Supplementar⸗Kredite zweckmaͤßiger erschienen wͤre, stattgefun⸗
dder Deputirten Kammer bereits genehmigten Gesetz⸗Entwuͤrfe in
Orleans erhob sich und verlangte das Wort. (Allgemeine Be⸗ wegung, der ein tiefes Stillschweigen folgte.) „Meine Herren.
sazte der Herzog, „da eine Eroͤrterung uͤber die Details der Mi⸗ luatr⸗Organisation, deren Pruͤfung mir bei der Debatte uͤber die
den hat, so glaube ich, einige Behauptungen nicht mit Still⸗ schweigen uͤbergehen zu koͤnnen, deren Unrichtigkeit der General Sparre gewiß einsehen wird, wenn ihm die Dokumente, die ihm bis jetzt unbekannt geblieben zu seyn scheinen, vorliegen werden. 8 Se. Koͤnigl. Hoheit ließ sich darauf in eine ausfuͤhrliche Verthei⸗ digung der unter seiner speziellen Leitung organisirten Tirailleurs ein und machte, unter dem lebhaften Beifall der-Versommlung, auf die wesentlichen Dienste aufmerksam, die ein Theil dieses Corps schon in Afrika geleistet habe. — Die uͤbrigen Paragraphen der Adresse gaben zu keiner weiteren Eroͤrterung Anlaß, und der ganze Entwurf ward hierauf mit 110 Stimmen gegen F ange⸗ ommen. — — Sitzung vom 19. Nov. In der heutigen Sitzung, die kaum eine halbe Stunde dauerte, wurden die beiden, von
Betreff der uͤberschwemmten Departemants ohne alle Debatte einstimmig anzenommen.
Paris, 19. Nov. Die Rede des Herrn Gutzot ist heute der Gegenstand aller Kommentare in den hiesigen Zeitungen. Wir haben oieselbe so ausfuͤhrlich als moͤglich mitgetheilt, und jeder Leer wird sich selbst nberzeugen koͤnnen, ob dieselbe in dem Maße von Schwaͤche, Feighei und Nachgiebigkeit gegen das Ausland zeugt, wie die Oppositions⸗Journale um die Wette zu behaupten suchen. Das Journal des Débats sagt von Herrn Guizot: „Wir glauben nicht, daß dieser Redner sich jemals auf eine solche Hoͤhe erhoben, daß dieser Staatsmann jemals einen so großartigen politischen Verstand entwickelt hatte. Wir geste⸗ hen, daß wir, indem wir Herrn Guizot hoͤrten, unser ganzes Vertrauen wieder erwachen fuͤhlten. Was auch geschehen moöge, die Geschicke Frankreichs liegen in vorsichtigen und faͤhigen Dan⸗ den. SZir haben nicht mehr zu fuͤrchten, daß Frankreich von Ueberraschung zu Ueberraschung in einen revolutionate Ceieg gestürzt werde, und daß ein Streit der Eigenliebe sich z nen riesenhaften Kampf gegen die Welt verwandle. Wir haben eben so wenig zu fuͤrchten, daß Frankreich, weil es sich zu weit einge⸗ lassen hat, im letzten Augenblicke gezwungen werde, seine In⸗ reressen und seine Ehre zu opfern. Die Politik, die die Regie⸗ rung proklamirt, ist die Politik des Friedens; und sie erroͤthet nicht über dieselbe, sie verbirgt sie nicht unter kriegerischen Re⸗ densarten. Das Kabinet will den Frieden, und es sagt es laut, weil der Frieden, der Geist der Gerechtigkeit und der Maͤßigung in seinen Augen die Ehre unserer Zeit, der wahrhafte Fortschritt unsers Jahrhunderts, der mäaͤchtigste Verbuͤndete der Franzoͤsischen Ideen ist. Dies sind die großen Wahrheiten, welche Herr Gui⸗ zot mit einem bewunderungswuͤrdigen Talente entwickelt hat.“
Der Constitutionnel sagt, es scheine gewiß, daß Herr von St. Aulaire der Nachfolger des Herrn Guizot in London werden, daß Herr von Lamartine nach Wien und Herr Sal⸗ vandy als Botschafter nach Madrid gehen wuͤrde.
Herr Dupin hat seinen Entwurf zur Adresse beendigt und wird denselben heute der Adreß⸗Kommission vorlegen.
Die Posten aus Marseille sind heute wegen neuer, durch den Austritt der Rhone veranlaßten Ueberschwemmungen nicht in Paris angekommen.
Das hiesige Zuchtpolizei⸗Gericht hat gestern den Herrn Ber⸗ geron wegen der gegen Herrn von Girardin in der Oper veruͤb⸗ ten Gewaltthaͤtigkeit zu zweijaͤhrigem Gefaͤngniß, 50 Francs Geld⸗ strafe und in alle Kosten verurtheilt.
In Bezug auf die Ruͤckkehr der Flotte nach Toulon bemerkt der Messager ganz kurz: „Der Befehl zu dieser Ruͤckkehr ward im Monat Oktober von dem vorigen Kabinette gegeben.“ — Der Constitutionnel bemerkt, daß dies allerdings richtig sey, daß das vorige Ministerium aber dabei keinen andern Zweck gehabt habe, als derselben um so rascher den Befehl, nach Alexandrien zu segeln, zugehen lassen zu köoͤnnen
Börse vom 19. Nov. Die Rede des Herrn Guizot hatte heute fruͤh bei Tortoni die Zproc. Rente auf 79. 35 gebracht. An der Boͤrse selbst aber war man weniger zum Steigen ge⸗ neigt, und die Rente schloß ziemlich zu den gestrigen Preisen.
Großbritanien und Irland. .
London, 18. Nov. Ihre Majestaͤt die Koͤnigin empfing in den letzten Tagen den Besuch mehrerer ihrer Verwandten im Buckingham⸗Palast. Die verwittwete Koͤnigin, die Herzogin von Gloucester, der Herzog von Cambridge und gestern auch der Her⸗ zog von Susser, der nun vollkommen wiederhergestellt ist, statte⸗ ten ihr, der Reihe nach, Besuche ab.
Der Oesterreichische Diplomat, Baron Neumann, der in Abwezenheit des Botschafters hier als außerordentlicher Gesandter fungirte, wird erst in einige; Zeit nach seinem Vaterlande zuruͤck⸗ kehren.
