erten⸗Kammer nicht ganz zufrieden mit Herrn Guizot 2 Dehutirten enmar Wuth, genug habe, sich dem Fortifications⸗ Gesetze des Herin Thiers offen zu widersetzen. Jene Fraction der Kammer, an deren Spitze sich die Herren von Lamartine, Dufaure und Passy gestellt haͤtten, sey nicht abgeneigt, diese Ge⸗ segenheit zu benußen, um dem Ministerium einen Schlag zu ver⸗ setzen, der den Grafen Mols ans Ruder zu bringen geeignet seyn duͤrfte. „Die jetzigen Minister“, füͤgt das genannte Blatt hinzu, „von den Umtrieben jener Deputirten vollkommen unterrichtet ünd in die Alternative versetzt, durch Unterstuͤtzung des Kommis⸗ stons Entwurfes den Herren Thiers und Barrot einen Triumph zu bereiten, oder sich selbst zu schaden, indem sie ein Gesetz ver⸗ werfen lassen, welches sie selbst vorgelegt haben, sind definitiv zu dem Entschlusse gelangt, mehrere der Amendements zu bekaͤm⸗ pfen, welche sie noch vor kaum drei Tagen zu unterstuͤtzen bereit schienen. Sie wollen dadurch die Niederlage, die ihnen vorbe⸗ reitet wurde, auf die Kommission zuruͤckfallen lassen. Wenn es ihnen erst gelungen ist, die Artikel zu beseitigen, welche eingefuͤhrt worden sind, um die linke Seite und das linke Centrum zu be⸗ ruhigen, dann meinen sie, daß alle Welt Hand ans Werk legen werde, um den Gesetz⸗Entwurf zu vernichten, und daß Niemand einen ausschließlichen Vortheil davontragen werde, den er gegen, das Kabinet geltend machen koͤnne. Das Land allein wird unter allen diesen Combinationen leiden; aber was liegt daran? Wenn der Wahl⸗Koͤrper, der diese Jaͤmmerlichkeiten sieht, kein Mittel zur Abhuͤ fe findet, so muß man dasselbe wohl in einer Reform suchen; denn es ist durchaus unmoͤglich, daß das Land fernerhin auf diese Weise regiert werde.“ In einem hiesigen Blatte liest man: „Die seit zwei Tagen verbreitete Nachricht, daß in Madrid ernste Unruhen aus⸗ gebrochen waͤren, hat sich noch nicht bestaͤtigt; aber Privatbriefe
aus jener Stadt, die bis zum 31. Dezember gehen, lassen be⸗
fuͤrchten, daß die sogenannte patriotische Partei bald stark genug keyn werde, um Espartero zu stuͤrzen, und die Republik zu pre⸗ flamiren. Gewiß ist es, daß unser Ministerium jeden Augenblick die Nachricht von einer Revolution in Spanien erwartet. Die Sprache, welche Herr Guizot in der Pairs⸗Kammer bei Beant⸗ wortung der Interpellationen der Herren von Noailles und von Dreux⸗Brézs fuͤhrte, lautete nicht sehr beruhigend, und man fonnte in derselben leicht die Absicht des Franzoͤsischen Kabinets wahrnehmen, mit bewaffneter Hand einzuschreiten, falls die Re⸗ publik jenseits der Pyrenaͤen proklamirt wuͤrde. Es scheint so⸗ gar, daß Herr Guizot sich gegen mehrere Pairs uͤber diesen Puakt auf eine kategorische Weise ausgesprochen hat.“
Außer dem Herrn Victor Hugo, der (wie gestern gemeldet) den durch den Tod des Herrn Lemercier erledigten Platz in der Akademie einnimmt, ist auch der Graf von St. Aulaire, an die Stelle des Marquis von Pastoret, zum Mitgliede der Aka⸗ demie ernannt worden. — Der Mitbewerber des Herrn Victor Hugo war Herr Ancelot, der auf ehrenvolle Weise unterlag, in⸗ dem er von 32 Stimmen 15 erhielt. Der Graf St. Aulaire erhielt von 32 Stimmen 21. Es bleibt nun noch der Nachfolger des Herrn von Bonald zu erwaͤhlen. Als Kandidaten treten auf, die Herren Ballanche, Keratry und Eduard Allgetz. Die Wahl ist auf den 2lsten d. M. festgesetzt.
Herr Hope aus Amsterdam hat sich in Paris in der Rue
¹. Dominique ein palastartiges Hotel erbauen lassen, welches Aber 2 Millionen Fr. gekostet haben soll.
Mlle. Sophie Loͤwe, von den hiesigen Journalen die schoͤne und beruͤhmte Deutsche Sangerin genannt, ist in Paris einge⸗ troffen. — Die juͤngere der Geschwister Heinefetter hat mit guͤn⸗ stigem Erfolge in der großen Oper debuͤtirt.
8 Boͤrse vom 8. Januar. Es hieß heute an der Boͤrse wiederum, daß die Regierung sehr unguͤnstige Nachrichten aus Madrid vom 2. Januar erhalten habe. Es verlautete nichts Naheres, aber man sorach von einem Versuche, der stattgefunden häͤtte, die Republik zu proklamiren. Die aktive Schuld ging demzufolge auf 21½ zuruͤck. Die 3 proc. Rente schloß zu 77.30 und die 5proc. zu 111. 85.
