8 frech und gleichguͤltig.
Untersuchung ist der Redaction der „Elbinger buns 2cfseasaender Bericht aus Frauenburg vom 6ten d. zuge⸗ gangen: „Heute wurde nochmals eine genaue Haussuchung in
dem Hause, welches der Schneider Kuͤhnapfel bewohnt hat, ab⸗ gehalten, weil man von den Sachen des ermordeten hochwuͤrdi⸗ gen Bischofs eine goldene Uhr und eine goldene Tabatiere ver⸗ mißt hatte. Diese Haussuchung hat ein guͤnstiges Resultat ge⸗ liefert. Theils auf dem Hausboden, theils in einem verfallenen Fache an der Haustreppe versteckt, wurden 1 goldene Uhr, 1 goldene Tabatiere und circa 100 Rthlr. Geld in Gold und Sübergeld und, wie man sagt, eine zweite mit der im bischoͤfli⸗ chen Zimmer uͤbereinstimmende Larve vorgefunden. Bei dem heute gehaltenen Verhoͤr war das Betragen des Kuͤhnapfel hoͤchst An der Leiche des Bischofs soll er in ru⸗ 1 Tone gesagt haben: „recht schade um den alten Mann, er scheint ja auch einen Saͤbelhieb uͤber den Kopf zu haben“, und dann hat er die Bilder an der Wand betrachtet. Schon seine unerhoͤrte Gleichguͤltigkeit zeugt gegen ihn; denn wie koͤnnte ein uunschuldiger Mensch bei einer so graͤßlichen Beschuldigung gleich⸗ gauͤltig bleiben. — Es soll der schrecklichste und ruͤhrendste Anblick seyn, das ehr⸗ wuͤrdige silbergraue Haupt des Ermordeten, von den fuͤrchterlichen
Wunden entstellt, zu sehen. Unter ihm hat eine Wachskerze legen. Wahrscheinlich hat er noch selbst dem Moͤrder die Thuͤre geöffnet und diesem, indem er ihn die Treppe hinaufkomwen, hoͤrte, freundlich entgegengeteuchtet, wie es ja immer seine leut⸗ selige Gewohnheit gewesen. Welch’ eine Todesangst mag er em⸗ pfunden haben bei dem Anblick des unter einer Larve unkenntli⸗ chen, mit dem Beile bewaffneten Moͤrders. Die Larve, welche man oben im Blute gefunden, ist diesem wahrscheinlich von der Wirthin abgerissen worden, die stark mit ihm gerungen haben muß, indem sie auch Stiche in den Haͤnden hat und ihr die Muͤtze vom Kopf gerissen war. Noch lieat die Wirthin fortwaͤh⸗ rend ganz bewußtlos und wird wahrscheinlich auch eine Beure des Todes werden, oder mindestens nicht zum vollen Bewußtseyn gelangen. Die Aeltern des Moͤrders werden von den Meisten hier fuͤr unschuldig gehalten; die Mutter besonders soll vor Schmerz beinahe wahnsinnig seyn.
Morgen wird der K. weiter dabei die vorgefundenen Sachen vorgelegt der gespanntesten Erwartung, ob derselbe seine werde.
däͤchsten Montag soll das feierliche Begraͤbniß der Leiche des verewigten Bischofs stattfinden.
inquirirt werden und sollen ihm vorgelegt werden. Alles ist in Schuld eingestehen
Uebersicht von den zu Danzig im Jahre 1840 ein⸗
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und ausgegangenen Schifsen.
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Stückgut. Wein. Früchte und Heringe. gen⸗Eisen. gelsteine. Kalk und Kalksteine. Holz.
Steinkohlen. Alt⸗ u. Stan⸗
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Flachs und Cement.
Saat. div. Güter. Artillerie⸗ Effekten. Kreide. Hanf. Eisenbahn⸗ schienen Ballast und Stückgut. Passagiere. Koblen und Güter. Dachpfannen Eisen und
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seyn dürfte.
