zustand der Dinge aufrecht zu erhalten. Eine von den traurigen Folgen des Umsturzes der Charte, in der Absicht, ein liberaleres System an die Stelle derselben zu setzen, ist, daß viele von denen, die beilaͤusig Nutzen von der Revolution gezogen und jetzt eingestehen, daß sie sich geirrt haben, noch viel ieiter zuruͤckgehen, als die Charte selbst, und keinen Anstand nehmen,

u erkläͤren, daß weder die Jury, noch das Wahlrecht, noch die Presse, noch die National⸗Garde mit der Ordnung vertraͤglich

Der „Nacional“ soll wegen einer Reihe von Artikeln, wodurch er das Volk zur Empörung aufgefordert hat, vor Gericht

gestellt werden.“ 668 ITI1

enthaͤlt folgende Kor⸗

seyen.

Die Agramer polltische Zeitun respondenz⸗Nachrichten vom 4 Sace 8 Ze Serbischen Ange⸗ legenheiten stehen noch immer beim Alten; erst am 3ten d. M. wurde der Serbischen Volks⸗Versammlung auf der großen Wiese Kaja Burma, außer Belgrad, wo auch die erste Zusammenkunft des Mussa Efendi mit dem Fuͤrsten Michael und nicht, wie es fruͤher verlautete, im Garten des Alat Beg stattfand, der Kaiseri. Ferman verlesen. Wie es hieß, sollte dieser Ferman am isten d. M. verlesen werden, was aber dann aus zweierlei Ursa⸗ chen bis zum Obigen verschoben wurde; fuͤr Erste ließ angeblich Furcht den Fuͤrsten Michael nicht am Kalemaidan erscheinen, fuͤr's Zweite waren auch einige erwartete aus ent⸗

fernteken Gegenden noch nicht angekommen. 8 6 8

burch einen Beschluß des

einem Oesterreichischen Dampfschiff wieder

in diesem Ferman

8 8 8

beftehlt der Sultan dem Fuͤrsten; „an der, dem Serbischen Volke

in Gnaden verliehenen Landes⸗Verfassung nicht einen Buchstaben zu andern, im Einverstaͤndnisse mit dem, vom Sultane be⸗ stimmten Senate zu regtieren, die in einigen Kreisen ausge⸗ brochenen Unruhen, deren Zweck den Fuͤsten Milosch als Rathgeber dem jungen Fuͤrsten zur Seite zu stellen auch dem Sultan bereis hinlänglich bekannt ist, zu stillen; die Raͤdels⸗ fuͤhrer der vorgefallenen Unruhen der aufgestellten Kommission, deren Vorsitzer der Kaiserliche Staatsrath, Mussa Efendi, der Pascha Chosrew von Belgrad und der Serbische Agent in Kon⸗ stantinopel, Antics, zur Unersuchung auszuliefern.“ Nachdem nun der Kaiserliche Ferman gelesen war, trat der Metropolit, Petar Ivanovich, vor die Versammlmeag mit der Frage: „ob Je⸗ mand gegen den oben ausgesprochenen Kaiserlichen Willen etwas einzuwenden habe?“ und Alles beugte sich vor dem Kaiserlichen Commissair, dankend fuͤr die Kaiserliche Gnade; nur zwei der Anwesenden, die neu eingesetzten Minister der auswaͤrtigen und inneren Angelegenheiten, G. Proties und Zwetko Rajewies, ka⸗ men dem Mussa Efendi mit Unzufriedenheit entgegen. Ihre muͤndlichen Klagen, die sie erhoben, wollte der Commissair nicht annehmen, weshalb sie sich drei Tage Frist zur schriftlichen Ueber⸗ reichung nnch Topczidere erbaten.

