1841 / 44 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

lande gedruckte Schmähschrift gegen den

Se. Majestoͤt den⸗Koͤnig um seine Entlassung zu bitten.

zu lassen.

en⸗Corps, welches er mitgebracht, so wie üͤber die E Ruͤckzuges, laufen die verschiedensten Geruͤchte um, doch

8 1““

jederholen wir diese 2 t Gestern ist das Aegyptische Dampfboot der „Nil“ nach

Gaza abgegangen, wo es zur Verfuͤgung Ibrahim's bleiben soll. An demselben Tage ging auch ein Aegyptischer Transport von 600 Tonnen Last nach demselben Bestimmungsorte ab. Es sind dies Lebensmittel, womit man die maroden Truppen erquik⸗

ken will.“

In einem anderen Franzoͤsischen Bericht aus Alexandrien heißt es: „Die Engländer genießen hier ihres vollen Triumphes. Walker Pascha und seine Adjutanten reiten uͤberall umher auf Pferden des Pascha's und mit den vergoldeten Saͤtteln desselben; Commodore Napier faͤhrt beständig in der Equipage Boghos Bey's, und die Araber, die dies Alles mit ansehen, sagen jetzt natuͤrlich, daß es nichts Großes auf der Welt giebt, was nich

von den Englaͤndern herruͤhre.

Der Malta⸗Times zufolge, ist Soliman Pascha mit de

Artillerie der Syrischen Armee, so wie mit 8090 Pferden un 8000 Mann Infanterie gluͤcklich in Kahira angelangt. Ibrahir

befand sich in Jaffa, wo das Dampfboot des Vice⸗Koͤnigs, de Nil“, ihn erwartete, um ihn nach Alexandrien zuruͤckzubringe 11“ ““ 5

Inland

Vor einiger Zeit war eine im Aus⸗ evangelischen Bischof und General⸗Superintendenten der Provinz Sachsen, 1)r. Draͤseke, worin der Verfasser die amtliche Wirksamkeit dieses geistlichen Vorgesetzten auf die gehaͤssigste Weise zu entstellen sucht, auch in hiesigen Landen verbreitet worden. Die Regierung ließ zwar sofort die gehoͤrigen Maßregeln eintreten, um den Debit einer in so boshafter Absicht geschriebenen Schrift zu unterdruͤcken, konnte

Berlin, 10. Febr.

aber die stille Circulation einzelner Exemplare nicht verhindern. Der wegen seines liebenswuͤrdigen Charakters und seiner uner⸗

muͤdeten Amtstreue nicht weniger, als wegen seiner ausgezeichne⸗ ten Kanzel⸗Beredsamkeit allgemein geachtete hohe Kirchen⸗Beamte alaubte zwar fuͤr seine Person die böswilligen und verleumderi⸗ schen Angriffe ruhig verachten zu koͤnnen; es schien ihm aber mit

seiner Stellung als General⸗Superintendent nicht vertraͤglich, Gegenstand oͤffentlicher Schmaͤhungen zu seyn.

Er hielt es daher aus zarter Gewissenhaftigkeit fuͤr Pflicht, Aller⸗

hb

doͤchstdieselben willfahrten jedoch diesem Gesuche nicht, sondern verwiesen den Bittsteller auf die

1 ihm uͤber seine segensreiche Wirksamkeit oft bezeugte Koͤnigliche Zufriedenheit und auf sein eigenes Bewußtseyn, worin er ein hinlaͤngliches Gegengewicht gegen Verleumdungen finden werde, denen hoͤher gestellte Perso⸗ nen mehr, als Andere, ausgesetzt seyen. 1

Inmittelst erregte das in der Provinz Sachsen bekannt ge⸗ wordene Entlassungs⸗Gesuch bei der dortigen Geistlichkeit allge⸗ meine Trauer und in ganzen Didzesen beeilte sich dieselbe, dem Koͤnige in der angelegentlichsten Weise die Bitte vorzutragen, daß Allerhoͤchstdieselben ihnen ihren hochgeachteten geistlichen Vor⸗ gesetzten erhalten moͤgen.

Diese so eindringlich aus allen Theilen der Provinz Sachsen angebrachtee Bitte ist mittelst des nachstehenden Handschreibens von Sr. Majestät dem Koͤnige auf eine Weise erfuͤllt worden, welche nicht minder fuͤr die Gesinnungen der Geistlichen, die sich mit ihren Besorgnissen an den Thron gewendet hatten, als fuͤr die segensreiche Wirksamkeit des Bischofs Draͤseke das ehrendste Zeugniß giebt:

An den evangelischen Bischof Draͤseke in Magdeburg.

„Aus Ihrem Schreiben vom 7ten v. M. habe Ich die Er⸗ neuerung des Wunsches erfahren, aus den Ihnen anvertrauten Kirchen⸗Aemtern auszuscheiden. Ich ehre die angefuͤhrten Gruͤnde als Ausdruck zarter Gewissenhaftigkeit. Zu gleicher Zeit sind Schreiben vieler Ephorieen der Provinz Sachsen bei Mir einge⸗ gangen, in welchen der Wunsch, daß Sie der Kirche der Pro⸗

vinz erhalten werden moͤchten, auf das lebhafteste ausgesprochen

wird. Eine schoͤnere Bestaͤtigung Ihres segensreichen Wirkens kann es nicht geben, und Meine landesherrliche Sorge laͤßt es nicht zu, die Wuͤnsche so vieler wuͤrdigen Geistlichen unbeachtet Auch Ihnen werden diese Wuͤnsche kein Geheimniß geblieben seyn, und Ich hege die Hoffnung, daß diese sprechen⸗ den Beweise von Anhaͤnglichkeit und Anerkennung die Bedenken

werden schwinden lassen, welche sich in Ihnen der Fortfuͤhrung Ih⸗ rer Amtswirksamkeit entgegenstellten. ger als je geneigt, Siie auf das herzlichste auf,

Ich bin daher jetzt weni⸗ auf Ihre Antraͤge einzugehen, und fordere Ihren segensreichen Beruf fortzu⸗ fuͤhren, sich durch traurige Erfahrungen in demselben nicht ab⸗ schrecken zu lassen und haͤmisch⸗anony me Verleumdungen mit der verdienten Verachtung zu uͤbersehen.

