7 8 atzung von Gibraltar und das Blokade⸗Ge⸗ ö Lord Collingwood empfangen, ohne welche jenes Geschwader nicht dort haͤtte bleiben koͤnnen und die Schlacht von Trafalgar vielleicht unmoͤglich geworden wäre. Die „Times“ fordert daher die Regierung auf, diesem Gegenstand ihre Aufmerksamkeit zu widmen, denn es koͤnne die Zeit kommen, wo man den Verlust der Unterstuͤtzung eines Alliirten, wie der Kaiser von Marokko, schwer empfinden werde.
Ein Englischer Tourist im Orient schreibt aus Nicaäa vom 12. Dezember: „Commodore Napier gilt den Arabern, denen solche Vihne Charaktere zusagen, als ein zweiter Loͤwenherz oder Sultan al Kebir Bunabarde. Auch ist er bereits der Gegen⸗ stand des Volksaberglaubens geworden: man legt ihm ein durch
Zauber gefestigtes Leben bei, dem weder Stahl noch Blei etwas anhaben kann. Wenn eine Schlaͤcht vorbei ist, knopft er, so er⸗
zaͤhlt man sich, seinen Rock auf und schuͤttelt ein Dutzend Kugeln heraus, die ihn wohl getroffen, aber nicht verletzt haben. Fer⸗ ner, wenn er vor seinen Soldaten herreitet, so spießt er, wie die fahrenden Ritter Ariost's, ein Paar S auf und trägt sie wie ais . an der Lanze uͤber die Wahlstatt.“
er Times schreibt man aus Paris, seitdem die Franzoͤst⸗ sche Regierung freundschaftliche Mittheilungen aus St. Peters⸗ burg und freundliche Vorstellungen aus Wien und Berlin uͤber die Ausdehnung der Ruͤstungen Frankreichs erhalte, traͤfen auch aus London Versicherungen ein, welche eine merkliche Milderung in der beharrlichen Gesinnung Lord Palmerston's meldeten; der edle Lord erkenne selbst die Nothwendigkeit auf Seiten des Bri⸗ ischen Kabinets an, einige Konzessionen zu machen, und weiche nicht vor der Gelegenheit zuruͤck, die sich ihm darbiete, aus freien Stuͤcken einen Friedens Antrag auf dem Altare der Freundschaft niederzulegen; die Mission Baron Mounier's nach London sey bei weitem nicht so ohne Erfolg gewesen, wie man es behauptet habe; man erwarte im Gegentheil viel von den Bemuͤhungen des Herzogs von Wellington und von der Geschicklichkeit des Herrn Mounier. Der Korrespondent der „Times“ bemerkt fer⸗ ner: „Ich habe allen Grund, mittheilen zu koͤnnen, daß Koͤnig Ludwig Philipp neulich nach einer Besprechung mit einem di⸗ plomatischen Agenten sich dahin aͤußerte, er koͤnne wohl hoffen und erwarten, daß die Londoner Konferenzen bald wieder wuͤr⸗ den aufgenommen werden, und daß die orientalische Frage eine Löͤsung zur allgemeinen Zufriedenheit sämmtlicher Großmäͤchte er⸗ halten werde. - Die Befestigung von Paris wird von der Times in mili⸗ tairischer Hinsicht fuͤr ein verkehrtes Unternehmen, und in politi⸗ scher fuͤr ein die Freiheit des Franzoͤsischen Volkes selbst bedro⸗ hendes erklaͤrt; aber, meint dieses Blatt, wenn die Franzosen
etwas so Unsinniges ausfuͤhren oder sich gefallen lassen wollten, so 888 das England und die andern Staaten nichts an, denn e
diese wuͤrden dadurch nicht beeinträchtigt. Sir Andres Agnew, das bekannte Parlaments⸗Mitglied, hat kuͤrzlich eine Art Umlaufschreiben an die Geistlichen der verschie⸗
denen Presbyterien in Schottland gerichtet, worin er sie zu er⸗
neueter Agitation in Bezug auf die Sonntagsfeier auffordert. Dieses Umlaufschreiben, welches von einigen Schottischen Zeitun⸗
gen veröffentlicht wird, berichtet unter Anderem, der General⸗Post⸗ meister sey entschlossen, den Postenlauf auch am Sonntage durch⸗ süseten, wie sehr dies auch den Statuten und Gesetzen Schott⸗ ands zuwiderlaufe. “
8 ½ 8
London, 28. Dez. (A. Z.) Zu En e des naͤchsten Monats
wird das Parlament eroͤffnet, und zwar unter ganz neuen Ver ⸗, haͤltnissen fuͤr die Whigs; zum erstenmat, seit sie am Ruder sind, bildet die auswaͤrtige Politik den Gegenstand von der hoͤchsten
Wichtigkeit, gegen welchen alle inneren Fragen in den Hinter⸗ grund treten. Den Unterschied zwischen Whigs und Tories hatte der Zeitlauf schon bedeutend vermindert; was blieb, war haupt⸗ sächlich die auswaͤrtige Politik, der Europaͤische Friede und die Franzoͤsische Allianz, welche die Whigs noch von den Tories zu unterschetden schienen. Dieser letzte Unterschied ist weggefallen, nnd nur durch die entschiedene Unterstuͤtzung der Tories koͤnnen die Whigs hoffen, die Abtruͤnnigen im eigenen Lager zu uͤber⸗ winden. Zu den fruͤheren Gegnern hat sich nun auch Dr. Bow⸗ ring geschlagen, von welchem ein Artikel in der letzten Nummer des „Westminster Review“ uͤber die auswaͤrtige Politik Englands herruͤhrt. Die „Morning Chronicle“ war sehr ungehalten dar⸗ über und meinte, der Verfasser und seine Coterie haͤtten schon viel Unheil angestiftet; welcher Art das Unheil war, liegt schon im Vorhergehenden, die Unzufriedenen unter den Anhäangern der Whigs, und besonders die Mitttelklassen haben einen guͤnstigen Anlaß erhalten, Opposition gegen die Whigs zu machen, ohne den Chartisten direkt in die Haͤnde zu arheiten. Die Whigs waren die Fuͤhrer in einer ihnen fremden Angelegenheit; selbst der Land⸗Aristokratie angehoͤrend, vertreten sie die Interessen der Mittelklasse, Versöhnung und Vermittelung zwischen beiden be⸗ aufichtigend, nicht aber Sieg der letzten uͤber die erstere. Die Mittelklasse, wenn auch nicht mit vollem Bewußtseyn, will voll⸗ ständigen Sieg, aber die Furcht vor den unteren Klassen und ihre eingewurzelte Abneigung gegen ploͤtzliche Aenderung wirkte als Hemmschuh. Die Abschaffung der Korngesetze, welche ein einpfindlicher Schlag