wenn sie nicht meteorengleich erscheinen und wieder ver⸗ Dieses Schicksal wird hoffentlich, und nach, ihrem Sntwickelungsgange zu urtheilen, einer jungen Sängerin, e Lowe, nicht begegnen, die gestern im Königlichen Opernhause zum erstenmale die Bühne betrat, und deren klangvolle, vom elt⸗Register bis zum zweigestrichenen † fast gleichmäßig starke und getragene Stimme besonders für die ernste, klassische Oper eine sehr willkommene
Erscheinung ist. Es war allerdings, wenn man den gan⸗
zen geistigen Umsang der Aufgabe erwägt, der die Sängerin sich unter⸗
-; indem sie Gluck's „Iphigenie“ als erstes Debüt gewählt, immer für den Beginn in der dramatischen Sphäre noch ein zu schwieriges Un⸗ ternehmen für dieselbe, doch lag die Schwierigkeit für sie mehr im Ausdruck und Spiel, als in der rein musikalischen Partie. Diese letz tere ging keinesweges über ihre Kräfte, die sich darin nicht etwa nach kurzen, flüchtigen Gesangs⸗Studien sogleich versuchten, sondern nach⸗ dem die Sängerin schon einige ahre mit Fleiß ihre Stimme ausge⸗ bildet und, wie auch in diesen Bläͤttern früher erwähnt worden, bereits in Konzerten und besonders in den Oratorien der Sing⸗Akademie ihr schönes Talent ruhig und sicher fortschreitend vor dem Publikum ent⸗ faltet hatte. In musikalischer Hinsicht hat Dlle. A. Löwe sogar in ihrem gestrigen Debüt unsere Erwartungen noch bedentend übertroffen; es schien uns nämlich, als würde die Partie der „Iphigenie“ ihr im Ganzen zu hoch liegen, da ihr Organ seine Hauptkraft in den tiefen und Mittel⸗Tönen hat und, seiner Natur nach, ein Mezzo⸗Sopran ist; aber durch sorgfältige Kultivirung der Höhe unter einer gewiß vortreff⸗ lichen Leitung hatte die Stimme die Fähigkeit gewonnen, selbst das zweigestrichene g und a immer rein und meist auch kräftig genug an⸗ zugeben; nur in der großen Arie des zweiten Akts, die eine wahre Feuerprobe für Portament und Vortrag ist, kamen diese Töne ein paar⸗ mal noch nicht ganz frei und klar hervor; wenn man aber an die Schwierigkeiten sich erinnert, mit denen selbst höchst aus⸗ gezeichnete Vorgängerinnen in dieser Arie zu kämpfen hatten, die wir vielleicht nun von der Milder und Schechner ganz vollendet ausführen hörten, so wird man der jungen Debütatin gern die Ge⸗ rechtigkeit widerfahren lassen, daß sie auch hier ihre Aufgabe über Er⸗ warten und mit schönem Erfolg löste.é Betrachten wir nun ihre ganze Leistung, so war es besonders erfreulich, die ungeschwächte und an⸗ strengungslose Ausdauer der Stimme bis ans Ende zu verfolgen; ja, die Arie und Opfer⸗Scene des letzten Akts wurde selbst mit gesteigerte⸗ rer Kraft und mit lebhafterem Ausdruck vorgetragen, als die vorhergegan⸗ genen Partieen. Die Sängerin entwickelte ein für Glucksche Musik ganz aus⸗ reichendes Portament, und durch die seltene Schönheit ihrer neferen Töne ge⸗ wann manche Stelle an Energie und Bedeutung. Dabei war ihr Gesang durchweg vollkommen rein, höchstens ein paar etwas schwankende Ein⸗ sätze abgerechnet, ihre Aussprache deutlich und schön, und ihr Vortrag, wenn auch noch nicht durchgeistigt genng, doch in technischer Hinsicht sehr lobenswerth. Als Schauspielerin hat Dlle. Löwe freilich noch eifrig zu lernen und besonders des Selbstdenkens und Eindrin⸗ gens in den geistigen Gehalt ihrer Aufgaben sich zu befleißigen. Mehr Theilnahme und Lebendigkeit im Mienenspiel, mehr Takt und Ungezwungenheit in den Bewegungen und mehr Gefühl und Modulation im Gesangs⸗Ausdruck, — und sie darf hof⸗ fen, mit der Zeit eine ausgezeichnete Stelle in der Oper einzunehmen. An Mitteln zu einer edlen Repräsentation fehlt es ihr nicht. Jeden⸗ falls ist es aber besser, daß sie erst eine guter musikalische Grundlage sich erworben, als wenn ihr die äußerliche Wirkung das erste Ziel ge⸗ wesen wäre. „Willst Du schon zierlich sevn, und bist noch nicht sicher“, dieser Ausruf Goethe's wird in jetziger Zeit nur zu oft überhört. Doch auch im Gesange möge Dlle. Löwe ihre Studien noch fleißig
Beispiel folgen, schwinden wollen.
fortsetzen, ihre hohen Töne noch mehr mit den tieferen ins Gleichge⸗ wicht zu bringen, ihr Portament durch fortwährende Uebung im getragenen Gesange, mit möglichster Vermeidung des mo⸗ dernen Genre, zu verstärken und dem Ton ihrer Stimme noch mehr Nüancen anzueignen bemüht seyn. An aufmun⸗ ternder Anerkennung von Seiten des Publikums hat es der Sänge⸗ rin gleich bei ihrem ersten Debüt nicht gefehlt, und es wird den Ver⸗ ehrern klassischer Musik eine Freude sevn, wenn diese schöne Stimme ihnen durch gehörige dramatische Entwickelung die Aussicht gewährt, die Werke Gluck's, für dessen ernsten und erhabenen Stil sich das Naturell der Dlle. A. Löwe vorzüglich eignet, unserer Bühne noch lange Zeit er⸗ halten zu sehen. 10. Auswärtige Börsen. Amsterdam, 2. Februar.
