1841 / 26 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

uazut zan

o hahe ich mich beeilt, den Vice⸗König davon in Kenntniß zu setzen.

5 oheit geruhte, dies in Erwägung zu ziehen und befahl mir, zur 2 eeeee zu bringen, daß die Land⸗Communicationen mit Svrien wegen der Unruhen und der Anarchie, welche gegenwärtig in jener Provinz herrschen, völlig unterbrechen seven, und daß es ihm unmöglich scheine, auf diesem Wege S. H. Idrahim Pascha mit den Resultaten der letzten Unterhandlungen bekannt zu machen. Se. Heb. crinnert überdies Ew. Exc⸗ daß die Rückkehr Hamid Bev's, der klu⸗ gerweise mit Ueberbringung der Befehle an den Ober⸗General beauf⸗ tragt war, ihm kein weiteres Communications⸗Mittel übrig gelassen hat. Diesen Schwierigkeiten gegenüber wünscht der Vice⸗König, daß, im Falle die Befürchtungen des Hrn. Larking gegründet wären, so wie in dem Falle, daß Ew. Exc. irgend ein Mittel übrig bliebe, mit dem Aegvptischen Hauptquartier zu kommuniziren, Sie, Hr. Admiral, die Guͤte haben möchten, ein Damofboot nach Alexandrien zu schicken, um Hamid Bey neuerdings nach Sprien hinüber zu bringen, mit einem Englischen Offizier, der von Ew. Erc. beaustragt wäre, ihm bei seiner Mision bei Ibrahim Pascha bebülflich zu seyvn. Da Ew. Exc. in der Lage sich befindet, die gehörige Einsicht in dem gegenwärtigen Zustand der Dinge in Sprien zu fassen, so bitte ich Sie, mir die Ehre zu er⸗ weisen, mir sobald wie möglich Ihre Meinung über diesen Punkt zu⸗ fommen zu lassen, damit wir unsere neiteren Schritte schnell darnach einrichten können. Ich ergreife mit Vergnügen diese Gelegenheit u. s. w.

(Unterz.) Boghos Jussuf.“ 1 Die Regierung des Praͤsidenten Ga⸗ marra, welche durch alle ihr zu Gebote stehenden Mittel die Ausländer den Lasten der Eingeborenen zu unterwerfen sucht, hat emaͤß der neuen unter dem Schutz der Bajonnette verfaßten onstitution entschieden, daß die Auslaͤnder, welche Immobilien in Peru erwerben, zuvor Peruaner werden sollen. Es ist daher den Präͤfekten und Gerichten untersagt worden, Auslaͤndern ein Grundeigenthum zuzuerkennen, worauf sie kraft Hypothek oder gerichtlichen Urtheils ein Anrecht haben koͤnnten, bevor sie nicht ihrer Nationalität entsagt und die Eigenschaft Peruanischer Buͤr⸗ ger angenommen haben. 11A6A“ 8

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mamtmanzzun zinhchine. t. 686 b iA 8h ü21 .1 SBnaland. 8 ““ 8

Bacharach, 17. Jan. (Koͤln. 3) Gluͤcklich ist nun die diesjährige Eisfahrt voruͤbergegangen fuͤr uns, aber nicht fuͤr un⸗ sere Nachbarn. Heute Morgen um 3 Uhr verkuͤndeten die Ge⸗ schuͤtze der Burg Rheinstein, daß sich das Eis unterhalb Bingen in Bewegung setze, und Jeder sah mit banger Erwartung diesem Naturereignisse entgegen. Der Trost zu einem ghuͤcklichen Abge⸗ hen war jedoch fuͤr die hiesige Stadt, Kaub und Oberwesel, schon vorhanden, da unterhalb Kaub das Eis seit einigen Tagen schon nach und nach sich durchgekaͤndelt hatte, und somit die engste Passage bei dem Lurleifelsen frei war. Nachdem die furchtba⸗ ren Eismassen einen Theil der Einfassungsmauer des Todten⸗ hofes der Ciementskirche bei Trechtingshausen zerstoͤrt, nahmen dieselben ihre Richtung nach Niederheimbach, Lorch und Rhein⸗ diebach, wo dieselben heute Morgen um 4 Uhr sich so furchtbar zusammrndraͤngten und daher in Stockung geriethen, daß man fuͤr diese Orte Alles fuͤrchten mußte. Und dem war auch so. In Niederheimbach drang das Wasser einen Fuß hoͤher, wie bei dem denkwuͤrdigen Eisgang von 18I1 in die Wohnungen, Staͤlle und Keller, mit einer solchen Schnelligkeit, daß die nicht darauf vorbereiteten Einwohner ihre Habe und ihr Vieh nur theilweise retten konnten. Die Gelaͤnder an der Chaussee und der Bruͤcke wurden von den Eisschollen in einem Nu der Erde gleich gemacht und drangen unaufhaltsam uͤber die Landstraße den Haͤu⸗ sern zu. Die Communication nach Bingen ist dadurch wenig⸗ stens auf mehrere Tage gehemmt. Ein gleiches Schicksal hatte auch Rheindiebach, dessen alterthuͤmliche Ringmauern dem Ele⸗ mente jedoch einigermaßen siegreich entgegen standen. Der Scha⸗ den, welchen Lorch erlitten, ist noch nicht bekannt. Die Noth⸗ schuͤsse von da lassen jedoch ein gleiches Schicksal erwarten. So eben 6 Uhr ist die Eismasse nun in vollem Gange, das Was⸗ ser hat bereits den unteren Theil der Stadt verlassen und ist außer der Beschaͤdigung einer sorglos angelegten Bachbruͤcke kein

Schaden bemerkbar.

St. Goar, 19. Jan. (Rh. u. Mos. Z.) Der Eisgang am 17ten brachte uns zwar schnell, aber doch nur auf kurze Zeit, das Wasser in die Stadt, und wir glaubten schon wohlfeilen Kaufs davon gekommen zu seyn. Heute ist aber das Wasser zuruͤckgekehrt, so daß man in der Rheinstraße mit Nachen faͤhrt und dasselbe ist fortwaͤhrend im Steigen. Das anhaltende Re⸗ genwetter und die in den Flußgebieten des Ober⸗Rheins, des Neckars und des Mains gefallenen bedeutenden Massen Schnees lassen einen hohen und nicht so ganz schnell voruͤbergehenden Was⸗ serstand befuͤrchten. Heute ward hier eine Zolltafel gelaͤndet, die ihren Weg vom Unter⸗Mainthor der freien Stadt Frankfurt hier⸗ her gefunden. Die hier in ziemlicher Anzahl uͤberwinternden Schiffe haben bei der Eisfahrt keinen Schaden gelitten.