Die Morning Chroniele erklaͤrt, es gehe aus der juͤng⸗ sten Nore Lord Palmerston's nicht hervor, daß, weil derselbe das Recht der Souverainetaͤt des Sultans darin anerkenne, die Alltir⸗
en deshalb darauf verzichtet haben, Alles anzuwenden, um eine
jener Republik, unterzeichnet worden. genannte Blatt, „der auf der Grundlage vollkommener Gegen⸗
sey, seine Unabhängigkeit zu behaupten.
und das rasche Fortschreiten dieses Landes unterstuͤtzt allerdings
Form, welche sie annahmen, ist nach der der Vereinigten
Staaten.
sriedliche Ausgleichung zu veranlassen. Man habe ja bereits dem Sultan den Widerruf der Absetzung Mehmed Alt's angerathen, von der entgegengesetzten Seite aber moͤge man sich huͤten, zu sagen, Mehmed Ali werde im Besitz von Aegypten bleiben, moͤchte auch kommen, was da wolle. genäͤhrt v er zu groͤßerer Hartnaͤckigkeit angetrieben werden. Die Times ziehr die Authentizität des Konferenz⸗Beschlusses, von welchem der „Morning⸗Herald“ (s. das vorgestr. Blatt der St. Z.) gesprochen, in Zweifes. Doch will dieses Blatt die An⸗ sichten, welche in einem heute von ihm aufgenommenen Artikel uͤber den jetzigen Stand der Verhäͤltnisse zwischen der Konferenz und Frankreich geaußert werden, und die wieder von angeblicher
Dadurch wuͤrde nur sein Ehrgeiz
flusses von Seiten Englands,
Se eeeen im Britischen Kabinet, von einer Kriegs⸗ und Friebens⸗Partei, von einer beabsichtigten weiteren Ausdehnung der Interventton im Orient sprechen, nicht in allen Punkten theilen, obgleich die „Times“ erklaͤrt, daß der Versasser dieses Arrikels eine sehr achtbare Autoritaͤt sey und zu den besten Quellen Zugang habe. „Es ist nicht leicht“, sagt derselbe unter Anderem „den Unterschied genau zu bezeichnen, der in dem Morgen⸗Organ des auswaͤrtigen Amtes (der „Morning Chronicle“) zwischen Zugeständnissen, die direkt an Frankreich von den vier Maͤchten, und solchen, die direkt an Mehmed Ali von dem Sultan auf den Rath der vier Maͤchte gemacht wuͤrden, aufgestellt wird. Jenes Blatt sagt näͤmlich, nach der Note des Herrn Thiers könnten die
Regterungen der vier Maͤchte unmöalich direkte Zugeständnisse an soͤhnung zwischen Texas und Meriko herbeizufuͤhren.
Frankreich machen, zu welchen direkren Zugestaͤndnissen an Meh⸗ med Alt sie auch dem Sultan rathen moͤchten. Wir unsererseits verstehen unter Zugestaͤndnissen nichts Anderes, als daß dem Pascha von Aegypten solche Bedingungen angeboten wuͤrden, die unter
wollen⸗Production der ganzen Welt sich
den bestehenden Umstaͤnden Frankreich bewegen koͤnnten, der defi⸗ mitiven Ausgleichung der Frage beizutreten, weil ohne seine Zu⸗ stimmung, wie wir mit dem Herzog von keine sichere oder friedliche Ausgleichung im Europa moͤglich ist. Wir sind daher ten Artikel, in denen einige unserer Bläͤtter der Hofsnung schmeichelten, es sey schon viel geschehen, um das Ver⸗ trauen zwischen Frankreich und England wiederherzustellen, aller Begrüͤndung entbehrten.“ Im weiteren wird dann behauptet, daß die Majorirät
Orient oder in
aber Lord Melbourne nicht Kraft genug besitze, um die Minori⸗ taͤt im Zaum zu halten, von welcher die Palmerstonsche Note vom 2. November in Abwesenheit der Mehrzahl der genehmigt worden ware. Der ministerielle Globe findet den Tadel der Palmerstonschen Note ganz unbegruͤndet;
die fragliche Note stelle nur klar heraus, in welchen zwischen beiden Maͤchten Uebereinstimmung herrsche. „Times“, faͤhrt das genannte Blatt fort, „ist der Meinung, daß, weil Lord Palmerston's Note nicht vor der Resignation des Herrn
1
schehen sollen. Wir hingegen halten es für unbedingt nothwen⸗ dig, daß die Englische Regierung ihren
die abgeschmackte und gefaährliche, in der Note des Herrn Thiers
vom §. Oktober niedergelegte Doktrin zu erkennen geben mußte,
daß nömlich das beste Mittel fuͤr die Unahhangigkeit des Sul⸗ tans das waͤre, den Sultan zu zwingen, einen rebellischen Pascha in seiner Stelle zu lassen; sja, wir glauben üͤberdies, daß der Vortheil der Widerlegung einer solchen monstroͤsen Doktrin in Folge der Restgnatton des Herrn Thiers noch groͤßer geworden ist. Es war von wesentlichem Belana, keine Zeit zu verlieren, um, sobald Herr Gutzot ans Ruder ge⸗
langte, thm eine klare Auseinandersetzung der falschen Doktrin
seines Vorgaängers vorzulegen, so daß er in seiner eigenen Hand⸗ lungsweise bei dem Stillschweigen des Britischen Kabinets nicht
durch die Voraussetzung irre geleitet werden koͤnne „ daß jenes den sinnlosen Argumenten des Herrn Thiers seine Zustimmuna ertheile. Was die Stellung des Herrn Gutzot betrifft, so halten wir die Veroͤffentlichung der Note Lord Palmerston's fuͤr geeig⸗ net, ihn zu unterstuͤtzen, weil wir glauben, daß Herr. Guizot be⸗ absichtigt, den Frieden aufrecht zu erhalten und sich jeder Einmi⸗ schung in die Operationen der Allürten zur Vollstreckung des Juli⸗Traktats zu enthalten.“
Der Standard meldet: „Aus Spanien sollen in den letz⸗ ten Tagen wichtige Nachrichten in Bezug auf die Reise der vor⸗ maligen Koͤnigin⸗Regentin nach Paris eingegangen seyn. Ludwig Philipp, so heißt es, habe seinen Sohn, den Herzog von Aumale, zum Gemahl der jungen Koͤnigin ang vorgesch — andererseits habe Espartero der Koönigin Christine schriftlich 98* Reue daruͤber ausgedruͤckt, daß er ihre Sache verlassen, und sie zur Ruͤckkehr in die Baekischen Provinzen eingeladen, wohin er mit einer starken Streitmacht ruͤcken und die Junten nie⸗ erschla⸗ gen wolle. Dabei, sagt — solle . mee an der Spanischen Granze unterstuͤtzt werden.
