1841 / 10 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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ghina eder Tschonkue, das „Reich der Mitte“, wie es von 7 ut wird, dehnt sich etwa zwischen 20— 42 N. den Eingebornen genanz 20 rehehen 8 1rr 119— ven aus und durchzzedt gegen 25 Lane grade (von ungefähr 115— 1400 O. L.). Die Angaben über Ausdebnung und Volksmenge 1 R iches sind, wie das nicht anders seon kann, da dieselben fast F. 78 nur auf apdrertmativen Schätzungen dernben, sehr verschie⸗ 2* 8 möchte immerhin mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit ange⸗ nommen werden fönnen, daß schon das eigentliche Chrna, das and, welches im engeren Sinne diesen Namen trägt, wenigstens sechs⸗ mal Deutschland an Umfang übertreffe, und, wenn wir sämmtliche, von der Chinesischen Regierung abhängigen und derselben unterthäni⸗ gen Landschaften hinzurechnen, so möchte die Annabme nicht übertrie. ben seyn, daß dem Chinesischen Scepter ein Areal, um größer, als das des gesammten Eurepäischen, und eine die Europäische um mehr als überwiegende Berölkerung unterworfen sev. Die Einkünfte des Reichs aber, über welche ebensalls sehr abweichende Angaben existi⸗ ren, werden nach den zuverlässigsten Daten wenigstens auf 80 Millio⸗ nen Rthlr. geschätzt. . 1 Daß innerhalb eines so umfangreichen Gebietes die verschiedenar⸗ tigsten klimatischen und Boden⸗Verhältnisse stattfinden müssen, leuchtet auf den ersten Blick ein. Immerhin aber wird in hinlänglicher Menge Alles hervorgebracht, was zur Sicherung der Existenz der Bevölkerung dient. Im Norden wird ein starker Getraidebau, vornehmlich der An⸗ bau des Weizens, betrieben; in der Mitte und im Süden überwiegt die Kultur des Reises und Thees. Das letztgenannte Produkt steht Uüberdies obenan unter den Gegenständen, die im auswärtigen Verkehr als Ausfuhr⸗Artikel dienen, zu denen außerdem noch vorzüglich rohe Seide, Perlmutter, Schildpatt, Nankin, Porzellan, Kampher, u. a. ge⸗ hören. Im Innern des Landes wird die Communication bedeutend Erleichtert durch zahlreiche Flüsse und deren Nebenarme; vorzüglich wich⸗ tig ist in dieser Beziehung das System der beiden großen Chinesischen Z willingsströme, der „Söhne des Oceans“, des Jantsetiang (blauen

Stroms) und Hoangho (gelben Stroms), von denen der Lauf des er⸗

steren 650, der des letzteren 570 geographische Meilen peträgt. Beide uber werden wiederum unter einander und mit dem Hauptstrome des Nordens, dem Paiho, in der Nähe von Peking, und dem ansehnlichsten

Flusse im Süden, dem Canton berührenden Pekiang, mittelst eines der

großartigsten Canalisations⸗Spsteme, die auf Erden angetroffen werden möchten, in Verbindung gesetzt. .

Die Bezichungen China's zu fremden Ländern sind von jeher sehr geringe gewesen; in stolzer Verachtung des Auslandes und mit dem Gefühle der Selbstgenügsamkeit haben die Beherrscher des himmlischen Reichs es zu allen Zeiten als das Hauptziel ihrer Politik angesehen, jenen Verkehr mit den Fremden möglichst zu vermindern, ja, wenn es anginge, ganz zu vernichten. Deshalb haben sie immer auf das strengste das Verbot aufrecht erhalten, nach welchem ihre eigenen Unterthanen, über eine bestimmte Zeit hinaus, bei Verlust des Bürgerrechts, ja selbst des Lebens, sich nicht aus dem Reiche entfernen dürfen. Aus diesem Grunde besteht der kommerzielle Verkehr der Chinesen mit fremden Nationen, sowohl zu Lande mit dem Russischen Reiche und den übrigen ö Ländern, wie zur See, fast nur in Passivhandel. Ihr Aktivhandel zur See, der in unförmlichen Dschunken, die in der Form des zunehmenden Mondes gebaut und unverhältnißmäßig stark bemannt sind, betrieben wird, erstreckt sich nur bis zur Halbinsel von Malakka. Demnach re⸗ duzirt sich das Feld der Thätigkeit der Chinesischen Handels⸗Fahrzeuge nur auf das sogenannte Chinesische Meer und auf den östlichen Theil des Indischen Oceans.

ur Beurtheilung der jetzt schwebenden wichtigen Frage ist vor⸗ nehmlich eine Veranschaulichung des auswärtigen Seeverkehrs der Chinesen nothwendig. Dieser beschränkt sich auf sehr wenige Punkte. Denn, wenn wir die weniger in Betracht kommenden Häfen von Hiamen und Schanghim, durch welche der Handel mit den In⸗ dischen Inselgruppen vermittelt wird, bei Seite lassen, so bleiben eigent⸗ lich nur noch zwei Hauptylätze des Chinesischen Seeverkehrs übrig, nämlich Ningpo und Canton. Ningpo etwas südlich unter dem vom Hoanaho und Zanthekiang gebildeten Delta liegend und in der Nähe der kürzlich von den Engländern in Besitz genommenen Insel Tschusan, ist deshalb von großer Wichtigkeit, weil von hier aus der Verkehr China's mit Japan, oder eigentlich mit dem Japanischen Hafen Nan⸗ gasabi, betrieben wird. Auf Canton, im Süden des Reichs belegen, auf die im Eingange des Busens von Canton auf einer Halbinsel be⸗ legene Portugiesische Besitzung Makao, hat sich bekanntlich in neuerer Zeit durchaus der Haudel der Europäer mit der gesammten Chinesischen Bevölkerung beschränkt und konzentrirt.