8 Großbritanien und Irland.
1“
vondon, 6. Jan. Die neuesten Nachrichten aus Ostin dien und China haben hier eine sehr freudige Bewegung verur⸗ sact, und wenn auch die Tory⸗Blaͤtter noch manche Bedenklich⸗ keiten aͤußern, so muͤssen doch auch sie jetzt dem Minister der aus⸗ waͤrticen Angelegenheiten und dem ersten Lord der Admiralitaͤt, den Lords Palmerston und Minto, die Gerechtigkeit widerfahren lassen, daß dieselben uͤberall, wo sie einmal in ein Unternehmen sich eingelassen, fuͤr energische Maßregeln zur schnellen Ausfuͤh⸗ rung desselben gesorgt, so in Sorien, in Afghanistan, in Belud⸗ schistan und in China. Freilich koͤnnen sie nicht umhin, dabei einen großen Theil dieses Ruhmes auch der Opposition zuzu⸗ schreiben, die durch ihre scharfen Ruͤgen fruͤherer Saumseligkeit und Ungeschicktheit die Regierung zur Thalkraft angefeuert habe; auch der Ostindischen Regierung schreiben sie einen bedeutenden Theilan dem bisherigen guͤnstigen Erfolge der Operationen in jenen Weltgegen⸗ den zu. Was nun die Nachrichten aus China anbelangt, so herrscht darin zwar noch einige Unklarheit, besonders uͤber den Grad der angeb⸗ dchen Nachgiebigkeit des Kaisers, uͤber den Umfanga seiner Zuge⸗ ständnisse und üͤber die mit demselben gepflogenen Unterhandlun⸗ gen; doch scheint so viel gewiß, daß Admiral Elliot nicht unver⸗ richteter Sache von seiner Fahrt nach Peking zuruͤckgekehrt ist; bei dem Kaiser selbst hat er wohl schwerlich eine Andienz gehabt; nur die Ungenauigkeit des Ausdrucks in den Indischen Blaͤttern konnte diese Vermuthung erzeuagen; aber es ist wahrscheinlicher, daß der Admnal gar nicht in der Stadt Pekina selbst gewesen, sondern nur in der Nihe derselven, auf dem Flusse Peiho, und daß er von da aus durch Vermitrelung eines der obersten Man⸗ darinen mit dem Kaiser von China unterhandelt hat. Doch auch dies waͤre unier den obwaltenden Umständen schon eine bedeutende Konzession, und aus der Wirkung, welche die Berichte aus China auf den hresigen Markt gehabt haben, laͤßt sich schließen, daß auch der hiesige Handelsstand die Nachrichten in diesem Sinne betrachtet. Der Thee ist naͤmlich in Folge davon um sieven Pence das Pfund gefallen und die Ostindische Baumwolle gestiegen. Der Grund des Sinkens der Thee⸗Krisis ist klar; daß aber die Baum⸗ wolle im Preise in die Hoͤhe gegangen, ruͤhrt daher, weil bedeu⸗ tende Quantitäten dieses Artikels, die, wenn der Krieg fortge⸗ dauert haͤtte, nach England verschifft worden waͤren, nun, sobald der gewoͤhnliche Handel mit China wieder eröffnet wird, ihren Weg dorthin nehmen werden. Im August vorigen Jahres hatte der Osindische Kaufmann Dschemset Dschih 100,000 Ballen 1 wolle aufgestavelt und wartete den Gang der Ereignisse 29, um dieselben entweder nach China oder nach England zu sen⸗ den. Ueber die obenerwaͤhnten Unterhandlungen theilt der
Morning Herald Folgendes mit: „Am 15. Nevember erhielt
man in Kalkurta Deveschen vom Admiral Elliot, der mit mehreren
Kriegs⸗ und Transvortschiffen am 30. Juli Tschusan verlassen hatte:
uad am 9. August an der Muͤndung des Peking Flusses angekommen
8
2 “ 8 —
war. Am IIten lief Capitaln Ellidt mit dem „Madagascar“
Fluß ein, und bald darauf begannen Unterhandlungen, in Folge deren der Kaiser eine Frist von zehn Tagen verlangte, um die ihm gemachten Vorschlaͤge in Erwaͤgung zu ziehen. Am 26. August erfolgte die Antwort des Kaisers, und nun wurden die Unter⸗ handlungen bis zum 15. September eifrig fortgesetzt Am 30, Sex⸗ tember kehrte das Geschwader nach Tschusan zuruͤck. Ueber das Resultat dieses Schrittes ist noch nichts Bestimmtes bekannt, in⸗ deß hoͤrt man, daß der Kaiser das Versahren des Gouverneurs Lin gäͤnzlich desavouirt und Kommissare nach Canton gesandt habe, um das Benehmen desselben zu untersuchen. Es heißt auch, die von dem Admiral verlangte Entschaͤdigung von 3 Mil⸗ lionen Pfund werde bewilligt werden.“ Der Courier berichtet uͤber diese Begebenheiten in folgender Weise: „Wenn man den Berichten glauben darf, so sind die Differenzen mit China als beendigt zu betrachten. Es heißt, der Kaiser von China habe sich jetzt uͤberzeuat, daß er von dem Gouverneur Lin getaͤuscht worden, und er sey bereit, den Englaͤndern eine Entschaͤdigung zu geben und der Britischen Regierung den Gouverneur auszuliefern, um nach Gutduͤnken mit ihm zu verfahren. Es soll ferner eine Entschaͤdigung von drei Millionen Pfd. an Eng⸗ land gezahlt werden, um die Kosten zu decken, welche die Er⸗ zwingung der Forderungen verursacht hat. Der Admiral Elliot scheint sich durch keine falschen Versprechungen tauschen lassen und die Insel Tschusan so lange besetzt halten zu wollen, bis der Kaiser Alles erfuͤllt hat, was er versprochen. Diese Vorsicht ist sehr noͤthig bei den Chinesen, mit denen es sich immer am besten unterhandelt, wenn eine Streitmacht da ist, um die Einwilligung in ehrenvolle Bedingungen zu erzwingen. Einige Indische Blaͤr⸗ ter enthalten das Geruͤcht, daß die Englischen Kriegsschiffe die Forts an der Bocca Tigris genommen und nach Kanton hinauf⸗ gefahren seyen. Dies Geruͤcht bedarf der Bestaͤtigung. „Die Times, welche die Erfolge in China am meisten bekluͤgelt, aͤußert sich daruͤber folgendermaßen: „Die letzten Berichte aus China brin⸗ gen die Verhandlungen des Admirals Elliot mit den Chinesen bis zum 30. September und sind von der Art, daß sie bei Vielen die sanguinische Hoffnung erregt haben, die Chinesischen Streitigkeiten
wuͤrden bald beendigt oder die Feindseligkeiten wenigstens bald ein⸗
