Argentinischen Insurgenten zugesagt wird, ausdruͤcklich ausgeschlos⸗ Truppen
der Banda Oriental haben Martim Garcia erobern helfen, und Frankreich giebt es zuruͤck, ohne auch nur die Bundesgenossen zu fragen. Ubrigens wollen Fructo Rivero, der Praͤsident der Banda
Ortental, und Lavalle den Krieg auf eigene Hand fortsetzen, und 1 R die es sich gemacht, die Frucht, seinen moralischeu Einfluß in Suͤd⸗Amerika wenig⸗ stens fuͤr lange verloren und den Engländern einen unendlichen 8 fft zu haben. wenn der Traktat in Paris nicht ratifizirt wird, ist in der Sache nichts gebessert, dann
sen. Die Erbitterung in Montevideo ist graͤnzenlos;
8 Frankreich hat fuͤr die unermeßlichen Kosten,
Vortheil verschafft zu haben. Und selbst,
geht Alles von vorn an und unter wie anderen Umstaͤnden!
Inland.
— — Posen, 1. Febr. Zu Bentschen im Großherzogthum Posen haben die Bemuͤhungen eines wackerꝛn Mannes, des Kreis⸗Chirurgus La Roche, einen Verein ins Leben gerufen, der, mit so vielen anderen in unserem Vaterlande, die Unterdruͤckung des Branntweingenusses im Auge hat, und der, in Betracht der unsaͤglichen Schwierigkeiten, die sich einem Unternehmen dieser Art entgegenstellen, in seinen Kreisen schon sehr Wesentliches ge⸗ leistet hat und noch mehr zu leisten verspricht. Am 27. Januar d. J. feierte dieser Verein sein erstes Stiftungs⸗Fest. Von dem Direktor wurde in der sehr zahlreichen Versammlung, welcher viele angesehene Personen aus der Naͤhe und Ferne, 4 katholische, s evangelische Geistliche und der Orts⸗Rabbiner beiwohnten, ein in⸗ teressanter Jahres⸗Bericht uͤber das Wirken und die Schicksale des Vereins vorgetragen, der besonders abgedruckt werden wird. Referent entnimmt daraus bloß die Notiz, daß, außer den Vie⸗ len, die — angeregt durch den Verein — dem Wesen nach ihm angehoͤren, aus verschiedenen Gruͤnden aber sich bisher noch nicht entschlossen haben, demselben foͤrmlich beizutreten, der Verein am Schlusse des ersten Jahres 239 wirkliche Mitglieder zaͤhlte, dar⸗ unter 37 radikal gebesserte, ehemalige Säufer. Ver⸗ ausgabt hatte der Verein in diesem Jahre 207 Rthlr 9 Sgr.
Koblenz, 1. Febr. (Koͤln. 3) In diesem Augenblicke, wo es sich ernstlich davon handelt, das historisch⸗wichtige architek⸗ tonische Denkmal, den Koͤnigsstuhl bei Rhense, wieder in seiner ehemaligen Weise aufzubauen, verdient es wohl in Erinnerung gebracht zu werden, daß auf der Koͤnigl. Eisenhuͤtte zu Sayn bereits im Jahre 1826 ein kleines eisernes Basrelief — eine so⸗ genannte eiserne Neujahrskarte — auf Koͤnigl. Kosten angefer⸗ ligt worden ist, welches den Koͤnigsstuhl so darstellt, wie er in seiner architektonischen Vollendung ausgesehen haben muß. Sein Aussehen im 17ten Jahrhundert schildert nach eigener „fleißiger Besichtigung“ Joh. Just. Winkelmann in seiner Beschreibung der Fuͤrstenthuͤmer Hessen und Hersfeld, Bd. I., S. 121, mit folgenden Worten: „Deren eigentliche Raths⸗ und Wahlstatt ungefaͤhr 2 Musqueten⸗Schuß am Gestade des Rheines von ge⸗ mellter Stadt Rhense annoch der Koͤnigstuhl genannt, unter ver⸗ schiedenen hohen und dicken Nußbaͤumen befindlich, ist gebauet in die Runde von Quatersteinen mit sieben Schwibbogen, steht auf neun steinernen Saͤulen, deren eine in der Mitten, ist son⸗ sten ganz offen, und daruͤber gewoͤlbet, hinauf steiget man acht⸗ zehn Staffeln, Treppen oder Stiegen, ist mit zwei starken Thuͤ⸗ ren, vermittels deren man ihn fest verschließen kann, versehen. Seine ganze Runde und Umkreis erstrecket sich bei die 40 Ehlen 1 ½ Viertel, die Breite 13 Ehlen weniger 1 ½ Viertel, die Hoͤhe 8 Ehlen und 1 Viertel, nach rhenser oder bopparter Ehlen zu rech⸗ nen; ist mit sieben Umsitzen vor die damaligen sieben Kurfuͤrsten gemacht und haben dero Zeit die Rheinischen Kurfuͤrsten zunzͤchst
8
ihre Schloͤsser und Festungen gehabt, worauf sie zu Nachts sicher
geruhet und wan man in die Tromvpete gestoßen, hat ein jeder Kurfuͤrst auf seinem Schloß solches hoͤren koͤnnen.“ Eine spaͤtere Abbildung findet man in der „Dissertatio topogr. historica de inclita sede regali ad Rense vulgo von dem Koͤnigsstuhl bei Rens, sub praesido Joh. Dav. Koeleri a. 1735 publice habiter a Christ. Godofr. Laur. Rink. Altorfii, litteris Mayerianis“ 30. S. 4. Wer wuͤrde nicht dem gut angelegten Projekt des Wie⸗ dererstehens dieses hoͤchst wichtigen geschichtlichen Denkmals volles Gedeihen wuͤnschen! Hat sich doch der Bogen am Rolandseck schon wieder aufgerichtet, obgleich seine geschicht⸗ liche Bedeutung sehr im Dunkeln liegt. Was hier geschehen konnte und mit Recht fuͤr eine poetische Idee geschehen ist, wird um so mehr fuͤr den Koͤnigsstuhl in seiner merkwuͤrdigen histori⸗ rischen Wichtigkeit geschehen koͤnnen. So steuert denn fleißig bei, Alle, die ihr den Rhein, seine Geschichte und ihre Denkmale iebt! Helft in diesen die Vergangenheit vergegenwaͤrtigen; es geschehe zur Erinnerung an die Vaͤter vergangener Jahrhunderte,
Zeit mit dem also gearteten der jetzigen, o der Gestade des freien Deutschen Rheines!