Am Aten d. M. waͤre es in Topczidere beinahe zu einem Blutbade gekommen; man wollte naͤmlich alle in Topczidere an⸗ wesenden Abgeordneten zur Unterschrift der Klage⸗Akte, die Viele verweigerten, zwingen, wodurch ernste Auftritte herbeigefuͤhrt wur⸗ den. Nun ist bis heute, den 6ten, als dem zur Ueberreichung anberaumten Tage, noch keine Klageschrift an Mussa Efendi ge⸗ langt. Innerhalb acht Tagen war Belgrad zweimal allarmirt; starke Patrouillen durchstreifen alle Gassen, die Thore sind im⸗ mer gesperrt, und neben den auf den Waͤllen der 8eens ans der Stadt aufgestellten Kanonen brennen die Lunten. Die Ruhe⸗ stoͤrer aͤußerten, nur der Tod des Wuesics, Petroniewics, Gara⸗ schanin, Simics, Theodorovich, Nenadovich und Tenka Stepha⸗ novich koͤnne sie vom Untergange befreien, und einmuͤthig war auch die Beiseiteschaffung der Genannten beschlossen, als gluͤckli⸗ cherweise das Unternehmen noch bei Zeiten entdeckt und die ge⸗ eigneten Maßregeln gegen solch eine grausame Handlung einge⸗ leitet wurden. Nicht wenig erstaunt war der Mussa Efendi, als ihm der junge Fuͤrst Michael bei einer Zusammenkunft im Drei⸗ ßigst⸗Amte, an der Sewe, die Frage stellte: „ob die Festung, Belgrad eine Kaiserliche Festung, oder ein Schutzwinkel fuͤr Raͤu ber⸗Banden sey?“

Tüirknt.

Konstantinopel, 5. Aug. (L. A. Z.) Am 3. August hatte Graf Koͤnigsmark, Preußischer Gesandter, beim Sultan eine oͤffentliche Audienz, bei welcher alle Tuͤrkischen Minister und

roßwuͤrdentraͤger zugegen waren.

Der Aegyptische Offizier, der bei der Werbung auf der Al⸗

von den Englaͤndern ergriffen, durch das Eng⸗

„Hydra“ hierhergeschickt und durch Lord Pon⸗ nby der Pforte am 28. Juli uͤbergeben wurde, ist augenblicklich Divan in Freiheit gesetzt worden.

Das Franzoͤsische Dampfschiff „Cocite“, das, wie ich gemel⸗

det, hierher Depeschen uͤberbrachte und mit deren Beantwortung

wieder absegelte, ist in den Dardanellen gescheitert, doch von

flott gemacht worden. Diplomatie hat sich hier er⸗ Persische Gesandte in Kon⸗ uͤberreichen. Die den Gesandten

Ein merkwuͤrdiger Fall in der

g Es befinden sich jetzt zwei

antinopel, und jeder will seine Kreditive

forte ist in großer Verlegenheit und hat die f Um Rath gefragt. 86

GI a

Hirschberg, 20. Aug. (Bresl. Z.) Gestern langte Se. Koͤnigl. Hoheit der Prinz Karl von Preußen in Erdmannsdorf an: heute um 11 Uhr kam Hochderselbe nach Fischbach, wo wie⸗ der gemeinschaftliche Tafel die Allerhoͤchsten und Hoͤchsten Herr⸗ schaften versammelte. Des Koͤnigs Majestaͤt ritt gestern fruͤh in Begleitung eines Adjutanten nach den Gebäuden des Ober⸗ hofes (wo die interimistische Kirche errichtet ist), um daselbst das im Bau stehende Fabrik⸗Gebaͤude in Angenschein zu nehmen. Ihre Majestaͤt die Koͤnigin wollte zu Fuß und nur von einer Kammerdame begleitet, das Schweizerhaus (auch Rothenhaus genannt) besuchen, wurde aber leider durch ploͤtzlich eintretenden

Regen zur Ruͤckkehr genoͤthigt. Koͤnigsberg, 20. Aug. Die Kirche zu Juditten

empfing eines der letzten - 2as Wakestät Diese Kirche, eine der ältesten in Preußen und beruͤhmt durch ein fruͤher fuͤr wunderthaͤtig gehaltenes Bild der Juda, wurde von der höͤchstseligen Koͤnigin Majestaͤt waͤhrend

des Ausenthalts hierselbst oft zur Verrichtung des Gebets be⸗ Auf

Diesem Gott geweiheten Hause fehlte eine Orgel.

sucht. des bei demselben fungirenden §ljäͤhrigen wuͤrdigen

Vorstellen Geistlichen bewilligten des selben ein Allerhoͤchstes Gnadengeschenk von 200 Rthlr.

innigsten Gebeten fuͤr das verklaͤrte Herrscherpaar eingeweiht.