gestellt syn. Dennoch aber ist aus den gestern hier angekommenen voluminoͤlen Briefen nur sehr unvollkommen zu ersehen, wie der Opium⸗Streit endlich beigelegt werden soll. Tschusan war noch im Besitz der Britischen Truppen und Behoͤrden, von denen zu befuͤrchten stand, daß eine große Anzahl der Rauheit des Klimas erliegen duͤrften. Bei dem Abgange der letzten Nachrichten waren vom 26. Regiment allein 545 Mann oder ⁄ der ganzen Mann⸗ schaft krank. Geht dies so fort, so koͤnnte es vielleicht selbst einer Chinesischen Macht gelingen, die Insel wieder zu erobern. Es ist nicht leicht zu bestimmen, welche von den eingegangenen Nachrichten Glauben verdienen. Es heißt, der Kaiser habe versprochen, zur Eroͤffnung von Unterhandlungen Jemand nach Canton zu senden, wodurch er so viel wie moͤglich Zeit gewinnt und den Schauplatz der Diskussion so weit wie moͤaglich von Peking ver⸗ legt. Es ist dies ein nicht unnatuͤrlicher Plan fuͤr Jemand, der die Aussicht hat, eine große Summe als Entschaͤdigung an Bri⸗ tische Kaufleute zahlen zu muͤssen, die in ihren lobenswerthen
Bemuͤhungen, einem fremden Lande gegen den Willen seines Be⸗ herrschers einen Handel mit Gift aufzuzwingen, gestoͤrt worden sind. Man erzählte gleichzeitig, jedoch etwas unbestimmt, daß
der Kaiser bereits eingewilligt habe, an Großbritanien die unge⸗ heure Summe von 3 Millionen Pfd. zu zahlen, ob aber zum Besten der Opium⸗Haͤndler, oder zur Deckung der Ausruͤstungs⸗ Kosten der Expedition, oder wie sie sonst vertheilt werden soll, wird nicht gesagt, auch wird keine Autoritat fuͤr das Geruͤcht an⸗ gefuͤhrt. Es wird ferner in Privat⸗Briefen erwaͤhnt, daß das an der Muͤndung des Canton⸗ Flusses stationirte Britische Geschwader die Forts der Bocca Tigris beschossen und einge⸗ nommen habe, und daß einige Britische Kriegsschiffe den Fluß
nach Canton hinaufgesegelt seyen; auch sollte die Blokade des
Flusses streng gehandhabt werden. Mehr Wahrheit scheint der Nachricht zum Grunde zu liegen, daß in der unmittelbaren Naͤhe von Macao ein Gefecht stattgefunden habe, ein kleines Fort genommen und die Kanonen vernagelt worden seyen. Der Gouverneur Lin soll in Ungnade gefallen seyn und die Insel Tschusan in der Gewalt der Englaͤnder bleiben, bis die Enischaͤ⸗ digungs⸗Summe gezahlt worden ist. Aus allen diesen Nachrich⸗ ten scheint so viel hervorzugehen, daß die Chinesische Regierung sich einigermaßen geneigt gezeigt hat, nachzugeben, daß aber eine definitive Ausgleichung der von Lord Palmerston angefuͤhrten Beschwerden bei Abgang der letzten Briefe stattgefunden oder auch nur nahe gewesen, dafuͤr sehen wir in den vorliegender Mittheilungen keinen Grund.“
Gegen die Behauptung Franzoͤsischer Blätter, daß das Jahr 1840 unheilbringend fuͤr Frankreich gewesen sey, bemerkt die Morning⸗Chronicle, es sey das Jahr 1840 vielmehr ein gu⸗ tes und nuͤtzliches Jahr fuͤr Frankreich gewesen, indem dieses in demselben nichts weiter verloren, als eine eitle Taͤuschung, welche seinen getreuesten Freund und Alliirten von ihm getrennt habe Diese Taͤuschung habe in der Idee eines Aegyptischen Reiches unter seiner Oberherrlichkeit, welches wohl den politischen Einfluß Frankreichs, aber durchaus nicht seine militairischen oder sinanziel⸗ len Kraͤfte vermehrt haben wuͤrde, bestanden. Durch den Besitz der ganzen noͤrdlichen Afrikanischen und Syrischen Kuͤste wuͤrde Frank⸗ reich der unmittelbare Nebenbuhler und Gegner Englands geworden seyn, mit welchem es keine Hoffnung gehabt, einen Kampf zur See ohne Hulfe von Allianzen zu bestehen, die ohnehin unsicher und unwesentlich gewesen waren. Die Begebenheiten von 1840 hutten Frankreich aus der falschen und gefahrbringenden Lage ge⸗ rettet, worin seine Staats⸗Maͤnner es versetzt Auch England hat Ursache, sich Gluͤck zu wuͤnschen, der Krisis von 1840 ent⸗ gangen zu seyn, da ein Krieg beiden Laͤndern gleich nachtheilig gewesen seyn wuͤrde. „Wir sehen,“ sagt die „Chronicle“ am Schlusse ihres Artikels, „weder in noch außer Europa die Chance eines Krieges; haͤtte aber Mehmed Ali den lebenslanglichen Be⸗ sitz Syriens erhalten, so wuͤrden wir augenblicklich gleich nach emander zwei Kriege gehabt haben, naͤmlich einen Krieg zwischen der Pforte und dem Pascha und einen Krieg zwischen Frankreich und denjenigen, die sich seinem Verlangen nicht fuͤgen wollten. Diesen beiden Gefahren sind wir entgangen und haben die Frage cheilweise gelöͤst; folglich ist das Jahr 1840 fuͤr Europa ein su⸗ ies und an Reiultaten fruchtbares gewesen⸗“
Die Absicht, ein Geschwader von 8 Linienschiffen, die in den Haeͤfen von Portsmouth und Sheerneß ausgeruͤster werden, im Kanal kreuzen zu lassen, scheint fuͤr den Augenvlick aufgegeben zu seyn, da die Franzosen ihrerseits die Absicht aufgegeben haben, eine Seemacht im Hafen von Brest zu versammeln. Wie man vernimmt, werden der „Impregnable“ von 104, der „Bellisle“ von 72 und der „Indus“ von 78 Kanonen gegen Ende dieses Monats nach dem Mittellaͤndischen Meere abgehen, um dort die Schiffe unter den Befehlen Sir N. Stopford's abzuloͤsen, deren Dienstzeit abgelaufen ist. Die Naval and Military Ga⸗
4
zette kuͤndigt eine Menge Promotionen unter den Offizieren der
Flotte im Mittellaͤndischen Meere an. Wenn man die Zahl der am 1. Januar 1840 im aktiven
Dienst befindlich gewesenen Englischen chiffe mit der Zahl der⸗
jenigen verzleicht, die am 1. Januar d. J. im aktiven Dienst
sind, so gehr daraus hervor, daß die Britische Seemacht um 3 Dreidecker, 2 Schiffe von 82 Kanonen, 3 von 50, 5 Schalup⸗ pen und 7 Dampfboͤte ersten Ranges vermehrt worden ist, wel⸗ ches im Ganzen eine Vermehrung von 791 Kanonen und 6300 Menschen ausmacht. Die Ausgaben, welche diese Vermehrung herbeigefuͤhrt hat, sind nicht durch die vom Parlament bewillig⸗ ten Gelder gedeckt, doch duͤrften die Umstaͤnde, welche diese au⸗ ßerordentlichen Ausgaben veranlaßt haben, hinreichen, um die Re⸗ gierung in den Augen des Parlaments zu rechtfertigen. Die Zahl der gegenwaͤrtig im Dienst der Marine befindlichen Ma⸗ trosen und Schiffejungen uͤbersteigt 43,000.
Die Times schlaͤgt die Zahl der Stimmen, uͤber welche die konservative Partei in der naͤchsten Session im Unterhause werde gebieten koͤnnen, auf 325 an, so daß also 333 fuͤr die liberale Partei übrig bleiben wuͤrden, die sich aber, nach der Meinung dieses Blattes, in mehrere Fractionen zersolittern und dem Mi⸗ nisterium auch nicht einmal die geringe Majoritaͤt von 8 Stim⸗ men sichern duͤrften, abgesehen davon, daß bei der bestaͤndigen Unvollzaͤhligkeit des Hauses die Majoritaͤt noch viel unsicherer werde.
