““ uhelfen, und zu thun, was die ge⸗ katholischer Großer so gehandelt haäͤtte,
duͤrfnissen des Augenblicks ab genwaͤrtige Lage erheischt. Wenn ein ganz Rath, wie der von Solothurn und Luzern, wie der des Aargaus, so waͤre das noch zu begrei⸗ fen; wenn aber eine Versammlung „ die der Mehrzahl nach aus Protestanten besteht, den Katheliken gegenuͤber, mit denen sie durch einen Vertrag verbunden ist, eine so wichtige Maßregel ergreift, wie die in Rede stehende, so mußte dies noth⸗ wendig Verlegenheiten herbeifuͤhren, die leicht vorherzusehen wa⸗ ren. Ohne die geringste Sympathie fuͤr die Kloͤster zu haben, konnte man sich doch erlauben, die Klugheit des Verfahrens in Aarau in Zweifel zu ziehen. Es wuͤrde uns nicht uͤberraschen, wenn viele Kantone, aufgesordert, die neue Verfassung von Aar⸗ gau zi garantiren, ernstliches Bedenken truͤgen, diese Garan⸗ tie zu gewaͤhren, so lange die Kloster⸗Frage nicht zur Zufriedenheit der Katholiken, wie der Protestanten, entschie⸗ den worden. Dies koͤnnten selbst protestantische Kantone seyn, wo man wahrlich das Klosterleben und seine schreienden Mißbraͤuche nicht liebt, wo man sich aber e st zweimal besinnt, che man ohne Weiteres bestehende Verträͤge bricht. Man kann sich seine Lage nicht stets so machen, wie man es wohl wuͤnscht; uweilen muß man sie so nehmen, wie sie fuͤr uns gemacht wor⸗ den ist und dies ist, leider der Fall der Schweiz in Bezug auf ihren Bundes⸗Vertrag. Es waͤre gewiß schmerzlich fuͤr den Kanton Aargau, einen Ruͤckschritt zu thun, denn nichts kompromittirt eine Regierung mehr, als wenn sie Maßregein de⸗ kretirt, die sie sraͤter nicht auszufuͤhren vermag. Aber dies waͤre doch noch besser, als einer diplomatischen Intervention, die bis jetzt durch nichts gerechtfertigt wird, und die man siegreich zuruͤck⸗ zuweisen im Stande seyn wuͤrde, einea Anschein von Gesetzlich⸗ keit zu geben. Das erste Gesetz fuͤr dte Schweizer Kantone muz seyn, sich so zu benehmen, daß dem Auslande auch nicht der leiseste Vorwand, sich in unsere Angelegenheuen zu mischen, dargeboten wird.“
Luzern, 1. Febr. (Bas. 3.) Wie ein Donnerschlag hat das Resultat der gestrigen Abstimmung unsere Radikalen meder⸗ geschmettert; das Resultat war Folgendes: Stimmfaͤhige 23,555; anwesend bei der Abstimn ung 19,230; gestimmt fuͤr Revision 17,551; fuͤr Nichtrevision 1679; abwesend 4325; Total fuͤr Nicht⸗ revision 6004.
Solothurn, 1. Febr. (Bas. 3.) Heute hat sich das Wahl⸗Kollegium der Stadt Solothurn versammelt und im ersten Skrutinium wurden zu Großraͤthen erwaͤhlt: Herr Appellationsrath Gerber, unstreitig der beredteste Vertheidiger der konversativen Grundsaͤtze; Herr Th. Scherer, ehemals als Redacteur der „Schildwache,“ jetzt als Staatsgefangener hinlaͤnalich bekannt, und endlich der ehrwuͤrdige Ammann Gaß von Grenchen, der von jeher fuͤr Recht und Glauben kaͤmpfte. Diese drei Wahlen sind wohl die kroͤftigste aber auch die edelste Antwort, welche die Stadt einer Regierung geben konnte, die so manchen ihrer ange⸗ sehensten Buͤrger in den Kerker geworfen hat.
Zuͤrich, 1. Febr. Unsere Zeitung bemerkt: „Der Vorort zoͤgert mit Recht, eine außerordentliche Tagsatzung zu berufen. Nur die Verlegenheit, als protestantischer Vorort die Note des Nuntius zu beantworten, duͤrfte vielleicht Bern dieser Maßregel geneigt machen. Man will sogar das aͤngstliche Zuruͤckfordern der Berner Truppen mit einer gewissen Scheu, die sich in Bern eigt, katholische Zustaͤnde zu behandeln, in Verbingung bringen.
is jetzt haben zwar die drei Urstaͤnde und Zug die Tagsatzung verlangt, aber nur wenn ihren Anforderungen an Aargau nicht wuͤrde entsprochen werden; sie werden daher wahrscheinlich ihr Begehren an den Vorort erst wiederholen.
Die Regierung von Wallis hat ebenfalls, wie diejenige von Zug, gegzen die Aufhebung der Aargauischen Kloͤster protestirt.
1 Spanien.
Madrid, 20. Jan. Die leitende Central⸗Junta fuͤr die Wahlen der Provinz Madrid hat fuͤr die Kandidaten folgende Bedingungen aufgestellt: bewaͤhrter Buͤrgermuth; niemals ver⸗ leugnete Rechtlichkeit; Unabhaͤngigkeit des Charakters und der Stellung; stets konsequentes politisches Benehmen; Muth und Festigkeit, um im Sinne der September⸗Bewegung und deren natuͤrlichen Folgen fort zu wirken; bestimmter Entschluß, die con⸗ stitutionellen und organischen Reformen, welche die Nation durch jene glorreiche Bewegung zu erlangen beabsichtigte, auszufuͤhren und die Minister wirklich verantwortlich zu machen; endlich das Versprechen, daß kein Deputiktter, so lange er in der Cortes sitzt, und noch zwei Jahr nachher, ein oöͤffentliches Amt annimmt. Unterzeichnet sind diese Bedingungen von mehreren Deputirten, unter denen man die Namen D. Augustin Arguelles, D. J. Ar varez y Mendizabal und Pedro Mendez Vigo bemerkt, und von den Senatoren D. Martin de los Heros, D. Valentin Ortigosa
uund Don Joaquim Francisco Campuzano.