Zwischen Großbritanien 8 der Republik Texas ist, wie die Times berichtet, am Montag ein Handels⸗Traktat von Lord
Halmerston und dem General James Hamilton, Abgesandten 8. „Dieser Vertrag“, sagt das
wurde, erkennt natuͤrlich ipso facto die Unabhaängigkeit der neuen Republik an, die jetzt einerseits aus der Herrschaft Mexiko's und andererseits gus der Gefahr einer Einverleibung in die Amerikanische Union heraus ist. Auch liegt
seitigkeit abgeschlossen
darin, wenn Lord Palmerston nicht alle in solchen Faͤllen uͤbliche
daß Texas im Stande
Vorsicht beiseitgesetzt hat, die Ueberzeugunz, 1 X Die neueste Geschichte
diesen Glauben in hohem Grade. Im Jahre 1880 schlugen sie,
mit einer verhaͤltnißmäßig geringen Bevoͤlkerung und mit nie mehr als 2000 Mann im Felde, den General Santana, Pra⸗
sidenten von Mexiko, und nahmen ihn gefangen. Seitdem sind sie in ungestoͤrtem Besitz des Landes geblieben. Die Regierunge⸗ Staa⸗ ten gemodelt, mit Vermeidung des Foͤderativ⸗ Systems. Sie haben religioͤse Duldung ausgesprochen und durch einen Artikel ihrer Verfassung den Sklavenhandel fuͤr Seeraub erklaͤrt. Sie haben, wie wir hoͤren, ein dem gemeinen Rechte Englands nach⸗ gebildetes Gesetzbuch angenommen. Waͤhrend des letzten Kampfes in Mexiko hatten die Texianer, wie man versichert, so viel Maä⸗ ßigung, daß sie es ablehnten, fuͤr eine von beiden Theiten Partei zu ergreifen, obgleich die Versuchung groß war, da die e listen ihnen die unverzuͤgliche Anerkennung ihrer Unabhaͤngig eit als Preis ihrer Agschlusses boten. Es gelang ihnen im Jahre 1837, diese Anerkennung von Seiten der Vereinigten Staaten, im Jahre 1839 von Seiten Frankreichs und im Laufe dieses Herbstes von Seiten Hollands und Belgiens zu erlangen. Der moralische Schandfleck, der in der Meinung des Englischen Volks auf Texas haftet, ist das Bestehen einheimischer Skla⸗ verei in diesem Lande; aber es scheint dabei eine bessere Aufsicht und Anordnung obzuwalten, als in vielen weit aäͤlteren 1 Wenn die Angaben richtig sind, welche wir in dieser Beziehung erhalten haben, so ist dieseebe von begraͤnzter Ausdeh⸗
nung und gesetzlich auf Auswanderer aus den Vereinigten Staaten beschraͤnkr, denen allein gestattet ist, mit ihren Sklaven nach Teras
Dies konnte indeß kein triftiger Grund gegen die
zu kommen. Alles, was man zu er⸗
Anerkennung seiner Unabhängigkeit seyn. n warten berechtigt ist, waͤre das Aufbieten des moralischen Ein⸗ 1 um so bald als moͤglich einem Dinge ein Ende zu machen, und die auf⸗ neuen Regierung bei Unterdruͤückung des bereits fuͤr Seeraub erklaͤrt hat. zu neuen Handels⸗Anknuͤpfungen viese Vortheile fuͤr uns haben. In nach, die bedeutendste Baum⸗ entwickeln koͤnnen, und
diese Beschaͤftigung, in Verbindung mit seinen anderen großen 2vöEee, wird Jahrhunderte lang dasesbst jedwedes Ri⸗ valisiren mit unseren Fabriken fern halten. Natuͤrlich wird es in der Politik des neuen Staats liegen, diesen Verkehr 8ℳ niedrige und mäͤßige Zoͤlle zu erweitern So wie Texas an voͤlkerung und Macht zunimmt, heißt es nicht, zu viel —,— wenn man hofft, daß es im Suͤden dasselde Segeneeeee e die Macht der Vereinigten Staaten abgeben . daß Kanada'’s im Norden. Man häͤlt es fuͤr 885 sch nnegch „us. dieser Traktat die Folge haben werde, eine 86..n wer⸗
England durch die Anerkennung von Texas in die J mit Erfolg die V swischen beiden Theilen zu uͤber⸗ g ermittelung z muüͤßte wohl, nach
nehmen, und ein vernuünftiges Bestreben der Feststellung friedlicher Verhaͤltnisse, dahin gehen,
solchen Zustand der richrige Huͤlse der 1 Sklavenhandels, den sie Als eine Gelegenheit muß dieser Trakrtat Texas muͤßte, seiner Lage
ferneren Eroberungen bei Wellington glauben,
der Meinung, daß die letz Welt mit der
Verlauf des Artikels des Britischen Kabinets,
darunter der Premier⸗Minister selbst, fuͤr den Frieden sey, daß Minister er erklaͤrt,
Punkten Die
Thiers abgesendet worden sey, dies uͤberhaupt gar nicht haͤtte ge‘ wir hoͤren, in dem eben abgeschlossenen Traktate gesorg
Dissens in Bezug auf
Amsterdam nach Hamburg bestimmt, von Spanien vorgeschlagen;
oͤsischen Ar⸗
eine
F. HA
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genaue Graͤnzlinie zwischen ihnen zu ziehen und die Sucht nach 5 den Texianern zu unterdruͤcken. Wie verlautet, ist zwischen Lord Palmerston und General Hamilton in der That ein spezieller Vertrag zu diesen Zwecken abgeschlossen worden. Die Erfahrung der letzten 20 Jahre hat in uns keine sehr guͤnstigen Eindruͤcke von jenen Staaten zuruͤckgelassen, welche der Reihe nach mit dem Anspruch hervorgetreten sind, freund⸗ schaftliche Verhaͤltnisse mit uns anzuknuͤpfen, und die wir in den Rang unabhaͤngiger Laͤnder aufgenommen haben. Selten schoͤpf⸗ ten sie aus dieser Veraͤnderung einen Aufschwung in ihrem Cha⸗ rakter, sondern verfielen vielmehr haͤufig in einen Zustand des Buͤrgerkrieges und der Verwirrung und verletzten ihre heiligsten Verpflichtungen gegen uns, durch welche sie noch dazu hauptsäͤch⸗ lich waren in Stand gesetzt worden, ihre Unabhaͤngigkeit zu be⸗ gruͤnden. Von Texas hegen wir im Ganzen bessere Aürn Wir haben, zum Gluͤck fuͤr beide Theile, ihm kein Geld geliehen. Allerdings hat es, als ein fruͤherer Bestandtheil Mexiko’'s, die Verpflichtung, sobald der Friede zwischen beiden hergestellt seyn wird, seinen Antheil von der Schuld zu uͤbernehmen, welche England bei jenem Lande zu stehen hat; aber auch 18, wie Die Hof⸗Zeitung meldet die Ernennung des Herrn James Alexander Stewart Mackenzie zum Lord⸗Ober⸗Commissair der Jonischen Inseln. . . Ein Frve, eh aus den Vereinigten Staaten theilt folgendes Resultat über die Wahl des Praͤsidenten mit, wie die⸗ selbe am 30. Oktober stand. Mie Gesammtzahl der Waͤhler be⸗ lief sich auf 20 13 füͤr Genera! Harrison waren 194 Stimmen, fuͤr Herrn Van Buren 36; verlonen oder zweifelhafte Stimmen waren 6 ¼¾. Wenn der General Harrison zum Praͤsidenten ernannt wird, so tritt er im naͤchsten Maͤrz seine Functionen an⸗ 2 Niederlande. 132 nnin
Aus dem Haag, 19. Nov. Der Kaiserl. Oesterreichische General, Graf von Bellegarde, ist aus Wien hier vö.