Niederl. wirkl. Schuld 50 ¼1 . 5 % do. 975⁄16. Kanz-Bill. 21 15/16. 5 % Span. 22 ½. Passive —. Ausg. — Zinsl. —. Preuss. Präm. Sch. Pol. —. Oesterr. 103 ¾.
V
156
PFIrankfurt a. M., 3. Februar. Oesterr. 5 % Met. 105 7⅞ G. 4 % 98 ¾ G. 2 ½ % 55 ¾ Br. 1 % 242 ½ G. Bank-Actien 1959. 1957. Partial-Obl. —. Loose zu 500 Fl. 138 ½. 138. Loose zu 100 Fl. —. Preuss. Präm. Sch. 80 ⅛ G. do. 4 % Anl. 100 ¾ G. Poln. Loose 73 ½ G. 5 % Span. Anl. 24 1. 24 ¾. 2 ½ % fLoll. 49 ⅛. 49. Eisoenbahn-Actien. St. Germain 705 G. Versailles rech- tes Uter 430 G. do. linkes 318 ½ G. München-Augsburg —. Strafs- burg-Basel 250 Br. Leipzig-Dresden 100 ½ Br. Köln-Aachen 92 G.
Hamburg, 4. Februar. Bank-Actien —. Engl Kuss. 106 ½.
London, 30. Januar. 89 ½. Belg. —. Neue Anl. 25. Passive 6 ⁄⁄. 2 ½ % Holl. 50. 5 % 98 ¾. 5 % Port. 32. Columb. 22 ¾. Mex. 27 ½.
Cons. 3 % Ausg. Sch. 12 ¾. 3 % 20. Engl. Russ. —. Bras. 72 ½. Peru 15 ½. Chili —.
Paris, 1. Februar. 16 116“ 50 % Rente fln cour. 112. 70. 3 % Keute fin cour. 77. 10. 5 % Neapl. fin cour. 102. 15. 5 % Span. Rente 255⁄1¶. Passive 6 ⁄¼₰. 3 % Port. —. 6
—
Petersburg, 29. Januar. Lond. 3 Met. 39 ⅞. Hamb. 34 ⁄1. Paris 406. 300 Fl. 68 ½. do 500 Fl. 72 ½. do. 200 Fl. 26. Wien, 1. Februar. 5 % Met. 106 2. 4 % 99 ¾. 3 % —. Bank-Actien 1646. Anl. de 1834 134 ⁄½. d.
Poln. à Par.
Berliner Börse. DEx 6. FunhcAR 1841. Pr. Cour.
Pr. Cour.
Brief. [† Geld. Brief. 1 Geld. 104 1031 ⁄½ 100⁄ 100 ½ 807/ 80 ⅞ 102 ⁄16 101 ⅝ 102 16 101 103 ¾ 103 ¼ 48 —
Actien. Brl. Pots. Eisenb. do. do. Prior. Act. — Mgd. Lpz. Eiseub. 115 do. do. Prior. Act. — Berl. Anh. Eisenb. — 107 ⁄à do. do. Prior. Act. 102 ½
88 St. Schuld-Sch.] 4 Pr. Eugl. Obl. 30. 4 Prüm. Sch.d.Sech— Kurm. Schuldv. 3 * Neum. Schuldv. 31 Berl. Stadt-Obl. 4 Danz. do. in Th. Westp. Pfaudbr. 32%%ß101 ¾ Grofsh. Pos. do. —
Ostpr. Pfandbr. Pomm. do.
Kur- u. Neum. do. Schlesische do. 2 Coup. und Zius- Sch. d. K u. N. 98 97
126 102 ½ 114
102 ½¼ 106 ½
127 ¾
Gold al marco — Neue Dukaten — Friedrichsd'or 13 ½ And. Goldmün- zen à 5 Th. Disconto
105 4 — 101 ½ 103 1 1025 ⁄¼ 1035¼6 103 ½
1023 ½ — 6 ⁄¾ 4
Pr. Cour. Thlr. zu 30 Sgr. Brief. 1Geld. Kurz — 1377/ 2 Mt. — 137 %⁄ Kurz 149 %¾ Mt. 1487/s Mt. 6 17 3⁄1 Mt. — Mt. — Mt. 1007/8 Mt. 99 ⁄ 8 Tage — 2 Mt. 101 1 SRbl.] 3 Woch. 1 2 ½h1 201
Wechsel-Cour s.
Amsterdam do Ilamburg do London
“ 300 Mk. 1 LSt.
300 Fr.
Wien in 20 Xr. .
Augsburg
Breslau
Leipzig WZz..
Frankfurt a. M. WZ.
Petersburg .
Dauer der Eisenbahn⸗Fahrten am 5. Februar.
80 12 2 82 d⸗*
100 Thlr. .. 100 Thlr.
111⁄12
Meteorologische Beobachtungen. Morgens V Nachmittags V Abends Nach einma liger
1841. 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.
5. Februar.
Quellwärme 6,70 R. Flußwärme 0,0 0 R. Bodenwärme 1,50 R. Ausdünstung 0,022“ Rh. Niederschlag 0.
336,13"„Par.
— 11,1° R.
— 12,0° R. 90 „Ct.
335,40“„Par. hb— — v * A. 94 pCt. heiter. dalbheiter. heiter. ONO. NO. NO. Wärmewechsel — 8,0 0 — NO. — — 11,9. 335,75 Par. — 11,20 R.. — 12,00 R. 91 pECt. NO.
335,70““Par.
841b
1542A. 88 vCt.
Luftdruck Luftwärme Thaupunkt Dunstsättigung
Wolkenzug Tagesmittel:
Koͤnigliche Schauspiele.
Sonntag, 7. Febr. Im Opernhause: Die Flucht nach der Schweiz, Singspiel in 1 Akt. Musik von F. Kuͤcken. Hierauf: Robert und Bertrand, pantomimisches Ballet in 2 Abth., von Hoguet. Musik von H. Schmidt.