Canton (im Chinesischen Kwang⸗chow⸗foo), die Hauptstadt der gleichnamigen Chinesischen Provinz, liegt unter 230 7 N. Br. und 1330 14 O. L.; die Stadt breitet sich am östl. Ufer des Pekiang aus, der hier etwa die Breite der Themse in der Nähe von London hat. Die Ausmündung des Stroms wird mit dem Namen Bocca Tigris bejeichnet. Innerhalb derselben, nicht weit abwärts von der Stadt, liegt die Insel Whampoa, und weiter füdlich, mehr dem Meere zu, das kleine Eiland Kintin, beide in neuester Zeit durch den von hier aus beiriebenen Schmuggelhandel mit Opium so bekannt geworden; ganz am südwestlichen Ausgange des Busens ist auf einer kleinen nur mittelst einer sehr schmalen Landenge mit dem festen Lande verbunde⸗ nen Halbinsel des Portugiesischen Etablissement Makao (Chi⸗ nesisch Gaon⸗Moon) belegen. Den Europäern ist nur gestattet, die Verstädte von Canton zu betreten, nicht das Innere der Stadt selbst. Südlich von Canton, an den Ufern des Stroms, breiten sich die Fak⸗ toreien der fremden Nationen aus, vor deren jeder die National⸗Flagge aufgesteckt ist. Die umfangreichste und ansehnlichste Faktorei ist schon seit längerer Zeit die Britische.

Der Handel der fremden Nationen mit Canton ist sehr beträchtlicht; er hat in neuerer Zeit fortwährend zugeneommen, und würde ohne Zweifel in noch welt höherem Maaße zugenommen haben, wenn nicht die vielen Beschränkungen von Seiten der Chinesischen Regierung und die

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bindernd entgegenständen. Tretz dieser Hemmungen hat sich Canten dennech zum zweiten Handelshafen des Ostens net en Kalkutta, in diesem Augendlicke vielleicht gar zum ersten empergeschwungen. Denn der Gesammthandel Kalkutta's wurde in dem Jahre 1827 25 auf einen Werth von noch nicht rollen 13 Millonen Pfd. St. abaeschätzt, wäͤhrend man allein den Waarenverkehr der Ostindischen Compaanie, der Englisch⸗Ostineischen Kolomieen und der Nord⸗Amerikaner mit Canton in dem genannten Jabre auf 121 Mill. Psd. St. tarirte. Wie greß das Volumen der umgesetzten Handelsartikel sevn müsse, ergiebt sich aus den Angaben über die Tonnenzahl der in und von Canton ein- und ausgelausenen Schiffe; diese betrug im Anfange der zwanziger Jabre nach den zuverlässigsten Nachrichten gegen 50,9000. Seitdem aber hat sich dieselbe fortwährend gesteigert. Bereits in der Mitte der zwanziger Jahre nahmen allein Britische Schiffe mit einem Tonnengehalte von mehr als 30,000, und im Jabre 1827 28 selbst mit einem Gehalte von 45 50,000 Tons am Verkehr mit Canton Antheil. Alles in Al⸗ lem gerechnet beträgt aber der Antheil Großbritaniens etwa die Hälfte des Gesammt⸗Verkehrs fremder Nationen mit China; „ungefähr ein Viertel kommt auf die Nord⸗Amerikaner, und in das übrige Viertel theilen sich die Fahrzeuge aller übrigen Europäischen Völker, welche nach diesen entlegenen Gegenden hin Handel treiben.

Der Chinesichen Ausfuhrartikel ist oben schen Erwähnung geschehen; die Einfuhrartikel bestehen vorzüglich in wollenen Waaren, die früher besonders in großen Massen durch die Englisch⸗Ostindische Com⸗ pagnie inportirt wurden, in Baumwolle und baumweollenen Manufak⸗ ten, in verschiedenen Metallen, namentlich Eisen, Blei und Zinn, in Glas, Pfeffer und Betelnüssen, in Pelzwerk, einem der vorzüglich⸗ sien Handelsartikel der Nord⸗Amerikaner, und in Opium, dessen Im⸗ portalion bekanntlich den nächsten Anlaß zum Streit zwischen den Eng⸗

ländern und den Chinesischen Behörden gegeben hat. Als eigenthümlich und zu mancherlei Weiterungen Veranlassung

gebend, muß noch die von dem Chinischen Gouvernement vorgeschrie⸗ bene LArt und Weise erwähnt werden, in welcher allein der Handel der fremden mit den Eingeborenen betrieben werden oarf. Sämmtliche ausländische Kanffahrer dürfen nämlich nicht ohne Weiteres unmittel⸗ bar mit den in Canton ansässigen Handelshäusern in Verbindung tre⸗ ten; sie sind vielmehr in vielfacher Beziehung an die Vermiltelung ei⸗ ner geschlossenen Corporation, die den Namen Hong (Bürgen, trägt und aus den angesehensten Kaufleuten des Orts zusammengesetzt ist. gebunden. Solcher gesetzlich bestätigter Hong⸗Kaufleute giebt es nur ungefähr 10; sie leisten für den Kauffahrer, der sih an sie wendet, der Cbinesischen Obrigkeit gegenüber, Bürgschaft in Betreff der richtigen Bezahlung der Einfuhr⸗ und Ausgangs⸗Zöne, so wie für das gute Verhalten der Schisssmannschaften. .

Ais Entgelt für diese ihm gewährte Bürgschaft entnimmt der fremde Schiffer dem Lager des Hong⸗Kaufmanns eine gewisse Quantität von Waaren, gewöbnlich 100 200 Pfd. Sterl. an Werth; hinsichtlich sei⸗ ner übrigen Einkäufe ist er dann nicht weiter gebunden, er setz: sich vielmehr dieserhalb ganz nach Belieben mit irgend einem anderen Chi⸗ nesischen Handelshause in Canton in direkten Rapport.