fuͤr die Land⸗Aristokratie ware, wurde mit ziemlichem Eifer angeregt, — und dies ist ein reiner Streit zwi⸗ en Mittelklasse und Aristokratie, — aber doch nicht mit solcher Eatschiedenheit, daß man den Whigs auch hier nicht die Aussicht auf die Rolle des Vermittlers gelassen haͤtte. Die Whigs zu stuͤrzen, dazu fehlte die Lust, weil dies dem eigentlichen Gegner, den Tortes, zum Sieg verhelfen hieß. Auf der einen Seite die Tories vom Ministerium zuruͤckzuhalten, und auf der anderen die ungestuͤme Ripalitaͤt der unteren Klassen niederzudruͤcken, war die Politik der Mittelklassen, weiche durch diese Regationen nach beiden Enden einer gewissen Apathie und Unthaͤtigkeit nicht ent⸗ gehen konnten. Die Abneigung gegen die Tories und der Ehr⸗ geiz sind aber einmal da, und wo sene Negatioͤnen nicht hem, men, machen sie sich Luft. Aus diesem Gesichtspunkte muß man die sjetzige auswaͤrtige Politik der Whigs betrachten, um ihre Ein⸗ wirkung auf den Stand der inneren Angelegenheiten zu verste⸗ hen: man hat einen Anlaß gefunden, Opposition zu machen, ohne di. vekt in eines der beiden erwaͤhnten Extreme zu verfallen. Die Mittelklasse hat ihre Opposttionslust und ihre Interessen; zu den letzteren muß man ganz besonders ihre Abneigung gegen allen Krieg zaͤhlen; der Handel verlangt Frieden, denn der Krieg erzeugt Korsaren, welche in den Kauffahrteischiffen aute Prisen finden. Es gab eine Zeit, wo Lord Palmerston bestimmt einen Krieg gegen Rußland einzuleiten suchte, aber das Publikum blieb theilnahmlos oder stimmte wenigstens nicht mit der erforderli⸗ chen Energie bei. Eben so wenig darf man gtauben, daß irgend eine Klasse von Enaländern eine besondere Vorliebe fuͤr die Franzosen hegte. Die Franzosenliebe ist eben so gering als der Russenhaß; die Liebe zu sich selber nimmt heim Englaͤnder zu viel Raum ein, als daß noch viel fuͤr andere Nationen zu lieben oder hassen brig bliebe. Die Whigs haben die auswaͤr⸗
“
8
e tige Polttik der Tories angenommen, und das liegt ihren fruͤhe⸗ ren Anhaͤngern allein am Pehen. Eine Abneigung der Mittel⸗ klassen gegen die Whigs existirte schon lange, und sie hat jetzt nur einen guͤnstigen Anlaß zum Ausbruche erhalten. Doch hieße es England und die Verhaͤltnisse mißkennen, wenn man ein schleu⸗ niges Resultat erwartete. Die Tories werden den Whigs in der naächsten Session zu Huͤlfe kommen, und mit einigen Reden ist die Sache abgethan, im Parlament wenigstens, und das jetzige 8 noch vier Jahre por sich, ehe es erneuert wird. Aber die
higs hahen ihre Anhaͤnger außerhalb des Parlaments verloren, und das Resultat der naͤchsten Wahlen laͤßt sich voraussehen, um
respondenz mit den anderen Kollegien, der Assessor E. Collin ist zum wirklichen Assessor ernannt, doch ohne Unterschrift und mit der Verpflichtung zum Referat und der Expedition. Auch die General⸗Zollkammer zerfällt in drei Sectlonen, woruͤber schon das Naͤhere berichtet ist. — Die Finanzrechnungen fuͤr 1839, die jetzt abgeschlossen sind und bald veroͤffentlicht werden sollen, zeigen einen Finanzuͤberschuß, der in diesem Jahre mehr als 2 Mill. Reichs⸗ bankthaler betraͤgt Das Budget fuͤr 1841 wird bearbeitet und duͤrfte wahrscheinlich im Laufe des kuͤnftigen Monats veroͤffentlicht werden. 85
so mehr, als die radikale Partei ganzlich desorganisirt ist, so daß
fuͤr die Opposition nur die Rolle der Unthaͤtigkeit bleibt, und das als den Tories den Sieg nicht zu bestreiten. Der
ist so viel, eigentliche Anreger der olland; wiewohl die
riedens⸗Politik war der verstorbene Lord
welcher ein genauer Freund Lord Holland's war, ging neulich in einer Gesellschaft so weit, zu sagen: der Gram uͤber die Aenderung getoͤdtet. Der „Examiner“, welcher durch Lord Holland zu den Whigs hinuͤbergezogen wurde, brach mit ihnen und macht jetzt entschiedene Oppositidn gegen sie. Zu diesen Gegnern ist jetzt auch )r. Bowring getreten, und somit steht so viel wenigstens fest, daß bei diesem Anlaß die Whigs die talentvollsten ihrer Anhaͤnger verloren haben. Der Streit hat schon von beiden Seiten einen solchen Grad von Leidenschaft⸗ lichkeit erreicht, daß eine Aussoͤhnung nicht mehr denkbar ist. Die politische Ansicht, welche diese Abtruͤnnigen von der aus⸗ waͤrtigen Politik Englands haben, laͤßt sich in wenigen Worten angeben. Nach Dr. Bowring — in dem erwaͤhnten Artikel, der großes Aufsehen, gemacht hat — waͤre die Pforte unfaͤhig, Sy⸗ rien zu regieren; die drei Schutzmächte, nehmen, bis die beiden ersten ersten es uͤberdruͤssig wuͤrden und Rußland das Geschaͤft allein uͤberließen. Argument Dr. Bowring's. — 1 ist eine andere noch allgemeinere beizufuͤgen, welche schon im „Examiner“ angedeutet wurde: man behauptet, Frankreich und Ruß⸗ sand wuͤrden sich verstaͤndigen und allen Einfluß auf Asien, mit Ausschließung Englands, unter sich theilen; wobei vorausgesetzt wird, daß Frankreich, durch Enthaltung von aller Kontinental⸗ Politik, Oesterreich und Preußen zufrieden stelle und sein Augen⸗ merk nur auf Syrien, Aegypten und das Mittellaͤndische Meer richte. Inwiefern eine solche Politik von Seiten Frankreichs wahrscheinlich und ausfuͤhrbar waͤre, gehoͤrt nicht hierher, — ge⸗ nug, dies ist die Ansicht einer muza Partei, welche sich von den Whigs abgetrennt hat und welche allein eine neue Opposition im Pariament bilden kann, wenn eine solche aus den Truͤmmern der alten Whig⸗Partei erstehen sollte. v1111.4“
5 e.