und besänftigender Art, er gehörte auch hier nicht zu den Naturen, welche ihre Zeit bewegen und nur im Kampfe ihren Weg zu gehen vermögen. Demgemäß schließt das literarische Leben und Wirken, wie es in den Schristen des würdigen Mannes vorliegt, nicht eiwa irgend ein Problem ein, dessen Löseng und Beleuchtung von den Lebens⸗ Schicksalen erwartet würde, sondern es bteibt auf der einen Seite nur nech das spezielie Interesse an der edlen Persönlichken, wie es alle Gelohrten besseiben Faches sicherlich haben werden, auf der anoeren Seite das allgemeinere, weiches ein so besonnenes, wohlgeordnetes Le⸗ ben auch einem größeren Kreise von Lesern einftöten darf. Je weni⸗ ger hier die Bedmaungen außerordentlich sind, umer denen dies nicht ihaten⸗ aber segensreiche Leben geführt worden, umi so leichter leidet das Beispiel eine Anwendung, um so erreichbarer ist das Lebensglück, das der Verfasser gefunden, auch für Andere. Imusofern schließt sich dieser Band nümittelbar an die aäͤsthetisch⸗mora ischen Schriften des Autors an, und wenn er hier zugleich die genaueste Rechenschaft von seinen literarischen Sindien, von den verschiedenen persönlichen Ein⸗ stüssen seiner Leser und seiner gelehrten Freunde ablegt, so giebt dies nach beiden Seiten hin dem Leben des Mannes einen nech runderen Abschluß. 1
In der Lebensbeschreibung bilden kleinere und größere Reisen, meistens nach gefübrten Tagebüchern oder Briefen dargestellt, anzie⸗ bende Episoden. Die festen Punfte sind: die Siudienzeit in Göitm⸗ gen, das Leben in München, später in Gotha. München macht die interessanteste Partie, und hier möchte sich über das äußere und innere Leben finden, was einen künftigen Geschichtschreiber beachtenswerth Keine der nambaften Persenen, mit denen der Verf. hier in Berübrung gekommen, bleibt unerwähnt, und in der Erzöblung aller Verbältnisse selbst der mißlichen, zeigt sich Ruhe, Billigken, Weohl⸗ wollen. Die Häifte des Buches nehmen die Bellagen ein. Dieselben enthalten nach Manches, was zur näheren Beleuchtung persönlicher Verhältnisse gehört, unter anderen eine Reihe von Briefen des bekann⸗ ten Göttinger Philologen Hayne. Ueberhaupt ist der Philologen häu⸗ sig und ausführlich gedacht; man findet hübsche Charakterzüge von Gottfr. Schütz, von Passow,
Schneider, Reisig u. A. Ein besonderes Namenregister, welches beigefügt worden, erleichtert das Nachschla⸗ gen, und zeigt zugleich, von wie vielen interessanten Perfo⸗ neu der milttheilsame Verfasser uns zu unterhalten weiß. Viel Raum ist der Streitigkeit über den Hardtischen Katalog der Münchener Bibliothek gewidmet, und einige ganze Flugschriften des Verfassers, welche beweisen, daß Jacobs auch in die Deutschen Ge⸗ fühlsregungen während der Kriegsjahre lebhaft und thätig eingegriffen habe, sind als willkommener Beitrag für die Zeitgeschichte an diesen bleibenderen Ort mit abgedruckt worden. Der aufmerksame Leser wird hier und da manches Korn goldener Lebensweisheit verstreut sinden, und vielleicht auch manches gesammelt antreffen, was uns Friedrich Jacobs als einen wachsamen Beobachter für wahrhaft Deutschen Inter⸗ essen zeigt. Dahin rechnen wir besonders das, was er aus früheren Jahren über die nie ruhenden Umtriebe einer finster katholischen Par⸗ fei und über die damit Hand in Hand gehende beabsichtigte Verfeindung von Süd⸗ und Norddeutschland aufzeichnete und mit Dokumenten be⸗ legt. Bei dem billigen, friedliebenden Charakter des Buches, so wie des Mannes, tritt dergleichen nur um so sprechender und warnender her⸗ vor. Wahrbaft patriotisch und von keiner Parteimeinung eingegeben ist auch die Art, wie der Verfasser den Verlust bespricht, welcher in den letzten Jahren die Universität Göttingen betroffen hat. Sein Wunsch dagegen, daß ein Mächtiger vom Rhein bis zur Weichsel sich dieser Männer annehmen möge, damit, was sie nur im Drange ihres Gewis⸗ sens gethan, nicht stillschweigend verurtheilt und ihnen zur Unehre an⸗ gerechnet werde, ist zur Freude aller Vaterlandsfreunde neuerdings zum
Theil erfüllt worden. Gr.
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Proviant.
Ausgegangene Schiffe
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Dauer der Eisenbahn⸗Fahrten am 9. Januar.
Abgang von Potsdam.
Abgang vpon Berlin.
Zeitdauer St. M.
Zeitdauer [St. M.
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annover Holland.. Lübeck.F Mecklenburg. Oldenburg... Preußen.. ortugal.. Rußlad. . Schweden und Norwegen..
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Wissenschaft, Kunst und Literatur. Lebensgeschichte des Baron Friedrich de la Motte Fouque. Aufgezeichnet durch ihn selbst. Halle, 1840. 368 S. 8.
Seit einer Reihe von Jahren hat man angefangen, der sonst so sehr vernachlässigten Selbstbiographie den ihr mit Recht gebühren⸗ den Platz in der Literatur einzuräumen, und seit dieser Zeit, wo sie ihre wahre Würdigung fand, sehen wir daher eine bedeutende Anzahl interessanter Schriften dieser Art ans Licht treten, wodurch wir nicht nur mit den Werken, sondern auch mit den Meistern derselben vertraut zu werden im Stande sind. Wir wollen hier vor allen Anderen nur die seit kurzem erschienenen „Briefwechsel“ erwähnen. Wenn aber in unserer Zeit, wo sich der literarische Verkehr und die allgemeine Theil⸗ nahme der Nation an dem Schicksal seiner großen Männer sehr leb⸗ haft zeigt, nicht leicht das Leben einer literarischen Notabilität durch die Zeit⸗Literatur überhaupt unbekannt bleiben kann, so hat dennoch die Selbsibiographie viele unbestreitbare Vorzüge vor jener, die nur die äußeren Lebensschicksale chronologisch neben einander stellt, wäb⸗ rend 89 Selbsibiographie alle Momente des Lebens in ihrer Totalität
88 : 88* Erfahrungen desselben uns mittheilt, und uns in die Werkst 8s 88 Geistes einführt, so daß wir durch sie die ersten Keime Le ntwickelung, sein Streben, seine Kämpfe, seine Re⸗ und Evo p ionen, seine Sympathieen und Antipathieen, vor unseren Augen entfalten sehen. So nur kann eine wirklich lebendige und lehrreiche Wechselbeziehung entstehen zwischen einem Werke, welches wir schätzen, und dem Verfasser, der dasselbe ins Leben rief, indem jenes uns mit dem Charakter, die Sinnesweise dieses, dieser wiederum in seinen wahr⸗ haften Geständnissen uns die Entstehung jenes in ihrer Nothwendigkeit enthüllt. Und ein Werk der Art ist denn auch die von ihm selbst auf⸗ .ee. Lebensgeschichte des Dichters der „Undine“ und des „Zau⸗
erringes“, welche durch ihre wahrhaft poetische Tiefe und Originälität längst das Eigenthum des gesammten Deutschen Volkes geworden. Der Verfasser dieser Lebensgeschichte läßt uns die besondere Richtung seines Geistes von der frühesten Kindheit an schauen, mit kindlicher Offen⸗
erzigkeit offenbart er uns sein tiefes Gemüth, die Ahnung geheimniß⸗ 2 Beztehungen — und schon in dem Knaben zeigen sich nn.
