13. Jan. Der seit mehreren Jahren Regierungs⸗Bezirks Merseburg be⸗ Jahre bessere Re⸗
3
— — Magdeburg, im Schweinitzer Kreise des stehende Seidenbau⸗Verein hat im verflossenen Jal sultate erzielt, als in allen fruͤheren Jahren. so trocken das Fruͤhjahr war, so sind doch nicht allein die jungen Maulbeerbaum⸗An⸗ pflanzungen in den angelegten Baumschulen, sondern auch die aus Frankreich verschriebenen groͤßeren Staͤmme mehr als man erwarten durfte gediehen. Auch der Saame, den der Verein an mehrere Gutsbesitzer und andere Freunde der Unternehmung ver⸗ theilt hat, ist erfreulich aufgegangen Der Verein erpachtete vor kurzem zwei Ackerbreiten in der Naͤhe von Herzberg, um eine neue Baumschule darauf anzulegen.
In den Kommunal⸗Waldungen von Graͤfenhaynchen wurden im vorigen Jahre zwei Torflager entdeckt, deren Netto⸗Werth von Sachverstaͤndigen auf 196,000 Rthlr. abgeschaͤtzt worden ist. Eines dieser Torflager ist bereits in Gang gesetzt worden.
Die im In⸗ und Auslande in ausgezeichnetem Rufe stehen⸗ den Kattun⸗Fabriken Bodenus und Comp., Dannenberg und Sohn und Ehrenberg und Richter zu Eilenburg erheben sich durch ihr Fortschreiten mit den neueren Erfindungen und Ent⸗ deckungen auf eine immer hoͤhere Stufe der Vollkommenheit und Ausdehnung und wetteifern nicht ohne Erfolg mit den in diesen Fabrikaten beruͤhmten Franzoͤsischen und Schweizer Fabriken.
Einem der ältesten Baudenkmaͤler Thuͤringens der alten oder oberen Sachsenburg, beim Dorfe Sachsenburg auf einem hohen Berge belegen, von welchem sich dem Blicke des Beschauers elne reizende Aussicht in das Unstädtthal, auf den Harz und Thuͤringer Wald darbietet, drohete theilweise der Einsturz. Mit einem von dem Koͤnigl. Ministerium der geistlichen Angelegenheiten bewilligten Kosten⸗Aufwande von 216 Rthlr. 16 Sgr. wurde im Laufe vorigen Sommers und Herbstes jene Schadhaftigkeit gruͤndlich beseitigt und diese in das Eigenthum der Domainen⸗ Verwaltung durch Lehns⸗Apertur uͤbergegangenen Thurm⸗Ruinen, eine Zierde der Umgegend und vielfach von Freunden der Natur und Baukunst besucht und besungen, fuͤr die Nachwelt erhalten.
8*
Bekanntmachung.
Die von dem Cours⸗Büreau des General⸗Post⸗Amts bearbeitete, in Kupfer gestochene Uebersichts⸗Karte der Schnellpost⸗ und Eilwagen⸗, so wie der bedeutendsten Personenpost⸗ und Fahrpost Verbindungen in Deutschland und den angränzenden Landestheilen, mit Angabe der Eisenbahn⸗ und Dampsschifffahrts⸗Linien, kann durch saͤmmtliche Preu⸗ ßische Post⸗Anstalten ohne Porto⸗Aufschlag bezogen werden. Der Preis für ein illuminirtes Exemplar ist 15 Sgar — Für Berlin findet der Verkauf durch den Portier im Postgebäude statt.
Berlin, 13. Januar 1841. b Cours⸗Büreau des General⸗Post⸗Amts.
Wissenschaft, Kunst und Literatur.
Berlin. Verhandlungen der Akademie der schaften im Monat November. Erster Artikel. Gesammt⸗ Sitzung der Akademie am 5. November. Herr Lachmann las den zweiten Theil der Schrift des Herrn Hoffmann über das Verhältniß der Staatsgewalt zu den staatsrechtlichen Vorstellungen ihrer Unter⸗ gebenen. In derselben Sitzung wureen die Herren C. F. Herrmann in Marburg und G. H. Pertz in Hannover zu Korrespondenten der philosophisch⸗historischen Klasse erwählt. — Sitzung der phvsikalisch⸗ mathematischen Klasse der Akademie am 9. November. Herr Mit⸗ scherlich las über die Zimmt⸗ Salpetersäure und die zimmisalpeter⸗
sauren Salze. Man erhält die Zimmt⸗Salpetersäure, wenn man pul⸗ verisirte Zimmtsaͤure in konzentrirte Salpetersäure einträgt, aus der man durch Kochen die salpetrichte Salpetexsäure entfernt hat, und die man so viel wie möglich erkalten läßt. Wendet man wenig Zimmt⸗
säure an, so löst sich diese zuerst vollständig auf; nach wenigen Augen⸗ blicken erwärmt sich die
Wissen⸗
Flüssigkeit und eine krystallinische Verbindung scheidet sich aus. Die Wärme⸗Entwickelung dauert so lange fort, als die Bildung und Ausscheidung dieser Verbindung stattfindet. Nimmt man auf acht Theile Salpetersäure einen Theil Zimmtsäure, so steigt die Temperatur des Gemenges auf 400; eine Zersetzung der Salpeter⸗ säure bemerkt man dabei durchaus nicht. Die ausgeschiedene Zimmt⸗ Salpetersäure bildet ein solches Haufwerk von Kryvstallen, daß sie die Flüssigkeit wie ein Schwamm einsaugt. Will man größere Mengen Zimmt⸗Salpetersäure darstellen, so reibt man die Zimmtsäure mit der Salpetersäure zusammen, die man jedoch sorgfältig abkühlen läßt, da⸗ mit die Temperatur nicht über 600 steige. Da die Zimmt⸗Salpeter⸗ säure im Wasser fast ganz unlöslich ist, so übergießt man die Masse mit viel Wasser und wäscht sie aus, bis alle reine Salpetersäure ent⸗ fernt ist. Man löst sie alsdann in kochendem Alkohol auf, woraus sie sich beim Kochen fas ganz ausscheidet; darauf filtrirt und wäscht man sie mit kaltem Al ohol aus. Die Zimmt⸗Salpetersäure ist weiß mit einem schwachen Stich ins Gelbe. Die Krvstalle sind so klein, daß man ihre Form nicht bestimmen kann. Sie schmilzt bei etwa 2700 und erstarrt beim Erkalten zu einer krystallinischen Masse; etwas über 270° erhitzt, kocht sie, wobei sie zersetzt wird. In kaltem Wasser ist sie