Duͤren, 18. Jan. (Aachn. 3.) Seit mehr als 4 Jah⸗

ren befanden sich die Daͤmme in einem schadhaften Zustande, welche oberhalb der hiesigen steinernen Roerbruͤcke zum Schutze dieser letzteren, so wie der zwischen der Stadt und dem Flusse belegenen Felder angelegt waren. Diese Daͤmme ruͤhrten noch von der Churpfaͤlzischen Regierung her, welche sie auch fort⸗ dauernd unterhalten hatte, gleich wie denn damals unsere Stadt sich überall einer bevorzugten Fuͤrsorge erfreute. Unter der Fremd⸗ herrschaft geschah nichts fuͤr die Daͤmme und seit der Ruͤckkehr der Deutschen Regierung nur sehr wenig. In den letzten 4 Jahren stritt man sich uͤber die Unterhaltungsverbindlichkeit. Die bedroh⸗

ten Privatgrundbesitzer, die Gemeinde, die Actiengesellschaft der

Duͤren⸗Eschweiler Straße, die Eisenbahn und der Fiskus schoben

sich gegenseitig die Unterhaltungspflicht zu und unterdessen trat

die Gefahr immer naͤher. Am meisten war fuͤr die Eisenbahn zu

fuͤrchten, da sie dem drohenden Strome einen hohen, noch lockeren

Damm entgegenstellte. Indessen verstrichen die Baujahre auch

chrerseits mit Verhandlungen, bis im verwichenen Oktober die

Eisenbahngesellschaft, in Verbindung mit einigen Privaten, sich zu

einer palliativen Thaͤtigkeit entschloß. Indessen verhinderte der

steigende Wasserstand und der bald eintretende Frost die weiteren

Arbeiten. So fand der Strom kein Hemmniß mehr, die Reste

des rechtseitigen Norddammes durchzubrechen. Es war gestern

gegen 10 Uhr Morgens, als er sich in einem Augenblick uͤber die zwischen der Stadt liegenden Felder ergoß, seinen Weg durch Lie sogenannte Holzbruͤcke nahm und sich mit verheerender Gewalt

Lima, 20. August.

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wuͤrde, sie wieder herstellen koͤnnte. Es kann daher fuͤr jetzt nichts geschehen, als daß die Behoͤrde die Bruͤcke bewachen laͤßt, um die Passirenden auf die Gefahr aufmerksam zu machen und noͤ⸗ thigenfalls das Ueberfahren des schweren Fuhrwerks zu hindern.

Aufforderung.

Unter dem Protektorate Sr. Majestät des Königs hat sich ein Verein gebildet, der die Beförderung der bürgerlichen und siltlichen Besserung der nach Berlin entlassenen Strafgefangenen zum Zwecke hat. Seine Wirksamkeit begiunt da, wo die unmittelbare Thäͤtigkeit der Staats⸗Behörden aufbört beim Rücktritt entlassener Strafgefan⸗ genen in das bürgerliche Leben. Von dem Erfahrungs⸗Satze ausge⸗ hend, daß viele der nach abgebüßter Gefängniß⸗Strafe in ihre Heimath entlassenen Sträflinge, oft schen nach kurzer Zeit, in neue Vergehen zurückfallen, weil es ihnen an Mitteln zum redlichen Broderwerbe ge⸗ dricht, wird der Verein der schon seit geraumer Zeit in segensreicher Wirksamkeit besteht die nach Berlin entlassenen Sträflinge, unter besondere Obhut und Aussicht nehmen, uach Maßgabe ihrer Persön⸗ lichkeit und sonstigen Verhältnisse für ihr Unterkommen sorgen, durch Ermahnung, Lehre und religiöse Erbauung wehlthätig auf ihr Gemüth zu wirken, überhaupt durch Beistand in sittlichen und leiblichen Nö⸗ then Rückfällen zu neuen Vergehungen möglichst vorzubeugen suchen. Der Verein hofft, daß es auf diesem Wege, unter Gottes Beistand, ihm gelingen werde, mancher schweren Versuchung zum Bösen zuvor⸗ zukommen und viele Verirrte der Sittlichkeit und einem tadellosen Le⸗ ben dauernd zurückzugeben. In dieser Erwartung sieht sich der Verein schon jetzt durch manchen lohnenden Erfolg bestärkt: seine Zukunft wird aber wesentlich von der Theilnahme abhängen, welche das Publikum seinen Zwecken schenkt und betbätigt. Das unterzeichnete Kuratorium, dem nach den Statuten die obersie Leitung aller Angelegenheiten des Vereins obliegt, hält sich deshalb verpflichtet, den Einwohnern unserer Stadt die Zwecke dieses Vereins zur wohlwollenden Förderung dringend zu empfehlen. Zur Theilnahme sind, ohne Unterschied des Standes, des Geschlechts oder der Religion, Alle berusen, die mit redlichem Wil⸗ len für die Zwecke des Vereins mitzuwirken gesonnen sind, und diese Mitwirkung geschicht eben sowohl durch Beiträge oder Schenkungen, als durch persönliche Beaufsichtigung entlassener Gefangenen. Wir geben uns der Hoffnung hin, oaß der menschenfreundliche, wohllhätige und gemeinnützige Sinn unserer Mitbürger sich durch recht zahlreiche Theilnahme auch zu Gunsten eines Vereins bethätigen werde, der, bei treuer Pflege seiner Zwecke, den wohlthätigsten Einfluß auf die öffent⸗ liche Moral und Sicherheit äußern muß.

Anmeldungen zum Eintritt in den Verein und Beiträge für den⸗ selben wird jeder der Unterzeichneten gern entgegennehmen; alljäbrlich werden wir über die Erfolge des Vereins und über die Verwendung seiner Fonds öffentlich durch den Druck Rechenschaft geben.

Berlin, am 1. Januar 1841. Das Kuratorium des Berliner Vereins zur Gefangene. Jacobi,

Geheimer Ober⸗ Regierungsrath, Karlsbad Nr. 9. von Kleist, Kammergerichts⸗Vice⸗ Präsident, Mallerstraße Nr. 72. von Puitkammer, Hesse, Poltzei⸗Präsident, Regierungsrath, Molkenmarkt Nr. 1. Luisenstraße Nr. 52. Wissenschaft, Kunst und Literatur. Berlin. Auf dem Königlichen Theater wurden zwei der edelsten Juwele im Diadem der Deutschen Clio⸗Melpomene lange Zeit vermißt, Goethe's „Egmont“ und Schillers Tell“; das eine ist nun

wiedergewonnen, und auch das andere wird, wie man vernimmt, binnen kurzem nachfolgen.