Im Schauspielhause: Nathan der Weise, dramatisches Ge⸗ dicht in 5 Abth., von G. E. Lessing.
Montag, 8. Febr. Im Schauspielhause: spiel in 5 Abth., von Goethe.
Zu dieser Vorstellung werden Billets mit „Sonnabend“ bezeichnet verkauft.
Dienstag, 9. Febr. Im Opernhause: Don Juan, Oper in 2 Abth. mit Tanz. Musik von Mozart. (Mad. Christiani vom Stadttheater zu Hamburg: Zerline als Gastrolle.)
Im Schauspielhause: Franzoͤsische Vorstellung.
Bei der Redoute am Freitag, den 12. Febr., im K. Opern⸗
hause werden nachstehende Auadrillen zur Ausfuͤhrung kommen, mit deren Anordnung die Herren Hoguet und Gropius beauf⸗ tragt sind. -1) Abdel Kader, bei einem Streifzuge durch die Wuͤste, er⸗ haͤlt die Nachricht, daß von einem Trupp seiner Araber ein Skla⸗ venhaͤndler, welcher Sklavinnen verschiedener Nationen nach Ma⸗ rokko transportiren sollte, aufgegriffen ist. Abdel Kader laͤßt Halt machen, sein Zelt aufschlagen, die Kameele abpacken, seine Wa⸗ chen ausstellen und sich, um eine Wahl zu treffen, die Sklavin⸗ nen vorfuͤhren. Die Araber fuͤhren einen kriegerischen Tanz auf, und die fernen Signalhoͤrner sich naͤhernder Feinde veranlassen spaͤter den Aufbruch des ganzen Zuges.
2) Der Doge von Venedig in Gesellschaft der Dogaressa und ihren Damen ꝛc. begruͤßt den Karneval durch eine Gondel⸗ fahrt, begleitet durch Barken mit Musik⸗ und Saͤnger⸗Choͤren, auf den Lagunen Venedigs.
3) Ein Zug Vierlaͤnder Bauern und Baͤuerinnen kommen von Hamburg, um ihre Erzeugnisse feilzubieten. Die Blumen⸗ Verkaͤuferinnen werden nicht anstehen, ihre Bouquets fuͤr die Er⸗ laubniß, an dem Karneval⸗Feste Theil nehmen zu duͤrfen, um sehr billige Preise zu verkaufen.
4) Die Koͤnigin der Amazonen, begleitet von einem Corps freiwilliger weiblichen Scharfschuͤtzen, besucht den Karneval und laͤßt, nachdem ihr Corps durch Tanz Antheil am Feste genommen, sinnige Devisen und Denkspruͤche an die froͤhlichen, das Fest be⸗ suchenden Gaͤste durch ihre Schuͤtzen verschießen.
Billets zu dieser Redoute à 1 Rthlr. sind von Montag den 8ten, Mittags 2 Uhr an, bei den Schauspielhauses zu haben.
Egrmont, Trauer⸗
. Koͤnigsstaͤdtisches Theater. Sonntag, 7. Febr. Die Juͤdin. Oper in 4 Akten. Mu⸗ sik von Halevy. (Herr Wild, K. K. Hof⸗Opernsaͤnger zu Wien:
Abgang Zeitdauer
von Potsdam. St. M.
Abgang von Berl f.
Zeitdauer
St. M.
Uhr Morgens.. 45 Vormitt... 45 Nachmitt.. 45 40
Abends ... 55
— 40 [Um 7 — 40 10 » — 42 1
52 „ 4 7
Um 8 ½ Uhr Morgens. V »„ 11½ ⸗ Vormitt.. 2 ¾ ⸗ Nachmitt.. „ 6 „ Abends.. „ 10 59 „ 89 52 „
Eleasar, als Gast.)
Montag, 8. Febr. Des Herzogs Befehl. Lustspiel in 4 Akten, von Dr. C. Toͤpfer. Hierauf: Die Wiener in Berlin. Posse mit Gesang in 1 Akt, von K. v. Holtei.
Dienstag, 9. Febr. Auf Begehren: 1741, 1841, 1941.
Phantastisches Zeitgemaͤlde mit Gesang in 3 Abth., von C. Meisl. Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen. Gedruckt bei A. W. Hayn.
—
Allgem einer
Bekanntmachungen.
ö1“ Fikatisdn.
Nachbenannte Abwesende:
) Anton Franz 5. Mai 1802, Sohn kind und dessen Ehefrau Maria Anna (er sich im Jahre 1813 von hier entfernt und soll im Jahre 1824 aus Rußland die letzte Nachricht von 1500 ⸗ sich gegeben haben); 600 ⸗ Johann Christoph Deubach, geboren zu Erfurt am 124. August 1800, Sohn des Johann Caspar Deubach und der Christiane Elisabeth Deubach, geborne Bornmann (er hat sich im Jahre 1821 als Schuhmacher in die Fremde begeben und zu⸗ letzt im Jahre 1829 von Lübeck aus geschrieben); Johann Franz Angelroth, geboren zu Walschleben am 6. Februar 1800, Sohn des Johann Heinrich Angelroth und der Dorothee Friederike Angelroth, geborne Bendleb (er ist nach seiner Volljährigkeit im Jahre 1824 als Sattlergeselle auf die Wan⸗ derschaft gegangen und hat im Jahre 1826 von Rom aus die letzte Nachricht von sich gegeben);
erden auf den Antrag ihrer Verwandten, beziehungs⸗
weise Abwesenheits⸗Kuratoren, sammt ihren etwa zu⸗ rückgelassenen unbekannten Erben und Erbnehmern ierdurch öffentlich vorgeladen, sich vor oder spätestens in dem auf den 6. Dezember 1841, Vormittags 10 Uhr, vor dem Deputirten, Herrn Land⸗ und Staͤdtgerichts⸗ ath Seiler an hiesiger Gerichtsstelle anberaumten Rer Nereeeden durch c. zulässigen Bevoll⸗ mächtigten, ie Herren Justiz⸗Kommissarien Dr. Hadelich, Justizrath Rötger eee vor⸗ eschlagen werden, zu melden, sonst aber zu gewärti⸗ gen, daß sie, die Abwesenden, für todt erklärt werden und das von ihnen zurückgelassene Vermögen unter Ausschließung der unbekannten Erben oder Erbneh⸗ mer den sich legitimirenden Verwandten und in deren Ermangelung dem Kgl. Fiskus übereignet werden wird.