Auch unserer Stadt haben des hoͤchstseligen Koͤnigs Majestät

durch letztwillige Verordnung ein Legat von 10,000 Rthlr. zum Besten der Wohlthaͤtigkeits⸗Anstalten zuzuwenden geruht und ehr

dadurch einen letzten Beweis der milden und huldvollen Theil⸗ das Schicksal der Ar⸗

nahme gegeben, die auch vom Throne aus men nicht aus den Augen verlor. 1 Den bedeutenden Umfang der hiesigen staͤdtischen Armen⸗Ver⸗ waltung weiset nachstehende Uebersicht der im versiossenen Jahre vom hiesigen Armen⸗Fonds geleisteten Ausgaben nach. Diese be⸗ trugen uͤberhaupt 53,149 Rthlr. 12 Sgr. 11 Pf. und zwar: .“ 1) Zahlungen an andere Kassen und Perzipienten 2) an Legaten und Vermaͤcht⸗ nissen 1 168 3) an Besoldungen ꝛc. 16 4) » Bureaukosten 512 16 5) » fortlaufenden Unterstuͤtzun⸗ gen mit Einschluß des Huͤlfs⸗ Vereins 20,135 6) an außerordentlichen Unter⸗ süͤsungen 7) » Arzeneikosten in den Be⸗ irken 1154

570

Gnadengeschenke des hoͤchstseligen Koö⸗

Koͤnigs Mafestaͤt zur Anschaffung der⸗ 1 Nachdem nun die Mitglieder der kleinen Gemeinde durch freiwillige Bei⸗ träge alle uͤbrigen erforderlichen Kosten aufgebracht hatten, wurde diese Orgel am vergangenen Sonntage feierlich und unter den

sitzt dieseAnstalt 315 % Ackerstuͤcke. fel wurden den Armen vorgestreckt.

8

4

7

2000 Rthlr. Sgr. 7775 *

10) zu Holz fuͤr Arme .... 1¹) zur Unterhaltung des staͤdti⸗ schen Krankenhauses 12) 8 Unterhaltung der Armen⸗ eschaͤftigungs⸗Anstalt 1497 13) für das Spinn⸗ und Arbeits⸗ haus 14) fuͤr Verpflegung muthwilliger Bettler in Tapiau. 914 * 10 » 15) an ausgeliehenen Kapitalten 6977 LI 16) » Extraordinarien 84 „F

9 1 53,1a9 Rthlr. 12 Sgr. 11 Pf. Die städtische Armen⸗Beschaͤftigungs⸗Anstalt beschaͤftigte im Laufe des Jahres uͤberhaupt 1192 Individuen. An Armen⸗Aeckern be⸗ 60 Scheffel Saat⸗Kartof⸗ Außerdem empfingen aus den vom Magistrate zu verwaltenden Legaten ꝛc. 322 Personen 823 Rthlr. 10 Sgr. Unterstuͤtzungen. Ferner unterhaͤlt die Stadt 9 Armenschulen, welche im verflossenen Jahre einen Ko⸗ sten⸗Aufwand von 4564 Rthlr. 3 Sgr. 1 Pf. erforderten und 440 Rthlr. wurden an andere Schulen fuͤr Freischuͤler gezahlt.

2690 . 11

In den 9 Armenschulen erhielten 1382 Knaben 941 Madchen

15 Kirch⸗ und Elementar⸗

nasien

uͤberhaupt also 1671 Knaben 1153 Maͤdchen Kinder auf Kosten der Stadt freien Schul⸗Un⸗ terricht.