als Mann unter allen Ver⸗ en des Lebens so vortheilhaft auszeichneten. Mit kräftigen und selbst erlebten Leidensgeschich⸗
und Eigenthümlichkeiten, die ihn später hängni scharfen Zügen schildert der Verfasser die ten unseres Vaterlandes. 1
Auch ist das seiner eigenen Bedeutsamfeit, sehr reich an interessanten Beziehunge zu den merkwürdigsten Männern seiner Zeit, zu let, He
Leben des Verfassers, vermöge seiner Stellung und Goethe, Schiller, Her⸗ u6““
der, Heinrich von Kleist, Aug. Wilh. Schlegel, Fichte und Chamisso, wenn wir gleich bedauern, daß oft, vielleicht aus einer zu rücksichts⸗ vollen Pietät, diese Beziehungen mehr angedeutet als ausgeführt wor⸗ den, was uns namentlich beiChamisso besonders auffiel. Denn wenn gleich das Leben dieses Dichters schon einen eigenen würdigen Darsteller an den Dr. Hitzig gefunden, so wäre doch eine Beleuchtung desselben auch von einer anderen Seite her, bei dem innigen Verhältniß, in welchem un⸗ ser Verfasser zu Chamisso stand, nicht ohne Interesse. Doch wollen wir dankbar auch das Gebotene annehmen und den Sinn des Verf. ehren, welcher wahr und offen und ohne Schonung sich ausspricht, wo es sein eigenes Leben gilt, aber jedes fremde Leben als ein nicht zu entweihendes Heiligthum kaum zu berühren wagt. Gewiß bildet in dieser Hiͤusicht vorliegende Lebensgeschichte einen auffallenden Kontrast zu so manchen Productionen der neuesten Litratur, welche nur in kleinlichen Persönlichkeiten sich bewegen. Möge dieser Schrift selbst von dem Deutschen Publikum eine ähnliche Pie⸗ tät zu Theil werden! Dr. B.
Personalien, gesammelt von Friedrich Jacobs. Mit dem in Stahl gestochenen Bildnisse des Verfassers. Leip⸗ 3 ig 1840. 18 Febenter Band der vermischten Schriften des Veteranen, der in der gelehrten und belletristischen Literatur einen gleich geachteten Namen hat, liegt uns hier ein Volumen von (20 Seiten ver, dessen bescheidener Titel „Personalien“ über den Inhalt keinen Zweifel läßt. Das Buch beginnt wie billig, mit den „‚Nachrichten aus meinem Leben“, und das sehr wohlgelungene Titelkupfer, das uns den verehrten Greis offenbar bei philologischer Arbeit darstellt, giebt auch demjenigen, dem der Charakter des Verfassers nicht schon bekannt seyn sollte, deutlich zu erkennen, was er in dem Buch zu suchen hat. Friedrich Jacobs erscheint uns über einen Folianten gebückt wie er in seinem heimlichen Zimmer mit stillem liebevollem Fleiß und sichtbarer Genugthunng Varianten eines alten Schriftstellers sammelt, aber es ist diese Miene zugleich geistreich belebt, so daß sie uns den feinen und geschmackvollen Kenner des Alterthums zeigt und dieser wahre Seelenfrieden läßt uns zugleich den wohlwollenden, an dem großen Werk der Sittigung arbeitenden Verfasser der Feierabende zu Malnau erkennen. Was dies Bild une dagegen nicht zu versprechen scheint, ist ein kühn durchs Leben gehender Charakter, der die Verhältnisse sich unterwirft und überall maßgedend auftritt. Von dem anspruchslosen Schulmann, den entweder die Schule, oder sein Studierzimmer fesselt, und der öfters Jahre lang von dem rauschen⸗ 5 -eJ der Welt getrennt blieb, wird man g. üchn Erehncge ge. * 4 3 EIIEgEee
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Die große Glätte der Schienen Unregelmäßigkeit der Fahrten.