Wissenschaft, Kunst und Literatur. „Berlin. In der Sitzung der aeographischen Gesellschaft am 6. Februar theilte Herr Ritter einen Nachtrag mit zu den früheren Nachrichten des Missionairs Isenberg über Shoa nach einem Engli⸗ schen Blatte. Sodann gab er einen Bericht über Dr. Grants wichlige Euntdeckung der freien Nestorianer in Julamerk jenseits des Tigris. — Herr W. Rose sprach über das Werf von Engelhardt: Naturschi de⸗ rungen, Sittenzuͤge und wissenschaftliche Bemerkungen aus den böch⸗ sten Schweizer⸗Alpen, legte das Werk mit den dazu gehörigen Abbil⸗ dungen und Karten vor, und erläuterte dieselbe nach eigener Ansicht und Erfahrung. — Herr Major Baeyer sprach: 1) Ueber die auf Be⸗ fehl der Tagsatzung zusammengestellten Resultate der trigonometrischen Vermessung der Schweiz, und schloß daran 2) eine Mittbeilung über die wahre Lage der Mecklenburgischen Küste. — Herr Mahlmann gab Notizen aus den durch Herrn A. von Humboldt eingesandten Be⸗ richten der Kongreß Sitzungen in Nord⸗Amerika (Report of the united States), betreffend statistische, geographische und astronomische Mitthei⸗ lungen, und gab daraus ausführlichere Nachricht von einem neuen Kanale durch die Landenge von Panama. — Herr Dr. Klöden las eine Abhandlung über die Gletscher, und inwiefern unsere Kenntniß der durch sie veranlaßten Erscheinungen durch die neueren Arbeiten gewonnen. — Herr Ritter theilte noch ein Fragment aus seiner Nor⸗ wegischen Reise mit. — Als Geschenke waren eingegangen: vom Herrn Direktor Zahrtmann in Kepenhagen: Schumacher’s Karte der Elbe von Hamburg bis zum Ausflusse, und der neueste Plan von Kopenba⸗ gen. Vom Herrn Hefrath und Professor l)r. Mädler in Dorpat: des⸗ sen Rede über die Zukunft der Astrenomie. Vom Herrn Professor Ritter: dessen Abhandlung über die geographische Verbreitung des Zuckerrohrs, mit Karte. Einige neuere geographische und geognestische Werke wurden zur Ansicht herumgegeben.
Der Prozeß Lafarge beleuchtet nach Preußischem Strafrechte durch J. D. H. Temme, Koͤnigl. Preuß. Inquisitoriats⸗ Direkror und Kriminalgerichts⸗Rath und G. A. Noͤrner, Stadtgerichts⸗ und Kriminalgerichts, Rath zu Berlin. v Verlag von Alexander Duncker. 1811. S. 210. SFro.
Sollte unseren transrhenanischen Nachbarn wirklich daran gelegen sevn, zu erfahren, wie Deutsche Kriminalisten die Verurtbeilung der Frau Lafarge von ihrem Standpunkte aus betrachten, so haben sie jetzt vier übereinstimmende Urtheile von Luden, dem Schreiber gegenwär⸗ tiger Zeilen und den beiden Verfassern der Schrift, durch welche die⸗ seiben veranlaft werden, vernommen. Alle, ohne daß Einer ven ih⸗ fen, während er schrieb, von dem Anderen gewußt, sind darüber vell⸗ nommen einverstanden, daß nach dem, was über den Prezeß öffentlich bekannt werden, den Regeln, welche ibre Wissenschaft sie gelehrt, zu⸗
rene, welche über das Schuldig oder Nichtschuldig entscheidend
chen, baben für ihren Ausspruch keinen anderen beenss⸗ als —
wissen; möge das der Mitglieder der Jurv von Tulle, welche die La⸗
farge für schuldig erklärt hat, ihnen seldst nie als ein irrendes Gewissen erscheinen; denn daß sie es wissentlich hätten verletzen mögen, dafür spricht kein Umstand auch nur entfernt.
Es möge diese kurze Hinweisung mit der überraschenden Notiz schließen, daß nach einer Anzeige der Verlags⸗Handlung in den neuesten öFsentlichen Blättern die erste Auflage der vortiegenden Schrift in den wenigen Wechen nach ihrem Erscheinen schen vergriffen und eine zweite gedruckt und zu haben ist. Nun spreche man noch von mangeindem Interesse des Deutschen Publikums, wo ihm nur wirklich etwas In⸗
teressantes dargedoten wird. Hitzig.
Dauer der Eisenbahn⸗Fahrten am 6. Februar.
Abgang Abgang von von Berin. Potsdam.
Zeirdauer
Zeitdauer — St. M.
Uhr Morgens.
1 45 . Normitt... —
40 43 43 52
Vormitt...
Nachmitt.. Nachmitt..
„ Abends...
2
Uhr Morgens.. „ Abends 1
8 Der erste Zug von Berlin wurte eine Viertelstunde spöter, als der Fahrpian besagt, abgesertigt, weil ein eine Reparatur bedürftig gewor⸗ dener Lastwagen, welcher bei der vorhergebenden Fahrt bei Zehlendoerf auf der Bahn zurückgelassen werden mußte. erst zur Seite zu schäaffen war
Meteorologische Beobachtungen. Morgens Nachmittags Abends Noch einmaliger
1841.
