1840 / 237 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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nicht mehr verlassen, und die Erfahrung hat bewtesen, daß Espar⸗ tere olt dem Recht giebt, der zuletzt spricht.“

Der Koͤnig und die Koͤnigin langten am Montag Abend um § Uhr in Boulogne an. Der König musterte am solgenden Tage die National⸗Garde, welche ihn mir Enthusiasmus begrüͤßte, und traf am 1Eten Abends wieder in En ein. Der Herzog von Orleans hat in der vergangenen Nacht Paris verlassen, um sich nach dem Schlosse Eu zu begeben.

Man erfährt jetzt, daß das Dampfschiff „le Veloce“, auf dem der Koͤnig die Reise von Eu nach Calais machte, sich in so großer Gefahr defand, daß man einen Augenblick lang den Un⸗ tergang desselben befuͤrchtete.

Galignani's Messenger, welcher in Paris mit großer Umsicht die Englischen Interessen vertritt, aͤußert sich heute in solgender Weise; „Wir sind nach einer aufmerksamen Durchsicht derjenigen Pariser Journale, welche einen Einfluß auf den deu⸗ kenden Theil des Publikums haben, der Meinung, daß jetzt ein ernster Wunsch nach einer friedlichen Beilegung der orientaltschen Angeiegenheiten vorherrscht. Die heftige Sprache, deren man sich in dem ersten Augenblicke bediente, hat aufgehoͤrt, und man un⸗ tersucht jetzt ruhiger, ob die mit dem Londoner Traktat in Ver⸗ vindung stehenden ümstande der Art sind, um Frankreich zu zwingen, allein gegen die uͤbrigen großen Eurspaͤschen Maͤchte aufzutreten. Man gtiebt zwar allerdinas noch nicht zu, daß die

Anspruͤche Mehmed Ab's übertrieben sind, oder daß die Inter⸗

essen Frankreichs nicht so eng mit ihm verbunden waͤren, um sich zur Durchsetzung seiner Pläne in einen Krteg zu stuͤrzen, aber man scheint doch den Londoner Trakrat mehr Wichtigkeit wegen der anscheinenden Verminderung der freundschaftlichen Gesinnungen Englands gegen Frankreich, als wegen eines Zwang Aktes gegen den Pascha von Aegypten beizulegen. Es ist daher gerechter Grund vorhanden zu hoffen, daß die beiden Regterungen die Bemühungen derseni⸗ gen Journale in beiden Laͤndern, welche ein Mapverstaändniß in einen offenen Streit zu verwandeln suchen, verleugnen und enr⸗ muthigen werden. Nicht alle Zeitungsleser bedenken, daß der Krieg eine Aerndtezeit fuͤr die Journalisten ist, wie Krankheiten eine Aerndtezeit fuͤr die Aerzte sind. Provocatlonen der Zeitun⸗ gen sollten deshalb immer mit Vorsicht aufgenommen werden, welches leider so seiten der Fall ist.²03

Die einzigen, in diesem Augenblick in Parls befindlichen

Minister sind der Conseils⸗Praͤsident und der Handels⸗Minister.

Der Courrier francais tadelt es, daß in diesem wichtigen Augenblick nicht jeder Staatsmann auf seinem Posten sev. „Wir sind nur“, sagt er, „die Dolmetscher der gerechten Ungeduld des Publikums, wenn wir verlangen, daß man diesem Hin⸗ und Her⸗

reisen ein Ende macht. Die gegenwaͤrtige Lage scheint uns ernst genug, um Jeden zu veranlassen, auf dem Posten zu bleiben,

8 der Kammern und des Landes ihm angewie⸗ en hat. .

Herr Macaulay, Englischer Kriegs⸗Minister, ist in Paris

eingetroffen. 1

. Auf relegraphischem Wege wird gemeldet, daß das Linlen⸗

schiff „Triton“, mit dem Contre⸗Admiral Hugon am Bord, am IIten d. von Toulon nach der Lepante abgesegelt ist.

Als der Marschall Gerard vor einigen Tagen gefragt wurde, ob er an den Krieg glaube, erwiederte er: „Ich wuͤrde weder

dafuͤr noch dagegen wetten, aber ich glaube nicht daran.“

Der Temps enthaͤlt Folgendes: „Gestern herrschte eine große Bewegung in der Haupistadt. Schon fruͤh am Morgen lief in den Vierreln des Palats royal und der Tuilerieen, auf den Auais und in den Verstaͤdten die Menge von allen Seiten herbei, um geschriebene Anschlagezettel von großem Umfange zu

lesen, die an den Mauern in unzaͤhligen Exemplaren angeschlagen warcn. Der Inhalt derselben bestand in einem Aufrufe zu den Waffen, um Louis Napoleon zu befreien. Die Mauern waren uͤberall so sehr mit diesen Anschlagezettein besaͤet, daß die Polizei⸗ Agenten viel zu thun hatten, um dieselben abzureißen.“ z Boͤrse vom 29. August. Zu Anfang der heutigen Börse waren die Course fest, und es schien, als ob eine Steigerung ein⸗ treten wollte. Die sproc. Rente eroͤffnete zu 79. 20; aber eine dalbe Stunde spoͤter liefen ungeheuere Verkaufs Ordres ein, die die ganze Boͤrse hindurch anhielten. Die Spekulanten wurden von cinem panischen Schrecken ergriffen, und die Zproc. ging in schnellen Spruͤngen bis auf 77. 8. zuruͤck, zu welchem Tourse sie sch8oß. Die 5proc. Rente fiel von 112. 40 auf 110. 70. Man verbreitete die beunruhigendsten Geruͤchte, um diesen plötz⸗ lichen Fall der Staats⸗Papiere zu erklären. Es hließ, die Fran⸗ zoͤsische Florte habe Truppen auf der Insel Kandlen ans Land gesetzt, welche diese Stellung mit der Zustimmung Mehmed All's besetzt halten wuͤrden. Man versicherte auch, daß der Koͤnig am Sonmabend in Paris eintreffen wuͤrde, um die Ordonnanz wegen Zusammenberusung der Kammern zu unterzeichnen.

bs Großbritanien und Irland.