Berlin, den 8. Februar 1841.

(gez.) Friedrich Wilhelm.“

Der Bischof Dr. Draͤseke hat sonach nicht nur in der ehren⸗ vollen Theilnahme seines Koͤnigs, sondern auch in der bei dieser Gelegenheit unzweideutig manifestirten Hochachtung und Anhaͤng⸗ lichkeit der Geistlichen der ganzen Provinz Sachsen eine Genug⸗ thuung gefunden, die ihn zur ferneren Fuͤhrung seines kirchlichen Amtes mit freudigem Muthe aufs neue staärken muß.

Uebrigens haben die betreffenden Behoͤrden den geeigneten Weg eingeschlagen, um den versteckten Urheber der eben so be⸗

reig⸗

elben nicht, weil wir sie nicht fuͤr authentisch

ßige Vermehrung der Arbeitskraͤfte unumgaͤnglich noͤthig,

Ostpr. Pfandbr. 32

dauerlichen als boshaften Friedensstörung ans Licht und zur ge⸗ buͤhrenden Strafe zu ziehen.

Berlin, 10. Febr. Bereits unter der Regierung Sr. Ma⸗ jestät des Hochseligen Koͤnigs waren fuͤr die Organisation einer besonderen Abtheilung des Geistlichen Ministeriums, zur Bearbei⸗ tung der katholischen Angelegenheiten, mehrfache Vorbereitungen

getroffen worden.

Diese Einrichtung tritt gegenwaͤrtig ins Leben.

Es wurden schon immer die Geschaͤfte des gedachten Dienst⸗ zweiges, die wichtigeren, welche innere Verhaͤltnisse der katholi⸗ schen Kirche beruͤhren, sogar ausschließlich von einem katholischen Rathe im Ministerium bearbeitet; die ungewoͤhnliche Zunahme derselben in den letzten Jahren machte indeß eine verhaͤltnißmaͤ⸗ deren angemessene Vereinigung dann von selbst zur Bildung einer be⸗ sonderen Abtheilung fuͤhrte.

Diese Abtheilung, bestehend aus zwei Raͤthen und einem Direktor, wird von nun an, unter Leitung des Chefs des Mini⸗ steriums, im Verhaͤltniß der uͤbrigen Abtheilungen, die Angele⸗ genheiten der katholischen Kirche bearbeiten.

Daß man zu diesen Stellen ausschließlich Katholiken ge⸗ waͤhlt hat, steht in Uebereinstimmung mit der bisher befolgten Praxis. Es duͤrfte dadurch ein doppelter Gewinn erreicht wer⸗ den. Wenn einerseits die Regierung am sichersten darauf rech⸗ nen kann, auf ihrem Standpunkte der Fuͤrsorge fuͤr das gesammte Wohl aller Unterthanen von katholischen Beamten die gruͤndlich⸗ lichsten Aufschluͤsse uͤber die Verhaͤltnisse ihrer Konfessions⸗Ver⸗ wandten zu erhalten, so werden andererseits die Letzteren in die⸗ ser Einrichtung eine neue Buͤrgschaft fuͤr die theilnahmvolle Be⸗ ruͤcksichtigung ihrer besonderen kirchlichen Beduͤrfnisse finden.

Muͤnster, 6. Febr. Dem Amtsblatt der Koͤnigl. Regie⸗ rung zu Muͤnster zufolge, haben Se. Majestat der Koͤnig fuͤr den am 28sten d. M. zu eroͤffnenden Westphaͤlischen Provinzial⸗Land⸗ tag den Ober⸗Praͤsidenten Freiherrn von Vincke zu Allerhoͤchstih⸗ rem Kommissarius, den Grafen von Landsberg⸗Velen zum Land⸗ tags⸗Marschall und den Ober⸗Regierungsrath von Borries auf Uhlenburg zu dessen Stellvertreter ernannt.

Dauer der Eisenbahn⸗Fahrten am 10. Februar.

Abgang Zeitdauer von Potsdam. St. M.

Abgang von eI1n

Zeitdauer

St. M.

Um 7 Uhr Morgens.. 54 Vormitt... 47 Nachmitt.. 44 41

Abends .. 53

Um 8 ½ Uhr Morgens. 1 13 11½ » Vormitt. 40 10 8 IKachmitt.. 81 . 10 » EII1

Die lange Dauer der Fahrt um Uhr wurde dadurch herbei⸗ gefuͤhrt, daß die zugführende Maschine schadhaft wurde, und das Her⸗ ausbringen der Hülfsmaschine wegen der großen Kälte nicht ohne Zeit⸗ verlust zu bewirken war.

orliner 18 1 8 9. DErx 11. FEBRUAR 1841.

8 Pr. Cour.

8 Brief. Geld. . Scbald-Sch.7 1035 1 103 Pr. Engl, Obl. 8 119089 *Aetien. Prüm. Sch. d. Seeh- 80 ¾ 80 ⁄¼ Brl. Pots. Eisenb. Kurm. Schuldv. 32 102 101 ½ sdo. do. Prior. Aot. 42 Neum. Schuldv. 31 102 101 ½ Mgd. Lpz. Eisenb. Berl. Stadt-Obl. 4 103 do. do. Prior. Aet. Danz. do. in Th. 48 Berl. Auh. Eisenb. Westp- Pfandbr. 3 do. do. Prior. Act. Grossh. Pos. do. 4

113 ¾

106 ½ 101 ⁄½⁄½ 102 ½ 1053⁄⁄ 105 ¼ 101 Gold al marco 103 ⁄1 102 ⁄1 Neue Dukaten 1033¾à½ 103 ¼ Friedrichsd'or 102 ¾ Aud. Goldmün- zen à 5 Th.