Die Hof⸗Zeitung enthält ein Dekret des Ministers des Innern, wodurch in Zukunft die Fuͤhrung der Civil⸗Register den Munizipal⸗Beamten uͤbertragen wird. Vorlaͤufig kommt diese Maßregel jedoch erst in den Orten von mindestens 500 Feuer⸗ stellen zur Ausfuͤhrung. 8
Cadix, 17. Jan. sige Platz⸗Major mit einem Intendanten und befahl ihm,
Gestern Nachmittag begab sich der hie⸗ Detaschement Infanterie zu dem im Namen des kommandirenden Generals, das zur Bezahlung der Garnison noͤthige Geld aus⸗ Vssen. was auch sofort geschah. Fruͤhere Aufforderungen, das
eld auszuzahlen, hatte der Intendant stets mit dem Bemerken, daß kein Fönds vorhanden sey, zuruͤckgewiesen. 8
Portugal.
Lissabon, 25. Jan. (Times.) Obgleich die Sena
in den letzten Tagen nicht in hinreichender Anzahl versammelten, so haben sie doch die Adresse zur Weantwortung der Thron⸗Rede am Zlsten angenommen und bevor sie der Köͤnigin überreicht wird, noch der Revisions⸗Kommission vorgelegt. Das Reglement fuͤr die freie Beschiffung des Douro, welches, sogleich nachdem es von der Deputirten⸗Kammer eingebracht worden, dem Finanz⸗ Comité uͤberwiesen wurde, wird wahrscheinlich heut angenommen werden, da die Senatoren uͤbereingekommen sind, diese Angele⸗ genheit so schnell wie moͤglich zu beendigen. In der Deputirten⸗ Kammer begann die Diskussion der Antworts⸗Adresse am 2üisten und nur die Bemerkungen der Herren Jose Maria de Vascon⸗ cellos Mascarenhas und Jose Estevao, von denen Ersterer fuͤr, Letzterer gegen die Minister sprach, erregten die Aufmerksamkeit der Kammer. Der Letztere gab so ausfuͤhrliche Aufschluͤsse uͤver die in Bezug auf die Douro⸗Frage gefuͤhrten Unterhandlungen, daß die inister erstaunt waren und erklaͤrten, durch direkte Mittheilungen rung in Besitz jener Nachrichten gekommen seyn.
1“
V
er köͤnne nur von Seiten der Spanischen Regie⸗
164
Der Finanz⸗Minister giebt in dem allgemeinen Budget die Ausgaben fuͤr das Jahr 1841 bis 1842 zu 10,512,022,358 Reis (2 ⅛½ Million Pfd. Sterl.) an, und verlangt, zur Erhebung der oͤffentlichen Einkuͤnfte bis zum 30. Juni und zu einer tempo⸗ rären Reduzirung des Gehalts aller Civil⸗Beamten um 10 Ct. vom 1. Juli d. J. an, ermaͤchtigt zu werden. ;
Der Attache der Portugiesischen Gesandschaft in Madrid, Herr Leal, ist mit Depeschen fuͤr den Marquis von Saldanha von hier abgegangen Die Devpeschen enthalten dem Vernehmen nach die Anzeige, daß der Tarif fuͤr die Douro⸗Schifffahrt in Kurzem im Senat passiren und die Sanctionirung der Koͤnigin erhalten werde. Der letzte, am 22sten hier angekommene Courier hat nur die Nachricht uͤberbracht, daß die Spanische Regentschaft nicht Willens sey, den im Ultimatum festgesetzten Termin weiter als bis zum 31. Januar auszudehnen.
Es werden noch immer neue Bataillone im ganzen Lande ge⸗ bildet und auf den Linien der Hauptstadt sind 138 Kanonen auf⸗ pflanzt worden; auch die Auruͤstung der Flotte wird mit großer Thaͤtigkeit betrieben. Das Lanciers⸗Regiment „Koͤnigin“, welches am Ulten von hier nach Moncorvo auforach, hat Betsehl erhalten, in Vezeu Halt zu wachen. Der Kriegs⸗Minister wird, wie es heißt, eine Vermehrung der Armee um 8000 Mann beantragen.
ie Oppositions⸗Journale „Nacional“ und „Revolucao de Setembro“ sind von der gegen sie erhobenen Klage frei gesprochen worden und daher wieder erschienen.
Die im August nach Spanien gefluͤchteten revolutionatren Offiziere (eenige 50 an der Zahn hatten die Weisung erhalten, sich ins Innere, 20 Leguas von der Portugtesischen Graͤnze zu⸗ ruͤckzuziehen. 8
Die Britische Brioat „Emma⸗ ist en dem San Pedro⸗ Felsen, 27 Seemetlen suͤdlich von Fiqueiras, gescheitert; sieben Marrosen sind ertrunken. “ 8 b
Tuͤrket. “
Konstantinopel, 5. Febr. (A. Z) Mit Erstaunen lesen wir in mehreren Journalen, daß gegen Ende November die Pest in mehreren Staͤdten Syriens geherrscht und aroße Verwuͤstungen unter der Tuͤrkischen Armee angerichtet habe. Wir koͤnnen aus der zuverlaͤssigsten Quelle versichern, daß in keiner Stadt Syriens die Pest herrscht, eben so wenig unter der Armee. Die Seuche hatte sich nach den letzten Nachrichten von Ende Dezember bloß in drei Doͤrfern des Libanons gezeigt. Jedes derselben wurde, da seit mehr als einem Monat dort der Sanitaͤtsdienst etablirt ist, mit Kordon umzogen, so daß die Krankheit auf sie deschraͤnkt ileb.