6. Februar. 6 Uhr. 2 Ubr. 10 Ubr. Beovachtund.
337,52 „Par. Quelwarme 67⁰0 F. — 11 190 R. Fluswarme 0,90 F. - 1190 R. Bodenwarme I 400 F. 94 „Ct. Ausdünstung 0,022 Rh. heiter. Niederschlag 0. No. Warmewersel — 5,10 — 12,10.
11.20 R. 91 vEt. NO. 1““ Amsterdam, 3. Februar.
8 Niederl. Wirkl. Schuld 501⁄16. 5 %, do. 97 ⁄19. Kauz Bill 21 ¾. 5 % Span. 22 3 Passive Ausg. — TZiusl. Preuss. Drumn. Sech. — Potl Oesterr
Luftdruck Luftwärme Thaurunkt Dunsisattiau g Wetter Wind Wolkenzug JIaaesmittel:
336,599“ „Par. — 13,2 0 R. ’. 95 vCt. halt heiter. NO.
337,41“„par. — 5.40 R. 7 390 R. 81 „Ct. dal’ heiter. NO.
Vor.
87 27
ö“
Antwerpen, 2. Februar. 1
Zinsl. —.
solge, weder als erwiesen anzusehen, daß Lafarge an ihm beigebrachten Arsenik gesterben (der sogenannte ebjektive Tharbestand), noch, insefern, wenn man dies auch wirkiich als dargethan annehmen weolle, daß d.e Angeschuldigte ihm das Gift beigebracht (der subjektive Thatbestand), und unsere Verfasser gehen sogar so weit, auszusprechen, daß ein Preu⸗ ßisches Gericht in der Lage, in welcher sich die Sache befand, als sie zur Entscheidung gelangte, nicht einmal auf vorläufiges), sondern auf völlige Freisprechung wegen Mangels an Beweis, er⸗ fannt haben würde. Wie sie diesen Ausspruch motiviren, darüber ist ledialich an das Buch selbst zu verweisen, das von eben so viel Fleiß in Zufammenstellung der einzelnen Thatsachen, als ven Einsicht in der Beurtheilung der daraus sich ergebenden Verdachts⸗ oder Entschuldi⸗ aungsagründe zeugt; denn, bei einem so fomplizirten Gewebe, ais es die Vergänge in Glandier, wo die Tragödie haupt’ächlich spiett, bilden, ist es nicht möglich, in wenigen Werien eine Uebersicht von dem Gange der Begebenbeiten zu geben. Nur müssen wir die Leser, welche etwa durch diese Anzeige der Schrift gewonnen werden möchten, warnen,
Neue Anl. 22 ½.
IHIamburg, 5. Februar. Bank-Actien 1610. Engl. Russ. 1001124.
Paris, 2. Februar. 112. 70. 3 % Rente fin cour. 5 5 % Span. Reute :5 ½. Passive 61½. 3 % 59 % Spau. Keute 25 ½. Passive 6 ¼. 3 %
50 % Rente fla cour Neapl. fin cour. 101. 95. Port. —
— —
22— 4 4½
Koͤnigliche Schauspiele. Montag, F. Febr. Im Schauspielhause: Egraont, Trauer⸗ spiel in 5 Abth.
Zu dieser Vorstellung werden Billets mit „Sennabend“ bezeichnet verkauft
Dienstag, 9. Febr. Im Opernhause: Don Juan, Oper in 2 Abth. mit Tanz. Musik von Mozart. (Mad. Christiani vom
nicht eber ihr cigenes Urtheil über deren Gegenstand auszutprechen, als bis sie sie in ihrem veollständigen Zusammenbang“, und zwar bis zu Ende, gelesen, weil bei dem Gange, welchen die Verfasser in ihrer Dar⸗ stellung genemmen haben, erst dann, nachdem ste das Ganjze in sich aufgenemmen, sich ein Total⸗Eindruck bei ihnen fe⸗stgesetzt haben wird. 1 Davon zu naschen, dazu eignet sich eine solche Relation nicht; hört man z. B. nur den öffentlichen Antläger, ennen Zengen, Deuvs Bar⸗ bier, eine Zengin, Brun, und überläßt sich daͤbei noch dem Gefühle, welches das widerwärtige Schreiben der Angeklaaten vom 15. Au⸗
briugen nicht verfehlen kann, so wird man sehr geneigt sevn, mit den Geschworenen das „Schuldig“ auszusprechen; betrachtet man aber die Argumentation des Anklägers in ihren gewagten Combinatienen, so wie die Perfönlichkeit der Zeugen und ihre Widersprüche, in dem Lichte, welches die Verfasser darüber verbreiten, so wird man sich in seinem Fhasen an die Schuld der Verurtheilten gewiß wieder erschüttert ühlen.
Die nicht zum Richteramt berufene Meyge wird bei aufmerksamer Durchlesung der vorliegenden Schrift sich leicht Cinen Begriff davon machen können, wie schwer die Ausübuna jenes wichtigen Amtes ist, wo nicht Geständniß des Angeschuldigten oder seine vollnandige lleber⸗ führung durch klare Beweise, eine sichere Grundlage für ein Urtbeil 1 über Freiheit und Ehre eines Mitmenschen
der zur Vergleichung des Guten und Schlimmen aus der alten
*) Viel weniger also auf eine Strafe.
ust 1840 an ihren Gatten in jedem gesunden Gemütbhe bervoriu⸗ „. 8 zust — aes — “ Akten, von Ur. C. Toͤpfer.
romantisches Deama Romand, ven Friedr. Genée.
darbieten. Geschwo⸗ V 1
Stadrtheater zu Hamburg: Zerline als Gastrolle) Im Schauspielhause: 1) La grand' merr, comédie en actes. 3) Les intimes, vaudeville nouveau en l acte
Mittwoch, 10. Febr. Im Schau’pielhause: Kaiser Hein
rich VI, 2. Theil, historische Tragödie in 5 Abth., von E. Raupach 1
Theater.
