dem so wire“, fuͤgt dies Blatt hinzu, „so wird der Pascha ohne Rertung verloren seyn. Nichts kann ihn reiten, denn Frankreich hat weislich beschlossen, ihm keine Huͤlfe zu leisten. Er hat Sprien verloren und wird unsehlbar Aegypten verlieren, wenn er sich nicht unterwirft. Da wir gleichwohl wuͤnschen, daß er das Paschallk von Aegvpeen behalte, so 812 wir, daß man Alles anwenden wird, ihm die traurigen Folgen seiner Hart⸗ naͤckigkeit zu ersparen. Die Maͤßtgung, von der er, seit der Er⸗ oöffnun der Blokade, Beweise gegeben, verdient einige Ruͤcksichten.“ b Die Morning Chronicle bemerkt, nach den letzten aus Spyrien erhaltenen Nachrichten häͤtte selbst Herr Thiers, wenn er am Ruder geblieden ware, keinen Vorwand zu einer drohen⸗ den oder kriegerischen Sprave mehr gehabt. Durch die Ereig⸗ 88 in Syrien sey die Frage nun wirklich den Händen Frank⸗
reichs entzogen. Auch dabe man wahrscheinlich jenen Sieges⸗
Botschaf en die große Majoritaͤt, wel de das jetzige Franzöͤsische Mini⸗ erhalten, zu danken. Es sey jedoch zu dedauern, daß die consti⸗ tutionellen Liberalen Frankreichs, die mit Herrn Thiers auf in⸗ direkre Weise zur Gewalt gelangt seyen, ihre Relle in dieser Sache so unklug gespielt, da sie siyh wieder in die Lage einer hoffnungslosen Minoritaͤt durch eine gewalnhatige und uͤbel be⸗ rechnete Politik gebracht, indem sogar ihre besten Publizisten zu⸗ gaͤben, daß die Entfremdung Hschen England und Frankreich den Fehlern des Franzoͤsischen Ministeriums beigemessen werden
muͤsse. Auch gewinne die Ansicht immer mehr Raum, daß Herr Thiers kein gluͤcklicher Staatsmann sey, und daß die Franzoͤsischen Lberalen, sobald sie zur Gewalt gelangten, auch sogleich den Gana der ausweaͤrtigen Politik verwirrten, dadurch aber das Land in Sch wierigkeiten verwickelten und in eine falsche Stellung hraͤchten.
de Gestern wurde ein Kabinetsrath im ausweaͤrtigen Amte ge⸗ halten, welcher drei Stunden dauerte und dem die Mehrzahl der Minister beiwohnte. Der Hof wird heute von Windsor hier zuruͤckerwartet. 8 Der heutigen Hof⸗Zeitung zufolge, ist der General Sir Andrew Barnard zum Stallmeister der verwittweten Koͤnigin er⸗ nannt und mehrere Admirale, die bisher inactiv gewesen, sind zum aktiven Dienst befoͤrdert worden. 8” Das neue, jetzt bekannt gewordene Dekret der Portugiest⸗ sschen Regierung vom 2ten d. M. wegen Konvertirung der frem⸗ den Schuld und der ruͤckständigen Dividenden derselben durch Creirung neuer 5proc. Obligationen hat gestern die Boͤrse einigermaßen in Bewegung gesetzt; die meisten Bons⸗Inhaber scheinen der Absicht zu seyn, das neue Anerbieten anzunehmen. Es soll deshalb eine Versammlung der Bons⸗Inhaber Panrftnden. 1 Die Hauptbestimmungen des neuen Dekrets sind EFedn⸗ Es werden die Bons aller außerhalb des Landes seit 1831 kontrahir⸗ ten Anlethen nebst den bis jetzt ruͤckständigen Zinsen, jedoch mit Ausnahme der in Folge des Dekrets vom 17. Oktober 18.9 am 2* Dezember 1840 und am 1. Januar 1841 zu zahlenden halben Dividende, nach dem bisherigen Zin cluß in 5 proc. Obliga-⸗
onen umgewandelt, und zwar in dem Verhältniß von 69 Pfd. n.
98
†8†
15 Sh. fuͤr jede 100 Pfd. 3proc. Bons mit angehefteten Cou⸗ vpons, von 116 Pfd. 5 Sh. fuͤr jede 100 Pfd. 5proc., 139 Pfd. Sh. fuͤr jede 100 Pfd. 6proc. Bons und 106 Pfd. 9 Ch. 2 Pce. fͤr jede 100 Pfd. sogenannter Debentures. Die Zinsen der neuen Oobligationen werden halbjährlich vom l. Januar und 1. Juli jedes Jahres dezahlt, die erste Dividende am 1. Juli 1831. UMebrigens werden in den ersten vier Jahren, d. h. his zum De⸗ 1. zember 1844 nur 2 ½ pCt. bezahlt, in Gemaͤßheit des oden be, kuͤhrten Dekrets vom 17. Oktoder v. J., dann von 1855 bis 1888 3 pCr., von 1819 bis 1852 4 pCt. und von 1853 bis 1861 5 p„Ct.; von 1861 sollen 6 pCt. bezahlt werden, bis der Theil der Zinsen, der waͤhrend der ersten zwoͤlf Jahre unbezahlt geblie⸗ ben, abgetragen ist, worauf der 55 wieder auf 5 pCt. zu⸗ ruͤckkehrt. Die Garantieen fuͤr die Zahlung der neuen Fonds bleiben dieselben, wie die fuͤr die fruͤheren. Die Finanz⸗Agenten der Portugiesischen Regierung erklären üͤbrigens bei Bekanntma⸗
chun; dieses neuen Planes, daß sie zur Zahlung der am 1. De⸗ zember und l. Januar faͤlligen, dem Dekret vom 17. Oktober
gemaͤß zu zahlenden halben Dividende bereit seyen.
Während ber letzten Wochen haben die Vorbereitungen zur Wahl eines Ober⸗Kurators der Universität Cambridge an die Sielle des fuͤr den verstorbenen Marquis v. Camden zum Kanz⸗ ler erwäͤhlten Herloge v. Northumberland viele Aufregung ver⸗ urfacht. Die Kandidaten waren bekanntlich Lord Lyndhurst und Lord Lottelton, und Letzterer, obgleich mehr der konservattven als der liberalen Partei angehoͤrend, wurde doch von den lidera⸗ lin Blutern deauünstiat, weil er der Gegner Lord Lyndhurst's war. Dieser hat indes heute mit 973 gegen 487 Stimmen obgesiegt. 89 Der Secrerair des Prinzen Albrecht hat dieser Tage im Namen desselben in einer Antwort an den Verfasser eines Pam⸗ phlets zu Gunsten des Grafen Cardigan jede Betheilizung an dem Streite desselben mit dem Rurmeister Reynolds abgelehnt, da Se. Königliche Hoheit von Seiten der Behörden gar nicht um seine Memung gefragt worden sey. Der Prinz ist be⸗ kannilich Thef des Regimens, in welchem der Streit vor⸗ gefallen ist. Aus Dover wird gemeldet, daß dort der Kriegsschrecken wie⸗ der ganz aufgehört habe und die Reisen nach dem Kontinent hzusiger wuürden, als sie bisher gewesen. Diee Briahron Gazette fuüͤhrt eine Menge Schiffe auf, die in Portsmouth theils ausgerüster werden, kheils segelfertig sind, um nach verschtedenen Theilen der Welt abzugehen. De beiden Schiffe von 120 Kannen, „Britana“ und „Howe“, wurden noch immer durch unzünstigen Wind am Abgehen ver⸗ hindert. Auch in dem Arsenal von Woctwich dauert die Ver⸗
es heißt, längere Zeit hier zu verwetlen.