London, 21. Aug. Der Tuͤrkische und der Französische Botschafter, die einige Tage in Windsor verweilten, sins gestern von dort wieder hier eingetroffen; der Köͤnig und die Koͤnigin der Belgier befinden sich noch in Schloß Windsor, eben so der Preußische und der Belgische Gesandte. Der ministerielle Globe erlaͤrt das Geruͤcht füͤr ungegruͤndet, daß Sir C. Adam das Kommando uͤber die Flotte im Mittel⸗ ländischen Meere, an Admiral Stopford’s Stelle, erhalten solle. 2, „Da keine wichtige Nachrichten vom Kontinent hier einge⸗ gangen sind, welche die hiesigen Fonds⸗Spekulanten haäͤtten ermu⸗ thigen koͤnnen, so sah es am heutigen Geldmarkt sehr trübe aus, und die Konsols fielen in Folge von Verkäͤusen; doch will man darin nicht gerade ein Symptom von einer veraͤnderten Ansicht 2 Boͤrse in Bezug auf die Kriegs⸗ oder Friedensfrage finden. Graf Durham soll sein saäͤmmtliches, sehr bedeutendes Real⸗ und Personal⸗Vermöͤgen seiner Gemahlin vermacht und dieselbe aauch zur alleinigen Vollzieherin seines Testaments bestellt haben Die Times scheint besonderes Gewicht darauf zu legen, daß der Französische Botschafter, Herr Guizot, als er, von Frank⸗ rrich zuruͤckkehrend, in Ramsgate landete, dort von dem Engli⸗ schen Volke sehr freudig begruͤßt worden. Sie meldet, daß sich eine Menge Volks ans Ufer begeben habe, als man erfahren, daß Herr Guizot zuruͤckgekehrt sey; ein enthustastischer Freuden⸗ ruf habe ihn empfangen, und sein Wagen sey bei der Ankunft in Ramsgate und bei der Abfahrt von dort dicht von Volksmas⸗ sen umringt gewesen. Die Ansichten uͤber Frankreichs Stimmung und die Muthmaßungen uͤber sein Verhalten wechseln in den hie⸗ sigen Blaͤtrern noch immer hin und her; doch scheint die Hoff⸗ nung auf Erhalrung des Friedens uͤberwiegend zu seyn. Die Morning Post ist fast das einzige Blatt, welches unabläͤssig Allarm schlägt. So kömmt sie unter Anderem mit dem Geruͤcht, daß die Franzöͤsische Regierung die in Frankreich befindlichen Eng⸗ länder verhaften lassen und die in dortigen Haͤfen lüsgelden Schisfe mit Embargo belegen wolle, wenn England zur Ausfuͤhrung der Qua⸗ drupel⸗Cenvention schreiten sollte. Dagegen fangen zwei andere, sonst

Morning Herald, schon an, ihren Kriegslaͤrm etwas herabzu⸗

ummen und, trotz aller Bitterkeit der Franzoͤsischen Zeitungen, den Ausbruch von Feindseligkeiten zwischen England und Frankreich nicht als so nahe bevorstehend zu betrachten. Das letzte dieser beiden Blätter läßt sich sogar aus Paris schreiben, daß die Er⸗ klärungen des Herrn Gutzot den Koͤnig vollkommen zufrieden gestellt hatten; Herr Guizot habe erklärt, daß die Berathungen der Konferenz ihm stets mitgetheilt worden seyen; Ludwig Phi⸗ lipp werde die kriegerische Stimmung des Herrn Thiers necht unterstuͤtzen; es heiße, daß dieser Minister einen ehrenvollen Ruͤck⸗ zug zu bewerksteüligen suche, und der schlechte Zustand der Kaval⸗ serie habe nicht wenig dazu beigetragen, denselhen zur Aufgebung seiner Kriegs⸗Projekte zu veranlassen. Eben so sagt der liberale Sun, die letzten Mittheilungen, die er aus Paris empfangen sehen friedlicher Art, und es sey alle Hoffnung vorhanden, da die Ruhe Curopa's nicht werde gestoͤrt werden.

numente Walter Stoit’'s, einer Statuͤe, gelegt worden. Die Ausfüͤhrung des Ganzen wird 12,000 Pfd. kosten, wovon jedech erst 259u10 Pfd. durch Subsecription aufgebracht sind Der Bild⸗ hauer Steele, der die Statuͤe arbeitet, erhaͤlt dafuͤr 2000 Pfd. O*Tonnell, dem am Donnerstag zu Tuam in der Irländischen Grasschaft Connauaht, wo er jetzt zur Aufloͤsung der Unton auf⸗ regt, ein Diner gegeben wurde, spieite bei dieser Gelegenheit wie⸗ der auf die jetzigen Verhaltnisse zwischen England und Frankreich an, indem er sagte: „Vielleicht sollte ich eher Bedauern üͤber Engkands Mißgeschick aͤußern, wenigstens waͤre es wohl klüger von mir, meine Freude zu verbergen; aber ich will nicht klug seyn; Ausrichtigkert ist meine Srärke, und deshalb erklaͤre ich offen, daß es mir nicht leid thut, den Koͤnig der Franzosen 180,0600 Mann versammeln und eine zahlreiche Fiotte im Mit⸗ telländischen Meere aufstellen zu sehen (Hört!) Es darf nur ein Schuß in der Erbitterung fallen, und Irland wird Gerech⸗ tigkeit erhalten muͤssen. (Lauter Beifall.) O, ich bin fest uͤber⸗ eugt, daß Stanley nimmermehr seine Bill, durch die Irland des Wahlrechts beraubt werden soslte, eingebracht härte, wäͤre er et⸗

nes solchen Falles gewaͤrtig gewesen (Hoͤrt!) Eben so fest uͤber⸗

zeugt bin ich, daß wir eine bessere Munizipal⸗Reform erhalten häͤrten, alsdte, welche uns Wellington und Lyndhurst gegeben haben, waͤren jene Rustungen schon fruͤher angeordnet worden.

England versucht haben, wütßte er nicht, daß dies durch die ab⸗ scheullche und niedrige Unzerechtigkeit, die er in der letzten Parla⸗ menks⸗Sesston veruͤbte, seinen rechten Arm sich entfremdet hat. denn wir sind England nicht abgeneigt (hört!), wohl aber spe⸗ kulire ich auf Irlands Gleichguͤltigkett, und man mag mich immer⸗

Ich zweifle nicht, daß Ludwig Philtpp nimmermehr Englandgedroht haben wuüͤrde, wenn Irland nicht unzufrieden waͤre. Haben Sie aber wohl Lord Palmerston'’s Rede gelesen? O, wo ist die stolze Stelluͤng geblleben, weiche England seit den siegreichen Tagen von Poitierk, Erery und Agincoltrt sters eingenommen hat? Wann haͤtte Frankreich seitdem jemals England gedroht, ohne daß seiner Drohung eine lautere, stärkere und stolzeregefolgt waͤre, ohne daß man, ihm Fübetcsed Trotz geboten häͤtte? Jetzt zum erstenmale hat Engtand sich zu einer gewinnenden Sprache herabgelassen, der Ton seiner öoͤffenttichen Biärter hat sich Fens, eencs er Fipftrchtan 23 %