Unser Gesandter in Paris, Baron Fagel, wird sich von dort nach Berlin begeben und sich in der letztgenannten Haupt⸗ stadt so lange aufhaleen, als der Koͤnig Wilhelm Friedrich, Graf von Nassau, daselbst verweilen wird⸗ Se. Majestaͤt werden auf dieser Reise von den Herren General Trip, d' Ablain, Hoffmann,
me und Huismann begleitet seyn. . 4
n In d.n Sekhchen der zweiten Kammer ist der Wunsch laut
geworden, daß die Regierung uͤber die Verhaͤltnisse des Syndika⸗ tes, uͤber welche noch immer ein großes Dunkel schwebe, naͤheren
Aufschluß geben möͤge.
Das Schiff „die Frau Katharina“, Lapitain Koͤpcke, von
ist in der Nacht vom Iöten zum i6ten d. M. zwischen Enkhuizen und Broekerhaven geschei⸗ tert und untergangen; die Mannschaft ist jedoch gerettet. Bei Dordrecht ist das mit Salz beladene Schiff „Eltsaberh“, Capitain Pybus, am vorigen Montag untergegangen. 1 Beilgeereee, n ehe 1
AnrnPinsr 8 1 11ö1ö“ vatiüi ul
Bruͤssel, 19. Nov. Die Revpraͤsentanten⸗Kammer hat gestern einstimmig das Gesetz angenommen, welches dem Kriegs⸗ Minister einen Kredit von 1 Millionen bewilligt. Der Minister hatte urspruͤnglich 780,000 Fr. fuͤr die Remonte der Artillerie verlangt, ist aber bis auf 270,000 Fr. zum Ankauf von 600 Pferden herabgegangen, die ihm auch angewiesen wurden.
Die naͤchsten Gegenstaͤnde, welche die Kammern nun vorzu⸗ nehmen haben, werden die verschiedenen Abtheilungen des Bud⸗ gets fuͤr 18il seyn. Es ist dieses Mal ein besonders unerfreu⸗ liches Geschaͤft, denn das Budget, das sich im Ganzen fuͤr das laufende Jahr auf 101,154,320 Fr.g bellef, ist fuͤr 1841 auf 105,652,723 Fr. veranschlaat. Dazu ist aus den seit 1830 bis Ende 1838 abgemachten Rechnungen ein Ausfall von in Allem 5,698,606 Fr. zu decken. Ueberhaupt blieben am Ende jedes Jahres kleinere oder größere Ausfaͤlle zu decken, und unter der Einnahme figurirten jedesmal Posten, die nur eine temporaire Ressource darboten. Jetzt soll endlich dahin gearbeitet werden, daß die regelmaͤßigen Einnahmen mit den regelmaßigen Ausga⸗ ben ins Gleichgewicht kommen, und zu diesem Ende wird eine Erhoͤhung mehrerer Steuern, worauf auch schon die Koͤnigliche Rede in der betreffenden Stelle hindeutete, in Vorscylag gebracht. Die zu erhöhenden Steuern sind die Grundsteuer, die Accise auf Branntwein, Bier, Essig⸗ Zucker, die Einfuhrgebuͤhren auf Mandeln, Kaeffee, Zimmet, Gewuͤrze, Eisen, Feigen, frisches Obst, Oel, Kraͤmer⸗ waaren, Honig, Piment, Pfeffer, Pflaumen, Rosinen, Reis und Seidenstoffe; endlich sollen gewisse Hypothekengebuͤhren vom 31. Dezember an hoͤher berechnet werden. Vermitrelst dieser Erh'e⸗ hungen hofft man den jaͤhrlichen Ertrag der Steuern au⸗ 106, 468,643 Fr., mithin auf mehr als 800,000 Fr. höͤher als die muthmaßlichen Ausgaben zu bringen. Schwerlich werden in⸗ dessen die Kammern in alle diese Vorschlaͤge einwilligen. Sie werden vor Allem die Ausgaben so viel als moͤglich zu beschnei⸗ den suchen, was allerdings, wenn es nicht auf vesentich noth wendige Gegenstaͤnde ausgedehnt wuͤrde, ein besseres Mittel waͤre, eine richtige Bilanz in den Staatshaushalt e Daß dieses Alles zu langwierigen Debatten fuͤhren muß, in denen das Mimnisterium vollauf zu thun haben wird, seine Vorschlaͤge, oder wentastens das Wesentlichste derselben durchzusetzen, ist leicht vor⸗
auszusehen.