Bruͤssel, 4. Jan. Der Moniteur Belge, der alljaͤhr⸗ lich die auf den Eisenbahnen vorkommenden Unfaͤlle mit Angabe des Fabrikanten, der die gesprungene Maschine oder den beschäͤ⸗ digten Dampfkessel verfertigt hat, mittheilen muß, kuͤndigt heute an, daß auf allen Eisenbahn⸗Linien
1840 kein Ungluͤcksfall vorgekommen ist ). ““
Hehartktkt. Die Veraͤnderungen
Kopenhagen, 2. Jan, (L. A. Z.) Die in den hiefigen Regierungs⸗Kollegien sind jetzt offiziell be⸗ kannt gemacht. Sie betreffen nicht bloß ein einzelnes Ver⸗ waltungs⸗Kollegium, sondern namentlich alle diejenigen, welche fuͤr die finanziellen, kom mer jellen, industriellen und landoͤkono⸗ mischen Interessen, kurz fuͤrs gesammte Kameral, und Finanz⸗ fach bestehen, naͤmlich die Rent⸗Kammer, die Staatsschulden⸗ Direction, die Finanz⸗Deputaͤtion, die General⸗Zoll⸗Kammer und das Kommerz⸗Kollegium. Alle diese Kollegien, welche bisher fuͤr Koͤnigreich und Herzogthuͤmer nicht getrennt waren, wie dies bei den Kanzleien, oder den Ministerien fuͤr Inneres, Justiz, Polizei, Kultus und öffentlichen Unterricht der Fall ist, schei⸗ nen nach der neuen Reform zwar noch. gemeinschaftlich mit kol⸗ legtalem Zuschnitte fortzudauern, behalten wenigstens ihre bishe⸗ rigen Namen bei, wie auch bei wichtigern Sachen die kollegiale Verhandlungsweise, aber man hat die Vortheile der departementalen Verwaltung fuͤr die laufenden Sachen dadurch zu erreichen ge⸗ strebt, daß man in jedem Kollegium besondere Sectionen nach den einzelnen Regierungsbranchen sowohl fuͤr das Koͤnigreich als die Herzogthuͤmer errichtet hat, deren Chefs die zu⸗ ihren Depar⸗ tements gehoͤrenden Angelegenheiten auf eigne Verantwortlichkeit leiten und erledigen. Daneben sind die Revisions⸗Geschaͤfte von den Expeditions⸗Geschaͤften voͤllig getrennt und auch erstere beson⸗ deren Deputirten anvertraut, die jedoch bei Behandlung der son⸗ stigen Sachen keine Stimme haben. In Folge dieser Einrich⸗ tung sind manche der fruͤhern Kollegienraͤthe, deren Zahl mit der Zeit ungebuͤhrlich angeschwollen war, quiescirt worden und wenn auch die Direktoren dieser Kollegien fuͤr die Zukunft noch bleiben, so haben sie doch in Folge der selbststaͤndigern Stellung der Departements⸗Chefs mit den ihnen untergeordneten Kommittirten hinfuͤhro nur eine Oberaufsichtuͤber den ganzen Geschaͤftsgang des Kol⸗ legiums und das Referat an den Koͤnig. Die Rent⸗Kammer hat dem⸗ nach von gestern an qußer dem Direktor drei Deputirte und Sectionschefs; den Grafen C. v. Moltke fuͤr die Herzogthuͤmer Schieswig, Holstein und und Unsgaard fuͤr das Koͤnigreich; außerdem einen General⸗Re⸗ visor fuͤrs Koͤnigreich, Konferenzrath Kongslew, und einen fuͤr die Herzogthuͤmer, Etatsrath Kirchstein, doch haben diese so we⸗ nig wie die drei Kommittirten, wozu der Auskultant T. A. Hoppe und die Justizraͤthe Grothusen und Povelsen ernannt sind, Stimme im Kollegium. Aus der Rent⸗Kammer abgegangen sind die Konferenzraͤthe Collin und Rethe, die Etatsraͤthe Esmard, Buch und Hansen. Die drei Departements der Staats⸗Schul⸗ den⸗Direction sind so vertheilt, daß außer dem Konferenzrath Holten, unter dem die auswaͤrtigen Zahlungen stehen, der Konferenz⸗ rath Fog das Departement fuͤr die Schuldsachen, der Etatsrath Johnsen das fuͤr die Daͤnischen und Westindischen Aktiven und der Kammerherr Hauch das fuͤr die Herzogthuͤmer erhaͤlt. Letzterer bekommt auch, da die Staatsaktiven in den Herzogthuͤmern nicht eben bedeutend sind, die Revision mit. Drei Kommittirte sind hier nicht ange⸗ stellt, pielmehr drei Assessoren abgegangen. Die Finanz⸗Deputa⸗ tion wird als solche von der Rent⸗Kammer getrennt, der Konfe⸗ renzrath Collin, welcher aus der Rent⸗Kammer ausgetreten ist, übernimmt die Aufsicht uͤber alle Sachen der Finanz⸗Deputation im Allgemelnen Graf E. von Moltke erhält die Aussicht uͤber die Fmanzsochen der Herzogthumer und der Etatsrath Holm dee Abfassung der Budgers und die zu dem Ende erforderliche Kor⸗
1*) Auch die neueste Posz auß Pelgien und Holland ist heute aus⸗
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88
hatsache jetzt zum Theil bestritten wird, ist sie doch gewiß. Der bekannte Banquier und Dichter Rogers,
in der auswäaͤrtigen Politik habe Lord Holland ugs — Ia. Dieselbe sfiel auf die Herren J. v. Maffei, Lippmann Marx,
uͤber die naͤmliche Frage
Isidor aus Augsburg.