Das Verbot in Betreff der Ausstellung von Sanitaͤts⸗ Pa⸗ tenten fuͤr Fahrzeuge mit Hellenischer Flagge ist nun in Wirk⸗ samkeit getreten, aber bloß suͤr die, welche Kuͤstenhandel treiben, d. h. inlaͤndische Produkte oder Waaren von einem Tuͤrkischen Hafen in einen anderen Tuͤrkischen transportiren. Da alle Schiffe ohne Gesundheits⸗Patente in saͤmmtlichen Haͤfen der Tuͤrkei unter Quarantaine gesetzt werden, so ist dieser Kuͤstenhandel fuͤr sie in Zukunft unmoͤglich. Jene Griechischen Schiffe aber, welche aus⸗ laͤndische Produkte in die Tuͤrkei einfuͤhren oder Tuͤrkische Pro⸗ dukte aus ihr ausfuͤhren, oder bloß durch die Tuͤrkischen Gewaͤs⸗ ser hindurchfahren, erhalten, wie fruͤher, ihre Gesundheits⸗Patente; within ist durch diesen Befehl nur der schon laͤngst verbotene Kuͤstenhandel fuͤr Fremde aufgehoben. Da aber fast ausschließ⸗ lich Griechische Segler diesen Handel trieben, so wurde von der Pforte auch nur fuͤr sie obige Ordre gegeben.
Die Interessenten der Gesetz⸗Sammlung werden benachrich⸗ tigt, daß 815 der Anhang zur Gesetz⸗Sammlung des Jahraanges 1840, enthaltend: die Zusammenstellung der in den Jahren 1806 bis 1840 in der Gesetz⸗ Sammlung vorkommenden und verbesserten Schreib⸗ und Druckfehler, und 2) das 7te Sachregister fuͤr die Jahrgaͤnge 1836 bis 18 10 zu demselben Werk erschienen sind und an welche die Gesetz⸗Sammlung bis ult. Berlin, den 9. Februar 1841. Debits⸗Comtoir der
2
diejenigen unentgeltlich verabreicht werden, 1840 entnommen haben.
Wissenschaft, Kunst und asie sen⸗
chen⸗ und Schul⸗Kronik der Stadt und Ephorie
1 Weissenfels seit 1539. Zur Erinnerung an die drei⸗
hlunderjjaͤhrigen Jubelfeier der Resormation in Weissenfels
unnd in derUmgegend, bearbeitet von Gust. Heinr. Heydenreich. Mit drei Steindrucktafeln. Weissenfels, 1840. Gr. 8vo.
Die Geschichte der Stadt Weissenfels hat in den letzten Jahren zwei namhafte Bereicherungen erhalten, die eine in der lehrreichen Schrift des Direktors Haraisch über das Weissenfelser Schullehrer⸗ Seminar (Halle, 1839), die andere in der gründlichen Abhandlung des Landraths Lepsius zu Naumburg, „historische Nachrichten über das St. Klara⸗Kloster in Weissenfels“ Nordhausen, 1837). An diese schließt sich die mit Genauigkeit und fleißiger Sammlung des Details (auf 400 Seiten) verfaßte Schrift des dasigen Suvperintendenten Hevdenreich an. Der Leser empfängt in dem ersten Theile derselben die Geschichte der Einführung der Reformation und der verschiedenen Kirchen⸗Visi⸗ tationen (von 1539 — 1838), darauf die Beschreibung der drei Kirchen, der Stadt⸗, Schloß⸗ und der seit 34 Jahren unbenutzten Klara⸗Kirche, der städtischen Schulen und Schulgebäude, der Hospitäler und milden Stisftungen, des Schullehrer-Seminars: ferner die mit verschiedenarti⸗ gen Bemerkungen begjeitete Reihenfolge aller Weissenfeller Geistuchen, Schullehrer und kirchlichen Umer⸗Beamten, endlich die Aufzählung der Lese⸗ und Gesang⸗Vereine, der Wittwen Kassen, der Frauen⸗Vereine und ähnlicher Institute. Als zwei interessante Zugaben bezeicnen wir das zehnte Kapitel über das seit 1794 eingegangene Gvmnastum Augusteum, in dem sehr gelehrte Männer, wie Reineccius und Cella⸗ rius, gearbeitet hbaben, und die vollständige Genealegie der Herzoge ven Sachsen⸗Weissenfels (S. 151 — 157), wobei wir noch an die Biograpbie Johann Adolph's II., des berübmtesten und leszten aus diesem Fürsten⸗ hause, von Hagenbruch in „Bieg apbie“ (Halle, 1803), Bd 2, H. 1, nern. In einem zweiten Theile sind die histerischen und firchlichen Notizen über sämmtliche zur Erherie Weissenfels gehörige Dörfer, ein⸗ schließlich des Wenfenvanses in Langendorf, vereinigt, eine nützliche Arbeit zur Lokal⸗Geschichte der Provinz Sachsen. Hier ist auch (S. 409 — A)2) ein ergötzliches Kurjosum, die vom Pastor Panisch im Jahre 1735 zu Weissenfels gchaitene Cirtular⸗Predigt, aanz im Sinne aines Abraham a Si. Klara, mitgetheilt Der dritte Theil gieot die verschiedenen küchlichen Jubelfe’ e ven 1703 — 1839 an.
. Wir vernebmen, daß Herr Hepdenreich sich, ailen⸗ EE11““ lurgen zu einer Chronik von Weissenfels Shgetehe ben. emwefehrichte dieselsen doch umter semer Hand zu einen umfassenden . gestalten! denn Weissenfels, hat in bistorsscher Hinsicht eine arößere Ans⸗ zeichnung, als manche Stäete ahnlichen Umfan ges. Wir geden en hier nur der prächtigen, ja verschwenderischen Hefhaltung seiner Herzoge, dann der Scenen vor der Schlacht bei Roßbach im siebenjäcrigen Kriege, der Begebeuheiten und Gefechte ver der Schlacht bei Lützen
98*
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Gesetz⸗ Sammlung.
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erin:
im Jahre 1813, der mehrmaligen Anwesenheit des Kaisers Napoleon zuleßzt auf der Flucht von Leipziz
endlich der literarischen Bedeutung durch die Frauen Benedicte Naubert
Karoline Lucius (die Freundin Gellert’'s und des Feldmarschalls Kaick⸗
reuib) und Luise Brachmann, durch Noralis und Müllner. Noch kön. nen für manche Erlebnisse die Erinnerungen alter Leute benutzt werden: man soll also die Zeit nicht unbenutzt verstreichen lassen. 8
Dauer der Eisenbahn⸗Fahrten am 7. Februar.