Die neuesten Berichte aus Westindien reichen aus Jamaika bis zum 27. November. In der Kolonial⸗Versammlung wurde uͤber die von der Regierung eingebrachte Bill wegen Organisirung der Miliz diskutirt, und es scheint, daß dieselbe der Annahme sicher ist, wiewohl die Straf⸗Bestimmungen zur Erzwingung des Eintritts in die Miliz fuͤr etwas allzustreng gehalten zu werden
scheinen. Das ganze Miliz⸗Corps wird aus 10,050 Mann theils
Iufanterie theils Kavallerie bestehen.
Zum 16ten d. M. ist ein Kabinetsrathein berufen, in welchem wahrscheinlich die Thron⸗Rede zur Eroͤffnung des Parlaments ent⸗ worfen werden wird. An demselben Abend wird Lord Melbourne den Ministern ein Kabinets⸗Diner geden.
Der Morning Herald sagt, nach Briefen aus Konstanti⸗ nopel vom 9. Januar muͤsse man glauben, die Einwilligung Meh⸗ med All's in die Forderungen des Admirals Stopford werde nichts an dem Entschlusse des Sultans aͤndern, die Absetzung des Vice⸗ Koͤnigs in Kraft zu erhalten, und vermuthlich sey Lord Ponsonby die Triebfeder solches Verfahrens. So viel nehme man als ge⸗ wiß an, daß der Sultan, bevor er Gnade uͤbe, deshalb zuvor an die Londoner Konferenz berichten lassen werde; ein unmittelbarer Widerruf des Fermans, nachdem Mehmed Ali die Bedingungen Admiral Stopford's erfuͤllt, sey nicht zu erwarten.
Der ministerielle Globe macht darauf aufmerksam, daß in wenigen Tagen vierzehn Jahre seit dem Tode des Herzogs von York abgelaufen seyen, und daß noch immer, so viel auch uͤber die Sache gesagt und geschrieben worden, seine ungluͤcklichen Glaͤubiger nicht einen Heller erhalten haͤtten; Viele von diesen seyen bankerott geworden, waͤhrend ihr Ruin durch Befriedigung ihrer Forderungen haͤtte abgewendet werden koͤnnen; Andere seyen gestorben und haͤtten ihre Kinder im Elend zuruͤcklassen muͤssen.
Ein⸗ um das anderemal haͤtten die Gerichtshoͤfe zu Gunsten der
Glaͤubiger entschieden. aber kaum sey ein Advokatenkniff niederge⸗ schlagen, so komme ein anderer zum Vorschein, namentlich in Be⸗ sns auf die Bergwerke in Neu⸗Schottland, welche, gerichtlichem
urtheil zufelge, dem Herzog gehoͤrten. So werde, mit Verhoͤh⸗
nung der Rechispflege, der Zahltag ins Unabsehbare hinausgeruͤckt. Hoffentlich werde gleich nach dem Zusammentritt des Parlaments irgend ein Freund des verstorbenen Generalissimus sich freimuͤthig aussprechen und das Gedaͤchtniß Sr. Koͤnigl. Hoheit von diesem Flecken, so weit das noch moͤglich sey, reinigen.
Einige Londoner Blaͤtter sprechen ganz offen von einer wahr⸗ scheinlichen Vereinigung Spaniens und Portugals und scheinen eine solche Moͤglichkeit gar nicht in unguͤnstigem Lichte zu be⸗ trachten.
Indem die Malta Times berichtet, daß der Capitain Haines, Britischer Resident in Aden, zufolge erhaltener Voll⸗
macht, wie schon gemeldet, Unterhandlungen mit den Arabern zur Erwerbung verschiedener Eilande angeknuͤpft habe, fuͤgt sie hinzu:
„Man schreitet ein wenig spaͤt zu einer Maßregel, die man schon im vorigen Jahre haͤtte ergreifen sollen, weil sie dahin ge den Englaͤndern ihren Weg durch das Rothe Meer nach Indien zu sichern. Ein Blick auf die Karte zeigt, daß die Meerenge von Bab’el Mandeb fuͤr die Herren Indiens eine andere Meer⸗
enge von Gibraltar ist, die so wenig von einem anderen Volke
beherrscht werden darf, als England gestatten kann, daß eine an⸗ dere Europaͤische Macht sich zum Herrn von Aegypten oder dem Isthmus von Suez mache; denn die Straße durch Syrien und mirttelst des Euphrats stellt dem Verkehr offenbar so viele Gefah⸗ ren und Verzoͤgerungen entgegen und bietet ihm so wenig Vor⸗ theile, daß sie die ungeheuren Kosten nicht werth ist, welche er⸗
forderlich seyn wuͤrden, um sie besser und sicherer zu machen. Wir muͤssen also den Weg durch das Rothe Meer als unsere
ordentliche Communications⸗Straße waͤhlen.“ 1—
In Sheffield bildet sich eine neue konservative Association, die schon eine große Menge von Mitgliedern aͤhlt.
Am Sonntag starb auf seinem Landsitze in Admiral Sir Philipp Vere Broke, der im Jahre 1813 den „Ohan⸗ non“ in dem denkwuͤrdigen Kampf mit der Amerikanischen Fre⸗ gatte „Chesapeake“ kommandirte, im 64. Jahre seines Alters.
8 Niederlande.
—Amsterdam, 9„Jan. Während dieser Woche haben sich die Course der meisten Heolländischen Staatspapiere auf einen merklich besseren Stand erhoben, weil die Besorgniß einer Friedensstörung im⸗ mer schwächer wird und die Aeußerungen der Staatsmänner eine bal⸗ dige Wiederherstellung des früheren guten Vernehmens in Aussicht stellen. Mit diesen günstigen Nachrichten erhielt man zugleich höhere Fondsnottrungen von Paris, wodurch das Vertrauen sehr. gestärkt vurde, und mehrere Einkäufe zur Geldunterbringung in Holländischen dadurch von 49 ³ bis zu
1 Fonds geschahen. Integrale haben sich
d
5078 „Ct. erheben; 5 prec. wirkliche Schuld von 969/16 auf 97 9à¼
2 4 8 Bi . 3/ Ct.; Ostindische von gvauf 94 ¾ pCt. und Kanz Billets von 2113⁄16 82 8,7e 8 Fl. Alle Course waren gestern indeß bei geringem Ge⸗
wäftsumfan . „e⸗ s 8 Penis. Für Actien der Handels⸗Gesellschaft meideten sich zu
Anfang dieser Woche fortwährend Verkäufer, die deren Preis allmä⸗
ig bis 158 vCt. berunter drängten; gestern fand aber wieder das Ge⸗ gentheil statt, we urch die Course sich bis auf 159 pCt. erholten.
