schließlich der wichtigen Frage wegen erstuͤndiger Berathung hat sie die folgen⸗ ten gewidmet. Na er die Bewohner der Bann⸗
n den Beschluͤsse angenenren 71) Die jetzigen administrativen Um⸗
meile so lebhaft die Octroi⸗Linie von Paris werden den in dieser
Feaihuaene n, aen Abgeordneten der Gemeinden der Bannmeile Zicrochenen Wunsche gemaͤß, beibehalten: 2) die Zonen der mültzatrischen Servituten sind auf 250 Metres von der Mauer und von jedem detaschirten Fort aus festgestellt; 3) die von den Abgeordneten verlangte Entschaͤdigung fuͤr die Eigenthuͤmer, welche in Folge der Errichtung von militairischen Zonen eine Artstheil⸗ weise Erpropriation erleiden, ist verworfen worden; aber die Kom⸗
mission scheint geneigt, den Ankauf der innerhalb der Zonen gele⸗
zuser vorzuschlagen. — Morgen wird die Kommission
““ den 22 karschall Soult, den Minister des Innern,
den Polizei⸗Praͤfekten und den General Dode, Direktor der Pa⸗
riser Fortificationen, vernehmen. 1
1b Das ministerielle Abendblatt nimmt sich des Generals Bu⸗
geaud in folgender Weise an: „Die Ernennung des Generals
Bugeaud zum General⸗Gouverneur wird von einigen Oppositions⸗ Journalen lebhaft getadelt. Jene Journale leugnen zwar weder ie militairischen Talente des Generals, noch dessen Tapferkeit,
noch die Erfolge, die er schon in Afrika zu erlangen gewutt hat;
aber alle diese Anspruͤche, die fuͤr jeden Anderen mehr als hin⸗ ichend seyn wuͤrden, genuͤgen nicht, wie es scheint, sobald man das Ungluͤck hat, den Oppositions⸗Journalen zu mißfallen. Die
Faͤhigkeiten des Generals Bugeaud zu dem Posten, der ihm jetzt
anpertraut worden ist, waren indeß selbst von dem Ministerium
vom 1, Maͤrz anerkannt. Man erinnert sich, daß Herr Thiers sehr ernstlich an jene Ernennung gedacht hatte. Wenn man sich on den Partei⸗Vorurtheilen loszumachen weiß, so ist man der That gezwungen, einzugestehen, daß wenige Generale
so viele Anspruͤche auf das Vertrauen der Regierung in sich vereinigen, wie der General Bugeaud. Er kennt genau die Afrikanische Frage; er versteht es, die Araber zu besie⸗ en, und Jederman weiß, daß er auf den Schlachtfeldern in
Afrika den Beneral⸗Lieutenants⸗Grad errungen hat. Es wird
keiner Lehrzeit beduͤrfen, um an der Entwickelung unserer schoͤ⸗
nen Kolonie zu arbeiten, und der Gedanke der Regierung wird in seinen militairischen Talenten und in seiner Erfahrung eine eben so thaͤtige als einsichtige Unterstuͤtzung finden. Die Opposi⸗ toons⸗Journale raͤumen selbst ein, daß der neue General⸗Gouver⸗ neur das polle Vertrauen des Soldaten besitze; dies ist ein gro⸗
ßes Huͤlfsmittel und eine Buͤrgschaft fuͤr den Erfolg. Unserer
Afrikanische Armee und die jungen und tapferen Generale, welche
dieselbe befehligen, werden sich mit Freuden wieder unter das Kommando eines Chefs stellen, den sie seit langer Zeit kennen und schaͤtzen gelernt haben. Indem das Ministerium den Mar⸗ schall Valee, dessen ruhmvolle Anspruͤche die Regierung eben so
sehr, als Jemand zu wuͤrdigen weiß, einen Nachfolger giebt, konnte es daher keine in jeder Beziehung passendere Wahl treffen.
Der TConstitutionnel erklaͤrt alles das, was die „Presse“ uͤber die 12,000 Fr., welche dem Herrn Thiers bei seinem Ein⸗
tritt in das Ministerium zur ersten Einrichtung gesetzlich zuge⸗ standen haͤtten, fuͤr voͤlls Unwahr. Herr Thiers habe in dieser
Hinsicht niemals den Großmuͤthigen. spielen wollen; er habe die
Annahme jener Summe niemals verheimlicht, sondern sie durch
eine besondere Ordonnanz, wie es das Gesetz erheische, erhoben.
Die Regierung publizirt nachstehende telegraphische Depesche
aus Marseille vom 2. Januar: (Malta, 28. Dez.) Der
Frangoͤsische Konsul an den Minister der auswaͤrtigen
Angelegenheiten: „Kurruck⸗Sing, König von Lahore, ist am
5. Novpember gestorben. Waäͤhrend seines Leichen⸗Begaͤngnisses
ist sein Nachfolger Now⸗Nebal⸗Sing durch einen Unglucksfall
ums Leben gekommen, Shere⸗Sing wird den Thron besteigen. — Die Chinesischen Angelegenheiten sind auf den Punkt, been⸗ digt zu werden. Die Englaͤnder werden eine Entschaͤdigung von
3 Millionen Pfd. St. erhalten. — Dost⸗Mohamed hat sich den
Englaͤndern desinitiv ergeben.“ : 9. 8
* Die hiesige Sparkasse erhielt in der abgelaufenen Woche an euen Zuschuͤssen die Summe von 739,189 Fr. Die Ruͤckzah⸗ lungen beltefen sich auf 448,000 Fr. (Dies ist die erste entschie⸗ den gute Woche fuͤr die Sparkasse seit dem ugenblicke, wo der
Zuli⸗Traktat in Paris bekannt wurde.) Gs. d.. S.6⸗
2.. ¶Beoͤrse vom 5. Jan. Obgleich an der heutigen Boͤrse keine Geruͤchte zirkulirten, so waren doch im Allgemeinen die Pa⸗ piere ausgeboten und die Renten stellten sich um etwa 20 Cent.
niedriger als gestern. “ .Großbritanien und Irland. London, 4. Jan. Die Taufe der Krenprinzessin soll nun auf den 16ten naͤchsten Monats, als den Jahresrag der Vermaͤh⸗
lung Ihrer Majestaͤt der Koͤnigin, festgesetzt seyn. 8
Der Gesundheitszustand der Herzogin von Gloucester soll seit einiger Zeit ernste Besorgnisse erwecken; Ihre Koͤnigl. Hoheit war durch den Tod der Prinzefsin Auguste so erschuͤttert worden, daß sie seitdem stets leidend gewesen ist. “
Varon von Brunnow befindet sich jetzt zu Broadlands in Hampshire bei Lord Palmerston zum Besuch. n.
