1841 / 24 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

ö Kantonen Bern und Freiburg bestehen Diffe . a schenog⸗ Verhaͤltnisse. Als nun am Iten der Bernische Postwagen in Gempenach, an der Graͤnze des Kantons Freiburg, anlangte, wurde er von 10 Frei urgischen Landjaͤgern unter dem Kommando des Obersten Albié, aus Auftrag der Regierung, an⸗ gehalten und zur Umkehr gezwungen. Die Post⸗Direktoren von Bern und Waadt, welche den Postwagen begleitet hatten, ließen durch den anwesenden Regierunas⸗Statthalter von Laupen ein Protokoll uͤber den Vorfall aufnehmen und der Wagen kehrte zuruͤck. 1 Basel, 13. Jan. (Baseler Zeitung). Die von der So⸗ lothurner Regierung angenommenen Schritte sind ernster Natur. Wenn eine Regierung Buͤrger gegen Buͤrger waffnet, wenn sie sich mit Bajonnetten umgiebt und ihre Gegner einkerkert, so muß sie schlagende Beweise fuͤr die Schuld der Getroffenen haben, oder sie spielt ein grausames Spiel mit der Freiheit des Volkes und den Rechten der Einzeinen. Ist die Aufstellung eines Lomi⸗ tes, sind zur Ver fassungsverweigerung aufmunternde Proclama⸗ tionen, Umtriebe, die bei jeder neumodischen Verfassungsaͤnderung nothwendigerweise vorkommen muͤssen, sind gegen die bisherige Ver⸗ fassung aufregende Worte und Schriften hinreichend, auf diese Weise drein zu fahren, um mit Gewalt eine Partei, dazu noch am Vorabende der Verfassungsabstimmung, zu unterdruͤcken? Hat das Volk das Recht, die Verfassung zu verwerfen, so hat es, nach unserer Meinung, und haben Einzelne aus dem Volke auch das Recht, sie verwerflich zu finden, sowohl muͤndlich als schriftlich. Benutzen sie das Mittel der Presse, diese Verwerflichkeit Anderen anschaulich zu machen, sey es mit wahren oder sophistischen Gruͤnden, so ist auch nur durch die Presse solchen entgegenzuwirken, und ist die „Schildwache“ dadurch widerlegt worden, daß man ihr die Presse schloß und den Redacteur einkerkerte, so scheinen uns solche Demonstrationen nicht in ein Muster Laͤndchen der 1830er repu⸗ blikanischen Freiheit zu gehoͤren. Wir haben bisher geglaubt, die freie Berathung durch das Mittel der Presse sey ein Vor⸗ zug der freien Staaten, und Preß⸗Unfug werde nach gesetzlichen Bestimmungen und von dem Richter gestraft; die Beispiele in Luzern und Solorhurn scheinen aber zu beweisen, daß die Apo⸗ stel der Freiheit noch andere Mittel, um dem ihnen mißlicbi⸗ gen Worte zu begegnen, gesunden haben; sie suspendiren die Presse und sperren ohne gerichtliches Verhoͤr ein. Eine Verfas⸗ sung, die unter Bajonnetten angenommen wird, waͤhrend die Fuͤh⸗ rer der Opposition im Gefaͤngniß schmachten, wird schwerlich gute Fruͤchte tragen. Die Regierung hat eine dornige Bahn betreten; sie hat ihre Urspruͤnge verleugnet. Waffen sind keine Buͤrgschaft fuͤr die Liebe des Volks; Verhaftungen auf ar mini⸗ strativem Wege sind unheimliche Eerscheinungen in einem Lande, wo vor sechs Monaten so viel von Freiheit die R r

Spanien. 1

Madrid, 8. Jan. Gestern Abend waren außerorden iche Vorsichts⸗Maßregeln getroffen und alle Truppen in ihre Kasernen konsignirt. Die Ruhe ist indeß nicht gestoͤrt worden.

Die Hof⸗Zeitung enthaͤlt ein Dekret, welches die Ausfuhr von Flachs gegen einen mäaͤßigen Zoll erlaubt.

Herr Arrazola, ehemaliger Minister, hat die Regentschaft er⸗ sucht, ihm die Ruͤckkehr nach Spanien zu gestatten, da er bereit sy, sich jeder gerichtlichen Untersuchung zu unterwerfen, und sich

boten. kurz seyn, und vor der Installation des neuen Praͤsidenten, Generals Harrison, duͤrfte schwerlich etwas von Bedeutung darin vorkommen. Die Zeitun⸗ gen beider Parteien beschaͤftigen sich einstweilen mit Muthmaßun— gen uͤber die Politik des neuen Kabinets. Man glaubt, die Bill, wodurch den Banken die oͤffentlichen Gelder entzogen und bei den Unter, Schatzbeamten in Deposito gelassen worden sind, werde unter der neuen Verwaltung wieder aufgehoben werden. Was die Wiedereinsetzung einer National⸗Bank betrifft, so wird eine solche Maßregel wohl von der vorherrschenden Stimmung des Landes abhaͤngen. Dagegen scheint der Vorschlag eines aͤhnlichen Bankerott⸗Gesetzes, wie das, mit wel⸗ chem der Kongreß in seiner vorigen Session sich beschaͤftigte, auch unter dem neuen Praͤsidenten ziemlich gewiß. Der Letztere wurde gegen Erde dieses Monats von seiner Heimath in Ohio, wo er sich jetzt noch befindet, in Virginien erwartet. Dort will er den Januar dei seinen Freunden zubringen und sich dann im Februar nach Washington begeben, um am 48 Maͤrz sein Amt anzutreten. Als General⸗ Postmeister under der neuen Vecwaltung wird Thomas Ewing aus Ohio, als General⸗ Prokurator John Crittenden aus Kentucky und als Kriegs⸗Secre⸗ der Oberst Sylvanus Thayer, ebenfalls aus Kentucky, be⸗ zeichnet. 1

Wissenschaft, Kunst und Literatur.

Flora von Schlesien Preußischen und Oesterreichi⸗ sschen Antheiles, oder vom oberen Oder⸗ und Weichsel⸗ Quellen⸗Gebiet mit besonderer Beruͤcksichtigung der Um⸗ gegend von Breslau. Nach natuͤrlichen Familien mit Hin⸗ vei ung auf das Linnéische System von Friedrich Wim⸗ mer, Prosfessor, nebst phytographischen Angaben und einer Profil-Karte des Schlesischen Gebirgszuges. Breslau, Ratibor und Pleß. Verlag von Ferdinand Hirt. 1840.