Abgang Abgang von von er li n. Potsdam.
Zeirdauer St. M.
Zeitdauer
St. M.
45 50 v5 43 56
à0 [um 7 Uhr Morgens.. 42 1 „ 10 » Vormitt... 40 [* 1 Nachmitt..
53 „ 4 ½ * . .
Uhr Morgens. „ Vormitt... Nachmitt..ü Abends...
Meteorologische Beobachtungen.
1841. V Nach einmaliger 7. Februar. 6 Uhr. Beobachtung.
Abends 10 Ubr.
roens
Nag mittags V
2 Uhf.
Quellwärme 6,70 R. Fiuswarme 0,00 R.
336,52 „Par. — 13 0 R. 1400 R. 97 „Ct. heiter.
secc.... 337,95Par. 327 2, Por. 8 — 13,2 0 R. †— 10,690 R. 13,2 9 R. 12 30 R. —
86 vCt.
heiter.
Fhaupnnkt Dunstsattinu a Niederschlag 0.
Wind vvv. 8 28 Warmewecksel — 10,2 0
—17,2 9. 13,40 R.. 93 rCt. O.
Wolktenzug. 5 —
1 8 Tagermit ei 237,.43 “‧Par. 12,5 9 N.„
Reriinvor Röro d. DExX S. FRhBnnbAan 1841.
Pr. Conr.
Pr. Cour. Geld.
ss Briecf. 1. Seld. n-Se71037732 18 „ Aciien. Dr Eugl. Obl. 30.] 4 11⁴ ⁵ ½ 10 ½˖ [Hrl. Pots-Eiseub- Präm. Sch.d. Seeh- 80 ⁄¼4 801⁄2 s[2o. da. Prior. Act. Kurm. Sechuldv 2* 1021⁄18 1015⁄1 [NMgd. L pz. Eizenb Neum. Sechuldv. 32 02] 1015⁄1 [do. do. Prior. Act. Berl. Stadi-Obl. 4 103 ½¼ 103 ¼ Berl. Auh. Eizeub. Danz. do. in Th—- 4A8 — do. do. Prior. Act. Wevtp. Pfaudbr. 3% 112⁄ Grofsh. Pos. 40.],4 1057/8 Ostpr. Pfaundur. 32 Poum. do-. 2 Kur- u Neum. do. 52 Schlesische do-. 3] Coup. und Zius- Sch. d. K u. N.
127 ¾4 126 ¾
—
114 ⅛ k88 102 ¼
107
—
Gold al marco Neue Dukaten Friedrich-d'or Aud. Goldmün- zeu à 5 Th. Dizconto
1074 2 1625 % 1031⁄3
13 ½
7 ¼ 3
103 /1[ 1035⁄6 102 %
98 7
Auswürtige Börsen. —“ Amsterdam, 4. Februar. Niederl. wirkl. Schuld 50. 5 % do. 97 ⁄¶. 5 % Span. 22 ⅛¼. Passive —. Auag. Pram. Sch. —. Pol. —., Oesterr. 103 ¼.
Kanz Bill. 2113⁄16- Ziusl. —. Preuss.
—
Antwerpen, 3. Februar. Neue Anl. 22 ½1 - 11“ Frankfurt a. M., 5. Februar. Oesterr. 5 % Met. 105 ⅔ G. 4 %, 98 ½ G. 2 ½ % 55 ¾ Br. 1 % 24 ½ G. Bank- Actien 1964. 1962. Partial-Obl. —. Loose zu 250 Fl. 110 ¼¾. 110 ½. Loose zu 100 Fl. —. Preuss. Pröm. Sch. 80 3 G. do. 4 %, Anul. 100 ⁄3 G. Poln. Loose 73 ¾ G. 5 %̃ S an. Anl. 24 ⅞¶. 24 ½. 2 ½ % oll 49 ⁄⁄¶. 491/16⸗ Eisenbahn-Actien. St. Germain 715 G. Versailles rech- tes Uter 420 G. do. linkes 320 G. Strass-
S
2„ , Zilusl. 6 ¼.
8*
München-Augsburg —.
—
burg-Basel 255 Br. Leipzig-Dresden 100 ½ Br. Köln-Aachen 92 G.
Hamburg, 6. Februar. Bank-Actien 1610. Engl Russ. 106⁄½. London, 1. Februar.
Belg. —. Neue Anl. 24 ⁄½. Passive 6. 497 1. 5 % 98 ½. 5 % Paͤrt. 31 ¾. 72. Columb. 23. Mex. 27 ½
8 .
Ne 82 “
Cons. 3 % 89 ⁄. Ausg. Sch. 12 ¾¼. 2 ½ % Holl. 3 % 20. Engl. Russ. —. Bras. Peru 15 ⁄½. Chili —. 8
8 Paris, 3. I Rente fln cour 112. 85. 3 % Rente fin cour. 77. 2 % Neapl. fin cour. 162. 20. 5 % Span. Rente 25 à¼b. Paszive 64 ⅞. 3 % Port. —.
88
Wien, 3. Februar. 8 5 % Met. 106 ½. 4 % 30 % 80 ¼. 2 ½ % 55 ⁄2. Bank Actien 1610. Anl. de 1834 134 ½. de 1839 110 %.
1
1 Schauspiele. 8 Dienstag, 9. Febr. Im Opernhause: Don Juan, Ovper in 2 Abth. mit Tanz. Musik von Mozart. (Mad. Christiani vom Stadttheater zu Hamburg: Zerline, als Gastrolle.) Im Schauspielhause: 1) La grand'mére, comédie en 3 actes, par Seribe. 3) L-es Intimes;, vaudeville nouvean en 1 acte. Mittwoch, 10. Febr. Im Schauspielhause: Kaiser Hein⸗ rich VI, 2. Theil, historische Tragoͤdie in 5 Abth., von E. Naupach⸗ Donnerstag, 11. Febr. Im Schauspielhause:
Koͤnigsstaͤdtisches Theater.