fast ganz unlöslich, in kochendem nur sehr wenig. Durch ihre Lös⸗ lichkeit in Alkohol kann man sie leicht von anderen ihr nahestehenden Säuren trennen. Sie ist bei 20 ° in 327 Theilen löslich, während Zimmt⸗Säure in 12, Benzoë⸗Säure in 1,96 und Benzos⸗Salpeter⸗ Säure in weniger als gleichen Theilen löslich ist. Mit wenig Wasser gekocht, bildet sie nicht damit eine blartige Flüssigkeit, die unter der gefättigten kochenden Auflösung sich ansammelt, wie dies mit der Ben⸗ zos⸗ und Benzoë⸗Salpeter⸗Säure der Fall ist. In kochender Salz⸗ Szure ist sie etwas löslich, wird aber nicht davoͤn zersetzt. Gegen Basen verhält sie sich wie eine schwache Säure; die Kohlensäure treibt sie aus. Ihre alkalischen Salze reagiren neutral und sind sehr leicht löslich, die übrigen schwer⸗ oder unlöslich. Mit Kupfer⸗Orpd verbraunt, gaben 0,5165 Gramm Säure 0,1695 Gr. Wasser und 1,0525 Gr. Kohlensäure, Sauerstoffgas wurde nicht dabei angewendet; und 0,299 Gr. gaben 18,22 C. C. Stickstoffgas, für 60 und 760 mu B. berechnet; darnach beßeht die Säure in 100 Theilen aus e. Kohlenstoff, 3,64 Wasserstoff, 7,73 Slickstoff, 32,24 Sauerstoff. Wenn sie aus 180 1à l 2 8 80 besteht, so enthält sie 56,34 Kohlenstoff, 3,58 Wasserstoff, 7,25 Sticckstoff, 32,78 Sauerstost. Dies Verhältniß stimmt mit der durch Untersuchung gefundenen Zu⸗ sammensetzung so nahe überein, daß es als richtig anzusehen ist; sie hat sich demnach gebildet, indem 1 Atom Salpeter⸗Säure sich mit 1 Atom Zimmt „Säure vereinigte und 1 Atom Wasser sich ausschied. — Die Benzoé⸗Schwefel⸗Säure, die Benzoé⸗Salpeter⸗Säure und Zimmt. Salpeter⸗Säure gehören zu einer Gruppe von Verbindungen, von denen man annehmen muß, daß sie aus einer unorganischen Säure und einer sogenannten organischen Säure bestehen. In hen salpetersauren Verbindungen ist 1 Atom von beiden Säuren enthal⸗
ten, in den schwefelsauren ist ein Atom Benzoé⸗Säure mi ; Aromen Schwefel⸗Säure verbunden, sie ist ünt. E Die Cavazität dieser Säuren richtet sich nach der unorganischen Säure, die organische ist damit verbunden, ohne auf die Sättigung Einsluß zu haben, auf ähnliche Weise wie in der Kieselflußsäure Fluorkiesel mit dem Fluor⸗Wasserstoff, und wie indifferente Körper organischen Ur⸗ sprungs, z. B. Benzin, sich mit Säuren verbinden. Diese Gruppe eigt deutlich, wie mit jedem hinzukommenden Atom ein Atom Wasser Kustritt, indem da, wo z. B. ein Atom Benzin und ein Atom Koh⸗ lensäure sich berühren, ein Atom Wasser austritt, und daß da, wo ein Atom Benzoës⸗Saure und ein Atom Salpetersäure sich berühren, von dieser ein Atom Sauerstoff und vom Benzin der Benzoé⸗ Säure ein Doppel⸗Atom Wasserstoff als Wasser austritt, so daß eine neue Säure entsteht, die weder Benzin, noch Kohlensäure, noch Salpetersäͤure ent⸗ hält, aber die übrig gebliebenen Atome in derselben relativen Lage wie
8
vorher. als das Maaß der
können die beiden Säuren, sind, nur schwache Verw
dung nur eine geri achtet werden diese
ratur, noch beim von Basis zersetzt,
thümliche anzusehen Analogie vorkommt. kommende Aluminat der Spinell, der
phir und Rubin, die bekannt ordentlich schwer zu zersetzen und
Da die Wärme,
nge Ver
Kochpunkt der
welche bei chem b chemischen Verwandtschaftskraft andtschaft zu
Wärme⸗Entwickelung stattfindet. bindungen weder bei der gewöhnlichen Tempe⸗
ischen I
anzusehen ist, so welche in jeder der drei Säuren enthalten einander haben, da bei ibrer Bil⸗ Dessenunge⸗
Auflösungen, durch einen Ueberschuß
und sie sind also auch in dieser Hinsicht als eigen⸗ , wofür bei den sogenannten unorganischen keine
—
Herr H. Rose
las über die in der Natur vor⸗
e. Die in der Natur vorkommenden Aluminate:
Pleonast u
nd der Gahnit, son ich aus reiner Thonerde bestehen, sind außer⸗
so wie der Corund, Sap⸗
aufzulösen. Abich wandte zur Zersetzung
derselben die kohlensaure Baryterde an⸗ womit er sie bei starker Weißglühhitze
in einem Sesströmschen . entbehren, da die
Barvterde ganz
im gepulverten Zustande durch mit Herr Rose konnte bei seinen auf
Kali zerlegt werden.
gestellten Analvsen der in der Natur 8 obwohl das Vorhandensevn derselben von allen
Kieselerde auffinden
Chemikern, die sich mit Untersuchungen Da er aber zum Pulverisiren der zu untersuchenden der Stahlmörser bediente, daß die aufgefundenen Quantitäten Kieselerde durch Be⸗
hauptet wird. Mineralien sich Vermuthung,
bandlung des Mineral⸗Pulv letzteren bestätigten dies.
ser von der Masse di
von Untersuchungen enthalten daher keine Kieselerde. — 274 Blätter von ihm selbst
die abgebildet sind, und Kenntnisse.
Infusorien⸗Arten 1
Jahre 1838 noch nicht
7
eser
or,
rasche Entwickelung dieser erhielt er aus Fühnen die
sicher gebllebenen, von Lyngbve als Algen beschriebenen Herr Ehrenberg selbst beobachtete mehrere, von O. bisher unsichere Formen lebend in der Osisee und Die große
danicae
bene,
neue Formen bei Berlin.
fossilen Infusorien⸗Lager bei erneuter Umtersuchung, 8 Meer bei Kurhaven, durch nene Untersuchungs⸗
ders ergiebig war da
die lebenden Formen
zur Ansicht erhielt. Se
stiania, Tjörn und Helgol die süßen Gewässer des
Beiträge für diese
Ofen behandelte.