Naͤch diesen wenigen Bemerkungen über die Natur des Landes und seiner Bewohner, so wie über die Art und den Umfang des aus wärtigen Chinesischen Handels, möchte es nicht unzweckmäßig seyn, in einem kurzen historischen Ueberblicke die bisherigen kommerziellen Beziehungen der Europäer mit China, von dem Zeitpunkte der ersten Berührung an, der Betrachtung zu nuterwerfen. Ein sol⸗ cher Ueberblick wird am füglichsten in den Stand setzen, sich üder den Ursprung des Englisch⸗Chinesischen Streits, so wie über den Charakter und den Verlauf desselben zu orientiren, zu⸗ gleich aber befäbigen, sich ein Urtheil über den muthmaßlichen Aus⸗ gang dieses Kampfes, so wie über die Folgen zu belden, welche der⸗ felbe ebensowohl für oie Britische Macht, wie für die Europäischen und Welt⸗Verhältnisse haben dürfte.

Dauer der Eisenhahn⸗Fahrten am 7. J Abaang

Abgaung von Berlin

Zeiütdauer 88 St. M. Potedam.

8 11 Um 8 ½ Uhr Morgens. 40 [um 7 Uhr Mergens..

11 » Vormitt.. 44 [-⸗10 Nachmitt. 41 82 0 2„ Abends .. 56 10 0 2 ..„ 55

Nachmitt..

Abends.. 8

1 8 8

Die lange Dauer der Fahrt um 1 Uhr von Petsdam wurde durch das Losgehen einer Schraubenmutter an der zugfuͤhrenden Maschine

verursacht.

* Meteorologische Beobachtungen. Morgens Nachmitrags Abends Nach einmaliger 6 Ubr. 2 Uhr. 10 Uhr. Veovacvtung.

1811.

7. Januar.

Luftdruck.. ... 335,30“„Par. 335 37 Par. 335 02 Par. Queltwarme 6,2 90 R. Lustwäͤrme 790 N. 5 20 R. 4 60 R. Flußworme 0,00 R. Thaupunkt ..n. 88“„ R. 6,32°0 R. 5,4 9 R. Bodenwaͤrme 1,90 R. Dunstsattigung 92 vCt. 90 ·Ct. 94 Et. Ausdünstung 0,022“ Rh. Weiter B. haldheiter. heiter. trübe. Niederschlag 0,034“ Rh. Wind W SD SSD. Wärmewechsel 4,69 Wolkenzug .nn. SO. 42 ˙9.

Tagesmittel: 335,26“ Par. 59“ R. 6,8 „R.. 92 pCt. SO

I1

mancherlei Plackereien und Chinesischen Lokal⸗Obrigkeiten

Berliner Börse. Den 8 Januar.

vr. Cour. Hrief. Geld.

105 5 17027 19005 3 10,,0 78¾

Sch. 4 K. R

Hrl. Pata. Kiseut- do do Priar Act.]⁴ Mgd I.pa Kiseat. so do Prioc Acr NRerl Anb Fisenl, do. do. Prier. Aet

8 . Srrb urd⸗Seh. per. Rngl Ohl 3 Präum. Srh. d Seel. 21 Karmt. Schuldv 102 1011 2 Neumk Schuld* 182 1uns! 2 Berl. St dt-In“ 4 103

Dauz ⁴doe in rh.;

Westp Pfaudtbr 4. 101³ 4

Grossb Pos do 105 Ostpr. Pfandbr Ponun. do. 103 1 Kur- u. Neum. do 1033 8 Schlesische do ³⁄ —) 102 Coup. und Zius-

Gold al marvo Neue Dukaten Friedrichsad'or And. Goldwünzen a5 Thl Discont-

101 %

1025 %

Auswärtige Börsen. Amsterdanm, A. Januar Niederl. wirk! Schulg 4915⁄16. 5 % d0 9612. 5 % Span. 229, 16. Passtve Ausg. —. Präm. Sch. —. Pol. —. Oesterr. 103 Autwerpen, 3. Januar Zinsl. —. Neue Aunl. 224 4 Fraunktuct a M., 5. Januar Oesterr. 5 % Met. 105 ½ G. 4 %% 98 G. 2 % %, 50. R 1 % 241 ½ G. Rank-Actien 1919 1917. Partiul-Obl. 158 Hr. 1.0086 29 500 Fl. 1371 ½ 137 ¼. Loose zu 100 Fl. —. Preuss. Präm. Sch. 781 4 G. do. 4 % Anl. 100 E. Poln. Loone 71 ¾ G. 5n, Spau Anl. 24A ⁄½. 24A2 13. 21 Ege IHoll. 48 131 ⁶. 48³ 4 Frisenbahn-Actien St. Germain 630 Br. Versaillen rech- tes Uiter 380 Br do linkes 3000 Br. München-Augsb. 91 kr. Stratsbucg-Basel 235 Br. Leipzig-Dresden 100 ½¶ Br. Köln-Aachen

92 G.

Kanz-Rill. 2115516. Zi si. —. Preunaz.

Hamburg, 6. Januar.

Bank-Actien 1600. Eugl. Kuss. 10,52 4

Koͤnigliche Schauspiele. Sonnabend, 9. Jan. Im Schauspielhause: Der Verraͤther, Lustspiel in 1 Akt, von F. v. Holbein. Hierauf: Phaͤdra, Trauer⸗ spiel in 5 Abth., von Racine, uͤbersetzt von Schiller. In Potsdam: Der Fabrikant, Schauspiel in 3 Abth., von E. Devrient. Hierauf: Der Verstorbene, Posse in 1 Akt, von

Tenelli. 3 Im Opernhause: Die Flucht nach der

Sonntag, 10. Jan. 1 Schwerz, Singspiel in 1 Akt, von C. Blum⸗. Hierauf: Don

Quigxote, komisches Ballet in 2 Abth., von P. Tagliont. Im Schauspielhause: Der reiche Mann, Lustspiel in 4 Abth., von Dr. C. Töpfer.

Koönigsstadtisches Theater. . Sonnabend, 9. Jan. Die Puritaner. Oper in 3 Akten, nach dem Italiaͤnischen, von Friederike Elmenreich. Musik von

Bellini. Des Herzogs Befeh Lustspiel in

DSonntag, 10. Jan. ogs 8 4 Akten, von Ur. C. Toͤpfer. Hierauf: 8* Wiener in Berlin. oltei.