Meteorologische Beobachtungen. Morgens Nachmittags Abends Nach einmaliger
9. Januar. 6 Ubhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.
Quellwärme 6,3 0 R. Flußwärme 0,0 0 R. Bodenwärme 2,30 R. Ausdünstung 0,922“ Rh. Schnee. heiter. viederschlag 0,081“ Rh. W Wewm. Warmewechsel — 0,70 n UnNEm. — — 999. 334 92“ Par. — 4 2 R.. — 7,40 R.. 94 pCt. WNW.
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334,932“Par. 337 00„Par.
— 079 R. — 5,1° R.
— 9,5 °0 R. — 5 60 R. 92 rCt. 93 pCt.
332,73“ Par.
6,2 9 R.
7,0 9 R. 98 vpCt. trübe. A NW
Luftdruck Luftwärme Thaupunkt Dunstsättigung Weiter
Wolkenzug Tagesmittel:
Auswuͤrtige Börsenn. Hamburg, 8. Januar.
Bank-Actien 1638. Engl. Russ. 106“ 2- Wien, 5. Januar.
5 % Met. 1067⁄1. 4 % 100. 3 % 80 ¼. 2 ½ % —. Bank-Actien 1675. Anl. de 1834 139 ½. 131 de 1839 114 ½¼.
liche Schauspiele.
Im Schauspielhause: Nathan der in 5 Abth., von G. E. Lessing. Im Opernhause: Auf Begehren: 3 Abth., mit Ballet.
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Koͤnis Montag, 11. Jan. Weise, dramatisches Gedicht Dienstag, 12. Jan. Alceste, lyrisches Drama in Gluck. Im Schauspielhause: 2) Estelle, ou: Le pere 2 Muet de Saint-Malo, folie-vaudeville en 1 acte,
—
Koͤniasstädtisches Theater. eee Montag, 11. Jan. Fra Diavolo, oder: Das Wirthshaus zu Terracina. Komische Oper in 3 Akten. Musik von Auber. (Herr Wild: K. K. Hof⸗Opernsaͤnger zu Wien: Fra Diavolo,
Wegen Krankheit des Horrn von Kaler kann die Oper: „Die Hochzeit des Figaro“ heute nicht gegeben werden. Die dazu bereits gekauften Bellets bleiben zur heutigen Vorstellung guͤltig, oder kann der Betrag dafuͤr bis 6 Uhr Abends in Empfang genommen werden.
Dienstag, 12. Jan. Das bemooste Haupt, oder: Der lange Israel. Original⸗Lustspiel in 4 Akten, von R.- Benedix. Vor⸗ her: Ein Stuͤndchen Incognito. Versspiel in 2 Akten, von Dr.
C. Toöpfer. 8 vFPerantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen. ——
Gedruckt bei A. W. Hayn.
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prinzessin. — jenden Rath. — Frankreichs
angenommen, ruͤckgeschickt werden
stät nachzusuchen.
Musik von
1) Uin mariage à rombre, comèdie en et la fille, drame en 1 acte, par
Umtl. Nachr. 3 .
kr. Patrs⸗Kammer. Der Herzog von Neailles und Herr Guizet über Spanien. — Graf Montalembert und Marquis von Dreux⸗Brézé6. — Dep. Kam. Gesetz ürer die gerichtlichen Verkäufe
von Immobilien. Paris. Die Reden des Königs am Neujahrs⸗ tage. — General Bugeand als Geouverneur von Algier. — Befesti⸗ gung von Paris. — Vermischtes.
Großbr. n. Irl. London. Bestimmung des Tauftages der Kron⸗
Ueber den der Pforte von den Verbündeten zu erthei⸗ politische Stellung.
Niederl. Haag. Königl. Vererdn, das Finanzwesen betr. — Am⸗ sterdam. Biltschrift des Adv. Lipman, die Theilnahme d. Gouver⸗ neurs an den Wahlen betr.
Dän. Kopenh. Dänemarks Handel.
Deutsche Hundesst. Leipzig. Anstalt. — Württemb. Bevorst. 25jährige Regier. Iunbeifeier des Königs. — Baden. Die Eisenb.
von Mannheim nach Basel — Privatbrief aus Frankfurt a. M.
Oesterr. Schreiben aus Wien. (Eintreffen der Türk. Post. — Damaskus nech von den Aegpptern besetzt. — Neue von den Drusen errungene Vortheile) — Vorlesungen des Hru. v. Holtei. — Eisenb.
Schweiz. Mititair⸗Anordnungen.
Italten. Rom. Känigin Christine noch in Malta. 8 1
Span. Madrid Schreiben der Königin Christine an die Muntizi⸗ palität in Bilbao. — Beurtheilung dieses Schreibens..
Arg. Kahira. Fortdauer der Rüstungen. — Stimmung für den Sultan. 8
Frankr.
v. Spanien. — Emir Beschir
Neu⸗Granada. Inusurrect.⸗Zustand einiger Previnzen. 8 9
Brasilien. Günstiger Zustand des Landes.
Da Plata. Fernere Berichte über die Schreckensherrschaft des Prä⸗ sidenten Rosas und über das Franz Blokade⸗Geschwader.
Inland Fernere Notizen über den Mord zu Frauenburg.
Wiss., K. u. L. Kung⸗Bericht aus Paris.