Man kann jedoch der kohlensauren Aluminate schnell und. vollständig Schmelzen mit zweifach schwefelsaurem diese Weise an⸗ vorkommenden Aluminate keine dieser Art beschäftigt haben, be⸗ so brachte ihn dies auf die ers in einem Agat⸗ oder Feuerstein⸗Mör⸗ abgerieben worden seven. Eine Reihe Die obengenannten Mineralien⸗ Herr Ehrenberg legte hierauf ausgeführter Zeichnungen eben so vieler in dem größeren Infusorien⸗Werke vom sprach über die auffallend Durch Herrn Hoffmann Bang
meisten der ihm noch unbekannt oder un⸗
in dem Tentamen hydrophytologiae Arten in den Original⸗ Exemplaren. F. Müller beschrie⸗ einige wenige Masse des Neuen lieferten die und ganz beson⸗ Kiel und Wismar, wo er Methoden zahlreich
ndungen vr n Meeres⸗Absatz und Meerwasser ausChri⸗
and brachten immer neuer zahlreiche Formen, so daß Festlandes weit Forschungen gaben und erwarten lassen.
als das Meer wichtige
seltener Die 553
Arten von polvgastrischen Formen des größeren Infusorien⸗Werkes, die
Frucht zwölfjähriger Untersuchungen, hs von 265 d nur um 8 Arten, die 2 von der man im Jahre 1838 bereits 168
Herr
Jahren einen Zuwac men,
rien dagegen,
Die Räderthiere sin
um 213 vermehrt worden.
dieser Formen, ehen sind, vor. nicht und über die
nennung darauf chenden S servirt bleiben. piter; Terra; lus; à5 Rigl;
(Die g. die
anwenden. bekannten, Herr P
worin die ganz Dies Verzeichniß es möge nur noch folgende Nomenklatur hier erwähnt werden: Menge bereits beobachteter sternartiger Formen clus nicht ganz leicht ist, gef auch wahrscheinlich die bisher len⸗Menge sich noch vorfinden werden, so sind zur bequeme die Namen der Pl. in alphabetischer Reihefolge als Rücksicht genommen, daß für die fehlenden Zahlen die entspre⸗ Sterne der alphab Dies Namen⸗Söostem ist folgendes: Zahl einfach oder doppelt, 21 Luna; 22 Ceres; 25 Mars; 26 Mercurius; 27 P 30 Venus; 31 Vesta; 32 rän; 35 Antares; 36 Aquila; 37 Arcturus; nopus; 40 Capella; A1 Fomahot; 46 Sirius; 47 Sol; Von 50 an ließen sich Bezeichnungen
ren aneten und der 15 Firsterne
etischen
erhalten hiermit binnen wei ausgezeichneter For⸗ Familie der Bacilla⸗ Arten kannte, Ehrenberg legte ein Verzeichniß aller neuen mit kurzen Diagnosen ver⸗ hier mitzutheilen, erlaubt der Raum Bemerkung des Herrn Verfassers Da es bei der großen der Gattung Actinocy⸗
Arten oft sehr
aällige und zweckmäßige Namen zu geben,
fehlenden Zwischenzahlen in der Strah⸗ und neue Zwischen⸗Arten b⸗zeichnen und wissenschaftlich übersichtlicheren Be⸗ erster Größe Namen verwendet worden und zugleich Reihe für künftige neue Arten re⸗
Bis 20 zählt die 23 Juno; 24 Ju⸗ Hallas; 28 Saturnus; 29 Uranns; 33 Acharnàr; 34 Aldeba⸗ 38 Betegose; 39 Ca⸗ 42 Lyra; 43 Procyon; 44 Regu 48 Spica; 490 Stella polaris. des Reichthums und Ueberflusses
esperrt gedruckten Namen bezeichnen die bereits
anderen die p sodann über die
oggendorff sprach 90 Flüffigkeit eine größere Stärke und Bestän⸗
vanischen Kette mit einer
digkeit zu verleiben. bildung der
derniß wird durch 9 Flüssigkeiten
Das bedeutendste Thorie des Galvanismus Wandelbarkeit des Stroms der die in neuerer Zeit angewandten Combinationen mit nur zum Theil entfernt.
einer vergleichenden Untersuchung der Zink⸗ Kupfer⸗
entdeckenden Formen.) — Mittel, dem Strom der gal⸗
21
noch zu
Hinderniß für die weitere Aus⸗ liegt unstreitig in der großen hpdro⸗elektrischen Ketten und dies Hin⸗
Der Verfasser fand bei und der Zink⸗
Eisen⸗Kette, daß es für das Kupfer und zum Theil auch für das Eisen, vier
Mittel gebe zur längeren B
1) Erhitzen derselben bi 2) Eintauchen in
ewahrung der elektromotorischen Kraft, nämlich:
szum Verschwinden der anfangs erscheinenden Farben.
Salpetersäure.
3) Bekleiden mit einem Ueberzuge
von gefälltem, pulverförmigen Kupfer, wie man solchen Ueberzug von
braunrother Farbe,
sung des Kupfer⸗Vitriols verdünnt ähnlichen Ueberzuge der chwefelsäure stehend der der Sartonschen Maschine aussetzt. Kupferplatten,
Bekleiden mit dem Kupferplatten, in S.
hergehenden Stromes : w Operationen unterworfen worden,
die einer dieser eine größere ja eine ganze
Beständigkeit und e le⸗ Stunde und darüber zu, ehe sie ihr
mittelst der Daniellschen Kette erhält, sobald die Lö⸗
ist und freie Säure enthält. ͤ) sich bildet, wenn man Wirkung — des hin und
geben dem Strome Diese letztere nimmt eine halbe, Marimum erreicht,
Stärke.
verweill auf demselben mehr oder weniger lange und nimmt wieder
sehr allmälig ab,
mehreren Stunden von gar eine Messung Widerstandes mit ziemlicher Genauigkeit vornehmen
H Verf. bis jetzt nicht
erfolgt, daß man
jedoch dem Herrn übrigens gleicher samkeit zu geben.
laugte Beständigkeit nur so lange, als zuan
so daß die Schwächung für
Beschaffenheit immer
Auch erhält sich die auf die
die Praxis oft nach und stets so langsam Kraft und des kann. Es hat gelingen wollen, Platten von den nämlichen Grad von Wirk⸗ angegebene Weise er⸗ an der Kette nichts ändert.
keiner Bedeutung ist der elektromotorischen
Die Versuche werden noch fortgesetzt. —
Berichtigung.