Da uͤber die eigentliche Beschaffenheit des der Pforte von den verbüͤndeten Maͤchten nach Unterwerfung Mehmed All's er⸗ theitten Paths einige Zweifel laut geworden sind, so haͤlt der Ob⸗
server, ein ministerielles Wochenblatt, es fuͤr angemessen, zu er⸗
klaͤren, daß die Verbuͤndeten, wie er mit Bestimmtheit versichern zu koͤnnen glaube, dem Sultan rathen wüͤrden, Mehmed Ali den erblichen Besitz Aegyptens, als Statthalter der Tuͤrkischen Pro⸗ vinz Aegypten, und nicht als eines vasallenartigen Fuͤrsten, wie Einige glaubten, zu verleihen. Bei dieser Gelegenheit kann das genannte Blatt nicht umhin, auch einige Worte uͤber die Geruͤchte hinzuzufuͤgen, welche in Pariser Bläͤttern uͤber gewisse Mittheilun⸗ gen zwischen der Franzoͤsischen und der Russischen Regierxung verbreitet worden. „Unsere Leser,“ sagt der Observer, „koͤnnen uns unbedingten Glauben schenken, wenn wir versichern, daß diese Prahlereien mit einer
beabsichtigten Russisch⸗Franzoͤsischen Allianz gegen England nichts
als kindische Aufwallungen der Gereiztheit und albernen Versuche sind, Mißtrauen und Zwictracht unter den Verbuͤndeten auszusaͤen. Aber Oesterreich, Preußen und England kennen den persoͤnlichen Charakter und das hohe Ehrgefuͤhl des Kaisers Nikolaus zu gut, ais daß sie nicht üͤber diese kleinen Kriegslisten der Pariser Poli⸗ eiker lachen sollten; uͤberdies muß der gemeine Menschenverstand auch dem gewoͤhnlichsten Fassungsvermoͤgen sagen, daß, wenn wirk⸗ lich rin geheimes Einverstaͤndniß zwischen Frankreich und Rußland auf dem Tapet oder im Werke waͤre, die Franzosen dies vor uns so tange zu verbergen suchen wuͤrden, bis, es eine⸗ abgemachte Sache waͤre, statt es schon vor seinem Beginn in alle Welt hin⸗ auszutrompeten.⁰⁸. . GE. E vAlt,, Ag. 58 8 SAuch 8 Globe haͤlt, gleich der „Morning Chroniele!“, eine Coalition zwischen Mols und Thiers zum Sturze des Gui⸗ zotschen Ministeriums fuͤr unglaublich, so vielfach man auch den Ludwig Philipy s inen solchen Plan mit hinemziehen
vorgetragenen Petitionen befindet;
wolle. die Moͤknizg Chronlele enhaͤlt in Bezug auf die⸗
ses Geruͤcht und das damit in Verbindung gebrachte von einer Russisch⸗Franzoͤsischen Allianz noch folgende Vemerkungen: „Waͤh⸗ rend die Freunde des Herrn Thiers bie große Wirksamkeit der
Befestigung der Hauptstadt herausstreichen, empfehlen die Freunde
des Grafen Mols als noch viel wirksamer und nuͤtzlicher ein
Buͤndniß mit Nußland. „„Guizot““, sagen sie, „„hat etwas Gutes gestiftet durch Beschwichtigung der Besorgnisse Oester: reichs und Preußens; aber laßt Mols jitzt ins Amt kommen, und er wird etwas noch Groͤßeres und Besseres thun. Er wird eine Russische Allianz schließen, und sehr, Rußland ist ganz bereit dazu.“⸗% So laͤßt sich die „Presse“ in einem Ar⸗ tikek vernehmen, worin sie das Geruͤcht von einer an den Hof der Tuilerieen gerichteten wohlwollenden Russischen Note wiederholt und bekraͤftigt. Wir unsererseits sind des Dafuͤrhal⸗ tens: Frankreich, wenn es ruhig bleiht und weder nach den Deutschen Rhein⸗Provinzen, noch nach ausschließlichem Einfluß im Mittelmeer sich geluͤsten laͤßt, kann uͤber jedwede Allianz, die ihm nur beliebt, verfuͤgen: Gewiß ist aber, daß jeder Versuch, Uebergriffe gegen einen Nachbar zu machen, zu erobern und den Diktator zu, spielen, eine Majoritaͤt der Maͤchte gegen dasselbe schaart. ein Staat wird Frankreich von dem ihm gebuͤhrenden Antheil an Einfluß und Ansehen ausschließen wollen, denn alle Maͤchte beduͤrfen Frankreichs, und selbst wenn es mit allen den Einzelkampf aufnaͤhme, wuͤrde Europa einen solchen Krieg, trotz der Ge⸗ wißheit seines Ausgangs, als ein tief zu beklagendes Unheil betrachten. Seine Rettung aus unruͤhmlichen Verlegenheiten, wie die, in welche es die Politik eines Thiers unlaͤngst gestuͤrzt hat, darf Frankreich weder von einer Englischen, noch von einer Russischen Allianz erwarten sondern nur von der Redlichkeit und Klugheit
seines eigenen Benehmens. In der That giebt es nur wenige
Punkte, woruͤber das Englische und das Franzoͤsische Interesse wirklich von einander abweichen; eben deswegen sollte man sich gegenseitig ein Opfer bringen, und dazu war England seinerseits auch bereit, wenn Frankreich oder sein fruͤherer Minister offen und ehrlich haͤtten handeln wollen. Wenn die Franzosen, sey es fruͤher oder spaͤter, in ein Buͤndniß mit Ruß⸗ land treten, so duͤrfen sie sich darauf gefaßt halten, Opfer, große Opfer, nicht bloß an materiellen Interessen, sondern auch an libe⸗ ralen Prinzipien, bringen zu muͤssen Was sie dabei gewinnen koͤnnen, ist zweifelhaft, existirt nur in der Einbildungskraft derjenigen, deren Vortheil es ist, zu taͤuschen. Sey dem wie ihm wolle, wir ver⸗ sehen uns zu Frankreichs jetziger Regierung und der sie unter⸗ stuͤtzenden Majoritaͤt in der Kammer, daß weder die eine noch die andere eine Allianz zu Zwecken des Krieges und der Erobe⸗ rung erstreben oder gutheißen werde. Was Guizot bezweckt, und was Koͤnig Ludwig Philipp bezweckt, das ist, die Stellung der letzten zehn Jahre wieder zu gewinnen, welche den Frieden und das Gleichgewicht der Macht in Europa gewaͤhrleistete. Und in diesem Streben werden sie doch am Ende, was auch die Presse dazu sagen mag, von der Nation unterstuͤtzt werden. Auch haben sich die Hoffnungen nicht bloß auf Erhaltung des Friedens, son⸗ dern auch auf ein voͤlliges Aufhoͤren aller Kriegsruͤstungen in den letzten Tagen sehr gehoben.“ . Der Gouverneur von Suͤd⸗Australten, Capitain Grey, ist am Sonnabend nach dieser Kolonie ahgereist. 1b Lord Francis Egerton, als eifriger Freund der Wissenschaften bekannt, hat dem beruͤhmten Naturforscher Agassiz, um ihn in seinen Forschungen zu Unterstüͤtzen, die Originalzeichnungen zu seinem Werke uͤber die Fische fuͤr 500 Pfd. St. abgekauft, mit der Verguͤnstigung, daß Agasstz Hieselben in Neuchatel behalten darf, so lange er ihrer bedaͤrxk. Das Porto, welches von den Briefen gezahlt wurde, die der „Great Western“ auf seler letzten Ruͤckfahrt von New⸗York mitbrachte, belief sich auf 2300 Dollars. . “ Im verflossenen Jahre wurden in London 16,160 Kinder
getauft und 14,574 Individtten beerdigt.