Posse mit Gesang in 1 Akt, von K. von ei. * Montaag, 11. Jan. Die Hochzeit des Figaro. 2 Akten. Musik von Mozart.

Oper in

Markt⸗Preise vom Getraide. Berlin, den 7. Januar 1841.

Zu Lande: Weizen 1— 2 Riblr.2 Sgr. 6 Pf. und 1 Rihlr. 25 Sgr. 8 Pf; Roggen 1 Rthlr. 10 Sar.,, auch 1 Rihir. Sgr. 6 Pf; große Gerste 2 Sgar. 9 Pf.; kleine Gerste 1 Rtblr. 1 Sgr. 3 Pf., auch 25 Sgr.; Hafer 1 Ribir, auch 25 Sgr.; Erbsen 1 Rthlr. 17 Sgr. 6 Pf. Eingegangen find 106 Wiepel 12 Scheffel. Zu Wasser: Weizen (weißer) 2 Rihlr. 7 Sgr. 6 Pf., au h 2 Rih r. 2 Sgr. 6 Pf. und 2 Rihlr.: Roggen 1 Rtblr. 11 Sgr. * Pf., auch 1 Rthlr 8 Sar. 9 Pf.; große Gerste 1 Rihir; Hafer 1 Rihlr., auch 28 Sar. 9 Pf.; Erbsen 1 Riblr. 17 Sgr. 6 Pf., auch Rihlr. 13 Sgr. 9 Pf. (schlec) e Sorte), Eingegangen sind 490 Wis⸗

- pel 6 Scheffel. Mittwoch, den 6. Januar 1851.

Das Schoc Sireh 9 Riblr. 15 Sgr., auch * Rihlr. 20 Sgr. Der Centner Heu 1 Rthlr. 10 Sgr., auch 22 Sar. 8

Branntwein ⸗Preise vom isten bis incl. 7. Januar 1841.

Das Faß von 2 1 rt., nach Tralles 57 pCt., nach Richter 40 pC!., gegen baare Zahlung und sefortige üblieferung, nach Angabe: Kar⸗ toffel⸗Branntwein 19, auch 18 Riblr.

Karloffel⸗Preise. Der Scheffel Kartesseln 20 Sgr., auch 16 Sgr. 3 Verantweortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen. 1u“ —— WGedruckt bei A. W. Hayn

222ꝗvennee

—— Ü

Bekanntmachungen.

Bekannrimachung. Bei der in der Nacht vom 3osten zum zlsten v. M. zwischen Frankfurt a. d. O. und Kressen stattgefunde⸗ nen Beraubung der Berlin⸗Breslauer Güterpost sind auch nachstehend spezisizirte, von dem Königl. . dne Institut für Schlesten neu ausgefertigte Pfandbriefe entwendet worden, auf welchen noch die ÜUnterschrift des Direktors Block fehlt und welche in das Hypothe⸗

kenbuch noch nicht eingetragen worden sind:

) auf Nieder⸗Hermsdorf Lit. B. No. 364 über 1000 Thlr. 1000

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500

500 200 200 200 200

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100 - 1 8 100 8

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2

wasen und Tschwirtschen B. No. 1731 über

200 nebst Coupons Ser. II. Nr. 1. bis 10. über die Zin⸗ 39 sen vom 1. Januar 1841 bvis Ende Dezember 1845. Indem das General⸗Post⸗Amt vor dem Ankaufe borene 8 1 Fvser Har se chen 8 dasselbe einen Jedem, ssaen deeefen a e ö b em sie zu Gesichte kommen, hierdurch auf, solch lich nach Petersburg gewe 1271 8 100 E1“ vPellzet⸗ Pehöre i 3 8. falbm als Meister angestellt à 7 ½ sge. 1 lich davon Anzeige zu machen. 8 Büchsenmacher g. 8 100 * ; den 1.,9 ,gesens. 88 99 keine Nachricht von seinem Leben General⸗Post⸗Amt.

7536 über 100 Thlr. Am 1. März 1841 mird eine K ve0b

7538 100 11,517 50 11,518 50 11,519 50 11,520 50 11,521 50 11,522 50 22,498 25 22,à99 2) 22,500 25 22,501 25 22,502 2⁵

renen Arztes eröffnet.

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vNU NK n u u au u u u N N u M

4295 200 tersburg), 4296 200 7525 100 7526 100

500 Thlr. .

drichsstraße Nr. 20).

mit allen durch diese Heilmethode bedingten Bade richtungen in dem nahe bei Koblenz am Rhein gele⸗ genen Laubbachsthale unter der Leitung eines ersah⸗

Die fast ganz neu errichteten Gebäude enthalten zur Zeit außer dem großen Saale funfzig größere und fleinere Zimmer, welche mit einem ganz neuen Mobi⸗ liar versehen sind. Einem gewandten dies nich * die Oekonomie der Anstalt übergeben, und sind die Preise Matheus Fries für todt erklärt und sein 8n für Logis, Bäder und Kost möglichst 1 iesen werden. Nähere Auskunft ertheilt auf portofreie Briefe

Herr Oswald Sohn in Koblenz. Otto Stahl & Comp. in Königsberg i. Pr., Wilb. Guthmann in Frankfurt a. d. O., G. Schienmann in Stettin (Hoôtel Pe⸗

F. E. Lüdemann in Berlin (Neue Frie⸗

nzeiger fuͤr die Preußischen Staaten.

altwasser⸗Heilanstalt lieb Matheus Fries, als Miterbe, nebst seinen etwa⸗

Ein⸗ nigen Erben und Erbnehmern, hierdurch vorgeladen: sich innerhalb 9 Monaten und spätestens in Per⸗ mino der Funfzehnten Juni 1841, Vorm. 10 Uhr, in dem Geschäfts⸗Lokale des unterzeich⸗ neten Gerichts vor dem Herrn Fürstenthums⸗ Gerichts⸗Rath Fischer perfönlich oder schriftlich zu melden.