7. statt vom u. ist statt „Thee⸗Krisis“ zu lesen 39 statt „9. Januar“, 9. Dezember.
Ztg. ist vom Sp. 1, Z. 14 v. und Sp. 3, 3.
Der Art. London
im gestr. Bl. der St. zu datiren, und S. 58, Thee⸗Preise,
———
6. Januar
Dauer der Eisenbahn⸗Fahrten am 14. Januar.
Abgang von Berlin.
Zeitdauer [St. M.
Abgang Zeitdauer
w von Potsdam. [St. M.
Um 8 ½ Uhr Morgens. „ Vormitt... Nachmitt..
Abends..
„
42 40 „ 43 2* 55 3 58 „
Um 7 Uhr Morgens ..
10 ⸗ 82 1 „ Nachmitt..
4 ½ „ „ . 7 ½ 85 Abends 59
———-Qᷓqq
“
Auswürtige Börsen.
Niederl. wirkl. 5 % Span. 2115⁄ Prüm. Sch. —.
Amaterdam, Schuld 50 ⁄½ Passive —.
6-
ol. —.
11. Januar
5 % do 97 ⁄⁄-. Ausg. —. ELZinsl.
Oesterr. 103 ⁄. .
1 11“ 8 erbindungen frei wird,
schule, Lustspiel in
8 Antwerpen,
—. Neue Anl. 22 ⁄⁄. Frankfurt a. M., 11. Janu 11“ Oesterr. 5 % Met. 106 ⁄1 G. 4 % 99 ½ G. 2 ½ % 56 ¼ Br. 1 % 24 ¼½ G. Bank-Actien 2014 G. Partial- Obl. Loose zu 500 Fl. 139 ¾. 139 ½. Loose zu 100 Fl. —. Preuss. Präm. Sch. 78 ½ G. do. 4 % Anl. 100 ½¼ G. Poln. Loose 72 ½ G.
5 % Span. Anl. 23 ½. 23 1. 2 ½ % Holl. 495⁄16. 49 ¼4.
Eisenbahn-Actien St. Germain 660 G. Versailtes rech- tes Uter 385 G. do linkes 300 G. München-Augsb. 91 Br. Strassbucg-Basel 250 Br. Leipzig-Dresden 100 ½ Br.
5
Hamburg, 12. Janu Bank-Aetien 1675. Engl. Kuss. 106 à.
London, 8. Januar. Cons. 3 % —. Belg. 90. Neue Anl.
8 24A ⅞. Passive 6 ¼. Ausg. Sch. 1251. 2 ½ % Hell. 50 . 5 %
98 ¼. 5 % Port. 32.
Paris, 9. Januar. Rente fin cour 111.95. 3 % Kente fin cour. 77. 45. 5 % Span Rente
5 % Neapl. au compt. 101. 35. 5 % Port. —.
zerliner Bzörse.
Jannar.
Den 15
Pr.
Brief. 97
82 Lvr. Cour. Brief.*† Geld. S SI. Schuld-Sch 4 1035,8 † 103 /¶ sSch. d. K. a N.— Pr. Engl. Obl 30 4 1003 IM. Fer s Prüm. Sch. d Seeh 797 8 79³/8 3 91 Brl. Potz. Eiseub Kurmk Schuldv. 34 1021⁄4 8 3 0 1; do. do. Prior Act. Neumk Schuldv. 3 ½ 10214 Mgd4.I Eizent Gerl. Stadt-O b.¹ 4 103 ¾ 11“ — 1 do. do. Prior Act Danz do. in Th. — * Berl. Anh Eisenb Westp. Pfandbr. 3 ⁄ 1, Cr.Pelbr. Aet Grofsh. Pos. 40 4 “ Ostpr Pfandbr. Pomim. do. 3* Kur- u. Neum. do Schlesische do Coup. und Zins-
Geld.
113
1023⁄2 102 ½ 208 2
103 ¼ 1013⁄₰ 105 3¾ 1017⁄1 103 8
105 ⁄1 103 ⁄à 102 ¼4
Gold al mareo Neue Dukaten — Friedrichsd'or 131½ And. Goldm a5 T- 7 1/ 12 Disconto 3
Meteorologische Beobachtungen. Morgens INachmittags Abends Nach einmaliger 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.
1841. 14. Januar.
Quellwärme 6,8 0 R. 8* Flußwärme 0,00 R.
333,01" „Par. 331,88“ „Par. 331,77“ Par. 020 R. 4. 2,8 0 R. — 1,70 R. — 290 R. + 05°R. — 120 R. 790 vCt. 82 pCt. 95 pCt. trübe. trübe. trübe. 3 Wind. ......-. W W W. Wärmewechsel + 3,2 0 “ W. — + 200. Tagesmittel: 332,22“ Par. + 1,40 R... — 0,4 R... 85 pCt. W 88
Koͤnigliche Schauspiele. b DSonnabend, 16. Jan. Im Schauspielhause: Die Laͤster⸗ 5 Abth., nach Sheridan, von Leonhardi. 1 Jan. Im Opernhause; Die Vestalin, lyri⸗
mit Ballets. Musik von Spontini. Die ungluͤckliche Ehe durch Delika⸗ von Schroͤder. (Neu einstudirt.)
Montag, 18. Jan. Im Schauspielhause: Die Vertrauten, Lustspiel in 2 Abth., von A. Muͤllner. Hierauf: Der reiche Mann, Lustspiel in 4 Abth., von Dr. C. Toͤpfer.
Mittwoch, 20. Jan. Im Schauspielhause: Egmont, Trauer⸗ spiel in 5 Abth., von Goethe. Musik von L. van Beethoven. (Neu einstudirt.)
Die eingegangenen Meldungen um Billets sind, so weit der Raum es gestattet, beruͤcksichtigt worden, und koͤnnen dieselben im Billet⸗Verkaufs⸗Buͤreau, von Montag, den 18ten d. M., an, in Empfang genommen werden, mit welchem Tage auch Billet⸗Verkauf erst beginnen wird. .“
Luftdruck Luftwärme Thaupunkt Dunstsättigung Wetter
Ausdünstung 0,022“ Rh. Niederschlag 0. 3
Sonntag, 17. sches Drama in 3 Abth., Im Schauspielhause: tesse, Lustspiel in 4 Abth.,
ter. Engel und Daͤ⸗ Dupeuty, frei be⸗
staͤdtisches Thea Jan. Zum erstenmale: mon. Lustspiel in 3 Akten, nach Courcy und „ arbeitet von Forst und Leutner. Hierauf: Gymnastische und groteske Uebungen, ausgefuͤhrt von Giovanny Alfonso, Mitglied der Hofbuͤhne zu Dresden, fruͤher bei Herrn Averine engagirt. Zum Schluß: Das Fest der Handwerker. Komische Gemaͤlde aus dem Volksleben in 1 Akt, als Vaudeville behandelt, von L. Angely.