1300
Baarzahlungen wieder wuͤrde anfangen koͤnnen. Die öͤffentlichen Fonds waren demzufolge in New Pork gestiegen. 2 8 In Kanada, von wo die Nachrichten bis zum 23. Okto⸗ ber reichen, erregen die Vorbereitungen zu den Zahlen fuͤr die vereinigte Legislatur, wesche in Folge der Annahme der Untons⸗ Bill demnaͤchst stattfinden werden, große Aufreaung, und Toryisti⸗ sche Berichte befuͤrchten, daß es der Franzoͤsischen Partei ven neuem gelingen werde, bei dieser Gelenenheit einen Aufstand zu erregen. Lord Sydenham, der General⸗Gouverneur, war von seiner Rundreise durch Ober⸗Kanada vach Montreal zuruͤck;
gekehrt. 19⸗ 3 12 8 MNiederlande.
Aus dem Haag, 13. Nov. Auf Befehl des Könias wird hier eine Kommission zusammentreten, die sich mit einer Pruͤfung des Elementar⸗Unterrichts in den Niederlanden und der da uͤber von einigen Seiten erhobenen Beschwerden beschaͤfrigen soll. Zu Mitgliedern dieser Kommission sind der Staats⸗Minister, Baron van der Capellen, als Praͤses, der katholische Bischof von Cu⸗ rium, der Staatsrath Groen van Prinsterer, der Baron van Hugenpoth, ein katholischer und ein evangelischer Professor ernannt worden. Mit Anfang des naͤchsten Monats tritt sie zusammen, und bis zum 1. Januar soll sie ihre Untersuchungen beendigt haben. 2 89 1 n 8. 8
4 Belgien. 81 mamnszea . .
Bruͤssel, 13. Nov. Unter den sechs Mitgliedern, . die Repraͤsentanten⸗Kammer zur Entwersung der Adresse at den König, als Antwort auf die Thron⸗Rede erwaͤhlt hat, besindet sich auch der ehemalige Premier⸗Minister, Herr de Theur, wel⸗ cher, nachdem dreimal abgestimmt worden war, ebenfalls die noͤthige Stimmenzahl erhielkt. Außerdem befinden sich in der Kommission die Herren Dechamp, de Behr, Fleussu, Dolez und
Dumortier, meistens Anhaäͤnger des gegenwärtigen Ministeriums.
Mit Herrn von Rothschild ist zwar eine neue Anleihe ab⸗ geschlossen, doch belaͤuft sie sich nicht, wie der Independant meldete, auf 37 Millionen, sondern nur auf 5 Millionen Fr., die 5p Ct. Zinsen tragen und zu 97 ½ ausgegeben werden.
Furst Esterhazv, der gestern von hier nach London weiter reisen sollte, hat seine Abreife noch aufsgeschoͤben.
Deutsche Hundesstaaten.
Muͤnchen, 13. Nov. (A. 3.) Der Graf Wilhelm von Wurttemberg ist gestern Abends wieder hier eingetroffen, um, wie Er zeigte sich gestern im Theater an der Seite seiner hohen Verlohtten. 58
KIIII
Oesterreich.
Innsbruck, 11. Rov. (Tyr. Bote.) Gestern Abends um nahe gelegenen Dorfe Muͤhlau der durch Königlich Baversche Hofschauspieler In Innsdruck, wo er
ete au eine
halb 6 Uhr starb in dem
anz Deutschland beruͤhmte Hlacr im Nahre seines Alters. seine theatralische Laufbahn begonnen harte, irdische.
Ztalten.
Mailand, stigsten Auspizien eröͤffneten E senbahn von Mailand nach Monza werden mit gleicher Negelmäßigkeit und Sicherheit fortgesetzt. Die nachstehende Monats⸗Uebersicht liefert den unumstoͤßlichen Beweis, daß das Pubitkum die Wichtigkeit dieses erstaunlichen Communicationsmittels in vollem Maße zu wuͤrdigen weiß, und nicht im Mindesten von jenem Vertrauen verloren hat, welches die Administration dieses Unternehmens durch Aufwand von Kosten und Sorgfalt in so hohem Grade verdtent:
8 mnngm. 7 . Einnahme in Lire 8 Passagiere. (à 20 Kr. C. M.) 15,579 15,983 75 45,9566 35,813 — 49,708 75
79,142 117,283 110,939 20 Obgleich sich Se. Heiligkeit am
Opazierfahrt dem Volke durch sein frisches und
Vom 18. bis 31. August⸗ Im September.. . .. Im Oktober.
Summa .
Rom, 5. Nov. (A. Z.), O Vorabend von San Tarlo auf einer gezeigt und dabei alle, die ihm begegnet, munteres Aussehen erfreut hat, so ist doch das gestrige Fest die⸗ ses Heiligen durch seine Gegenwart nicht verherrlicht worden. Das schlechte Wetter bot allerdings einen sehr passenden und gewichtigen Entschuldigungsgrund dar. Naͤchsten Sonnabend werden sich Se. Heuligkeit nach dem Vatican uͤbersiedeln, wo Alles bereits fuͤr deren Empfang in Bereitschaft gehalten wird — Gestern, den 1. Nov., starb die Herzogin Torlonia Mut ter in einem Alter von 84 Jahren an einer Lungenentzuͤndung. Diese Dame hatte sich bis dahin in dem vollen Besitz ihrer Frische und Kraft erhalten und war noch in dem ltzten Winter auf Baͤllen erschienen, wo sie durch ihr uͤberreiches Geschmeide
und große Lebendigkeit sich bemerkbar machte. Madrid, 6. Nov. Der * von Vitoria hat, bei Ge⸗ legenheit der U bersendung des
Paasicenten derselben erlassen: 1 von ter Regerntschaft an die Spanier er⸗ werin die Grundlagen angegeden worden,
kular⸗Schreiben an die P
„Indem ich Iyneu das lassene Manifesi übersende, nach denen sie währen Amisfübrung zu bandetn be⸗
mein früberes Benebhmen un
psichtigt, glanbe ich sagen zu dürfen, daß
fertizung ven Kriegsmaterial aller Art fort.“
So sehr sich der Zustand des Geldmarkts in London zu bessern scheint, so sind dennoch die Berichte, die aus den 282 er
vinzen in dieser Hinsicht eintaufen, sehr niederschl gend. Gesdmangel ist dort so groß, daß er in vielen Gegenden die Ge⸗ schaͤfte gänzlich unterbricht.