Erfurt, am 20. Januar 1841. Königl. Preuß. Land⸗ und Stadtgericht.
b) 1500 Mfl. 1500 ⸗5 1000 ⸗
c) 3000 Thlr. 3000 Thlr.
— —..,. bbö. venh; Von der unterzeichneten Behörde wir gendes zur öffentlichen Kenntniß gebracht:
Auf den Antrag des
“
Gottlob Friedrich von Thielau auf Lamperts⸗ walde und in Gemäßheit der von dem Königl. Ho⸗
hen Apvellationsgerichte zu Dresden an das unterzeich⸗ nete Königl. Landgericht ergangenen Verordnung vom der ihnen etwa zustehenden
Wedekind, geboren zu Erfurt den 28. Dezember 1840 ist 2 des Sveisers Jakob Wede⸗ dem Rittergute Lampertswalde annoch ungelöscht haf⸗ hat tenden Posten, als: a) 1500 Mfl. Ehegeld, 18 3 Gegenvermächtniß und für weibliche Gerechtigkeit für Marie Justine von Oppel, wozu am 6. Dezember 1658 gegeben worden, ingleichen Ehegeld, Gegenvermächtniß und “ weibliche Gerechtigkeit für Marie Hed⸗ wig wozu am 22. Juni 1665 Konsens ge⸗ geben worden, ferner Ehegeld nebst Gegenvermächtniß sammtHausgelde und an weiblicher Gerechtigkeit für Charlotte Elisabeth von Thielau, geb. von Schön⸗ berg, wozu am 22. gegeben worden, nicht minder endlich jährlichem Hausgelde nebst besonderem Naturalauszuge nore verw. gewesene Generalmajor von Thielau geb. von Wolfersdorf und Kon⸗ sorten mit dem Kammerjunker Gottlieb Heinrich von Thielau über das Gut Lampertswalde geschlossenen und am 20. August dessel⸗ ben Jahres konfirmirten Kaufe, genann⸗ ter von Thielau ausgesetzt, auch in dem von Gotthelf Friedrichen von Thielau mit dem Amtshauptmann Karl Gottlob von Thielau am 8. Dezember 1770 ab⸗ geschlossenen und am 2. Mai 1771 kon⸗ firmirten Kaufe überwiesen worden sind, mit Erlassung von Ediktalien nach Maßgabe des Man⸗ gement 1 dats vom 13. November 1779, „die Ediktal⸗Citationen tett 5 Thlr., f. Flötenquartett in Civilsachen außerhalb des Konkurses betr.“ zu verfahren. Es werden daer alle diejenigen, welche als Erben oder aus irgend einem sonstigen Rechtsgrunde an die hiermit Fol⸗ vorstehend sub a bis mit c bemerkten Ehestiftungsge bührnisse, so wie an das sub d erwähnte Hausgeld nebst Herrn Kammerherru sdem damit verbundenen besonderen Natural⸗Auszuge,
ihrer Ansprüche durch Präklusion, so Rechtsw wegen Löschung folgender auf dereinsetzung in den vorigen Stand, Hen 1 2 Iunli
Liquidations⸗Termine, in gehörig bevormundet oder, so viel — senten betrifft, geborne Döring, Konsens erscheinen, sich anzugeben, ihre per hältnisse, auf die
nachzuweisen, letztere selbst, welcher
von Oppel, geborne von Rackel, — tradiktor und unter sich
des Aktenschlusses zum Behuf der Ab holung rechtlichen Erkenntnisses und den 6. 2;m
der Eröffnung desselben gewärtig zu
April 1700 Konsens Oschatz, den 21. Januar 1841.
für Wilhelmine Eleo⸗
2 e. 8 2 Anzeiger fuͤr die Preußischen Ansprüche zu haben vermeinen, andurch öffentlich und peremtorisch geladen, unter dem Präjudiz des Verlustes
dS als in dem deshalb anberaumten Anmeldungs⸗ und Person und, so weit nöthig, auswärtige Interes⸗ durch hierorts wohnhafte und gerichtlich legitimirte Bevollmächtigte an Gerichtsstelle allhier zu
darzulegen, ihre verwandtschaftlichen und sonstigen Ver⸗ C h sie ihre Ansprüche begründen, genau
seyn mögen, anzumelden und zu bescheinigen, ren Richtigkeit und Priorität mit dem geordneten Kon⸗ binnen 6 Wochen rechtlich zu
verfahren, zu beschließen und sodann den 9. August d.
September d. J.
Das Königl. Sächs. Landgericht daselbst. 8 Wilde.
8 Staaten. Gebet No. S u. die Schlufsarie No. 22 für Tenor, das berühmte Prio des 2ten Aktes, die Duetten No. 11, 14, 21, Arie No. 18 für Bafs, Arien No. 10, 15 u. 22a t. Sopran, der Marsch u. d. Ballet No. 17.