Restaurateur ist vermögen

sich 8ee Erben überm

M els, den 29. Mai 1870. a . Herzogl. Braunschweig Oelssches Fürstenthums⸗Ge⸗ richt. I. Abiheilung

Literarische Anzeigen.

Athalie, tragédie de Racine, welche A. W. v. Schlegel für das vollendetste Werk

billig gestellt.

2

7425 Thlr.

ottlieb Matheus Fries,

lichen Bronze⸗Fabr .ge seh

17. Oktober 17 und Aufenthalt gegeben.

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des Dichters erklärt, das, rein von allen Manieren,

17an5 ge⸗ sich dem grofsartigen Styl der Griechen am meisten

Der zu Hels in Sehlesen ö Matheus nähert, erschien im

imente⸗Sattlers, welcher angeb⸗

Képertnire du thüaàtre fr. à Berlin. ei der Kaiser⸗ Pr. für Subskribenten vun 12 No. à 5 sgr., einzein Unter der Presse: Un verre d'eau

soll, hat seit dem par Seribe.

34 Linden. Schlesingersche Buch- u. Musikhdlg.

n Antrag einiger Erben des zu London ver⸗ nerbehen Sebastlan Gottlob Kleinert wird der Gott⸗!

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den gerP2“ Rihtr. Sar. 8 Pf., auch

Sollte dies nicht geschehen, so wird der Gottlieb 4† 8

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Berlin, Sonntag den 10rten Januar

Amtl. Nachr. Inhalt.

8 1““

Ruunt. u. Pol. Dorp. Preotest. Kirche in Kurland. Warse au. Anstalt für arbeitsunfäbige Beitler.

Frankr. Paris. Polemif üder die Reden des Königs am Neu⸗ jahrst. Die Fragen d. Tages nach d. „Revne d. deux Mendes“. Vermischtes. Brief aus Paris.

Großbr. u. Irl. London. Engl. Rechtsstudien des Prinzen Al⸗

brecht. Guizet und Mol6ä. Enalands Gesinn. gegen Frankr.

Frankreichs u. Englanes Stell. in der Portug. Span. Streitfrage.

O'’Connell's erneuerte Agitation. Chartiste⸗Bewegungen.

Pelemuk geg. die Centralisirung

Niederl!. Haag. Ebrenbezeiaungen. Separatisten betreffend.

Belg. Brüssel. Neujahrs⸗Anreden an den Kömg. Eisenbahnen

8* Winter. 6

an. Kiel. Schifffahrt. Deutsche und Dänische Sprache i

nördlichen Schlesmig. sch X“X“ Kassel.

Deutsche nuüundesft.

Eöö

Span. Madrid. Erklärung der Regierung in Bez uf de: Streit mit Portugal. 8 A1X“X“

Port. Lissabon. Vergebl. Mission nach Rem Differenz mit Span. Mangel an Geld und Pferden. Liquidir. der Brit Seld⸗Rückst inde.

Turkei. Konst. Ernennungen. Nachr. aus Damask. Berichte aus dem „Journ. de Smorne.“ Zunebmender Acker⸗ u. Oelbau.

Vord⸗Am. „Starker Scyneefall. Erwarltete Tarif⸗Aenderung.

Inland Räberes über die Ermerdung des Bischoss von Ermland. Bevölkerungs⸗Statistik v. Königsberg. Kunstausstellung in Danzig. Emweibuna d. Kirche zu Sachsenburg.

Wiss., K. u. L. Ber. üb. d. letzte Versamml. d. Deutsch. Gesellschaft.

Kammer Verhandi. über Universi⸗

Amtliche Nachrichten.

Kronik des Tages.

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Kirchen⸗Vorsteher Kohlsurth im Regierungs⸗Bezirk Liegnitz, das All⸗ gemeine Ehrenzeichen zu verleihen geruht.

Den Fabrikbesitzern Herren Gebruͤdern Blaß zu Elberfeld ist unter dem 6. Januar 18il ein Patent auf eine Vorrichtung, um den Nadelstich in Verbin⸗ dung mit einer Jaczuard⸗Maschine zu bringen, in der durch Modelle nachgewiesenen Ausfuͤhrung, fuͤr einen Zeitraum von acht Jahren, von jenem Tage an gerech⸗ net, und den Umfang der Monarchie ertheilt worden. Dem Friedrich Auqgust Metzke hierselbst ist u 6. Januar 1841 ein ET auf eine durch Zeichnun, und Beschreibung nachgewie⸗ sene, in ihrer ganzen Zu ammensetzung fuͤr neu und eigenthuͤmlich erachtere Dreschmaschine fuͤr den Zeitraum von fuͤnf Jahren, von jenem Tage angerech⸗ net, und den Umfang der Monarchie ertheilt worden.

Abgereist: Se. Excellenz der Wirkliche Geheime Rath und Ober⸗Apvellationsgerichts⸗Chef⸗Prasident, von Francken⸗ berg⸗Ludwigsdorff, nach Frankfurt a. d. O.

Der Koͤnial. Daͤnische Kammerherr, außerordeniliche Ge⸗ sandte und bevollmaͤchtigte Minister am hiesigen Hofe, Graf

Re ventiow, nach Neu⸗Strelitz.

DI

RNußland und Polen.