Pomm. do. Kur- u. Neum. do. Schlesische do. ³⁷ Coup. und Zius- 1 Sch. d. K. u. N,— 98 97

Disconto

Hr mechsel-Uours. Thlr. zu 30 Sgr. Brief. Geld. 138 /1 137 ½

Amsterdam 250 Fl. Kurz do 250 Fl. 2 Mt. Hamburg Mk. Kurz do 300 Mk. 2 Mt. ETqT London LsSt. Mt. 6 17 1 6 17 6 Paris... C1ö’1 Mt. 785/12 Wien in 20 Xr. 50 FI Mt. 1001¼G Augsburg 50 Fl. Mt. 100%¾ Breslau... Thlr. Mt. 99 ½¼ 991/12 Leibzig WE. ....... 100 Thlr. Tage 995 Frankfurt a. M. WZ. Mt 100 ¾ Petersburg... Woch. 1 2 1 2

Aus würtige Börsen. Amsterdam, 7. Februar. Niederl. wirkl. Schuld 501⁄1 6. 5 % do. —. Kauz⸗-Bill.

149

2 42

* 12 tno 1202 22

42

Antwerpen, 6. Februar. Neue Anl. 22 ¼.

.““

PFrankfurt a. M., 8. Februar.

Oesterr. 5 % Met. 105 ⁄⁄ G. 4 % 98 ½ G. 2 ½ % 55 1 % 24 ⅛1 G. Bank-Actien 1941. 1939. Partial-Obl. —. Loose zu 500 Fl. 134 ½¼. 134. Loose zu 100 Fl. —. Preuss. Prüm. Sch. 80 ¾ G. do. 4 % Anl. 100 ¾ G. Poln. Loose 73 ⁵½ G. 20. Spau: Ani. 242. 24 ⅛. 2 ½0 % Holl. 49 ½19. 49.

Eisenbahn-Actien. St. Germain 730 G. Versailles rech- tes Ufer 450 G. do. linkes 330 G. München-Augsburg —. Strafs- burg-Basel 255 Br. Leipzig-Dresden 100 ½ Br. Köln-Aachen 92 G.

Hamburg, 9. Februar. 1 1605. Engl Russ. 1061⁄2. „A. Februar. 1 —. Neue Anl. 24 ½1. Passive 6. Ausg. Sch. 12 1. 2 ½ % Holl. 50. 5 % 98 ½. 5 % Port. 31 ¾. 3 % 19 1. Engl. Russ. —. Bras. 72. Columb. 22 ½. Mex. 27 ¼. Peru 16. Chili —.

Paris, 6. Februar. 50 % Rente fin cour. 112. 30. 30% Rente fin cour. 70. 45. 5 % 9 au compt. 101. 70. 5 % Span. Kente 25 ½. Passive 6 ¼. 3 %, ort. —.

Wien, 6. Februar. 4 % 991⁄4. 3 % 80.

21]*. Anl. de 1834 665. de 1839

1 % —. 2755/16-

07 E“

5 %, Met. 106. Bank-Actien 1622.

Meteorologische Beobachtungen. Morgens V Nachmittags Abends Nach einmaliger

1841. 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.

10. Februar.

Luftdruck 338,00 Par. 339,22" Par. 339,066„Par. Quellwärme 6,5 9 R. Luftwärme 12,00 R. 7,20 R. 12 80 R. Flußwarme 0,00 R. Thaupunkt .... 13,2 °0 R. 9,10 R. 14,40 R. Bodenwarme 0,9 ° R. Dunstsattigung 88 „Ct. 83 pCt. 89 pCt. Ausdünstung 0,021“Rh. Wetter halbheiter. heiter. heiter. Niederschlag 0. Wind NO. NO. Waͤrmewechsel 7,0 Wefkeszbg wn. T Tagesmittel: 338,99“„ Par. 10,79 R.. 12,2 0 R.. 87 pCt. NO.

ND.

Koͤnigliche Schauspiele.

Freitag, 12. Febr. Im Opernhause: Redoute.

Billets à 1 Rthlr. sind bei den Kastellanen des Opern⸗ und Schauspielhauses zu haben. Eine Abendkasse findet nicht statt.

Zu dieser Redoute bleiben die bei den Theater⸗Vorstellungen gewoͤhnlichen zwei Eingaͤnge, der eine dem Universitaͤts⸗Gebaͤude, der andere dem Bibliotheks⸗Gebaͤude gegenuͤber.

Herren und Damen erscheinen maskirt, im Charakter⸗Kostuͤm, bunten Chauve⸗Souris, oder bunten Domino's. Die Damen auch im Ballanzuge mit Maske.

Waͤhrend des Aufenthalts in den Logen steht es Jedem frei, 88 zu demaskiren, jedoch nicht waͤhrend der Anwesenheit im

aale.

Der Saal wird um 8 Uhr geoͤffnet. Die Tanz⸗Musik be⸗ ginnt um 9 Uhr. Ende der Redoute um 3 Uhr. Die Restau⸗ ration im Konzertsaale hat Herr Valentin uͤbernommen.

Im Schauspielhause: Die Leibrente, Lustspiel in 1 31 Der reiche Mann, Lustspiel in 4 Abth., von Dr.

oͤpfer. 8

13. Febr. Im Opernhause: Czaar und Zim⸗ mermann, komische Oper in 3 Abth., mit Tanz. Musik von Lortzing. (Madame Christiani, vom Stadttheater zu Hamburg:

Marie, als letzte Gastrolle.) 3 5 Im Schauspielhause: Représentation extraordinaire au bénêé-

sice de Mr. Saint-Aubin. Abonnement suspendu. La première re- présentation de: Le Yerre d'eau, comédie-nouvelle en 5 actes et en prose, du théâtre français, par Scribe.