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Die Jüdin von Halevy
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Der Proze ßa ge, beleuchtet nach 3 Preußischem Strafrechte durch 8 und G. A. Noerner, Königl. Preuß. Stadtge⸗ richts⸗ u. Kriminalgerichts⸗ Rath zu Berlin. 8 61u geh. 1 ½ Thlr.
gehabten Wieder- D. H. Temme,
Königl. Preuß. Inquisito⸗ riats⸗Direktor u. Kriminal⸗
gerichts⸗Rath ohne Finale mit Klavier- wWwbwWI gr. 8. hlr., f. Violinquar-
Ir., für 2 Viosinen den, daß sofort nach dem Erscheinen eine zweite
Auflage veranstaltet werden mußte. — Es bleibt hier anzudeuten, daß dieselbe nicht etwa nur dem Juristen verständlich und lesenswerth ist, sondern in allen Krei⸗ sen der Gesellschaft die regste Theilnahme findet und den Stoff zu den mannigfaltigsten Erörterungen über den so mystisch als interessanten Vorfall liefert.
f. à ¾ — 1 x½ Thlr.
Das
Kastellanen des Opern⸗ und
F Diese Schrift hat eine so günstige Aufnahme gefun⸗
lgemeine
Berlin, Montag den
Sten Februar
Amtl. Nachr.
Frankr. Deput. Kammer. Verhandlungen über die Befestigung von Paris. — Annahme des Gesetz⸗Entwurfes mit entschiedener Ma⸗ jorität. — Interpellation über den Frieden mit der Argentinischen Republik. — Die geheimen Fonds. — Par. Betracht. übver die Ne⸗ sultate des Votums üver die Befestigungs⸗Frage. — Das „Journal des Debats“ darüber. — Der „Courrier frangais“ über den Han⸗ dels⸗Traktat mit Cngl. — Vermischtes.
Großbe. u. Irl. London. Tory⸗Klagen über Englands Handels⸗ Politik. — Brougham, Melvourne u. Wellington über die oriental.
8 Srage. — Armenwesen. — Schriftsteller⸗Eigenthum.
Neederl. Amsterd. Herr v. Luzac zum Staatzrath ernannt. — Aus Java. Hancels⸗Verkehr mit China. — Notiz für Deutsche Baum⸗ wollen⸗ u. Seiden⸗Fabrikanten.
Beig. Brüssel. Pirtenbrief des Kard. Erzb. v. Mecheln. — Erhöh.
Norweg. Herr. — Rektor Bugge.
ver Branntwein⸗Steuer. Schwed. u. Norw. Christiania. Stockb. Reich ztags⸗Heschlus wegen der wandernd. Handwerker Dan. Kopenh. Thorwaldfensches Museum. — Essenbarn von Kiel nach Clüastadt. Deursche⸗ Bundesst. Sachsen. Dresden. Beka ntm. über die dieslährige Kunst⸗Ausstellung. — Weimar. Geburtsfet des ECros⸗ Seen; “ u. Theater⸗Nornzen. enterr. Wien. Gouverneucs⸗Stellen in T Illyri t 8 uverneucs-Stellen in Tyrol, Illprien und de „Kü enlande neu besetzt. 1“ Span. Ma . Vermi Arm 3 8 8 Verminder. der Armec. — Bergara. Sieg der p5 en. gitei in den Beratb. üger die Fueros. Port. Fortdauer der Verhandl. über die Douro⸗F Bermi 2 über die Douro⸗Frage. — Vermi vfFelune der Einnahme. “ “ old. u. Wall Rede des gü⸗ i bei 5 f n. Wall 2 3 Füesten der Wallachei b landständischen Sitzungen. 8 ee ges Gfsfeugg ber Türkei. Konst. Aufregung an der Brit. Gränze. — Bank⸗Zustand. 8 9 8 Rio Janeiro über das Ergebniß der Wah⸗ . ustand von Rio Grande und den Frieden zwischen 8 Hrieden zwischen Frankr. Inlend. Posen. Der Mäßigkeits⸗Verein zu Bentschen. — Koblenz. ASn wahre Eestalt des Konigstuhls bei Rhense. 8. . u. L. Berlin. Sitzung der geograpb. Gesellschaft. — 5 g Proneß Lasarge nach Preuß. Strafrechte, von Temme und orner.
8
Amleibe „ 59 ; 1 1 Anleiyen und Papiergeld. — Die Engl. Flette in
Amrliche Nachrichten.
Konkurrenz um den von der Michael Beerschen Stif⸗ tung ausgesetzten Preis.
Der zu Muͤnchen am 22. Marz 1833 verstorbene dramatische Schrift teller Michael Beer aus Berlin hat durch testamentarische Verfuͤgung ein bedeutendes Kapital zu einer von des hochseligen Koͤnigs Majestaͤt Allergnaͤdigst genehmigten Stistung ausgesetzt um unbemittelten Malern und Bildhauern juͤdischer Religion den Aufenthalt in Italien zur Ausbildung in ihrer Kunst durch Ge⸗ waͤhrung eines Stipendiums zu erleichtern, welches dem Sieger einer jährlichen Preisbewerbung zu Theil wird, mit deren Ver⸗ ansta'tung die Koͤnigliche Akademie der Kuͤnste nach dem Wunsche des Stifters Allerhoͤchsten Ortes beauftragt worden ist.
Demgemaͤß macht die Akademie hierdurch bekannt, daß die diesjaͤhrige Konkurrenz um den Michael Beerschen Preis fuͤr Werke der Bildhaueret bestimmt ist, allein unabhaͤngig bleibt von der anderweitig von der Akademie eroͤffneten Preisbewerbung. Die Wahl des darzustellenden Gegenstandes uͤberlaͤßt die Akade⸗ mie dem eigenen Ermessen der Konkurrenten, so wie sie es den⸗ selben anheimstellt, ob sie eine Ausfuͤhrung in Basrelief oder in runder Figur vorziehen. Nur muͤssen Basreliefs, um zulaͤssig zu seyn, eine Hoͤhe von etwa 2 ½ Fuß zu einer Breite von etwa 4 Fuß haben, und eine runde Figur muß wenigstens 3 Fuß hoch seyn. Die Kosten der Abformung in Gyps, wofern diese noͤthig ist, werden auf Verlangen erstattet. Der Termin fuͤr die Ablie⸗
2 ferung der zu dieser Konkurrenz bestimmten Arbeiten an die Aka⸗
demie ist der 12. September d. J. und muß jede derselben mit
1 folgenden Attesten versehen seyn: 1) daß der namentlich zu bezeichnende Konkurrent sich zur juͤ⸗
dischen Religion bekennt, ein Aller von 22 Jahren erreicht hat und Zoͤgling einer Deutschen Kunst⸗Akademie ist; 2) daß die eingesendete Arbeit von ihm selbst erfunden und ohne fremde Beihuͤlfe von ihm ausgefuͤhrt worden ist. Die eingehenden und zur Konkurrenz zugelassenen Arbeiten werden auf acht Tage oͤffentlich im Akademie⸗Gebzude ausgestellt.