Fürsorge für entlassene

D-. Kortüm, Geheimer Ober⸗ Regierungsrath, Schulgartenstraße Nr. 5.

- Dr. Göschel, Geheimer Ober⸗ Justizrath,

Lennéstraße Nr. 1. Bultmann, Hofgerichts⸗ Prediger Linienstraße Nr. 144.

mit

mit

von neuem auf diese Bühne gebracht, so be⸗ säße dieselbe im historischen, romantischen und bürgerlichen Trauerspiel ein Repertoir, wie es wohl kein anderes Theater in Deutschland aufzu⸗ weisen hätte, denn es wären dann sämmtliche Dramen von Schiller und alle der Tragödie und dem höheren Schauspiel angehörende von Goetbe, mit einziger Ausnahme der unvollendeten und für die Darstellung wenig geeigneten „natürlichen Tochter“, hier in Scene. Uebrigens ist es gar noch nicht so lange her, daß jene letztgenannten

drei Stücke von ecer König⸗ lichen Bühne verschwunden sind; die „Piccolomini“ wurden im Jahre 1832, nach einer scenischen

Bearbeitung von Raupach, „die Räuber“ und „Stella“ einige Jahre früher, etwa um die Mitte der Zwanzig, zusetzt gegeben. Viele Theaterfreunde ecrinnern sich noch mit Entzücken der Triumphe, welche Ludwig Devrient als Franz Moer und Mad. Cre⸗ linger als Stella feierten. Länger schon ruhte „Egmont“, und noch länger „Wilhelm Tell.’“ Am Mittwoch wurde nun die erstere dieser Tragödien, neu einstudirt, mit Beethoven's heroischer Musik, im Kö⸗ niglichen Schauspielhause wieder

aufgeführt urd am folgenden Abend sogleich wiederholt, um den zahlreichen

Würden späterhin noch „Stella“, „die Räuber“ und die „Piccolomini“

Meldungen, die im voraus für diese Vorstellung eingegangen waren⸗ nur einigermaßen zu genügen. Mit Hinsicht auf die Musik wäre vielleicht das Opernhaus für die Aufführung wüschenswerther gewesen, indeß muß doch beieiner Tragodie die Rüctsicht auf die Recitation überwiegen, und diese verhallt in den größeren Rän⸗ men jenes Hauses zu sehr, was man neulich besonbers in der „Aiba⸗ lia“ zum Nachtheil des Stückes empfand, denn fast nur Mad. Erelin⸗ ger mit ihrem mächtigen, sonoren Organ und ihrer musterhaften Aussprache, vermochte dort ihren Vortrag zu voller Wirkung zu bringen. gme unt ist hier nach der von Schiller herrührenden Bearbeitung für vie Bühne einstudirt worden, nach welcher dies Trauerspiel im Jahre 1796 zuerst auf dem Weimarschen Theater aufgeführt wurde. Für diejenigen, wel⸗ che das Stück, so wie es in Goethe's Werken gedruckt ist, genau im Gedächtniß haben, mochte dies zwar hin und wieder störend seyn, doch muß man zugeben, daß die theatralische Wirkung durch die von Schiller vorgenommenen Umänderungen in der Folge und Verbindung der Scenen nicht wenig erhöht worden ist. Goethe selbst arbeitete, wie man weiß, nie vorzugsweise auf den Theater⸗ Effekt hin; es gilt von ihm noch mehr, was er von Shakespeare sagt, daß er mehr Dichter über- baupt als Theaterdichter gewesen; er ließ daher auch seinen Freund Schiller in dieser Beziehung mit seinen Stücken nach Gutdünken schal⸗ ten, und wenn er gleich dessen Verfahren mit Egmont ein grausames nennt, so kann er doch nicht umhin, die dramatische Konsequenz seiner Bearbeitung anzuerkennen und ihr selbst das persönliche Erscheinen der Regentin Mar⸗ garetha von Parma aufzuopfern, welches man allerdings als Kontrast zu dem späteren Auftreten Alba's und als Spiegelung von Egmont'’s Charakter ungern vermißt. Den Plan dieser Bearbeitung findet man in Goethe’s Auffätzen über das Theater, die überhanpt sehr viel Interessantes für das Studium des Bühnenwesens und der Schauspielkunst enthalten. Die scenische Anordnung bei der biesigen Aufführung des Egmont ist meistentheils sehr wirksam; besonders bieten die Volksscenen ein lebendiges Gemälde jener Zeit dar. Von grauenhaftem Effelt ist das stille, unheimliche Aufmarschiren der Truppen Alba's im dritten Akt; eine befänftigende, liebliche Wirkung macht dagegen die Erschei⸗ nung der Freiheit in der Kerkerscene; beides von Bectyoven's charalte⸗ ristisch ausmalender und tief erschütternder Musik begleitet. Nur am Schluß zätten wir ein längeres Verweilen oder wenigstens ein lang⸗ sameres, triumphirenderes Hinausschreiten Egments gewünscht, damit die erhebende Sieges⸗Svmphonie nicht ganz ver leerer Bühne erklungen und unter dem Aufbruch des Publikums fast verhallt wäre. Wa das darstellende Personal betrifft, so können wir bier auf eine nähere Kritik seiner Leistungen nicht eingehen; doch verdienen vor Allen Herr Seydelmann als Alba und Herr Weiß als Schreiber Vansen genannt zu

nach der Eisenbahn zu ergoß. Jene Bruͤcke ist schon halb unterwaschen uns droht den Einsturz; der Eisenbahndamm erleidet zuverlässig be⸗ deutendere Beschaͤdigung, als im verwichenen Jahre die Restitution des schadheften Dammes gekostet haben wuͤrde, mehrere Hzͤuser sind bedroht; in einem derselben befinden sich zwei mehr als Ijaͤhrige Eholeute von den tobenden Wellen umgeben. Dabei giebt es in ganz Duͤren nicht einmal einen Kahn, mit welchem man zu Hoͤlfe eilen, und im Falle die Communication wirklich unterbrochen

werden. Beide ragten durch geistvolle Charakterzeichnung in Maske, Haltung, Geberde und Wort hervor und erhielten mit Recht den meisten Beifall. Der Erstere war ganz „des Fanatismus rauher Hen⸗ tersknecht“, wie Schiller den Alba bazeichnet, „zurückhaltend und auf⸗ reizend“ zugleich, wie Goethe ihn in der Unterredung mit Alba ver⸗ langt. Und wie aus einem alten Niederländischen Gemälde ins Leben gerufen, erschien Herr Weiß als rabulisticher Aufwiegler unter den Bürgern, die ebenfalls charakteristisch und ergötzlich dargestellt wurden.