Dorpat, 21. Dez. Professor Ulmann in Dorpat ediairt seit zwei Jahren ein theologisches Nltt: „Mittheilungen fuͤr die evangelische Geistlichkeit in Rußland“. Diesem entlehnt der Hamburger Korrespondent folzende Notizen uͤber den ge⸗ genwaͤrtigen Standpunkt des protestantischen Kirchenwesens in Kurland. „Es zeigt sich immer mehr, heißt es in dieser Be⸗ esn. daß die Religien und mit dieser auch die Kirche vielen

emeindegliedern hier wieder eine Herzenssache geworden ist. Dieses neuerwachte und immer weiter sich ausbreitende reliaioͤse Leben aͤußert sich nicht nur durch fleiziges Kirchenbesuchen, Ord⸗ nung und Anstand beim oͤffentlichen Gortesdienste, zahlreiche Theil⸗ nahme am heiligen Abendmahle, sondern es bewähret sich auch an verschiedenen Orten dadurch als echt, daß die bisher mehr oder weniger herrschenden Volksgebrechen: Unzucht, Trinkzucht, eheli⸗ cher Unfriede und andere sich in fortwaͤhrendem Abnehmen, da⸗ gegen häusliche und buͤrgerliche Tugenden in erfreul chem Zuneh⸗ men zeigen. Ueber Sektenwesen und Separatismus gehen keme neuen Anzeigen ein, und namentlich ist von Mahrischen Bruͤder⸗ Gemeinden im Konsistorial⸗Bezirk dieser Provinz keine Spur zu ermitteln gewesen. Sammtliche Prediger stehen ihrem Amte mit Treue und Eifer vor und sind bemuͤht, durch Ausschm ckung 88 se nalishen Gottesdienstes, durch Gruͤntung neuer Schulen 83 S der a'ten, durch Abfassung und Ueber⸗ 8* 831 Volks⸗ und Kinderschriften, durch Verbreitung -en SHae ihr geistiges Wirken zu besoͤrdern. Im ver⸗ Provinz, id 9 wurden in mehreren Prirat⸗Gemeinden der „theils aus eigenen Mitteln derselben, neue Schulen er⸗

richtet - htet, andere sehen ihrer ehesten Eroͤffnung entgegen, sobald die

bereits de destanirten Lehrer eintreffen und die Schulgebaͤude ganz

vollendet si 8 b

bes 8. uf den vielen Kronguͤern Kurlands ward da⸗ siche Confirmati einzige Volks chule eroͤffnet. Der oͤffent⸗ lichen Berhaltnisse *Unterricht wird uüͤderall, wo es nur gestatꝛen, mit der gebuͤhren⸗

den Sorgfalt erthellt. An mehreren Orten wird derselbe

die ört⸗

jedoch noch durch Mangel eines passenden Lokals beschraͤnkt, an solchen muß dieser Unterrichr in den Kirchen staͤnfinden. An ver⸗ schiedenen Orten der Provinz organisirten sich im vergangenen Jahre acht Huͤlfs⸗Bibelvereine, die sich dem Central⸗Bibel⸗Comite in Mitau anschlossen. Was den äaußern Zustand des Kirchen⸗ wesens betrifft, so muͤssen die alten Klagen uͤber die Baufaͤlligkeit vieler Kirchen hieselbst wieder erneuert werden. In der Selburgschen

Dadcese allein zuͤhlt man solcher Kirchen, worunter sich &8 Kron⸗ In Mitau traten im vergangenen Jahre sieben

kirchen befinden. Hebraͤer zum Lutheraniemus uͤber; es ward mit Konsens des P vovinzial⸗Konsistoriums ein Chebündusß zwischen einer Christin und einem Muhammedaner geschlossen.’

Warschau, 5. Jan.

selben bewilligt. Gestern wurden nun 200 Bettler beiderlet Ge⸗ schlechts, die sich bisher im Warschauer Zufluchts⸗ und Arbeits⸗ hause befanden, dorthin gebracht. aus Gatsbesitzern, welche in der Umgegend ven Gora Kalwarya ansaͤssia sind, zusammengesetzt und am 2Ssten v. M. installirt worden ist, wird die Aufsicht uͤber diese Anstalt fuͤhren, in wesche

nur solche Bettler aufgenommen werden, die wegen koͤrperlicher

Gebrechen oder Altersschwaͤche nicht mehr arbeitsfähig sind.

Frankreich.

Pearis, 4. Jan. Der Koͤnig empfing gestern in einer Pri⸗ vat⸗Audienz aus den Haͤnden von Olozaga die 8 glaubigungs⸗Schreiben, welche denselben als außerordentlichen Ge⸗ sandten und bevollmaͤchtigten Minister der Koͤnigin von Spa⸗ nien bei Sr. Majestat akkreditiren. Nach beendigter Audienz ward Herr von Olozaga von der Koͤnigin und von den Prinzen und Prinzessinnen des Koͤnigl. Hauses empfangen.

Mehrere Blaͤtter melden, daß der Marschall Soult die Ab⸗ sicht haite, als Kriegs⸗Minister eine große Revue uͤber die in und um Paris stehenden Truppen abzuhalten, daß aber die Majori⸗ täͤt seiner Kollegen sich diesem Vorhaben als ganz unzeitig wider⸗ setze. Der Marschall soll nichts destoweniger auf seiner Idee beharren.

Die Reden des Koͤnigs bei Gelegenheit des Jahreswechsels, die noch immer die Spalten der hiesigen Zeitungen ausfuͤllen, finden unter den gegenwaͤrtigen Umstoͤnden eine ganz besondere Beachtung. Die Oppositions⸗Journale bleiben nicht dabei stehen, zu erklaͤren, daß der „Moniteur“ einige wichtige Aeußerungen des Koͤnias unterdruͤckt oder entstellt habe, sondern unterwerfen auch die Worte des Koͤnigs einer scharfen und oft gehaͤssigen Kri⸗ tik. Das Journal des Déhbats wird dadurch heute zu fol⸗ gender Entgegnung bewogen: „Die Angriffe der Journale der linken Seite werden Niemand uͤbe raschen. Da die linke Seite sich in den beiden Kammern, im Lande, in der National⸗Garde und in all den Koͤrperschaften in der Minoritaͤt befindet, die be⸗ rufen sind, Wuͤnsche und Huldigungen am Fuße des Thrones niederzulegen, so ist es ganz einfach, daß die am 1. Januar ge⸗ haltenen Reden nicht nach ihrem Geschmacke sind Die Schmaͤ⸗ hungen, die sich die Journale jener Partei wegen der an den Koͤnig gerichteten und der von dem Koͤnige gehaltenen Reden er⸗ lauben, waren vorauszusehen. Wer hatte aber glauben koͤnnen,