Die Zuerkennung des Preises erfolgt vor Ende Septembers d. J.
und besteht derselbe in einem Stipendium von 590 Thalern auf Ein Jahr zu einer Studienreise nach Italien. Berlin, den 29. Januar 1841. Direktorium und Senat der Koͤntglichen Akademie der Kuͤnste. Dr. G. Schadow, Direktor.
Abgereist: burg, Geheime Regierungs⸗
Der Erb⸗Truchseß des Herzogthums Magde⸗ sigk, nach Halle. K
h und D Dechant, vo
eitungs⸗Nachrichten
Frankreich.
Deputirten⸗Kammer. Si F
8 . itzung vom l. Februar.
(Fortsetzung.) Das Amendement des Herrn Portalis ward nach
einer kurzen Debatte verworfen, und Herr Denis nahm hierauf
Nan ee Alle uͤbrigen Amendements scheiterten an der merksamkeit der Kammer, die, offenbar durch die zehntaäͤgige
8*
Debatte ermuͤdet, das Ende herbei wuͤnschte. Es wurden alle Artikel des Gesetz⸗Entwurfes schnell nach einander und ohne irgend eine Veraͤnderung angenommen. noch auf folgenden Zusatz⸗Artikel an: „Die Bestimmungen der Gesetze und Ordonnanzen in Bezug auf die Festungen koͤnnen auf die Stadt Paris nur durch ein besonderes Gesetz angewen⸗ det werden.“ Herr Lherbette sagte, es waͤre zu einleuchtend, daß man eine Stadt wie Paris nicht der ganzen Strenge einer mili⸗ tairischen Herrschaft unterwerfen koͤnne, als daß er seinen Vorschlag noch ausfuͤhrlich zu entwickeln brauche. Der ge⸗
und nur eine kleine Veraͤnderung in der Abfassung vorschluͤge. Der Zusatz⸗Arrikel ward hierauf in folgender Weise VS.rS „Die Stadt Paris kann nur kraft eines Gesetzes unter die Fe⸗ 5 v werden.“ Die Kammer schritt ur mmung uͤber den ga setz⸗E f, wele EE“ ganzen Gesetz⸗Entwurf, welche aae*
Absolute Majoritaͤt....
Fuͤr den Gesetz⸗Entwurf...
Gegen densellen 162. Das Gesetz ist also mit einer Majoritaͤt von 75 Stimmen ange⸗ nommen . Sitzung vom 2. Februar. Nachdem heute uͤber ei⸗ nige Bittschriften Bericht erstattet worden 889 Herr M 7. milliod das Wort und ersuchte die Kammer, einen Tag festzu⸗ setzen, an welchem er die Regierung uͤber den zwischen dem Admi⸗
[Mackau und dem General Rosas abgeschlossenen Traktat in⸗
terpelliren koͤnne. — Der Minister der auswaͤrtigen Ange⸗ legenheiten machte bemerklich, daß jener Traktat noch nicht ra⸗ tifizirt worden sey und also in diesem Augenblicke der Kammer noch nicht vorgelegt werden koͤnne. Sobald die Ratification statt⸗ gefunden habe, wuͤrden vermuthlich auf Grund derselben außer⸗ ordentliche Kredite verlangt werden muͤssen, und dann habe die Fammer den Traktat zu pruͤfen, und die Regierung werde im Stande seyn, auf die Interpellation des Herrn Mermilliod voll⸗ stuͤndig zu antworten. In diesem Augenblicke wuͤrden die Ex⸗ olicationen der Regierung nur unvollstaͤndig seyn koͤnnen. — Herr Mermilliod machte bemerklich, daß seine Interpellationen hauplsaͤch⸗ lich zum Zweck haben wuͤrden, die Regierung vor der Rattfizirung des Vertrages uͤber gewisse Dinge aufzuklaͤren. — Herr Lacave⸗ Lapl agne trug darauf an, die Interpellation bis nach dem Vo⸗ tum uͤber das Duanen⸗Gesetz zu verschieben. Dieser Vorschlag ward angenommen. Der Minister des Innern bestieg hier⸗ auf die Rednerbuͤhne und legte den Gesetz⸗Entwurf uͤber die ge⸗ heimen Fonds vor. Der Betrag derselben belaͤuft sich, wie im vorigen Jahre, auf eine Million. Herr Duchatel erklaͤrte, daß das Ministerium, wie uͤblich, aus der Annahme dieses Gesetz⸗ dnsane. EIö mache. Bei Abgang der Post be⸗ chaͤftigte sich die Kammer mit eini Gesetz⸗E “ einigen Gesetz⸗Entwuͤrfen von
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Paris, 2. Febr. Die Kammer war durch die lange De⸗ batte uͤber den Fortifications⸗Entwurf so ermuͤdet, daß sie in der gestrigen Sitzung im Sturmschritt auf das Endvotum zu eilte, und von keiner noch so wichtigen Verbesserung etwas wissen wollte. Das Ministerium und die Kommission hatten gute Gruͤnde, diese Eile zu foͤrdern, indem dadurch die kitzliche Frage wegen der Gleich⸗ zeitigkeit umgangen wurde. Herrn Thiers ist im Grunde wenig daram gelegen, wie fuͤrs Erste die Arbeiten ausgefuͤhrt werden. Er hat seinen Hauptzweck erreicht; der Gesetz⸗Entwurf ist ange⸗ nommen, und er dadurch der großen Verantwortlichkeit enthoben, die er durch den