Erfolg auszuführen; wenn sie nicht allen so lag et zum Theil darin, daß sich von 1 nes so viel gelesenen Drama's, zumal wenn es bistorische Personen sind, schon eine feste Vorstellung in unserer Phantasie gebildet hat, mit der dann die Individualität der Schauspieler oft nicht recht überein⸗ stimmen will. Doch der denkende Känstler ist noch eins so viel werth, sagen wir mit Lessing, und geben am Ende gern von dem äußeren Bilde etwas auf, wenn uns die Auffassung eines Charakters nur gei⸗ stig anregt und durch Harmonie und Idealität der Darstellung befriedigt. Wo freilich auch dies fehlt, da dringt sich immer mehr das Bedürfniß einer neuen Theaterschule auf, die wir jetzt in Deutschland ganz ver⸗ missen, und deren Nolhwendigkeit sich uns bei Aufführung klassischer Werkebesenders fühlbarmacht. Bürgerliches Schauspiel, Lustspiel und Posse sehen wir oft noch zu vollkommener Befriedigung bis in die kleinsten Partieen ausfübren: aber selten geht eine Tragödie an uns vorüber, in der sich nicht störende Elemente finden, die lähmend in den Schwung der Poesie eingreifen und uns in die gewöhnlichste Prosa des altäglichen Lebens herabziehen. Es ist über diesen Mangel in der letzten Zeit viel gespro⸗ chen und geschrieben worden, aber noch hat Niemand eine ernstliche Anstalt getroffen, das Wort zur That werden zu lassen und diese frei⸗ lich sehr mühselige Aufgabe zu übernchmen, die ehedem Goethe und Schiller in Weimar, b und Iffland em

sprachen,

Schröder in Hamburg so außerordentlichem Erfolg sich gestellt hatten. Zur Erinnerung an Htrfried Muͤller.

(Oberdeutsche Zeitung.) 118¹“ Von verehrter Hand ist uns ein Platt zugekommen, das ein dem Verewigten nahe gestandener berühmter Gelebrter als Kunde ven des wheuren Mannes letzten Tagen und der Trauer, die sei Tod herver nief, unter seine Freunde vertheilte 3 Stellen aus einem Briefe, den Müller am 27. Junt in Lihen endigte, geben noch Zeugniß von der frischen und hoffenden Stimmung, die ihn bis unmittelbar vor⸗ seinem Tode erfüllte. „Un ere Kreuz⸗ und Querfahrten im Pelopennes“ schreibt er, „auf die wir 40 Tage gewen⸗ det, haben wir obne bemerklichen Unfall vollendet, und viel Freude da⸗

von gehabt. Wir haben verrliche, zum Theil nech schnerbedechte Ge⸗ birge, lachende Thäler, böchst romantische Schluchten, Alles vell ven tzien Zeit berr⸗

Bächen, Duellen und Vegetation, besonders in der le it he liche Oleanderbüsche gesehen, und manches Paläo Cauro auf steiler Felsenhöhe im Schweiße unseres Angesichts bestiegen, auch einige neue, das heißt, so viel mir bekannt, noch nicht von Anderen angegebene Tem⸗

pel und Städte⸗Ruinen aufgefunden. Die Hauptsache war mir aber

immer die klare Anschauung, die man von der sehr verschiedenartigen Conformation und natürlichen Prädestinirung der Griechischen Land⸗ schaften und Hauptorte gewinnt, und bei der Schärfe, womit die Na tur selbst hier zeichnet, prägt, sich diese Anschauung so lief ein, daß ich hoffe, sie bei meinen serneren Arbeiten immer gegenwärtig zu dehalien⸗ Den heutigen Merge habe ich ganz bei emem Engländer Fellow zugebracht, der zwei Reisen nach Locien bintereinander gemacht⸗ und aus diesem kleinen Lande, das aber bisber fast noch terra moginto war, die interessantesten Inschristen und Zeichnungen mitgebracht bat. Glücklich, wer sich bei flässischen Reisen auf ein so destimmtes Terrain und einen so jungfräulichen Boden für die Wissenschaft beschränken kann. Mir bleibi der Orient noch ganz für die Zukunft. * Diese Zukunft war ihm nicht mehr vergennt. Bei Delphi batte er Nachgrabungen anfangen lassen; Gewölbe eines Griechischen Tem⸗ pels erstanden wieder vor⸗ ihm; mit einem Lebehoch begrüßten ihn die Bauern, als er herbeeilte, den entdeckten Schatz zu besichtigen. We⸗ nige Tage darauf mußte er sich auf das Krankenbelt legen.

Ein seltsames Zusammentreffen ist, daß sein Testament vom 1. Au⸗ gust 1839 datirt in; an demselben Tage starb er das Jahr darauf. In seinen Vorlesungen soll er bei einem Plane von Alhen, den er au die Tafel zeichnete, die Akademie, wo er nun begraben liegt, mit einem

Kreuze bezeichnet baben dn fe Pbilirpos Joannon die Trauer⸗Rede.

An seinem Sarge sprach e Sie ist erfüllt von jener Beredtsamteit, die wahrhafte Trauer leiht;

ihr Schluß lautet so: Küc raffte ihn aus unserer Mitt' der unerbittliche Tod. Er beraubte Seiner das gelehrte Deutschland, dessen Siolz er war; er be⸗ raubte Seiner die Universtät Göningen, deren Zierde er war. „Hellas, Verklärter, welches das ganze Leben vindurch Deinen Geist fesselte, sellte aufnehmen und in seinem Busen bergen Deine sterbliche Hülle! Du solltest den ewigen Schlaf schlafen in der berrlichen Stadt Athen, und von Deinen wissenschaftlichen Mühen ausruhen hier auf dem Hügel der Platonischen Akademie, wohin oftmals im Leben Dein Geist entschwebte, und wo Deine Aiche sich mischen wird der Asche so großer Männer und ruhmwürdiger Weisen des alten, Hellae, welchen Du nachgeeifert hast! Nimm an, Verklärter, die Tbränen unseres aka⸗ demischen Vereins, nimm an diese unsere letzte Anrede und lebe fort für die Ewigkeit! Die Gerechten leben für alle Zeiten, und im Herrn ist ihr Lehn, und ihr Geist ist beim Höchsten.“ Auch diese Strophen sind auf ihn angewendet worden: Er liegt auf Griech'scher Erde, wie der Held