G Aachen, 20. Aug. (Aach. Z.) Bei dem gestrigen Wett⸗ rennen hatten Se. Durchlaucht der Prinz Peter von Arenberg wiederholt die Guͤte, das Richteramt zu uͤbernehmen und wurden

8

im Ganzen 2824

. dabei vom Herrn Regterungs Praͤsidenten Cuny und Herrn Ober⸗

949

Buͤrgermeister Emundts assistirt.

j. Rennen. Preis 50 Frd'or. Doppelter Sieg. Nur auf dem Kontinent geborne Pferde werden zugelassen. Lange der Bahn 1 Englische Meile oder 425 Preuß. Ruthen. Eintritts⸗ geld 3 Frd'or., die dem zweiten Pferde zufallen. Zu diesem Ren⸗ nen erschienen 6 Pferde. Sieger war „Camelon“, gehoͤrig der Gesellschaft zur Verbesserung der Pferdezucht in Verviers.

II. Rennen. Hauptpreis 100 Frd'or. in einem vergoldeten Etui. Doppelter Sieg auf einer Bahn von 2 Engl. Meilen oder 850 Preuß. Ruthen. Eintrittsgeld 5 Frd'or., die dem zweiten Pferde zufallen. Es erschienen „Wild⸗Hero“ des Herrn Baron von Heeckeren van Enghuizen. Da sich kein Konkurrent gegen dieses ausgezeichnete Pferd hatte einschreiben lassen, so durchlief der „Wild Hero⸗ die erste Tour in 4 Minuten 16 Sekunden und nach einer halben Stunde die zweite Tour in 4 Minuten 22 Se⸗ kunden, und erhielt dessen Vertreter den Ferergeae von 100 Frd'or.

Herrenreiten. Eine Englische Meile mit einfachem Sieg. Sieger „Berill“ des Herrn Fr. Weynen, geritten von Herrn Joseph Neuß aus Aachen. Vor den Rennen hatte eine Stuten⸗ und Fohlenschau stattgefunden, zu welcher neun Zucht⸗Stuten Herrn Notar Ruͤssel aus Burtscheid erschienen waren. Außerdem wurden achtzehn Fohlen vorgefuͤhrt. Von den Eigenthuͤmern der Stuten wurde der vom Comité ausgesetzte Preis eines vollstän⸗ digen Englischen Reitzeugs dem Ackerwirth Johann Boͤhmer von der Kinsweiler Burg zu Theil. Die von des Hochseligen Koͤ⸗ nigs Majestaͤt ausgesetzten beiden Preise von je zwanzig Thalern wurden dem Ackerwirth Peter Boͤhmer aus der Kinsweiler Muͤhle und dem beigeordneten Buͤrgermeister und Ackerwirth Leonhard Schleipen aus Rimburg zuerkannt. Derselbe auch fuͤr das von ihm vorgefuͤhrte Fohlen den ausgesetzten Ehrenpreis, bestehend in einem filbernen, vergoldeten, mit dem Wappen der Stadt Aachen verzierten Pokale.

8 1“ E W“ P S Sr. 5 8 8 Rx Seele zu versetzen. Eine gewisse Naivetät und Herzens

zunschuld, die en Verfasser auch im Umgange so liebenswürdig macht und ein so stark hervortretendes Selbstgefühl in der Unterhaltung leicht übersehen läßt, weht durch dieses Werk, und wirkt um so wohlthuender, da er seine kleinen Schwächen nicht verschweigt. Dabei geht Inhalt und Darstellung so in einander auf, daß man die letztere im Verhältniß zu seinen fr Schriften und selbst an und für sich klassisch nennen darf.

Indem ich es mir ungern versage, diese Selbst⸗Biographie =2 zu berrachten und auf die Eigenthümlichkeiten, wenigstens durch An⸗ führung einiger einzelnen Stellen hinzuweisen, füge ich noch einige Worte über Tiechks Roman hinzu. Per erfasser berichtet in dem Vorwort, daß ihm schon vor vielen Jahren der Name dieser Dichterin und ihr sonderbares Schicksal als merkwürdig aufgefallen sey, und daß er 1792 die mit ihrem Namen betitelte Tragödie des Englischen Dich⸗ ters Webster gelesen, nun aber, bei der Unsicherheit der Thalsachen, die Lücken dieser Geschichte ausgefüllt und mit poetischen Lichtern aufge⸗ hellt habe, und schließt mit den Worten: „Ein Gemälde der Zeit des Verfalls der Italiänischen Staaten sollte das Seelengemälde als Schat⸗ tenseite erhellen und in das wahre Licht erheben. Diese Vittorta oder Virginia Corombona oder Accoromhboni wird, so hofft der Dichter, die —2 der reinen und starken Gemüther für sich gewinnen, und so die