(2 Rthlr. 20 Sgr.)

Nachdem im Jahre 1778 in der Flora des Grafen von Mattuschka die Schlesischen Pflanzenfreunde einen willkemmenen Anhaltspunkt ihrer Umtersuchungen gewonnen hatten, fehlte es nicht an eifrigen Forschern in diesem Gebiete. Krockers umfangreiches Werk fand vielseitige Be⸗ rücksichtigung und eifrige Unterstützung, und manche von dem Verfasser aufgenommene als Schiesischer Bürger von Anderen bezweifelte Pflanze ist in neuerer Zeit selbst in der viel durchsuchten Gegend der Haupi⸗ stadt wieder aufgefunden worden. Mit krilischer Sichtung der für Schlesien in Anspruch genommenen Schätze beschäftigt sich schon seit dem Anfanse dieses Jahrhunderts der auch um andere Zweige der Schlesischen Naturgeschichte vielfach verdiente, im Jahre 1833 ve⸗ storbene Medizinal⸗Assessor Dr. Günther, welcher in Verbindung mit den Herren Schummel, Grabowsky und später Wimmer ein Werk zu Stande brachte, die Sammlung sämmtlicher Schlesischer Pflanzen in 14 Centurien, wie es keine andere Deutsche Provinz in ihrer Literatur anfzuweisen vermag. Zu anspruchslos, um selbst diesen wahren Codex botanicus in Gestalt einer Flora einem größeren Publikum zugänglich zu machen, üverließ er dies seinen Mitarbeitern, den Herren Grabowskv und Wimmer, die nach Benutzung seiner Erfahrungen im Jahre 1828 ein den damaligen Bedürfnissen der Zeit und den Fortschritten der Wissenschaft eutsprechendes Werk lieferten, welches in Lateinischer Sprache in drei Bänden erschien. Wenige Jahre darauf folgte eine von Herrn Wimmer besergte Deutsche Bearbeitung in einem Bande. Ungern vermißte man damals, so wohl eine Bearbeitung nach dem natürlichen Svstem, welches nur allein zu einer umfassenden Kenntniß ver Pflanzen führt, als auch die von der Zeit dringend geforderte Rück⸗

veepflichte, bis zur Entscheidung den ihm von der Regierung an⸗ gewiesenen Aufenthaltsort nicht zu verlassen. Sein Gesuch ist ihm bewilligt und Valladolid ihm zum Aufenthalt angewiesen

worden. Mehrere angesehene Personen sollen aͤhnliche Schritte gethan haben. In Cadix, Sevilla, Valladolid und Leon haben sich die Soldaten die groͤßten Excesse erlaubt, und von den Einwoh⸗ nern Geld und Rationen erpreßt, unter dem Vorwande, daß die Regierung ihnen weder den Sold zahle, noch die noͤthigen Le⸗ bensmittel liefere.

Die Stadt Fuente de Camos in Estremadura ist wegen der Gewaltthaͤtigkeiten, die sich die National⸗Garde bei Gelegen⸗ heit der dortigen Wahlen erlaubt, in Belagerungszustand erklaͤrt worden.

Die Hof⸗Zeitung aͤußert sich in einem halboffiziellen Artikel üͤber die Thron⸗Rede der Koͤnigin von Portugal mit einiger Hef⸗ tigkeit dagegen, daß die Koͤnigin Donna Maria die von der Spanischen Regentschaft in Betreff der Douro⸗Schifffahrt erho⸗ benen Reclamationen als ungerecht und uͤbereilt bezeichnet habe. Das genannte Blatt behauptet, Form und Recht seyen auf Sei⸗ ten der Spanischen Regierung. Sie kuͤndigt eine demnaͤchstige Veroͤffentlichung von offiziellen Dokumenten in Bezug auf die Douro⸗Frage an. 88

u“ Jonische Inseln. Nach Berichten aus Korfu hat der Lord⸗Ober⸗Commissair der Jonischen Inseln, Sir Howard Douglas, von London den Besehl erhalten, bis zur Ankunft seines Nachfolgers Mackenzie, welche erst im Monat Mai erfolgen wird, die Verwaltung der Jonischen Inseln fortzufuͤhren. Man betrachtet dies als einen Beweis, daß seine Abberufung keineswegs eine Folge der von Mustoxidi und Anderen gegen seine Administration eingebrachten Klagen sey. Es ist bekannt, daß die Englische Regierung die Gesuche der Einwohner von Korfu ꝛc. m Veraͤnderung in der Constitution zuruͤckgewiesen hat.

E11111111“ Von der Tuͤrkischen Graͤnze, 7. Jan. (A. Z.), Mit Gewißheit behauptet man, daß das am 30. Dezember von Kon⸗ stantinopel nach Alexandrien abgegangene Dampfschiff auf den nterwerfungsakt Mehmed Ali's die Antwort des Groß⸗Wesirs olaenden wesentlichen Inhalts dahin zu uͤberbringen habe: Der Sultan erwarte vor allem die Ruͤckkehr der Tuͤrkischen Flotte, die vollstaͤndige Raͤumung Syriens und der heiligen Sraͤdte, ind verspreche dagegen dem Mehmed Ali Gnade und die Zu⸗ sendung der g⸗woͤhnlichen jaͤhrlichen Bestätiaung als Gouverneur von Aegypten, wie dies mit allen uͤbrigen Statthalterschaften ge⸗ chehe. Indessen weiß man auch, daß das Tags zuvor an den