Sonntag, 17. Jan. 3 Akten, von Dr. C. Toͤpfer. nastische und groteske Uebungen, Zum Schluß: Die Wiener in Berlin. 1 Akt, von K. von Holtei.
Montag, 18. Jan. Auf Begehren: Die Hochzeit des Fi. garo. Oper in 2 Akten. Musik von Mozart.
Markt⸗Preise vom Getraide. Berlin, den 14. Januar 1851. Zu Lande: Weizen 2 Rthlr. 7 Sgr. 6 Pf., auch 1 Rthlr. 22 Sgr. 6 Pf. ; Roggen Rthlr. 10 Sgr., auch 1. Rthlr. 8 Sgr. 9 Pf; große Gerste 1 Rthlr. Sgr. 3 Pf., auch 28 Sgr. 9 Pf.; kleine Gerste 1 Rthlr. 2 Sgr. 6 Pf. 27 Sgr. 6 Pf.; Hafer 28 Sgr. 9 Pf.; auch 25 Sgr.; Erbsen 1 Rihlr⸗ 27 Sgr. 6 Pf. auch 1 Rihlr. 17 Sgr. 6 Pf.; Linsen 2 Nigir. 20,fee. auch 2 Rthlr. 10 Sgr. F sjind 129 Wispel 12 Schester⸗ Cigeg a g sann. 8 (weißer) 2 Rthlr. 5 Sgr., auch 2 Rthlr. 1 Sgr. 3 Pf. und 2 Rihlr.; Roggen 1 Rthlr. 11 Sgr. 3 Pf., auch 1 Rihlr. 8. Sgr. 9 Pf.; große Gerste 1 Rihlr.; Hafer 1 Rihlr., auch 28 Sgr. 9 Pf.; Erbsen 1 Rthlr. 17 Sgr. 6 Pf., auch 1 Rthlr. 13 Sgr. 9 Pf. (schlechte Sorte). Eingegangen sind 302 Wispel 11 Scheffel. Mittwoch, den 13. Januar 1841. Das Schock Stroh 10 Rthlr., auch 8 Rtyhlr. 15 Sgr. Der Cent⸗ ner Heu 1 Rthlr. 10 Sgr., auch 25 Sgr. Branntwein⸗Preise vpom dten bis incl. 14. Januar 1841. Das Faß von 200 Ort., nach Tralles 54 pCt., nach gegen baare Zahlung und sofortige Ablieferung, nach toffel⸗Branntwein 19 Rthlr. 15 Sgr., auch 18 Rthlr. 2 Kartoffel⸗Preise. Der Scheffel Kartoffeln 20 Sgr., auch 16 Sgr. 3 Pf.
Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zin keisen. Gedruckt bei A. W. Hay n.
Koͤnigs Sonnabend, 16.
Des Herzogs Befehl Lustspiel in Hierauf, zum letztenmale: Gym⸗ ausgefuͤhrt von Giovanni Alfonso⸗ Posse mit Gesang in
Richter 40 pCt., Angabe: Kar⸗ 15 Sgr.
Köln-Aachen
24⁄ Passive 57/8. 3 % —
DODOesterr.
EEE111114“
Bodenwärme 1,90 R. 8
Amtl. Nachr.
Rußl. u. Pol. Warschau. Post⸗Convention mit Präsid. des evangel. Konsistoriums.
Fraarr. Paris. Merkwürdige Protestation des Herzogs von Or⸗ leans gegen die Thronfolge in Spanien vom J. 1829. — Der „Con⸗ stitutionnel“ über die Befestigungsfrage. — Keine Entwaffnung. — General Bugeaud als Gouverneur von Algier. — Vermischtes.
Großbr. n. Irl. London. Frankreichs Verhalten in der Span. Port. Differenz. — Chartism. in d. Schott. Hochlanden. — O'Connell als Mäßigkeits⸗Zünger. — Ueber die gesetzl. Zulässigkeit eines Kon⸗
Oesterre⸗
vents. — Vertheil. des Wahlrechts. eig. Brüssel. Vermischtes. 8— 11“ Dan. Alt. Eisenb. durch das Lauenburgisch. . Dentsche Bundesst. Bayern. Eisenbahn nach der Nordgränze. — Hannover. Schloßbrand. — Großherzogth. Hessen. Schluß des Landtags. — Luxemb. Ehrenbezeigung des General Dumoulin. — Schreiben des Konigs⸗Großherz. an die kathol. Geistlichkeit. . Preßburg. Verhältnisse zwischen Katholiken und Evange⸗ (lischen in Ungarn. — Wien. Eisenbahn.
Serbien. Berubigter Zustand dieser Provinz.
S88
HOstind. Dost Mohammed Chan. — Wiedereinnahme von Dadur und
Kelat. — Erstes Sardin. Schiff in Ostind. Inland. Verein zur Beforderung des sittlichen und bürgerlichen Wohls entlassener Gefangenen zu Koln. — Ausbau des Doms daselbst. — Fortschritte der Industrie zu Aachen. Wiss., K. u. L. Verhandl. der Akad. der Wissensch. zu Berlin im Monat November. — Lit. Notiz aus London.
Amtliche Nachrichten. Kronik des Tages8. Dees Koͤnigs Majestaͤt haben dem Maler Franz Catel das
Praͤdikat eines Professors beizulegen und das daruͤber ausgefer⸗ tigte Patent Allerhoͤchstselbst zu vollziehen geruht. eg
— es nicht wenigstens versucht,
herein und vernichteten alle dynastischen Reclamationen.
tions⸗Kommission zu den Ministerien in freuen uns, heute dasjenige
Der bisherige Land⸗ zu Birnbaum ist zum
und Stadtgerichts⸗Assessor Großheim um Justiz⸗Kommissarius fuͤr den Czarnikauer Kreis, mit Anweisung seines worden.