Mutht und demuͤthiger

dem Versuch ernie⸗

9 mit gesunkenem Hattung bittet England

u seinen Nebenbuhler, nicht koezuschlagen. (Hoͤrt!) Und was thut

Mplord Palmerston? Durch dialekrische Wendungen sucht zu be⸗ weisen, daß Frankreich sich auf keinen Krieg einlassen werde. (Hoͤrt!) Was England nie wirderfahren ist, daß eine Nation ihm mit Krieg drohte, und daß thre Drohung nicht verlacht wurde, das wider⸗ fäͤhrt ihm jetzt, weil es gewagt hat, bei Unbill und Ungerechtig⸗ keit gegen das Irländische Volk zu beharren. (Hort!) Und der Himmel verhuͤte, daß England sich ungestraft seine Unbilden er⸗ lauben dürfte. Irland sompathisirt mit England nicht. Doch soll ihm unser Beistand nicht fehlen, wenn Feinde es bedrohen, denn unsere Loyalitaäͤt wird nie wanken; nur muß England unse⸗ ren Beistand mit dem edelsten der Preise erkaufen. Es erweise uns Gerechtigkeit, und es wird einen thäͤtigen Verbuͤndeten an Irland haben. Es stelle unser Parlameut wieder her, und es soll unseren Beistand erhalren.“

Die Times, welche die Maßregel lobt, wodurch die Zahl der Pfründer an den Dom⸗Kapiteln und Kollegiat⸗Stif⸗ ten beschränkt worden, fordert zugleich die Universitäten auf, mit

nicht länger ihre Ursp aglichen Statuten, in welchen es auf die Forderung der Frömmigkeit und Wissenschaft abgesehen, todte Huchstaben seyn zu lassen, damtt einige Hundert Vorsteher und ältere Mitglieder sich auf Kosten der juͤngeren im Muͤßiggan mäͤsten koͤnnten. Sie zuͤrften sich, ruft ihnen dieses Blatt zu darauf verlassen, der Sturm, welcher vor ein paar Jahren so bald beschwichtigt worden, werde sich bald weit furchtbarer gegen sie erheben, und ihre Berufung auf die Heiligkeit ihrer Statuten. werde ihnen wenig helfen, wenn man ihnen nachweisen koͤnne, wie sie selbst um persoöhlicher Vortheile willen dieselben fast Jahr⸗ nderte lang haͤtten schlummern lassen. Im Fall aber die Uni⸗ versitäͤten selbst unthäͤtig blieben, fordert die „Times“ die Bi⸗ schoͤfe auf, ihr lang velnachlaͤssigtes Recht ats Ober⸗Aufseher gel⸗ tend zu machen und die faulen Baͤuche zum Rechten anzuhalten. ach dem Globe haͤtte man seit geraumer Zeit den Plan gefaßt, nach Art des fuͤr die Koͤnigl. Marine bestehenden Green⸗ wich⸗Hosvitals, auch fuͤr betagte und invaltde Seeleute von Kauß⸗ fahrteischiffen ein Spital zu gruͤnden. Mehrere Parlaments⸗Mit⸗ lieder sollen diesem Pian vhre Billigung und Unterstuͤtzung ver⸗ prochen haben. 16 Der Morning Advertiser erzaͤhlt, der Portugiesische Botschafter habe einen Diffamations⸗Prozeß gegen den Heraus⸗ eber der „Morning Post“ wegen einer Schmaͤhschrift gegen 5 Regierung in Bezug auf die Portgiesischen Anleihen anhaͤn⸗ gig gemacht. Das am Mentag zum Besten der nothleidenden Polnischen Fluͤchtlinge zu Ermorne⸗House in Chelsea veranstaltete laͤndliche ¼ war nicht so zahlreich besucht, als man erwartet hatte, was Lauptsaͤchlich dem unguͤnstigen Wetter Schuld gegeben wird. Herr Green, der bei dieser Gelegenheit seine 276ste Luftfahrt in Ge⸗ sellschaft eines Herrn Macdonnell machte, waͤre auf ein Haar dabei sammt seinem Gesaͤhrten verungluͤckt, kam aber noch mit genauer Noth, nach mancherlei Unfaͤllen und nachdem der Ballon längere Zeit in geringer Entfernung von der Erde umhergetrieben worden, mit einigen inneren und außeren Verletzungen, die indeß nicht gefährlich zu seyn scheinen, davon. Er selbst erklärte, daß dies die schlimmste und gesahrvollste aller seiner Fahrten gewesen sey. Waͤhrend seines Herumtpeibens stuͤrmte der Ballon einmal erade uͤber einer Heerde Rindvieh hin, daß vor der fremdartigen

Erscheinung entsetzt davonrannte.

auch ziemlich leldenschastliche Tory⸗Blaͤtrer, der Courter nnd der

Am l5ten d. ist in Edinburg der Grundstein zu dem Mo⸗

1 Auch wuͤrde gewiß Ludwig Philipp, der ein gar schlauer Mann ist, nichts gegen

(Hoͤrt! und Beifall.) Ich spekulire nicht auf Irlands Abneigung,

hin so gleichguͤltig nennen, wie man will. (Hoͤrt! und Gelaͤchter.)

riedens zu beschwatzen;

Ernst an das Werk ihrer eigenen Verbesserung zu gehen und

alts.

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Mehr als 20 Morgen des Home⸗Park, welche vor und seit⸗ waͤrts von der oͤstlichen Terrasse liegen, sollen auf Befehl der Koͤnigin mit einem Gehege umzogen und in Gaͤrten und Lust⸗ Anlagen zur ausschließlichen Benutzung Ihrer Majestaͤt und des Hofes umgewandelt werden. Der Hotgaͤrtner zu Windsor ist mit Ausfüuhrung dieses Planes beauftragt, der besonders vom Prinzen Albrecht aͤußerst lebhaft betrieben und dessen Ausfuͤhrung unverzuͤglich begonnen wird.

In Edinburg hat sich ein Verein von Geistlichen gebildet, um auf alle Weise der Fertdauer des Systems des Patronats in der Schottischen Kirche Widerstand zu leisten. Auch unter den Laten werden Versammlungen gehalten, um ihre geistlichen Fuͤhrer und Lehrer darin zu unterstüken.

Es wird erzaͤhlt, daß Herr John Wimbridge von Presteign ein chemisches Verfahren entdeckt habe, dem Stahl eine Festigkeit zu geben, daß man mit ihm noch leichter als mit Diamant Glas zerschneien koͤngte.