Herren
Oesterreich, England und Rußland wuͤrden sich genoͤthigt sehen, diese Last auf sich zu
Das ist das Haupt⸗
Zur Vervollstaͤndigung dieser Ansicht - — 5 8 Jahres 1835 bildete sich je zu Muͤnchen und Augsburg ein Ver⸗
ein von . jeder zu dem Zweck, eine Eisenbahn
Belgiens waͤhrend des Jahres
Lauenburg und die Etatsraͤthe Lund
durch den bei der juͤngsten General⸗Versammlung der Actionaire der Muͤnchen⸗Augsburger Eisenbahn⸗Gesellschaft konstituirten Ver⸗ waltungsrath die Wahl des geschaͤftsleitenden Direktoriums vor⸗
genommen, welches nach den Statuten aus 7 Mitgliedern besteht,
von denen P einschluͤssig des Vorstandes und seines Stellvertre⸗ ters ihren Sitz zu Muͤnchen und 3 zu Augsburg haben muͤssen. J. v. Mayer und Dr. Michael Zaubzer sen. aus Muͤnchen, dann Obermayer, Karl Zu Ersatzmaͤnnern wurden gewaͤhlt die Karl Freiherr v. Eichthal und Richard Schroͤder
*Mauͤnchen, dann Paul v. Stetten und Dietrich Erzber⸗ ger aus Augsburg. Den Vorstand und Stellvertreter wer⸗ den diese Mitglieder in Gemaͤßheit der Gesellschafts⸗Satzungen erst noch aus ihrer Mitte zu waͤhlen haben, sobald die Annahme der Wahl von Seite jedes Einzeinen erklaͤrt ist. Wie man aus glaubwuͤrdiger Quelle versicherte, kam bei dieser Versammlung auch der Vorschlag ein, den Betrieb der Bahn einem eigenen Be⸗ amten mit ausgedehnten Vollmachten unterzuordnen, und dieser Vorschlag wurde einstimmig zum Beschluß erhoben. — Dem zum Druck angekuͤndigten Rechen chafts⸗Bericht entnehmen wir, so⸗ weit wir demselben bei dem oͤffentlichen Vortrage zu folgen im Stande waren, vorlaͤufig Folgendes: In der zweiten Haͤlfte des
zwischen Muͤnchen und Augsburg zu errichten, und die zum Bau noͤthigen Gelder durch Actien⸗Emission aufzubringen. Seine Majestaͤt der Koͤnig geruhten, diese Absicht mit Wohlgefallen zu enehmigen, und beide Comite's vereinten sich noch vor dem
chlusse desselben Jahres zur gemeinschaftlichen Ausfuͤhrung des beiderseitigen Planes. Am 18. Juni 1836 wurde durch Aller⸗ hoͤchstes Reskript die Bahnlinie in der Richtung von Augsburg
uͤber Merching, Hochdorf, Untermalching, Olching, Lochhausen
bis gegen Muͤnchen bestimmt. Am 3. Juli 1837 erhtelten die von den zwei Comits⸗Sectionen zu Muͤnchen und Augsburg vor⸗ gelegten Statuten⸗Entwurfe fuͤr die Gesellschaft die Allerhoͤchste
Genehmigung und unter gleichem Datum wurde auch das Ver⸗
haͤltniß der kuͤnftigen Eisenbahn zur Koͤnigl. Post⸗Anstalt geordnet. Sofort am 23sten desselben Monats und Jahres konstituirte sich der Verwaltungs⸗Rath und waͤhlte das Direktorium, dessen Auf⸗ gabe war, den Bau zu fuͤhren und bis zur Vollendung der Bahn die Geschaͤfte zu leiten. Ai 28. Dez. desselben Jahres genehmigte der Verwaltungs⸗Rath die vom Direktorium vorgelegten Bauplaͤne und Kostenvoranschlaͤge; unter gleichem Datum wurde der Bau⸗Direk⸗ tor in der Person des Bauraths Himbsel gewäaͤhlt. Plaͤnen, denen eine Laͤnge von 205,235 Fuß oder 16 ½ Stunden, und eine mitt⸗ lere Steigung von 1 auf 38 , indem Muͤnchen um circa 146 Fuß hoͤher liegt als Augsburg, der Hattenhoferberg aber und das
sogenannte Haspelmoos die Hoͤhe von Muͤnchen um 88 Fuß und “ jene von Augsburg um 234 Fuß überragt, uͤberdies aber gewisse
fixe Punkte,
.B. Lech, Paar, Maisach ꝛc. eine beliebige Ver⸗ theilung der Steigung nicht nach Wunsch gestatten. Der groͤ⸗ ßere Theile dieser Bahnlaͤnge fuͤhrt durch Moos, welches in vier Abtheilungen sich scheidet, und insbesondere in dem oberen Has⸗ pelmoose eine gefuͤrchtete, in dem Moose bei Germersschwang und Malching eine sehr schwer zu bewaͤltigende Stelle bot. Un⸗ mittelbar nach der vorerwaͤhnten Genehmigung der Bauplaͤne wurde der Material⸗Ankauf, der Grunderwerb und sodann der Erdbau be⸗ gonnen, letzterer zuerst am 9. Februar 1838 in der Gegend von Lochhausen, im April darauf im Burgfrieden Augsburgs. Die Arbeiten auf dem Terrain wurden nun an 5 bis 6 Punkten er⸗ oͤffnet, fortgefuͤhrt und am 3. September desselben Jahres 1838 auf der fertigen Strecke von Augsburg bis zur sogenannten In⸗ sel (Spikeh) in einer Laͤnge von etwa 8000 Fuß die Fahrt mit 1S fuͤr das lustfahrende Publikum eroͤffnet. Am 14. eptember 1839 erfolgte die Eroͤffnung der Bahnfahrten mit Lokomotiven von Muͤnchen aus bis nach Lochhausen; im Oktober desselben Jahres bis nach Olching, und im Beginne des De⸗ zembers nach dem 6 Stunden entfernten Maisach. Am 22. Mai 1840 wurde wieder die weitere Strecke bis Nann⸗ hofen dem Fahrbetriebe unterstellt, am 14. September bis Althegnenberg, und am 4. Oktober gelangte die ganze Bahn bis Augsburg zur Fahrbarstellung. Die Personen⸗Frequenz betraͤgt bis zur Fahrt⸗Eroͤffnung nach Augsburg 158,169 Perso⸗ nen mit einer Einnahme von 71,882 Fl. 22 Kr.; mit Einschluß der Monate Oktober und November, aber bis Augsburg (also im Ganzen bis Ende November 1840) 194,346 Personen mit 110,373 Fl. 34 Kr. Die Ausgaben belaufen sich bis zu gleichem Zeitpunkte mit Novembers Ende auf 74,906 Fl. 51 Kr., und 8 ergiebt sich somit ein Einnahme⸗Ueberschuß von 35,466 Fl. 47 Kr. Der Bedarf an Feuerungs⸗Material fuͤr eine Fahrt nach Augsburg oder umgekehrt betraͤgt bei dem jetzigen Gebrauch⸗ von Kohlen gegen 30 Fl. Die Gesammt⸗Einnahme der Fes schaft sowohl aus dem urspruͤnglich emittirten Actien⸗Kapital⸗ if s aus dem spaͤter noͤthig gewordenen Anlehen und den sonstigen Zufluͤssen ent⸗ 1 . [14,445 41S, er. die Gesammt⸗Ausgaben ziffern sich zu 4,114,445 Fl. 48 ½ Kr.; die in Kasse⸗Akti auf 3,942,862 Fl. 41 ½ Kr., so daß sich daraus ein Aktiv⸗ Rest von 171,583 Fl. 7 Kr. ergiebt. tritt nach der von der Direction an d Uebersicht ein weiteres 8 1 brauch zefindlichen Immobilien ( s 38G 82 28 e schaften im Schätzungs⸗Betrage zu 322, 5 Kr. stelt. r.
sich das ganze Aktivum auf 594,212 Fl.
n, 7. Jan. Am 18. Dezember starb, in seinem 76. Hhte, vom Schlage getroffen, der ehemalige Botschafter Ferdinand's VII. von Spanien am St. Petersburger Hofe Don Juan Mig. Paez de la Cadena, der seit der Zeit, des Buͤrger⸗ krieges in seinem Vaterlande fast immer hier lebte und durch seine wohlwollende Gemuͤthsart und durch seine noch ungemein
ic, Actionaire ausgegebenen
se Konseoe und Femninise Alta) die thn ather kanneem.