Admiral Stopford abgegangene Dampfschiff demselben von Sei⸗

sicht auf die Verbreitung der Gewächse. In der That erschien diese Untersuchung auch für die gesammte Pflanzen⸗Geographie Deutschlands⸗ wünschenswertb, da Schlesiens Gebirge die südwestlichsten Gränzen einer der größten Ebenen Europa's bilden, indem zwischen denselben und der Ostsee, zwischen der Oder und der Wolga, von Finnlands Granit⸗Ge⸗ birgen bis an das Schwarze Meer keine mit den unsrigen an Höhe nur einigermaßen vergleichbaren Erhebungen des Bodens angetroffen werden. Diesem Mangel ist nun⸗ in der oben genannten neuen Aus⸗ gabe auf wünschenswerthe Weise abgeholfen, wie wir dies aus der ge⸗ drängten nun folgenden Inhalts⸗Anzeige des ganzen⸗ Werkes ersehen werden. Den Anfang macht eine Uebersicht des Systems, wo⸗ bei der Verfasser mit Benutzung der von Bartling eingeführ⸗ ten größeren Gruppen und einigen anderen Abänderungen das Jussieusche zu Grunde legt. Darauf folgt: Erstens: die Ueber⸗ sicht der Klassen und Familien der Schlesischen Flora nach dem natürlichen System und der Gattungen nach dem Linnéischen Svstem z. VII. bis XI. XIII. Zweitens die Flora, enthaltend; Beschreibung, Wohnort und Blüthezeit der Familien, Sippen und Arten der Schle⸗ sischen Flora. S. 1— 441. Klasse, Ordnung und Gattungsmerkmale siehen voran, so wie den letzteren auch noch Bemerkungen über die al⸗ len Arten eigenen Kennzeichen, so wie über das Vorkommen und die Verbreitung derselben in Schlesien beigefügt sind. Die Gattungsmerk⸗ male sind den besten Mustern entlehnt, die Diagnose der Arten dage⸗ gen enthalten vorzugsweise das Resultat eigener Beobachtungen, denen der Herr Verfasser durch unausgesetztes veraleichendes Studium der Natur, verbunden mit ruhiger besonnener Kritik, die möglichste Be⸗ stimmtheit und Vollständigkeit gegeben hat. Da die Trefflichkeit der⸗ selben bereits schen als ein großes Verdienst der früheren Bearbeitung dieses Werkes mit Recht gerühmt wurde, können wir uns in dieser ge⸗ drängten Uebersicht mit der Bemerkung begnügen, daß auch in dieser neuen Ausgabe, wie früher, der Forscher über viele schwierige, oft nicht seicht zu unterscheidende Arten genügende Aufschlüsse erhalten wird. Wir rechnen hierher die Aconita, die treffliche Auseinandersetzung der Veilchen, der Rosen, Rubusarten, der so verwickelten Hieracien, Wei⸗ den u. m. a. Wünschenswerih wäre es erschienen, wenn der Herr Verf. nach dem Vorgang von Kech die jede Art besonders charakterisirenden Merk⸗ male mit Cursivschrift hätte drucken lassen was die Uebersicht auf zweckmäßige Weise erleichtert. Nach der Diagnose folgt die Anweisung des Stand⸗ ortes, die mit besonderer Rücksicht auf die verschiedenen Höhen⸗Ver⸗ höltnisse der Provinz angegeben sind. Die Angabe der Blüthenzeit und noch einiger, durch eigene Beobachtung gewonnenen Merfmale, wo⸗ durch die Unterscheidung der einzelnen Arten wesentlich erleichtert wird, machen den Beschluß.

Drittens folgt die geographische Uebersicht der Vegetation Schle⸗ siens. Lage und Gränzen des Landes, seine Erhebung über die Mee⸗ resfläche und Eintheilung der Gebirge, so wie des ganzen Gebietes in Höhen⸗Regionen werden angegeben. Der Herr Verfafser nimmt 3 Re⸗ gionen an, a) die der Ebene, welche bis 1500 Fuß reicht, b) Region des Vorgebirges, zwischen 1500 3600 F., Höhe, c) Region des Hech⸗ gebirges, von 3600 5080 F. absoluter Höhe. Die einzelnen, für jede Region charakteristischen Pflanzen⸗Familien werden nach ihrem Vorkom⸗ men angegeben, wobei ich nur bemerke, daß, meinen Erfahrungen zu⸗ folge, die Gränzen zwischen der Bergregion und der der Ehene sich genauer bestimmen lassen, wenn man zu letzteren nur die Höhenzüge rechnet, welche wie z. B. die Erhöhungen in dem Trebnitzer, Oelser,

en der Repraͤsentanten die Weisung uͤberbringt, den Statthalter von Aegypten zu bestimmen, sich diesen Anerbietungen zu fuͤ⸗ gen und ihm dabei im Namen der Europaischen Großmaͤchte die Erblichkeit Aegyptens in Aussicht zu stellen.

Aus Bucharest schreibt man, daß daselbst am 21. Dezember die gewoͤhnliche General⸗Versammlung eroͤffnet worden, wobei Fuͤrst Ghika eine energische Rede gehalten und darin auf die in neuester Zeit entdeckte Verschwoͤrung in der Weise angespielt habe, daß das Gift im Lande durch fremde Intriganten breitet worden sey. 1—

Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika.

New⸗York, 19. Dez. Die Verhandlungen des Kongres⸗ sis haben 8 jetzt noch nichts von besonderem Interesse darge⸗

Glegauer, Freistädter und Grünberger Kreise nicht in direkter Verbin⸗ dung mit dem Hochgebirge steben und sie also mit 900“ abgränzt. Die Flora derselben unterscheidet sich nämlich sehr bestimmt durch mehrere Arten von der Vegetation, der niederen sich 1000 bis 1200 Fuß hoch erhebenden Berge des Vorgebirges. Die Bergregien würde dann bei 1000 beginnen und zweckmäßig in eine untere von 1000 bis zur unte⸗ teren Gränze des Knieholzes 3600“, und in eine obere 3600 4500 bis zur oberen Gränze des Knieholzes oder der Baumgränze, zerfallen, so daß nur die vöchsten haumleeren Gipfel in eine Region reichten, die der regio subalpina der Süddeutschen Gebirge entspricht. Die Gründe seiner ab⸗ weichenden Ansicht wird Referent, der diesem Gegenstande fortdauernd seine Aufmerisamkeit widmet und seit Jahren Vorlesungen über die Schlesische Flora und ihre Verbreitung hält, an einem anderen Orte auseinandersetzen. 1 1 Einige der bedeutenderen, zur zweiten Region gehöbrenden Berg⸗ Gruppen, so wie die Umgegend der betiebtesten Badeöbrter werden nach