Auf seinem Schild, den er nicht lassen weollte. 1 1 Jakob Grimu, mit dem er sehr befreunde: war, schrieb uͤber sei⸗ nen Tod: 1— „Mir stebt Müller die ganzen und allen Erinnerungen, welche durch die recht aufrecht erhalten waren, vor meiner Seele. gen, daß er eines schönen Todes gestorben ist liegt, ja daß Griechenlande vor - 1 . Aber welch ein klemer Trost für das große Leid, t und welch ein Jammer, daß er nicht wiederkehrt! Nach dem Verlaufe der Zeit, wenn wir auch dahin gestorben sind, mag man sich so trösten und ihn über Alle glücklich preisen; uns und dem tiefer fühlenden Recht unserer Gegenwart ist damit nicht geholfen. Ich wollte lieber, sein Grab wäre an barbarische Stärte gekommen, nachdem er noch lange in der Welt gewirkt und die ganze Aerndte seines Ruhms gehal⸗

q

Tage über, nach Gestalt, Stimme Mittherlung seiner Briefe Man kann wobl sa⸗ und herrlich begraben

das

ten hätte.“ Auswürtige Börsen. Amsterdam, 19. Januar Niederl. wirkl. Schuld 505⁄16 5 % do 98. 5 % Span. 223 Passive —. Ausg. 12 Prüm. Sch. —. Pol. —. Oesterr. 104. Aniwerpen, 18. Januar Neue Anl. 21 ½⅓ . Hamburg, 22. Januar.

Bank-Actien 1675. Engl. Kussz. 106 /⁄2. Paris, 19 Januar.

3 5 % Rente fin cour. 112. 30. 3 % Kente ün Neapl. fin cour. 102. 5 % Span. Kente 25 s8 Port. 20 ⁄.

Kanz-Rill. 2115616 Ziusl. 61⁄1 Preuss. 1 [ff.

22»

cour. 77- Passive 6 /¶1

20. 5 % 3 %

Wien, 19. Januar- 5 % Met. 166 ½⁄. 4 ⁄% 3 % Bank-Actien 1628. Anl. de 1834 139 ½2.

EEqEEII1 Ihe Schausopieel e. Montag, 25. Jan. Egmont. Trauer⸗

Im Schauspielhause:

spiel in 5 Abth., von Goethe. Musik von L. van Beethoven. Dienstag, 26. Jan. Im Opernhause: Armide, große heroische

Oper in 5 Abth., Musik von

Gluck. Ballets von Hoguet.

Im Schauspielhause: 1¹) Simple histoire, vaudeville

1 acté, pac Seribe. 2) Le pere de la debatante, piéce comique en

5 actes, par Mr. Bayard.

Koͤnigsstaͤdtisch

Montag, 25. Jan. Das bemooste Haupt, oder: Der lange

Israel. Original Lüstspiel in 4 Akten, von R Benedix. Vor⸗

her: Ein Stuͤndchen Incognito. Versspiel in 2 Akten, nach einer wahren Begebenheit, von Dhr. C. Toͤpfer.

Perantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Gedruckt bei

-2

2 2 % de 1839 112.

en

es Theater.

Zinkeisen.

Die übrigen Mumwirtenden beeiserten sich nicht minder, ühre Aufgaben

A. W. Hayn.

22 Anforderungen ent⸗ den Charakteren ei⸗:

ihm die Fieberphantaste nur großartige freudige Bilder gesübhrt und allen Schmerz des Heimwehs erspart hat. sein Tod erweckt

88

. . 8 11 1 d

——

——

—õʒʒ—

E Paris. Erlauterungen des „Journal des Débats⸗ literarische Eigenthum. Vermi Großbr. u. Irl. London.

mit der Argentinischen Republik. Das Gesetz üitir

Verurtheilung des Capitain Plunkett.

Große Reform⸗Versammlung zu Dublin. Stellung der Parteien

. der Session. elg. rüssel. Bevölkerung Bu⸗ S. 2. ung und Budget der Stadt.

stiz⸗Minister ernannt. Professor Ceper's Rede an die Studirenden

in Upsala.

Deutsche Bundesst. Baden, Karlsruhe.

Mittermaier verläßt

die zweite Kammer. Frankfurt. Ueberschwemmungen d. Mains.

Sehtser. en 2 EE115 Schweiz. euchatel. Ueber die Ausliefer Türkei. Konstantinopel. bEb

neg. Alexand. Nachricht üs Spri 3. 2 8 hten aus Syrien. Nord⸗Am. Erste Schritte d 1 ; . er neuen Regierungs⸗Partei

ergiebt sich d. Merik. Föderali Brastleen. e derung der Kaiserl. Familie. utand, Königsberg.

iIL, K. u. L

waährend des 8ZZ1““ 8 8 Monats December vor. Jahres. Kunstnotizen.

Zeitungs⸗Nachrichten.

2

Eu 8

aris, 20. Jan. Da die Journale des Herrt iers be⸗ daggt hatten, daß der mit Buenos⸗Ayres ö 88 abinet vom ¹. Maͤrz nicht zur Last gelegt werden koͤnne, indem der Admiral Mackau die ihm ertheilten Instructionen nicht genau befolgt habe, so tritt heute das Journal des Débats zur Vertheidigung des Admirals und zu seiner Rechtfertigung auf. Es sagt: „Die Journale des 1. Maͤrz glauben versichern zu koͤnnen, daß das Ministerium entschlossen sey, den durch den Admiral Mackau mit der Regierung von Buenos⸗Aypres abge⸗ schlossenen Traktat zu ratifiziren. Wir behaupten nicht, uͤber die Beschluͤsse der Minister vom 29. Oktober eben so gut unterrich⸗ tet zu seyn, wie die Blaͤtter des 1. Maͤrz; aber wir beeilen uns den Vorwurf zu widerlegen, daß der von dem Admiral Mackau Traktat nicht den ertheilten Instructionen gemaͤß Beif ee April 1840 erklaͤrte Herr Thiers unter dem

üse der ganzen Kammer, wie man sagt, daß er Frieden mit 1 von Buenos⸗Ayres schließen wolle, wenn dieselbe Sg 1 te bewilligte: 1) eine Entschaͤdigung fuͤr die Gewalt⸗ thaͤtigkeiten, unter denen mehrere Franzosen gelitten harten; 2) die Gleichstellung mit den beguͤnstigtsten Nationen. 3