Wohnsitzes in Schoͤnlanke, bestellt
Angekommen: Der Erb⸗Truchseß im Herzogthum Mag⸗ deburg, Geheime Regierungsrath und Dom⸗Dechant, von Kro⸗ sigk, von Naumburg. 1
Zeitungs⸗Nachrichten. Ausland.
and nmnd Polen.
v. Warschau, 12. Jan. Die Russische und die Oesterreichi⸗ sche Regierung hatten, wie die hiesigen Zeitungen meldeten, Ab⸗ geordnete zur Regulirung und Befestigung der gegenseitigen Post⸗ Verbindungen zwischen Oesterreich und dem Koͤnigreich Polen und zur Entwerfung und Abschließung einer diesfaͤlligen Conven⸗ eion ernannt, und es ist von diesen am 9. Maͤrz 1840 zu Wien eine solche Convention abgeschlossen worden, die zu der darin be⸗ zeichneten Zeit von beiden Regierungen ratifizirt wurde und jetzt bereits in der Ausfuͤhrung begriffen ist. Die Oesterreichischen Beamten, welche an diesem Geschaͤft Theil genommen, sind von Seiten des Kaisers von Rußland mit St. Stanislaus⸗Orden zweiter und dritter Klasse dekorirt worden.
Der General-Lieutenant Siegmund Kurnatowski, Mitglied des Staats⸗RNaths, und der Kammerherr und Kollegien⸗Rath Alexander Krusenstern, Mitglied des Unterrichts⸗Conseils, sind zu Praͤsidenten des hiesigen evangelischen General⸗Konsistoriums ernannt worden, der Erstere an die Stelle des Grafen Karl Gra⸗ bowski, der Andere an die des Herrn Alexander Engelke. Beide behalten uͤbrigens auch ihre bisherigen amtlichen Functionen.
Der neu ernannte Vice⸗Praͤsident des Lehr⸗Bezirks des Koͤ⸗ nigreichs Polen, Fuͤrst Gregor Wolkonski, ist mit seiner Familie von St. Petersburg hier angekommen.
Frankreich.
Paris, 11. Januar. Das Verbot des Stuͤckes: „Es war einmal ein Koͤnig und eine Koͤnigin“ giebt heute dem Messager zu folgender amelichen Erklaärung Anlaß: „Mehrere Journale, getreu ihrem Angriffs⸗System gegen das Kabinet, behaupten, daß die vorgestern von dem Renaissance⸗Theater angekuͤndigte Vorstel⸗ lung auf das Ansuchen eines fremden Gesandten nicht stattgefun⸗
den habe. Dies ist durchaus falsch und wir geben jener Nach⸗ richt das soͤrmliche Dementi. Es ist kein Schritt, weder ein di⸗ rekter, noch ein indirekter, von irgend Jemand bei der Regierung gethan worden, um dieselbe zum Verbot jenes Stuͤckes aufzu⸗ fordern; ste hat aus eigener Veranlassung gehandelt.“ Die Gazette de France theilt eine Note mit, die der Graf Marcellus an den Marquis von Dreux Brsczé gerichtet hat, um einige naͤhere Aufschluͤsse uͤber die von Letzterem in der Pairs⸗Kammer erwaͤhnte Protestation zu geben. Jene Note b. folgendermaßen: „Die Eroͤrterungen, welche in der Pairs⸗ eehhech,⸗ öb beattenen gegen das Testament e gb8 8 stattgefunden haben, sind mir unvollstaͤndig er⸗ 8 en; ich habe meine zuverlaͤssigen Gedenkbuͤcher zu Rathe ge⸗ “ dem Wunsche, eine historische Thatsache aufzuhellen, Eeh,Fütn. Gcen die Ehre zu geben. Hier ist, was ich in den de E—— habe: Im Jahre 1829 uͤberreichte wera de . rleans dem Koͤnige Karl X. ein Memorandum, zu haben 888 geschickte Weise die Gruͤnde entwickelte, die er «ehesaföigen 8 ke⸗ um gegen die in Spanien eingefuͤhrte neue deren Erfalnun protestiren. Er erblickte darin eine heilige Pflicht, g er sowohl seinen Vorfahren, als seinen Nachkom⸗
men schuldig sey; und voraussetzen, daß er nicht protestire, oder
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zu protestiren, hieße ihn anklagen, daß er die ihm obliegenden Pflichten versäumt habe. Die Pro⸗ testation fand statt, soweit dies von dem Herzoge von Orleans abhina, und dieser Prinz erhielt den Rang seiner Familie auch in dieser Spanischen Frage aufrecht. Die Protestations⸗Akte, welche Monsieur, BruderLudwig's XIV. gegen den Koͤnig von Spanien (KarllI.) erließ, eine Akte, welche der große Koͤnig zu Gunsten seines Bruders im Jahre 1703 auslegen ließ, dieselbe Akte erneuerte der Herzog von Orleans im Jahre 1829 gegen das Testament Ferdinand s VII. in seiner Eigenschaft als Repraͤsentant der fuͤnf⸗ ten Linie des Hauses Bourbon, um sich als Chef dieses erlauch⸗ ten Hauses seine Rechte zu bewahren. Einer solchen Protestation mußte die des Koͤnigs von Frankreich, als Haupt der ganzen Familie folgen, oder gleichzeitig mit ihr erscheinen; dieser Schritt
wurde verschoben, bis die Expedition von Algter heran kam; aber schon als die ersten guͤnstigen Nachrichten aus
Afrika einliefen, da brachen die drei Julitage Dieses Memorandum, welches so klar, deutlich und vernuͤnftig die In⸗ teressen der Familie Orleans auseinandersetzt, ist unterzeichnet: „Ich habe es gelesen, Dupin.“ „Das vertrauteste Organ des Herrn Thiers, der Constitu⸗ tionnel aͤußert sich heute uͤber die Beziehungen der Fortifica⸗ e eer Weise: „Wir in berichtigen zu koͤnnen, was man seit einigen Tagen und was wir selbst uͤber die Uneinigkeit gesagt ha⸗ ben, die Fece dem Ministerium und der Kommission hinsicht⸗
wollte man es ins Werk richten,
lich des ortifications⸗Entwurfes stattfand. Alle Welt hat einge⸗ sehen, daß eine Uneinigkeit uͤber eine rein nationale Frage hoͤchst beklagenswerth sey. Im Laufe des gestrigen Tages haben sich das Ministerium und die Kommission durch ein von beiden Theilen angenommenes Uebereinkommen ͤber alle Punkte verstaͤndigt. Folgen⸗
des sind die Grundlagen jenes Uebereinkommens. Der urspruͤngliche