Bruͤssel, 5. Jan. Die hiesigen Blaͤtter h
uͤhe werth, das von einigen Pariser Zeitungen verbreitete Ge⸗
cht zu widerlegen, als sey Belgien im Begriff, ein integrirende Fheil des Deutschen Bundes zu werden, und als wuͤrden Mons
Charleroy und Namur Deutsche Bundesfestungen mit halb
Deutscher und halb Velgischer Besatzung Mit Recht bemerke
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zuffolk der Contre⸗
wieder etwas flauer, in Folge eines Weichens der Ren⸗
Bruͤsseler Blaͤtter, es wuͤrden solche Geruͤchte in Frankreich nur ausgesprengt, um das Mißtrauen rege zu erhalten, und sich an Belgien zu raͤchen, weil es nicht Lust habe, sich unbedingt den Franzosen anzuschließen. „Allerdings“, so fuͤgen die hiesigen Blüͤtter hinzu, „will Belgien nicht Franzoͤsisch werden, aber es will auch eben so wenig in den Deutschen Bund eintreten, son⸗ dern selbststaͤndig und neutral bleiben. Wenn Belgien uͤbrigens mißtrauisch gegen Frankreich ist, so hat es ein Recht dazu, denn die Franzoͤsischen Blaͤtter sprechen fortwaͤhrend von der „Rhein⸗ graͤnze“, und dies heißt nichts Anderes, als mit Einem Striche auch ganz Belgien dem Franzoͤsischen Reiche, wie unter Napo⸗ leon, wieder einverleiben wollen.“ “ u
Dänemark.
Schleswig, 4. Jan. Die Schleswiasche „Staͤnde⸗Zeitung“ liefert jetzt die Vorberarhung uͤber des Abgeordneten Steenholdt Proposition wegen Aufhebung des Sprach⸗Reskripts vom 14. Mai 1840. Der Praͤsident sprach sich zuerst dahin aus: „Nach reif⸗ licher Erwaͤgung der Sache sey eine Ansicht uͤber die Sprach⸗ Verhaͤltnisse dieselbe geblieben, wie er sie in der ersten und zwei⸗ ten Diaͤt ausgesprochen habe. Er halte sich noch gegenwaͤrtig davon uͤberzeugt, daß der Volkswunsch in den betreffenden Di⸗ strikten des noͤrdlichen Schleswigs auf die Einfuͤhrung der Daͤni⸗ schen Sprache als Gerichts⸗Sprache gerichtet sey. Er halte die⸗ sen Volkswunsch fuͤr gerecht und ausfuͤhrbar und glaube auch, daß die Beruͤcksichtigung desselben keine Nachtheile zur Folge ha— ben werde oder hoͤchstens solche, die sich durch Antraͤge der Stände wuͤrden beseitigen lassen. Seiner Ansicht nach werde die Rechts⸗Verfassung des Herzogthums oder die innere Ver⸗ bindung desselben durch das Reskript nicht nur nicht gefaͤhrdet, sondern mehr befestigt, denn das Band, welches rie Bewohner umschlinge, beruhe nicht bloß auf dem Rechte, nicht auf bloßen Urkunden, sondern auf der Gesinnung, und es komme vornehm⸗ lich darauf an, diese Gesinnung in allen Theilen zu erhalten. Dagegen scheine ihm die sofortige Ausfuͤhrung der Maßregel aller⸗ dinas unthunlich und hoͤchst bedenklich. Seiner Meinung nach muͤsse daher das Reskript fuͤr eine Rethe von Jahren suspendirt werden.“ 1
In Eckernfoͤrde wurde am 4. Januar Prinz Friedrich zu Schleswig⸗Holstein⸗Augustenburg mit 41 Stimmen zum Abge⸗ ordneten wiedergewaͤhlt; zum Stellvertreter wurde Advokat Luͤb⸗ bes in Eckernfoͤrde mit 34 Stimmen erwaͤhlt.
Deutsche Bundesstaaten.
Erlangen, 6. Jan. (A. Z.) So ceben laͤuft die erfreuliche Nachricht hier ein, daß Se. Majestaͤt der Kaiser von Oesterreich den protestantischen Studirenden aus Ungarn und Siebenbuͤrgen den Besuch unserer Universitaͤt wieder erlaubt hat. Da in fruͤ⸗ herer Zeit immer eine bedeutende Anzahl junger Theologen aus diesen Gegenden hier studirt hat, so duͤrfte unserer Universitaͤt von daher bald ein neuer Zuwachs zu Theil werden, um so mehr, als in den an der hiesigen Hochschule fuͤr die inlaͤndischen Siu⸗ direnden der Theologie angeordneten und unter der Leitung des Ephorats stehenden Repetitorien, an welchen man mit der groͤß⸗ ten Bereitwilligkeit auch Auslaͤnder Theil nehmen laͤßt, neben den Vorlesungen, noch ein besonderes Mittel fuͤr die wissenschaftliche Ausbildung gegeben ist. — Nach der so eben bekannt gemachten Uebersicht des Personalstandes an unserer Universitaͤt befinden sich gegenwaͤrtig 311 Studenten hier. Unter diesen studiren fast die Jhe⸗ naͤmlich Theologie, 86 Jurisprudenz, 57 Medi⸗ in, bdirurgie und armacie, 23 ilosophie, Philologie ꝛc. Ldi⸗ Zahl der Auslaͤnder ist 18. ” 8 8
Leipzig, 12. Jan. (L. 3.) Vom Schloß Hinter⸗Glauchau
wird unterm 9. Januar gemeldet: „Gestern Abends 10 Uhr ver⸗ schied auf hiesigem Schlosse Se. Erlaucht Herr Franz Gottlob Albert Christian Ernst Graf und Herr von Schoͤnburg⸗Glauchau e. 18., Mitbesitzer der Lehnsherrschaft Rochsburg, im 80. Jahre seines durch echt christlichen Sinn, Biederkeit, Gerechtigkeitsliebe, Menschenfreundlichkeit und Wohlthun ausgezeichneten Lebens. Von allen seinen Umgebungen wahrhaft und allgemein verehrt
und geliebt, fließen dem Dahingeschiedenen viele Thraͤnen der Dankbarkeit und Liebe nach und wird sein Andenken unter uns unausloͤschlich bleiben.“
Hannover, 10. Jan. (Hamb. N. Ztg.) Seit drei Stunden brennt das hiesige Koͤnigl Palais; nach meiner Ansicht wird der linke Fluͤgel groͤßtentheils zerstoͤrt werden.