Der friedliche Ton der Antwort Ludwig Philipp's auf die
Neujahrs⸗Gluͤckwuͤnsche des diplomatischen Corps hat an der hie⸗ sigen Boͤrse sehr beruhigt und guͤnstig auf die Fonds eingewir
Niederlande. —
Aus dem 96%, 5. Jan. Durch Koͤnigl. Beschluß vom An
28sten v. M. ist auf Antrag des Finanz⸗Ministers eine vorläͤufige Umgestaltung des Reglements uͤber die Finanz⸗Verwaltung vor⸗ genommen, durch welche in mehreren Punkten die in den Ge⸗ neral⸗Staaten in Bezug auf diese Angelegenheit ausgesprochenen Muͤnsche Beruͤücksichtigung gefunden haben. Die wichtigsten neuen
Bestimmnngen scheinen zu seyn, daß das Budget fortan nur auf
zwei Jahre festzustellen ist, daß die von den General⸗Staaten bewilligten einzeinen Ausgabe,Posten als das Marximum der zu verwendenden Ausgaben anzusehen sind, und daß diese Ausgaben immer nur fuͤr den speziellen Zweck, zu dem sie bestimmt sind, verwendet werden sollen, daher eine Uebertragung von einem Posten auf den andern nicht mehr stattfinden darf.
Ein anderer Köͤnigl. Beschluß giebt den Mitgliedern der permanenten Kommission des bekanntlich aufgehobenen Amorti⸗
sations⸗Syndikats auf, bis zum 1. Mai 1841 die Vorbereitun⸗
gen zur Liquidation dieses Instituts zu beendigen.
Amsterdam, 3. Januar. Unter den an die zweite Kam⸗ mer der Generalstaaten gerichtetene vnd in den letzten Tagen dort ItSsich eine von Herrn Lipman, einem ausgezeichneten Advokaren in Amsterdam, die viel bespro⸗ chen wird. Er protestirt naͤmlich gegen die Wahl zweier Mit⸗
2 *
glieder der Generalstaaten, weil der⸗ Gouverneur von Nord⸗Hol
land, als Praͤsident der Provinzjalstaaten, an deren Erwaͤhlung Theil genommen habe. „Es erscheint üͤberfluͤssig,“ sagt Herr Lipmann, „den Beweis zu fuͤhren, daß unter einer consti⸗ tutionellen Regierung die Wahlen fret seyn muͤssen, moͤgen sie nur von einer kleinen Anzahl oder moͤgen sie durch das ganze Volk geschehen.’ Aus diesem Grundsatze leitet der Bitisteller dann die Folgerung her, daß ein Gouverneur als Beamter der Regierung nie und in keinem Fall Einfluß auf die Wahlen uͤben, noch weniger aber selbst mitstimmen duͤrfe, und daß jede Wahl, bei der dies dennoch geschehen sey, fuͤr Nichtig gelten muͤsse. ” Streitfrage ist nicht neu, allein die Schrift des Bittstellers erhält dadurch besondere Wichtigkeit, daß die Kammer selbst gezwungen wird, sich daruͤber zu erklaͤren, was sie bisher stets sorgfaͤltig vermied. Auch hat sie die Bittschrift bereits an die mit Pruͤfung der Vollmachten beauftragte Kom⸗ wisston verwiesen, und so kommt jetzt ein Verfahren zur Beur⸗ theilung, das man seit 1818 stets als gesetzwidrig bezeichnete.
Kopenhagen, 5. Jan. Ueber Handel und Schifffahrt Iindet man in . erwaͤhnten Rückblick auf das ahr (Si0 in der Hiestgen Zeitung foigende Bemerkusgen; Der Han⸗
del“, heißt es darin, „hat in den letzten 7n keine vortheil⸗ haftere Wendung genommen. Daͤnemarks
andel ist fuͤr den
“ . *
Augenblick beinahe gaͤnzlich auf den eigenetichen inländischen Han⸗
del, so wie auf die Ausfuhr inlaͤndischer Produkte und die Ein⸗ suhr nothwendiger Lebens⸗Beduͤrfnisse, theils „ eignen Ver⸗ brauch, theils zur Wieder⸗Ausfuhr beschraͤnkt. ornehmlich hin⸗ sichtlich des letzteren Handelszweiges (des sogenannten Zwischen⸗ handels), der in so hohem Grade vor 1807 blühte, hat unser
Handel abgenommen, und muß nun von anderen Vöͤlkern an
unserer Statt besorgt werden, so daß unser Absatz von fremden Produkten nach dem Austande gegenwärtig sehr unbedeutend ist. So lange unsere Verbindungen mit den uͤberseeischen Laäͤndern
sich uͤberall ausbreiteten, so lange unser großer Handel nach Ostin⸗
dien und China blühte, sanden nicht allein die von uns aus die⸗ sen Laͤndern eingefuͤhrten Waaren Absatz nach dem Auslande,
sondern wir fuͤhrten auch aus vielen Europaͤischen Laͤndern Waa⸗
ren ein, deren Bestimmung es war, nach den uͤberseeischen wie⸗ der ausgefuͤhrt zu werden. Es ist jener bedeutende, auf Handel und Schifffahrt im Allgemeinen so wesentlich einwirkende, hoͤchst vortheilhafte Zwischenhandel, den wir leider verloren haben, ein Verlust, der Kopenhagen allein trifft, und der noch dadurch ver⸗ gröͤßert wird, daß die indirekten Abgaben und die Steuern vom unbeweglichen Eigenthum hier hoͤher sind, als in den uͤbrigen Staͤdten des Landes. Nach Schweden und Norwegen vorzüg⸗ lich fuͤhrten wir die aus den Europaͤischen Haͤfen des Auslandes erhaltenen Produkte wieder aus; doch hat dieses jetzt aufgehoͤrt, und unsere gegenwaͤrtige Einfuhr st hauptsaͤchlich nur fuͤr unseren inlaͤndischen Verbrauch berechnet. Zum Gluͤck fuͤr den Handel hat dieser Verbrauch inzwischen im naͤmlichen Verhaͤltniß zuge⸗ nommen, als die Masse der Produkte unseres Landes.“ ,8
Deutsche Bundesstaaten. B
Leipzig, 9. Jan. (L. A. Z.) Gestern ist auf der Eisenbahn zwischen hier und Halle ein Ungluͤck vorgefallen, bei dem ein Menschenleben verloren ging. Der Guͤterzug, welcher am Vor⸗ mittag von hier aus nach Halle abgesendet war, hatte so sehr mit dem tiefen Schnee zu käͤmpfen, daß er sich verspaͤtete und man ihm von Halle aus eine Huͤlfslokomotioe entgegenschickte. Wahrscheinlich kam diese zu rasch heran, sie wurde vor Schnee⸗ gestoͤber nicht wahrgenommen, und so fuhren beide Lokomotiven dergestalt gegen einander, daß der Fuͤhrer, welcher vor dem Gaͤ⸗ terzuge den Schneepflug leitete, mit diesem zerschmettert und die Wagen nicht unbedeutend beschaͤdigt wurden. Beide Lokomotiven
7
brachte man Abends nach Halle, die Wagen besinden sich noch
auf der Bahn, da der tiefe, noch fortwaͤhrend zunehmende Schnee einstweilen die fernere Befahrung unmoͤglich macht.