Zu Southampton ist Herr Elliot, der Oheim des Grafen Errol, welcher im Bette bei Licht gelesen hatte und daruͤber ein⸗ geschlafen war, da das Bette wahrend des Schlafes Feuer fing, auf eine traurige Weise verbrannt.

Der Standard und andere Tory⸗Bläͤtter klagen daruͤber, daß Herr Shaw, der bekannte Rekorder von Dublin und Re⸗ praͤsentant der dortigen Universitat, der sters fuͤr einen der leiden⸗ schaftlichsten Orangisten galt, sich an die Whigs verkauft habe, weil er sich in diesem Jahre der Irländischen Munizipal⸗Bill so wenig widersetzte.

Nach Berichten aus Alexandrien vom 26. Jult, welche der Times zugekommen, soll man dort eine Blokade der Syri⸗ schen und Aegyptischen Kuͤsten von Seiten der Englaͤnder fuͤr jehr wahrscheinlich halten.

Gestern ist ein großer Theil der von Louis Napoleon hier zuruͤckgelassenen Effekten, namentlich Moͤbel und Kostbarkeiten aller Art, Statuen, Gemmen und Gemaͤlde, so wie auch einige Reltquien von seinem Oheim, oöffenttich versteigert worden.

icht wenig Aufsehen hat es gemacht, daß das große Dampf⸗ schiff „British Aueen“, welches dieser Tage von seiner Fahrt nach Amerika zurüͤckkehrte, gestern von den Zoll⸗Kommissarien we⸗ gen Defraudarion in Beschlag genommen werden mußte. Man hat naͤmlich 700 Pfd Taback und eine Menge Cigarren in der Kohlen⸗Kammer dieses Fahrzeugs versteckt gefunden, wofuͤr ein Zoll von 3—400 Pfo. St. zu entrichten gewesen waͤre.

Die beiden Lintenschiffe „Vanguard“ und Rodney“ sollen näͤchstens in Cork das 19te und das 38ste Regiment an Vord

nehmen, um diese Truppen, denen noch andere folgen sollen, nach

Gibraltar zu bringen Niederlande. 8

Aus dem Haag, 14. Aug. (A. Z.) Mehrere der Ernennungen von hoͤheren Staatsbeamten liefern den Beweis von der ernstlichen Absicht der Regierung, sich so viel als möglich mit Maͤnnern des oͤffentlichen Vertrauens und von ,,— tem Talent zu umgeben. So ist kurz vor der des Herrn Rochus⸗ sen (dessen endlicher Amts⸗Antritt uͤberall mit ungetheiltem Bei⸗ fall und als Signal eines in die Wuͤnsche der Mehrheit einbtt⸗ genden Systems aufgenommen wurde, und von mehr Wichtigkeit sich darstellt, als auswaͤrts bekannt) der bisherige Gouverneur der Prostinz Drenthe, Herr J. D. van Ewyck, nach einer Zwi⸗ schenpause von Unthäͤtigkeit, zum Gouverneur der Provinz Nord⸗ -vre ernannt worden. Man erinnert sich der ausgezeichneten Verdienste desselben als vieljähriger Administrator des oͤffentlichen Unterrichts, in welcher Stelle er sich die allgemeine Achtung er⸗ worben hatte. Auch die Aufnahme des ehemaligen Geschaͤftsträͤ⸗ gers am Franzoͤsischen Hofe, Herrn von Fabricius, in den Staats⸗ Rath, hat einen angenehmen Eindruck gemacht; das National⸗ gefuͤhl erkennt ihm einen Anspruch auf Entschöͤdigung zu fuͤr die Verunglimpfungen, welche dieser in jeder Hinsicht wackere und verdienstvolle Mann durch seine patriotischen Bemuͤhungen im Interesse des Landes zu erdulden genoͤthigt war.

Ein wichtiger Verlust fuͤr die Wissenschaft und den oͤffentli⸗ chen Unterricht ist der Abgang des Hofraths Professor Birnbaum in Utrecht, welcher einem ehrenvollen Rufe nach Gießen, mit dem Titel als geheimer Justizrath, gefolgt ist. Sowohl von Seiten der Hochschule und ihrer Kuratoren als der Regierung selbst geschah das Moͤglichste, um diese literarische Notabilttaͤt zu behalten; doch war die Sehnsucht nach dem Vaterlande maͤchtiger.

Die reiche und großartige Sammlung Japanesisch⸗Chinesisch⸗

ibetanischer Alterthuͤmer des Ritters von Siebold in Leyden ist sdunmehr Eigenthum des Staats geworden; der bisherige Be⸗

sitzer und Gruͤnder schlug viel glaͤnzendere Anerbieten von Seiten

des Herzogs von Orleans mit patriotischer Selbstverleugnung Der im vorigen Jahre von den Zeitungen beschriebene Raub kostbarer Dinge, die Herrn von Siebold gehoͤrt, ist leider nur zum kleinsten Theil ersetzt worden. Das kolossale Werk uͤber Japan schreitet ununterbrochen fort, und außerdem wird Siebold auch eine Geschichte der Waffengattungen aller Nationen und Zeiten mit Illustrationen binnen kurzem liefern. Ein anderes großes Werk, die Geschichte und Beschreibung der uͤberseeischen Provinzen ent⸗ haltend, kommt auf Kosten der Regierung zu Stande; auch un⸗ terstuͤtzt der Koͤnig das riesenhafte archäologische Unternehmen des Franzoͤsischen Grafen Bastard, von welchem eine einzige Lie⸗ ferung an die 30,000 Francs kostet. Ein aͤußerst wichtiges Buch sind die so eben von einigen jungen Gelehrten, unter Mitwirkung des Bibliothekars Dr. Holtrop im Haag, herausgegebenen histo⸗ rischen und kritischen, auch in sprachlicher Hinsicht fuͤr Deutsch⸗ land und die Niederlande reichhaltigen Anmerkungen des verstor⸗ benen Sraats⸗Archivars van Wyn zu dem (auf Befehl der Bel⸗ gischen Regierung gedruckten, jedoch schon von der fruͤheren Re⸗ glerung vorbereiteten) Werk uͤber die Schlacht bei Woͤringen. Es ist dies eine Frucht dreißigjaͤhriger Sammlungen und For⸗ schungen, ein Muster Germanischen Fleißes und Batavischer Ge⸗ wissenhaftigkeit. Auch ist vor ein paar Jahren ein interessantes Buch über Philipp van Mernix und sein Zusammenwirken mit Wilhelm von Oranien, Philipp du Plessis⸗Mornay, mit allerlei ausfuͤhrlichen Abhandiungen, Margaretha von Parma, Philipp Il. und Heinrich IV. betreffend, von Herrn van Broes in Amsterdam erschienen; es bildet, der Dif⸗ fusion und Breite in der Ausfuͤhrung ungeachtet, ein Gegenstuͤck und jugleich gehaltvolles Supplement zu der bekannten Prin⸗ stererschen Sammlung. Man ersieht hieraus, daß in Holland,

auch uͤber den finanziellen Noͤthen, die Musen dennoch in kei⸗ Der musterhaft entworfene stati⸗

ner Weise vergessen werden. stische Jahres⸗Bericht uͤber den Zustand der Provinz Holland, welchen die Journale veroͤffentlicht, liefert viele andere erfreuliche Belege dafuͤr.