8 11,1811, 1941 Dienstag, 9. Febr. Auf Begehren; 8 t. Phantastische Zeitgemaͤlde mit Gesang in 3 Abth Must rgigy Musik, theils komponirt, theils arrangirt, vom Musik⸗Direktor
Kugler. Mittwoch,
Koͤnigliche
Wilhelm Tell. eroisch⸗romantische Oper in 3 Akien. Musik von Rossini. (Herr Wild, K. K. Hof Overnsaͤnger zu Wien: Arnold, als Gast.)
Donnerstag, 11. Febr. Zum erstenmale: oder: Der Buͤrger von Gent. Historisch⸗ in 5 Akten, nach dem Franzoͤsischen des Ouvertuͤre und Entreacte von L.
10. Febr.
Herzog Alba in den Niederlanden, romantisches Drama Romand, von Friedr. Geneée. van Becthoven.
6 Verantwortlicher Redacteur LIr. 9. W. Zinkeisen.
2 —
*
am Abend des 19. Oktobers 181 3 ÄW
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Bodenwarme 1,2 0 R.
10212
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1
2
von Anhalt⸗Bernburg an die
Grolles liegt auf der Oberfläͤche. Streben darauf gerichtet ist, die gegenwaͤrtige
u“
Berlin, Mittwoch den 10ten Februar
Amtl. Nachr. 3 bA It
Frankr. Deput. Kammer. Lokales. — Paris. Die republikani⸗ sche Partei im Verhältniß zu der Besestigung von Paris. — Der „Constitutionnel“ über die geheimen Jonds. — Ansichten über die Zurückgabe der Türkischen Flotte. — Vermischtes. — Privatbrief.
Großbr. n. Irl. Unterh. Irländische Zehnten⸗Rückstände. — Ka⸗ nadische Union. — Orientalische Frage. — Justiz⸗Reformen. — Lon⸗
don. Depeschen Stopford's. — Schreiben des Sultans an die Köni⸗ gin. — Abnahme der Zucker⸗Einfuhr.
Niederl. Haag. Die Ernennung des Herrn Luzac zum Staatsrath.
Belg. Brüssel. Aufruhr in Borinage. — Franz. Pferde⸗Ankäufe
Holland.
Schwed. u. Norw. Stockholm. Beschluß des Adels in Bezug auf den Constitutions⸗Ausschuß. — Zur Gewerbe⸗Statistik Schwedens.
Schweiz. Luzern. Sieg der Leuen⸗Partei.
Italien. Rom. Vattkanische Bibliothek.
Span. Vermischtes.
Port. Finanzbericht. 8
Türkei. Aeltere Nachrichten über Ibrahim Pascha und sein Heer.
Aeg. Mehmed Ali will Militair⸗Kolonieen einrichten.
Inland. Berlin. Noch ein Wort über den Königsstuhl bei Rhense. — Koblenz. Das Fest der Freiwilligen daselbst. — Trier. Die „Weinsteuer erlassen.
Wiss., K. u. L. Peking und der Golf von Pe⸗tsche⸗li.
B eilage. Wiss., K. u. L. Histoire de Neuchà 1 gin par Fréd. de Chambrier.
Amtliche Nachrichten.
KroRnik e8
“ Berlin, den 8. Februar. .
Se. Majestaͤt der Koͤnig haben gestern im hiesigen Schlosse dem Kammerherrn und Oberst⸗Lieutenant a. D. von Roeder, welcher von Sr. Durchlaucht dem Herzoge von Anhalt⸗Deßau an die Stelle des mit Tode abgegangenen Kammerherrn von Rebeur zu Ihrem Minister⸗Residenten an Allerhoͤchstihrem Hof⸗ lager akkreditirt worden ist, eine Privat⸗Audienz zu ertheilen und vas diesfaͤllige Beglaubigungs⸗Schreiben aus seinen Haͤnden ent⸗ gegenzunehmen geruht.
Demnaͤchst haben Se. Majestaͤt auch den Großherzogl. Saͤch⸗ sischen Geheimen Legations⸗Rathe und Kammerherrn, Freiherrn von Martens, welcher Seitens Sr. Durchlaucht des Herzogs 1 Stelle des verstorbenen Kammer, herrn von Rebeur als Minister⸗Resident an Allerhoͤchstihrem Hof⸗ lager akkreditirt worden, in einer Privat⸗Audienz zu empfangen und aus dessen Haͤnden das betreffende Beglaubigungs⸗Schreiben entgegenzunehmen geruht.
Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem General⸗Arzt des öten Armee⸗Corps, Dr. Schwickart, den Rothen Adler⸗Orden zwei⸗ ter Klasse mit Eichenlaub zu verleihen geruht.
Se. Majsestaͤt der Koͤnig haben dem Major von Gries⸗ heim vom Kriegs⸗Ministerium den Rothen Adler⸗Orden vierter Klasse zu verleihen geruht. 1
Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem bisherigen Geschaͤfts⸗ traͤger in Bruͤssel, Kammerherrn und Legations⸗Rath, Grafen von Seckendorff, die Annahme und Anlegung des ihm von des Koͤnigs der Belgier Majestaͤt verliehenen Commandeur⸗Kreu⸗ zes des Leopold⸗Ordens zu gestatten geruht.
Zeitungs⸗Nachrichten. C6161“ Frankreich.
Deputirten⸗Kammer. Sitzung vom 4. Februar. Zu Anfang der heutigen Sitzung wurden mehrere Gesetz⸗Entwuͤrfe von lokalem Interesse ohne Debatte angenommen, und hierauf ur Eroͤrterung des Zoll⸗Gesetz⸗Entwurfes geschritten. Der erste
edner, der sich vernehmen ließ, war Herr Bignon, dessen Vor⸗ trag aber durch Abgang der Post unterbrochen wurde.