Des Herzogs Befehl. Lustspiel in Hierauf: Die Wiener in Berlin Posse mit Gesang in 1 Akt, von K. v. Holtei.
Dienstag, 9. Febr. Auf Begehren: 1711, 1811, 1911. Phantastische Zeitgemaͤlde mit Gesanz in 3 Abth., von C. Meisl. Musik, theils komponirt, theils arrangirt, vom Musik⸗Direktoe Kugler.
Donnerstag, 11. Febr. den Niederlanden, oder:
Koͤnigsstaͤdtisches Montag, §. Febr.
Zum erstenmaie: Herzog Alba in Der Buͤrger von Gent. Historisch in 5 Akten, nach dem Franzoͤsischen des Ouvertuͤre und Entreagte von L. von Beethoven.
Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.
Gedruckt bei A. W. Hapn.
uer.
vemerrvnn Rueen 3 243—v
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2eracas
Allgemeiner Anze
iger fuͤr die
Preußischen
Staaten.
Bekanntmachungen.
sssskikianbcbum. Die im Conitzer Kreise gelegenen freien Allodial⸗ Rittergüter Ziethen No. 201., Lissau No. 102. und 8 zwei Antheile an dem Gute Zawade No. 196. A. undB., zufolge der nebst dem neuesten Hppothekenscheine in hie⸗ siger Registratur einzusehenden Tare landschaftlich auf 03,065 Thlr. 13 sgr. 4 pf. abgeschätzt, sollen in termino den 25. August c., 11 Uhr Vormittags, an hiesiger richtsstelle öffentlich subhastirt werden.
Zugleicd, werden die ihrem Aufenthalte nach unbe⸗ annten Real⸗Interessenten, namentlich die Geschwister Wittmütz, Beriha, Carl und Moritz, als hpothekarische Gläubiger, zu dem anstehenden Termine Behufs Wahr⸗
nehmung ihrer Gerechtsame bei Vermeidung der Präͤ⸗ klusion hierdurch 8 ü
Marienwerder, den 16. Januar 1841. Civil⸗Senat des Königl. Ober⸗Landesgerichts.
—
V.1hanft bes den chen Der zum Verkauf des den Müller Daniel Wi Joachimschen Eheleuten gehörigen Medeniet Milhelm zu Gischkau No. 8. des Hypothekenbuchs auf den 1. Mat d. J. anberaumte Termin wird hierdurch wieder auf⸗ gehobe Danzig, den 29. Januar 1841. 8 “ Land⸗ und Stadtgericht.
n g
öa m a.
Wenn der hiesige Kaufmann Gustav Neumann und r Ehefrau Johanna geborne Wevergang wegen Hochlöbl. Polizei⸗Präsidiums hierselbst, Amtsblatt 5
dessen
rung dieser Debitsache und der genauen Konstatirung der Passivorum die Erlassung öffentlicher Proklamaten nöthig geworden, als werden hiermittelst alle diejenigen, welche aus irgend einem Rechtsgrunde Ansprüche und Forderungen an gedachte Kaufmann Neumannsche Ehe⸗ leute oder deren Vermögen zu haben vermeinen, zu deren behufigen Anmeldung und Verification in termi- nis den 19. Februar, 5. und 19. März d. J., Morgens 10 Uhr, bei dem Nachtheite vor uns zu er⸗ scheinen geladen, daß sie sonst durch die am 2. April d. J. zu publizirende Präklusio⸗Sentenz damit von der jetzt vorhandenen Masse werden ausgeschlossen und abgewiesen werden. Datum Greifswald, den 29. Januar 1841. (. S.) Direktor und Asessores des Stadtgerichts. Dr. Hoefer.
—2
11““ lnische Feuer⸗Versicherungs⸗Gesellschaft. 8 Grund⸗Kapital: Drei Millionen Thaler Preuß. Cour. Stifter der Gesellschaft: HH. Johann David Herstatt Salomon Oppenheim jun. & Comp. Abraham Schaffhausen
1 Köln,
1 ient i germö ur Deckung ihrer Schul⸗ vom Jusufficien⸗ ihres Pemegene “ iat
Seodlitz & Merkens
Johann Heinrich Stein
Amschel Meyer Freih. v. Rothschild
Cari Mayer Freih. v. Rothschild
Gebrüder v. Rothschild in Paris. Durch die amtliche Bekanntmachung des Königl.
in Frankfurt g.
2*/4
den bonis cedirt und deshalb zum Zweck der Reguli⸗ bestätigt, erlauben wir uns, einem versicherungssuchen.
29. Jan. d. J., als Agenten obiger Gesellschaft
den Publikum dies Institut aufs angelegentlichste zu empfehlen. Die Gesellschaft versichert zu sesten Prä⸗ mien, so daß der Versicherte nie, wie groß auch der Brandverlust seyn möge, eine nachträgliche Zahlung zu leisten hat, Immebilien und Mobilien jeder Art, sowohl Gebäude, als auch Waaren⸗Läger und Waaren auf dem Trausport, Maschinen, Aerndten ꝛc. und steht an Billigkeit der Prämiensätze keiner anderen soliden Anstalt nach.
Jede andere nöthige Auskunft, so wie Formulare, ertheilen wir und nehmen Versicherungen jederzeit an.
Berlin, am 1. Februar 1841. F. E. Rennemann & Comp., Königsstraße Nr. 45.