Entwurftheilte die Arbeiten inzwei Kategorieen. In die erste Kategorie waren die vorzuͤglichsten Außenwerke, und nur ein Theil der Ringmauer gesetzt worden. Da die Mauer aber nur dann einen nuͤtzlichen Schutz gewaͤhrt, wenn sie vollständig ist, so hatte die in dem Regierungs⸗Entwurf festgesetzte Vertheilung der Arbeiten zu einer ernstlichen Einwendung Anlaß gegeben. Man konnte fuͤrchten, daß die Regierung die aͤußeren Forts vollenden und die Arbeiten der Ringmauer auf unbestimmte Zeit verschieben wuͤrde. Der von der Kommission veraͤnderte Entwurf ver⸗ pflichtet dagegen zu der Gleichzeitigkeit der Arbei⸗ ten. Das Ministerium hat zu dieser Modistration seine Zu⸗ stimmung gegeben. Eine andere wichtigere Veraͤnderung ist mit dem Gesetz⸗Entwurfe vorgenommen worden. In der urspruͤng⸗ lichen Abfassung war er gewissermaßen nur ein finanzieller Vor⸗ schlag; die Kommission hat aber die auszufuͤhrenden Werke genau detaillirt und die technischen Bedingungen festgestellt, unter denen die Mauer ausgefuͤhrt werden muß. Das Ministerium ist auch dieser Veraͤnderung beigetreten. Dagegen hat sich die Kommis⸗ sion den Ansichten des Ministeriums uͤber die Dauer der Arbei⸗ ten angeschlossen. Die Kommission wollte, daß saͤmmtliche Ar⸗ beiten inneshalb 3 Jahren beendigt seyn sollten. Das Ministe⸗ rium wuͤnschte, wegen Verminderung der jaͤhrlichen Lasten, einen laͤngeren Zeitraum, und man ist uͤbereingekemmen, daß die Arbeit binnen 4 bis 5 Jahren beendigt werden solle. Es versteht sich von selbst, daß, wenn die Umstaͤnde die Ausfuͤhrung dringender machen sollten, das Ministerium die Arbeiten beschleunigen wird. Man kann allen Maͤnnern, die an jener wichtigen Berathung Theil genommen haben, nur Gluͤck dazu wuͤnschen, daß sie jeden Parteigeist vor einem gemeinschaftlichen Gefuͤhle des Patriotis⸗ mus haben schwinden lassen. Man darf nunmehr hoffen, daß der beireffende Gesetz⸗Entwurf von der Kammer mit großer Ma⸗ jorität angenommen werden wird.“
Das unter dem Einflusse des Kabinets redigirte militairische Journal Armẽe enthaͤlt Folgendes: „Wir haben oft die Auf⸗ merksamkeit des militairischen Publikums auf die Gefahr gelenkt, welche es darbietet, wenn man die von der Regierung angeord⸗ neten militairischen Maßregeln enthuͤllt; auch heute werden wir nicht gegen unsere gewoͤhnliche Discretion uͤber diesen wichtigen Gegenstand fehlen. Indeß koͤnnen wir nicht umhin, gegen das⸗ jenige zu protestiren, was wir taͤglich in den Journalen uͤber die schon in der Ausfuͤhrung begriffene Entwaffnung lesen. Wir wis⸗ sen nicht, wie man zu dieser Entwaffnung gekommen ist; aber da es sich hier um eine Thatsache handelt, die alle Welt verifiziren kann, so glauben wir sagen zu duͤrfen, daß bei uns keine Bewe⸗ gung stattfindet, die zu dem Gedanken berechtigte, daß man auf dasjenige verzichte, was unternommen worden ist. Man hat großen Laͤrm von der Entlassung einer gewissen Anzahl von Mi⸗ litairs und See⸗Soldaten gemacht; aber man hat vergessen, daß das Jahr mit dem 31. Dezember zu Ende geht, und daß mit dem erloͤschenden Jahre die Dienstzeit der Mannschaft von 1833 endigt. Die zu sener Klasse gehoͤrenden Soldaten mußten also, dem Gesetze gemaͤß, am J. Januar in ihre Heimath entlassen werden. Wir beschraͤnken uns auf diese wenigen Worte, welche genuͤgen werden, um unsere Leser vor den mehr als gewagten Nachrichten, welche uͤber diesen Gegenstand in den Journalen zirkuliren, zu warnen.“
Nach langem Schweigen erwaͤhnt nun auch das Journal des Debäts der Ernennung des Generals Bugeaud, und sagt in Bezug darauf: „Vor bald einem Jahre wollte das Ministe⸗ rium vom 1. Marz dem General Bugeaud den Oberbefehl uͤber die Afrikanische Armee anvertrauen. Wollte etwa das Mini⸗ sterium vom 1. Maͤrz das System in Afrika veraͤndern? Wollte es statt der ausgedehnten Besetzung die beschraͤnkte Besetzung ein⸗ fuͤhren? Wollte es mit Abdel Kader unterhandeln? Rein, gewiß nicht. Das Ministerium vom 1. Maͤrz wollte den General Bugeaud nach Afrika senden, weil es mit Recht Vertrauen zu seinen militairischen Talenten hatte; weil es wußte, daß der Ge⸗ neral Bugeaud den Soldaten liebt und von ihm geliebt wird; es wollte ihn endlich nach Afrika senden, um dort dasselbe zu thun, was der Marschall Valée thut, aber auf eine andere Weise. Man weiß, warum der General Bugeaud nicht ernannt
u Aufrechthaltung eines
indem er darin eine Anspielung auf jene
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ward; die Journate der linken Seite reklamirten und das Ministerium nahm auf diese Reclamation Ruͤcksicht. Jetzt ist der General Bugeaud zum General⸗Gouverneur unserer Afrika⸗ nischen Besitzungen ernannt worden, und die Journale der nken Seite behaupten, daß durch diese Ernennung die Absicht verkuͤn⸗ det werde, Frieden mit Abdel Kader zu schließen. Man weiß, daß jene Journale sich fuͤr ihre Polemik ein System gebildet ha⸗ ben, welches sie uͤberall anwenden. Frankreich hat, ihres Erach⸗ tens, eine furchtsame und feige Regierung, die uͤberall zuruͤckweicht, und sich auch jetzt vorbereitet, in Afrika F uweichen. Frank⸗ reich hat im Orient seit der Note vom §. Oktober keinen Schritt zuruͤckgethan, und in Afrika ist es nach wie vor entschlossen, Ab⸗ del Kader zu vernichten. Der General Bugeaud wird daher den Krieg mit erneuter Thaͤtigkeit fortsetzen. Die Macht unseres Feindes ist schon sehr erschuͤttert; man muß ihm die letzten Streiche versetzen. Dies ist, wie wir glauben, der Sinn der dem General Bugeaud ertheilten Instructionen, und da der ehren⸗ werthe General stets weit lieber Krieg gefuͤhrt, als Frieden gemacht hat, da er nur ungern, und ohne sich zu verhehlen, daß er eine Gelegenheit zum Ruhme verlor, den Traktat an der Tafna ab⸗ geschlossen hatte, so sind wir vollkommen uͤberzeugt, daß der General seine Instructionen mit der energischsten Treue ausfuͤhren wird. Moͤgen die Journale der linken Seite daher aufhoͤren, uͤber die bevorstehende Schwaͤche unserer Politik in Afrika zu schreien. Es ist in Bezug auf Abdel Kader nichts veraͤndert. Wir sind seine Feinde, und wir werden unter dem General Bugeaud, wie unter dem Marschall Valée, den Sieg uͤber ihn davontragen. Nur in der innern Verwaltung der Armee werden Veraͤnderungen eintreten, aber nicht in dem System des Krieges und nicht in den Besetzungsplaͤnen.“
Herr Belmontet schreibt an die hiesigen Journale, daß es auf einem Irrthume beruhe, wenn man glaude, der Degen Franz I. befinde sich in den Haͤnden des Prinzen von Mont⸗ fort. Derselbe sey, nachdem Napoleon ihn aus Madrid geholt habe, im Artillerie⸗-Museum aufbewahrt worden, wo er sich noch in diesem Augenblicke befinde.