Billets zu dieser Vorstellung sind von 9 Uhr Morgens bis 2 Uhr Mittags, in der Wohnung des Herrn Saint⸗Aubin, Zim⸗ merstraße Nr. 2 eine Treppe hoch, zu haben.

Die Abonnements⸗Billels bleiben bis Freitag, d. M. Mittags 12 Uhr, reservirt.

Sonntag, 14. Febr. Im Opernhause: Der Feensee, große Oper in 5 Abth. Musik von Auber. Ballets von Hoguet.

Preise der Plaͤtze: Ein Platz in den Logen des ersten Ran⸗ ges: 1 Rthlr. 10 Sgr. ꝛc.

Im Schauspielhause: Die Vertrauten, Lustspiel in 2 Abth., von Muͤllner. Hierauf: Erziehungs⸗Resultate, Lustspiel in 2 Abth., frei nach Decomberousse, von C. Blum.

den 12ten

Konigsstaͤdtisches Theater.

Freitag, 12. Febr. Das bemooste Haupt, oder: Der lange Israel. Original⸗Lustspiel in 4 Akten, von R. Benedix. Vor⸗ her: Das war ich! Luspiel in 1 Akt, von Hut.

Sonnabend, 13. Febr. Die Hochzeit des Figaro. Oper in 2 Akten. Musik von Mozart.

Sonntag, 14. Febr. Zum erstenmale wiederholt: Herzog Alba in den Niederlanden, oder: Der Buͤrger von Gent. Historisch⸗ romantisches Drama in 5 Akten, nach dem Franzoͤsischen des Romand, von Friedr. Gense.

Montag, 15. Febr. Die Juͤdin. Oper in 4 Akten. Musik von Halevy. (Herr Wild, K. K. Hof⸗Opernsaͤnger zu Wien: Eleasar, als Gast) 8

Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.

Gedruckt bei A. W. Hayn.

1“

essveene eer

——

eeblrr A EHAuX

Bekanntmachungen. Berlin⸗Frankfurter Eisenbahn.

Allgemeiner Anzeiger fuͤr die

Preise sie die Lieferung der Schienen frei15. März’1841 auf die nden Auslade⸗ mit 8 sgr. 9 pf. auf jedem deeselben, in T . §. 6.

plätzen zu Frankfurt, dem Erkner, Köpenick vom 1. bis incl. 15. März c. mit Ausnahme der Sonn⸗ vollzogenen Gesellschafts⸗Statuts aufmerksam gemacht, und Berlin inclusive oder exelusive des Einfuhr⸗ tage, in unserem

an den von uns zu bezeichne

Wir beabsichtigen, die folgenden Quantitäten zolles übernehmen wollen, mit Angabe der uns gens von 9 bis 12 Uhr zu leisten.

Eisenbahn⸗Schienen in diesem Jahre von Cardiff zu bietenden Gewähr für Erfüllung der zu über⸗ in nhate lbes Ebtettin in hezlezen. Sle Perladung ehmenden Verpftichtungen. 1

in Cardiff geschieht von G 200 tons von Mitte bis Ende April. 800 ‧— von Mitte bis Ende Mai. 800 ‧—- von Mitte bis Ende Juni. 650 im Juli. 8 600 im August. Die Schienen werden frei an Bord von allen 5 Sund Ausfuhrzoll in Cardiff geliefert. Schiffs⸗Rheder oder andere geeignete Per⸗ sonen, die den Transport der Schienen über⸗ nehmen wollen, fordern wir hiermit um Angabe

der Pre

afen von

Berlin⸗Frankfurter Eisenbahn. Die Aetionaire der Berlin⸗Frankf „Stempel versehen zurückgegeben r Frankfurter Eisenbahn⸗ Stemp Bescheinigung dient. Bei Zurück⸗

Procent auf den Betrag gabe dieses bescheinigten Verzeichnisses, welches von haber zu quittiren ist, sind die Quittungsbogen

ise auf, für welche sie einzelne Partieen Gesellschaft werden hierdurch aufgefordert, die zweite ahler als Interims⸗ oder 9 ganze Ruantum frei an Bord im Einzahlung von zehn 3 3 Stettin inclusive oder exclusive des der ausgegebenen Quittungsbogen nach Abrechnung dem In

nach den Nummern geordneter, Gesellschaft.

einzureichen, wogegen sofort d

Preußischen Sta

auf die schon geleistete erste Einzahlung!

Diese Zahlung 9888 hcfeht 8. auf vem b Quittungsbogen selbst durch einen der Direktoren aoder Berstegeite Anerbsetungen mit der Aufschrift Trans⸗ Stellvertreter de8 dnsern Rendanten Thimm beschei⸗ port von Schienen“ erwarten wir vor dem 2. Maͤrz nigt, weshalb die Actionaire ersucht werden: d. J. postfrei in unserem Büreau, Oberwallstraße Nr. 3. gt, 8

Berlin, den 1. Februar 1841. Die Direction der Berlin⸗Frankfurter Eisenbahn⸗

die Quittungsbogen unter Beifügung doppelter, mit der Namens⸗

Unterschrift versehener Verzeichnisse in den genann⸗ ten Tagen in unserem Büreau mit der Zahlung

as eine Verzeichniß mit der Unterschrift des obengenannten Rendanten Thimm und unserem

aten.