eigenmaͤchtigen Beginn der Festungs⸗Arbeiten auf sich geladen hatte. Ob die Regierung nun etwas schneller an den Forts, oder etwas langsamer an der Mauer arbeiten laͤßt, darum wird er sich wenig kuͤmmern. Fuͤr die Regierung dagegen ist die ihr zugestandene volle Freiheit in der Ausfuͤhrung nicht ohne Wichtigkeit Sie wird sich wahrscheinlich in den ersten Jahren ausschließlich mit der Errichtung der detachirten Forts beschaͤfligen, und wenn man be⸗ denkt, was einige Johre auf Stimmung, Ansichten und Verhaͤlt⸗ nisse fuͤr einen Einfluß haben koͤnnen, so ist es erlaubt, die defi⸗ nitive Errichtung der Rinamauer immer noch fuͤr problematisch
zu halten. — Die Journale suchen nun heute vor allen Dingen
das gestrige Votum zu Gunsten ihrer Partei zu exploitiren. Die ministeriellen Journale sagen: Der Gesetz⸗Entwurf ist angenom⸗ men, obgleich Herr Thiers und seine Partei ihn unterstuͤtzt ha⸗ ben; die Journale der linken Seite versichern dagegen, der Ent⸗ wurf sey angenommen, weil Herr Thiers ihn unterstuͤtzt habe. Also eine zweite Auflage des quoiqze und des parceque! Dieser Streit ist uͤbrigens muͤssia, da es keinem Bedenken unterliegt daß beide Th ile gleichmaͤßig zum Erfolge beigetragen haben. Ohne Unterstuͤtzung des Ministeriums waͤre das Gesetz eben so gewiß gescheitert, wie ohne Unterstuͤtzung des Herrn Thiers. Es ist ein Coalitions⸗Votum. Alle Blicke richten sich nun auf die Pairs-Kammer, deren Stimmung, in Bezug auf den Gesetz⸗Entwurf, auch noch zweifelhaft ist. Hier wird äaber unbedenklich Alles von der mehr oder weniger entschiedenen Haltung des Ministeriums abhaͤngen. Wenn dasselbe so hesitirt wie eine Zeitlang in der Deputirten⸗Kammer, so duͤrfte, trotz der nicht unbedeutenden Majoritaͤt, mit welcher das Gesetz angenom⸗ men worden ist, das Votum der Pairs negativ ausfallen; denn man weiß, daß die Herren Pasquier und Decazes, deren Ein⸗ fluß groß ist, Gegner des Entwurfes sind. Es waͤre nicht das erste Mal, daß die Pairs⸗Kammer eine Maßregel zum Scheitern gebracht haͤtte, die, was man auch sagen moͤge, eigentlich unpo⸗ pulair ist. Sollte sich die Stimmung in der Pairs⸗Kammer von vorn herein als unguͤnstig oder auch nur als sehr unenischieden zeigen, so koͤnnte leicht noch ver Beginn der Debatte eine Mini⸗ sterial⸗Veraͤnderung stattfinden, da alsdann Homogenitaͤt die Haupt⸗ sache seyn wuͤrde. Man will heute schon wissen, daß die Herren Humann und Teste gleich nach der gestrigen Sitzung ihre Entlas⸗ sung eingereicht haͤtten.
der Koͤnig dieselbe nicht angenommen und auch eine Versoͤhnung
Zuletzt trug Herr Lherbette des Fortifications⸗Entwurfes in folgender Weise: „Wir wuͤnschen uns zu diesem Resultate Gluͤck. Wir haben den Entwurf an sich stets fuͤr gut erhalten, ohne uns indeß seine zahlreichen Uebel⸗ staͤnde zu verhehlen. Aber nach der Eroͤrterung, die in der Kam⸗ mer stattgefunden hatte, wuͤrden wir die Verwerfung des Ge⸗
Si Regierun
sunde Sinn der Kammer werde ihn unterstuͤtzen. Der Marschall 8e.aa⸗ Soult erklaͤrte, daß die Regierung diesem Vorschlage beitraͤte einigen der einflußreichsten Mitgliedern der Majoritaͤt, hatte es
zwischen den Herren Soult und Gutzot zu Stande gebracht
habe. Man muß erwarten, ob dies Alles von Dauer seyn wird.
Das Journal des Debats aͤußert sich uͤber die Annahme
Verderblich fuͤr die unsere Achtung das Schicksal angegriffen von
setzes fuͤr hoͤchst verderblich gehalten haben.
fuͤr die Kammer und fuͤr Einen Augenblick lang war sehr zweifelhaft. Lebhaft
im Auslande. des Gesetzes
außerdem das Ungluͤck, von der linken Seite beschuͤtzt zu werden,
und sich als eine von dem Ministerium des 1. Maͤrz hinterlassene Eebschaft darzustellen. Diese beiden Umstaͤnde sind es, wie wir nicht zweifeln, die dem Entwurfe viele Stimmen entzogen haben. Die linke Seite hat ihm gewiß mehr Stimmen geräaubt, als zu⸗ gewendet. Ohne die Redlichkeit, mit der das Ministerium selbst auf die Gefahr, einigen seiner Freunde zu mißfallen, den Entwurf unterstuͤtzte, wuͤrde derselbe verworfen worden seyn. Jetzt, wo das Ministerium vom 1. Maͤrz seine Indemnitaͤts⸗Bill erhalten hat, werden wir sehen, welchen Gebrauch es davon machen wird.