Die Nachricht, daß Herr O. Barrot und nach ihm Herr Ganneron, die ihnen als Exekutoren des Testaments der Baronin Feucheres vermachten Legate von 100,000 Fr. wohlthaͤtigen An⸗ stalten uͤberwiesen haͤtten, wird als voreilig widerrufen, da die
enannten Herren noch nicht in ihrer Eigenschaft als Testaments orstrecker bestaͤtigt worden waren. 3
Großbritanien und Irland.
London, 8. Jan. Prinz Georg von Cambridge wird, mi⸗ nisteriellen Blaͤttern zufolge, binnen kurzem zu einem hoͤheren militairischen Grade befoͤrdert werden.
Admiral Stopford soll die Stelle als Gouverneur des Green⸗ wich⸗Hospital erhalten und angenommen haben, womit also seine militalrische Laufbahn beendigt seyn wuͤrde. 1
In dem Portugiesisch⸗Spanischen Streit stellt die Times sich entschieden auf die Seite Portugals und erklaͤrt sich fuͤr uͤber⸗ Ft daß dasselbe durchaus redlich gegen Spanien verfahren sey, o wie, daß es sein Versprechen halten, und den Douro⸗Traktat den Cortes gleich nach ihrer Zusammenkunft wieder vorlegen werde⸗ Auf diese Versicherung soll Portugal hauptsaͤchlich sein Gesuch um Englands Vermittelung gestuͤtzt haben. Auch beschwichtigt das genannte Blatt die Besorgnisse derjenigen, welche meinen, daß jener Zwist zu neuen Mißhelligkeiten zwischen England und Frankreich fuͤhren koͤnnte, indem es versichert, daß Herr Guizot den Gesandten beider Laͤnder, Portugals und Spaniens, aufrich⸗ tig anempfohlen habe, die Schlichtung des Streits ganz den Haͤnden Großbritaniens zu uͤberlassen. 1 1
Die von Franzoͤsischer Seite gegen die Englaͤnder erhobene Beschuldigung, daß ihre auswaͤrtige Politik nur auf ausschließ⸗ liche Handels⸗Vortheile und unbeschraͤnkte Handels⸗Oberherrschaft abziele, wird von der Morning Post zuruͤckgewiesen, indem dieselbe behauptet, England verlange selbst unter den guͤastigsten Umstaͤnden nur gleiche Freiheit des Handels, nur einen unbeeng⸗ ten Markt und keine besondere Beguͤnstignng; es sage zu allen Nationen, daß es bereit sey, mit ihnen zu verkehren, aber auch gleich willig, sie mit anderen Nationen Handel treiben zu lassen; der Charakter der Enalischen Handels⸗Politik sey der, daß Eng⸗ land, statt seine Bemuͤhungen auf die Gruͤndung von Monopolen
richten, vielmehr allen Plaͤnen widerstrebe, in denen die — — Monopol⸗Systems liege; deshalb wolle England auch Aegypten nicht zu einer Franzoͤsischen Kolonie wer⸗ den lassen. 8
Auch in die Schottischen Hochlande ist der Chartismus ein⸗ gedrungen; ein ehemaliges Mitglied des sogenannten Chartistischen National⸗Konvents von London, Herr Harney, hat dort dies Agitation begonnen. Er fand in einer zu Inverneß von ihm veransta teten Versammlung anfangs zwar heftigen Widerstand, die Gegner er⸗ klärten ihn fuͤr einen Vertheidiger des Aufstandes und der Ge⸗ waltthat, fuͤr einen Verfuͤhrer der arbeitenden Klassen und fuͤ einen Feind aller vernuͤnftiaen Reform, aber der Tumult, der daruͤber entstand und das Einschreiten der Polizei noͤthig machte, endigte jedoch damit, daß die gemäaͤßigte Partei sich zuruͤckzog und den Chartisten das Feld uͤberließ.
Bei einem Feste, welches juͤngst der Maͤßigkeits⸗Verein 3 Dublin veranstaltete, sprach sich O Connell noch einmal uͤber seine Beitrirt zu den Statuten dieser Gesellschaft aus, wobei er zum Beweise das Abzeichen des Vereins zur allgemeinen Freude de 8 Versammlung aufwies und erklaͤrte, daß, seit er sich aller berau⸗ schenden Getraͤnke voͤllig enthalte, seine Gesundheit fester als je sey. „Ich bin stolz darauf“, aͤußerte er, „behaupten zu koͤnnen daß Irland 5 Millionen Theetotalisten aufweisen kann. Frank⸗ reich hat sich die große Nation genannt. Ich will Irland nicht anders als Alt⸗Irland nennen und Zustande Frankreichs zur Vergleichung gegenuͤber stellen. eres Land hat je ein solches Beispiel der Maͤßigkeit gegeben als Irland. Zuletzt bemerkte I'Connell, er sey durch das Schreiden eines hohen
Justiz⸗Beamten veranlaßt worden, ein Theetotalist zu werden, Eiene Demagogen gefunden,