AIIe
werth war. 1e“
Stuttgart, 3. Jan. Gestern starb hier der nomentlich aus den staͤndischen Kaͤmpfen bei Entwerfung der Wuͤrttembergischen
Forster und Samuel Frommel
Nach jenen 8 auch die Ausfuͤhrung entspricht, hat die Buahn
Zu diesem Baar⸗Bestand
Aktivum an veraͤußerbaren oder in Ge⸗
Verfassung bekannte Staatsrath von Fischer, ordentliches Mit⸗.
glied des Geheimen⸗Raths.
Karlsruhe, 31. Dez. (Bad. Z.) Im Laufe des Novem⸗ bers trat eine aus Mitgliedern der verschiedenen Ministerien ge⸗ bildete Kommission in Thaͤtigkeit, um uͤber die Abaͤnderungen an dem Seegecsbuce zu berathen, welche von der Regierung bei der ersten Kammer in Antrag zu bringen waͤren. Die Ergeb⸗ nisse der Kommissions⸗Berathungen sollten der Gesetzgebungs⸗ Kommission wahrend der Weihnachtsfeiertage vorgelegt werden. Man vernimmt jedoch, daß die Einberufung dieser Kommission einen Anstand gefunden habe, und vermuthet, daß die weitere Berathung des Strafgesetzbuchs durch die erste Kammer auf dem naͤchsten Landtage ebenfalls auf Hindernisse stoßen duͤrfte. — Durch das Großh. Staats⸗Ministerium wurde beschlossen, die außerordent⸗ liche Conscription, welche auf die letzten sechs Jahre zuruͤckgreift, in Vollziehung zu setzen.
Karlsruhe, 3. Januar. Das Großherzogl. Staats⸗ und Regierungsblatt vom Heutigen enthält nachstehende Verordnung des Großh. Ministeriums des Innern: Nach Ansicht der §§. 39 iud 41 des Conscriptionsgesetzes und in Gemaäͤßheit hoͤchster Ent⸗ schließung vom 24. Dez. v. J. No. 2210. werden saͤmmtliche adner, welche noch conscriptionspflichtig sind, mithin alle, welche seit dem 1. Januar 1837 bis zum 31. Dez. 1840 einschließlich das 20ste Lebensjahr zuruͤckgelegt haben, und nicht bereits in das Badische Militair eingereiht sind, hiermit aufgefordert, ungesaͤumt und laͤngstens bis zum 15. Januar’ 1841 entweder sich zu Hause einzufinden, oder unter Nachweisung des hierzu erforderlichen Vermoͤgens die Erklaͤrung abzugeben, daß sie, wenn sie zum Kriegsdienste gerufen werden, einen Mann einstellen wollen, wi⸗
drigenfalls sie nach Vorschrift des §. 4 des Gesetzes vom 5. Okt.
1820 als Ungehorsame behandelt werden sollen. Von dem Augen⸗ blick an, an welchem diese Verordnung den Bezirksbehoͤrden zu⸗ kommt, duͤrfen sie die Erlaubniß zum Wandern oder Reisen ins Ausland an solche nicht mehr ertheilen, welche noch con⸗ scriptionspflichtig sind, und nicht Sicherheit dafuͤr leisten, daß sie einen andern Mann fuͤr sich stellen, wenn sie zum Kriegs⸗ dienste gerufen werden. Die Kreis⸗Regierungen und Bezirksbe⸗ hoͤrden werden angewiesen, fuͤr die Bekanntmachung vorstehen⸗
der Verordnung durch die Lokalblaͤtter und auf die fuͤr Ver⸗
kuͤndigungen den einzelnen Gemeinden vorgeschriebene Weise Sorge zu tragen.
Oesterreich.
8 Wien, 30. Dez. (Schwaͤb. M.) Einer unserer verdien⸗ testen Staatsmaͤnner, der Gouverneur von Illyrien, Freiherr
halt von 12,000 Fl. C.⸗M. jaͤhrlich.
von Schmidtburg, ist wegen Gesundheits⸗Ruͤcksichten auf sein dringendes Ansuchen von Sr. Maj. dem Kaiser in den Ruhe⸗ stand versetzt worden. Der Monarch spricht in der betreffenden Resolution die Allerhoͤchste Zufriedenheit mit der langen Dienst⸗
leistung des Freiherrn von Schmidtburg aus und gewaͤhrt ihm
aus besonderer Beeuͤcksichtigung seiner Verdienste den Ruhege⸗ Der diesem Gouvernement
beigegebene Sen3 Graf von Waldperg, ist einstweilen mit der
Leitung der
eschaͤfte beauftragt, und man glaubt, daß er zum definitiven Nachfolger des Freiherrn von Schmidtburg be⸗ stimmt sey. 9 8
Am 30. Dezember starb in Wien der beliebte Lustspieldichter
Aug.. Frhr. von Steigentesch. Schweiz.
„ „Neuchatel, 31. Dez. Der Constitutionel Neuchate⸗ lois enthaͤlt jetzt uͤber die Verhaftung des Borel folgende amt⸗
liicche. Mittheilung:
„Am 15. Dezember zeigte der Franzoͤsische Gesandte dem
hiesigen Staatsrathe an, daß der dem Fuͤrstenthume Neuchatel
“ 8
—
8 7
.
„
teerrdruͤcken, die andere vor ihnen begangen haben. den Zollbeamten nicht zu verlangen ist, daß sie Bibliographen
sschlag nehmen.