8

Kurmk. Schuldv 3³⁴

ihren botanischen Verhältnissen geschildert und zahlreiche Lokal⸗Floren der dritten Regien nach verschiedenen Beobachtern aufgeführt, unter denen wir die der Umgegend von Breslau als ein besonderes willkom⸗ menes Geschenk betrachten. Einen Beweis der Reichhaltigkeit der Flora Breslau's, oder weobl richtiger als Zeichen großer Thätigkeit der einhei⸗ mischen Botaniker giebt die Bemerfung, daß von den 1288 phaneroga⸗ mischen Pflanzen, die überhaupt in Schlesien vorkommen, beinahe drei Viertheile, nämlich 964 Arten, in der Umgegend von Breslau aufgefunden worden sind. Jene 1288 Arten sind in 106 Familien ver⸗ theilt. Da nun nach Koch's »ynopsis Hlarae germancae in ganz Deutschland, einschließlich der Schweiz, 132 Familien mit 3210 Arten⸗ vorkommen, so eragiebt sich, daß auf dem im Verhältniß nur kleinen Raume von Schlesien fast die Hälfte der gesammelten Flora Deutsch⸗ lands angetroeffen wird, deren Verbreitungs⸗ Verhältnisse sich auch auf ähnliche Weise aestalten. So bilden in Schlesien die Kempositen mit 138 Arten die Mehrzahl, dann folgen die Gramineen mit 95, die Cvpernaceen mit 76. Auf dieselbe Weise erscheinen in dem Gebiet der Deutschen Flora die Kompositen auch als die an Arten zablreichste Familie mit à11 Arten, dann die Gramineen mit 234, die Cvperna⸗ ceen 150. Sorgfältig untersucht auch der Verfasser das Verbältniß der Schlesischen Flora zu der der Nachbarländer, bestimmt die Arten, die sie mit dem Osten Europa's gemeinschaftlich hat, so wie die, welche bier ihre westliche und nordwestliche Gränze erreichen und stellt eine Vergleichung der Schlesischen Flora mit der von Mähren, Böhmen, der Lausitz und der Mark an, rücksichtlich deren interessanter Resultate wir auf das Buch seldst verweisen müssen. Eine äußerst übersichtliche Darstellung der Höhen⸗Verhältnisse der gesammten Gebirge von der Tafelsichte bis zu den Vorbergen der Karpathen oder den Weichsel⸗ quellen gewährt eine nech beigegebene Prefilkarte dieser Höbenzüge, welche von dem Verleger, wie das ganze Werk selbst, dem wichtigen Gegenstande angemessen ausgestattet, nur dazu dienen kann, den Werth desselben zu erhöhen. H. R. Goeppert.

Dauer der Eisenbahn⸗Fahrten am 21. Januar.

Abgagang Zridauer Abgang von von er ii n. St.] M. Potsdam. St. M.

Zeitdauer

Uhr Mergens. 52 [um 7 Uhr Morgens. 44 Vormitt... 4! 10 Vormitt... 42

Nachmitt.. à4 1“ Abends... 55 4 ½% » 8. 41 „u 55 7 ½ Abends. 55

Meteorologische Beobachtungen. Morgens Nachmittags Abends Nach einmaliger 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Ubr. Beobachtund.

1841. 21. Januar.

Lustdruck 339,58"„Par. 340 79 „Par. 341,12“„Par. Quellwärme 6,89 R. Lüeftwaͤrne.. d.19 R. 240 FRt. 429 NF. Biagwaͤrmts 0,,0 R. Thaupunkt.ü.. 880 R. 5419 R. 7,60 R. Bodenwaͤrme 1,90 R. Dunstsattigu g 78 vCt. 51 pCt. 73 pCt. Ausdünstung 0,022“ Rh. Wetter trübe. trübe. halvheiter. Niederschlag 0,008“ Rh. W. NW. Warmewersel 2,29 Wolkenzug. .. WNW. ö Tagesmittel: 340,50 „Par. 3 90 R., 7 20 R.. 67 pCt. WNW.

Berliner Börse. Den 22. Januar.

Pr. Cour. Briet. Geld.

öT 97

dcltten. Brl. Pota. Eisenb 5 do. do Prior Act 102¹/ Naamb. Schvlav- *, 102,72 ie’. 112 ⁄.

Ferl. S 1 g, 4 103 ⁄% 10. do. Prior Act 102

Dauz do. in Th. Berl. Anh Eiseub, 106 105 1 3

ZEö“ 8 88 * 105 ¼ do. do. Prior. Act 102 ⁄½

Grofsh. Pos. do 4 Ostpr. Pfaudbr. ³⁷* 102 101 ½ [Gold al mareo 208 ½ 1025/ [Neue Dukaten 13 ⁄½

Pomm. do. 34* 103 ⁄8 103 ½1 Friedrichsd'or 71

Kur- u. Neum. do 32 103 ⁄1 Schlesische do. 102 And. Goldm a 5 T. 71 6 Disconto 3

Conp. und Zins- Auswürtige Börse’n.

Amsterdam, 17. Januar. Niederl. wirkl. Schuld 50 ⅞1. 5 % do. —. Neue Aul. 22.

8 vr. Cour. 8 Brief.¹† Geld. So. Schuld-Sch] 4 1032/3 103 ⁄6 Pr. Engl. Obl 20 4 1005/6 10 21 Prüm. Sch. d Seeh— 80] 1⁄½12 86³/12 102

127 ½

126 ½

Kanz-Bill.

Antwerpen, 16. Januar. Neue Anl. 2113⁄16.

Frankfurt a. M., 19. Januar.

Oesterr. 5 %, Met. 106 G. 4 %, 99 Br. 2 ½ % 56 Br. %‧ 24 ⁄1 6 G. Bank-Actien 2017. 3015 Partial-Obl. —. Loose 2u 500 Fl. 139 ⅛1. 139 ½ ELoose zu 100 Fl. —. Preuss. Präus. Sch. 80 ¼ G. do 4“¼ Aul. 100 ¼ G. Poln. Loose 73 G. 5 % Spau Aul. 24 ½. 213 ⁄. 2 ½ ⁄% Holl. 495⁄16. 49 ⁄4.