erleumdung des alten 4.— Tragikers verdunkeln, dessen poeti⸗ scher Werth, im Gegensatz früherer Tage, von manchen neueren Kri⸗ tikern viel zu hoch angeschlagen ist.“ Der Leser findet hier also einen historischen Roman etwa in der Weise der Scottischen, oder mancher neueren Deutschen; indeß man darf hinzusetzen, daß das, was den mei⸗ sten von den genannten bei manchen anderen Vorzügen fehlt, hier das Wesentliche ist, nämlich das Poetische, zumal der tiefe Blick in die menschliche, hier, wie häufig bei Tieck, der weiblichen Seele, die Ver⸗ mittelung des Gegensatzes zwischen der herben Jungfräulichkeit und der reinsten, vollsten und dennoch keuschesten Hingebung an den end⸗ lich gefundenen und geliebten Mann, ein Thema, das Tieck vielleicht nirgends eindringlicher, theilweise mit starken, für die Schwachen sn brennenden Farben beleuchtet hat. Der Schluß, das tragische Ende der Heldin, erinnert zu sehr an das Geschichtliche und möchte sich ästhetisch kaum vertheidigen lassen. Unter den Neben⸗Partieen ist der Hinblick auf das Leben und die Werke des Dichters des befreiten Je⸗ rusalems eine der anziehendsten. Kr.

8

Freise der vier Haupt⸗Getraide⸗Arten in den für die Preußische Monarchie bedeutendsten Marktstädten im Monat Juli 1840,

E1“ 818

nach einem monatlichen Durch⸗

2

schnitte in Preußischen Silbergroschen und Scheffeln angegeben.

Namen der Städte. Weizen Roggen Gerste Hafer

Weizen Roggen Gerste

Namen der Städte.

Koͤnigsberg 31° Memel 1, 32 gr 285/12 kilse 9 1 31 ½1 2 25 %⁄; Insterburg 1 36 28 26 Rastenburg * . 26 Neidenburg

271112

92n28g2 *289g

33757,, 25 /12 321⁄12 360⁄12 33 ²⁄12 35

32 ⁄1 2 32.1.

romberg raustadt

Brandenburg Kottbus 6. b b 34 ⁄12 sandsberg a. d. W. .. 281⁄ , Stettin 2 46 30 Stralsund

Magdeburg 5110 ⁄1 4 Stendal . 48 vSeess 7. 52 ⁄12 ordhausen 584⁄172 Muͤhlhausen 58⁄h Erfurt 592⁄12 53 ⁄12 51½G2, [562772 Minden 2 60 Paderborn 58³⁄1 Dortmund 5117z1 78 12

81512

9119 ⁄12 100

92 ⁄12 92212 97%1

51612 8/12 2 104

9. Trier 112 % Saarbruͤck 982 ⁄12 11. Kreuznach 12. Simmern 13. Koblenz 99 ⁄2 14. Wetzlar 90

Elberfeld Duͤsseldorf

Breslau ruͤnberg

808H9 nH25ESSgSgSgAnh

-S8S822g2æ9

8 677⁄12 [491⁄12 60 ⁄12 489⁄12 717

.„ . [531 ⁄h12 471⁄1

40 ⁄¼1 2 38 ⁄12

Leobschuͤtz Ratibor

—,—

Durchschnitts⸗Preise

der 12 Preußischen Staͤdte [77 0612 5 Posenschen Städte [7310⁄12 9 Brandenb. u. Pom⸗

merschen Städte .. 11 Schle 8+* Städte §8 Saͤchsischen Stäͤdte 4 Weͤstfaͤl. Städte .. 14 Rheinischen Staͤdte

802⁄12 6881 74 612 866⁄12 971112

E S *

Wissenschaft, Kunst und Literatur.