Amtliche Nachrichte EFsFrollkdes Des Koͤnigs Majestaͤt haben den bisherigen Ober⸗Landesge⸗
richts⸗Rath Ebmeier zu Posen zum Vice⸗Praͤsidenten des Ober⸗
Landesgerichts zu Paderborn zu ernennen und die desfallsige Be⸗ stallung Allerhoͤchst zu vollziehen geruht.
Der ZJustiz⸗Kommissarius bei dem Ober⸗Landesgericht zu
I1 Breslau Johann Konrad Karl Loͤwe ist auf sem Ansuchen
in gleicher Eigenschaft an das dortige Stadtgericht, unter Beibe⸗ haltung des Notariats im Bezirk des genannten Ober⸗Landesge⸗ richts, versetzt worden.
Die große Zahl der Ihrer Majestaͤt der Koͤnigin zugehenden verschiedenartigen Gegenstande, als: weibliche Handarbeiten und Stickereien, musikalische Compositionen, literarische und Kunst⸗ Erzeugnisse, Buͤcher, Gemaͤlde und Lithographieen, macht es drin⸗ gend noͤthig, die bereits fruͤher oͤfters zur oͤffentlichen Kenntniß gebrachte Anzeige zu wiederholen, daß Einsendungen der Art nicht sondern den Absendern ohne Weiteres werden zu⸗ Dagegen bleibt es nach wie vor unbenom⸗
men, die Erlaubniß zu Einsendungen schriftlich bei Ihrer Maje⸗
mM.g Bekanntmach u⸗n g.
Se. Majestaͤt der Koͤnig haben zu befehlen geruht, daß das Krönungs⸗ und Ordensfest in diesem Jahre am 17ten d. M. gefeiert werden soll. Der beschraͤnkte Raum gestattet nur die Anwesenheit der Herren Ritter und Inhaber Koͤniglicher Or⸗ den und Ehrenzeichen, welche ausdruͤcklich zu ditesem Feste und zur Koͤniglichen Tafel Einladungen erhalten werden. .“ Berlin, den 11. Januar 1841.
Kneooͤnigliche General⸗ Ordens⸗Kommission.
Bekanntmachung.
8
Auf Befehl Sr. Majestaͤt des Koͤnigs wird die Feier 89 In
öffentlichen Reden entmuthigen, caf dieser Bahn fortzufahren? Warum
Kroͤnungs⸗ und Ordensfestes am I7ten d. M. stattfinden. Folge dieser Allerhoͤchsten Bestimmung, anwesenden Besitzer Koͤniglicher Ehrenzeichen, welche nicht im aktiven Militairdienst, so wie die, welche nicht im Staatsdienst angestellt sind, hierdurch aufgefordert, am 13ten d. M., in den Stunden von 9 Uhr Vormiltags bis 2 Uhr Nachmittags, im Buͤreau der General⸗Ordens⸗Kommissien, Friedrichs⸗Straße Nr. 139, ihren Namen, Charakter, die Ehrenzeichen, welche ih⸗
nen verliehen sind, und ihre Wohnung persoͤnlich oder schriftlich anzuzeigen.
Berlin, den 11. Januar 1871. . Koͤnigliche General⸗Ordens⸗Kommission.
Fraäankre sch.
Pairs⸗Kammer. Sitzung vom 4. Januar. An der Tages⸗Ordnung war heute die Eroͤrterung des Gesetz⸗Entwurfes wegen eines Supplementar⸗Kredits terstuͤtzung fremder Fluͤchtlinge. nahm zuerst das Wort. Er suchte darzuthun, daß der Regierung in Bezug auf Spanien seit langer Zeit eine feh⸗ lerhafte gewesen waͤre. Es sey eine allgemein bekannte Thatsache, wenn man es auch vor kurzem auf der Rednerbuͤhne haͤtte leug⸗ nen wollen, daß Frankreich seit dem Jahre 1833 auf die Spa⸗ nischen Angelehenheiten einen entschiedenen Einfluß ausgeuͤbt habe. Der Redner setzte sehr ausfuͤhrlich auseinander, auf welche Weise und durch welche Mittel die Franzoͤsische Regierung die
Der Herzog von Noailles
Sache Isabellens II.