15. Oktober angekommen sey.
ooder aufruͤhrerischer Schriften beschaͤftigt, ist, als jeder andere, nissen, die mit
angehoͤrige Charles Aimé Borel der Mitschuld an dem Darmés⸗ schen Attentat angeklagt sey, daß der Kanzler von Frankreich des⸗ halb einen Verhafts⸗Befehl gegen diesen Borel erlassen habe, der aber von Paris, wo er als Mechanikus gearbeitet, nach der Schweiz geflohen und dasest 11 Tage nach dem Attentat vom Der Gesandte zeigte gleichzeitig an, daß er von seiner Regierung beauftragt sey, die Auslieferung des Borel zu verlangen, und uͤbersandte 1) das Verhafts⸗Mandat, welches Herr Pasquier, Kanzler Frankreichs und Praͤsident des Pairshofes gegen Charles Aimé Borel erlassen, der in Paris, Passage des deux Soeurs No. 10. wohnt und des Attentats ge⸗ gen das Leben und die Person des Koͤnigs beschuldigt worden ist; 2) das Signalement des Borel. Die Regierung von Neu⸗
chatel hat keinen Anstand genommen, dem Verlangen der Fran⸗
zöͤsischen Regierung nachzugeben und den Gesandten daran erin⸗ nert, daß sie selbst auch stets die Beobachtung derselben Prinzi⸗ pien gefordert habe, in Folge deren man die Auslieferung ver⸗ lange. Borel ist daher am 17. Dezember in Motiers verhaftet,
am 20sten auf der Post nach Pontarliers gesandt und den Fran⸗ 9 zoͤsischen Behoͤrden uͤberliefert worden.“
8 strengsten Befehle ertheilt worden, um die Einfuͤhrung eines in Genf veranstalteten Nachdrucks des letzten Werkes des Abbé de
Genf, 28. Dez. Den Savoyischen Zoll⸗Behoͤrden sind die
Lamennais, so wie mehrerer anderer in der letzten Zeit aus den Genfer Pressen hervorgegangenger anarchischer Schriften zu ver⸗
hindern. Aehnliche Verbote sind laͤngs der Franzoͤsischen Graͤnze
gegen Werke erlassen worden, die in Frankreich gesetzlich mit Be⸗ schlag belegt und im Auslande nachgedruckt wurden. Dieser Schleichhandel, welcher sich mit Einführung verderblicher und unmoralischer schadet den freundlichen Verhaͤlt⸗ — den Nachbarstaaten zu unterhalten, im Interesse der Schweiz liegt. Strenge, welche man gegen sie anwendet, um Vergehen zu un⸗ Da es von
sind, so geschieht es oft, daß sie ohne Unterschied gute und schlechte Buͤcher, aufruͤhrerische Werke und Reisebeschreibungen in Be⸗ Ihr Mißtrauen ist indeß um so mehr zu rech
fertigen, als es erwiesen ist, daß in der letzten Zeit verbotene Buͤ⸗
w Aarau, 25. D i Uhr ittags fand 5. Dez. Heut um drei Uhr Nachmittags fan . an erinnert sich nicht, daß in diesem Kanton jemals e.b Menschenmenge an einer Feier dieser Art Theil Ig res Die Mitglieder der eidgenoͤssischen Militair⸗ genossischer O er eidgenssstjchen Kanzlei, eine große Anzahl eid⸗ 8 ffiztere aus den benachbarten Kantonen haben ihre
erehrung dem Verstorbenen . schlossen sich dem Zuge an. E Mehr als 2000 Buͤrger
—
Italie E Turin, 31. Dez. Ein Belgisches Blatt giebt nach einem in Frankreich erschienenen statistischen Werke folgende Notizen uͤber den Bestand der Sardinischen Armee: Auf dem Friedensfuße: 11] Infanterie 23,500 Mann. Kavallerie⸗ 11““ Artillerie — 1 1 Train, Sapeurs⸗Mineurs, Pontonniers Freicorps oͤnigliche Carabiniers ... usammen 35,000 Mann. Auf dem Kriegsfuße: Aktive Infanterie 67,000 Mann. In den Depots und Reserven 53,000 „
120,000 Mann. 6,000 2 6,000 „
½ . e zs 8. ¹
“A“
8 8
Kavallerie Artillerie 81. 8 Train, Sapeurs⸗Mineurs ꝛc. Koͤnigliche Carabiniers. 2,9000 .2 1 zusammen 135,300 Man. „Die Corps, deren Cadres waͤhrend des Friedens vollzaͤhlig bleiben, sind so organisirt, daß der Uebergang derselben von dem
Friedensfuße auf den Kriegsfuß in 40 Tagen zu bewerkstelligen
ist. Die Infanterie besteht aus 20 Regimentern zu 3 Bataillo⸗ nen und bildet 10 Brigaden. Die Kavallerte ist in 7 Regimen⸗ ter zu 6 Schwadronen getheilt. Die Artillerie besteht aus 6 Bri⸗ gaden, naͤmlich 4 Feld⸗ und 2 Festungs⸗Brigaden. Jede Feld⸗Brigade hat 3 Batterieen; unter diesen zaad0g Feld⸗Batte⸗ rieen sind 2 berittene, S leichte Feld⸗ und 2 Positions⸗Batterieen. Die Kanonen der letzteren sind Zwoͤlfpfuͤnder, die der uͤbrigen Achtpfuͤnder. Jede Batterie besteht aus acht Geschuͤtzen, worunter 6 Kanonen und 2 Haubitzen. Das Genie⸗Corps wird von einem General kommandirt, hat einen Stab von 80 Offizie⸗ ren und ein Corps Sapeurs⸗Mineurs. Das Corps des Stabes besteht aus 32 Offizieren, die im Kriege den Generalstaͤben der verschiedenen Divisionen beigegeben, waͤhrend des Friedens aber mit geodaͤtischen Arbeiten beschaͤftigt werden. Der große Ge⸗ neralstab besteht aus 30 Generalen, von denen waͤhrend des Frie⸗ dens ein Theil sich in Disponibilitaͤtszustand befindet.