Berlin. Se. Majestät der König haben den Mondglobus der Hofräthin Witte in Hannover (worüber die Staats⸗Zeitung unterm 3. Oktober v. J. ausführlich berichtete) für eine ansehnliche Summe käuflich erworben und zur Aufbewahrung in der hiesigen Königl. Kunst⸗ kammer bestimmt. .

Paris. Sitzung der Akademie der Wissenschaften am 17. August. Herr Verusmore berichtet der Akademie, 8 1 Per⸗ sonen eine Feuerkugel in der Ferne da niederfallen sahen, wo kurz dar⸗ auf ein Feuer ausbrach. Herr Arago legte der Akademie eine Ge⸗ neral⸗Karte und mehrere Spezial⸗Karten der Republik Venezuela vor die auf Befehl des dortigen Kougresses von dem Obersten Cösda zi au⸗ Pefrst worden sind. Diese Karten, die Früchte aner gehnjährigen

rbeit, geben ein weit genaueres Bild von der Geographie des Lan⸗ des, als man (mimr Ausnahme der von den Herren von Humboldt Boussingault und Rivero besuchten Theile) bis jetzt besaß. Herr Elie de Beaumont berichtete über mehrere Abhandlungen des Herrn Rozier, die geognostische Constitution der Gebirge zwischen Saone und Loire betreffend. Diese Abhandlungen enthalten die Resultate fünf⸗ jähriger Beobachtungen, die in verschiedenen Theilen Burgunds zum ehuf der Anfertigung der geologischen Karte von Frankreich ange⸗ stellt wurden. Die Untersuchungen des Herrn Rozet erstrecken sich von den Ufern der Rhone bei Givers und Condrienr bis in die Gegend von Montbard und umfassen das Morvan, so wie die Gebirgskette welche zwischen Roanne und Macon die Loire von der Saone tren⸗ nen. Herr Valenciennes theilte seine Untersuchungen über das elektrische Drgau des Silurus electricus mit. Herr Dujardin über⸗ reichte eine Abhandlung über die Klassifizirung der Infusorien nach ihrer Organisation. Herr Dufréenoy wurde an die Stelle des ver⸗ ebenen Brochant de Bllliers zum Mitglied der geologischen Section

er Atademfe erwählt. 81 1) Was ich eclebte. Aus der Erinnerung niedergeschrieber . en 1 von Henrich Steffens. 2 Bde. Breslau, Max, 1840. ) Vittoria Accorombona. Ein Roman in 5 Buͤchern von Ludwig Tieck. 2 Thle. Breslau, Max, 1840.

Die beiden obenverzeichneten Neuigkeiten reihen sich an die bereits nicht unbedentende Anzahl von werthvollen poetischen Schriften, welche in der Buchhandlung Max zu Breslau seit einigen Jahren erschienen sind, ja sie moͤchten an wahrem und dauerndem Werihe viele der frü⸗ heren noch übertreffen. Dies gilt zumal von der ersteren, die, wenn⸗