1 Die Hamburger Boͤrsenhalle vom 12. Januar theilt daruͤber folgendes Naͤhere mit: „Nach Berichten aus Hannover vom 10ten d. M. ist an jenem Tage eine Feuersbrunst im Koͤ⸗ nigl. Schlosse entstanden. Wird sind befaͤhizt, daruͤber folgende
uthentische Mittheilung zu machen: „„Das Feuer entstand in
em nur zum Theil bewohnten linken Anbau des Koͤnigl. Palais durch das Bersten eines Schornsteines; es verbreitete sich unbe⸗ merkt zwischen den Schal⸗ und Fußbodendiehlen der Zimmer und kam an mehreren Orten zugleich zum Ausbruch. Durch die thaͤ⸗ tige Huͤlfe des Militairs und der Buͤrgerschaft, so wie durch die umsichtigen Anordnungen der Hof⸗ und Civil⸗Beamten, im Ver⸗ ein mit den verschiedenen Offizier⸗Corps, gelang es nach drei Stunden angestrengter Arbeit, des Fuers Meister zu werden. Der angerichtete Schaden, obgleich das Tafelgeschirr und die Ge⸗ maͤlde gerettet worden, ist sehr bedeutend, doch wurde das eigent⸗ liche Hauptgebaͤude gaͤnzlich unversehrt erhalten.““ (Nach einem anderen uns mitgetheilten Berichte begann das Feuer um 9 Uhr Morgens.)“
Stuttgart, 7. Jan. (Mainz. Z.) Der weitere staͤn⸗ dische Ausschuß versammelt sich auf den 2b5sten d. M., und es ist ziemlich gewiß, daß er nach §. 188 der Verfassungsurkunde auf Einberusung eines außerordentlichen Landtags antragen wird. Die bedeutenden Ausgaben im Kriege⸗Etat verlangen die staͤndische Pruͤfung und Genehmigung, und des Koͤnigs Wille haͤlt fest am Recht und Gesetze der beschworenen Vertraͤge. Die Ruͤstungen werden verabredetermaßen fortgesetzt, die Conscription und der Nach⸗ Remontepferden ist beendigt und somit das noͤthige
undes⸗Kontingent auf kompletten Fuß gesetzt.
1 Darmstadt, 9. Jan. (Frankf. O. P. Z.) Das heute erschtenene Regierungsblatt Nr. 1 enthaͤlt: 1) Großherzogl. Edikt, I8h Fen ezember v. J., die Ergaͤnzung der Feldtruppen fuͤr
1giah. IWe seha. wonach hierzu 1553 Mann erforderlich sind, werden spilet eg Aufrufsfaͤhigen des Jahres 1840 ausgehoben nisteriums, vom „2²) Bekanntmachung Großherzogl. Kriegs⸗Mi⸗ erwaͤhnten alle rhoͤch Januar, wodurch zur Vollziehung des eben⸗ ” 69 hsten Edikts zur oͤssentlichen Kenntniß gebracht Haußtlist S. h den von den Rekrutirungsraͤthen aufgestellten ptlisten üͤber die Musterung und Ziehung von 1840 an taug⸗ lichen Dienstpflichtigen, einschließlich der in das Depot gesetzten, vorhanden sind: in Starkenburg 1653, in Oberhessen 2055, in
85* 8 8
Rheinhessen 1455, zusammen 5163. Im Verhaͤltniß der Ge⸗ sammtzahl aller tauglichen Dienstoflichtigen, wonach, dem Artikel 36 des Rekrutirungs⸗Gesetzes zufolge, der ediktmäͤßige Bedarf von 1553 Rekruten auf die Provinzen zu vertheilen ist, hat demnach zu stellen: Starkenburg 497, Oberhessen 618, Rheinhessen 438, zusammen 1553 Rekruten. Die Großherzogl. Provinzial⸗Behoͤr⸗ den werden nach den bestehenden Gesetzen und Verordnungen die also bestimmten Kontingente auf die verschiedenen Bezirke
vertheilen und das Weitere besorgen.
Schweiz.
Neuchatel, 4. Jan. Am Neujahrstage emfing in dem al⸗
ten Schlosse unserer Fuͤrsten der Praͤsident des Staatsrathes die Gla⸗wuͤnsche, welche die verschiedenen Deputationen Sr. Maje⸗
staͤt dem Koͤnige darbrachten. Herr Prediger Jaquemot sprach in herzlicher Anrede die treuen Gesinnungen des Landes aus. Er erinnerte an den schmerzlichen Verlust, den dasselbe im vori⸗ gen Jahre durch den Tod seines gottesfuͤrchtigen Fuͤrsten erlitten, pries jedoch die Gnade des Himmels, der dem Lande wieder einen eben so gottesfuͤrchtigen und edlen Beherrscher habe zu Theil werden lassen, fuͤr dessen, so wie fuͤr der Koͤnigin und des gan⸗ zen Koͤnigshauses Wohl er die innigsten Wuͤnsche aussprach. “
Madrid, 31. Dez. Heute ist die Herzogin von Vitoria mit cinem Gefolge von zwanzig Kavalleristen hier angekommen.
Dem „Eco del Comercio“ zufolge, will die Regierung mit Franzoͤsischen und Spanischen Kapitalisten einen Kontrakt zur Erbauung mehrerer Dampfschiffe von 400 Pferdekraft abschließen.
In Catalonien, wo die Industrie ganz danieder liegt und von neuem einige Karlisten⸗Banden erschienen sind, herrscht un⸗ ter den arbeitenden Klasse große Unzufriedenheit. Der Zustand dieser Provinz floͤßt der Regierung lebhafte Besorgnisse ein.
E(ee.
Ueber die gestern von uns (in einem Schreiben aus Wien) gemeldete Unterwerfung von Kandien bringt der Oesterrei⸗ chische Beobachter folgende Nachrichten: „Nachdem die hohe Pforte durch direkte aus Kandien erhaltene Berichte die Ueber⸗ zeugung geschoͤpft hatte, daß die Bewohner dieser Insel nichts sehnlicher wuͤnschten, als von der Botmaͤßigkeit⸗ der Aegypter, unter der sie seit mehreren Jahren gestanden hatten, befreit zu werden und unter die Herrschaft ihres rechtmaͤßigen Souverains zuruͤckzukehren, ein Wunsch, der auch von dem dortigen durch Mehmed Ali eingesetzten Gouverneur, Mustapba Pascha, getheilt wurde, faßte sie den Entschluß, einen Commissair in der Person Nuri Bel's nach Kandien abzusenden, um die Insel im Namen Sr. Hoheit des Sultans in Besitz zu nehmen. Nuri Bei, der sich in den ersten Tagen des Dezembers am Bord der Kaiserl. Oesterreichischen Brigg „Montecuculi“, kommandirt von dem Schiffs⸗Lieutenant von Kudriaffsky, eingeschifft hatte, ist, laut of⸗ fiziellen aus Canea in Wien eingelangten Nachrichten, am 13. Dezember Abends auf der Rhede von Suda eingetroffen und am folgenden Tage zu Kanea ans Land gestiegen, wo er mit allen seiner Sendung und seinem Range gebuͤhrenden Ehrenbezei⸗ gungen empfangen wurde. Nachdem die erforderlichen Verabre⸗ dungen wegen Uebernahme der Insel im Namen des Sultans mit Mustapha Pascha, der sich den Befehlen Sr. Hoheit unbedingt unterworfen hatte, getroffen waren, wurde am 17. Dezember der zu diesem Behuf erlassene Großherrliche Ferman bekannt gemacht, durch welchen Mustapha Pascha, in Beruͤcksichtigung der ersprieß⸗ lichen Dienste, die er waͤhrend seiner Verwaltung der Insel ge⸗ leistet hatte, als Gouverneur derselben belassen wird. Die Cere⸗ monie der Bekanntmachung des erwaͤhnten Fermans erfolgte unter dem Zustroͤmen einer unermeßlichen Volksmenge mit dem groͤßten Pomp; die Miliz paradirte, und saͤmmtliche Civil⸗- und Militair⸗Behoͤrden, so wie die in Kanea residirenden Konsuln der Europaͤischen Maͤchte wohnten dieser Feierlichkeit bei.