Der Getrardemarkt war hier heute sehr gedrüͤckt, und nur
mit Mühe konnten die Montazepreise fuͤr Englischen Waizen sid behaupten. doch verlanagte man dieselben Preise. Das Paketschiff Garrick, das am 26sten v. M. New⸗ York verlassen hat, ist am liren d. M. in Livervool angekem⸗ men. Es bringt keine Nachricht von besonderem Belange, als daß die Wahl des General Harrisson zum Präsidenten der Ver⸗ inigten Staaten jetzt als sast gewiß betrachtet werden könne. So vohl von den Anhaͤngern des Generals als von denen seines Geagners, Herrn van Buren, wird über die große Menge von Bestechungen Klaze gefuͤhrt, die bei den Wahlen vorgefallen seyn sollen. Der bekannte Herr Jaudon, Aaent der Haup Bank der Beveinigten Staaten, war in New⸗Verk angekommen, und, wie es heißt, waren durch seine Bemuͤgungen die Angelegenheiten dieser Vank so weit geordnet, Ansa AamgnUzmmenssen Fens b .
Der Begehr nach fremdem war sehr beschränkr,
daß sie zur bestimmten Zeit thre
derz üssen, daß die Cen⸗ das Land und ganz Eurova, baben überseugen wüssen, stüntien von 1898 n beständiger Woblspruch war und sevn wird, und daß ich dieselbe weder jemals selbst verletzen, noch auch dulden werde, daß Undere sie verleven
m bundert Schlachten zu siegen, . verwüstete, zu beend gen, und dasselbe von dem Verderben zu retten,
In dae Uebelaesinnte es siürzen wollen, und auf diese Weise werden 9 29b frei und glücklich sehrn, wie es die Ausdauer, die Ehre und alle die übrigen Tugenden seiner Kinder verdienen. Ich konnte daher unmöglich in die Auftösung des Tenats will;gen, denn, adgese⸗ hen davon, daß diese Maßregel völlig unnütz ist, wäre sie auch ein An⸗ griff gegen die Censttntion und würde noch andere Uedel nach sich ziehen, die uns in ein Chars stürzen würden, das um jeden Preie vermieden werden muß. dic aßregel ist mir allerdmmgs med⸗ remals von Corlo ztionen oder Priwat⸗ Persenen, mit denen ich über die iffenllichen Angelegenbeiten sprach, vorgeschlagen worden, allein ich habe denselben, was wan auch, sev es aus Irrthum oder in böser Absicht, in dieser Beziehung behaupten mag, stets e⸗ gewiesen und niemals darin gewilltat, daß das Fundamental⸗Gesetz des Staates, weiches die Spanische Nation, meine Seldaten, und ich an irer Spitze mit so großer Ausdauer vertheidiet haben, auf solche Weise ongegriffen werde. Bei dem bekannten Patriettemus agger Ses der Previnzial⸗Junta Ibrer Previnz werden Sie ohne Zyvelfel⸗ so 8 Sie schen, daß der Chef der Mmee die Achtung vor der Constituti
Zugestaändnisses. —
dem Sennaar abgegangen,
V das diese Nacht von Beirut angekommen ist, welchen Ort
Aegyptische Besatzung, die sich in der
6. Nov. Die Fahrten auf der unter den guͤn⸗ nen Befehien. Durch die Best⸗
gestern mitaetheilten) Manifestes der Regenischaftan die Pe opinziat⸗Huͤlfs Junna's, nachstehendes Cu⸗
d der knrzen und verütergehenden Dauer ibrer
d die effentlichen, Thalsachen Sie, so mie
Auf diese Weise ist es mir sclungen. zen den Büärgertricg, der mein Vatertand
nicht aus den Augen setzt, zur Aufrechthaltung derselben beitragen, überzeuat, daß wir unter ihrer Aegide siegen werden, daß wir aber, wenn das Eegentbeil stattfände, mit Schande untergeben würden, nach en sich die Scenen, deren Schauplatz benachbarie Länder gewe⸗
sen, sich unter uns erneuert bärten. Wer sollten billigerweise aus der Ge⸗
schichte jener Länder Lehren für uns eutnebmen. Ich habe die Ehre u. s. w. Der Herzog von Bitoria.“
Nv Aegzvoten
Aieyandrien. 18. Oktober. Blokade des hiesigen Hafens ist bis zum 20 November aufge, schoben worden; die Franzoͤsischen Kauffeute haben daher hin⸗ reichend Seu⸗ ihre vor der Ankaͤndigung der Bliokade hier ge⸗ kauften Waaren einzuschiffen. In Bezug auf die Einfuhr soll jedoch die Blokade 8 gehandhabt werden; indeß ist es de⸗
merkenswerth, daß am 24sten Abends ein mit Steinkohlen und Theer beladenes Toskanisches Schiff, nachdem es
mit dem Be⸗ fehlshaber der Station varlamentirt, hier eingelaufen ist. Viel⸗ leicht ist die zweite Note des Capitains Fischer eine Folge dieses Oogleich der Vice⸗Köͤnig die Befoͤrderung nach vund von Ostindien wie disher gelassen hat, so scheint doch die Englische Reaierung diese Transport,⸗ weise aufgegeben zu haben, denn es ist angezeigt worden, daß die Depeschen käͤnstghin durch Syrien besoͤrbert werden wuͤr⸗ den. — Die neusten Nachrichten aus Syrien lauten nicht besser, als die fruͤheren; soͤmmtliche Verabewohner haben sich fuͤr den Sultan erklaͤrt. Ibrahim Pascha hat seine ganze Armee in der Ebene von Damaskus konzentrirt, ₰ 8 dung mit Aegypten nicht abgeschnitten werde. — e . ten 2us K 888s lauten zufriedenstellend. Die Ruhe ist daseldst vollkommen wiederhergestellt und die dortigen Turopaͤer hegen durchaus keine Besorgnisse fuͤr ihre versöͤnliche Oicherheit, was sich auch ereignen mag. Es sind Courtere mit dem Besehl nach die 2, einigen Theilnahme an der Insurrection in Syrien dorthin verbannten — Fuͤrsten in aller Eil hierherzusenden. Es heiht, sie wuͤrden mik Guͤtern und Ehrenstellen üͤberhäͤufrt werden. Der
nach seiner Bestimmung abgehen. — 2 sey bereits angegriffen worden, hat sich nicht
Syrien. n.
in Smyrna erscheinenden 2c0 enthaͤlt solgende Nachrichten aus
der Depeschen
1
Ein Supplement zu dem de ['Orient vom 29. Okteber
ien: 8 sc „Das Dampsboot des Oesterreichischen Lloyd, „der Eeen.