Bruͤssel, 19. Nov. (Köͤln. 3.) Die Repraͤsentanten⸗Kam⸗ mer hat ihre Adresse, wie der Senat, in einer einzigen oͤffent⸗ lichen Sitzung abgemacht, und in Beziehung auf die EGae Frage dieselbe Behutsamkeit der Diskussion beobachte., — 0 xr. im Senate, so wollte auch hier ein Mitglied gegen das Unn⸗ be einer starken Milirair⸗Organisation im Falle eines , spre⸗ chen, da das Land ja doch zu schwach seyn Purde, bö. Neutra⸗ lttaͤt gegen einen Angriff von Außen mit Erfolg zu 51 Diese Ansicht ist aber auch hier so wenig durchgedrungen 4* . ohne daß man sich in Croͤrterungen uͤber die politische Ste ung⸗ die Belgien im Falle eines solchen Angriffs zu nehmen gedenke, eingelassen haäͤrte. Wenn man sich der endlosen Debatten erinnert, zu denen in Beziehung auf die auswartige Frage in fruͤheren Jah⸗ ren die Diskussion der Adresse gewoͤhnlich Anlaß gab, so erkennt man in der jetzigen wortkargen Behutsamkeit einen merklichen Fortschritt. Man hat uͤbrigens hier in der letzzen Zeit aus einigen Winken groöͤßere Zuversicht auf die Dauer des Friedens geschoͤpft. Zunoͤchst rechnet man hierzu den Abschluß der Anleihe von 38 Millionen mit dem Hause Rothschild zu 96 pCt. Dieses Haus wuͤrde, so schließt man, zu einem solchen Satze keine neue Anleihe uͤbernommen haben, wenn es auf die Erhaltung des Friedens nicht mit Sicherheit rechnete. Sodann haben die die Aeußerungen der hier durchreisenden Diplomaten, Fuͤrst Ester⸗ hazy den Glauben an den Frieden vermehrt, wozu noch die Ver⸗ sicherung des ministeriellen „Independant“ kam, er wisse „aus sehr guter Quelle“, daß Fuͤrst Metternich sich bestimmt fuͤr Auf⸗
rechthaltung des Friedens ausgesproch
9
Alles dieses hindert in⸗
dessen nicht, daß unsere Fonds hin und her schwanken, und in Handel und Gewerbe große Flauheit zu bemerken ist.
Solothurn, 17. Nov. (Bas. Z.) Man schreib der Graäͤnze des Waadtlandes, daß das Savoyische ₰ Piemom tesische fortwaͤhrend von Franzoͤsischen Verbrechern heimgesucht werde und daß die Polizei die gröͤßte Muͤhe habe, sich solcher Elender zu erwehren. In Nizza und Genua ist eine ziemliche Anzahl festgenommen worden, die gerade im Begriff waren, sich nach Afrika uͤberzuschiffen. Andere, den Verfolgungen sich ent⸗
ziehend, haben sich nach dem Wallis gejogen, um die Schweiz
auszubeuten, wo sie es mit mehr Gluͤck, als im Sardinischen,
thun zu koͤnnen hoffen.
Spanien.
Madrid, 7. Nov. (Morning Chronicle.) Das finan⸗ zielle Manifest, welches die „Hof⸗Zeitung“ gestern enthielt, ist, wie das der Regentschaft, zwar nicht mit großem Beifall aufge⸗ nommen worden, wird aber doch als eine offene und redliche Darlegung betrachtet, welche den schwierigen Zustand der Geld⸗ Angelegenheiten des Landes eingesteht und die besten Mittel zur Verbesserung desselben anzuwenden verspricht. Das darin gege⸗ bene Versprechen, daß die Kontrakte und Operationen fruͤherer Regierungen getreu erfuͤllt, die Uebel, welche aus den von San Milan und Santillan ausgegebenen Obligationen hervorgehen duͤrften, so viel wie moͤglich veormieden, die den National⸗Glaͤu⸗ bigern gegebenen Garantieen in Werksamkeit gesetzt werden, und alle finanziellen Huͤlfsmittel und Zahlungen an den Staat in den Schatz zu Madrid fließen sollen, dies Alles muß allgemeine Zu⸗ friedenheit erregen. Als ein Zeichen, wie es im Publikum auf⸗ genommen worden, kann man anfuͤhren, daß die 5procentige ak⸗ tive Schuld daraufhin an der Boͤrse zu 263 % notirt wurde. Wenn man daher auch nicht an die vollstaͤndige Ausfuͤhrung aller darin gegebenen Versprechungen glaubt, so macht es doch allen in Folge der letzten Ereignisse grhegten Besorgnissen vor verderblichen oder revolutionatren Maßregeln ein Ende.
Einem sehr nachtheiligen Gebrauche zufolge, wird der groͤßere Theil der Civil⸗Aemter jetzt neu besetzt. Bisher hat sich die Re⸗ form Partei immer beklagt, daß sie keine Gelegenheit habe, ihre Absichten vollstaändig auszufuͤhren; jetzt, da sie die Macht in Haͤn⸗ den hat, ihre Agenten zu waͤhlen, und sich Gehorsam zu erzwin⸗ gen, fäͤllt dieser Vorwand weg.