Konstantinopel, 20. Dez. (A. Z) Von Seiten der Groß⸗ herrlichen Truppen ist nach der Schlacht von Bethfeia und Na⸗ pier's Abgang zur Blokade vor Alexandrien nichts mehr von Be⸗ lang geschehen. Auch die Maroniten mit dem neuen Emir blei⸗ ben seit Ibrahim's Flucht aus Balbek unbeweglich in ihren Gebirgen, und uͤberlassen es, nach Befreiung der eigenen Hei⸗ math, der Bevoͤlkerung des Antilibanon und der suͤdlichen Di⸗ strikte, mit dem Feinde sich nach eigenem Ermessen abzufinden. Selbst Zekeriah Pascha, der veue Seriasker von Syrien, ist mit den aus Mesopotamien kommenden Streitkraͤften in Hems stillgestanden; Balbek noch unbesetzt, Mangel an Talent, Energie und gemeinschaftlichem Zusammengreifen uͤberall, bei den Tuͤrkischen Heerfuͤhrern nicht weniger als bei den einhei⸗ mischen Volksstaͤmmen im Libanon. Man uͤberlaͤßt, wie es scheint, den Kampf gegen Ibrahim von jetzt an ausschließlich den Elementen, der eigenen Aeayptischen Unfaͤhigkeit und dem Lokal⸗ Interesse der gefaͤhrdeten Distrikte. Jedoch haben die Drusen⸗ Insurgenten einige Hundert Mann Reiterei und selbst einiges Geschuͤtz, mit dem sie die armseligen Reste des feindlichen Heeres n Damaskus blokiren. An ein Entkommen ist nicht mehr zu denken, und man glaubt hier, der Sieger von Nisib habe sich um diese Stunde bereits, wie sein Vater, mit allem, was ihm noch geblieben, auf Discretion dem Sultan unterworfen, wenn sich anders Jemand in der Naͤhe fand, die Fliehenden aufzuneh⸗ men und gegen das Rachegefuͤhl der Syrer zu schirmen.
Konstantinopel, 23. Dez. (A. Z.) Das Sitzungs Pro⸗ tokoll von verwichenem Sonntag ist kein Geheimniß. Reschid Pascha bewies in langer Rede und mit vieler Tuͤrkischen Eloquenz, „daß die Entscheidung uͤber Mehmed Ali unbedingtes und aus⸗ schließliches Recht der hohen Pforte sey, und wie und welcher Gestalt man es seinem souverainen, von fremdem Einflusse ganz unabhaͤngigen Gebieter ganz allein uͤberlassen muͤsse, uͤber Felonie und Strafe des rebellischen Vasallen zu erkennen. Abdul Medschid, der sehr majestaͤtische Sultan der Osmanli, fest entschlossen, im vorliegenden Falle bloß nach den Eingebungen seines erhabenen Kaiserlichen Gemuͤthes zu verfahren.“ In die⸗ sem Sinne, sagt man, wurde auch zuletzt das gemeinsame Kon⸗ klusum gefaßt und unmittelbar nachher dem Sultan zur letzten Entscheidung vorgelegt. Was nun der junge Fuͤrt unter Bei⸗ rath seiner Derwische und Ulema zu thun gedenke, hat noch Nie⸗ mand erfahren. (S. das gestr. Bl. der St. Ztg. unter Tuͤrkei.) In der Zwischenzeit muß das reiche und schone Damaskus ganz allein die ausgehungerten Ueberbleibsel der Aegyptischen Solda⸗ teska kleiden, fuͤttern und bezahlen. Zwar macht der Tod die Last täglich leichter, dennoch ist man, wie es heißt, der fremden Gaͤste herzlich satt und fuͤrchtet fuͤr die Stadt selbst Krankheit und Noth, wenn die strenge Bauern⸗Blokade nicht bald ein Ende nimmt. sind, wuͤßte hier Niemand zu errathen.
Emir Bei und Nuri Bei, die von Alexandrien entflohen
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waren, sind hier angekommen. Emir Bei, der bekanntlich zuerst im Auftrage des damaligen Kapudans Achmed Pascha's sich nach Alexandrien begab, um dem Vice⸗Köͤnig die Aue liefe⸗
r Flotte anzubieten, ist sogleich nach seiner Ankunft ver⸗
in Tuͤrke, der Sehim's oder Schatzscheine nachgemacht ist zu den Galeeren verurtheiit worden.
Alexandrien, 21. Dez. (L. A. 3.) Zum Zeichen der reude uͤber die Beendigung des Streues mit dem Sultan und en vier Maͤchten hat Mehmed Ali in den letzten Tagen alle zu
den Galeeren Verurtheilten begnadigt. Der groͤßte Theil dieser Ungluͤcklichen erlitt diese Strafe wegen Schulden, da todeswuͤrdige Verbrechen in Aegypten hoͤchst selten sind. Auch hat Mehmed Ali versprochen, die Kopfsteuer abzuschaffen, und hinsichtlich der Ruͤckstaͤnde sind Besehle ertheilt worden, den Personen, welche deren noch abzutragen haben, Zeit dazu zu lassen. Endlich spricht man von Auftoͤsung der Nationalgarde, sobald der zwischen Meh⸗ med Ali und Admiral Stopford geschlossene Vertrag ratifizirt seyn wird. Der Sohn des Vice⸗Koͤnigs, Sard⸗Bei, welcher be⸗ kanntlich sich dem Seedienste gewidmet hatte, ist von seinem Va⸗ ter nach dem Innern abgeschickt worden, um den Befehl in den dortigen Provinzen zu uͤbernehmen, ein Umstand, aus dem her⸗ vorzugehen scheint, daß Mehmed Ali entschlossen ist, das Unter⸗ halten einer Kriegsflotte gaͤnzlich aufzugeben, die ihm bis jetzt ungeheure Kosten verursacht, ohne ihm das mindeste zu nuͤtzen.