1 Das erwaͤhnte Belgische Blatt bemerkt hierzu: „Die Bevoͤlkerung Belgiens verhaͤlt sich zu der Sardinischen wie 40: 42, aber die Sardinische Armee verhaͤlt sich zur Belgischen wie 135: 80, und doch ist das Koͤnigreich Sardinien hinsichtlich des Terrains weit leichter zu vertheidigen, als Belgien, und hat nur 6, Belgien dagegen 20 Festungen zu schuͤtzen.“
Rom, 29. Dez. Im Diario di Roma liest man: „Es freut uns, ankuͤndigen zu koͤnnen, daß der oͤffentliche Gesund⸗ heitszustand in Rom wieder wie gewoͤhnlich ist, und zwar, wie
bereinstimmung mit der Jahreszeit in unserer Atmosphaͤre ein⸗ getreten. Wir theilen dies unseren entfernt von hier wohnenden Lesern um so lieber mir, weil sie durch gewisse Berichte in aus⸗ waͤrtigen Blaäͤttern, wo die Zahl der in den letzten Monaten hier erkrankten und gestorbenen Personen sehr uͤbertrieben wurde, et⸗ was beunruhigt seyn moͤchten.“ 8 — 8 S1“ Sirr“ Lissabon, 23. Dez. (Morn. Chron.) Die Anarchisten sind hier durch den Gang, den die Ereignisse genommen haben, sehr aus der Fassung gebracht worden Sie wollten die Regie⸗ rung durch Spanischen Einfluß oder Spanische Waffen zu stuͤr⸗ zen suchen, denn der „National“ hatte einige Wochen vor dem Eintreffen des Ultimatums gesagt, die kapferen Castilianer wuͤrden es niemals dulden, daß ein Ministerium, welches nur ein Aus⸗ wuchs von Perez de Castro sey, in irgend einem Theile der re⸗ generirten Republik am Ruder bleibe. Da sie aber zu den lau⸗ testen Schreiern gegen die Douro⸗Convention gehoͤrt haben, so koͤnnen sie eine Spanische Invasion zu dem bloßen Zweck, die Ausfuͤhrung jener Convention zu erzwingen, nicht ertragen; waͤre sie mit einer Proklamation von dem „jungen Iberien“ oder dem „jungen Lusitanien“ oder dergleichen gekommen, so waͤre Alles gut gewesen, aber die Art der von den Spaniern vorge⸗ schlagenen Fraternistrung war ihnen zu herb. Zuerst hofften sie noch, ihren Plan, das Ministerium zu stuͤrzen, zu realisiren, und machten die Idee des Widerstandes oder, wie sie sagten, die Ab⸗ sendung einiger Lanciers aus Lissabon gegen das Kriegsheer Espar⸗ tero's laͤcherlich, indem sie hofften, daß, wenn die Regterung nachgebe und die Convention sofort ausfuͤhre, eine Insurrection ausbrechen und sie auf diese Weise noch ihren Zweck erreichen wuͤrden. Als die Regierung den entgegengesetzten Weg einschlug, da erhoben sie ihr Geschrei gegen den Englischen Beistand und sagten, sie seyen bisher immer stark genug gewesen, um allein ihre Nachbarn im Schach zu halten, auch sey gar keine Gefahr vorhanden, und Spanien habe nur friedliche Absichten. Und doch ist das Spanische Ultimatum allgemein bekannt. Sowohl der „National“ als die „Revolucao do Setembre“ sollen wegen ihrer letzten aufruͤhrerischen Artikel gerichtlich verfolgt werden und duͤrf⸗ ten wohl ganz eingehen. 1“
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Berlin, 9. Jan. In Folge der bis jetzt von der Redac⸗ tion der Allgemeinen Preußischen Staats⸗Zeitung uͤber die Er⸗ mordung des Herrn Bischofs von Hatten nach vorlaͤufigen An⸗ zeigen gegebenen Nachrichten, und zu deren Vervollstaͤndigung,
Die Reisenden leiden durch die †
Beerdigung des verstorbenen Buͤrgermeisters Herzog
sieht dieselbe sich gegenwaͤrtig im Stande, aus einem amtlichen dem Herrn Minister des Innern am 6ten d. M. erstatteten ausfuͤhrlichen Berichte des Herrn Regierungs⸗Raths Linz, wel⸗ cher wegen der augenblicklichen Abwesenheit des betreffenden Land⸗ rathes, von der Regierung zu Koͤnigsberg nach Frauenburg ge⸗ sandt worden, um die wegen jenes Verbrechens erforderlichen polizeilichen Maßregeln an Ort und Stelle zu treffen und zu verabreden, Folgendes mitzutheilen:
Am 3ten d. M. Sonntag Abends 6 Uhr begaben sich der Kut⸗
scher und ein Bedienter, sowie die beiden Dienstmaäͤdchen des
Herrn Bischofs in die im untern Theile der Stadt belegene Pfarrkirche, um dem Schlusse des 40stuͤndigen Gebets beizuwoh nen. Der zweite Bediente des Herrn Bischofs folgte denselbe auf ausdruͤcklichen Befehl seines Herrn ½¼ Stunde spaͤter, na
findliche Herren entfernt hatten. Bevor dieser Besuch bei dem Herrn Bischofe angesprochen, hatte derselbe seiner 76 jährigen Haushaͤlterin Rosalie Pfeiffer freundlich empfohlen, nach Ent⸗ fernung der Bedienten fest zuzuriegeln.
Etwa um 7 ½ Uhr kehrten die Dienstmaͤdchen zuruͤck, fanden
es scheint, in Folge der niedrigeren Temperatur, die endlich in Ue⸗
die Thuͤre aber nicht verschlossen, und suchten vergebens in den im untern Erdgeschosse befindlichen Zimmern und der Kuͤche die Wirthschafterin, welche sich sonst stets dort aufzuhalten pflegte. — Etwa nach Verlauf einer halben Stunde, gegen 7 ¾ Uhr, kehrten die beiden Bedienten, nachdem sie nach Beendigung des Gottesdienstes, außer der Besorgung eines eigenen Geschäͤftes, sich im Auftrage des Herrn Bischofs nach dem Befinden eines Domherrn erkundigt hatten, zuraͤck und erfuhren, daß die Haushaͤl⸗ terin nicht zu finden sey. er eine Diener begab sich nun hin⸗ auf, stuͤrzte aber sofort mit der Nachricht herunter, daß der Herr Bischof in seinem Blute auf dem Fußboden liege, die ꝛc. Pfeiffer aber besinnungslos am Ofen sitze. Die beiden Bedienten und die beiden Dienstmaͤdchen (der Kutscher war nach beendigtem Got⸗ tesdienste, um ein Glas Bier zu trinken, in die Schenke gegangen und kam erst spaͤter nach Hause zuruͤck) eilten hinauf und fanden zu ihrem Entsetzen ihren alten ehrwuͤrdigen Herrn im Blute schwimmend, der Laͤnge nach und auf dem Gesichte liegend auf dem Fußboden hingestreckt; die Haushäͤlterin aber, ebenfalls das
Gesicht mit Blut bedeckt und durch mehrere Kopfwunden verletzt, am Ofen sitzend. Auf lautes Anrufen, was hier vorgegangen, machte dieselbe nur ein Zeichen mit der Hand nach dem entseel⸗ ten Koͤrper des Bischofs hin und brachte nur die kaum verstaͤnde lichen Worte hervor: „Wer ist das? Was ist das?“ 3
Durch die Diener des Herrn Bischofs von dem vorgekom menen Verbrechen in Kenntniß gesetzt, fanden sich alsbald der Buͤrgermelster Nowakowski, der Domarzt Dr. Tschirschkt, einige Domherren und mehrere Buͤrger Frauenburgs in der bischoͤflichen Wohnung ein. — Der Herr Bischof war bereits fruͤher voͤllig leblos, jedoch noch nicht ganz erkaltet auf sein Bett gelegt worden, die Versuche zu seiner Wiederbelebung blieben jedoch ohne Er⸗ foltg. Von den drei mit einem Beile oder einem derartigen In⸗ strumente ihm beigebrachten Kopfwunden, ist eine drei Zoll lang und ¾ Zoll breit, das Gehirn ossen legend auf der rechten Seite des Kopfes als absolut toͤdtlich anzusehen...