Eisenbahn-Actien. St. Germain 680 G. Versallles rech- tes Uter 410 G. do linkes 300 G. München-Augsb. ’e Stralsburg-Basel 250 Br. Leipzig-Dresden 100 Br. Köln-Aachen 92 ½ G.

Zinsl. 6.

London, 15. Januar. 1 Cons. 3 %¼, 893 ⁄. Belg. 98 Neue Anl. 24. Passive 6. Ausg. Sch. 12 ⁄1. 2 ⁄½ % Holl. 5031. 5 %, 98 ½. 5 ⁄% Port. 317%. 3 ⁄%, 19 E1 Engl. Kuss. 113. Bras. 71. Columb. 23 ⁄½. Mex. 28 ¼. Peru 13. Chili 57. Hamburg, 20. Januar. Bank-Acrien 1675. Engl. Russ. 1006 ½ Paris, 15 Januar. 1““ 5 % Rente fin cour 112. 30. 3 % Kente fin cour. 77. 49. 5 % Neapt. fin cour. 101. 75. 5 % Spau. Keute 23 Passive 6. 3 % Port. —.

Koͤnigliche Schauspiele.

Sonnabend, 23. Jan. Im Schauspielhause: Egmont, Trauer⸗ spiel in 5 Abth., von Goethe. Musik von L. van Beethoven.

Sonntag, 24. Jan. Im Opernhause: Mary, Marx und Michel, komische Oper in 1 Akt. Musik von C. Blum. Hierauf, zum erstenmale wiederholt: Robert und Bertrand, pantomimisches Ballet in 2 Abth., von Hoguen . von H. Schmidt. Die Schluß Decoration ist von C. Gropamee Schlas Seera enh a Die schelmische Graͤfin, Lustspiel in 1 Akt, von C. Immermanm. Hierauf: Laßt die Todten ruhen, Lustspiel in 3 Abth.⸗ von &. Raupach.

Montag, 25. Jan. Im Schauspielhause: Egmont.

Koͤnigsstaͤdtisches Theater.

Sonnabend, 23. Jan. Peter und Paul Lustspiel in 3 Ak⸗ ten, von Castellt. (Neu einstudirt) Hierauf: Der Jurist und der Bauer. Lustspiel in 2 Akten, von Rautenstrauch. (Neu einstudirt.)

Sonntag, 2 1¼. Jan. Die Juͤdin. Oper in 4 Akten, nach dem Franzoͤsischen des Scribe, von Friederike Elmenreich. Musik von Halevy. (Herr Wild, K. K. Hof⸗Opernsaͤnger zu Wien: Eleasar, als Gast.)

Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen. Gedruckt bei A. W. Hayn.

daß sie sich als Feldmesser bewaͤhrt haben. 1 nach beendigtem Lehrgang nicht gleich von der Koͤniglichen Ober⸗

n t. Amtl. Nachr. 8 b a 1

Franktr. Paris. Das „Journal des Dobats“ und der Bericht über die Befestigung von Paris. Vergleichender Finanz⸗Etat der drei letzten Jahre. Die Span. Flüchtlinge. Vermischtes.

Großbr. u. Irl. London. Uebver die Befestigung von Paris. Neue Irländ. Registrirungs⸗Bill. Geringer Anklang der Repeal Truppen⸗Bestand in Großbritanien und. rland. Abgang von Truppen nach Indien. Kadinetsrath über die Thronrede.

Niederl. Bischof erhalten.

Belg. Brüssei. Dem Dr. Coremans ist wieder ein Gehalt bewilligt.

Dentsche Bundesst. Bayern, München. Prinz Karl zum Feld⸗ marschall ernannt. Hannover. Glückwünschungs chreiben des Ob. Appellat. Gerichts zu Celle an den Konig beim Jahreswechsel nebst Antwort.

Oesterr. Prebburg. Beschluß der evangel. Gemeinde in Bezug auf die Ungar. Sprache.

Schweiz. Recapitulation der letzten Ereignisse in Aargau u. Soloth. talien. NRom und Neapel. Verheerende Stürme.

Span. dem Streite mit Portugal. Vermischtes.

Aecag. 1790 und 1840. Alexand. Ankunft des General Smith. Mehmed Ali scheint Ibrahims Verweilen in Syprien nicht zu billigen.

La Plata⸗Staaten.

Wiedereroͤffnung des Handels.

Inland. Posen. Blutegelhandel. Oertliches. Oertliches über Handel, Industrie u. s. w. aus Düsseldorf. Handelskammer zu Solingen.

Miss., K. n. L. Bericht über die letzte Versammlung der Gesel⸗ schaft naturforschender Freunde.

Amtliche Nachrichten.

Keironik des Tages.

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Geheimen Kriegsrath und Gencral⸗Kriegs⸗Zahlmeister Muͤller den Rothen Adler⸗ Orden dritter Klasse mit der Schleife zu verleihen geruht.

Zur Feier des Jahrestages Friedrich des Zweiten wird die Koͤnigliche Akademie der Wissenschaften am Donnerstag den Asten d. M., Nachmittags um 4 Uhr, eine öͤffentliche Sitzung halten, zu welcher der Zutritt auch ohne besondere Einlaß⸗Karte

frei steht.

Bekanntmachung. 8

Der zweijaͤhrige Lehrgang suͤr Baumeister bei der Königlichen Allgemeinen Bauschule beginnt am 1. April d. J. Nach den fuͤr

diese Anstalt am 8. September 1831 ertheilten Vorschriften muß die Anmeldung zur Aufnahme vor dem 15. Maͤrz schriftlich bei mir eingehen und die Befaͤhigung zugleich in der §§. 3 und 4 bestimmten Art nachgewiesen seyn. Im eigenen Interesse der sich Anmeldenden bemerke ich, daß sie wohl ihun werden, sich vor ihrem Eintritte in die Anstalt mit dem Zeugnisse zu versehen, Sie wuͤrden sonst

Bau⸗Deputation zur Vorpruͤfung als Architekten zugelassen wer⸗ en, sondern sich jenes Zeugniß erst nachtraͤglich erwerben muͤssen. (Vergl. §. 9 der Vorschriften fuͤr die Pruͤfung vom 8. Septem⸗ der 1831.) Die saͤmmtlichen Verordnungen von diesem Tage sind bei dem Herrn Geheimen Secretair Roͤhl in der Koͤniglichen

Allgemeinen Bauschule noͤthigenfalls zu haben. .