Stuttgart, 1. Jan. (Ober⸗Deut. Z.) Neben den. krie⸗ gerischen Ruͤstungen, welche bei uns fortwaͤhrend eifrig betrieben werden, bereitet sich jetzt schon das Land zu einer Feier vor, wel⸗ che zu den erhebendsten gezaht werden wird, die Wuͤrttemberg, die irgend ein Deutsches Land je begangen. Am 30. Oktober d. J. feiert Wuͤrttemberg das 25 jaͤhrige Regierungs⸗Jubilaͤum Koͤnigs Wilhelm, der an dem gleichen Tage des Jahres 1816 den Thron bestieg. Ungeduldig erwartet das ganze Land diesen schoͤnen Tag, denn wie wenig auch sonst oͤffentliche und gar en⸗
thusiastische Demonstrationen im Charakter des Wuͤrttembergers
liegen, so sehnt man sich doch dieses Mal allgemein danach, freie Huldigungen dem Fuͤrsten darzubringen, den nicht die Hoͤflinge, den das Volk den Guͤtigen, den Gerechten nennt. An die Stelle der Willkuͤr in der Verwaltung, in der Justiz, hat er einen festen Rechtszustand gesetzt, an die Stelle der Gewalt und der Bestechlichkeit,
Milde und Integritaͤt des Beamtenstandes. Er hat die letzten Reste der
Leibeigenschaft aufgehoben, hatgleich bet seinem Regierungsantritte (durch die bekannten Edikte von 1817) die Fesseln der Landwirth⸗ schaft geloͤst, und ist in diesem Streben fortgegangen bis zum heutigen Tage. Die musterhafte Organisation allei Verwaltungs⸗ zweige ist das alleinige Werk seiner Regierung, und waͤhrend er das Land verschuldet, mit schwerem Desizit in den jaͤhrli⸗ chen Budgets uͤbernahm, hat es unter seiner Regierung viele Millionen Schulden abgezahlt, das Budget nicht nur ins Gleich⸗ gewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben gebracht, sondern der Staatsschatz legt jaͤhrlich große Summen uͤber. Die Steuern sind unter Koͤnig Wilhelm's Regierung um mehr als die Haͤlfte herabgesetzt worden, die Steuerumlage geschieht nach strengster Gerechtigkeit: alle fruͤher bestandenen Steuerbefreiungen sind aufgehoben worden, selbst die Kronguͤter und die der Hof⸗ Domainen⸗Kammer unterliegen der Steuer. Wo fruͤher kaum Vizinalwege waren, sind jetzt die herrlichsten Staatsstraßen er⸗ richtet und die Wuͤrttembergischen Chausseen gehoͤren wohl zu den besten in Deutschland. Der Stand der Staatsdiener hat gesetz⸗ liche Buͤrgschaften gegen willkuͤrliche Absetzungen erhalten; die Pensions⸗Kasse der Staatsdiener und deren Wittwen und Wai⸗ sen ist durch Ueberschuͤsse im Staats⸗Einkommen, mit staͤndischer Zustimmung, fuͤr alle Zeiten dotirt und faͤllt kuͤnftig dem Staats⸗ schatze nicht mehr zur Last. Das Gleiche ist fuͤr die Pensions⸗ Kasse der Schullehrer geschehen. Selbst einer der anerkanntesten Generale Deutschlands, der in Kriegen große Heeresmassen mit Einsicht und Erfolg kommandirte, hat Koͤnig Wilheim das Mili⸗ tair nie zum Fuͤrstlichen Spiel und Zeitvertreib gebraucht, hat aber sein Heer praktisch und tuͤchtig gebildet und ein in hohem Grade populaires und verhaͤltnißmäßig wenig kostspieliges Re⸗ krutirungs⸗ und Wehrverfassungs⸗System eingefuͤhrt. Der Inbe⸗ griff und der hoͤchste Ruhm dessen, was er fuͤr sein Land gethan, liegt aber in der Verfassung, die er im frelen Vertrage mit sei⸗ nem Volke gegeben, die er kraͤftig, fest und Roͤniglich schirmte gegen jegliche Antastung, woher sie auch kommen mochte, die dem Lande einen Rechtsboden, ein Bewußtseyn der inneren Kraft und Eini⸗ gung, eine Behaglichkeit und Dauerhaftigkeit in allen Verhaͤtt⸗ nissen des oͤffentlichen Lebens gegeben, um das es die meisten uͤbrigen Staaten und Voͤlker, auch wene sie großer und maͤchti⸗ ger sind, beneiden moͤgen: die Verfassung von 1819, die der Stolz jedes Wuͤrttembergers ist. Er hat erfuͤllt, was er gelobt: „Mein Volk soll wissen, wofuͤr es steuert”“ Ein Fuͤrst von seltenem ho⸗ hen Geiste, liebt er die Thaͤtigkeit des Geistes üͤberhaupt. Darum ist sein Land und seine Hauptstadt ein wichtiger Mittelpunkt Deutscher Geistesthaͤtigkeit, Deutscher Literatur geworden. Fest und unerschuͤtterlich in Allem, was die Ehre, die Rechte, die Wuͤrde der Krone heischen, ist Koͤnig Wilhelm dennoch ein Hort wahren Freimuths, und theilt die Aengstlichkeit kleinlicher Geister nicht. Voll pateiotischer, echt Deutscher Gesinnungen uͤbt er durch die Ruhe und Besonnenheit seines Urtheils, durch die Mäßigung und den Takt seiner Verfahrungsweise einen bedeutenden und heilsamen Einfluß auf die mit ihm befreundeten Hoͤfe. Er hat
8
Herz vermoͤgen. 4
1
an einem kleinen Lande gezeigt, was ein hoher Süin, ein großi6
Karlsruhe, 5. Jan. (Bad. Ztg.) em Vernehmen nach ist im Lande das Geruüͤcht verbreitet, die Großherzogliche Ne⸗ gierung beabsichtige, den Bau der Eisenbahn vne Mannbein nach Basel nicht selbst auszufuͤhren, sonbern das Unternehmten in die Haͤnde einer Privat⸗Gesellschaft uͤbergehen zu lassen. Wir