Die zu Harlem begruͤndete National⸗Galerie, wohin auch die der modernen Zeit angehoͤrigen Schaͤtze aus dem Haag ge⸗ bracht worden, zeigt von regem Interesse fuͤr die Kunst. Eeck,⸗ hous, Koekoek und Krusemann ziehen durch neue vortreffliche Leistungen die Aufmerksamkeit auf sich, und der Antheil der Hol⸗

eaingetroffen.

ländischen Maler an de usstellung werpen sichert ihnen neue unbestrittene Trophaͤen zu.

Aus dem Haag, 20. Aug. Aus Utrecht schreibt man, daß durch die Abreise des Herrn Dujardin nach Bruͤssel und des errn Noel⸗Simons nach dem Haag die Sitzungen der dasigen

ommission zur Liquidation der Belgischen Schuld einen Auf⸗ Beide Herren werden mit neuen Instruc⸗ 5 Gesinnungen dargelegt habe.

schub erlitten haben. tionen zuruͤck erwartet.

Amsterdam, 21. Aug. Das Handelsblad bringt in Er⸗ innerung, daß nunmehr, nachdem ein Handels⸗Vertrag mit Frankreich abgeschlossen sey, zunaͤchst daran gedacht werden muͤsse, einen solchen Vertrag auch mit Belgien zu Stande zu bringen,

doch ist es der Meinung, daß man solche Dinge nicht kommissa-

risch betreiben, sondern einem Bevollmaͤchtigten uͤbertragen muͤsse, wie es der gegenwartige Minister, Herr Rochussen, in Berlin und Paris gewesen. Das „Handelsblad“ bemerkt zugleich, daß viele Belgische Produkte in dem diesseitigen Zoll⸗Tarif herab⸗ gesetzt werden koͤnnten, da dieser urspruͤnglich gar nicht mit Be⸗ zug auf Belgien entworfen, sondern gegen dieses Land erst in

ten Schleichhandel Anlaß gebe.

Des Koͤnigs Geburtstag wird in diesem Jahre hier mit besonderen Glanze gesetert werden. dem P werden schon jetzt Anstalten getroffen, zu einem sogenann⸗ ten „Wimpel⸗Feste“.

Belgien

Bruͤssel, 13. Aug. (A. 3) Wenn die Eisenbahn fort⸗ faͤhrt, verhaͤltnißmaͤßig in den sechs letzten Monaten des Jahres

eben so viel abzuwerfen, als sie in den sechs ersten Monaten ge⸗

than, so wird die Vorhersagung des Herrn Nothomb in Erfuͤl⸗ lung gehen. Er nahm naͤmlich in seinem letzten Berichte uͤber das gesammte Unternehmen fuͤr 1840 einen Reinertrag von zwei Millionen Franken an, was ungefaͤhr die 4 proc. Zinsen des auf die fertigen Strecken verwendeten Kapitals bilden wuͤrde. Nach den offiziellen Tabellen belaͤuft sich die Total⸗Einnahme wahrend des ersten Halbjahrs von 1810 auf 2,282, 152 Fr., wovon auf den Civil⸗Personen⸗Transport 1,766,253 Fr. und auf den Guͤter⸗ und Bagage⸗Transport 510,050 Fr. gehen. Im Jahre 1838 brachte die Bahn waͤhrend derselben Monate nur 1,185,579 Fr., im Jahre 1839 1,625,079 Fr. ein. In dem ersten dieser beiden

re waren freilich waͤhrend der ersten drei Monate nur echs, während der anderen drei Monate nur acht Sectio⸗ nen in Betrieb; eben so im Jahre 1839 nur zehn Sectionen; wogegen im laufenden Jahre dreizehn Sectionen bis zum halben Mai, und da von da an vierzehn Sectionen befahren wer⸗ deh; dennoch ist verhältnißmäßig das Einkommen bedeutend ver⸗ wehrt, und zwar bringt, nach einer ungefähren Berechnung das Kilometer in diesem Jahr 7226 Fr. im Durchschnitt ein, wäh⸗ rend es im vorigen Jahre nur 6448, und im Jahr 1838 nur 6238 Fr. Brutto einbrachte. Diese Verbesserung gewinnt noch dadurch an Bedeutung, daß in demselben Verhaͤltniß die Kosten nicht steigen und z. B. in diesem Jahr, wo im Durchschnitt 329 Kilometer Eisenbahn in Betrieb sind, nicht viel mehr betragen, als im vorigen Jahr, wo nur 266 Kilometer in Betrieb waren. Einen wesentlichen Antheil an dieser guͤnstigeren Gestaltung der Dinge hat die immer groͤßere Ausdehnung des Guͤter⸗Transports, der alle fruͤheren Vermuthungen uͤber seinen Ertrag weit zu uͤber⸗ treffen verspricht. Seit Anfang dieses Monats ist eine neue Ord⸗ nung desselben eingefuͤhrt, die sich auch auf kleinere Pakete aus⸗ dehnt. Da gegen einzelne Dispositionen von mehreren Seiten Klagen erhoben werden, welche Modificationen herbeifuͤhren muͤs⸗ sen, so ist noch nicht der Augenblick gekommen, hier naͤher dar⸗ auf einzugehen.

Bruͤssel, 19. Aug. (Emancip.) Ein Reisender, der gestern aus Frankreich angekommen ist, sah Arbeiter mit Repara⸗ tton des Mauerwerks an den Waͤllen von Valenciennes beschaͤf⸗ tigt, eine Arbeit, die schon lange haͤtte geschehen muͤssen, die aber ohne die politischen Verhältnisse wohl noch um einige Jahre waͤre verschoben worden. Auch erfährt man, daß in Boulogne, Duͤn⸗ kirchen und Calais die Wäͤlle mit Kanonen besetzt werden.

Bruͤssel, 21. Aug. Der Moniteur Belge wiederholt die in anderen Blättern enthaltene Nachricht, daß der Koͤnig naͤchstens in Wiesbaden erwartet werde, um dort wieder die Kur zu gebrauchen.