Was solche Auslaͤnder anbetrifft, welche keine Anspruͤche au Anstellung im Koͤniglich Preußischen Staatsdienste machen, so

sind obige Vorschriften versuchsweise dahin modifizirt worden,

daß dieselben Behufs ihrer Aufnahme die daselbst vorgeschriebenen

Schulzeugnisse, so wie die Pruͤfungszeugnisse als Preußische Feld⸗

messer nicht beizubringen brauchen. Fuͤr sie genuͤgt mithin das Bestehen der §. 8 vorgeschriebenen Pruͤfung zur Aufnahme in die Lehr⸗Anstalt. Alle uͤbrigen Bestimmungen bleiben unveraͤndert und fuͤr solche Auslaͤnder, wie fuͤr Inlaͤnder, gleich. erlin, den 22. Januar 1841. Beuth.

Abgereist⸗ Der Bischof der evangelischen Kirche und Ge⸗

erab Superintendent der Provinz Pommern, Dr. Ritschl, nach

Zeitungs⸗Nachrichten Ansland.

Frankreich.

Paris, 18. Jan. Die heutigen, so wie die gestrigen Jour⸗ nale beschäͤftigen sich noch immer hauptsaͤchlich mit der Fortifica⸗

tions⸗Frage. Das Journal des Debats hatte in seinem vor⸗ estrigen Blatte sich gegen die Vorwuͤrfe der Journale der linken

eite vertheidigt, daß es den Bericht des Herrn Thiers kalt auf⸗ genommen habe, und daß es im Stillen den Wunsch hege, der Befestigungs⸗Entwurf moͤge verworfen werden. Es sagt bei die⸗ ser Gelegenheit unter Anderem: „Wir wollen, daß Paris befestigt werde, aber wir wollen nicht, daß die Befestigung von Paris den Vorwand gebe, die ganze Welt heraus zu fordern, und die Eifer⸗ sucht und den Haß der Voͤlker auf Frankreich zu lenken. Wir wollen, daß Paris befestigt werde, aber wir wollen nicht, daß Paris die Citadelle der revolutionairen Banden werde, die sich von dort aus auf Europa stuͤrzen koͤnnten, und die es dahin bringen wuͤrden, alle die Freunde gegen uns zu bewaffnen, die wir uns durch unsere Maͤßigung und durch unsere Redlichkeit erworben haben. Wir wollen, daß Paris befestigt werde, aber wir wollen nicht, daß es deshalb aufhoͤre, die Hauptstadt der civilisirten

Utrecht soll statt der Universität ein Domkapitel mit einem lagerung ausgesetzt sind.

Anderem sprechen, rung, wollen, daß Paris befestigt werde; aber vor allen Dingen wollen wir, daß es bleibe, was es ist: die Stadt der Freiheit, die Stadt des Handels, die Stadt der Kuͤnste! Wozu wuͤrden die ungeheu⸗

b 1t ren Ausgaben n. 3 1 NKorknnenanz⸗Maßcegeln. Vermittelung Engtetss in gaben nuͤtzen, wenn das befestigte Paris aufhoͤren sollte,

aber wissen wollt, warum wir den

Welt, die gemeinsame Stadt aller der Geister zu seyn, die die Kuͤnste, die Freiheit und die Feinheit der Sitten lieben; wir

wollen nicht, daß durch die Befestigung von Paris eine Chinesi⸗

sche Mauer zwischen uns und den Nationen gezogen werde. Vir wollen, daß Paris befestigt werde; aber unsere Ueberzeugu ig

wird uns beinahe selbst verdaͤchtig, wenn wir so genau berechnen

hoͤren, was es an Getraide, an Fleisch, an Getraͤnken bedarf, um 1,300,000 Menschen zu ernaͤhren, die in derselben Mauer

eingeschlossen, und allen Schrecknissen einer langen Be⸗ Unsere Besorgnisse, unser Mißtrauen vermehrt sich noch, wenn wir sehen, wie der Fortifications⸗ Entwurf so eifrig von Leuten vertheidigt wied, die von nichts als von dem Umsturz unserer Regi⸗

unserer Institutionen und unserer Freiheiten. ir

die Hauptstadt von Frankreich zu seyn? Ihr moͤgt den Handel

schmaͤhen, so viel ihr wollt, das ist ihm gleichguͤltig; aber wenn ihr ihm Furcht einfloͤßt, so entflieht er, und sucht anderswo die Unterhandl. zwischen Frankr. u. Buen. Ayres. ihm nothwendige Sicherheit.

feige; ihr behauptet es und dem sey so! Vertreibt daher die Rei⸗

Die Reichen sind Verraͤther und

chen aus Paris. Wir werden sehen, was ihr ohne den Handel, und ohne die Reichen, mit Handwerkern ohne Arbeit und mit Armen ohne Huͤlfsquellen in Paris anfangt. Wundert euch nun nicht mehr, daß wir in Bezug auf die Befestigung von Paris kalt und zuruͤckhaltend sind! Wundert euch viel⸗ mehr, daß sociale, abschreckende Gruͤnde uns einen Entwurf noch nicht zuwider gemacht haben, auf den die Feinde des Friedens und der Ordnung so laut ihre Hoffnungen gruͤnden! Wenn ihr Bericht des Herrn Thiers nicht bewundern, so sagen wir, weil Herr Thiers sich sehr aus⸗ fuͤhrlich uͤber die strategische Frage ausgelassen hat, von der er wenig versteht, und sehr fluͤchtig uͤber die politische Frage hin⸗ weggegangen ist, die er haͤtte ergruͤnden muͤssen. Welchen Ein⸗ fluß wird, die Befestigung von Paris auf die Zukunft dieser