86 “
Bekanntmachung
Da die für das Jahr 1840 fälligen Renten, welche vom 2. Januar ab ausgezahlt werden, zum großen Theil weder hier noch bei den Agenturen abgehoben worden sind, so sieht sich die unterzeichnete Direction veranlaßt, auf den Umstand aufmerksam zu machen, daß nach dem §. 26. der Statuten die Auszahlung nur bis zum letzten d. M. erfolgen kann und dann erst wieder in den Monaten Januar und Februar des nächsten Jahres zulüssig —
Berlin, den 5. Februar 2g 86 P. deh⸗ Renten⸗Versicherungs⸗Anstalt.
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Frankr. Deput. Kammer. Die geheimen Fonds. — Paris. Der Deutsche Zoll⸗Verein. — Die „Presse“ über die neulichen Reden des Herzogs von Wellington und Sir R. Peel's. — Die Journale der Linken und die geheimen Fonds. — Vermischtes. — Privatbrief.
Großbr. u. Irl. Oberh. Lord Cardigan vor das Oberhaus gela⸗ den. — Unterh. Orientalische Angelegenheiten. — Gerichtswesen. — Besteuerung Ostindischen und Westindischen Rums. — Stanley's Registrir. Bill. — London. Nachricht von der Erledigung der orien⸗ talischen Frage und angeblich neue Noten zwischen England u. Frank⸗
reich. — Bau von Kriegsdampfschiffen. — Watlsiege der Tories. —
Verzögerung des Abgangs der Niger⸗Erpedition. — Legislatur von Neufundland. — Namen und Pathen der Kronprinzessin. — Begünsti⸗ gung der einheimischen Seidenfabrikation. 8
Belg. Brüssel. Zur Feststellung des Begriffes „katholische Partei“ in Belgien.
Dän. Kopenh. Bestand der Dänischen Flotte.
Deutsche Bundesst. Hessen⸗Darmstadt. Des Frhrn. v. Gagern Antrag über Auswanderungswesen. — Nassau, Wiesbaden. Die Winter⸗Saison daselböst. — Frankfurt. Privatschreiben. 1
Oesterr. Briefe aus Wien. (Die neuen Ernennungen. — Durchreise des Herrn von Demidoff. — Karnevals⸗Lustbarkeiten. — Die letzten Nachrichten aus dem Orient.)
Schweiz. Uever die Vorgänge im Aargau. — Luzern. Abstimmung für Verfassungs⸗Revision ausgefallen. — Solothurn. Neue Wah⸗ 82 2 Zürich Berns Zogern, die außerordentliche Tagsatzung zu
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Span. Madrid. Wahlbedingungen der leitenden Central⸗Junta.- Vermischtes.
Porr. Debatten über die Adresse und Douro⸗Frage. — Finanzen.
nrkef. Konst. Widerlegung der Nachricht von Pest⸗Ausbrüchen in Sprien.
Wiss., K. u. L. „Kirchen⸗ und Schul⸗Chronik der Stadk u. Ephorie Weissenfels seit 1539, von Heydenreich.“
Amtliche Nachrichten.
Kronik des Tages.
Des Koͤnigs Mafestaͤt haben dem Geheimen Hofrath We⸗ decke zu Berlin die Anlegung des ihm von Sr. Majestoͤt dem Kaiser von Rußland re. St. Annen⸗Ordens zweiter Klasse
’ u gestatten geruht. üest erne. 86 Koͤnig haben geruht, den Land⸗ und Stadt⸗ richter, Ober⸗Landesgerichts⸗Assessor Mantell zu Muͤnsterberg zugleich zum Kreis⸗Justizrath des Muͤnsterberger Kreises zu er⸗ nennen. 2 Sg⸗s8s
Se. Hoheit der Herzog Georg von Mecklenburg⸗ Strelitz ist nach Dresden von hier abgereist.
Der bisherige Ober⸗Landesgerichts⸗Assessor Zitelmann ist zum Justiz⸗Kommissarius bei dem Land⸗ und Stadtgerichte zu Siettin und bei den Untergerichten des Randowschen Kreises, mit Anweisung seines Wohnsitzes zu Stettin, bestellt worden.
Die Koͤnigliche Akademie der Kuͤnste hat den Klempner⸗ Meister Johann Wilhelm Ferdinand Thielemann hier⸗ selbst, welcher die bei Gelegenheit der Einholungs⸗ und Huldi⸗
gungsfeier gebrauchten Ruͤstungen gearbeitet, zu ihrem akademi⸗ schen Kuͤnstler ernannt und das Patent fuͤr denselben unter heu⸗
tigem Datum ausfertigen lassen. Berlin, den 6. Februar 1841.
Direktorium und Senat der Koͤniglichen Akademie der Kuͤnste.
Dr. G. Schadow. 1 ungs⸗Nachrichten. Auslan d.