Zsten d. M. verlassen hat, bringt uns Folgendes: Tripol 2 in F Gewalt der Verbuͤndeten gefallen; die 2000 Mana e Stadt befand, — 2 nicht, Widerstand zu leisten; sie raͤumten den latz, nachdem e üa das F Ler ihn schuͤtzte, in die Luft gesprengt hatten. Tripolis ist der Obhut des Capitains Logotetti, Kommandanten der Oesterreichischen Korvette „Clemenza“, anvertraut worden. Dieser Offizier hat — Oesterreichische Lec⸗ 12 ö ebirgs⸗Bewohner von erpro⸗ reue
Teee. 8 nahme von 46— sind die e
buͤndeten Meister des ganzen Littorals, mit Auenahme von t. 8 d'Acre, deee nicht säumen wird, das so Fbacag begon⸗
nene Werk zu kroͤnen. Man glaubt allgemein, da die Pesatzung von Tripolis auf dem Ruͤckzuge abgeschnitten worden, den sie zu bewerkstelligen suchte, um zu Ibrahim Pascha zu stoßen, der sich fortwaͤhrend an der Spitze einiger schwacher Deta chements hefand, die ganz vollständig demoralisirt sind. Der Emir Beschir, welcher von Salda nach Beirut gegangen war, wo er mehrere Konferenzen mit Izzet Pascha und den Herren Admiralen hane, war nach ersterer Stadt zuruͤckgekehrt, um dort seine Familie ab⸗ zuholen, und sich von da nach Malta einzuschiffen, wo er bis auf weitere Besehle bleiben soll. Man versichert, es sey beschlos⸗ sen worden, daß die verbuͤndeten Eskadren in ☚ üͤberwintern sollten; die kleinen Fahrzeuge und die Dampsschiffe werden jedoch an der Kuͤste bleiben. Eine Abtheilung von fuͤnf Linienschiffen und zwei Fregatten wird die Blokade von Alexan⸗
drien fortsetzen“ b „Der 9e, ... war am 20-sten Morgens in Beirut
eingetroffen. Am 2lsten war die Oesterreichtsche Brigg „Monte⸗ —2 8n Smyrna adbgesegelt, nachdem sie 150 Tuͤrkische Sol⸗ daten, die sie aus Konstantinopel gebracht, ans Land gesetzt hatte. Die Oesterreichische Goelette „Arethusa“ war am naͤmlichen Tage nach derselben Bestimmung abgegangen. — Dreißig Mann, die von der Be'atzung von St. Jean d'⸗Acre desertirt sind, waren am 22sten zu Betrut angelanat. In der Nacht vom 22ͦsten ist das Eaalische Dampfboot „Consiance“ in aller Eile nach Malta ab⸗ gegangen, um dort Waffen zu holen, die fuͤr die Gebirgshewoh⸗ ner, welche sehnlichst darnach verlangten, bestimmt sind. — Am 2 sten war ein Franzoösisches Kri gsdampfboot, aus Alexandrien kommend, in Beirut eingetrofsen. Der Zweck der Sendung die⸗ ses Fahrzeuges war unbekannt.“
Der „Polarstern“ sollte am 2 sten die Herren Konsuln von Oesterreich, Rußland und Preußen an Bord nehmen, um se nach Konstantinepel zu fuͤhren. Man glauet, daß dieses Fabhr⸗ zeug bei Rhorus und zu Smyrna ansegen werde. Die „Ma⸗ rlanna“, die am idten Smyrna verlassen hatte, war am 22sten in Rhovus vor Anker gegangen, wo sie einige Truppen an Bord genommen hatte. Dieses Dampfboot wurde am 25sten von dem „Lidovoco“ zweschen Cypern und Rhodus gesehen. Beirut kam neuen Leben; die Fee — ergriffen hatten, kehrten, durch den Schutz der Verbuͤn ete . haufenweise in ihre Wohnungen zuruͤck. Die Soe war stuüͤrmisch an der Kuͤste, aber die Fahrzeuge der Escadre haben
ichts dHabei gelitten. Der Povich hat 500 Aegyptische Ueberlaäufer am Vord, unter denen man einen General und zwei Stabs⸗Offiziere be⸗
merkt. von Tripolis und die derselhen
Ueber die Besitznahme vorangegangenen Erezanisse enthaͤlt der Oesterr. Beob. nachste⸗ hende Berichte aus Beirut vom 17., 21. und 23. Oktober:
Beirut, 17. Okt.
wieder zu einem
Zufolge — —5,ö7 — bat ich der Tripelinsschen Gebirgsbewohner, die gegen die Aegyp⸗ 8 2 sind, Namens Adu Schamru, die zwischen Baldek und Bischari streifenden Arnauten und Arader am 1àten d. M. ange⸗ griffen, und bis Ainate zurüͤckgedräͤngt; allein dort fand er bartnäcdi⸗ gen Widerstaud, wurde zurückeschlagen und verlor 8 Todte ., Cefangene, mußte auch einen Theil seiner Munktion im Frich lassen, und sich nach Bischari zurückzieben. In Folge dies:48 undedeutenden Vorfalls machte vorgestern (15ten) die 3 bis 4000 Mann starke Gar⸗ uisen von Tripolis einen Ausfall gegen Budrun (ein auf halbem Wege wischen Tripolis und Beirut liegendes Gebirgsstadtchen), welches 8. ben Aegvptischen geplürdert, während Häuser, Kirchen, Kld⸗
(Journ. des Deb.) Die .
sier ꝛc. uicdergeriffen und verbrannt wurden. ie geschrecktsn Be⸗
wehner zogen sih ine 1— d Ehden zuräck und schickten eine Depulation an Igjet Pascha um Waf⸗
fen, Munition und anderen Beistand. Emir Beschir E. Kaßim schreibt
aus Hamana vom 14 Oktober, er habe einen Courier Mehmed All's
anfgefangen und die bei ihm aufgefundenen. Depeschen an den Serias⸗ fer übersandt. Auch sey Emir Medschid, des alten Emir Beschir En⸗
kel, mit 20 Reitern bei Kaffr Silrvan in seine Hände geratheu. Ba⸗
darp Bei babe nach des alten Em r's Abfall Veiherin verlassen und sey
mit 1200 Mann nach Damagskus mit 6000 Mann und 2 Feldstilcken bei Malala, in der Näͤbe von
ihte, verschan.t. Hamand, woher der Emir schreidt. ist ungefähr drei
lunden von Ibrahim's Lager entfernt. Der Emir El Kaßim bat gegen 3000 Gebirgs⸗Bewehner bei sich, um Jbrahlm“z Bewegungen zu beobachten und seine Verbindungen zu hemmen oder abzuschneiden. Dieses Armee⸗Corvs Ibrahlm's ist eben so demoralisirt, wie seme Trup⸗ den es waren, mit denen die Erpedition bisher in Berührun men ist. 1 b sich bereutend abgekühlt. Wir hatten bis zum liten d. M. im Schat⸗ ten +. 20 bis 22 Grad Röanmur. Die Exppeditien zählt einige Krauke, die Sterdlichkeit ist aber unbedeutend.
„Beirut, 21. Oktober 1840.