Das Interessanteste aus den Provinzen ist eine Adresse der Ayuntamiento’s in Corusia an die Junta dieser Provinz, worin die Mitglieder dieser letzteren aufgefordert werden, ihre Regie⸗ rungs⸗Functionen nicht mederzulegen. Die Junta ist dieser Auf⸗ forderung auch in sofern nachgekommen, als sie dem Dekret der Regentschaft nicht Folge zu leisten beschlossen hat. Die Sprache und die Prinzipien dieser Adresse sind gleich merkwuͤrdig. Um die⸗ sen fast einzigen Fall der Widersetzlichkeit gegen die Verordnungen der Regentschaft gehöͤrig zu wuͤrdigen, muß man wissen, daß Corusa bei aähnlichen Gelegenheiten fast stets so gehandelt hat, daß daselbst unter allen Staͤdten Spaniens wohl die extremsten politischen Ansichten herr⸗ schen, und daß sie zu denen gehoͤrt, wo am leichtesten Volksbewe⸗ gungen entstehen. Auch traͤgt die Entfernung von der Hauptstadt und die Nothwendigkeit, die Angelegenheiten derselben durch Per⸗ sonen von ultra liberalen Angelegenheiten verwalten zu lassen dazu bei, jene Manifestation der Junta zu erklaͤren. Es ist indeß FCsag. daß die Bewohner von Coruna, wenn sie erst besser von den Absichten der Regierung unterrichtet sind, ihre Adresse zuruͤcknehmen und dem Beispiele der uͤbrigen Staͤdte Spaniens folgen werden. 8
Das „Eco del Comercio“ theilt zwei Schreiben mit, das eine von dem Er⸗Minister Don Juan Sorelo, der am Bord ei⸗ nes Franzoͤsischen Dampfbootes in Alicante verhaftet wurde, und das andere von dem Prasidenten der Junta jener Stadt, die einiges Licht auf diesen Vorfall werfen, uͤber den einige Franzoͤsi⸗ sche Blaͤtter ein solches Geschrei erhoben haben. Es wurde hier⸗ bei weder gegen das Schiff noch gegen den Verhafteten Gewalt gebraucht, sondern nach der Aussage des Ex⸗Ministers selbst ver⸗ fuhr man auf die humanste und schonendste Weise. Herrr Sotelo spricht in seinem Briefe in den warmsten Ausdruͤcken der Dankbarkeit von dem Benehmen des Praͤsidenten der Junta und der mit der Verhaftung beauftragten Beamten, und es scheint daher nicht der entfernteste Grund zu den im „Journal des Debats“ enthaltenen Beschwerden und Beleidigungen gegen den Spanischen Charakter vorhanden seyn. Sotelo versichert auf das bestimmteste, daß er einer von denen gewesen, die sich der Sanctionirung des beruͤchtigten Ayuntamiento⸗Gesetzes widersetzten.
4 Die Festlichkeiten zur Erinnerung an die Hinrichtung Rie⸗ go’'s im 5 1823, und die Vorbereitungen zu einem Monu⸗ mente desselben sind wegen des schlechten Wetters aufgeschoben worden. —
Die Herren Grovestins und Cavalcanti, Ersterer Niederlän⸗ discher, Letzterer Brasilianischer Geschaftsträger, sind von Barce⸗ lona hier angekommen.
Der Herzog von Vitoria, oder ein anderer Minister, begiebt sich taͤglich nach dem Palast, um die junge Koͤntgin zu sehen, die auch taͤglich mit der gewoͤhnlichen Begleitung durch die Stadt nach den Gaͤrten des Ri iro faährt.
mee. Eeeeee 86 Lissabon, 9. Nov. (Times.) Die Cortes werden sich am 2. Januar [8il versammeln, wie es die Constitution vor⸗ schreibt, und man glaubt, daß, wenn das Ministerium üͤberhaupt bis dahin noch bleibt, die vakanten Portefeuilles der Minister der auswärtigen Angelegenheiten und der Marine vorher noch besetzt werden wuͤrden. Bei dem herrschenden Konflikt der oͤffent lichen Meinung ist es jedoch schwer, zu sagen, auf wen die Wahl fallen duͤrfte. Seit kurzem hat sich im Kabinet eine Spaltung gezeigt, die von der Palast⸗Camarella genaͤhrt wird, deren An⸗ haͤnger sich jetzt uͤberzeugt haben, daß eine halbabsolute Gewalt unter dem Gewande einer Repraͤsentativ⸗Regterung nur fuͤr eine gewisse Sü existiren kann Es wird daher Alles aufgeboten, um durch Bildung eines gemischten Ministeriums eine politische
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oder einer Prinzessin festsetzt. Der Koͤnig hat nunmehr ein faͤhr⸗
liches Einkommen von 23,000 Pfd.
Der Traktat zur freien Beschiffung des Duero ist abermals eroͤrtert worden, und da man denselben mit solcher Hast durch die Kammer hindurch zu schmuggeln suchte, so scheint es fast, als
V haͤtte die Spanische Regierung einige Drohungen an die hiesige gerichtet. Waͤhrend der Debatten entschluͤpfte Herrn Jose da Silva Carvalho, der im Jahre 1835 Mitglied des Ministeriums war, das sich fuͤr die Ratifizirung des Vertrags verbuͤrgt hatte die ungelegenen Worte: „„Wenn der Traktat nicht unverzuͤglich ratifizirt wird, so kann es uͤble Folgen haben““ Diese Worte wurden sogleich von der Opposition aufgegriffen und lebhaft be— kaäͤmpft. Der Minister des Innern, Rodrigo da Fonseca Ma⸗ galhaes, suchte diesen Fehler seines Freundes wieder gut zu ma⸗ chen und ging so weit, daß er die gegenwärtige Regierung in Spa⸗ nien, welche mit der Portugiesischen Politik in so direktem Widerspruche steht, zu vertheidigen suchte. Diese wichtige Debaite endigte damit daß der Druck des Traktats befohlen wurde. Heute sollen die Debatten fortgesetzt werden und die Minister hoffen, ihn mit einer gerin⸗ gen Majoritaͤt durchzubringen. Es heißt jetzt, die Sendung des Marquis von Saldanha nach Madrid habe den Zweck, die Ab⸗ schließung des Traktats zu beschleunigen, die Frage wegen der kleinen Isabella⸗Insel in der Muͤndung der Guadiana zu erledi⸗ gen und endlich darauf zu dringen, daß diejenigen Portugiesi⸗ schen Unterthanen, welche wegen politischer Vergehen nach Spa⸗ nien geflohen, mit Einschluß der Offiziere und Soldaten vom öten und 13ten Infanterie Regiment, die sich vor kurzem in Ciu⸗ dad Rodrigo, Aya Monte und Algesiras empöoͤrten, in das In⸗ nere des Landes abgefuͤhrt wuͤrden.
An Veraͤnderungen in dem Zoll⸗Tarifeist fuͤr die naͤchste Zeit nicht zu denken.
Das Gesetz, welches die Regierung ermäͤchtigt, mit den aus⸗ waͤrtigen Inhabern Portugiesischer Papiere eine Uebereinkunft wegen einer temporairen Reduzirung der Zinszahlung in Ueber⸗ einstimmung mit den Huͤlfsquellen des Staats vorzuschlagen, ist von der Koͤnigin genehmigt worden und bereits in der „Regie⸗ rungs⸗Zeitung“ erschienen.
Man glaubt, daß die Differenz mit dem Brastilianischen Ge⸗ sandten eigentlich daher ruͤhre, weil der Koͤnig sich geweigert habe, zu gestatten, daß ein Koͤniglicher Wagen dem Leichenzuge der vor wenigen Tagen gestorbenen Gemahlin des Brasilianischen Ge⸗ neral⸗Konsuls Mariano Correo folgen duͤrfe.