Wir zaͤhlen nicht sehr, wie man weiß, auf seine Maͤßigung und auf seine Uneigennuͤtzigkeit. Uebrigens fuͤrchten wir seine Angriffe nicht, sondern warten dieselben ruhig ab. Die ganze Kammer weiß, daß, wenn der Gesetz⸗Entwurf durchgegangen ist, dies nicht geschah wegen des Beistandes, den ihm die Partei des 1. Maͤrz leistete, sondern trotz jenes Beistandes.“
Der Courrier francais enthaͤlt Folgendes: „Lord Pal⸗ merston hat dem Franzoͤsischen Kabinette in einer sehr dringenden Note vorgestellt, daß der Augenblick gekommen sey, den fruͤher
(Eckel gegen die ganze Debatte hervorgebracht wird.
klar und bestimmt ausgesprochen. weise, die wahre Beredsamkeit von Staatsmaͤnnern, welche alle
macht, wie man vermuthete.
don “ zu Stande * 8 man eernstlicher iebe te. vnherercix, die Sache nur ernstlicher betrieben hät
verabredeten Handels⸗Traktat zu unterzeichnen, salls das Mini⸗ sterium vom 29. Oktober Willens sey, die von dem 1. Maͤrz ge⸗
stellten Grundlagen anzunehmen. Da der in Rede stehende Traktat sich darauf beschraͤnkt, gegenseitige “ ee Zoͤllen zu bewerkstelligen, und da eine solche Reform in dem In⸗ teresse beider Laͤnder liegt, so scheint es passend, sich damit zu be⸗ schaͤftigen. Wir wuͤrden in diesem Augenblick nicht rathen, Eng⸗ land irgend ein Zugestaͤndniß zu machen. Wenn aber die Briti⸗ sche Regierung unsere Weine, Branntweine und Seidenwaaren unter gemaͤßigteren Zoͤllen zulaͤßt, so haben wir keinen vernuͤnfti⸗ gen Grund, in Bezug auf ihre Produkte die Reciprocitaͤt zu verweigern. Ein Anderes wuͤrde es seyn, wenn die Note des Lord Palmerston in gebieterischen Ausdruͤcken abgefaßt waͤre und einer Drohung gliche, Frankreich wuͤrde England niemals erlau⸗ de ö“ Gelegenheit einer Zollfrage diejenige Haltung ge⸗ G eine Reagierung anzunehmen, die Spanien, Por en⸗ bbeecne ee. ” hmen, die Spanien, Portugal gegen ie Presse zieht einen Vergleich zwischen der Engli und Franzoͤsischen Adreß . Peseth. 8 1“— dauert sie einen Monat, weil jeder daran Theil nehmen will wo⸗ durch nur die Leidenschaften mehr aufgeregt werden, und zuletzt oͤffentliche Meinung aufzuklaͤren, wird sie irre gefuͤhrt. 1 land dauert die Debatte einen Tag und doch wird alles Wichtige Dies ist die wahre Geschaͤfts⸗
Details beiseite setzen, die die Hauptsache nur aufhalten. Sie plaͤdiren nicht, sie predigen nicht, sie schwaͤtzen nichrt, sie versetzen sich nicht in Leidenschaften. Sie sprechen, und dies ist eine Kunst welche unsern Staatsmaͤnnern abgeht.“ Die Garnison der Festung Ham ist ploͤtzlich geaͤndert wor den. Man erfaͤhrt, daß unter den Truppen, die zur Bewachung Ludwig Napoleon's in Ham waren, sich eine zu lebhafte Sym⸗ hagh, fuͤr den Kaiser und seine Familie kundgegeben haͤtte. 8
Herr von St. Aulaire, der Franzoͤsische Botschafter in Wien hat einen zweimonatlichen Urlaub erhalten, und wird binnen kur⸗ zem 8 “ Man will wissen, daß er nicht auf sei⸗ nen Posten zuruͤckkehren, sondern eine ander 6 ⸗
“ 9 e Bestimmung er Die hiesige Sparkasse hat in der abgelaufe, ; enen Woche an
neuen Zuschuͤssen die Summe von 919,266 Fr. erhalten. Die
beliefen sich auf 531,000 Fr.
rse vom 2. Februar. Die Annahme des Fortifications⸗
dr 1 Die Ar ortifications Entwurfes hat keinen so unguͤnstigen Eindruck auf 80 Fenn ge⸗
was niedriger waren, so schl. “ “ ’ das niedrig aren, hleß doch die ZpCt. Re 77 8 die 5 Ct. zu 112.70. —“ 11“1“
Großbritanien und Irland.
London, l. Febr. Am Sonnabend wurde im auswaͤrtigen Amte ein dreistuͤndiger Kabinets Rath gehalten, welchem alle Mi 1 1e beiwohnten; man glaubt, daß darin dem Kabinet von Lor Pe L1““ 825 Einwilligung der Pforte in d e p 8 g C G WM 1ee hc g des Paschaliks Aegypten an Mehmed Ali 1 Die Times enthaͤlt einen laͤngeren Artikel uͤber Englands Handels⸗Verhaͤltnisse, worin sie besonders uͤber die Ungeschickl ch⸗ keit der Britischen Unterhaͤndler im Auslande klagt. Großbrita⸗ nien, meint dieses Blatt, habe dem Auslande, bei der Masse seines Kapitals und seiner Production, ungleich mehr zu bieten, als von diesem zu empfangen, und doch sehe man die Englaͤnder uͤberall als eine Nation an, die nur Handels⸗Privilegien zu er⸗ betteln suche, und da aͤrndten wolle, wo sie nicht gesäct. Es wird nun weiter behauptet, daß der Vertrag mit der Tuͤrkei dem Bri⸗ tischen Handel nur Hindernisse in den Weg lege, anstatt ihm Vortheile zu gewaͤhren; der mit Neapel, der auf sehr verstaͤndigen Bestimmungen beruhe, sey von Lord Palmerston desavouirt wor⸗
den; und der mit Frankreich haͤtte noch vor dem Eintritt der kommen koͤnnen, wenn
Nach einigen
Klagen uͤber die mit Hinsicht auf die Deutschen Staaten befolgte 1. Handels⸗Politik, wobei dem genannten Blatte besonders der 8