Der im vorigen Berichte erwähnte Uusfall der Garnifen von Tri⸗ pells hat mit der völligen Räumung dieser Stadt geendigt. Die Kaͤi⸗ ferliche Korvette „Clemenza“, die nach Sur segeln sollte, war bemwü⸗ Der Berweser des
bünr. am I7ien d. M. in Tripolis anzulegen. ortigen Lesterreichischen Konsulats, Herr Lombardi, schrieb an den Kommandanten der gedachten Korvette, Herrn Logo⸗ tetti, er möge Besitz von dieser bereits geräumten Stadt nehmen, und sie vor dem Unglück einer Plünderung bewahren. Herr Legetetti ließ 30 Mann ausschiffen und besetzte am 17ten d. M. die Stadt. Vor dem Adzuge haben die Aegvpter ein Pulver⸗Depot, welches an Kaßr el Dschedjd (ein kleiner Thurm scewärts am äußersten Ende der Stadt) lag, angezündet. Es scheint, daß sich in Tripolis bedeutende Vorräthe von Manition, Ledensmitteln und Menturen vorgefunden haben. Die Besatzung, bestehend aus Aegpptern, Arnauten, Baschi⸗Buzuk (irreau⸗ lairen Truppen!, ließ man aufangs ruhig in der Richtung nach Bal⸗ bek v7 allein acht Stunden weit von Tripolis wurden sie von den Gebirgs⸗Bewohnern von Dennieh eingeholt und übel mitgenom⸗ men. Etwa 300 Gefangene sind bereits nach Trivpolis eingebracht wor⸗ den, und im Gebirge irren sehr viecle Ueberläufer und Versprengte berum, welche allmälig gesammelt werden. Hader Aga, ehemaliger Chef von Dennieh, welcher eine bedeutende Rolle bei dem Ausstande im verflossenen Juni gespielt, und der Einzige ist, der von jeuer Zeit an bis zur Erscheinung der verbündeten Escadres im vorigen Menat ausgeh arrt hatte, erzäblt, daß auch Tartus und Latakia auf die bloße Nachricht, daß in Alerandrette das Englische Linienschiff „Benbow“ vor Anker gegangen, von den Aegpptern geräumt worden sepen. Die⸗ ser bedentende Succeß, in Folge dessen der ganze Libanon bewaffnet
werden kann, ist even so wie der Fall von Beirut und der Sieg ven Be⸗
tbanis, ohne fremde Beihülfe erlangt worden. — Nunmehr wird . nung der Anserieh(Bewehner des Gebirges zwischen nsgeffrsc ohne großze Schwierigkeit bewerkstelligt werden können, und die Armee⸗ Ibrahim Pascha's insofern in große Verlegenheit gerathen, als es mög⸗ sich ist, mit Hülfe dieser zahlreichen und tapferen Gebirgs⸗Bewohner (sie können 10 — 12,000 Wafsenfähige stellen) von Tartus bis Homs welches die Anserieh über Safitta in 16 Stunden bequem erreichen können, streifen zu lassen, und so die große Militair⸗Straße von Bal⸗ bek 529 . unsicher zu machen.“ „Im Süden geht es eben so rasch und günstig wie im
Dort daben die Metualis einen Convei, der, 8 222
nach Damaskus gehen wollte, aufgefangen, und ein Regiment Infan⸗
terie, welches von St. Jean d'Acre ausgerückt war, um jenen Fo
8 befreien, mit Verluss zurückgeschlagen. Die Aegvpter ,
— — —re F.1.8⸗ —vö. und 140 Gefangene. Von
e etualis sollen nicht mehr als vierhund
2öö; hundert an dieser Waffenthat K2 neuestes Schreiben aus Beirut vom 23. Oktober
meldet:
„Ein Handelsmann aus Damaskus, welcher die früh verlassen hat, erzählt, daß am Abend vor EE g richt verbreitet war, die Bewohner des Hauran und Ledschia bätten
ch in Masse gegen die Aegppter erhoben und bewaffnet, und daß der
öbel von Damaskus ein gleiches thun wollte, aber von der achtbareren
lasse im Zaum gehalten worden sev. Er habe, fügt der Reisende binzu, in der Rähe von Zahle Truppen⸗Bewegungen wahrgenommen, welche er dahin deute, daß ein Theil von Ibrahim's Truppen bei Ma⸗ laka bestimmt sey, die undedeutende Garnsson von Damaskus zu ver. stärken. Omar Bei el Hadud konnte mit seiner Garnison von Tripolis Balbek nicht erreichen. Die Scheichs der dortigen Gegend von Cora und Bischari haben ihm den Rückzug dahin abgeschnitten. Im Süden erhedt sich das Volk allaemein. Admiral Stopford hatte eine Dampf⸗
regatte nach Malta gesendet, um so viele Gewehre, als möglich, zur
ewaffnung desselben zu holen. Das Gebirge vom Hebron ist in vollem Aufstande und in Acre selbst herrscht großer Zweispalt unter den An⸗ fuͤhrern und Kommandaten.“
„Früheren Nachrichten aus Beirut vem 21. Oktober zu⸗ solge ist der Melchiten⸗Bischof Agapitos, der von bewaffne⸗ ten Maroniten festgenommen, mit zweien seiner Geistlichen ins Ouomanische Lager geführt, und angeklagt worden war, Schuld an der Auslieserung des Maroniten⸗Häuptlings Emir Haidar gewesen zu seyn, nachdem er seine Unschuld durch vollkommen befriedigende Bewelse dargethan hatte, auf Besebl Izzet Mehmed Pascha's, nebsi den beiden zugleich mit ihm verhafteten Geistlichen in Freiheit gesetzt worden. Er 60 am 18. Oktober von der Fregatte „Medea“ an deren Bord er anf Jzzet Pascha's Ersuchen in Cewahrsam gehalten worden war, ans Land gesetzt worden und noch am selben Tage in seinem Kloster zu Beirut Sg„7 Die Freilassung dieses Bischofs hat den günstigsten Eindruck auf alle Katholiken im Gebirge hervorgebracht, die in großer Anzahl aus den benachbarten Ortschaften herbei strömen, um ihm zu seiner Be⸗ sgeias, 82 u wünschen.“
Die jüngstvin gemeldete Nachricht, daß Soliman Pascha die
Fent befludlichen Sreinkohlen⸗Depots der Sereza Pals 1-I. hiffs⸗Gesellschaften habe verbrennen lassen, hat sich nicht bestätigt. Sle befinden sich unversehrt zur Verfügung ihrer Eigenthümer in Beirut.
China.