Die Actionaire werden auf die in den Quittungs⸗ den Tagen bogen abgedruckten §§. 6. 9. 10. u. 16. des gerichtlich

Büreau Oberwallstraße Nr. 3. Mor⸗ wo es namentlich §. 9. heißt:

Zahlt ein Actionair einen eingeforderten Einschuß nicht spätestens an dem letzten Zahlungstage, so verfällt er für jeden Suittungsbogen, bei welchem der Verzug eintritt, in eine Conventionalstrafe von 5 Thlr., welche die Gesellschaft außer der rückstän⸗ digen Rate und den gesetzlichen Verzugszinsen von ihm einzuziehen befugt ist. Es steht ihr aber auch frei, den Actionair ohne prozessualisches Verfahren seines Rechts aus dem Quittungsbogen für ver⸗ lustig zu erklären, letzteren von ihm zurück zu for⸗ dern und nach erfolgter Ablieferung zu kassiren u. s. w.

Berlin, den 31. Januar 1841.

wird und dem Ein⸗ Die Direction der Berlin Frankfurter Eisenbahn⸗

Gesellschaft.

Fnlüszoctes und der See Versicherung, oder für welchelder Zinsen à 5 Procent vom 16. August 1840 bis gehörig veg ge nach drei Tagen zurück zu nehmen.

1

*

1

SDSesterr. Prag. Eisenbahn nach Dresden.

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8 Schweiz. Solothurn.

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Freußische Staats⸗S

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1 8

Berlin, Sonnabend den 13:e/ Februar 16““

11“ 1“

RNustl. u. Pol. St. Petersb. Konsul Schmidt in Pernau tistisches über St. Petersb. G

Frankr. Paris. Der „Temps“ über die Gerüchte von der Modi⸗ fication des Ministeriums und die persönliche Stellung Guizot's und

Amtl. Nachr.

„Englands feindselige Politik. Vermischtes. Großbr. u. Irl. Oberh. Die Kriegs⸗Operationen in Syrien.

Unterh. Götzendienst in Indien. Garantie⸗Deposita von Eisen⸗ weiblichen Geschlechts sich befanden. Geboren wurden 5544 Kna⸗

ben und 4475 MaKdchen, zusammen 10,019 Kinder (also ungefaͤhr

bahn⸗Unternehmungen. London. Hoffnungen und Erfolge der

Tories. Todesfälle. Influenza.

Belg. get. Beabsichtigte Vereinfachung der Briefporto⸗Tare.

Dentsche Bundesst. Bapern, München. Vermählung der Prin⸗ zessin Theodolinde von Leuchtenberg. Hessen⸗Darmstadt. Vor⸗ züge der dortigen Militair⸗Organisation. Detmold. Das Herr⸗ mans⸗Denkmal. .

Wahl⸗Umtriebe. Aargau. Zahlungen an die Regierung für das Kloster Fahr werden gerichtlich untersagt.

Italien. Rom. Herr v. Vonald als Kardinal designirt. Schnee in der Romagna. Mozart's Requiem.

Span. Madrid. Zwiespalt der Parteien in Bezug auf die Regent⸗ schafts⸗Frage. Vermischtes.

Ostind. Sieg über Nussir Chan. Dost Mohammed's künftiger Auf⸗ Regierung des Pendschab. Nachrichten aus Persien und

uskat.

China. dege der Engländer in Tschusan. Waffenstillstand. Ver⸗ handl. zwisch. Adm. Elliot u. d. Chines. Behörden. Lin am Bord Amerikan. Schiffe.

Inland. Swinemünde. Schiffs⸗Verkehr daselbst während des J. 1840. Düsseldorf. Notiz über die Forderungen, welche in neue⸗ ster Zeit die Erben des Grafen von Hompesch, des letzten Großmeisters der Malteser, an die Französische Regierung erhoben haben.

Wiss., K. u. L. Rußland u. die Tscherkessen v. C. Fr. Neumann.

Amtliche RNachrichten. Kronik des Tages.

5

Seine Majestaͤt der Koͤnig haben dem Regierungs⸗Rathe,

Freiherrn von Eichendorff hierselbst, den Charakter eines Ge⸗

heimen Regierungs⸗Rathes Allergnäͤdigst beizulegen und das fuͤr

denselben ausgefertigte Patent zu vollziehen geruht.

4

.

ruͤckgeschickt werden.

Die große Zahl der Ihrer Majestaͤt der Koͤnigin zugehenden verschiedenartigen egenstaͤnde, als: weibliche Handarbeiten und

Stickereien, musikalische Compositionen, literarische und Kunst⸗ Erzeugnisse, Buͤcher, Gemaͤlde und Lithographieen, macht es drin⸗

gend noͤthig, die bereits fruͤher oͤfters zur oͤffentlichen Kenntniß

gebrachte Anzeige zu wiederholen, daß Einsendungen der Art nicht angenommen, sondern den Absendern ohne Weiteres werden zu⸗ Dagegen bleibt es nach wie vor unbenom⸗

men, die Erlaubniß zu Einsendungen schriftlich bei Ihrer Maje⸗

staͤt nachzusuchen.

Bekanntmachung, b G die Tilgung ruͤckstaͤndiger Kur⸗ und Neumaͤrkscher ins⸗Coupons fuͤr das Jahr 1840 betreffend.

Zias der Rechnung uͤber die Tilgung der aͤlteren Kur⸗- und Neumaͤrkschen Zins⸗Coupons und Zins⸗Scheine resp. aus dem Zeitraum vor dem 1. Mai und 1. Juli 1818 sind fuͤr das Jahr 1840 an dergleichen Effekten zusammen 1

8 BSold

Rthlr. Sgr. Pf. Rthlr. Sgr. Pf. 266,001 7 2 incl. 915 12 6 um Boͤrsen⸗Course ange: kauft und vorlaͤufig kas⸗ sirt worden. Unter Zu rechnung der nach unse⸗ rer Bekanntmachung ov. 21. Dezember 1839 be⸗: reits fruͤher getilgten. 3,733,092 16 betragen daher die bisher uͤberhaupt zur Einloͤsung Kur⸗ und

2 incl. 101,473 11 3

raume 3,999,093 23 A incl. 102,3 Berlin, den 5. Februar 1841. Heaupt⸗Verwaltung der Staats⸗Schulden. Rother. von Schuͤtze. Beelitz. Deetz. von Berger.