8 1 8

dern auch das Permögen an, sich in jene frü

Hal

gleich kein Roman, doch wahrscheinlich eben so viele Leser finden wird, als die zweite. Lebens⸗Beschreibungen, zumal Selbstbiographieen, ha⸗ ben etwas ungemein Anziehendes, sofern sie bedeutende Personen betresfen und die Darstellung gelungen ist. Nun hat der Verleger ge⸗ wiß Recht, wenn er in der Ankündigung sagt, daß seit Göthe’s Wahr⸗ heit und Dichtung wohl kein Werk von gleichem Interesse in Deutsch⸗ land erschienen, und daß es höchst inhaltsreich und für die tiefere Kenntniß der Zeit und ihrer Geschichte bedeutend sev. Steffens hat nicht nur durch seine Schriften über Naturwissenschaft und Philoso⸗ phie, sondern fast noch mehr, wenigstens in der letzteren Zeit, 1 durch seine Versuche auf dem Gebiete der Theologie, theils durch eine Romane die Aufmerksamkeit in Anspruch genommen und gefesselt; er hat durch seine Konfesston: „Wie ich wieder Lutheraner wurde, und was mir das Lutherthum ist“, auch das Verlangen nach einer umfas⸗ senden und vollständigen Konfession geweckt. Dies ist nun in dem Werke: „Was ich erlebte“, wenn auch zum Theil erst, befriedigt, inso⸗ fern diese beiden ersten Bände nur seine Jünglingsjahre bis zu seiner Abreise von Dänemark 889 Deutschland enthalten. Wenn wir nun freilich das Wichtigste erst in den folgenden Bänden zu erwarten ha⸗ ben, so ist doch auch dieser Anfang schon höchst wichtig, hauptsächlich durch den Blick, den sie uns in die Gemüthstiefe des Verfassers ge⸗ währen, sodann aber auch durch die Schilderungen von Oertlichkeiten, Personen und Zeit⸗Verhältnissen. Da es hier nur darum zu thun ist, die Erscheinung des Werkes mit einiger Hindeutung auf die Wichtig⸗ keit anzuzeigen, so werden zur Bezeichnung des Inhalts die Ueberschriften der einzelnen Abschnitte hinreichen. Diese sind im ersten „mein geistig⸗ einsames Knaben- und erstes Jugendleben“ bezeichneten Bande: Herkunst, Stavanger (in Norwegen, wo Steffens am 2. Mai 1773 geboren wurde), Trondhiem, Helsin⸗ gör (in welchem letzteren Orte er 1779 85 lebte), Roeskilde (wo er die beiden folgenden Iehe⸗ zubrachte) und Kopenhagen. Dieser letzte Abschnitt füllt den Schluß des ersten und den ganzen zweiten Band, der die besondere Bezeichnung hat: „Universitätsleben. Litera⸗ risches Treiben. Wissen Hefeliches Treiben. Pettisches Treiben. Das einsame Leben und die letzten Tage in Kopenhagen.“ Ich erlaube mir nur die einzige Bemerkung, daß das Steffenssche Werk den Zu⸗ satz des Göthescheu: „Wahrheit und Dichtung“ nicht hat, und ihn auch nicht, oder doch weniger bedarf als jenes. Denn, wenngleich die An⸗ sicht der spaͤteren Jahre wohl immer ein einigermaßen gefärbtes Licht auf die früheren wirft, so sieht man doch der Darstellung von Steffens nicht bloß die echte Wahrheitsliebe (weshalb er es denn auch aufrichtig gesteht, wo er der Erinnerung nicht mehr trauen zu können glaubt), son⸗ Zustäͤnde zft gan⸗ 3

Dauer der Eisenbahn⸗Fahrten am 23. August. Abgang Zeitdauer Abgang Zeitdauer

von von Berlin. St. M. Potsdam. St.

Um 6 ½ Uhr Morgens [[Inmn ui 6 ½ Uhr Morgens.

20 9 ½ „. Vormitt. 42 12½ Mittags.. Nachmitt. 2 4* Nachmitt. „— 50 7] Abends.. Abends.. 40 8 88

. ö 858 1

»„ 11 2 3 6

. 10

I111I

Meteorologische Beobachtungen. 8 Morgens Nachmittags Abends Nach einmaliger 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.

1840. 23. August.

(236,8‧Par. 336,2 Par. 236,52“ Par. Queuwärme 8,50 R.

Luftdruch + 9,9 ° R. + 21,60 8 R. Flußwärme 15,2 0 R.

Luftwärme Thaupunkt Dunstsättigung

+ 85° R. + 9,6 °R. + 10,8° R. Bodenwärme 14,9 ° R. 89 pCt. 39 vCt. 89 pEt. (Ausdünstung 0,021“ Rh. bewölkr. regnig. Niederschlag 0,092„ Rh. O. O. W. Wärmewechsel 4. 22,0 ° Wolkenzug. O. + 11,4⁰. Tagesmittel: 336,28“ Par. + 14,9 °R..+. 9,5 0R. 72 „Et. O.

Berliner Börse. Den 24. August 1840.

Amtlicher Fonds- und Geld-Courz-Zettel.