218 . Macao, 3. Juli. Unterm 2 sten v. M. hat Capitain El⸗ liott folgende Proclamation an die Chinesen gerichtet:
„Da die Ober⸗Beamten Lin und Tang mit heimtückischer Gewalt⸗ ihätigkeit gegen den Englischen Ober⸗Intendanten und die in Canton ansässiaen Engländer versahren sind, ünter verächtl cher Hintansetzun des Kaiserlichen Befehls, daß dieselben mit Gerechtigkeit und Mäne
ung behandelt werden sollen, und da sie den Kaiser durch faliche erichte schmählich hintergangen vaben, so ist durch die auqdige Be⸗ verrscherin von England beschlessen worden, Beamte in Königlich en Diensten nach China zu schicken, damit die Wahrheit Sr Kaisezlichen Majestät kund werde und dauernder Friede und ehrenvoller Handels⸗ Ver ebr eintrete. Diese Bekanntmachung ist bestimmt, zu erflären daß die Königin von England, die den Kaiser verehrt und die auten und friedlichen Einwohner dieses Landes zärtlich liebt, streng befohlen srr. daß ihre Personen und ihr Eigenthum durchaus respektirt werden 2₰ so lange sie den Waffen Ibrer Majestät keinen Widerstand lei⸗ e Moögen sie daher ihre Lebensmittel und andere Waaren ohne — nach den verschiedenen Stationen der Britischen Trup⸗ Famacht liefern; sie können versichert seyn, daß sie freundlichen e utz und gerechte Zahlung erhalten werden. Da die Ober⸗ 89 Lin und Tang durch salsche Vorstellungen ven dem Kaifer en fehl erwirkt daben, daß der ehrenvolle Handel mit Großbritanien gebrochen werden solle, zum großen Nachtheile von vielen Tausenden ler Mäunner, sowohl im Inlande, als Auslande, so hat der Ober⸗ 1anen eer der Enalischen Seemacht jetzt auf Befehl der Königin 8— land 4” erklären, daß keinem Chbinesischen Schiffe gestattet wer⸗ rd, in Canton und andere demnäͤchst zu bezeichnende Häfen ein⸗
ins böher liegende Gebirge in der Richtung von
wrückgekehrt. Ibrahim Pascha habe sich
gekom⸗ Es fällt seit gestern etwas Regen, und die Atmolphälre hat
flossenen Monats Oktober guͤnstige
zulaufan oder aus denselben auszulaufen, bis der Britische Handel
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ehne Hinderniß cuf dem von dem Ober⸗Berehlsh Punkte stattfindet, und his auf nähere üaäbenamee ses Amtes. Indeß wird es Fischer⸗Fahrzeugen undehindert gestattet werden, am Tage den Hafen von Canton aus⸗ und einzupassiren auch sollen die Chinesischen Handels⸗Fahrzeuge der angränzenden Stäͤdte 17 die en“ bin und her zu fahren und zum e des gegensecnigen Verkehrs, nach de jon d ff 82 zu i (stern) Cieseren *Eattza der Wläassches ine andere, schon vom 31. März aus Mac 1
klaͤrung enthaͤlt eine Apologie des Virfahrens 88 82 Ober⸗Intendanten und eine Beleuchtung der Maßnahmen Lin's Letzterer hat auf diese Aktenstuͤcke ebenfalls durch Proclamationen geantwortet, in denen er einen Preis auf die Zerstoͤrung der Bri⸗ tischen Schiffe und auf die Ermordung der Englaͤnder setzt. Fuͤr die Vernichtung eines Schiffes, das 80 Kanonen fuͤhrt, werden 20,000 Spoͤnische Piaster, fuͤr die kleineren ein verhaͤltnißmaͤßi⸗ ger Preis, fuͤr die Vernichtung eines Kauffahrtei⸗ Schiffes zwi⸗ schen 3 und 10,000 Piaster, fuͤr die Gefangennehmung Brltischer Offiziere 500 bis 5000 Piaster, suͤr deren Toͤdtung das Drittheil
dieser Summen geboten. Im Uebrigen scheinen gar keine Vor⸗ kehrungen gegen die unerwartete Britische Expedition getroffen worden und alle Erzählungen von versenkten Fahrzeugen, uͤber den Fluß gezogene Ketten, Ausruüstungen der Forts und berglei⸗ chen bloße Erfindungen gewefen zu seyn.
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158 832 2 . — — Minden, 14. Nov. Das Geburtstagefest unserer verehrten Koͤnigin und Landesmutter wurde auch in unseren Mauern mit treuester Auhänglichkeit begangen. Morgens fand in der hoͤheren Toͤchter⸗Schule in Gegenwart der Aeltern der Kin⸗ der und vieler Zuhoͤrer Gesang und Declamation statt, wobei der Dirigent der Anstalt, Dr. Bruns, eine Fest⸗Rede hielt. Abende war in dem glaͤnzend durch Gas erleuchteten Lokal der Resourcen⸗ Gesellschaft ein zahlreich besuchter Ball veranstaltet; der Tanzsaal war mit den bekraͤnzten Buͤsten der Koͤnigin und des Koͤnigs geschmuͤckt und bei der Tafel wurde der zur Feier des Tages von dem Re⸗ gierungs⸗Praͤsidenten Richter ausgebrachten Toast mit wahrer Innig⸗ keit aufgenommen. Leider wurde die Illumination durch Sturm und Regen gestoͤrt. Morgen wird als Nachfeier auch ein Ball im Lokal der Gesellschaft in der Freimaurerloge stattfinden.
(Wie diese Privat⸗Mittheilungen, so enthalten auch die Blät⸗ ter aller Provinzen im Osten wie im Westen aͤhnliche Berichte uͤber die Feier dieses Allen gleich theuren Festes, und wenn sie sich in der Art der Ausführung in Einzelheiten unterscheiden, so stimmen sie doch alle in dem Ausdruck der ehrfurchtsvollen Liebe und Ergebenheit uͤberein.)
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base im 28 des ver⸗ G er ge Witterung aͤnderte sich bald und wirkte sehr nachtheilig auf die Bestellung der Wintersaaten, die Gewinnung des Grummets und anderer Futterkraͤuter, so wie auf das Ausgraben der Kartoffeln ein, wodurch große Ver⸗ luste herbeigefuͤhrt worden sind. Da nun auch das Winter⸗Ge⸗ ev. einen geringen Koͤrner⸗Ertrag liefert, ferner ein großer eeö 22* verzehrt worden ist, eine 7 a noch auf der reite liegt un nicht aufgenommen 1 3 tersaaten durch den
— — Koͤnigsberg, 10. Nov.