Am Mittwoch den 17ten d. M., Vormittags 10 Uhr, wer⸗ den im Sessionszimmer der unterzeichneten Haupt⸗Verwaltung der Staats⸗Schulden, Markgrafen⸗Straße Nr. 46, die fuͤr das erste Semester 1841 zur Tilgung kommenden Staats⸗Schuld⸗ Scheine, im Betrage von 955,000 Rthlr., im Beiseyn eines ih⸗ rer Mitglieder und in Gegenwart eines Koͤniglichen Notars, öͤffentlich durch das Loos gezogen und demnaͤchst die Nummern und Littern der ausgelooseten und am 1. Juli d. J. zur baaren Auszahlung gelangenden Staats⸗Schuld⸗Scheine durch die oͤffent⸗ lichen Blaͤtter zur Kenntniß des Publikums gebracht werden.

Berlin, den 8. Februar 1841.

Haupt⸗Verwaltung der Staats⸗Schulden. Rother. von Schuͤtze. Beelitz. Deetz. von Berger.

Zeitungs⸗Nachrichten. Ausland.

G Rußland und Polen

S 6. Febr. Se. Majestaͤt der Kaiser, ha⸗ ben den Koͤnigl. Preußischen Konsul, Christian Joachim Schmidt

Soult's zu einander. Betrachtungen des „Courrier frangais“ über „zum Beispiel und zur Aufmunterung fuͤr andere

Brüssel. Bericht der Central⸗Section über das Kriegs⸗Bud- nicht angegeben. Die Haupistadt zaͤhlt jetzt 147 Kirchen und

fessionen besitzen 12 Pfarrkirchen und 9 Hauskapellen. haͤuser giebt es 8561, worunter 3265 steinerne.

——

in Pernau, Chef des dasigen geachteten Handlungshauses Hans Diedrich Schmidt, welches am 15. Januar 1741 gegruͤndet wurde und mithin seit hundert Jahren einer ehrenvollen Wirksamkeit

sich erfreut, zum Kommerzienrath ernannt, und zwar wie es in

dem Kaiserl. Ukas an den dirigirenden Senat a sdruͤcklich heißt: andeltreibende.“

Amtlichen Berichten (des Ober⸗Polizei⸗Meisters) zufolge,

zaͤhlte St. Petersburg zu Ende des Jahres 1840 eine Bevoͤlke⸗

rung von 470,202 Seelen, wobei jedoch nur 132,590 Personen

so viel als in Berlin). Die Gesammtzahl der Verstorbenen wird

Bethaͤuser; die fremden (evangeltsche und v,SerF

ohn⸗ Es giebt hier 70 Apotheken, 39 Bibliotheken, von welchen 27 der Regierung gehoͤren, 88 Privatschulen und Pensions⸗Anstalten und 77 Buch⸗

und Steindruckereien. Ferner zaͤhlt man: 137 Mode⸗Magazine, 100 Gasthoͤfe, 37 Kaffeehaͤuser und Konditoreien, 56 Restauratio⸗ nen, 74 Speisehaͤuser, 306 Weinstuben, 400 Trinkhaͤuser und

Branntwein⸗Niederlagen und 1147 öffentliche und Privat⸗Gaͤrten. Der Haupt⸗Wachthaͤuser giebt es hier 50 und der Militair⸗ und

V Polizei⸗Schilderhaͤuser 573.

Frankreich.

Paris, 7. Febr. Der Moniteur parisien, der, wie man weiß, seit einiger Zeit seinen halb⸗amtlichen Charakter ver⸗ loren hat, sich aber gern noch den Anschein eines gut unterrich⸗ teten Blattes giebt, erklaͤrt heute, daß die Geruͤchte wegen einer Ministerial⸗Veraͤnderung voͤllig ungegruͤndet waͤren. Der Temps, der dieselben verbreitet hatte, erwiedert dem oben genannten Jour⸗ nale Folgendes: „Der „Moniteur parisien“ nimmt keine offi⸗ zielle Stellung mehr ein; er erklaͤrt sich auch nicht fuͤr ermaͤch⸗ tigt, uns zu widersprechen, wie in solchen Faͤllen die For⸗ mel zu seyn pflegt. Außerdem beobachtet der „Messager“, das