—
bessck discen Gerhchte mit Bestimmtheit widersptechen. Zwar⸗
soll das Großherzogl. Finanz⸗Ministerium dem Bau auf Staats⸗ kosten noch immer nicht sehr geneigt seyn; allein derselbe ist nicht nur bereits laͤngst vom Großherzogl. Staate⸗Ministerium beschlossen, sondern es wird auch an beiden Enden der Strecke zwischen Mann⸗ heim und Kehl mit den Arbeiten begonnen werden, wenn und sobald die politische und die physische Witterung es erlauben. Bei Kehl wird, wenn Friede bleibt, mit Eintritt des Fruüͤhjahrs angefangen werden; bei Heidelberg wird es etwas spaͤter ge⸗ schehen, weil die Direction noch mit Auffindung einer neuen Linie beschäftigt it. Man glaubt, daß zur Herstellung dieser Bahn⸗ strecke eine Zeit von 4 Jahren erfordert wird. Von der Fort⸗ setzung bis Basel spricht man noch nicht: doch werden Nie⸗ mand die Nachtheile entgehen, welche dem Lande daraus entsprin⸗ gen muͤßten, daß der Guͤterzug bei Kehl abgebrochen und auf die Straßburg⸗Baseler Bahn hinuͤber gewiesen wuͤrde. Die erfor⸗ derlichen Geldmittel werden, besonders bei den dermaligen großen Ausgaben fuͤr die Landes⸗Vertheidigung, kaum anders als durch eine Anleihe aufgebracht werden koͤnnen. Eine Anleihe dieser Art ist jedoch himmelweit verschieden von einer solchen, die zu unpro⸗ duktiven oder gar zu Zerstoͤrungs⸗Zwecken gemacht wuͤrde; sie rentirt und tilgt sich selbst, wenn auch vielleicht nicht im kauf⸗ maͤmnischen, doch im volkswirthschaftlichen Sinne, und kann da⸗ her keinerlei Besorgnisse erregen. Wir wuͤrden, wenn die Ver⸗ häͤltnisse es erlaubten, wuͤnschen, daß dabei auch auf die Ober⸗ Länderstrecke Ruͤcksicht genommen werden moͤchte. Wenn die drei Faktoren, Arbeit, Kapital und Zeit, ein bestimmtes Produkt lie⸗ fern sollen, so duͤrften die beiden ersteren moͤglichst groß zu neh⸗ men seyn, damit der letzte moͤglichst klein werde, und zwar aus dem Grunde, weil sich die Zeit immer nach unserem Belieben, zu unseren Zwecken hergiebt. .
— — Frankfurt, 7. Jan. Die letzten Nachrichten aus 7 sind sehr geeignet, die Erwartungen auf Erhaltung des
riedens zu unterstuͤtzen. Die Franzoͤsische Regterung hat erkannt, daß Frankreich keine Veranlassung zur Stoͤrung der seitherigen friedlichen Verhältnisse geboten worden. Wenn sich aber Frank⸗ reich bei der jetzigen Gestaltung der politischen Verhaͤltnisse, na⸗ mentlich der des Orients beruhigen zu koͤnnen glaubt, haben die uͤbrigen Maͤchte um so weniger Ursache, sich zum Krieg zu ruͤsten, wie denn auch zu erwarten steht, daß Frankreich seine isolirte Stellung bald verlassen wird, dennoch glauben wir, daß in Deutsch⸗ land die zur Ergaänzung der Bundes⸗Kontingente getroffenen Maß⸗ regein vollkommen zum Vollzug kommen, ohne daß darin eine kriegerische Demonstration erblickt werden kann. Die durch einen bedeutenden Aufschwung der Franzoͤsischen Rente unterstuͤtzten friedlichen Nachrichten wirkten heute um so guͤnstiger auf unsere — schon seit mehreren Tagen sehr willige — Boͤrse, da auch zugleich von Wien eine wesentlich hoͤhere Notirung aller Oester⸗ reichischen Effekten⸗Gattungen per Estafette eintraf. Bei großer Sans gingen alle Fonds stark in die Hoͤhe. Die Wiener
ank⸗Actien stiegen auf 1954 Fl, blieben also 44 Fl. hoͤher als gestern. Die beiden Oesterreichischen Lotterie⸗Anlehen besserten sich 2 pCt., die beiden Polnischen Loose ½ Rthlr. Auch die Hollaͤndischen Fonds folgen dem Impuls der uͤbrigen, und In⸗
tegrale blieben 49 11. Dabei lauten die Amsterdamer Berichte
wieder aufmunternder fuͤr die Speculation in den Hollaͤndischen Fonds. Die Taunus⸗Cisenbahn⸗Actien wurden heute mit 335 ½8 (S5 11 bezahlt. Die Spekulanten uͤberlassen sich der kesten Hoffnung fuͤr einen weiteren Aufschwung aller Staats⸗ Effekten, und hier um so mehr, da das Geld fortdauernd sehr abondant ist. Der Disconto steht 3 ¼ pCt. .
Die Bundes⸗ Versammlung hielt heute ihre erste Sitzung in diesem Jahre und zwar unter guͤnstigen Aussichten fuͤr Auf⸗ rechthaltung des Friedens. -
Der Kaiserl. Oesterreichische. General⸗Major von Heß ist in den letzteren Tagen wieder nach Wien zuruͤckgereist und besuchte nur 8b den Jer2e- ö Hof. b
estern traf der Koͤnigl. Preußische Geschaͤftstraͤger zu Bruͤsset, Graf von Seckendorf, hier 8ê vegwelie sortwaͤhrend in Baden, von wo aus er in den letzten Tagen hier
einen kurzen Besuch machte. Bevor der beruͤhmte Komponist⸗ 9 p
uach Paris geht, wird er Berlin besuchen. Seine neue Oper „der Prophet“ kommt im Fruͤhjahr in Paris zur Auffuͤhrung. — Thalberg ist noch in unserer Stadt anwesend und wird naͤch⸗ ster Woche ein drittes Konzert geben, jedoch nur zum Besten einer bedraͤngten Kunstjuͤngerin.