In Antwerpen fand gestern ein großes Kuͤnstler⸗Diner statt, an welchem uͤber hundert Personen Theil nahmen. Herr Teich⸗ mann, Ober⸗Ingenieur der Bruͤcken und Chausseen, fuͤhrte den Vorsitz, und auch die aus Koͤln nach Antwerpen gekommene Fest⸗ Deputation war gegenwaͤrtig. Der Praͤsident derselben brachte einen Toast aus, bei welchem er an die alten kuͤnstlerischen und religiöͤsen Beziehungen Deutschlands zu Belgien erinnerte.

Deutsche Bundesstaaten. Muͤnchen, 21. Aug. (A. Z.) Se. Majestaͤt der Koͤnig

ist am 15. August Abends §8 Uhr aus Bruͤckenau in erwuͤnsch⸗

tem Wohlseyn in Aschaffenburg angekommen. Wie bis jetzt be⸗ stimmt ist, werden die Allerhoͤchsten Herrschaften am 6. Septem⸗ ber in Nuͤrnberg eintreffen. Ihre Suite, die Dienerschaft mit⸗ gerechnet, wird in 100 Personen bestehen. Der Monarch wird am 13ten Nuͤrnberg verlassen, am I14ten in Muͤnchen verweilen, und am lö5ten sich nach Berchtesgaden begeben, von wo Se. Majestaͤt am 10. Oktober in hiesige Residenz zuruͤckzukehren ge⸗ denken. Briefe aus Nuͤrnberg von Offizieren, die bereits zum Lager daselbst eingetroffen, ruͤhmen den freundlichen Empfang, der ihnen dort zu Theil geworden und die Liebenswuͤrdigkeit der Ein⸗ wohner. Unsere Isar hat seit gestern Abend wieder eine be⸗

rohtiche Hoͤhe erreicht, und falls der Regen fortdauert, fuͤrchtet man neue Ueberschwemmungen.

1 Dresden, 22. Aug. Ihre Majestaͤt die Koönigin sind heute früh um 4 Uhr nach Tegernsee gereist. 3 en

Leipzig, 21. Aug. (Magdeb. Z.) Es ist hier ein gro⸗ ter ,Verein, aus Kaufleuten bestehend, 8. ⸗.⸗⸗. ten, der sich gegen das „Spielhaus in Coͤthen“ verschworen hat, und nach dessen Statuten z. B. jeder Kommis, der beim Spiel dort betroffen wird, nie wieder eine Condition in Leipzig bekommt und die, welche er hat, verliert!

Hannover, 22. Aug.

Se. Majestaͤt der Köͤnig sind gestern Nachmittag im hoͤchsten Wohlseyn von

raunschweig hier wieder

Kominandirenden in Inner⸗Oesterreich ernannt, und an Stelle tritt der General⸗Major, Freiherr von Heß, welcher im ve⸗ 8 rigen Jahre nach Konstantinopel abgeschickt worden war, um dem Sub⸗ Kraft gesetzt worden, als es sich von Holland getrennt habe. Um so mehr aber koͤnne man die hohe Steuer herabsetzen, als die⸗ selbe dem Staat nichts einbringen und nur zu einem ausgedehn⸗

Oesterreich. 5

Wien, 18. Aug. (A. Z.) Der Franzoͤsische Geschaͤftstraͤ⸗ ger, Herr von Langsdorff, begiebt sich von hier nach Marienbad und Königswarth. Wie es heißt, werden die eigentlichen Konfe⸗ renzen am letztgenannten Orte erst am 26sten d. M. beginnen. Hier wollte man auch wissen, daß der Graf von St. Aulaire in einer Unterredung mit dem Fuͤrsten Metrernich die friedlichsten

Wien, 19. Aug. (L. A. Z.) Eines der bedeutenderen Trup⸗ pen⸗Manoͤvers wird in diesem Herbste in der Naͤhe von Prag bei Brandeis stattfinden. Der Erzherzog Franz Karl beniebt sich am 7. September dahin, und es heißt, daß auch der Hof⸗Kriegs⸗Rarhs⸗ Praͤsident, Graf Hardegg, zugegen seyn wolle. In unerer Armee sind so eben einige hoͤhere Avancements und Kommando⸗Verande⸗ rungen sanctionirt worden. Der Feldmarschall L eutenant und bis⸗ heriger Chef des General Stabes, Graf von Rothkirch, ist zum

eitie

tan die Gluͤckwuͤnsche zu seiner Thronbesteigung zu uͤbe bringen Der Feldmarschall⸗Lieutenant Grabowskyist Milttair⸗Komman⸗ dant in Troppau, der Feldmarschall⸗Lieutenant Freiherr von Piret

ebenfalls auf den gleichen Posten in Triest, aber vorerst proviso⸗ risch Auf der Amsel, so wie auf

ernannt worden. Zu Feldmarschall⸗Lieutenants avancirten die General⸗Majors von Herbert, mit der Dienstleistung in Ve⸗

rona, und der Graf von Falkenhayn, welcher in seiner Anstellung als Oberst⸗Hofmeister bei dem Erzherzoge Franz verbleibt; ferner der Freiherr von Droste, welcher als Dipistonair nach Lemberg

kommt. Der Oberst Fuͤrst Taxis wurde General⸗Major und Brigadier in Proßnitz, eben so der Oberst Menz in Mantua. Von letzterem Platze wird der General⸗Major Zephiris nach Lintz versetzt werden. 8 Italien.

Rom, 14. Aug. Se. Heiligkeit der Papst hat den Pater Giovanni Perrone, von der Gesellschaft Jesu, zu Einem der Exa⸗ minatoren der Bischoͤfe in der Theologie ernannt.

Am lIten d. M. stattete der Papst von Kastell Gandolfo aus Besuche in der Stadt Marino und in dem Dorfe Grotta⸗ ferrata ab.

Livorno, 10. Aug. (A. Z.) Briefe aus Alexandrien melden, daß der Pascha sich geweigert habe, die in der Note der vier Maͤchte ihm vorgelegten Bedingungen anzunehmen. Admi⸗ ral Stopford ist mit den auf Malta segelfertig liegenden Linien⸗ schiffen nach der Levante abgegangen. Er ließ auf Malta fuͤr . neuankommenden Schiffe den Befehl zuruͤck, zu ihm zu oßen.

Portugal.