andauernden Regen und das kalte Wetter
mit banger Besorgniß dem Fruͤhjahre entgegen. “ diese Umstaͤnde haben guf die Anfuhren sehr be⸗ schraͤnkend eingewirkt, so daß besonders die groͤßeren Guͤter damit noch sehr zuruͤckbleihen. Es konnte unter diesen Umstaͤnden bis jetzt kein lebhaftes Herbst⸗Geschaͤft, weder hier noch in Memel⸗ eintreten, und beschraͤnkt sich solches daher auf einige wenige Ab⸗ ladungen von Huͤlsenfruͤchten, die, der sparsamen Zufuhren we⸗ gen, so außer Verhaͤltniß hoch bezahlt werden mußten, daß den bsendern wenig Aussicht zum Gewinn bleiben duͤrfie. Die Preise von 55 Sgr. fuͤr Bohnen, von 52 Sgr. fuͤr weiße und 60 Sgr. fuͤr graue Erbsen, so wie von 53 Sgr. fuͤr Wicken sind so außer allem Verhältniß zu denen des Auslandes, daß ein we⸗ sentliches Herabgehen derselben beim Schlusse der diesjaͤhrigen Schifffahrt nur zu wahrscheinlich ist. Weizen ist zuletzt zwischen 60 und 80 Sgr. am Markt bezahlt worden; ob sich diese Preise erhalten werden, haͤngt lediglich von dem Gange des Englischen Zolles ab. Roggen liefert der Qualitaͤt nach eine außergewoͤhn⸗ lich schlechte Aerndte, so daß es sehr zweifelhaft ist, ob davon Etwas zum Handel gebraucht werden kann; augenblicklich haͤlt sich der Preis auf 38 bis 40 Sar. fuͤr den Scheffel, da sich ei⸗ nige Frage fuͤr die Litthauischen Hinterstadte gezeiat hat, woselbst die Anfuhren vom Lande noch beinahe ganz zuruͤckbleiben. Lein⸗ saat in guter Qualitaͤt bleibt auf 70 bis 73 Sgr. begehrt. In Flachs, Hanf und Heede wurden im vorigen Monat zu Memel keine Geschaͤfte gemacht, da die alten Vor⸗ räͤthe geraͤumt sind, und, der durch den anhaltenden Re⸗ gen grundlos gewordenen Wege halber, neue Produktien⸗ Vorraͤthe nicht herangezogen werden koͤnnen. Die am hiesigen Oecte vorhandenen kleinen Vorraͤthe an Flachs wurden geraͤumt, desgleichen die Hanf⸗Vorroͤthe. Der Holzhandel war hier sehr unbedeutend, und haben die Verschiffungen an Holz und mit ihnen die Frage nach Frachten in Memel sehr abgenommen, in⸗ dem die Fracht⸗Preise, welche bewilligt werden, nicht mit den in dieser Jahreszeit se zahlenden sehr hohen Versicherungs⸗Praͤmien im Verhältniß stehen. Mehrere Schiffe haben dieserhalb daseldst schon abgetakelt und zum Winterlager aufgelegt werden muͤssen. Der noch ferner gesunkene Wechsel⸗Cours auf England ist dem
werden kann, endliich die eingestreuten Win⸗
nicht unbedeutend gelitten haben und schlecht stehen, so sieht man
ibr in 2 Zeit die Färbung mit. — Herr Remak handelte von para« sitischen Wimper⸗Blasen und mit haarförmigen Körpern crfüllten Bäl⸗
rath Rußegager berichtete ven einer anf seiner Reise in Afrika becbach⸗ teten Ausdehnung des Quecsilbers in hrpsemetrischen Instrumenten, welche dasselbe nach einer länger andauerncen hohen Luft⸗Temperatur augenemmen hatte. Im Sennaar stieg die Hitze dauernd auf 32 und in der Regenzeit sogar auf 36 Gr. R. Dann mußten die Inftrumente erst künstlich abgekühlt werden, um wieder zur Ermittelung des Sied⸗ punktes angewendet werden zu können. — Ferr Link beschrieb das bei Herrn Ward in Lendon ihm bekannt gewordene Verfahren, Topf⸗Ge⸗ wächse im abgeschlossenen Luftrauul, unter fest aufgekitteten Glasglok⸗ ken ehne Begießen lange Zeit lebend zu erhalten, ein Verfahren, das beim Versenden seltener Pflanzen aus fernen Ländern eine vortheil⸗ hafte Anwendung finden könnte. — Herr Ehrenbera sderacs über Dr. Werneck'’s (in Salzburg) neueste Enideckungen im Gebiet der Jufuso⸗ rienkunde, und legie eine von demselben cingesandte, diesen Gegenstand beireffende Abhandlung vor. Zugleich rügte Herr E. einige Miß⸗ griffe der neueren mikrestopischen Beobachtungen. So hat z. B. Einer die zufällig unter das Objektiv gerathenen Fäserchen von grauem Lösch⸗ papier als eine neue Pflanzen⸗Gattung beschrieben und abgebildet. — Herr Marchand gab seine Beobachtungen über die Gewichts⸗Zunahme einiger Mineralkörper, meümentlich des Schwefels nach starfkem Erhitzen, und über die Eigenschaften der sich dann bildenden Krystalle.
Berlfn. Imn der Sitzung des wissenschaftlichen Kunst⸗Ver⸗ eins am 15ten d. fuhr Preofessor Zahn fort, von der überaus reichen Ausbeute seines zehnjäcrigen Anfenthalts in Pompeji und Neapel der Gesellschaft die interessantesten Mitrheilungen zu machen. Diesmal wa⸗ ren es vornehmlich Abgüsse von Vasen milt getriebener Silberarbeit und von Statuetten von Bronce, welche die allgemeinste Aufmerfsam⸗ keit erre ten. Unter den Vasen zeichnen sich durch Schönheit der Form des Gefäßes sowohl als durch sinnreiche Composition und vollendete Ausführung der darauf besindlichen Hoch⸗Reliefs eine in Herculanum gesundene mit der Apotheose Homer's und zwei andere, 1835 in Pompeji ausgegrabene, mit männlichen und weiblichen Centauren, die mit Amoretten spielen, aus. Unter den Abgüssen von Statuetten ge⸗ wannen ein kleiner Harpokrates und eine Venus-Sandalenbinderin den Preis; unter den Verzierungen eine Handhabe oder Henkel mit einein Knaben in Phrygischer Pracht. Da die Sammlung des Professor Zahn mehrere tausend Zeichnungen und Blilder und mehrere hundert Abgüsse in Gvps zählt, wäre es zu wünschen, daß demselben nach dem Schlusse der Ausstellung ein Saal der Akademie zur Aufstellung sei⸗ ner Sammlungen angewiesen würde. Am Schluß der Sitzung er⸗ freute Professor Zahn die Gesellschaft durch die Mittheilung eines
Briefes von Goethe an ihn vom 10. März 1832, dessen Bedeu⸗ tung noch dadurch erhöht wird, daß es der letzte Brief war, den Goethe überhaupt schrieb und der gleichsam als sein letzter Wille auf dem Gebiecte der Kunst angesehen werden darf. „Wir sehr es sich auch“, beißt es darin, „von selbst versteht, so darf ich doch nicht un⸗ ausgesprochen lassen, ja ich muß wiederholen, daß es mir ein durchdrun⸗ genes würdiges Gefühl in meinen hohen Jahren giebt, jüngere Heran⸗ wirkende zu sehen, die nicht allein, was ich bisher allenfalls geleistet, billigen, sondern zugleich empfinden, daß der Weg, auf dem ich unverrückt gewandelt, auch derjenige sev, auf welchem Sie prosperiren. Ich war siets auf diejenigen Punkite der Welt⸗, Kunst⸗ und Kultur⸗Geschichte, wo ich mich immer mehr rergewissern konnte, hier sey eine hohe, wahre menschliche Bil⸗ dung zu gewinnen. Zu Ibren Ausgrabungen an verschiedenen Stel⸗ len wünsche Glück. Was in jenen Gegenden durch den furchtbarsten Zufall in den Grund gelegt worden, möchte bei näherer Untersuchung ganz unerschöpflich sevn. Zaben wir so großen Vortbeil von diesen
Ent eckungen gebabt, so müssen wir unseren Enkeln und Urenkeln auch
was gönnen. Sie, mein Theuerster, fübren sie auf die rechte Spur, und der echte Sinn wird bei successiver Entstehung echter Gegenstände gewiß erhalten und in echten Menschen zu gelegener Zeit fortleben und wieder aufleben.’“ Ueber die vom Professer Zahn dereits früber pu⸗ blizirten Werke batte sich Goethe bercits damals schon in einem aus⸗ führlichen Aufsatze in den Wiener Jahrbüchern anerkennend aus⸗
gesprochen. n F. F. 8
— — Potsdam. Am 16ten d. M. gab Ole im hiesiger Königlichen Schauspielhanse ein Konzert, Se Idrer Königlichen Majestäten und mehrerer dohen Personen deehrt und sehr zahlreich besucht war. Der berühmte Violinist trug vier
Selo⸗Piecen mit seiner bekannten Birtuesitaͤt und genialen Eigenthümlich⸗ keit unter fortwährznden Beifalls⸗Bezeugungen vor, welche sich luletzt in einen allgemeinen Heransruf konzentrirten, für welche Anszeichnung der Künstler durch den höchst originell variirten, drei⸗ und vierstimmig ausgeführten Vortrag des „God save the king“ seinen Dank meister⸗ baft aussprach. Herr Eicke unterstützte dies Konzert durch den Veor⸗ trag mehrerer Lieder und bekundete dabet einen gutgedildeten Vortrag verdunden mit einer schönklingenden Barpton⸗Stimme, welche der
Sänger zu allen Nüancen ganz in seiner Gewalt hat und mit Effekt
anzuwenden versteht. Auch ihn lohnte lauter Beifall. Das Orchester bestand aus dem Hantboisten⸗Corps des ersten Garde⸗Regiments zu Fuß.