Die Kaͤlte ist auch bei uns wieder stark im Steigen begrif⸗ sen und zwar bei fast Fuß hohem Schnee. In dem nahen Gebirge soll der Schnee aber noch weit hoͤher liegen und die Leute zittern bei dem Gedanken, daß plöͤtzliches Thauwetter eintreten koͤnne. Denn da der Erdboden durch das Regenwetter im November stark gesaͤttigt und zugleich tief gefroren ist, muͤßte uͤberall ein ploͤtzliches Thauwetter Wasserenoth bereiten. — Bei der Hem⸗ mung der Wasserstraßen hat die Landspedition an Lebhaftigkeit gewonnen und namentlich wurde in der letzteren Zeit von hier viel Wolle nach Frankreich, dem Niederrhein und Belgien ge⸗ sendet. Dagegen treffen auch immer noch ansehnliche Wollsen⸗ dungen aus Oesterreich ein. In allen anderen Handelsbranchen geht's bei jetztger Jahreszeit stiller
He steaö
Wien, 6. Jan. Herr. von Holtei haͤlt jetzt hier dramati⸗
sche Vorlesungen. Am à3ten d. M. eröͤffnete er dieselben, und
zwar zum Besten des Kranken⸗Instituts der barmherzigen Schwe⸗
stern, mit einer Vorlesung der drei ersten Akte von Shakespeare’'s Heinrich V. und eines von ihm selbst gedichteten Liederspiels: „Achill und Hektor“”“. Der Beifall war außerordentlich groß,
und am Schlusse der Vorlesung wurde Herr von Holtei gerufen.
Auf der Eisenbahn zwischen Wien und Bruͤnn sind vom
1. Mai bis zum 31. Dezember v. J. 169,449 Personen gefah⸗ ren. Die Einnahmen sowohl fuͤr Personen⸗ als fuͤr Guͤter⸗
Transport betrugen in dieser Zeit 473,777 Fl. 56 Kr. C. M.
— — Wien, 6. Jan. Die eben angekommene Tuͤrkische Post bringt Briesschaften aus Konstantinopel big zum 23. De⸗ hembfr. aus Beirut bis zum I4ten und aus Damaskus bis zum Ia2ten v. M. Die letzteren waren mit dem Dampfboote „Cres⸗ Kenc⸗ welches am 24sten Morgens aus Syrien zuruͤckkehrend in eee einlief, uͤberbracht worden. Es geht aus denselben 22 G daß Ibrahim Pascha bis zum 13. Dezember mit dem
seiner Armee in Damaskus stand, wo seine Lage mit jedem Tage gefährlicher wurde. 8; Sn bisher durch die nunmehr in die Ebene von die Veeschaften Rache eschir's Et Kassim persoͤnlicher Fuͤhrung
1 ja und en von maskus besetzt hatten. 3 Zebdani, sechs Stunden von Da⸗
mur durch die de.g⸗ i der. Stadt selbst wird der Aufruhr
it der großen Truppenmacht niederge⸗
alten, die Bevölkerung erwartet mit Sehnsucht die Stunde der
Er wollte unverzuͤglich aufbrechen,
1 47
Erlösung. Dis sehr starke Vorhut des Aegyptischen Heeres hatte Damaskus bereits mehrere Tage vorher verlassen, und man wußte, daß sie Mezerib, 25 Stunden suͤdlich von Damaskus auf der Pilgerstraße gen Mekka, theilweise in dem kläglichsten Zustande erreicht hatte, nachdem sie unterwegs von dem Drusen⸗Haͤupt⸗ linge Schibte Adrian uͤberfallen und aufs Haupt geschlagen wor⸗ den war. Die Niederlage muß vollstaͤndig gewesen seyn, indem ein ganzes Aegyptisches Regiment das Gewehr streckte. — Der Generalissimus der Tuͤrkischen Truppen in Syrien meldete aus Aleppo, von wo er im Begriffe war, gegen Damaskus vorzuruͤcken, daß die Tuͤrken allenthalben von den Bevoͤlkerungen mit Jubel empfangen wurden; er hatte den luͤr das Paschalik von Aleppo ernannten Esad Pascha bereits in diesem Gouvernement eingesitzt. — Die „Marianna“, welche am l4ten in die Dardanellen einge⸗ laufen war, hatte nicht, wie man in Konstantinopel glaubte, den Erzherzog Friedrich am Bord, sondern uͤberbrachte dem Oesterrei⸗ chischen Internuntius Depeschen des Admirals Bandiera. Die ganze Englische Flotte unter Admiral Stopford und Commodore Napier ist, mit Ausnahme einiger vor Alexandrien und an der Syrischen Kuͤste zuruͤckgelassenen leichteren Fahrzeuge nach dem Hafen von Marmarizza, wo sie uͤberwintern wird, unterwegs. Admiral Bandiera war mit dem Oesterreichischen Geschwader be⸗ reits daselbst eingetroffen.
u“ Schweiz.
Bern, 2. Jan. Nach einem Beschluß der eidgenossischen Militair⸗Behoͤrde sollen, im Fall der Ausstellunz eines eidgenoͤs⸗ sischen Truppen⸗Corps, in Zuͤrich und im Kloster Muri Spitäͤ⸗ ler mit 600 Betten eingerichtet werden, kleinere in Aarau und im Kloster Wettingen. vEn.
Der abgetretene Vorort (das Praͤstdium jst am 1. Januar von Zuͤrich auf Bern uͤbergegangen) hat am Ende des Jahres noch verschiedene Kreisschreiben erlassen. Er zeigte an, daß der Tagsatzungsbeschluß, betreffend die Einfuͤhrung des Grades eines
ersten und zweiten Unter⸗Lieutenants in allen Abtheilungen des
eidgenoͤssischen Generalstabes, in Kraft getreten sey; serner, daß der Staatsrath des Kantons Tessin berichtet habe, er wolle sein neues, durch die Tagsatzung noch nicht genehmigtes Zollgesetz mit dem Januar 1841 in Vollziehung setzen.
lich zeigte er den Wechsel des Vorortes an und dankte zugleich den Staͤnden fuͤr die vielfaͤltigen Beweise des Vertrauens und des vaterlaͤndischen Sinnes, welche sie ihm waͤhrend seiner schwie⸗ rigen Geschaͤftsfuͤhrung bethaͤtigt haben. 3
Ftalien.
Rom, 28. Dez. (A. Z.) Die Koͤnigin⸗Regentin von Spanien ist bis jetzt noch nicht von Sr. Heiligkeit empfangen worden; sie scheint uͤbrigens laͤngere Zeit hier verweilen zu wollen, indem, wie verlautet, wichtige Familien⸗Angelegenheiten hier geschlichtet wer⸗ den sollen, zu welchem Zwecke man auch in kurzem die Koͤni⸗ gin⸗Wittwe Maria Isabella von Sicilien erwartet. Sie erschien vorgestern bei der Eroͤffnung des großen Theaters Apollo.
Der Ankunft Emir Beschir’s haben sich unerwartete Hin⸗ dernisse entgegengestellt. Er verweilt noch fortwaͤhrend in Malta und duͤrfte erst gegen das Fruͤhjahr hier eintreffen. “
Madrid, 28. Dez. Die Königin Christine hat die unterm 28. Oktober an sie gerichtete Adresse der Munizipalitaͤt von Bil⸗ bao in solgender Weise beantwortet: „An die edlen Mitglieder der Münizipalltät der unbestegbaren 1 Stadt Bilbgo. “ .