uns jene Politik und jene der Spanischen Regieruns gebrachten Opfer? Die Bewegung in Spanien ist eine ganz andere gewe⸗ sen, als man hier wuͤnschte und voraussah, jenes Land ist uns
wir duͤrfen uns Angesichts derselben nicht hinter eine durchaus
einmischung nicht in seinem ganzen Umfange befolgen. reich muß sich erinnern, daß bei dem allgemeinen System seiner Allianzen die Allianz mit Spanien die wichtigste Stelle ein⸗ nimmt, und daß, wenn sein Einfluß auf jenes Land geschwaͤcht wird, dadurch eine unermeßliche Gefahr fuͤr seine eigenen In⸗ teressen entsteht.“ — Herr Guizot bestieg hierauf die Redner⸗ buͤhne, um dem vorigen Redner zu antworten. Er aͤußerte sich im Wesentlichen folgendermaßen:
„Als ich bei einer neuerlichen Gelegenbeit die Ehre hatte, auf die⸗ ser Rednerbühne zu sagen, daß es die Absicht der Regierung sey, sich nicht in die inneren Angelegenheiten Spaniens einzumischen, war ich sicherlich weit davon entfernt, die Politik zu verleugnen, die sie bei den Ereignissen, deren Schauplatz Spanten gewesen ist, befolgt hat. Jedesmal, wenn die durch das Testament Ferdinand’'s vII. und durch den Wunsch der Nation errichtete Regierung angegriffen oder in Frage gesteut wurde, hat die Regierung des Königs sich beeilt, dieselbe zu unterstützen und ihr einen öffentlichen und wirksamen Beistand zu lei⸗ hen. a, wir haben Truppen ausgehoben, wir haben Verträge ge⸗ schlessen, wir haben die Fremden⸗Legion abgesandt, wir haben eine Menge großer Maßregeln ergriffen, die zum Zwecke hatten, den Thron Isabella II. aufrecht zu erhalten. Ich bin weit davon entfernt, diese Politik zu verleugnen, da ich noch jetzt, wie vor 5 Jahren, überzeugt bin, daß sie dem Wunsche Spaniens und den Interessen Frank⸗ reichs gemäß ist. Aher darauf beschränkt sich, und darauf wird sich siets die Intervention der Französischen Regierung beschränken. Die Regierung Isabella II. aufrecht erhalten, das ist die Politik der Regierung des Königs. Dann aber die volle Freiheit Spaniens und der Regierung der Königin, die volle Freiheit der innern Verwaltung des Königreichs achten, sich nicht in die Partei⸗Streitigkeiten einmischen, 1—
egen dieses oder jenes andere vertheidigen, das, meinte ich, als ich agte, daß Frankreich sich nicht einmischen, daß es nicht versuchen würde, einen thätigen, entscheidenden Einfluß auf die innern Angelegenheiten Spaniens auszuüben. Ich habe zu gleicher Zeit die von der Regie⸗ rung des Königs seit 7 Jahren besolgke Politik anerkannt, fortgesetzt, und die Gränze derselben bezeichnet. Ich habe angegeben, bis wohin und auf welche Weise wir die Regierung der Königin Isabella . unterstützen würden. Ich bitte die Kammer und den vorigen Redner, diese Gränze wohl zu beachten, denn sie erklärt das Benehmen der Regierung. Wenn die Regierung Eristenz bedroht würde, Spanien unterstützte, bedroht wäre, so würden wir nicht von der Politikab⸗ gehen, die wir bisjetzt befolgt haben. binette, die innere Verwaltung Spaniens betrifft, so wird die Regierung des Königs fortfahren, sich nicht in diese Strestigkeiten zu mischen, auf die sie ein Recht hat. gegenwärtigen Verhästnisse. sie uns gezwungen haben, sind nicht die Schuld Frankreichs. Frank⸗ reich ist Ereignissen ganzlich fremd, die zu beurtheilen ich unterlassen kann, die ich aber beklage, und die in Spanien die jetzige Verwaltung ans Ruder gebracht haben. Der Thron der Königin Ifabella 13. ist üunangetastet, und die Männer, die gegenwärtig in ihrem Namen ver⸗ walten, geben Niemandem das Recht, zu sagen, daß sie, ihre Interessen von den Iunteressen der Königin trennen wellen. Wenn wir behaup⸗ ten, daß wir die innere Freiheit der Völker achten, so sind dies keine leeren Worte; wir gedenken wirklich und in der That, unser Benehmen nach jenem Grundsatze zu regeln, selbst dann, wenn die Anwendung
Ich komme nun auf die
die Beziehungen nicht
werden die in Berlin
sagt.“) Ich behaupte
von 700,000 Fr. fuͤr die Un⸗
die Politik
desselben Gefahren für uns nach sich ziehen fann. Wir haben deshalb
auch für jetzt kein Recht und keinen Vorwand, mit, jener Verwaltung G fortzusetzen, die wir in früheren Jahren mit der Regierung der Königin hatten. Noch mehr, jene Verwaltung hat
M
uns, als Franzosen, als Regierung des Königs, dis jetzt keinen ernst. lichen, keinen wichtigen Grund zur Klage gegeben. Sie zeigt sich geneigt, freundschaftliche Verhältnisse mit uns zu unterhalten und auf⸗ richtige Anstrengungen zu machen, um eine regelmäßige Regierung zu seyn, und um dasjenige zu verwischen, was in der Art, wie sie zur Gewalt gelangt ist, einer regelmäßigen und monarchischen Ordnung der Dinge zuwider seyn dürfte. Warum sollten wir sie in unseren
sollten wir ihr nicht, im Gegentheil, Rathschläge der Klugheit und der Mäßigung ertheilen; Warum sollten wir in diesem Falle nicht ithnn, was wir stets gethan haben? Wir thun es, wenn wir auch weit davon entfernt sind, unstre Veramwortlichfeit an die Ge⸗ schicke der Verwaltung zu knüpfen; regiert. Man macht uns den Vorwurf, daß wir auf unseren Einfluß in Spanien verzichteten und ihn unseren Nebenbuhlern überließen. Vor einigen Monaten, als ein Ministerium von einer anderen Farbe in Spanien eristirte, hieß es, nien sey allmächtig, unser Botschafter regiere Spanien und dies
errege den ganzen Zorn der Spanier und die ganze Eifersucht Groß⸗
britaniens. (Der Herzog von Noailles: „Das babe ich nicht ge⸗ nicht, daß der edle Herzog es selbst gesagt habe, sondern nur, daß es in Spanien allgemein gesagt wurde, und daß dies eine der Hauptursachen der Bewegung gewesen ist, welche daselbst statt⸗ gefunden hat. Als das gemäßigte Kabinet gestürzt war, und dem so⸗
geuannten exaltirten Kabinette Platz gemacht hatte, betrachtete man
V sich als vom Französischen Einslusse besreit. Dergleichen Einflüsse, wel⸗
u unterstuͤtzen gesucht habe, und sagte dann: „Welches sind nun die erlangten Resultate? Welche Frucht tragen
nicht dieses oder jenes Kabinet
jetzt feindlich gesinnt, und wenn morgen ein Krieg ausbricht, so ist es wahrscheinlich, daß Spanien sich gegen uns erklaͤren wird. Eine solche Lage verdient sicherlich unsere ganze Aufmerksamkeit;
passive Politik verschanzen, wir duͤrfen den Grundsatz der Nicht Frank⸗
. der Königin Isabella in ihrer wenn die Sache, welche Frankreich gleichzeitig mit
Was aber die Partei⸗Kämpfe, die Ka⸗
und sie wird der inneren Verwaltung Spaniens die Freiheit lassen,
Die Lage, die sie uns bereitet, und die Pelitik, zu der
welche gegenwärtig in Spanien
der Einfluß Frankreichs in Spa⸗
che gehen und kommen, je nachdem ein Kabinet einem anderen folgt,
fann man nicht als erloschen betrachten.