Franitei h. s. Deputirten⸗Kammer. Sitzung vom 2. Febr (Fortsetzung.) Bei Vorlegung des Gesetz⸗Entwurfs uͤber die ge⸗ heimen Fonds aͤußerte sich der Minister des Innern in sol⸗ gender Weise: „Die Nothwendigkeit der Fonds, welche fuͤr die Beduͤrfnisse der geheimen Polizei bestimmt sind, wird von Nie⸗ mandem mehr bestritten. Die verschiedenen Meinungen, in wel⸗ che sich diese Kammer theilt, haben dieselben jedes Mal den Ver⸗ waltungen bewilligt, denen sie ihren Beistand liehen; wir haben daher die geheimen Fonds nicht mehr gegen die Vorwuͤrfe der Nutzlosigkeit oder der Unsittlichkeit zu vertheidigen. Es bleiben daher nur zwet Fragen zu erledigen uͤbrig: Erheischen die Um⸗ staͤnde die Anlegung der geheimen Fonds? Verdient die Verwal⸗ tung, welche um diese Huͤlfsquellen anspricht, Ihr Vertrauen? Die Ordnung ist befestigt; das Land ist ruhig; wir sind die Ersten, dies einzuraͤumen und uns Gluͤck dazu zu wuͤnschen. Es ist ei⸗ nes der Resultate, zu denen sich das jetzige Kabinet Gluͤck wuͤnscht. Schwierige Pruͤfungen sind gluͤcklich uͤberstanden; aber wenn die uner⸗ meßliche Majoritaͤt der Buͤrger die Ordnung und den Frieden will, so haben doch die Schwindelgeister noch nicht auf ihre Versuche Verzicht geleistet. Strafbare Vereine bewegen sich im Dunkeln und be⸗ drohen nicht bloß mehr die Regierung, sondern auch die Gesell⸗ schaft. Man bemuͤht sich, unter den arbeitenden Klassen die ver⸗ derblichsten Lehrsätze zu verbreiten; man organisirt sich auf heim⸗ liche Weise, um die gesellschaftliche Oednung in ihrer wesentlichen Grundlage, in dem Eigenthum, anzugreisen, und uͤber diese neuen Umtriebe vergessen die Parteien nicht thre alten und verbrecheri⸗ schen Plaͤne; sie setzen ihren erbitterten Krieg gegen unsere In⸗ stitutionen und gegen die Krone selbst fort. Unsere Pflicht ist es, m. H., unaufhoͤrlich zu wachen und unseren Blick nicht ei⸗ nen Augenblick lang von den im Dunkeln schleichenden Parteien abzuwenden. Wir sind dem Koͤnige, der Kammer und dem Lande fuͤr die Ruhe der Gesellschaft verantwortlich, und wir ver⸗
*
uar. so besser zu sichern, die Pyrenaͤen fuͤr unseren eigenen Han⸗ del
Mittel zur Sicherstellung derselben. Ver⸗ welches 8 diesem ““ . fentlichen Angelegenheiten leitet, das Vertrauen der Kammern 5 8 die dereen welche der Gesetz⸗Entwurf anregt. Diese Frage ist schon bei dem Beginn der Session entschieden worden; sie war durch die Adreß⸗Debatten gestellt und auf eine feierliche Weise geloͤst. Die Kammer hat der Politik des Kabi⸗ nets ihren Beistand bewilligt. Wir erscheinen nicht vor Ihnen, wie eine neue Verwaltung, welche Ihnen ein Programm vorzu⸗ legen und ihre Plaͤne uͤber das zu befolgende Verfahren ausein⸗ anderzusetzen haͤtte. Wir kennen Ihren Gedanken, wie Sie den unsrigen kennen; indem wir bei denselben Grundsaͤtzen beharren, erwarten wir die Mitwirkung der Majoritaͤt, die unsere ersten Anstrengungen unterstuͤtzt hat. In dieser Mitwirkung, m. H., liegt die Staͤrke der Regierung und wird, erlauben Sie mir, es hinzuzufuͤgen, auch das Heil des Landes liegen.“ — Der Minister der oͤffentlichen Bauten legte hierauf einen Ge⸗ setz Entwurf vor, durch welchen die Regierung ermaͤchtigt werden soll, Kanäle und andere Verbindungswege im Interesse des oͤf⸗
fentlichen Nutzens zu expropriiren.
Paris, 3. Febr. Da in den naͤchsten Tagen die Deputir⸗ en⸗Kammer sich mit einem neuen Zoll⸗Gesetz⸗Entwurfe beschaͤsti⸗ gen wird, so lassen es sich einige der hiesigen Journale angelegen seyn, ihre Leser auf diesen Gegenstand vorzubereiten, und ihnen einige Huͤffsmittel zum Verstaͤndniß der Frage an die Hand zu geben. Bei dieser Gelegenheit wird des Deutschen Zollverban⸗ des haͤufig gedacht, und zwar mit einer Uebereinstimmung im Lobe, der das Ausland von Seiten der Franzosen sich selten zu erfreuen hat. Da aber anzunehmen ist, daß die Massen eigent⸗ lich noch nicht recht wissen, was es mit dem Deutschen Zollver⸗ bande auf sich hat, so sind die Bemuͤhungen der Journale haupt⸗ saͤchlich darauf gerichtet, das Publikum uͤber diesen Gegenstand aufzuhellen. Ein kuͤrzlich erschienenes Werk der Herren de la
langen von Ihnen die A dient aber das Ministerium,
Nourais und E. Beres, betitelt ‚Passociation des douanes allemandes sont passé des 3 ans avenir“, kommtihnen dabei trefflich zu statten. Der Courrier français giebt heute als Auszug aus jenem Werke eine Geschichte des Deutschen Zollverbandes, die er mit folgenden Worten einleitet: „Die Preußische Regierung hat die groͤßte oͤkonomische Reform unserer Zeit ausgefuͤhrt, und waͤhrend man in England und Frankreich Buͤcher schrieb und Antraͤge stellte, um die Vortheile der Handels⸗Freiheit zu beweisen, ver⸗ schaffte Preußen die Wohlthaten jener Freiheit einer Bevoͤlkerung von 25 Millionen Menschen.“