Paris, 4. Febr. Von allen Parteien, die den Fortifica⸗ tions⸗Entwurf bekaͤmpft haben, ist keine so leidenschaftlich in ihrer
Argumentirung gewesen, und zeigt sich keine so erbittert uͤber das
Die Ursache dieses heftigen Eine Partei, deren ganzes rdnung der Dinge umzustoßen, und die sorgsam alle Wechselfaͤlle der Zukunft berech⸗
Resultat, als die republikanische.
net, welche ihren Plaͤnen einen Erfolg versprechen, muß fuͤhlen, daß die Befestigung von Paris ihnen fuͤr lange Zeit alle Hoff⸗ nungen raubt. Es ist kaum noch ein Geheimniß, daß die Pari⸗ ser Propaganda einen isolirten Aufstand in Paris selbst laͤngst aufgegeben hat, und daß ihr Haupt⸗Augenmerk darauf gerichtet ist, die Verbindung mit den Provinzen so zu organisiren, daß
bei irgend einer großen Gelegenheit die bewaffneten republikanischen
Streitkraͤfte aus den Provinzen her nach der Hauptstadt draͤngen. Man hat noch immer den entscheidenden Einfluß, den die Marseille bei der ersten Revolution in Paris außerten, vor Augen, und eine Wiederholung des strategischen Kunstgriffs, der fremde Ele⸗ mente unter die Pariser Bevölkerung mischte, lieferte zu glaͤnzende Resultate, als daß die extremen Parteien nicht haͤtten wuͤnschen sollen, sich desselben noch einmal bedienen zu koͤnnen. Die Re⸗ gierung weiß, daß langsam und beharrlich an diesem Coalitions⸗ Plane gearbeitet wurde, und es koͤnnte leicht seyn, daß neben anchen anderen Bewesgruͤnden dieser Punkt hauptsaͤchlich den Fortificationsplan befoͤrdert hat. Die detaschirten Forts, die alle großen Straßen, welche Paris mit den Provinzen verbinden, beherr⸗ schen, werden jede Bewegung der Provinzen nach Paris hin, wo nicht unmoͤglich machen, doch unendlich erschweren. Ja, es wird leicht seyn, sogar jede Communication zwischen ihnen abzuschneiden. Daß in Paris selbst nichts mehr mit Gewalt gegen die Regierung
vardiren.
wir 10 Jahre lang ein seltsames
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Staats⸗
unternommen werden kann, wenn aus vierzehn detaschirten Forts die
Kanonen auf die Hauptstadt gerichtet sind, leuchtet ein. Herr Thiers hat zwar gesagt, es sey abgeschmackt, zu behaupten, daß eine Regierung es wagen wuͤrde, ihre eigene Hauptstadt zu bom⸗ Sie wuͤrde sich dadurch moralisch toͤdten. Man solle sich nur erinnern, daß Lyon auch detaschirte Forts habe, und baß trotz dem bei den großen Aufstaͤnden jener Stadt dieselbe nie⸗ mals von dort aus beschossen worden waͤre. Die Spitze dieses Argumentes hat sich aber sogleich gegen den oft sehr fluͤchtig eiti⸗ renden Herrn Thiers gewendet; denn es ist ihm von Lyon aus entgegnet worden, daß im Jahre 1834 allerdings von vier Forts aus auf die Stadt Lyon geschossen und dadurch Daͤmpfung des Aufruhrs wesentlich beigetragen worden sey.
Man moͤchte auch im Gegentheil behaupten, daß es, um das
Wort des Herrn Thiers zu gebrauchen, abgeschmackt sey, wenn
eine Regierung die ihr bewilligten Mittel zur Vertheidi⸗
gung aus einer ganz falschen Menschlichkeit unbenutzt las⸗
sen und lieber, als Paris zu bombardiren, das ganze
Land einer neuen blutigen Anarchie preisgeben wollte. Es
wuͤrde kaum der Muͤhe lohnen, den aͤußeren Feind zu bekaͤmpfen,
wenn man dem inneren freie Hand lassen wollte. Wir moͤchten
wohl wissen, ob die Republikaner, wenn sie Herren der detaschirten
Forts waͤren, Anstand nehmen wuͤrden, irgend eine aufruͤhrerische
Bewegung durch die ihnen zu Gebote stehenden Mittel zu un⸗
terdruͤcken? Der 13. Vendemiaire beantwortet diese Frage im
Voraus! Wenn, wie die republikanische Partei behauptet, die
Befestigung von Paris hauptsaͤchlich dazu dienen soll, dem un⸗
ruhigen Treiben der Parteien ein fuͤr allemal ein Ende zu
machen, so wird sich jeder Freund der Menschheit, jeder Anhaͤn⸗ ger eines geregelten und allmaͤligen Fortschritts uͤber die Ausfuͤh⸗
rung des Planes nur freuen koͤnnen. Sollte man aber die Ab⸗
sicht haben, das befestigte Paris jemals zur Grundlage eines Er⸗
oberungskrieges zu machen, so wuͤrde eine spaͤtere Zeit gewiß be⸗
weisen, daß Festungswerke, und waͤren sie auch noch so groß, in dem Geschicke der Voͤlker nicht den Ausschlag geben.