Die Koͤntggin ist jetzt so weit hergestellt, dos mal ausgefahren ist.
In Algarbien werden die Guerilla's immer zahlreicher, und der Schrecken, den sie einfloͤßen, ist so groß, daß Personen, die Geschaͤfte dort haben, uͤbereingekommen sind, nur in bewaffneten Karawanen von nicht weniger als 20 Mann zu reisen.
Es sind hier zwei Scharfrichter aus Porto angekommen, um die beiden Soldaten, welche vor etwa funfzehn Monaten, den Mord im Hause des Doktors Andrade veruͤbten, hinzurichten.
Zur Feier des vierundzwanzigsten Geburtstages des Koͤnigs am 29. Oktober ist weder eine Amnestie fuͤr politische Vergehen 9enge worden, noch haben Befoͤrderungen in der Armee statt⸗ gefunden.
Die Anleihe von 500 Contos ist abgeschlossen worden.
TLarkei.
Ein heute in Berlin angekommenes zweites Extrablatt der Tuͤrkischen Zeitung Takwimi Wakaji vom ien Ramasan (1. November) enthaͤlt folgende neueste Nachrichten vom Kriegs⸗ Schauplatze, die aus einem Rapporte des Seriaskjers von Sy⸗ rien, Isset Mehmed Pascha, gezogen sind:
„Gleich den uͤbrigen Bewohnern Syriens, von großem Ab⸗ scheu vor Ibrahim Pascha und aufrichtiger Zuneigung zu unserer erhabenen Dynastie beseelt, hatten die Bewohner der Stadt Ta⸗ rablus (Tripolis in Syrien) kuͤrzlich eine Deputation an den Seriaskser geschickt, um ihm, wenn er diese Stadt von der Aegyptischen Herrschaft befreien wollte, ihren Beistand anzubie⸗ ten. Demgemaͤß wurde ein hinreichendes Corps Land⸗ und See⸗ Truppen aus dem Großherrlichen Lager dahmn abgeordert; und sogleich schritten die Bewohner mit den genannten Truppen zur Belagerung der Festung. Die aus 3000 Mann bestehende Aegyp⸗ tische Garnison steckte ihr Zeughaus in Brand, raͤumte den Platz und floh in der Richtung nach Hamß, worauf Tarablus von den Großherrlichen Truppen besetzt wurde. Der groͤßte Theil des Zeughauses ist von der Flamme verschont geblieben. Um nun cie in der Festung zuruͤckgebliebenen Waffen und Kriegsbeduͤrf⸗ nisse einzunehmen, ist ein besonderer Beamter ernannt worden; auch hat man ein hinreichend starkes Corps als Besatzung dahin abgeschickt.“
„Ein vor kurzem zu dem Großherrlichen Heere uͤbergegan⸗ gener Arabischer Scheich (sein Name ist undeutlich) war mit seinen Untergebenen von Sarda aufgebrochen und gegen die bei Alko (St. Jean d'Acre) stehenden Aegyptischen Truppen mar⸗ schirt. Fuͤnf Stunden Weges von Akko, bei dem Orte Ain⸗Ka⸗ stemun, griff er ein Aegyptisches Regiment mit großer Tapferkeit an. Es entspann sich ein Gefecht von 7 bis § Stunden, in wel⸗ chem die Aegypter ungemein viel Leute verloren. 118 Mann wurden zu Gefangenen gemacht und nach Sarda abgefuͤhrt, die uͤbrigen Feinde aber ergriffen in großer Bestuͤrzung und Verwir⸗ rung die Flucht, und verschlossen sich hinter Akko's Mauern. Man hofft zuversichtlich, daß auch diese Festung mit Allah's und des Propheten Huͤlfe baldigst den Haͤnden der Aufruͤhrer entris⸗ sen werden wird; denn die Verwirrung und Zuchtlosigkeit greifen in Ibrahim's Heere immer weiter um sich.“
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der Aegyptische Miralai Sadik⸗Bei mit dem unter seinem Kom⸗ mando stehenden Regimente (in Allem 2301 Mann) nach vor⸗ gaͤngiger Bezeugung seiner aufrichtigen Unterwuͤrfigkeit in das
Kollison zu vermeiden, und man dringt täglich in die gemaͤßigten Septembristen, sie moͤchten ein Portefeuille annehmen, da einige von den Rathgebern der Krone sich unter allen Umstaͤnden zuruͤückziehen wollen, ohne sich darum zu kuüͤm⸗ mern, was aus dem Lande werden mag, nachdem sie dasselbe durch ihre Indiscretion, ihren Nepotismus und ihre unkluge Fi⸗ nanz⸗Verwaltung an den Rand des Verderbens gebracht haben. Die zahlreichen Pensionen, welche in der letzten Woche vorge⸗ schlagen und genehmigt worden sind, haben allgemeinen Unwillen erregt, und man fragt sich, woher die Mittel zur Bestreitung dieser ungeheuern Ausgaben kommen sollen. Außerdem sind dem Koͤnige noch 50 Contos de Reis (11,500 Pfd. Sterl.) bewilligt worden, wie es der Ehe⸗Kontrakt nach der Geburt eines Prinzen
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such an Se. Excellenz den Gouverneu
Am Tage nach Soliman Pascha's Flucht aus Beirut zog
Großherrl. Lager und streckte die Waffen. Zum Lohne fuͤr sei⸗ nen rechtlichen Sinn und seine Anhaͤnglichkeit an die Großherrl. Sache wurde Sadik⸗Bei sofort zum Mirlewa (Brigadier) befoͤr⸗ dert und alle uͤbrigen Offiziere um eine Rangstufe erhöht. Zu⸗ gleich erhielten sie saͤmmtlich die ihrem erhöohten Rang zukom⸗ menden Insignien. Sadik⸗Pascha ist mit einigen seiner Offiziere auf einem Dampfboote, das uͤbrige Offizier⸗Personal aber nebst den Gemeinen auf dem Großherrl. Kriegsschiffe „Aun⸗Allah“ und sechs Handelsschiffen nach Konstantinopel gesegelt, und be⸗ reits gluͤcklich hier angekommen.“ ““
Sv rtg.hs.g tt gratnS. —. Der Oesterr. Beob. meldet: „Die Post aus Konstanti⸗
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richtet, um ihn zu bitten, einen Muhaßil fuͤr jeden dieser beiden Distrikte zu ernennen, und ihm zugleich mit Freuden angekuͤn⸗ digt, daß die Aegyptischen Truppen sich aus Adana, Larfus und Kuͤlek⸗Bogaz zuruͤckgezogen haben, indem sie aussprengten, daß sie Befehl erhalten haͤtten, sich mit den zu Hama und Homs stehenden Truppen zu vereinigen und bereit zu halten, gegen die Truppen der hohen Pforte zu Felde zu zie⸗ hen. Hadschi Ali Pascha, dem die Treue und Fähigkeir des gegenwaͤrtigen Musselim von Adana, Achmed Bei, be⸗ kannt war, hat ihn provisorisch bestaͤtigt; er hat zu gleicher Zeit den Kapidschi Baschi, Habib Bei, einen Abkommling der alten gutsherrlichen Familie dieser Laͤnder, der sich als Gast bei ihm befand, mit einer gewissen Anzahl Truppen abgeschickt, und auch noch andere Truppen nach Kuͤlek Bogaz aufbrechen lassen, um die⸗ sen Engpaß zu besetzen. Obgleich die Aegypter bei ihrem Abzuge das in Kuͤlek⸗Bogaz befindliche Waffen⸗Depot verbrannt haben, so haben sie dennoch 145 Kanonen und 20 Mörser, nachdem sie selbe vernagelt hatten, zuruͤckgelassen, die saͤmmtlich in die Haͤnde der Ottomanischen Truppen gefallen sind.