daß die Schriftsteller der linken Seite, die doch am Cnde den

Werth der Worte kennen, es wagen wuͤrden, in bitteren und be⸗ leidigenden Ausdruͤcken dem oöͤffentlichen Unwillen zu bezeich⸗ nen man rathe was? Die Anhaͤnglichkeit an den Frieden, die Liebe fuͤr die Menschheit, den Abscheu vor Blutvergießen. Und dennoch ist dies der Gegenstand ihrer ganzen Polemik. Alle Redner haben ubereinstimmrend der Regierung in der Person des constitutionellen Koͤnigs dafuͤr gedankt, daß er den durch die be⸗ klagenswerthe Unfaͤhigkeit des letzten Kabinets gefaͤhrdeten Frie⸗ den gerettet habe. Wir begreifen, daß die linke Seite daruͤber böͤse ist, daß sie jene Redner beschuldigt, den Koͤnig gelobt und den vorigen Ministern nicht hinlaͤnglich Gerechtigkeit widerfahren lassen zu haben; wir begreifen, daß sie fuͤr die htz⸗ teren Lobspruͤche in Anspruch nimmt, welche der gesunde Sinn des Publikums sich weigert, ihnen zu eriheilen. Aber den Feinden selbst die Taͤuschungen einer kriegerischen Polttik entgelten zu lassen, uͤber seine Anhaͤnger spoͤt ein, semne Wohlehaten herabsetzen und mit einer Art unbarmherzigen Nat⸗ vetaͤt das Bedauern aus druͤcken, welches man daruͤber empfindet, daß man keinen Vernichtungs Kampf mit dem Menschen⸗Geschlecht herbeifuͤhren konnte, das nennen wir eine falsche und ungeschickte Polemik, eine Polemik, die dem Ziele, welches man sich vor etzt, gerade entgegenstrebt; denn am Ende will doch die lnke Seite populair seyn, und jene abgeschmackte und gehassige Protestation gegen den Frieden ist wahrlic, ein schlechtes Mittel, sich populair zu machen. Man glaubt vielleicht, wir uͤbertreiben, und deshalb wollen wir einige Phrasen jener unalaublichen Polemik anfuͤhren: „„Man wird beraerken““, sagt ein Journal, „„daß in allen Reden die Wohl haten des Friedens gepriesen werden. Das Aus⸗ land vernimmt jene Worte, und wenn man ihm bestaͤndig wieder⸗ holt, daß der Frieden unser erstes Beduͤrfniß sey, und daß das Vergießen von Menschenblut uns mit Ab⸗ scheu erfuͤlle, so wird es alle seine Vortheile gegen uns geltend zu machen wissen.““ Der Frieden, ein chrenvoller Frieden ist unser erstes Beduͤrfniß! Ja, allerdings; und warum sollten wir es nicht aussprechen? Warum sollten wir uns fuͤrchten, auch un⸗ sererseits einzugestehen, was alle sremden Kabinette alljäͤhrlich in den diplomatischen Reden, die ihnen zum Oraan dienen, beken⸗ nen? Wenn Europa sagt, daß es den Frieden liebt, warum soll en wir nicht sagen, doß der Frieden das Beduͤrfniß unseres Landes ist? Giebt es irgendwo ein Land, welches auf etwas Anderes als auf den Frieden rechnet, um sich arf eine regelmaͤßige Weite zr entwickeln, um bei sich ein soziaiev Leben zu fuͤhren, um nach

ußen hin an den Wohlthaten der großen Gemeinschaft zwi chen den Nationen Theil zu nehmen? Wenn em solches Land existirt,

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Der Fuͤrst Statthalter hat in der Stadt Gora Kalwarya ein geraͤumiges Gemach, das bieher zur Verfuͤgung der Militair⸗Behoͤrde stand, zu einer wehlthaͤtigen Anstalt fuͤr 200 Warschauer Bettler angewiesen und die noth⸗ wendigen Fonds fuͤr die erste Einrichtung und die Echaltung der⸗ I1

Eine besondere Behoörde, die

so zeige man es uns; aber ums Himmels Willen! daß nur wir

es nicht sind!“

Die Revue des deux Mondes aͤußert sich in ihrer poli⸗ tischen Chronik der neuesten Nummer uͤber die wichtigsten Fragen des Tages in solaender Weise: „Die drei wesentlichsten Punkte jed er politischen Evoͤrterung sind in diesem Augenblicke: die Befestigunz

von Paecis, die von Wien und Berlin aus unserem Kabinet e ge⸗

machten Bemerkungen und endlich die Depelche, welche Herr v.

Nesselrode unserem Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten

hat mittheilen lassen. Wir werden auf den ersten Punkt nicht zuruͤckkommen, Paris befestigen und die Precautiens⸗Ruͤstungen aufrecht halten, ist fuͤr uns eine um so nothwendigere Po’ttik,

als das Gegentheil in unseren Augen eine Schmach und fast eene

Verraͤtherei seyn wuͤrde. Allerdinas wollen wir damit nicht sa⸗

gen, daß Frankreich immer 500,060 Mann auf den Beinen ha⸗ ben muͤsse; aber gegenwewtig ist es eine Nothwendiskeit, die aus

einer tsolirten Lage hervorgeht, higen Stolze, der einer grohen Nation ziemt, finden muͤssen.

in welche wir uns mit dem ru⸗

Das

Ministerium hat auch soͤrmlich erklaͤet, daß seine Intentionen in dieser Hinsicht durchaus den von ihm vorgelegten Gesetz⸗Entwuͤrfen gemß

waͤren, und daß es uͤber jenen Punkt die Meinungen theckte, die wir stets vertheidigt haben. Ueber eine große Frage ist also, dem Himmel seh Dank, alle Welt einig. Man kann daher hoffen,

daß bei Eroͤrterung derselben die Rednerbuͤhne nicht von jinen heftigen Debatten wiederhallen wird, die die Personen an die