Der Constitutionnel außert sich uͤber die geheimen Fonds in folgender Weise: „Wenn es wahr waͤre, daß das Votum der geheimen Fonds ein Pruͤfstein fuͤr die Majoritaͤt ist, so wuͤrden Schauspiel gehabt haben. Wir haben, Gott weiß, wie viel Ministerien eins uͤber das andere stuͤrzen sehen, und doch sind niemals Anem Kabinette die gehei⸗ men Fonds verweigert worden. Die Minister wissen daher sehr wohl, was sie thun, wenn sie aus den geheimen Fonds eine Kabinets⸗ Frage machen. Sie kompromittiren sich keinesweges, wenn sie der Kammer die Alternative stellen, das Gesetz zu votiren oder ihre Entlassung anzunehmen. Es giebt eine bedeutende Anzahl von De⸗ putirten, denen die Interessen des Landes vor allen Dingen am Herzen liegen, und die den Ministern aus Grundsatz die Regierungsmit⸗ tel niemals verweigern. Jene Deputirten bewilligen die geheimen Fonds, wie sie das Budget bewilligen. Es ist eine Nothwendig⸗ keit, die sie erleiden, aber nicht ein Beweis des Vertrauens, wel⸗ ches sie dem Ministerium bewilligen. Wir haben es nur zu oft gesehen, daß Verwaltungen, denen man die geheimen Fonds ohne Anstand bewilligte, bald darauf, bei Gelegenheit wahrhaft politi⸗ scher Fragen, von der Majoritaͤt verlassen wurden. Das Kabinet selbst weiß dies sehr wohl, und wenn es auch die alte Form bei⸗ behaͤlt, die geheimen Fonds als ein Vertrauens⸗Votum zu verlan⸗ gen, so fuͤhlt es doch, daß sich seine politische Lage durch die Be⸗ willigung derselben nicht veraͤndert.“”
Die Regierung publizirt heute nachstehende telegraphische Depesche aus Marseille vom 2. Februar, welche wegen des dunklen Wetters erst heute hier eingetroffen ist: „Alexandrien, 23. Januar. Der General⸗Konsul an der auswaͤrtigen Angelegenheiten. Die ganze Tuͤrkisch Flotte hat heute den Hafen von Alexandrien verlassen. Man hat die Nachricht von der Ankunft Ibrahim's in Ramlé erhalten. Seine Armee muß jetzt auf Aegyptischem Gebiete seyn.
er erfahren habe, daß der Ferman, uͤber Aegypten verleiht, von dem Sultan unterzeichnet worden sey. Alle von beiden Seiten eingegangenen sonach erfuͤllt.“ 8
Die hiesigen Blaͤtter wollen durch die Herausgabe der Tuͤr⸗ kischen Flotte die Orientalischen Angelegenheiten in allen ihren Folgen noch gen sie, vor allen Dingen die gaͤnzliche Raͤumung des Syrischen Gebiets von Seiten der Englischen Truppen, und das Londoner Kabinet werde sich wahrscheinlich nicht sehr beeilen, jene Stellun⸗ gen aufzugeben. Es werde sich vermuthlich von dem Sultan selbst bitten lassen, so kange in Syrien zu bleiben, bis Ruhe und Ordnung daselbst zuruͤckgekehrt seven. Da dies lange dauern
duͤrfte, so wuͤrde man Europa nach und nach daran zu gewoͤhnen
suchen, die Englaͤnder in Syrien zu sehen. Diese Taktik habe das Englische Kabinet zu oft befolgt, und es habe sich zu wohl dabei befunden, als daß man glauben koͤnne, es werde bei dieser wich⸗
8
eil
zur schnelleren
sichtigt,
Buͤreaus guͤnstig aufgenommen worden zu seyn, besonders in so we⸗
er sich auf das Reserve⸗System bezieht. Die Organisation der Reserve ist die wichtigste Bestimmung jenes Entwurfs. Der Marschall Soult betrachtet die Armee wie eine große Militair⸗ Schule, in welcher die jungen Leute, so wie die Reihe an sie kommt, wenigstens vier Jahre dienen muͤssen. Er verlangt demzufolge, daß die von den Kammern votirten Kontingente alle Jahre in ihrem ganzen Umfange unter die Waffen berufen werden, und daß die Dauer der Dienstzeit uͤberhaupt auf 8 Jahre ausgedehnt werde. Sobald also das Kontingent der Klasse von 1840 unter die Waffen tritt, geht eine eben so große Anzahl der eingeuͤbten Soldaten zu der Reserve uͤber und so immer weiter. Die Re⸗ gimenter sollen in zwei bestimmte Theile zerfallen, die beiden er⸗ sten Bataillone sollen mobil seyn, und das dritte soll Depot⸗Ba⸗ taillon werden. „Dieses System hat“, sagt das Journal des Döbats, „eine große Aehnlichkeit mit der Preußischen Land⸗ wehr (aus einer Fundamental⸗Unaͤhnlichkeit). Die Franzoͤsische Reserve wird sogar vor der Preußischen Landwehr noch den Vor⸗ theil voraus haben, daß sie nur vollkommen unterrichtete und dis⸗ ziplinirte Leute enthaͤlt, welche Alle unter der Fahne gewesen sind.“ (Man sieht, wie vortrefflich selbst Blaͤtter wie das „Journal des Debats“ uͤber die Militair⸗Systeme anderer Voͤlker unterrich⸗ tet sind.) Die nachstehenden Bemerkungen des Journal des Dée⸗ hats uͤber den vor einigen Wochen von dem Kriegs⸗Minister vorgelegten Gesetz⸗Entwurf haben einiges Aufsehen gemacht: „Der Gesetz⸗Entwurf, welcher 80,000 Mann der Klasse von 1840 un⸗ ter die Fahnen beruft, hat zum Zweck, der Armee, nach Abzug von 7725 Mann, welche fuͤr die Marine bestimmt sind, unge⸗ fähr 65,000 Mann hinzuzufuͤgen, wodurch ihr Effektivbestand auf 505,000 Mann gebracht wird. Der Kriegs⸗Minister beab⸗ im Laufe der Session einen zweiten Gesetz⸗Entwurf vor⸗ wodurch das Kontingent der Klasse von 1841 einberu⸗ Dadurch wuͤrde die Kammer in den Stand gesetzt Ministerium diejenigen Leute zu bewilligen, welche festgesetzten Effektivbestandes
zulegen, fen wird. werden, dem zur Aufrechthaltung des von ihr nothwendig sind.“
In der heutigen Sitzung der Pairs⸗Kammer erklaͤrte der Marquis von Dreux⸗Brézé, daß er das Ministerium am kuͤnfti⸗ gen Montag uͤber den Traktat mit Buenos⸗Ayres interpelliren werde.
Der General Bugeaud ist in Excideuil mit großer Majori⸗ tat wieder zum Deputirten ernannt worden.
Die große Subscription zu Gunsten der durch die Ueberschwemmungen gelitten haben, auf 1,200,000 Fr. Der Schaden, den die Departements erlitten haben, wird jetzt auf etwa 15 Millionen Fr. geschaͤtzt.