8 Fr. Tour. r. Cour. Brief. 1. Seld. Brief. 1. Seld. S.-Sekuld-Sch. 4 104 103 ⁄½ scCoap. und Zine-

Pr. Engl. Obl. 90. 4 103 Sch. d. K. u. N. 08 —] Prüm. Seh. d. Seeb 77 ⁄1 2⁄ b—· Kurmk. Schuldv. 2 103 ½ —) Neumk. Sehuldv. ²2½½ ß 1033 Berl. Stadt-Obl. 4 103 1⁄ 103 % Elbinger do. 2 100 Danz. do. fu Th. 47 ½ —) Wezstp. Pfandbr. ²3 102 ¾¼ 102 l Grofah. Pos. do. 4 106 ½1 Oatpr. Pfandbr. 102 ½¼ Pomm. do. 3 ½ 103 ⁄1 Kur.-u. Neum. do.

AdeHmsesoe. Brl. Ptad. Kisenb.

129 ½ o. do. Prior. Act. ig Lprz. Eisenb. 11³ ½ do. do. Prior. Act. S

Gold al mareo 210 ½

10à ¼

7¹1 8 8*

Schlesische do. 2 103 ¾ es Auswäůrtige Börosen. Hsih. 1.HS Niederl. wirkl. Schuld 511 ⁄1. 5 o0. 99 ½. Kanz-Bill. 22 1. 5 % Span. 2 ½. Passive. 4 828 —. unl Präm. Sch. —. Pol. —. Oesterr. Met. —. qp.“ Antwerpen, 19. August. E.“ Zinsl. —. Neue Anl. 22 Br. 5 5 5 a. M., 21. August. esterr. 5 % Met. 1057⁄⅞ G. 4 % 100 ¼ G. 2 ½ % 581 Br. 1 % 25 ½ Br. Bank-Actüen 2053. 2051. . eeis C8” 188 B Loose zu 500 Fl. 140 ⅞. 140 ⅛1. Loose zu 100 Fl. —. Preuss. Prüm. Sch. 76 G. do. 4 % Anl. 103 ¼ Br. Poln. Loose 70 ¾. 70 ½. 5 % Span. Anl. 4 ⅛. 4 ¾. 2 ½ %9 Holl. 50 ⁄9⁄. 50 ¼. Eisenbahn-Actien. St. Germain 630 Br. Versailles rech- tes Ufer 480 Br. do. linkes 315 Br. München-Augsb. 94à ½¼ G. Strafsburg-Basel 360 Br. Leipzig-Dresden 103 ½ Br. Köln-Aachen

93 ½ G. G Hamburg, 22. August. 8 Bank Act. 1710. Engl. Ruas. 108 ¼.

Paris, 19. August. 8 878 Rente fin cour. 111. 95. 3 % Rente fin cour. 78. 95. 5 % meeh e n 10. 5 % Span. Rente 25 ½. Paasive 1

5 % Met. 108 / 0n1899) 19260eg, 2⸗

eeeäEEEb Koͤnigliche Schauspiele.

Dienstag, 25. Aug. Im Opernhause: Die Nachtwandlerin, Oper in 3 Abth., Musik von Bellini. (Dlle. Loͤwe wird in der Rolle der Armine wieder auftreten.)

Mittwoch, 26. Aug. Im Schauspielhause: Ein Mann hilft dem anderen, Lustspiel in 1 Akt. Hierauf: Tempora mutantur, oder: Die gestrengen Herren, Lustspiel in 3 Abth., von C. Blum. Donnerstag, 27. Aug. Im Opernhause: Jessonda, Oper in 3 Abth., mit Tanz. Musik von L. Spohr. (Madame Gen⸗ tiluomo, vom K. Hosheater zu Hannover: Jessonda, und Dlle. Spatzer, von demselben Theater: Amazili, als Gastrollen.)

Koönigsstadtisches Theater. Dienstag, 25. Aug. Zum erstenmale wiederholt: bold, oder: Der junge Herr muß wandern. Zauber⸗ Gesang in 3 Akten, von J. Schickh. Musik von H. Mittwoch, 26. Aug. Die Hochzeit des Figa 2 Akten. Musik von Mozart. FPerantworilicher Redacteur Arnold.

1 %0

Der Ko⸗