Stadt, auf ihren kommerziellen und industriellen Wohlstand, auf (ihre Freiheit, auf ihren Charakter und ihre Sitten ausuͤben? Wied nicht im Falle eines Krieges die Furcht vor einer Belage⸗

rung eine große Anzahl ihrer Einwohner auf immer vertreiben? Wird sich die Regierung mit uns in das belagerte Paris einschlie⸗ fen? Werden der Koͤnig, die Minister, die Kammern, alle Staats⸗ Gewalten in dem belagerten Paris bleiben, oder wird Paris einem Kommandanten auf Discretion uͤberlassen werden? ir koͤnnten noch viele andere, eben so wichtige Fragen aufwerfen, denen die Eroͤrterung ohne Zweifel ihr Recht widerfahren lassen wird, und von denen Herr Thiers kein Wort gesagt hat. Mittlerweile aber billigen wir den Gesetz⸗Entwurf. Wir billigen ihn, weil wir hof⸗ fen, daß die Befestigung von Paris keine Ursache zum Kriege, sondern eine Buͤrgschaft mehr fuͤr die Aufrechthaltung des Frie⸗ dens sein wird. Wir billigen ihn, aber wie man dergleichen Ent⸗ wuͤrfe billigen kann, die am Ende doch nicht geeignet sind, auf die Phantasie zu wirken. Ruhe und Vernunft, aber nicht Enthu⸗ siasmus und Freude ist hier am Orte.“ Der Courrier 8b schließt aus diesem Artikel der „Debats“, daß das

inisterium wuͤnsche, die Kammer moͤge den Gesetz⸗Entwurf verwerfen, aber sie moͤge auch selbst die Verantwortlichkeit dafuͤr uͤbernehmen. Das „Journal des Débats“ habe zu dem Ende die Weisung erhalten, den Deputirten Schrecken einzufloͤßen, und diese Weisung habe sie in dem obigen Artikel befolgt.

Die Deputirten⸗Kammer setzte in ihrer gestrigen Sitzung die Eroͤffnung der Diskussion des auf die Fortification von Paris bezuͤglichen Gesetz⸗Entwurfes auf den näͤchsten Donnerstag fest. Herr Larabit hat bereits ein Amendement zu diesem Gesetz⸗Ent⸗ wurfe angekuͤndigt. Dasselbe lautet: „Kein Außenwerk, in Maurer⸗Arbeit, soll angefangen werden vor der Vollendung der

bogstionirten Ringmauer von Paris und vor der Vollendung des Platzes von St. Denys.

Der Finanz⸗Minister hat eine vergleichende Uebersicht der Einnahmen (direkte und indirekte Steuern) des Jahres 1840 mit denen der Jahre 1838 und 1839 veroͤffentlichen lasien. Waͤh⸗ rend der ersten neun Monate uͤbersteigen die Einnahmen des Jahres 1840 die des Jahres 1838 um 32,450,000 Fr. und die des Jahres 1839 um 25,246,000 Fr. Dagegen ergeben die drei letzten Monate des Jahres 1840 gegen das Jahr 1838 nur eine Vermehrung von 575,000 Fr. und gegen das Jahr 1839 ein Minus von 877,000 Fr. Die Oppositions⸗Journale schreiben diese nachtheilige Wendung in den letzten 3 Monaten natuͤrlich der Bildung des Ministeriums vom 29. Oktober zu, ohne zu be⸗ denken, daß dieses nur aͤrndtete, was das Ministerium vom lsten März gesaͤet hatte.

Die Behauptung der Gazette de France, die Spanischen Fluͤchtlinge wuͤrden von der Franzoͤsischen Regierung gezwungen, nach Spanien zuruͤckzukehren, wo sie keine Buͤrgschaften der Sicherheit haͤtten, wird von dem Messager fuͤr gaͤnzlich falsch erklaͤrt; kein Spanischer Fluͤchtling sey gezwungen worden, Frank⸗ reich zu verlassen und sich nach Spanien zuruͤckzubegeben; die Regierung habe bloß, nach dem Rechte, welches ihr die spezielle Legislation uͤber die Fluͤchtl nge einraͤume, darauf sich beschränkt, denjenigen Spanischen Fluͤchtlingen, welche in der Lage waͤren, von der von Seiten der Regierung der Koͤnigin Isabella II. be⸗ willigten Amnestie Gebrauch machen zu koͤnnen, keine Subsidien mehr zukemmen zu lassen; und diesen sey es ganz frei gelassen worden, Frankreich nicht zu verlassen; es habe uͤbrigens der Mi⸗ nister der auswaͤrtigen Angelegenheiten, Herr Guizot, bei der Re⸗ gierung der Koͤnigin Isabella II. dienstwillige Schritte gethan, zu den Zwecke, daß die Sicherheit derjenigen Spanier, welche von der Amnestie Gebrauch machen und an ihre Heimathsorte zuruͤckkehren wollen, vermehrt werde; den Fluͤchtlingen, auf wel⸗ che die Amnestie nicht Anwendung finde, werde die seitherige Un⸗ terstuͤtzung weiter ausgezahlt.

er Courrier francais greift, seiner Oppositions⸗Taktik zufolge, das Ministerium in Betreff der wischen Frankreich und

der Regierung von Buenos⸗Ayres abgeschlossenen Ceonvention an. Der Messager entgegnet darauf: „Der „Courrier fran⸗ cais“ vergißt, daß diese Convention, welche uͤbrigens allen in dem Ultimatum Frankreichs gestellten Bedingungen genuͤgt, von dem Contre⸗Admiral Mackau und dem Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten des Gouverneurs Rosas am 31. Oktober unter⸗ zeichnet worden ist, also zwei Tage nach der Bildung des gegen⸗ waͤrtigen Ministeriums. Es vergißt vielleicht auch, daß der Contre⸗Admiral Mackau sich in allen Punkten den Instructionen gemaͤß benommen, welche er von dem Kabinette vom 1. Maͤrz erhalten hatte.“

Die Regierung publizirt nachstehende telegraphische Depesche aus Toulon vom 15. Januar: „Der See⸗Praͤfekt an den Kriegs⸗Minister. In den letzten Tagen des Dezembers hat der General Guingret einen Streifzug in das Gebiet des Stam⸗ mes Beni⸗Sala. Haan unternommen; die Moͤrder des Capitains Saget sind getoͤdtet oder ausgeliefert worden. Die Araber haben 60 Mann verloren; 800 Ochsen, 1200 Hammel, und eine große Menge von Getraide sind in unsere Haͤnde gefallen. Das Ex⸗ peditions⸗Corps ist in den ersten Tagen des Januar, ohne irgend einen Verlust zu erleiden, in das Lager zuruͤckgekehrt.“

Das Commerce versichert, daß man fuͤr ein Haus, suͤr das vor einigen Monaten 1,100,000 Fr. geboten worden waͤren, jetzt, nachdem es mit dem Fortificationsplane Ernst geworden sey, nur noch 800,000 Fr. biete.