Mai dem Herrn Duchet von Martigny zugesandt wur dem Unterschiede indeß, daß Herr Thiers in 8— nachgiebiger als in seinen Reden, nur die Aufstellung des Grund⸗ satzes einer Entschaͤdigung forderte, und foͤrmlich darein willigte die Feststellung der Summe Schiedsrichtern zu uͤberlassen. Es ist wahr, daß diese Instructionen vom Monat Mai waren und daß Herr von Mackau, der im Juli von Paris abging, neue Instruͤctionen mit sich nahm. Aber waren die letzteren strenger als die ersteren? Uns scheint das Gegentheil wahrscheinlich. Die Journale der linken Seite entschuldigen die Nachgiebigkeit des Herrn Thiers dadurch, daß in dem Augenblick, wo er die Instructionen, welche den Traktat von Buenos⸗Ayres zur Folge gehabt haben, abfaßte, Frankreich mit einem Europaischen Kriege bedroht war. Es*scheint uns daher schwierig, daß Herr Thiers im Monat Juli, d. h. in dem Augenblicke, wo die vier Maͤchte die orientalische Frage ohne uns regulirten, mehr von Regierung von Buenos⸗Ayres verlangt haben sollte, als im Monat Mai, d. h. in dem Augenblicke, wo er sich schmeichelte und sich ruͤhmte, die orientalische Frage ohne die anderen Maͤchte arrangiren zu koͤnnen. Es ist daher sehr wahrschein⸗ lich, und warum jollten wir nicht sagen, es ist gewiß daß Herr von Mackau dieselben Instructionen erhielt, wie die, welche dem Herrn von Martigny zugesandt worden waren. Ist nun aber der Traktat den ertheilten Instructionen gemaͤß? Die Journale des 1. Maͤrz sagen nein; wir sagen dasselbe; aber, im Widerspruch mit den Journalen des Herrn Thiers behaupten wir, daß der Traktar besser ist, als die Instructionen. Fer setzt in dem Artikel wegen der Entschaͤdigung der Traktat 7 von denen jede Partei 3 erwaͤhlt, regulirt und daß, im F Meinungs⸗Verschiedenheit durch dncdritte, von 8 SSaa cte schen Regierung bezeichnete Macht entschieden werden soll. Man hat dem Traktate noch den Vorwurf gemacht, daß die Fran⸗ zosen nicht ganz gleiche Verguͤnstigungen mit den Suͤd⸗Amerika⸗ nischen Staaten erhalten haͤtten. Es ist aber leicht einzu⸗ sehn, daß Staaten, welche in so enger Verbindung hinsichtlich des Gebiets, der Sprache und der Sitten stehen, ausgedehntere Rechte verlangen koͤnnen, als die Europaͤischen Staaten. Der wichtigste Punkt ist der, daß die Franzoͤsischen Unterthanen die⸗ selben Rechte genietzen, wie die beguͤnstigtsten Europaͤischen Na⸗ tionen und dies ist positiv festgestellt. Der von dem Admiral Mackau abgeschlossene Traktat scheint uns daher, wenigstens hin⸗ sichtlich seiner Uebereinstimmung mit der Instruction des Herrn Thiers, vor jedem Vorwurf sicher gestellt. Wir sind uͤberzeugt 8e8 g BerSsfenalichung der Aktenstuͤcke, die zur geeigneten Zeit E jene Wahrheit augenscheinlich und unwiderleglich Ueber den von Herrn Villemain vo . 8

in Betreff des literarifchen Eigenthums, E131213“ tutionnel in folgender Weise: „Dieser Gesetz⸗Entwurf ist im

Die Pforten⸗Commissaire si st 1 ind erst an 4. Jan. nach Alexand abgegangen. Die Aeg. noch Tobaseco Zustand der Provinzen Maranham und Para und Schil⸗ 8 Feier des Krönungsfestes. Bromb 9 p 9 5 0 15 7 8 G 8 8 . Verbesserung des Gefängnißwesens. Preistabelle der vier 88 9

lichsten H etrei 1 chste Z“ in d. preuß. Monarchie im Dezember 1840. erhandlungen der Akademie der Wissenschaften

Stockholm. Staatsrath Törnebladh zum Ju⸗

Wesentli i 3 3 b V sentlichen uͤbereinstimmend mit dem vor 2 Jahren von der trachte. Nichtsdestoweniger verurtheilte das Gericht nach langer

Pairs⸗Kammer amendirten Entwurfe. Die Grundsaͤ

birten C. S tze sind die⸗ selben; die Redaction ist fast uͤberall beibehalten 2,ne⸗ Be⸗ roͤßtentheis unveraͤndert geblieben.

stimmungen des Gesetzes sind

Berathung den Capitain zu zweimonatlicher Zuchthausstrafe

hth e. Um⸗ sonst beschwor der Vertheidiger die Richter, diese entehrende Ver⸗ urtheilung zuruͤckzunehmen; der Obman antwortete, es bleibe bei

Wir haben aber einige Verbesserungen in den Details bemerkt; der Entscheidung: sie seyen als Friedensrichter verbunden, ihre

e Vorschriften sind klarer hingestellt worden. ebeiten zweier besonderer Kommissionen, und zweier

noch in der gegenwaͤrtigen Session geschehen moͤge.

Erachtens noch verschwinden koͤnnten, anzudeuten.

Aber e Beamten bei Vollziehung ihrer Amtspflicht zu . oͤffentlichen Unterrichts, erscheint doch noch ein gutes Gesetz V gr. diesen Gegenstand so schwierig, daß Herr Villemain selbst in der inleitung zu dem Entwurfe einraͤumt, sein Gesetz sichere vielleicht noch auf eine vollstaͤndige Weise ein wichtiges Handels⸗Interesse,

V we „. mit einem der groͤßten Interessen des National⸗Ruhmes V in Verbindung stehe. So wie es ist, verdient das Gesetz indeß, von den Kammern votirt zu werden, und wir wuͤnschen, daß dies noch Bei der Er⸗ oͤrterung behalten wir uns vor, die Lücken, welche wir noch zur Hvemerken glauben, und die Unvollkommenheiten, welche unseres ¹- h ver Uebrigens bleiben wir bei unserer fruͤheren Behauptung, daß nseat bei

dem Zustande, in welchem sich gegenwaͤrtig die Literatur und alle

die von ihr abhaͤngigen Gewerbs 866 befinden, ein Gesetz uͤber 1 arisch ehr unzureichendes Huͤlfsmittel ist. Nur durch Vertraͤge koͤnnte die große Frage des Nachdrucks sam und sagte

das literarische Eigenthum ein

auf eine nachhaltig vortheilhafte Weise fuͤr die Literatur geloͤst

werden.

Man versichert, daß in Betreff des von dem 1. Maͤrz

vorbereiteten Handels⸗Traktats zwischen Frankrei t Sang. Hand reich und Belgien euͤrzlich neue Eroͤffnungen von Seiten des letztern Landes gemacht

worden sind.

Wir wuͤnschen, daß denselben Folge gegeben wer⸗

den moͤge, und daß bei der Eroͤrterung dieser wichtigen Unter⸗

handlungen der Buchhandel, dieser edle Handel, an dessen Spitze

Frankreich stehen muͤßte, dabei nicht vergessen werde.“

Herr Blanqui der Aeltere hat dem Courrier frangais

einen Artikel uͤberschickt, worin er beweist, daß wir in Afri Wi . rika mit einer Occupations⸗Armee von 70,000 Mann nicht 1ge als

15,000 Mann disponibel haben.