Ein am 4. November Abends in Konstantinopel eingetroffe⸗ ner Tatar hat der Regierung Depeschen des Statthalters von Diarbekir uͤberbracht. Zekeria Pascha meldet, daß von sechs Aegyptischen Regimentern, die in Orfa standen, vier (§ bis 10,000 Mann) Befehl erhalten hatten, zu Ivrahim Pascha zu stoßen, daß sie aber unterweges von den Ansaries angegriffen und derge⸗ stalt zerstreut worden sind, daß nur 3000 Mann ihren Weg fort⸗ setzen konnten. Vier bis fuͤnfhundert Mann, die in Marasch waren und sich gleichfalls in Marsch gesetzt hatten, um Ibrahim's Armee zu verstaͤrken, haben ein gleiches Schicksal von Seiten der Kurden erfahren, von denen sie angegriffen und in Stuͤcken ge⸗ hauen worden sind. Zekeria Pascha ist sogleich mit den Ottoma⸗ nischen Truppen von Diarbekir nach den von den Aegyptern ver⸗ lassenen Positionen aufgebrochen, um sie in Besitz zu nehmen.
Briefe aus Damaskus melden, daß das Ledschia und der Houran im vollen Aufstande sind, und daß die Drusen allenthal⸗ ben die Waffen fuͤr die Sache des Sultans ergriffen haben.
Ibrahim Pascha befindet sich fortwaͤhrend in Malaka, wie es scheint, in Erwartung der Truppen, die er an sich ziehen wollte, und welche nun, den obigen Berichten zufolge, nur in sehr verminderter Zahl bei ihm eintreffen koͤnnen.
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Berlin, 24. Nov. Dem Berichte der hiesigen „Armen⸗ Verwaltung“ zufolge, betrug im Jahre 1839 die Durchschnitts⸗ Zahl der in dem neuen Hospital verpflegten Personen 327; die Einnahme 18,806 Rthlr. 19 Sgr. 2 Pf., die Ausgabe 16,438 Rehir. 24 Sgr.; die Verpflegung einer Person 50 Rthlr. 8 Sgr. 2 Pf. das Kapital⸗Vermoͤgen 21,575 Rählr.; die Mortalitaͤt 5 pCt.
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Dauer der Eisenbahn⸗Fahrten am 23. November.
von von Berithn. (St. M.] potsdam. (St.
Um 83¾ Ubr Morgens. — 42 [Um 7 Uhr Ssemses „ 11 ½ ⸗ Vormitt.. — 40 . . 2
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In der Woche vom 17. bis November sind Berlin⸗ Potsdamer Eisenbahn 7279 Personen gefahren.
Meteorologische Beobachtungen. Morgens Nachmuttags Nach einmaltger 6 Uhr. I10 klbr. Beobachtung.
1840.
23. Nevember.
Abends
Lustwarme
Thaupunkt. .
* 189 R. 4,00 R. . 1,40 R. 0,0°0 R. + 1,1 ° A./— 1,40 R. Dunstsangung 86 vCt. 78 vCt. 79 vCt. Wetter trübe. trüde. trübe. Wind. NW NW N. Waͤrmewechsel + 4 09 Wolkenzua — 12 0,0 9. Jagesmittel: 335,62“ Par. + 2,2 0 R. — 0,1 0 R.. 81 „Ct. NW. UIaFEIin Den 24. November. K. Fr. Cour. -2. 8 Brief. Geld. 8 St. Schuld-Sch 4 10351 1031,1 [Sch. d K. u. N Pr. Eugl. Obl 30/ 4 — 100] Fervn Präm Sch dSeech- 78 ½ — 8 Ae6e. 5 Kurmk Schuldv. 32 1021/S — 284 b s 4 Neumk Schuldv. 31 102 1 — 8. - 58 8 Seer vees.-en 4 . 2, . Dauz do in Th — — Ir sap⸗- * Weatp. Fhmmabr. ²4 101 ¾ 101 ¼ [Perl Anb Eissab Grofsb. Pos. do 4 105 2 — Ostpr Pfandbr. 2 102 101] 2 Ponnn do. 21 102 53 8 8
Flußwärme 2,9 9 R. Bodenwaͤrme 6,8 0 R. Ausdünstung 0,027 Rh. Niederschlag 0,029“ Rh.
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Auswärtige Börsen. Amsterdam, 20. November.
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Antwerpen, 19. November.
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nopel vom 4. November, die diesmal wegen der schlechten Wege um zwei Tage spaͤter als gewoͤhnlich eingetroffen ist, bringt fol⸗ genden Auszug aus den Berichten Hadschi Ali Pascha's, Gou⸗ — von Damaskus, der sich gegenwaͤrtig in Konieh be⸗ ndet:
„Die Einwohner von Adana und von Tarsus haben ein Ge⸗ V r Hadscht Alt Pascha ge⸗
Frankfurt a. M., 21. Novrember. 8 Oesterr. 5 % Met. 106 6G. 4 % 92 G. 2 z88
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