einzige von dem Ministerium anerkannte Abendblatt, tiefes Schwei⸗

gen. Es ist uns daher erlaubt, das von uns Gesagte fuͤr wahr zu halten, und zwar um so mehr, da man in der Kammer an einer bevorstehenden Ministerial⸗Veraͤnderung gar nicht zu zweifeln scheint. Uebrigens wuͤrden jene so oft wiederholten Geruͤchte, sie moͤgen nun wahr oder falsch seyn, schon hinreichen, um die geringe Dauerhaftigkeit des jetzigen Kabinets zu beweisen, wenn auch die Beschaffenheit seiner Elemente, in Bezug hierauf, noch einigen Zweifel uͤbrig lassen koͤnnte. Man hat fruͤher viel von der Ab⸗ neigung des Marschalls Soult gegen Herrn Thiers gesprochen. Aber diejenige, welche ihm Herr Guizot einfloͤßt, ist sicherlich weit entschiedener, und man weiß, wie sehr sich dieselbe durch die Eroͤrterung uͤber den Fortifications⸗Entwurf vermehrt hat. Herr Guizot nimmt durch sein unbestreitbares Talent, durch seine lan⸗ gen politischen Studien, durch die Wichtigkeit, welche er als Bot⸗ schafter in London erlangt hat, eine Stelle ein, die ihn unfehlbar mit dem Conseils⸗Praͤsidenten in Konkurrenz setzt. Wenn man uͤber⸗ dies den Einfluß einer militairischen Vergangenheit auf den Charakter des Marschalls und den einer gelehrten Bildung auf die Laune, auf den Ton und auf die Manieren des Herrn Guizot bedenkt, so kann man sich nicht wundern, daß jene beiden Maͤnner mit einer ent⸗ schiedenen Antipathie einander gegenuͤberstehen. Die besondere Faͤhigkeit, welche Jeden von ihnen auszeichnet, hat ihnen gleiche Anspruͤche auf die Handhabung der oͤffentlichen Angelegenheiten geben koͤnnen; aber das Gluͤck, indem es sie in einem und dem⸗ selben Kabinette vereinigte, hat neuerdings recht deutlich bewiesen, daß es blind sey. Herr Guizot ist Tory durch seine Grundseaͤtze, durch seine Antecedenzien, durch seine socialen Theorieen; er wird eines Tages der Chef unserer Jakobiten, wir wollen sagen, unserer uͤbergetretenen Legitimisten seyn. Er wird diesen Posten dem Herrn von Lamartine streitig machen, oder denselben mit ihm theilen. Der Marschall Soult, wir sagen es mit Bedauern, wird niemals etwas anderes als ein geschickter Kriegs⸗Minister seyn, der bereit ist, gemeinschaftlich mit aller Welt, die Gewalt anzunehmen und eben so bereit, sich mit seinen Kollegen aus bloßer Unvertraͤglich⸗ keit, und niemals irgend eines Grundsatzes halber, zu uͤberwer⸗ fen. In Bezug auf Herrn Guizot kommt noch hinzu, daß der Marschall einmal in seinem Leben Chef des Ministeriums und zugleich der Diplomatie war. Die Combination vom 12. Mai hatte die Wuͤnsche seines Ehrgeizes, oder um hoͤflicher zu sprechen, seiner politischen Hingebung, verwirklicht. Er fand zum ersten⸗ male Gelegenheit, alle seine vielfachen und bewaͤhrten Talente fuͤr das oͤffentliche Wohl zu verwenden; denn er hat niemals die Zweifel einiger Spoͤtter uͤber seine diplomatischen Faͤhigkeiten ge⸗ theilt. Mit einem Worte, der 12. Mai war ihm angenehm; warum sollte man sich wundern, wenn ihm die Wiederherstellung desselben am Herzen laͤge?“

Ueber die gegenwärtige allgemeine Lage der Dinge enthaͤlt der Courrier francais folgenden Artikel: „Die Differenz zwischen England und China scheint sich ihrer Loͤsung zu naͤhern; der Beherrscher des himmlischen Reichs hat kapitulirt. Die Eng⸗ aͤnder werden, um sich fuͤr die Kriegskosten zu entschaͤdigen, eine der zahlreichen Inseln in Besitz nehmen, die an der Kuͤste von China liegen. Einstweilen halten sie Tschusan besetzt, eine unge⸗ sunde und schon mit den Leichen ihrer Soldaten bedeckte Station. In Aegypten und Syrien sind die Kriegsgeruͤchte gleichfalls ver⸗ stummt. Ibrahim ist in Gaza, ein Theil seiner Armee lagert unter den Mauern von Kahira. Der Admiral Stopford, zufrie⸗ den, die Tuͤrkische Flotte unter die Autoritaͤt des Sultans zu⸗ ruͤckkehren zu sehen, hat in einem an die „Malta Times“ gerichteten Schreiben erklaͤrt, daß Mehmed Ali nichts mehr von ihm zu fuͤrchten habe. Der Pascha hat der maritimen Obergewalt Englands nachgegeben und stellt sich unter den Schutz desselben, und die Engläͤnder identifiziren die Interessen Mehmed Ali's bereits so sehr mit den ihrigen, daß sie ihn gegen die Angriffe der Tuͤrki⸗ schen Presse vertheidigen. So hat England also weder im Gel⸗ ben Meere, noch im Mittellaändischen Meere militairische Thaͤtig⸗

behaupten, keine Vergroͤßerungs⸗Plaͤne hegt, sondern sich mit sei⸗ nem Triumph begnuͤgt, so kann es entwaffnen. England jedoch, weit entfernt, seine Streitkraͤfte zu vermindern, ist vielmehr un⸗ ausgesetzt damit beschaͤftigt, sie zu vermehren. Die Arsenale von Chatham und Portsmouth senden täglich einige neue Schiffe und Bataillone zu den Englischen Streitkräͤften in den Meeren von Amerika, Indien und der Levante. Waͤhrend die „Malta Times“ anzeigt, daß zwei oder drei Linienschiffe nach England zuruͤckkehren, um daselbst ihre Havarie auszubessern, meldet die „Brighton Gazette“, die Abfahrt der Schiffe, die jene in Malta oder in der Bai von Marmorizza ersetzen sollen. Be⸗ kanntlich ist die Britische Marine seit der letzten Parlaments⸗Ses⸗ sion bedeutend vermehrt worden. Indeß scheint sie den Projekte des Whig⸗Kabinets noch nicht zu genuͤgen. Die „Brighton Ga zette“ meldet, daß das Corps der Marine⸗Soldaten um 3000 Mann