Ein hiesiges Oppositions⸗Journal enthaͤlt Folgendes: „Wenn man Herrn Thiers mit großem Rechte vorwarf, daß er sich zum Nachtheil der Geschaͤfte des Departements, welches ihm anvertraut worden war, vorzugsweise mit persoͤnlichen Angelegenheiten be; schaͤftigte, so verdient sein Nachfolger dieselben Vorwuͤrfe. Seit Herr Guizot von dem Hotel der auswaͤrtigen Angelegenheiten hat, soll er noch nicht geruht haben, irgend ei⸗ nen Befehl in die Buͤreaus gelangen zu⸗ lassen. Die laufenden Geschaͤfte werden allerdings, Dank dem Eifer der Beamten, expe⸗ dirt, aber alle diesenigen, bei denen es der persoͤnlichen Mitwirkung des Ministers bedarf, haͤufen sich in den Katakomben seines Ka⸗ binettes auf, ohne daß uͤber irgend eine, so wichtig sie auch seyn moͤge, entschieden wird. Und dies Minister halten sich fuͤr Staats⸗ maͤnner.“ —5

g Thiers hat am Freitage bei dem Koͤnige gespeist. 1

Man hat, wie es heißt, in dem Nachlasse des Baron non kostbare und wichtiae Papiere gefunden, unter andern Briese Napoleons, welche derselbe eigenhaͤndig an Herrn Bignon geschrie⸗ ben hatte, als dieser in Dresden, Wien und Berlin als diploma- tischer Agent fungirte. Die Regierung soll Schritte gethan haben, um zu erlangen, daß jene so hoͤchst interessanten Dokumente in die Archive des Ministeriums der auswaͤrtigen Angelegenheiten

niedergelegt wuͤrden.

s ist in den letzten vier Wochen zweimal Feuer in dem großen Opern⸗Theater ausgebrochen, aber durch die außerordent⸗ liche Wachsamkeit der Spritzenleute immer gleich wieder geloͤsch worden. Das Journal des Debats macht bei dieser Gele⸗ genheit darauf aufmerksam, daß jenes Gebaͤude nach der Ermor⸗ dung des vHeesas⸗ von Berry nur provisorisch erbaut worden sey, nun aber schon zwanzig Jahre benutzt werde; das Theater

sey so gelegen, daß das bbrennen desselben ungeheure Beschaͤ⸗

digungen an Eigenthum nach sich ziehen wuͤrde, und es sey des⸗ 8

189 dringend nothwendig, endlich an den Bau eines Opernhau⸗ es in einer freien Gegend zu denken. 8

Großbritanien und Irland.

London, 15. Jan. Die ministerielle Morning Chro⸗ nicle spricht sich heute sehr entschieden gegen die Art und Weise aus, wie mehrere Englische Blaͤtter sich uͤber den Plan der Be⸗ festiung von Paris ereifern. „Zwischen dieser Maßregel und den Ruͤstungen Frankreichs“, sagt das genannte Blatt, „besteht ein offenbarer Unterschied, und zwar ein solcher, der, wie uns scheint, vom Auslande geachtet werden sollte, sowohl von den Re gierungen wie von den oͤffentlichen Blaͤttern. Die Erhoͤhung de Franzoͤsischen Armee auf den Kriegsfuß ist eine direkte Drohung ge⸗ gen Europa, die jede Kontinental⸗Macht noͤthigt, diesem ungele⸗ genen und gefährlichen Beispiele zu folgen, und dadurch di Erhaltung des Friedens unmoͤglich macht. Was aber geht di Befestigung von Paris das Englische Volk an, und wie üaͤßt sich die ruͤcksichtslose Heftigkeit rechtfertigen, mit welcher dieser Plan angegriffen wird. Es mag eine Posse seyn, aber wir haben dabei nicht mitzuspielen, noch dafür zu bezahlen. Wenn es eine schmaͤh⸗ liche Heuchelei ist, so sind nicht wir es, sondern die Heuchler selbst, die dabei sich selbst eine Grube graben. So oder so, die Befestigung von Paris wird von Maͤnnern aller Parteien verlangt. Die Kriegs⸗ Partei und die Friedens⸗Partei wuͤnschen sie beide, zwar offenbar aus sehr verschiedenen Gruͤnden, aber sie wuͤnschen sie doch. Die⸗ ser Wunsch nun kann immerhin erfuͤllt werden, ohne daß die Englaͤnder daruͤber in Wuth zu gerathen und diejenigen, welche den Wunsch hegen, als Narren und Heuchler anzubellen brau⸗ chen. Die Befestigung von Paris wird in Frankreich fruͤher gefuͤhlt werden, als in irgend einem anderen Theile Europa's. Die Franzosen werden ihren Geldbeutel weit eher zu vertheidigen haben, als ihre Hauptstadt. Und duͤrfte nicht ihr militairischer Enthusiasmus eine minder gefaͤhrliche Gelegenheit finden, sich Luft zu machen, wenn sie bei jenem Plane beharren und ihn voll⸗ enden? Wir moͤnen den Ton nicht, in welchem ein Theil unserer Presse uͤber diese Frage spricht. Dergleichen Vorwuͤrfe sind nur dazu geeignet, die Erbitterung und Mißstimmung zwischen den beiden Nationen zu naͤhren. Es ist kein triftiger Anlaß zur Enifremdung vorhanden, denn jeder Unbefangene in Frankreich muß setzt ein⸗ sehen, daß, wie sehr man uns auch in unserer orientalischen Por litik entgegen war, doch zum mindesten die Eifersucht, die uns einen selbstsuͤchtigen oder ungerechten Zweck zuschrieb, keinen Grund hatte. Frankreich kann die Absichten, die es mit Bezug auf die definitive Erledigung der orientalischen Frage bnens,eör⸗ fern dieselben nur nicht den allgemeinen Interessen .“ derstreben, jetzt eben so wohl erreichen, wie es x. 6 —2 Jahr gekonnt haͤtte. Keine der Maͤchte, die