Es begleitete nicht allein sämmtliche Musikstücke mit großer Aufmerk⸗
samkfeit, Präzision und zu gänzlicher Zufriedenheit des Konzertgeders sondern trug auch zwei Ouvertüren eden so meisterhaft vor, welches vom Publikum durch lauten Applaus anerkannt wurde.
—. — St. Petersburg. In der Sitzung der Akad
Wissenschaften vom 30. ur8. bielt der ba, e. Her 8 22 rot, nachstehenden interessanten Vortrag: Der jüngst stattgebadte Einsturz eines deträchtlichen Theiles des Aragrat ist ein für die Physik der Erde so wichtiges Ereigniß. daß ich glaube, die besondere Aufmerk⸗ samfeit der Akademie um so mehr darauf richten zu müssen, as die verschicdenen uns über dieses schreckliche Pbänomen zukommenden Nach⸗ richten rerwirrt und selbst widersprechend sind. in alten, vielleicht vorgeschichtlichen Zeiten, muß ein äbnlicher Einsturz staltgehabt haden; dies beweist eine ungeheure Höhle auf der nord⸗Rord⸗östlichen Seite des Berges, von den Bewohnern die dunkle Hödle genannt. Sie de⸗ ginnt oben auf der permanenten Schnee⸗Region und dehnt sich nach unten dis auf eine Tiefe von 890 Klafter (toises) aus. Idr Umfanz beträgt weit über 600 Klafter. Das ganze Innere dieser Höhle dieret fast senkrecht, ungleich und zerrissen gedildete Lavasläüchen dar, die vom der Wirkung einer ungebeuren Kraft zeugen, welche diese Mase dem
Holz⸗Geschaͤfte sehr nachtheilig, das anhaltende stuͤrmische Wetter
der Floͤßung der Hoͤltzer von Auth uͤber das kurische Haff nach Memel sehr entgegen gewesen und es ist dabei durch das Zer- schlagen mehrere Floͤße großer Schaden angerichtet worden. n Pillau sind im Monat Oktober eingelaufen 40 Schiffe mit Stuͤckgut 4 mit ordinairen Produkten und 23 mit Ballast, im Ganzen 67 Schiffe und ausgegangen daselbst 43 Schiffe mit Getraide 3 mit Holzwaaren 17 mit diversen Guͤtern und 12 mit Ballast, im Ganzen 75 Schiffe. — Im Hafen zu Memel sind im Monat Oktober eingegangen 53 Schiffe, worunter 42 mit Ballast 2 mit Dachziegeln 2 mit Kohlen 4 mit Haͤringen 3 mit diversen Guͤtern. Ausgegangen sind 52 Schiffe, worunter 42 mit Holz 1 mit Flachs 2 mit Getraide I mit leeren Faͤssern 2 mit Mehl und 4 mit diversen Produkten. 89
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Wissenschaft, Kunst und Literatur.
Berlin. In der Versammlung der Gesellschaft naturfors⸗ Feug am 67 November, theilte Herr Fuchs ,F as Blau⸗ und Gelbwerden der Mtlch mit. Die Färbung rüert von Insuserlen ber, die in der gesunden Milch nicht veorkommen und in selchen Herr Ebrenberg zwei verschiedene Arten von Bibrionen erkannt hat. Auf die gesunde Milch übertragen, vermehren sie sich in derselben und thelleu 1
üußeren Umrisse des Bulkan abgedend, dinausgeworfen hat. Das neuere Pbänomen scheint gleichartiger, aber kolossalerer Natur gewejen zu seyn. Eine genaue Untersuchung wird uns destimmt wichtige Ne⸗ lizen über die Natur der Vulkane geben. Die neue Katastropde vöchte ihrem Beobachter pielleicht gestatten, diesen alten Vulkan dis auf sei⸗ nen Kern zu untersuchen, oder doch bis zu dem Kaual. durch welchen die Lava⸗Massen sich erheben und idren Adlauf fanden, die Lava mußs⸗ sön sicher noch dis an seinen Ausgaug füllen. Idre aufsteigende Rich⸗ tung wird dentlich durch verschiedene Merkmale dezeichnet gena. vor⸗ nämzich durch Bläschen, weiche Furchen in der Larasläche diiden. und se näber man dem Gipfel kömmt, um seo mehr an Umfang gewinnen. Dieser Erwägungen wegen, schlage ich vor, die Antorisatzon der Re⸗ aierung nachzusuchen, um eine wissenschaftliche Kommission zur genauen Erforschung der Arrarats Lokalitäten anzuerdnen. Es wird sede imteref⸗ sant und wichtig seyn, alle mit den Truͤmmern des Einsturzes dedeck. ten Orte zu besuchen die großen losagerissenen Masfen zu chten welche undezweifelt unsere Kenntniß der Natur der vulkanischen Eruotione ibrer Struktur und Coampesitien dereichern werden. Vielleicht fiudet auch die Expedition große Schwefet Massen vielleicht selbst Oeffuungen in den Seiten oder unten in der Hödte vor, durch weiche der
Schwefel entflieht und Solfatara⸗Gattungen dildet die für überaus wichtig wären. Die Erpeditton muß möglichst au † Nachrichten üder alle von der Eruption genommenen eeexe r iehen; so wird es ihren Bemüdungen gelingen den e SFeEEE“ epnettegus Be⸗ch
wird eine Exkurston in die dohe bis u
machen 8 die das weite und saähue Fdal des Arugos be
gen, die er im Gekröse der Frösche wahrgenemmen hat. — Herr Berg⸗