Ihr Schreiben vom 28. Oktober, ein glänzendes Zeugniß Baski⸗ scher Lepalität, hat mein Herz auf das tiesste bewegt. Das Interesse, welches Sie für meine Person an den Tag legen, hat einen um so böheren Werth für mich, als es unter Ulmständen geschieht, welche diese Beweise Ihrer Achtung und Liebe in meinen Augen noch erhöhen. Die Grunde, welche mich bewogen, die Regentschaft niederzulegen und den Spanischen Boden zu verlaffen, sind Ihnen bekannt; Sie sinden die⸗ selben in dem Manifest vom 8. November, das ich zu meiner Recht⸗ fertigung glaubte bekannt machen zu müssen, um die Würde des Thro⸗ nes mit der Wohlfahrt Spanienus zu verbinden, welche unausgesetzt die Gegenstände meiner mütterlichen Sorge waren. Nur Motire von solcher Wichtigkeit konnten mich von meinen Töchtern trennen, die ich bei meiner Abreise einer Nation empfohlen habe, für deren Wobl ich läglich die heißesten Gebete zum Himmel emporsende. Da ich Ibre Lovalität kenne, so halte ich mich überzeugt, daß Sie auch gegen meine Töchter, deren eine Ihre Königin ist,diejenigen -Gesinzungen der Treue und Anhänglichkeit bewahren werden, die Sie mir stets bewiesen ha⸗ ben, und die, gleich den heroischen Thaten, wodurch Ihre Stadt sich den glorreichen Namen der unbesiegbaren und die edlen Bewohner der⸗ seiben den Ruf der muthigen Vertheidiger des Vaterlandes und des Thrones ihrer Könige erwarben, meinem Herzen, wie meiner Er⸗ innerung mit unauslöschlichen Zügen eingegraben sind. Paris, den 30. November 1840. Marie Christine.“
Der Correo nacional bemerkt uͤver dieses Schreiben das Koͤnigin Christine: „Diese Worte der erhabenen⸗Regentin beduͤr⸗ fen keines Kommentars; jedes derselben spricht die edelsten Spa⸗ nischen Gesinnungen der Koͤnigin, der Mutter aus. Obgleich ein Opfer des schwaͤrzesten Undankes, hat isie doch nur Worte der Liebe und des Segens fuͤr ihre undankbare Kinder. Wahrlich, sie hat auf fremdem Boden in dieser Liebe eines ganzen Volkes, welche den Verlust ihrer Macht uͤberdauert, einen maͤchtigen Trost finden muͤssen, und waͤhrend so viele Ehrgeizige, die sie mit Wohl⸗ ihaten uͤberhaͤufte, ihr dies schlecht vergolten haben, muß es ein angenehmes Gesuͤhl fuͤr sie gewesen seyn, ihr muͤdes Auge
auf uns ruhen zu lassen und in ihrer Antwort aufs neue
gegen den beleidigten Thron und ihre verkannten Gesinnungen zu protestiren. Ehre den Maͤnnern, die, waͤhrend Alles sich vor der Gewalt und der Macht beugt, sich nicht scheuen, der schutz⸗ losen Tugend ihre Achtung zu bezeigen! Die Bewohner von Bilbao, die einzigen vielleicht, welche unter diesen Umstaͤnden ein so wuͤrdiges Beispiel gegeben, muͤssen das Koͤnigl. Schrei⸗ ben aufbewahren, als einen erhabenen Beweis der Buͤrger⸗Tu⸗ genden, welche sie schmuͤcken, und die Nachwelt wird jene Selbst⸗ verleugnung, jene Bestaͤndigkeit, die sie stets bewiesen und die ihren edlen Kindern die ehrenwerthesten Anspruͤche auf Ruhm ge⸗ ben, 8 wuͤrdigen wissen.”) Der General⸗Major Ramon de Castasteda hat das Groß⸗ kreuz des Ordens Isabella's der Katholischen erhalten, und die Brigade⸗Generale Aristizabal, Serrano und van Halen sind zu
General⸗Majors ernannt worden.
Ungeachtet verschiedener von der Regierung⸗ getroffenen An⸗
ordnungen, die eine mehr oder weniger kriegerische Gesinnung zu verrathen scheinen, glaubt hier doch Jedermann, daß der Friede
zwischen Spanien und Portngal nicht gestoͤrt werden wird. Die
General⸗Direction der Artillerie hat zwar den Befehl gegeb
AI geben Alles auf den Kriegsfuß einzurichten, die Truppen * 88 dem Marsche nach Estremadura, und gestern sind noch zwei Regimen⸗
tter von hier nach Talavera abgegangen, indeß lassen doch die
friedlichen und zufriedenstellenden Versicherungen, welche die Re⸗
— Der Vorort erklaͤre sedoch dieses Verfahren als in jeder Beziehung unbesugt. End⸗
entschaft den Bdeschaftern Englands und ugals gegehen, nicht an ednsenge esten glaibeh. e-beena6.
Das „Eco del Cemercio“ giebt die Stärke der Spanlschen Armee auf 140,990 Menn an.
Die Klöster in Guipuzcoa, deren Aufhebung die Regent⸗ schaft anbefohlen, sind, außer dem Jesuiten⸗Kollegium zu Leyola, ein Augustmer und ein Dominikaner⸗Kloster in Azpeitia, die Franziskaner⸗Klöͤster in Oüate, Mondragon, Elgoibar, Saziola, die Karmeliter⸗Klöster in Lazcano und Zaranz.
In Andalusien sollen politische Unruhen stattgesunden haben, aber ohne weitere Folgen geblieben seyn. 1
Coruña, 19. Dez. Heute fruͤh um 4 Uhr lief ein in Brand gerathenes Englisches Dampsboot hier ein. Der Capitain wies jeden ihm angebotenen Beistand zuruͤck. Die Flammen wuͤtheten mit großer Hestigkeit und um 5 Uhr war das Fahr⸗ zeug ganz in Rauch gehuͤllt; es ist theilweise zerstoͤrt. Es heißt, der Englüsche Konsul habe den Capitain verhaften lassen und wolle ihm den Prozeß machen, weil er sich geweigert habe, die ihm angebotene Huͤlfe anzuneheunen.
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8 1 Aegypten.