Die Reden des Herzogs von Wellington und des Sir Ro⸗ bert Peel im Englischen Parlamente geben heute der Presse zu folgenden Betrachtungen Anlaß: „Einige einflußreiche Mitglie⸗ der des Englischen Parlamentes, berücksichtigend, daß die Fran⸗ zoͤsische Regierung, repraͤsentirt durch Herrn Thiers, eine ziem⸗ lich traurige Rolle gespielt hatte, haben es fuͤr angemessen erach⸗ tet, von der Rednerbuͤhne herab dem neuen Franzoͤsischen Kabi⸗ net einige wohlwollende Worte zuzuwerfen. Der Herzog von Wellington hat im Oberhause gesagt, daß es keine wirkliche Buͤrg⸗ schaft fuͤr die Dauer des Europaͤischen Friedens gaͤbe, so lange Frankreich aus dem Rathe der Maͤchte ausgeschlossen bliebe, und daß daher alle Anstrengungen der Freunde des Friedens darauf gerich⸗ tet seyn muͤßten, Frankreich in jenen Rath zuruͤckzufuͤhren. Sir R. Peel hat im Unterhause dieselbe Sprache gefuͤhrt. Dergleichen Worte sind in dem Munde der Tory⸗Chefs sehr logisch und sehr natuͤrlich. England hat Nutzen genug aus der Allianz mit uns gezogen, als daß es nicht den Bruch derselben bedauern sollte; aber wir begreifen nicht, wie Journale, welche vorgeben, daß ihnen die Interessen und die Wuͤrde Frankreichs am Herzen laͤgen, jene Worte haben aufraffen koͤnnen, um daraus eine neue Hymne zu Ehren unseres hochherzigen Verbuͤndeten zusammenzusetzen. Daß England unsere Allianz bedauert, ist, wie gesagt, sehr natuͤrlich; denn Frankreich war ihm ein so bequemer Verbuͤndeter. Waren wir es nicht in der That, die ihm noͤthigenfalls dazu dienten, Rußland zu erschrecken? Haben wir nicht, bloß um Englands Gunst nicht zu verlieren, auf die Vergroͤßerung unseres Gebietes um ein ganzes Koͤnigreich verzichtet? Haben wir nicht, um das Monopol des Spanischen Marktes seinen Schmugglern um
versperrt? Haben wir nicht seine Zwistigkeiten mit Neapel beigelegt, um ihm freie Hand im Orient zu lassen? Ja gewiß, solche uneigennuͤtzige Verbuͤndete verdienen, daß man sie bedauert. Aber wenn der Bruch einer solchen Allianz durch Eng⸗ lands Schuld herbeigefuͤhrt worden ist, wenn die gezwungene Vermaͤhlung zweier Politiken, deren Eine den merkantilischen Egoismus und die Andere die Hingebung zur Grundlage hat, wegen Unverträͤglichkeit aufgeloͤst worden ist, so wuͤrde es die be⸗ klagenswertheste aller Entschließungen seyn, wenn Frankreich die Vortheile einer so guͤnstigen Scheidung zuruͤckstieße und sich neuer⸗ dings an eine Kette schmieden ließe, deren ganzes Gewicht auf ihm allein gelastet hat. Frankreich kann kein Verbuͤndeter seyn, den man, je nach seiner Laune und seinem Interesse, aufgiebt und wieder zu Gnaden annimmt. England, welches sich von al⸗ len Seiten durch dumpfe Eifersucht bedroht sieht, hat angefangen zu bemerken, daß der Platz Frankreichs in dem Rathe der Maͤchte leer sey, und es fuͤrchtet, nun seinerseits isolirt dazustehn. Dies ist der Grund der ploͤtzlichen Ruͤckkehr seiner Liebe. Aber Eng⸗ land haͤtte eben so gut vor dem Traktat vom 15. Juli die Ge⸗ fahr unserer Abwesenheit einsehen koͤnnen; Frankreich hat das Recht, ihm zu antworten, daß es heute zu spaͤt ist, um dieselbe zu bemerken.“ 3 . .
Die Journale der linken Seite, und namentlich die des Herrn Thiers, bereiten heute das Ministerium darauf vor, daß ihre Partei gegen den Gesetz⸗Entwurf uͤber die geheimen Fonds stimmen werde. Das Sisele sagt in dieser Beziehung: „In der sehr kurzen und sehr unbedeutenden Einleitung zu dem Gesetz⸗Entwurfe uͤber die geheimen Fonds sucht der Minister des Innern, wie man bemerkt haben wird, das Votum der linken Seite in der vorigen Session als einen Grundsatz geltend zu
wenn fast alle Meinungen bei dem gegenwärtigen Zustande und in Belrggn trauriger Antecedenzien, die Nothwendigkeit einer solchen Bewilligung einsehen, es doch im vorigen 8* festgestelt wurde, und zwar nicht allein durch die Red⸗ ner, welche jetzt in die Opposition zuruͤckgekehrt sind, son⸗ dern auch durch seinen Vorgänger, daß es 88 der Regierung sey, Bewilligungen der Art unaufhoͤrlich
zu vermindern, bis es zuletzt moͤglich waͤre, sie gaͤnzlich .en
den zu lassen. Herr Duchatel hat aber keinen Wunsch und 8
nen Grundsatz der Art ausgesprochen. Die Kreditforderung lst
nicht allein nicht vermindert worden, trotz der gluͤcklichen Veraͤn⸗
derung in der allgemeinen Lage des Landes, die nothwendig durch
die bloße Anwesenheit eines konservativen Ministeriums herbeige⸗
fuͤhrt werden mußte, sondern es scheint auch, als ob man der
Meinung waͤre, daß eine solche Verminderung niemals eintreten
muͤsse. Hier ist also hinsichtlich des Prinzips der Ausgabe schon
eine wesentliche Verschiedenheit. Es bleibt dann aber noch die
Vertrauensfrage zu erwaͤgen, die durch den Gesetz⸗Entwurf ange⸗
regt wird. Wir wissen nicht, wie die Kammer diese Frage ent⸗
scheiden wird; aber das Land weiß sehr wohl, und seit der letz⸗
ten Sonnabend⸗Sitzung besser als je, wie sie enischieden werden
muͤßte.“
8. 8 Ministerrath versammelte sich heute um 1 Uhr unter
dem Vorsitze des re in den Tuilerieen. Der Admiral
Mackau wohnte dem Conseil bei.