trosen fuͤr das Fruͤhjahr hinzudeuten scheint. Man fragt sich, wel⸗ chen Zweck diese furchtbaren Ruͤstungen jetzt haben koͤnnen, nachdem der Friede im Orient hergestellt und die Angelegenheiten in einer Einmischung der bewaffneten Macht nicht mehr beduͤrfen. In Europa hat England eine mehr oder weniger enge Allianz mit den drei nordischen Hoͤfen geschlossen. Frankreich ist daher die einzige Nation, welche jene Ruͤstungen bedrohen koͤnnen⸗ England giebt sich das Ansehen zu glauben, daß unser Militair⸗ Etat von der Art sey, die Kabinette Europa’s zu beunruhigen. Wenn die Maͤnner, die England regieren, sich darauf beschraͤnk⸗ ten, die Ruͤstungen, welche sie bereits gemacht, beizubehal⸗ ten, so lange wir die unsrigen nicht redu iren, so haͤtten wir nichts dagegen; aber in demselben ugenblicke, wo Lord Palmerston uns auffordert, zu entwaffnen, hebt sein Kollege Lord Minto Soldaten aus und bemannt Schiffe.“) Man wird zugeben, daß in dieser Reclamation etwas Verhoͤhnendes liegt. Wir unsererseits waͤren versucht, darin nur eine Kriegslist u sehen, deren sich das Londoner Kabinet bedient, um seine uͤstungen zu maskiren; wenn es ein großes Geschrei uͤber die unsrigen erhebt, so geschieht dies nur, um zu verhindern, daß man die seinigen bvemerke. Wir haben es gesagt und wiederho⸗ len es, denn unsere Quellen sind zuverlaͤssig. England denkt an nichts weniger, als an einen Europäischen Krieg gegen Frank⸗ reich. Es haͤlt uns mitten in unserer Demuͤthigung noch fuͤr zu maͤch⸗ tig. Es unterhandelt in diesem Augenblick mit Preußen, ‚Oesterreich und Rußland wegen eines Traktats, der an die Stelle der Convention vom 15. Juli treten soll. In dem Falle, wenn die absoluten Maͤchte den Einfluͤsterungen Großbritaniens Gehoͤr schenken, will man uns eine von den vier Hoͤfen unterzeichnete Note uͤbersenden, worin gesagt wird, daß, wenn Frankreich seine Land⸗ und See⸗ Streitkraͤfte vermindere, die am 15. Juli geschlossene Allianz aufgeloͤst werden und jede der vier Maͤchte ihre isolirte Stellung wieder einnehmen soll. Beharrt dagegen Frankreich in der Stel⸗ lung, die ihm seine Interessen vorschreiben, so wuͤrde man ihm erklaͤren, daß die vier Maͤchte gemeinschaftlich Maßregeln ergrif⸗ fen haͤtten, um jede aggressive Handlung von Seiten Frank⸗ reich zuruͤckzuweisen, oder noͤthigenfalls ihr zuvorzukommen. Mit einem Worte, England bemuͤht sich, die Coalition, welche im Juli 1840 durch die ortentalischen Angelegenheiten veranlaßt wurde, permanent zu machen und sie direkt gegen Frankreich zu richten. Es thut uns in den Europaͤischen Bann, um ohne Kontrolle und Opposition die Vortheile auszubeuten, die es in Aegypten und Afghanistan erlangt hat. Die Coalition von 1813 hat ihm eine solche Vergroͤßerung seiner Macht verschafft, daß es sich versucht fuͤhlt, zu denselben Mitteln seine Zuflucht zu nehmen, um seine Autoritaͤt auszudehnen oder zu befestigen. Wir koͤnnen nicht glauben, daß Oesterreich und Preußen, die in einem Konflikt mit uns Alles zu verlieren haben, die kuͤhnen Plaͤne Lord Palmerston’s unterzeichnen werden. Man muß indeß auf das Aeußerste gefaßt seyn. Die Einigkeit der Maͤchte ist moͤglich, wir sagen dies vor⸗ her, damit man sich vorbereite, um ihnen zu widerstehen. Die Franzoͤsische Regierung hat sich stets durch Drohungen einschuͤch⸗ tern lassen. Das ist es, was den Kabinetten Vertrauen einfloͤßt. Sie rechnen mehr auf die wohlbekannte Schwaͤche des Hofes und des Herrn Guizot, als auf ihre vereinigten Streitkraͤfte. Man zeige sich fest, man trotze den Drohungen, man sey bereit, einen Ueberfall zu vereiteln, und die Großsprechereien der Allianz werden nicht weiter gehen. Es giebt nur ein Mittel, den Krieg zu vermeiden, naͤmlich, daß man uns entschlossen sieht, lieber allen Gefahren Trotz zu bieten, als ein einziges Zugestaͤndniß zu machen. Die Regierung kann Frankreich nicht mehr entwaffnen, ohne es zu verrathen.“

Gestern Abend waren saͤmmtliche Minister, mit Ausnahme des Marschall Soult, in dem Hotel des Herrn Guizot ver⸗ sammelt. ,

Der General Bugeaud wird am 15ten d. in Toulon erwar⸗ tet und wird sich dann ohne Verzug nach Algier einschiffen.

Die gestrige Sitzung der Deputirten⸗Kammer war der Be⸗ richterstattung uͤber die eingegangenen Bittschriften gewidmet. Die Deputirten hatten sich aber in so geringer Zahl eingefunden, daß die 88g bald nach ihrer Eroͤffnung wieder geschlossen werden mußte. .

Die mit Pruͤfung des Gesetz⸗Entwurfes uͤber die geheimen Fonds beauftragte Kommission hat den Marschall Sebastiani zu ihrem Praͤsidenten und Herrn Jauffroy zu ihrem Secretair er⸗ nannt.

Das Journal du Havre zeigt an, daß der Koͤnigl. Ge⸗ richtshof zu Rouen die Entscheidung des Civil⸗Gerichts von Ha⸗ vre, welches die Beschlagnahme der Papiere des Englischen Dampf⸗ bootes „James Watt’“ autorisirt, 1 durch die Abfahr

*) Ein Schreiben aus Portsmouth in der „Brigbton Gazette’“ enthält in Bezug hierauf Folgendes: „Man versichert, daß Befehle ge⸗ geben worden sind, das Corps der Marine⸗Soldaten um 3000 Mann zu verstärken, was eine neue Vermehrung der Marine im Frühjahr anzudeuten scheint. Mehrere große Linienschiffe, die sich in verschiede

tigkeit mehr zu entwickeln, und wenn es, wie seine Journase

nen Häfen besinden, werden ng eifrig ausgerüstet.“ 1

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vermehrt worden sey, was auf eine betraͤchtliche Aushebung von Ma, 1

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