In der That zaͤhlt man dort

8000 Konvalescenten, 9000 Kranke, 8000 an nicht Kombattan⸗

ten, als Train, Musik⸗Corps u. s. w.

; 33,000 Mann, die in den

Garnisonen, Forts und Kuͤsten⸗Batterieen eingezwoͤngt sind.

Mit den uübrigen 15,000 Mann ist es nicht moͤglich,

unseren

Etablissements Dauer zu verschaffen; man hat noch keinem unse⸗

rer Gouverneure das gegeben, was vernuͤnfti h 1 b tigerweise zum lingen nothwendig war. 8 1 8

an die Kammern wende, daß man nicht mehr

Ge⸗ Herr Blanqui will nun, daß man sich halbe Kredite,

nicht mehr halbe Maßregeln, sondern Opfer fordere, welch geln, son e not wendig sind, um in Afrika ein Frankreich ecEee

1

zu gruͤnden.

Auf der Saone, in der Naͤhe von Chalons, sind durch das

Springen eines Personen ums Leben gekommen.

Kessels auf dem Dampfschiffe „le Citis“ acht Der uͤbrige Theil der auf dem

Schiffe befindlichen Passagiere und Mannsch 1 2 1 fe ! 1 1 1 haft ist nur durch ein halbes Wunder vor dem Tode und vor Verst 2 . V bacsag 8 stuͤmmelung bewahrt 8 er Gazette des Tribunaux wird aus Tulle vom 15. Januar geschrieben: „Der Gesundheits⸗Zustand der Marie Lafarge ist noch immer im hoͤchsten Grade bedenklich. Man glaubt

b Wir glauben, daß dies in der That die Instructionen waren, die m Wiona⸗

ist noch nicht bestimmt.

sogar, daß wenig Hoffnung vorhanden sey, halten. Schicksal und betheuert fortwaͤhrend ihre Unschuld.

viel veraͤndert. Die Personen, welche bis dahin die Erlaubniß erhalten hatten, sie zu besuchen, duͤrfen jetzt G mehr zu 89 Außer ihrem Advokaten und ihrem Arzt, darf sie Niemand em⸗ pfangen. Der Ort, wohin die Verurtheilte gebracht werden soll, Man glaubt sogar, daß es moͤglich sey,

daß sie vorlaͤufig in Tulle bleiben werde, da in dem gegenwaͤrti⸗ gen Augenblicke eine Transportirung die nachtheiligsten Folgen fuͤr

ihre Gesundheit haben koͤnne.

keine Schritte gethan, um wieder in den Besitz ihrer Diamanten

zu gelangen; der

à ge indeß scheint sie noch immer die Absicht zu haben die Erben der Verurtheilten auf gerichtliche Weise in Anspruch zu nehmen. Aus Montvellier schreibt man vom 13ten d. M.: „Es verbreitet sich hier das Geruͤcht, daß Marie Lafarge in das

ff sie am Leben zu er⸗ Sie kennt ihren Zustand; sie zeigt sich ergeben in ihr 8* 5 b re U Seit Ver⸗ werfung ihres Cassations⸗Gesuches hat sich in ihren Verhaͤltnissen

thuͤmern Staͤnde unterzeichnet.

schuͤtzen. die angekuͤndigte große Versammlung der Irlaͤndischen Re⸗ fo e hat am 15. im Koͤnigl. Theater zu Dublin stattgefunden, velches, trotz der hohen Eintrittspreise, in allen Theilen uͤberfuͤllt war. Sobald ein populaͤrer Fuͤhrer der Partei eintrat, erscholl enthustastischer Beifallsruf, der besonders den Lords Charlemont G vor Allen aber O' Connell, in reichem Maße zu heil wurde. Graf Charlemont fuͤhrte den Vorsitz; als er auf der Plateform erschien, wollte das Haͤndeklatschen, Huͤteschwenken und Beifallrufen gar kein Ende nehmen. Der Graf dankte sichtlich bewegt, entschuldigte dann seinen Bruder und den Her⸗ ds von Leinster, die nicht anwesend waren, und bemerkte in Bezug auf Letzteren, daß er keinesweges, wie die Tories sich ruͤhmten, zu ihnen uͤbergegangen sey, sondern vielmehr jedem Be⸗ schlusse, den die Versammlung ergreife, seine herzliche Zustimmung ertheilen werde. Er machte dann auf den jungen Marquis von Kildare, als eine Haupthoffnung der Reformer Irlands, aufmerk⸗ V te schließlich: „Nun noch ein Wort uͤber den Zweck unseres heutigen Beisammenseyns. Ich habe lange genug gelebt, um Irland durch viele Phasen und viele schwere Kaͤmpfe durch⸗ gehen zu sehen und stets tauchte es wohlbehalten aus der Krise wieder auf und schritt vor in der Freiheit durch die Einsicht und Einmuͤthigkeit seiner Soͤhne. (Lauter Beifall.) Habe ich je an meinem Lande verzweifelt? Nein; und wenn ich ringsum blicke und Ehrenmaͤnner aus allen Theilen des Koͤnigreichs heute hier versammelt sehe; wenn ich Maͤnner aller Parteien erblicke, die 1 Tories ausgenommen; wenn ich Maͤnner aller Schattirungen der liberalen Meinung, mit Hintansetzung aller untergeordneten Er⸗ waͤgungen, hier versammelt finde, dann muß ich glauben, daß diese Versammlung von großem nationalen Werthe, und daß sie ein ernstlicher Beweis dafuͤr ist, es werde uns durch Beharrlich⸗ keit und Einmuͤthigkeit gelingen, den Zweck dieser Versammlung die Niederlage der Bill des Lords Stanley zur Vernich⸗ tung der Wahlfreiheiten Irlands, siegreich zu bewerkstelli⸗ gen. (Lauter Beifall.) Ich bedaure, daß ein Mann sti⸗ nes Ranges, die Stellung, welche er eingenommen hatte und haͤtten behalten sollen, aufgeben mochte, um die druͤckenden Ketten Irlands noch fester zu schließen! Aber er soll dies nicht thun; er soll, er muß geschlagen werden! (Lauter und lange an⸗ haltender Beifall.) Lord Brabazon beantragte hierauf den er⸗ sten 8 eschluß, des Inhalts: „daß Irland, als integrirender Theil 25 ritischen Reichs, zu einer vollkommenen Gleichheit der ahlrechte und der Institutionen mit England und Schottland berechtigt sey“, und hielt eine lange Rede, worin er die Noth⸗ wendigkeit dieser Forderung darthat. Nach ihm nahm Herr Grimshaw, als Vertreter der Stadt Belfast, das Wort, um den Beschluß zu unterstuͤtzen, der hierauf einstimmig angenommen wurde. Der Vorsitzende verlas alsdann, indem er sich entschul⸗ digte, dies nicht gleich anfangs gethan zu haben, die zu der ge⸗ genwaͤrtigen Versammlung ergangene Einladung und sagte: „Diese