Lissabon, 10. Aug. (Times.) Gestern Vormittag fand eine Versammlung des Finanz⸗Comité's statt, der alle Minister und etwa 50 Chartistische Deputirte beiwohnten und die den Zweck hatte, einen Bericht uͤber das Budget zu entwerfen und das Votum des Vertrauens, wodurch der Betrag der Ausgaben fuͤr das naͤchste Jahr bewilligt werden soll, vorlaͤufig zu eroͤrtern. Es gaben sich zwar verschiedene Anstahzten kund, da jedoch 72 Beamte als Deputirte in der Kammer sitzen, so wird das Vo⸗ tum ohne Zweifel in den Cortes durchgehen, worauf dann die Cortes am 25. August bis zum 2. Januar prorogirt werden duͤrf⸗ ten. Waͤhrend dies in den Cortes vorgeht, werden die Minmster außerhalb derselben inmer verhaßter, so daß sie in der letzten Zeit sogar fuͤr ihre Sicherheit besorgt geworden sind. Der poli⸗ tische Horizont verfinstert sich in der That immer mehr, indem die bereits herrschende Aufregung durch die Artikel des „Nacio⸗ nal“ genaͤhrt wird, dessen Herausgeber eben jetzt wegen einer Aufforderung zur Empöoörung vor Gericht gestellt worden ist. Die Garnison von Lissabon ist zwar der jetzigen Ordnung der Dinge ergeben, indeß sollen doch zwischen einigen hoͤheren und niederen Offizieren verschie dene Meinungen herrschen.

Der Verwaltungs⸗Bezirk von Angra do Heroismo, der Haupt⸗ stadt der Azoren, welcher die ganze Insel Terceira, so wie die Inseln St. George und Graciosa, umfaßt, hat eine Bevoͤlkerung von 29,131 Mañnnern und 34,644 Frauen, zusammen 63,775 Seelen.

Am 28. Juli wurde ein Detaschement Kavallerie, komman⸗ dirt von dem Kornet Fragoso, bei San Domingo von einer Gue⸗ rilla⸗Bande angegriffen. Zwei Soldaten wurden getoͤdtet, der Kornet und zwei Gemeine flohen nach San Jago de Cacem und ein Verwundeter entkam nach Messijana; von den uͤbrigen Truppen hat man seitdem nichts weiter geh

Ffeket 8

Konstantinopel, 5. Aug. (A. Z.) Vorgestern erhielt der Englische Botschafter auf außerordentlichem Wege die Nach⸗ richt, daß die Maͤchte, ohne den Beitritt Frankreichs bewirken zu köͤnnen, die Konferenzen zu London mit einem Vertrag uͤber die Regelung der Tuͤrkisch⸗Aegyptischen Differenzen geschlossen ha⸗ ben. Die Pforte dankte in einem offiziellen Cirkular den frem⸗ den Gesandten fuͤr die Mittheilung, und fuͤgte bei, sie erwarte nur die Ankunft ihrer kigenen Couriere, um sogleich zur Ratifi⸗ cation des Vertrages zu schreiten. Ueber die Bestimmungen des Vertrages hat bis jetzt nur so viel transpixrirt, daß der Pforte die Flotte und Syrien restituirt werden pls und daß ihre Neu⸗ tralität in der Anwendung der etwa erforderlichen Zwangs⸗Maß⸗ regeln ausgesprochen ist. Gleich nach Empfang der Depeschen sandte Lord Ponsonby die noͤthigen Befehle an den Admiral Stopford, damit dieser sich sogleich mit der gesammten Flotte an die Kuͤsten Syriens begebe. An die Englische Flotte schließt sich die Oesterreichische Levantinische Schiffs⸗Abtheilung unter dem Contre⸗Admiral Bandiera an. Von der Pforte wurden drei Briggs, mehrere Korvetten und eine Anzahl Transportschiffe mit Munition und Lebensmitteln beordert, sich mit der unter Admi⸗ ral Stopford’'s Befehlen kombinirten Escadre zu vereinigen. Sie sehen, daß der Grundsatz der besagten Neutralitaͤt der Pforte auf dem besten Wege ist, Modificationen zu erhalten. Indessen betrachtet man die Sache von einem anderen Gesichtspunkt aus. Die vereinte Escadre hat vorerst den Zweck, die hart bedräͤngten Christen des Libanons gegen die furchtbaren Verfolgungen, denen sie ausgesetzt sind, in Schutz zu nehmen. Erst wenn Mehmed Alt sich gegen die Beschluͤsse der Maͤchte auflehnen sollte und nach Verstreichung des letzten Termins, den man ihm gesetzt, wuͤrde endlich zur Ge⸗ walt geschritten werden, wobei es dann allerdings moͤglich wäͤre, daß die Tuͤrkischen Schiffe keinen thaͤtigen Theil an den Zwangs⸗ Maßregeln naäͤhmen.

In einer Privat⸗Korrespondenz aus Beirut vom 21. Juli heißt es: „Einige Insurgentenbanden stehen noch auf den Ceder⸗ bergen bei Tripolis und zu Mita, einem Distrikt des Libanon.

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Da die sämmtlichen Ressourcen derselben in 2000 Gewehren de⸗ stehen, koͤnnen sie hoͤchstens nur hoffen, weniger harte Bedingun⸗ gen zu erlangen. Ein Heer von 9000 Mann ist in drei Kolon nen von Beirut aufgebrochen.

Merxiko.

Ein Reisender, der kuͤrzlich aus Mexiko in England ange⸗ kommen ist, hat den dortigen Blaͤttern interessante Bemerkunge uͤber Texas und Rio⸗Grande mitgetheilt. Es ergiebt sich dar aus, daß der General Canales, Praͤsident der neuen Republik Rio Grande, am 25. Mai von dem Hafen von Galveston in Texas am Bord des bewaffneten Texianischen Schooners „San Jacinto“ nach Live Oak Point, einer kleinen Niederlassung an der Muͤndung des San Antonio⸗Flusses gesegelt ist, um daselbst Vorbereitungen zur Ausschiffung von 500 Freiwilligen zu treffen, die er, seit seiner im April in der Provinz Tamaulipas erlittenen Niederlage, in Teras angeworben hat.- Er hatte nur einen Mexi⸗ kaner bei sich, naͤmlich den Obersten Carajace, der zur Zeit der Mexrikanischen Hererschaft Landmesser in T ras war; indeß hat e den Geueral Baker und den Obersten Wigginron, nebst mehrere Texianischen Offizieren niederen Ranges, angeworben. Di erste Abtheilung der Freiwilligen folgte ihm am 28. Ma in zwei Schoonern, die von zwei bewaffneten Schoonern eskor⸗ tirt wurden. Am 30sten und am 8. Juni ein dritter Transport Rekruten in Galveston an. Das Gebiet der Republik Rio⸗Grande erstreckt sich vom Nuces⸗Flusse, der die Westgraͤnze von Texas bildet, im Osten, bis zur Graͤnze des Staates Durango im Westen, und vom Mexi⸗ kanischen Meerbusen im Suͤden bis zur Graͤnze des Staates Chihuahuag im Norden. Der erste Ort, welcher angegriffen wer⸗ den soll, ist Matamoros, etwa 30 Englische Meilen von der Muͤn⸗ duug des Rio⸗Grande. Die ganze Texianische Flotte, welche au dem Dampfboote „Zamilla““, der Korvette „Colorado“ von Kanonen, den beiden Briggs „Austin“, und „Houston“ von 1 Kanonen und 3 bewaffneten Schoonern besteht, sollte anfang mit Foͤderalisten operiren, sobald diese jedoch selbst eine Seehafen besaßen, wurde ihnen die ganze Flotte von der Texia nischen Regierung unter folgenden Bedingungen verkauft oder uͤberlassen: 1) Der Praͤsident der Republik Rio⸗Grande verpflich⸗ tet sich, die Unabhaͤngigkeit dieser Republik zu erklaͤren und, so⸗ bald er innerhalb des von dieser Republik in Anspruch genomme⸗ nen Gebietes sein Haupt⸗Quartier aufgeschlagen, die Foͤderativ⸗ Verfassung von 1824 wiederherzustellen. 2) Die Republik Rio⸗ Grande soll unmittelbar nach ihrer Unabhaͤngigkeits⸗Erklärung auch die Unabhaͤngigkeit der Republik Texas anerkennen. 3) Di Republik Texas verpflichtet sich, die Foͤderalisten in ihrem Kampfe