gen, weil sie einen Augenblick lang durch scheinen. Es sind dies unvermeidliche Wechselfälle in einem Lan welches die Beute revolutkonairer Aufregungen ist. Ja, ich bin bereit, Spaniens leitet, sich vorzugsweise dem Englischen Einflusse anschließen mußte; die Partei, welche noch her leitete, zeigte sich vorzugsweise dem Französischen Einflusse ergeben. Es sind 88 zu voruͤbergehende Thatsachen, als daß man daruach seine
Politi Frantreichs, Spanien gegenüber, charakterisirten. Wir sind gewiß nicht
ehne Einstuß in Spanien; und ich frage sie, ob es möglich sev, daß
in einem benachbarten Lande seinen Einsluß gänzlich verlo⸗ ren habe, wenn in demselben alle Blicke auf uns gerichtet sind, wenn sich in Spanien Jedermann beständig fragt: Was wird Frankreich
7 Was wird Frankreich sagen? Es giebt viele
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Frankreich
*
Sie sind nicht untergegan⸗
andere Einflüsse geees ausgezeichneten Takt gefehlt habe.
einzugestehen, daß die Partei, welche gegenwärtig die Angelegenheiten ’
vor kurzer Zeit jene Angelegenheiten
regeln und sie so betrachten könnte, als ob sie wirklich die Lage
Männer in Spa⸗
nien, die den Einfluß Frankreichs biüligen und wünschen, denen er im Interesse ibrer eigenen Sache nothwendig scheint. Wir lassen uns nicht auf jene Partei⸗Streitigkeiten ein, aber wir benußen sie, wenn die Gelegenheit sich darbietet, um den⸗ Einfluß, den Frankreich in Spa⸗ nien haben muß, wieder zu gewinnen.“
Der Marquis von Dreux⸗Brezo' tadelte das Ministerium, daß es nicht gegen die von der Regentschaft erlassene Amnestie, die durchaus unwirksam sey, protestirt habe. — Der Graf von Montalembert lenkte die Aufmerksamkeit der Regierung auf die Lage der Baskischen Provinzen, denen man ihre Fueros nehmen wolle, und er wuͤnschte, daß der Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten einige Buͤraschaften gegen die Erneuerung des Buͤrgerkrieges an der Pyrenzen⸗Graͤnze verlange. Er bemerkte noch, daß es Unrecht sey, der gegenwartigen Regierung Frank⸗ reichs stets die veraͤnderte Erbfolge in Spanien zum Vorwurfe zu machen. Die Restauration trage die Verantwortlichkeit dafuͤr. Der Koͤnig Karl X. habe nicht zur rechten Zeit gegen die ver⸗ aͤnderte Erbfolge protestirt. — Hierauf erwiederte der Marquis von Dreux⸗Brezé: „Man täͤuscht sich, wenn man sagt, daß keine Protestation stattgefunden haͤtte. Der Vicomte von Saint⸗ Priest, unser damaliger Botschafter in Madrid, protestirte augen⸗ blicklich nach dem Erscheinen des Testaments Ferdinand’s II. und wenn er nicht so energisch unterstuͤtzt ward, als es, meines Erachtens, hätte geschehen muͤssen, so ist mir doch nicht bekannt, daß er von seinem Posten abberufen worden waͤre, oder daß man ihn wegen seines festen und energischen Benehmens getadelt haͤtte. Aber ich sage noch mehr: die Protestation des Herrn von Saint⸗Priest war nicht die einzige. Ein Prinz, der dem Franzoͤsischen Throne sehr nahe stand, und dessen Familien⸗Interessen durch die veraͤn⸗ derte Erbfolge in Spanien besonders gefaͤhrdet wurden, bat den Koͤnig Karl X. um die Erlaubniß, in seinem eigenen Namen zu protestiren, und ich kann bezeugen, daß dieses die volle Z stim⸗ mung des Koͤnigs Karl X. erhielt. Dieser Prinz, Sie haben ihn Alle genannt, war der Herzog von Orleans, der jetzige Kö⸗ nig der Franzosen. (Lebhafte Bewegung.) Es ist daher unrich⸗ tig zu sagen, daß gegen die Abschaffung des Salischen Gesetzes in Spanien nicht protestirt worden sey.“ — Die Berathung uͤber die einzelnen Artikel des Gesetz⸗Entwurfes ward auf mor⸗ gen verschoben.