Stelle der Dinge setzen. Die Bemerkungen der Kabinerte von Wien und Berlin uͤber unere Ruͤstungen, die uͤbrigens in den passendsten Ausdruͤcken gemacht zu seyn scheinen, hatten, wenn

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wir gut unterrichtet sind, nicht zum Zweck, Frankreich irgend ct⸗

was vorzuwerfen oder ihm sein Recht zu bestreiten, sondern nur ihm vorzustellen,

daß seine Rüstungen die benachbarten Regi-⸗

rungen leider in die peinliche und kostsvpielige Notbdwendigkeit ver⸗

setzen wuͤrde, ihre Streitkraͤfte und ihre militairischen Ausgabe

ebenfalls zu vermehren. weniger auf den einmal beschlossenen Maßregeln, und man ist be

Das Ministerium beharrt nichtsdesto⸗

rechtigt, daraus zu schließen, daß seine Antwort so gewesen ist, wie die Ehre, die Sicherheit und die Wuͤrde Frankreichs es ihr

vorschrieben.“ .

Die Oppositions⸗Journale hatten beim Eintritt des Herrn Thiers in das Kabinet die Großmuth gepriesen, mit welcher

derselbe auf die 12,000 Fr. Verzicht geleistet habe, welche da

Gesetz jedem neuen Minister zur ersten Einrichtung bewilligt. Die Presse behauptet heute, daß sich bei Durchsicht des Bud⸗

gets von 18:0 ernabe, daß Herr Thiers zwar allerdings jene

12,000 Fr. nicht in Folge einer besonderen Ordonnanz, wie e

das Gesetz verlange, erhoben, wohl aber diese Summe unter 4

einer Menge anderer Supplementar⸗Kredite mit aufgesuͤhrt und

bezahlt erhalten habe.

Der Messager enthaͤlt Folgendes: „Eine sehr seltsame

Klautel in dem Heiraths⸗Kontrakte zweschen der Prinzessin Mathilde von Montfort besagt:

Herrn Demidoff und daß der Degen

Franz l., der durch das Testament von St. Helena in den Besitz

Hieronymus Bonaparte's gekommen ist, mit zur Aussteuer der Prinzessin gehoͤre, und daß diese Waffe ihren dereinstigen Kin

dern oder deren Nachkommen zufallen, und salls die Ehe kinder

los bliebe, dem Grafen Anatole Demidoff selbst anheimfallen solle.

Gegen diese B stimmunz hat ein in Florenz an vesender Fran⸗ zose, Herr Pons, sowohl bei dem Franzoͤsischen Gesandten ais

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bei dem Prinzen Hieronymus protestirt, da Napoleon nicht das 8

Recht gehabt habe, uͤber ein Denkmal der Feann oͤsischen Ge⸗ schichte, welches durch die Franzoͤsi chen Wafen wieder erobert worden sey, wie uͤber ein Privat⸗Eigenthum zu verfuͤgen, und da uͤbe dies sein Wille durch eine Klausel, welche das Schvwvert Franz I. in die Haͤnde eines Russischen Uaterthans liefern koͤnne, offenbar verkannt worden sey.“ 3 Die Baronin Feucheéres hat jedem ihrer drei Testamen’s Vollstrecker en Legat von 100,000 Fr. ausgesetzt. Herr 0

Barrot hat erklart, daß er dieses Vermechtniß zur Verfuͤgung

des hiesigen Watsenhauses stelle. Boͤrse vom 4. Januar.

An der Boͤrse wurde heute auf

positive Weise versichert, daß die Entwaffnung begonnen habe, und da man in den Reden des Koͤnigs am Neujahrstage die Bestatigung dieser Nachricht zu fianden glaubte, so stellten sih

zahlreiche Kaͤufer fuͤr alle Fondsgattungen ein. Die Zproc. Rente, welche am Sonnabend zu 76. 80 geschlossen hatte, stieg bis au 77. 75; und die 5proc bis auf 112.

*Paris, 4. Jan. Bis j tzt ist noch keine Entwaffnung

ersolgt. Die obere Militair⸗Behoͤrde hat in mehreren Truppen theilen theilweise Beurlaubungen eintreten lassen, aber eine rege maͤßige Verminderung der Streitkrafte, eine systematische Aende rung der Ruͤstungen ist noch nicht eingetreten. Dem setzigen Kinisterium stehen zu solchen Maßregein bedeutende Schwieria ten entgegen und diese sucht man dem Auelande gegenuͤber jet

ltend zu machen, um mit der Zeit vielleicht neue Elemente des

iedens zu gestalten. Was die Entlassung einer großen Anzahl

n ausgedienten Soldaten anbetrifft, so erklaͤrt sich dies dadurch, ß in diesem Augenblick die seit 1833 dienenden Militairs ihr

Jahre uͤblicher Dienstzeit vollendet haben und jetzt also, den zanzoͤsischen Militair⸗Gesetzen zufolage, in ihre Heimath entlasser roen muͤssen. Dieser Umstand darf also nicht als eine polttisch Taßregel betrachtet werden, er ist vielmehr eine bloß administra

. Von der zahlreichen Pariser Garnison sind gegen 4000 Mann ausgeschieden. In der ganzen Armee kann die Klasse von 1833, welche jetzt ausscheidet, gegen 50,000 Mann betragen. Der Franzosische Militair⸗Etat wuͤrde also nach den unter dem

Ministerium erlassenen Einberufungen jetzt nicht die Zahl von

ungefähr 400,000 üuͤbersteigen. Die Regimenter enthaften aber sine bedeutende Anzahl ganz junger Soldaten und viel 3 —4mo⸗

tliche Rekruten.

Die Geruͤchte einer Ministerial⸗Aenderung zu Gunsten des rafen Molé sind eine natuͤrliche Folge der schwierigen Stellung s jetzigen Kabinets. Etwas fruͤder oder spaͤter ist Gras Mols