Es ist das hoffentlich ungegruͤndete Geruͤcht hier im Umlauf, Ibrahim Pascha habe unter dem Vorwande, den fruͤher in sei⸗ nen Diensten stehenden Drusen die Soldruͤckstaͤnde zu bezahlen, eine große Menge dieser Staͤmme zu sich gelockt, und sie mittelst fruͤher zu diesem Zweck angelegter Pulverminen in die Luft ge⸗ sprengt. General Smith hatte eine Audienz bei Mehmed li und wurde von demselben auf das zuvorkommenste empfangen⸗ Mehmed Ali ist im hoͤchsten Grade uͤber Frankreich entruͤstet, in⸗ dem er behauptet, er wuͤrde sich den ihm zuerst von den Alliirten gestellten Bedingungen gefuͤgt haben, wenn ihn Frankreich nicht mit der Aussicht auf thaͤtigen Beistand hintergangen haͤtte. Er fuͤgt hinzu, daß nichts hinfort ihn von seiner Freunbschaft zu England abwendig machen werde. Mit der „Hydra“, die wie⸗ der nach Syrien abging, hat er Depeschen an Ibrahm Pascha gesendet, worin er ihm den gemessensten Befehl ertheilt, Alles aufzubieten, seine Truppen von Grausamkeiten und Excessen aller Art zuruͤckzuhalten und schleunigst seinen Ruͤckzug zu bewerkstelli⸗ gen. Man erwartet hier naͤchstens den Admiral Walker in Be⸗ gleitung einiger Tuͤrkischen Commissaire, um die Tuͤrkische Flotte zuruͤckzufuͤhren.
1 China.
Macao, 6. Okt. (Bombay⸗Times.) Die Angabe, daß er Chinesische Kaiser 3 Millionen Pfd. St. an die Engländer ahlen wolle, um den Frieden mit ihnen wiederherzustellen, ist is jetzt noch ein bloßes Geruͤcht, das sehr der Bestaͤtigung be⸗
barf. Nach der Einnahme von Tschusan war der Britische Ad⸗ miral Elliot mit einer starken Schiffsmacht noͤrdlich gesegelt, um eine Unterredung mit dem Kaiser zu haben, die zu eking statt⸗ hatte. Er fand in Sr. Hoheit einen feinen und achtungswerthen Mann, der erkannte, daß die Koͤnigin Victorig das Haupt einer großen Nation sey, sein Erstaunen uͤber das Erscheinen der Bri⸗ tischen Kriegsschiffe an seinen Kuͤsten ausdruͤckte und versicherte, daß er und sein Volk Freunde des Friedens und nicht zum Kriege geneigt wären; er werde alle Entschaͤdigungen, die man fordern wuͤrde, entrichten; Lin habe ihn getäuscht undsolle sofort an die Englaͤnder ausge⸗ liefertwerden; doch muͤßten diese die nordoͤstlichen Kuͤsten verlassen und sich nach Canton zuruͤckbegeben, wo alle Punkte durch einen Ver⸗ trag geordnet werden sollten. (Diese Angaben der „Bombay Times“ uͤber eine Unterredung Admiral Elliots mit dem Kaiser selbst scheinen, wie schon oben unter London erwaͤhnt, sehr zwei⸗ felhaft.) Am 29. September langte der Britische Admiral wie · der bei der Insel Tschusan von Peking an. Der Kaiser von China hatte zwei Commissaire nach Canton abgeschickt, um dort einen Vertrag mit den Englaͤndern zu unterhandeln. Aus allen Mittheilungen scheint hervorzugehen, daß Lin in seinem Verfahren gegen die Englaͤnder seine Befugnisse weit uͤberschritten und gegen die Wuͤnsche des Hofes des himmlischen Reiches gehandelt hatte. Tschusan ist ein sehr ungesunder Aufenthaltorts. Am 30. Sep⸗ tember lagen nicht weniger als 519 Briten im Spital. Täglich starben im Durchschnitte drei Mann. Seit der Einnahme von Tschusan haben keine weitere Feindseligkeiten stattgehabt.
— Nach Kalkutta⸗Zeitungen vom 18. November wäre uͤber den angeblichen Vertrag zwischen dem Admiral Elliot und der Chinesischen Regierung, was auch das Wahrscheinlichste ist, nicht zu Peking, sondern zu Peko in der Provinz Peking, und nicht mit dem Kaiser selbst, sondern mit dem Keschin oder Gou⸗ verneur dieser Provinz der zugleich dritter Kabinets⸗Minister sey (s. den Art. China im gestr. Bl. d. St. Z.) unterhandelt worden, und es solle dieser Vertrag von einem anderen Chi⸗ nesischen Beamten, den der Kaiser zu diesem Zweck abgesandt habe, in Canton unterzeichnet werden. Ueber den Inhalt des Vertrages ist in diesen Blaͤttern nichts Naͤheres angegeven. Es hieß, daß der zur Unterzeichnung des Traktars beorderte Man⸗ darin sich am 18. Oktober zu dem Zwecke in Kanton einfinden sollte, wohin auch Admiral Elliot sich sofort zu begeben die Ab⸗ sicht hatte. Eine der Bedingungen des Traktats soll seyn, daß die Chinesische Regierung den Englaͤndern die Insel Lantao gegen Aufgebung von Tschusan einraͤume. Die Aufnahme des Admi⸗ rals in Peko wird als sehr freundlich geschildert, es wurden ihm Lebensmittel in Masse geliesert, und man hatte Muͤhe, den Chi⸗ nesen die Bezahlung dafuͤr aufzudringen. Man fuͤrchtet uͤbrigens, daß die Chinesen durch die Unterhandlungen nur Zeit zu gewinnen ver⸗ sucht haben. Nicht so friedlich, wie in Peko, haben sich die Chi⸗
nesen in Tschusan gezeigt. Wie es scheint, waren von Ningpo, Auch sey
wiewohl dasselbe blokirt wird, 400 Mann Chinesische Truppen nach Tschusan transportirt worden, und diese hatten mehrere einzelne Englaͤnder, welche sich außerhalb der Mauer der Stadt Tingha gezeigt, unter Anderen einen Capitain Arnstruther, der mit Ver⸗ messungen beschäftigt war, aufgegriffen und fortgefuͤhrt, ja selbst Angriffe auf Fouragirungs⸗Trupps gemacht, die nur mit Muͤh zuruͤckgeschlagen werden konnten. Eine unbedeutende Anzahl der Engländern, man spricht von zwanzig, unter ihnen auch der 82 pitain eines Transportschiffes, Namens Noble, und seine . wie ein Marine Lieutenant Duglas, sind auf diese Wealte eus ihre gen und nach Ningpo gebracht worden, Legs nicht Tschusan ge⸗
Freilassung verweigert, bevor die Engla vee achten Behzeden
Wo Zekeria Pascha und der tapfere Jochmus geblieben
räumt haben. Ueberdies ist von den uch in jenen Gegenden ein Preis von opf eines jeden Fremden hlc. L. möglich, auch Kerde xlaudt, Feren 810 uge verugaen werden koͤnne, da die
reis leicht 8 wartet, daß. den Danschlleßenden Kleidung wegen Maͤhe ha⸗