Das Testament der Baronin Feucheres ist vor einigen Ta⸗
gen in Paris angekommen. Dasselbe wird muthmaßlich Anlaß zu einem Nullitaͤts⸗Prozesse geben, der sich hauptsaͤchlich darauf gruͤnden soll, daß der letzte Wille der Frau von Feucheres nicht ganz von ihrer eigenen Hand geschrieben ist. Boͤrse vom 4. Februar. Die Rente war heute sehr schwach und ausgeboten, welches der Erklaͤrung des „Journal des Débats“ “ ward, daß der Effektiv⸗Bestand der Franzoͤsischen Armee, trotz der guͤnsligen Nachrichten aus dem Hrient, auf 500,000 Mann erhalten werden soll. Rente schloß zu 76. 80. .““
Departements, die
Die 3 proc
den Minister stellte, stattgefunden hat. Namentlich hat Herr Teste, Abgesandte der Pforte hat den Mehmed Ali benachrichtigt, daß welcher ihm die Erblichkeit Verpflichtungen sind
ffuüͤr gewiß gelten.
nicht fuͤr voͤllig beendet ansehen. Hierzu gehoͤre, sa⸗
tigen Gelegenheit auf dieselbe Verzicht leisten. Dazu koͤnne, meinen sene Blaͤtter, bei dem Ableben Mehmed Ali's, welches nach menschlicher Berechnung nicht mehr weit entfernt seyn koͤnnte, die Aegyptische Frage zu neuen Verwickelungen Anlaß geben und England muͤsse daran gelegen seyn, in diesem Falle seine Positio⸗ nen im Mittellaͤndischen Meere noch inne zu haben.
Die mit Pruͤfung des Gesetz⸗Entwurfes uͤber die geheimen Fonds beauftragte Kommission besteht, den heutigen Wahlen in den Buͤreaus zufolge, aus den Herren Leclerc, Bonnefonds, F. Delessert, Jouffroy, Schneider, Jacqueminot, Marschall Seba⸗ stiani, Denis und Fulchiron, welche saͤmmtlich der konservativen Partei angehoͤren. Von einiger Bedeutung ist die Ernennung der Herren Schneider und Denis, welche Herr Guizot in der Debatte uͤber den Fortifications⸗Entwurf zu bekämpfen hatte.
Die Buͤreaus der Deputirten⸗Kammer haben gestern die Pruͤfung der vier letzten Gesetz-Entwuͤrfe beendigt, die ihnen vor⸗ gelegt waren. Die Eroͤrterung hat sich hauptsaͤchlich auf die Ge⸗ setz⸗Entwuͤrfe hinsichtlich der Rekrutirung und der außerordentlichen oͤffentlichen Bauten erstreckt. Der erste dieser Entwuͤrfe scheint von den
teten Konzerte gegen 1000 Personen eingeladen.
*»Paris, 4. Febr. Die Geruͤchte uͤber eine Modificati des Ministeriums werden noch immer umhergetragen, scheinen aber fuͤr den Augenblick in wohlunterrichteten Kreisen wenig Glauben zu finden, da eine Art von Annäherung zwischen den verschiedenen Ministern, welche man als besonders getrennt dar⸗ der Mini⸗ ster der oͤffentlichen Bauten, seinen Vorsatz, sich nach dem Votum uͤber die Befestigung zuruͤckzuziehen, aufgegeben; denn man wird ihm beim Vortrag des Budgets die zu seinem Ministerium noͤ⸗ thigen Gelder nach einer neuen Uebereinkunft mit Herrn Humann zugestehen. Daß aber dadurch das Budget ungemein gesteigert und ein beträͤchtliches Defizit unvermeidlich wird, kann schon jetzt wiß Daher tritt die Nothwendigkeit einer neuen Anleihe immer gebieterischer hervor und das Kabinet beschaͤftigt sich auch in der That bereits jetzt ganz besonders damit. Ein Theil des Ministeriums schlaͤgt vor, die Anleihe vor der Aufldͤ⸗ sung der jetzigen Kammer ins Werk zu setzen, der andere ist der Meinung, man muͤsse die Kammer lieber sobald wie moͤglich aufloͤsen. Im Fall dann aber die Wahlen die Partei Thiers und Barrot verstaͤrken sollte, wuͤrde natuͤrlich die Anleihe große
Schwierigkeiten von Seiten der großen Kapitalisten finden.
Was die geheimen Fonds anbetrifft, so werden dieselben dem Ministerium Guizot nicht verweigert werden, obwohl die Konservativen eine Verminderung von 200,000 Fr. vorschlagen wollen. Ebenso werden sich Stimmen aus der Linken gegen die geheimen Fonds erheben; dagegen wird Thiers nicht dagegen auf⸗
treten und auch aus dieser Frage keine Kabinets⸗Frage machen.
In der Pairs⸗Kammer wird Graf Molé gegen die Befesti⸗
gung von Paris sprechen. Wie wenig er aber Aussichten hat, etzt ein Ministerium zu bilden, zeigte am verflossenen Dienstage sein leerer Salon.
Gestern Abend waren zu dem in den Tuilerieen veranstale 1 Das gesammte diplomatische Corps war zugegen und alle Geladenen erschienen in Uniform. Im Marschalls⸗Saale war das Orchester errichtet. Die Saͤnger der Italiäͤnischen Oper trugen mehrere beruͤhmte Musikstuͤcke vor.
Der Praͤsident der Deputirten⸗Kammer, Herr Sauzet, wel⸗ cher absichtlich waͤhrend der Verhandlungen uͤber die Befestigung das Zimmer huͤtete, praͤsidirt jetzt wieder in den Sitzungen.
General Berthois, ein ausgezeichneter Genie⸗Offtzier und Adjutant des Koͤnigs, wird sich binnen kurzem nach Afrika bege⸗ den, wo General Bugeaud kleine Befestigungen in den Ebenen und zur Beherrschung der Defileen errichten will. ,2 werden sich die juͤngeren Prinzen bald ieder nach Afrika vegeben, wo
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belaͤuft sich schon