Kahira, 4. Dez. (Journ. de Smyrne.) Ungeachtet der Verkuͤndigung des zwischen dem Vice⸗Koͤnig und dem Com⸗ modore Napier abgeschlossenen Friedens werden die Ruͤstungen doch noch immer mit demselben Eifer fortgesetzt. Es ist aber⸗ mals ein Regiment Infanterie nach Syrien abgegangen und ge⸗ stern ist der Kommandant Varin mit einem Detaschement Ka vallerie eben dahin aufgebrochen. Man behauptet, diese Truppen sollten sich der Landung der Engländer bei El Arisch widersetzen; Andere wollen dagegen wissen, sie sollten sich mit Ibrahim Pa⸗ scha vereinigen. Churschid Pascha und Achmad Pasqpa, die vor kurzem aus Arabien hierangekommen sind, werden sich nach Unter⸗Aegypten be⸗ geben, wo sie ein Kommando uͤbernehmen sollen. Man haͤuft Kriegs⸗ und Mundvorraͤthe in der Citadelle auf, tie ganz auf den Kriegs suß ausgeruͤstet ist. Mit einem Worte, wenn man nach dem urthei⸗ len wollte, was hier vorgeht, so waͤre der Friede nichts wenzger als wahrscheinlich. In den letzten Tagen glaubte man hier allge⸗ mein, daß die Feindseligkeiten gegen Alexandrien begonnen haͤtten, indem dies in mehreren Briefen als nahe bevorstehend angekuͤn⸗ digt worden war. Die allgemeine Unzufriedenheit hat bereits ange⸗ fangen, sich in feindseligen Handlungen gegen die Regierung zu aͤußern und die Beduinen pluͤndern Alles in der Umgegend der Sradt. Menekli Pascha, welcher vor einigen Tagen mit seiner Di⸗ vision nach Syxien abgeschickt worden ist, soll die Absicht ausge prochen haben, zu den Verbuͤndeten der Pforte uͤberzugehen, und der Scheich Ava, welcher in den Divan gegangen war, um den ruͤckstaäͤndigen Sold u fordern, kehrte wuͤthend in sein Haus zuruͤck, bewaffnete seine
eute und verließ die Stadt, indem er oͤffentlich erklaͤrte, er werde sich zum Sultan begeben. Ein Detaschement der Garde zu Pferde, welches ihm nachgesandt wurde, um ihn aufzuhalten, kehrte un⸗ verrichteter Sache wieder zuruͤck. An venegn Tage wurden Wachen vor die Wohnungen mehrerer angesehener Tuͤrken ge⸗ stellt, um sich ihrer Personen zu versichern, da man wohl nicht mit Unrecht sie in Verdacht hat, daß sie der Aegyptischen Re⸗ gierung nicht sehr ergeben sind. Dies war der Zustand der Hauptstadt, als das Cirkular⸗Schreiben Hussein Pascha's hier ein⸗ traf und die definitive Abschließung des Friedens meldete.
Mit dem Dampsboote der Ostindischen Compagnie sind schr viele Englische Reisende angekommen, denen die Regierung allen Schutz und die noͤthigen Transportmittel gewährte.
Der Belgische Konsul, Herr Blondel, hat Kahira verlassen, um die Haͤfen des Rothen Meeres zu besuchen; er wird Aden gehen. Herr Degoutin, Franzoͤsischer Konsular⸗Agent in Abyssinien, ist mit seiner Familie nach Massana abgereist.
MNeu⸗Granada “ 8
ie Venezuecla⸗Zeitung und andere Blaͤtter von TCa⸗ raccas enthalten einig e Artikel uͤber den Zustand der benachbarten
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Republik Neu⸗Granada. Die Ausdehnung der Insurrection ist darin nicht genau angegeben, aber man ersieht aus denselben, daß sie wenigstens am I. November noch nicht unterdruͤckt war. Es war zu Puerto Cabello ein Brief, angeblich von dem Gou⸗ verneur von Curacao, eingegangen, aus welchem in jenen Blaͤt⸗ tern Folgendes mitgetheilt wird: „Neu⸗Granada ist wieder in vöͤlliger Anarchie. Ein Schiff, das von Rio Zache angekommen, bringt die Nachricht, daß Santa Martha, Savanilla, Barran⸗ quilla und andere Städte sich unter dem Titel Manzanares zu einem Foͤderativ⸗Staat konstituirt hatten. Am 18. Oktover wurde von den Insurgenten ein Kommissar nach Rio Hacha abgeschickt, um den Gouverneur dieser Stadt zu bewegen, daß er sich gegen die Regierung von Bagota erklaͤre, was ihm jedoch nicht gelungen war. Ohne Zweifel besteht jedoch eine bedeutende Par⸗ tei, die einer Vereinigung mit Santa Martha guͤnstig ist, und man befuͤrchtet eine Erklaͤrung gegen den Gouverneur. In einem aus Santa Martha vom 14ten Oktober datirten Dokument heißt es, daß der General Francisco Carmona zum Ober⸗ Civib, und Militair⸗Chef ernannt und daß General Sant⸗ jago Marino in allen Titeln bestaͤtigt worden, die er waͤh⸗ rend der Existenz der Kolumbischen Republik hatte.“ Die Ve⸗ nezuela⸗Zeitung sagt in ihrem nichtoffiziellen Theil auf Autoritäͤt eines Schreidens des Gouverneurs von Merida, daß die fruͤher von dem politischen Chef von Tahira empfangenen Nachrich⸗ ten uͤbertrieben zu seyn scheinen, und fuͤgt hinzu:. „Die Provinzen Tunsa, Antioquia, Mompaxe, Santa Martha, Mariquita, Neiwa und Popayan bleiben der Regierung treu, und außer Pasto sind nur noch die Distrikte Valoz, Socorro und Pamplona im Insurrektionszustand. Es wird überdies versichert, daß der groͤzere Theil der letzteren nur gezwungen ge⸗ handelt habe, so daß mit aller Wahrscheinlichkeit auf den Si
der Sache der Ordnung gerechnet werden kann. Der Gouv
neur von Merida berichtet, daß die Ruhe dieser Provinz nich gestoͤrt worden sey, und daß das Volk im Allgemeinen die Be wegung in Neu⸗Granada nicht billige.“ Welches nun auch der Umfang der eeeüo seyn mag, so viel ist klar, daß die Re⸗ gierung von Venezuela sie fuͤr furchtbar genug gehalten hat, umꝛ en zur Bewahrung der Ruhe dieser Republik noͤthig zu
Brasilien.
Rio Janeiro, 17. Okt. (Hamb. Kor.) Der Zustand des Landes ist ruhiger und bluͤhender, als er seit mehreren Jah⸗ ren gewesen. Seit der Kaiser seine Volljaͤhrigkeit ersange 8* bemerkt man bereits einen Mittelpunkt und ein Element der 869 nung, die bisher unter dem Einsiusse ehrgeiziger Tendeghzent ich⸗ sie Unter Regentschaften nicht ausbleiben, fehlte. si 8 b 8 ten aus Maranham sind besriedigend, die Ordnung 2b as 8 und die Rebellen werden immer und uͤberall 88 2 . es Dn anderen Provinzen meldet man nichts Bemer ec Sa &4 as⸗ Praͤsidenten, nce fuͤr die noͤrdlichen Provinzen 185 ren,
hahen dreimal anlegen muͤssen, was bei der schlechten es