— Sitzung vom 5. Januar. Zu Anfang der heutigen Sitzung verlangte Herr Guizot das Wort wegen einer Be⸗ richtigung. (Allgemeine Bewegung der Neugier.) Der Minister sagte, es thaͤte ihm leid, den Marquis von Dreux⸗Brezé in dieseim Augenblicke nicht auf seinem Platze zu sehen, da er die letzten Worte desselben in der gestrigen Sitzung zu erwiedern ge⸗ denke. Herr Guizot verlas hierauf die Aeßerungen des Herrn von Dreux⸗Brezé in Bezns auf die Protestation, die gegen das Testament Ferdinand’s VII. gemacht worden waͤren (s. o.), und sagte dann: „Herr von Dreux⸗Brez’ besindet sich im Jerthum Der Koͤnig der Franzosen, damaliger Herzog von Orleans, har auf keine Weise protestirt; er hat von dem Koͤnige Karl X. nicht die Erlaubhiß nachgesucht, in seinem eigenen Namen protestiren zu duͤrfen, und daher auch keine Genehmigung oder Zustimmung erhalten. Der Herzog von Oeleans hatte als solcher gar keinen Grund zu protestiren. Die Veränderung der Erbfolge in Spanien verletzte keines seiner Rechte; er konnte uͤber die Vorgaͤnge in Spanien seine persoͤnliche Meinung im Interesse des Hauses Bourbon haben; aber fuͤr sich selbst hatte er keinen Grund zu protestiren und er hat auch nie daran gedacht.“* — Als die Kam⸗ mer hierauf zu dem Gesetz⸗Entwurfe uͤber die fremden Fluͤchtlinge uͤberging, druͤckte der Berichterstatter der Kommission den Wunsch aus, daß die Franzoͤsische Regierung sich mit der Spanischen Re⸗ gierung in Verbindung setzen moͤge, um sobald als moͤglich eine edeutendere Verminderung der Fluͤchtlinge herbeizufuͤhren, als es durch die bis jetzt bewilligte Amnestie der Fall seyn wuͤrde. — Herr Guizot bemerkte, daß die Regierung eben so sehnlichst als irgend Jemand die Ausdehnung der Amnestie wuͤnsche, daß sie aber, um dieses Resultat zu erlangen, sehr vorsichtig zu Werke gehen muͤsse. Sie duͤrfe wegen der außerordentlichen Empfind lichkeit der Spanischen Regierung sich nicht direkt in ihre Ange⸗ legenheiten einmischen; sie wuͤrde es auf indirekte Weise thun, welches vielleicht bald einen guͤnstigen Erfolg herbeifuͤhren duͤrfte Der Gesetz⸗Entwurf ward hierauf mit 102 Stimmen gegen 3 a genommen.
Deputirten⸗Kammer. Sitzung vom 5. Januar. Die Kammer beschaͤftigte sich in ihrer gestrigen und heutigen Sitzung mit einem Gesetz⸗Entwurfe uͤber die gerichtlichen Ver⸗ kaͤufe der Immobilien. Die Crörterung daruͤber ist fuͤr das Ausland von geringem Interesse.
.“ Paris, 5. Jan. Der Moniteur parisien enthaͤlt Felgendes: „Ein Journel spricht von den Verschiedenheiten, die man in der Sprache Sr. Majestaͤt am 1. Januar und in den Berichten des „Me⸗ niteur“ gemerkt habe. Jenes Journal hat grundlose Geruͤchte aufgenommen, und man kann es nur bedauern, Behauptungen der Art auf eine so leichtfertige Weise verbreitet zu sehen. Die Antworten des Koͤnigs auf die an ihn gerichteten Reden athmen zu beharrlich das Gefuͤhl der vollkommensten Schicklichkeit, als daß man annehmen könnte, daß es dem Koͤniglichen Worte, in⸗ dem es sich an den Praͤsidenten der Kammer richtete, an jenem Wir fuͤgen hinzu, daß die dem Koͤnige zugeschriebenen Ausdruͤcke auch keinen Charakter de Wahrscheinlichkeit an sich tragen. Se. Magfestaͤt hat nicht von dem Opfer sprechen koͤnnen, welches Frankreich in die em Augenblicke bringt, und zwar aus dem sehr einfachen Grunde, weil Frankreich kein Opfer bringt. Es wacht uͤber den Lauf der Ereignisse; es haͤlt sich bereit, allen Wechselfallen, welche die Zu⸗ kunft herbeifuͤhren kann, die Spitze zu bieten; cs g- Prahlerei und ohne Gerääusch, die Mitrel vor, um seige werane und seine Ehre zu vertheidigen, falls dieselben 8 eee. g es opfert g- so Srerzene⸗ uropa, als es irgend eine seiner Pflt Aegn b Die Fortifications⸗Kommission hat ihre gestrige Sttzung aus
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