Die Deputirten⸗Kammer hat gestern in ihren Buͤreaus die Kommission ernannt, welche den Gesetz⸗Entwurf uͤber das litera⸗ rische Eigenthum pruͤfen, und uͤber denselben Bericht erstatten soll. Die Kommission besteht aus den Herren de la Grange, Vatout, Caix, Dumont, von Lamartine, von Jussieux, von Carné, Meilheurat und Taschereau.
Die Domainen⸗Verwaltung hatte dem Herzoge von Bordeaur den Besitz der Domaine Chambord, welche derselbe bei seiner Geburt als Nationat⸗Geschenk erhielt, zu machen gesucht. Der Prozeß wurde zuerst vor dem Koͤniglichen Gerichtshof in Orleans verhandelt, dessen Urtheil dahin aussiel, daß der Herzog von Bordeaux rechtmaͤßiger Besitzer von Chambord sey, und in Besitz dieser Domaine bleiben muͤsse. Der Fiskus appellirte ge⸗
heute, dem Antrage des General⸗Prokurators Dupin gemäͤß, das Urtheil erster Instanz vollkommen bestaͤtigt. In einem hiesigen Blatte liest man:
Staaten erhalten. Man schien seit einiger Zeit zu glauben, daß
nuar veroͤffentlichte Bericht uͤber die Lage der Bank der
nstituts befuͤrchten. Die Bank hat fuͤr 9,336,000 Dollars
tragen. Die Aktiva bestehen aus 3,568,461 Dollars, wovon 1,725,087 in baarem Gelde. Diese traurige Lage wird wahr⸗ scheinlich auf alle Amerikanischen Banken zuruͤckwirken und auf Europa nicht ohne nachtheilige Folgen bleiben.“
Nach der Abstimmung uͤber den Fortifications⸗Entwurf rief
ein Deputirter aus: „Nun wird man nicht mehr sagen, Paris sey das moderne Babylon, denn hoffentlich sieht Niemand die detaschirten Forts suͤr haͤngende Gaͤrten an.“ — Ein Deputirter der aͤußersten Linken sagte: „Man hatte uns einen Thron, um⸗ geben von republikanischen Institutionen versprochen; man giedt uns jetzt einen Thron, umgeben von Bastillen!“ — Ein Witz⸗ bold sagte: „Die Regierung ist ehrlich, sie giebt dem Volke die Bastille, welche 1789 zerstoͤrt wurde, mit Zinsen zuruͤck.“ Boͤrse vom 3. Februar. Zu Anfang der heutigen Boͤrse waren saͤmmtliche Fonds sehr gesucht; aber die spaͤter eingetroffene Nachricht von dem kritischen Zustande der Nord⸗Amerikanischen Bank erschreckte die Spekulanten und bewirkte eine Reaction, welche die Course auf ihren gestrigen Standpunkt zuruͤckfuͤhrte.
*Paris, 2. Febr. Die Organisation der neuen Franzöͤsi⸗ schen Regimenter ist der Veendiaung nahe. Die Einberufung von 80,000 Mann aus der Klasse von 1840, welche der Mar⸗ schall Soult vorschlaͤgt, wird die Luͤcken in den aͤlteren Regimen⸗ tern ausfuͤllen, aus denen zur Bildung der neuen Kavallerie, Infanterie und Tirailleurs oder Jaͤger viel der besten Mann⸗ schaften gezogen worden sind. Daß eine solche Maßregel in jedem Corps nur ungern gesehen wurde, versteht sich wohl von selbst, denn ungern sieht man aus den Schwadronen und Compagnieen die besten Subjekte fuͤr neue Corps auswaͤhlen, wie uͤberhaupt die Bildung von neuen Elite⸗Truppen immer zu Klagen uͤber 1b. und Bevorrechtigung von Offizieren u. s. w. Anlaß giebt.
Was die Kleidung der Chasseurs zu Fuß oder Tirailleurs von Vincennes anbetrifft, so tadeln praktische Militairs, die gerade den Guerillas⸗ und Tirailleur⸗Krieg besonders studirt, wie der Oberst Baron Schwarz in Polen, Portugal und auch in Spa⸗ nien, die Annahme der Patrontasche vorn. Die sogenannten fusils koptiteurs, welche der Schwierigkeit abhelfen sollten, die Zuͤndhuͤtchen aufzusetzen, sind definitiv als unstatthaft beseitigt worden. Die Buͤchsen sind gezogene, die angenommene Kugel⸗ form eine sphaͤrische, um das Abweichen zu verhindern.
Großbritanien und Irland.
Parlaments⸗Verhandlungen. Oberhaus. Sihung vom 1. Februar. Lord Ellenborough uͤberreichte eine Pe⸗ tition von Mitgliedern des Ostindisch⸗Chinesischen .osß London, worin um Ausgleichung der Zoͤlle auf die Produ 8 29. indiens und Westindiens, so wie der anderen Bennschen nieen, ersucht wird; der Marquis von 8eacn aesg, 8
Indischen Handel noch
mungen, welche dem ege zu kͤumen. Sodann brachte Lord
moͤglichst aus dem
machen. Der Minister hat aber wahrscheinlich vergessen, daß,
Shaftesbury den Bericht des Ausschusses ein, welchem ee
darauf, daß die Regierung es sich ven. snden, bald.,
die Pflicht
11“
gen dieses Urtheil bei dem hiesigen Cassationshof, dieser aber hat
„Man hat heute uͤber Liverpool Nachrichten sehr ernster Art aus den Vereinigten
die finanziellen Angelegenheiten jenes Landes eine guͤnstigere Wen⸗ dung genommen haͤtten; aber der in den ersten Tagen des Ja⸗ erei
nigten Staaten laͤßt eine nahe bevorstehende Vernichtung jenes
cheine im Umlauf, und sie ist auf Depots 1,869,022 Dollars b schuldig, so daß ihre Passiva im Ganzen 11,205,022 Dollars be⸗