Die durch fuͤnf Kopfwunden schwer verletzte Haushäͤlterin wurde ins Bett gebracht, und es wird derselben die gröͤßtmoͤg⸗ lichste Sorgfalt Seitens des Arztes gewidmet, und es ist heute einige Hoffnung zu ihrer Wiederherstellung vorhanden. Wie und wann dieselbe in die Stube des Herrn Bischofs gekommen und sich auf dem Stuhle am Ofen aufgerichtet hat ist noch unbekannt. Der grausenhafte Vorfall scheint einen solchen Eindruck auf sie gemacht zu haben, daß sie bis jetzt nicht im Stande ist daruͤber etwas mitzutheilen. Die wenigen kaum verstaͤndlichen Worte, welche sie im wundfieberfreien Zustande vorgebracht, beziehen sich auf die ihr vom Herrn Bischofe fruͤher aufgetragenen Verrich⸗ tungen. —
828, Buͤrgermeister Nowakowski ließ die bischoͤfliche Kurie und die Ausgänge der Stadt bewachen, und eine allgemeine Haus Visitation bei allen verdaäͤchtigen Individuen abhalten; gleichzeitig eilten etwa 12 berittene Buͤrger in mehreren Richtun⸗ gen zur Stadt hinaus, um etwaige unterweges befindliche ver⸗ enn Serlasman anzuhalten, welches Alles jedoch ohne Er⸗
Inzwischen beschaͤftigte sich in der Nacht vom 3ten zum 4ten c. der Dom⸗Syndikus Wirsbowski mit Vernehmung des Hausgesindes des Herrn Bischofs; es stellte sich jedoch durchaus 12*2 vees gegen ein zu demselben gehoͤriges Individuum
eraus.
Auf die um 11 Uhr Nachts in der nahegelegenen Kreisstadt Braunsberg angelangte Kunde des Verbrechens eilte der dortige Land⸗ und Stadtgerichts⸗Direktor, Kreis⸗Justizrath Dullo, nach Frauenburg, wohin auch zur etwanigen Aushuͤlfe fuͤr die Polizei von dem betreffenden Bataillons⸗Commandeur ein Militair⸗Kommando gesandt wurde, und unterzog sich der Aufnahme des Thatbestan⸗ des. Es fand sich an der Stelle, wo der Herr Bischof an der Erde gelegen hatte, eine Art Larve vor. Der obere Theil ist von grober Leinwand mit zwei runden Ausschnitten fuͤr die Augen, der untere, wie ein Bart herabhaͤngende Theil aus dunklem ver⸗ waschenen Kattun ist mit blauem Zwirn daran genaͤht.
Sachen und Gelder vorgefunden wurde, so
dem sich zwei zu einem kurzen Besuche beim Herrn Bischofe be⸗
In der Wohnstube des Heren Bischofs, worin eine bren⸗ nende Lampe neben einem Lesepulte stand, fanden sich einige Schiebladen einer sonst verschlossenen Kommode geoͤffnet und ct⸗ was herausgezogen. Zum Theil hierin und in einem Schranke unter Waͤsche und Kleidungsstuͤcken, zum Theil in einem Se⸗ eretair, wurde Mehreres an baarem Gelde, auch an Pfandbriefen und Staatsschuldscheinen vorgefunden. Vermißt wurden dagegen: eine goldene Taschenuhr, eine goldene Tabatiere, ein Papier mit 1%¼ Thalerstuͤcken, welche Gegenstaͤnde der Herr Bischof stets of⸗ fen vor sich stehen hatte; spaͤterhin machten die Bedienten auch noch auf einen nicht vorfindlichen seidenen Beutel, worin insbe⸗ sondere einige Polnische Muͤnzen sich befinden sollen, aufmerksam. Ob der Herr Bischof in dem Besitze eines groͤßern Geldbestandes gewesen, ließ sich zwar im Voraus nicht ermitteln, eine Berau⸗ bung schien aber, schon nach den vorgedachten vermißten Gegen⸗ staͤnden zu urtheilen, außer Zweifel.
Die Vernehmung der von den Bedienten des Herrn Bi⸗
schofs angefuͤhrten Zeugen bestaͤtigte die Aussagen der ersteren
uͤber ihr Verbleiben waͤhrend der Zeit, wo der fallen seyn kann.
Die oͤffentliche Stimme bezeichnete sehr bald den schon fruͤ⸗ her von dem Buͤrgermeister fuͤr verdaͤchtig erachteten Rudolph Kuͤhnapfel als den Moͤrder. Derselbe ist ein Mensch, bei wel⸗ chem man sich der That versehen kann. Aus den herbeigeschaff⸗ ten fruͤheren Untersuchungs⸗Akten gegen ihn, und dem uͤber ihn verbreiteten Rufe ergiebt sich Folgendes:
Der Rudolph Kuͤhnapfel ist 26 bis 27 Jahre alt, katholi⸗ scher Religion, hat eine Zeit lang in der Fremde (in Pommern und Sachsen) gearbeitet und beim 3ten Infanterie⸗Regimente gedient Er ist ein wuͤster, mit seinem Stande unzufriedener, geldgierieger, irreligiöͤser Mensch, der einen besonderen Haß und Ingrimm auf die Geistlichkeit 8 Fvauenburg geworfen hat, wie dies in mehreren Droh⸗ und Brandbriefen stark ausgesprochen ist. 1 war deshalb in erster Instanz zu sechsmonatlicher Fe⸗ stungsstrafe verurtheilt, wurde jedoch in zweiter Instanz vorlaͤufig freigesprochen. Spaͤter hat er eine dreiwoͤchentliche Befäͤngniß Strafe erlitten.
Derselbe ist um die Zeit zwischen 6 und 7 Uhr Abends von
Kord nur vorge⸗
mehreren Personen in der Naͤhe der Wohnung des Herrn Bi⸗
schofs gesehen worden, und da außerdem bei den in seiner Woh⸗ nung wiederholt veranlaßten He cheescs außer mehreren Ge⸗ genstaͤnden, welche ihn der That dringend verdaͤchtig machten, guch der groͤßte Theil der bei dem Herrn Bischofe vermißten sind der Rudolph Kuͤhnapfel, seine Aeltern, bei denen er wohnte, und seine Schwe⸗ ster verhaftet und in besonderen Gewahrsam gebracht worden.⸗
Das Weitere wird nunmehr durch den Kriminal⸗Richter⸗
geschehen.
Sᷓc,.
sauf der gegen den Sohn des Schneiders Kuͤhnapfel in Frauen