8 d - 2 1 Dbi-: n * 8 1 —8

des 1 440 Beamten jeden Ranges stantischen und katholischen Geistlichen, 309 Land Eigen⸗ und 400 Kaufleuten und Mitgliedern gelehrter (Beifall.) Und diese große Zahl von

300 prote⸗

Namen wurde in der kurzen Zeit v

I 6ä6ä8 5 on I11 Tagen unter Man hat mir gesagt, daß am 2lsten d. M. 18s genversammlung gehalten werden soll, und daß die Einladung dazu o der Schmach! auch von einigen Irlaͤndischen Pairs

V ist. (Hoͤrt! Hoͤrt!) die nacht haben. Die Familie Nicolai hat noch

hiesige Gefaͤngniß gebracht werden wuͤrde, um ihr die Wohlthat

unseres milden Klima's zu Theil werden zu lassen. Mlle.

Grouvelle (bei Gelegenheit des Hubertschen Attentats verurtheile)

befinden, welche ihre Strafe hier absitzt und,

daß die Summe binnen 6 Monaten durch 6 Schiedsrichter,

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1 ; 4 wie man weiß von i 18 abgesondert worden ist. Wie es heißt, ist die Zelle schon eingerichtet, welche Marie Lafarge be v nen soll.“ .““ farge bewoh⸗

Großbritanien un d Irland.

London, 18. Jan. Die bereits nach der „Mo st Morning Post“ gemeldete Nachrlcht, daß die Vermittelung Englands in F.ee

ferenz zwischen Spanien und Portugal von diesen beiden Staa⸗

Bestaͤtigung.

ten angenommen worden, findet jetzt im ministeriellen Globe ihre

Capitain Plunkett, aus einer der hoͤheren Adels⸗Familien

und durch Streiche in der Weise des Marquis von Waterford

bekannt, erlitt wegen eines derartigen E aaster G 8 gen Exzesses im Kastell zu Lan⸗

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efaͤngnißstrafe und gerieth daseldst im August mit ei

faster ng daselt gust mit einem Schließer in Wortwechsel, der so weit ausartete, daß der Eapitain ein Lumpenhund gescholten wurde und dagegen dem Schließer

heftige Schlaͤge auf Kopf, Brust und ins Gesicht versetzte. We⸗

gen dieses gewaltsamen Angriffs auf einen in Vollziehung seiner

nicht mit

Amtspflicht befindlichen Beamten wurde der Capitain g

nuar vor die zur Vierteljahrs⸗Sitzung in e Friedensrichter gestellt. Sein Vertheidiger erklaͤrte, der Ange⸗ klagte erkenne sich als schuldig und sey zu Bezahlung jeder Geld⸗ buße und zu jeder Entschaͤdigung bereit; das Gericht moͤge daher trenge gegen ihn verfahren, damit er nicht wegen ei⸗ nes unbesonnen Aufbrausens sein Patent verliere und auf Lebens⸗ zeit zu Grunde gerichtet werde. Auch der Anwalt des Schließers erklaͤrte, daß Letzterer den Fall nur als leichtes Vergehen be⸗

den K Sie wuͤrde sich sodann in einem und demselben Gefaͤngnisse mit der

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feiner Freunde und Herr Hume mit einem

Moͤgen sie ihre Versamml Sie bezwecken dabei, wie ich vernehme, Lord Seanege Bill zu ihrer Fahne zu waͤhlen. Ich wuͤrde ihnen rathen, sich

nicht mit dieser Bill zu befassen. Moͤgen sie es indessen thun; sie

werden der Sache der Freiheit in Irland dadurch einen 1 leisten.” Noch mehrere Beschluͤsse, wodurch ey's ersuch, das Irlaͤndische Volk seiner Wahlfreiheiten zu be⸗ rauben, aufs kraͤftigste getadelt und jeder gesetzlich thunliche Wi⸗ derstand gegen seine Maßregel angelobt wird, wurden hierauf einstimmig angenommen, und die Versammlung trennte sich erst 1ne9e ats ne nseher Dauer, nachdem noch eine ziemliche zacen edner, darunter auch O'Connell, das Wort genommen O Connell ist am 16ten in großer Eile von Dubli T fast abgereist, wo er einer Versammlung der u““ eiwohnen wird. Ein Orangistisches Dubliner Blatt behauptet daß der Agitator dort, wie uͤberhaupt im noͤrdlichen Irland, we⸗

nig Anhaͤnger zaͤhle, und daß die Behoͤrden aus Besorgniß vor

Ruhestoͤrungen, die sein Besuch 1 h veranlassen koͤnnte, eine Verstaͤ kung an Infanterie, Dragoner Artilleri 2 8188 Fäger 8 gonern und Artillerie nach Belfast ab⸗ as Paketboot „Spy“ ist auf der Fahrt dexi ketb. Spy⸗, it Fahrt nach Mexiko an 82. hama⸗Inseln gescheitert; die Mannschaft aber wurde ge⸗ Der Univers enthaͤlt folgendes Pri 8 1 rivat⸗Schreiben aus 8b9G, 16ten d.: „Die Gemuͤther beschaͤftigen sich auf ’1 1. egentlichste mit der Lage, in der sich das Ministerium bvei Eroͤffnung der Session befinden wird. Jeder ruͤhmt sich des

bevorstehenden Triumphes seiner Partei; indeß ist, inmi

Pen 1 3 ist, inmitten der widersprechenden Urtheile uͤber die Zukunft des Ministeriums, 8 u bemerken, daß die Freunde des Lord Palmerston nicht 8 itik aufnehmen wird. sich von der ministeriellen Majoritaͤt abgeloͤst haͤtten; Grey und seine ganze Familie, die offen mit

esorgniß uͤber die Art sind, wie das Parlament seine Po⸗ Man nennt schon einige Stimmen, die zuerst Lord dem Kabinet des ord Melbourne gebrochen hat; dann Herr Ellice mit 3 oder 4 jtoli Dutzend radikaler Mitglieder. Andererseits muß die Haltung, die das Ministerium zegen die Agitation in Irland angenommen hat, ihm eine große Anzahl Irlaͤndischer Stimmen rauben. Es ist daher fast keinem Zwei⸗

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