von der Republik Rio⸗Grande anerkannt worden ist. Der Oberst Wigginton befand sich im Staate Tennessee, um 2000 Mann dort anzuwerben, und man glaubte, daß ihm dies gelingen werde. Es hieß, Canales werde nicht lange der Fuͤhrer der Fö⸗ deralisten bleiben, da er nichts weiter sey, als der Diener der Texianischen Regierung, die ihn zu seiner jetzigen Wuͤrde er⸗ hoben habe, um ihren Einfluß in den Provinzen Zacatecas, Chi⸗ huahua, Coahuila und Durango zu sichern. Die Texianische Miliz wird schnell in der ganzen Republik zu dem ostensiblen Zwecke organisirt, die Kamantschi⸗Indianer, welche alle ihre Streitkraͤfte zwischen den Fluͤssen Soan Antonio und Gereelnnne im westlichen Texas konzentrit haben, zu zuͤchtigen. Es ging das Geruͤcht, daß die Tschirokis, der maͤchtigste Indianerstamm in Texas, sich gegen die Republik ruͤste. Die uͤbrigen kleinen In⸗ dianerstämme waren den ganzen Winter hindurch in der Robert⸗ son⸗Grasschaft sehr unruhig gewesen. Es sollten Jaͤger gegen sie ausgeschickt werden, die, wie man hoffte, den Trinity⸗Fluß, der das Indianer⸗Gebiet begraͤnzt, im Juni erreichen duͤrften.

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Ostindien.

Kalkutta, §. Juni. (A. Z.) Man erhält aus Nepal un

aus Birma Berichte von neuen Intriguen. Die Nepalesen ha⸗ ben einen Angriff auf das Britische Gebiet am Tavai gemacht, der indeß nicht von Bedeutung war; der Hof von Kathmandu ist noch immer von Parteien zerrissen, was allein der Erhaltung des Friedens nicht unguͤnstig ist. Man hat im geheimen Depar⸗

der geheimen Berichte an den Agenten des Koͤnigs von Ava ver⸗ kaufte, was zur Ernennung des adoptirten Sohnes Ram Mohu Roy's zum Auditeur im geheimen Devpartement gefuͤhrt hat. Man konnte fuͤrchten, daß die Astatische Gesellschaft nach der Abreise ihres vortrefflichen Secretairs J. Prinsep zuruͤcksin⸗ ken werde, aber der Impuls, den ihr dieser geniale Nann ge⸗ geben hat, dauert fort, und der Eindruck, den er bei der Regie⸗ rung uͤber die Wichtigkeit dieses großen nationalen Instituts ge macht hat, bringt seine Fruͤchte. Die Direction in London ha außer den jaͤhrlichen 6000 Rupien, welche zum Druck orientalit⸗ scher Werke bestimmt sind, in einem neuen Dekret 3000 Rupien zu Bezahlung eines Kurators des naturgeschichtlichen Museums der Gesellschaft ausgeworfen und dem General⸗Gouverneur Vell⸗ macht ertheilt, von Zeit zu Zeit naturhistorische Sammlun gen, welche zum Verkauf angeboten werden koͤnnten, fuͤr die Gesellschaft auf Staatskosten anzukaufen. Das Lokal des Museums ist sehr erweitert worden, und sobald die zahl⸗

die Gewißheit haben werden, daß fuͤr die Erhaltung und Be⸗ nutzung der Objekte, die sie einsenden, gesorgt ist, so werden Beitraͤge aus allen Gegenden zustroͤmen. Das Comité fuͤr oͤf⸗ fentlichen Unterricht hat von der Regierung eine Vermehrung seiner Fonds von 100,000 Rupien jährlich verlangt, und man erwartet täglich die Antwort aus London, welche nicht an⸗ ders als guͤnstig seyn kann und dem Comité die Mittel g

ben wird, laͤngst beschlossene Reformen und Ausdehnungen de

2 und Muhammedanischen hohen Schulen hier, in Murschedabad, Agra und Benares ins Werk zu setzen. Die Hindus der hoͤheren Kasten zeigen fast ohne Ausnahme mehr

bdinn fuͤr Europaͤische Civilisation als die Muhammedaner.

junge Radscha von Burdwar, ein mediatistrter Fuͤrst, der etm

300,000 Pfd. St. Revenuͤe behalten hat, besuchte vor einigen Tagen die medizinische Schule, der er 20,000 Rupien schenkte, und versprach 20 junge Hindus aus Burdwar nach Kalkutra zu schicken, um auf seine Kosten Medizin zu studiren; er verspeicht ihnen zu geben, was die Regierung fruͤher gab, naͤmlich 30 Ru⸗ 8 pien monatlich fuͤr jeden. 1h A1A1AX“*“

Verwaltung zu Berkin“ 3 . Kinder⸗Bewahr⸗Anstalten zu 2536 Kinder geblieben.

denen 23sten am

Man glaubt, daß auch ihre Unterwerfung bald folgen werde.

kamen 32 Mann von New Orleans

tement hier entdeckt, daß einer der Hindu⸗Secretaire Ahbschriften

reichen Residenten der Compagnie in allen Theilen des Orients

fuͤr Unabhaͤngigkeit zu unterstuͤtzen, sobald ihre Unabhaͤngigkeit