b chs militairische Entwickelung so uͤber die Maßen zu sedt Frankeesch⸗ wollten damit keinesweges sagen, noch glauben wir dies jetzt, daß Herr Guizot oder Ludwig Philipp wirklich auf Krieg ausgingen. Wir wollten nur nicht gern bei dem schwankenden und 8 issen Zustande Frankreichs den friedlichsten seiner Monarchen ungewissen Zustan⸗ 3 Krie sich damit beschaͤftigen sehen, so furchtbare Kriegs⸗Vorraͤthe, Mittel und Materialien aufthuͤrmen sehen, die in ihrer Art so riesenhaft sind, daß das bloße Bewußtseyn ihres Besitzes dazu geeignet seyn köͤnnte, eine Nation mit irgend einem neuen improvisirten An⸗ fuͤhrer an ihrer Spitze dazu anzutreiben, sich als eine natuͤrliche und vortheilhafte Politik, in Krieg und Pluͤnderung zu stuͤrzen. Wir geben zu, daß die Versuchung fuͤr die Franzoͤsische Regierung groß war, die Kriegstust zu benutzen, welche in diesem Augenblick innerhalb und außerhalb der Kammer alle Sparsamkeits⸗Gedanken unterdruͤckt und die Schnuren des Geldbeutels der Nation dem Kriegs⸗Minister in die Haͤnde giebt. Vor zwei Jahren noch er⸗ suchte der Franzoͤsische Kriegs⸗Minister die Kammer, ihm einige tausend Pfund extra zum Ankauf von Pferden fuͤr die Remonte der Kavallerie zur Ersetzung des abgenutzten Artillerie⸗Materials, zu Geschirr und einer Menge untergeordneter, aber kostspieliger Beduͤrfnisse zu bewilligen. Die Kammer, in falschverstan⸗ dener „Oekonomie, wollte auch nicht einen Sou votiren. Diese Knickereit der Legislatur in Friedenszeiten legt der Regie⸗ rung die Nothwendigkeit auf, jedwede Gelegenheit zu ergreifen, die sich ihr darbietet, um Geld zu bekommen und das Kriegs⸗ Material wieder in Stand zu setzen. Dies war das Geheimniß der Zustimmung, welche Ludwig Philipp den ersten Kriegs⸗Aus⸗ gaben und Vorbereitungen des Herrn Thiers ertheilte. Den Marschall Soult moͤgen bei seinem Plane, mehr Soldaten aus⸗ zuheben und einzuexerziren, aͤhnliche Motive bestimmt haben. Aber, wie gesagt, dieser Plan ist drohender fuͤr die Zukunft als fuͤr die Gegenwart. Unser Tadel trifft weniger die Staͤrke der Franzoͤsischen Armee, als den hervorgerufenen Geist. Mag Frank⸗ reich 700,000 Mann besitzen, Deutschland hat noch mehr. Wir bedauern nichts, als jeden jungen Franzosen gezwungen zu sehen, die Ideen des Lagers anzunehmen und sich durch militatrisches Regiment beseelen zu lassen. Wir sehen den Feldwebel den Platz des Schulmeisters und den Generalden des Staatsmanns einnehmen. Hauptsaͤchlich erhe⸗ ben wir uns gegen die moralische Wirkung von Marschall Soult's militairischen Gesetzen, selbst wenn seine Maßregeln durch⸗ aus nicht als Drohungen gegen den gegenwaͤrtigen Zustand des Europaͤischen Friedens getroffen waͤren. Auch ist es nicht unsere Absicht, uͤber diesen Gegenstand weiter zu streiten; denn wir wis⸗ sen wohl, daß Unzufriedenheit und Widerspruch von unserer Seite die Franzosen in ihren Entschließungen nur bestaͤrken wuͤrde. Wir wissen gleichfalls, daß, wenn diese Maßregeln und Gesetze aufhören sollen, es dadurch geschehen muß, daß die Franzosen selbst von Erbitterung und Furcht zu Ruhe und Vertrauen zu⸗ ruͤckkehren. Wenn sie dies thun, so muͤssen sie einsehen, wie un⸗ geräͤumt es ist, die Huͤlfsquellen ihres Vaterlandes und die besten Jahre ihrer Jugend mit den Mitteln und der Wissenschaft der Todtschlaͤgerei zu vergeuden, statt Beides auf den großen Bahnen der Verbesserung und des National⸗Wohls zu verwenden. Es ist ein armseliger Trost fuͤr solche Verluste, daß die Franzosen wissen, es sey den Englaͤndern und Deutschen, welche sie zur Nachahmung ihres Beispiels noͤthigen, sehr unangenehm, solche Ausgaben an Geld, Zeit und intellektuellen Mitteln zu machen.“
Die fuͤr Lord Keane beantragte und vom Unterhause bewil⸗ ligte Pension beträͤgt nicht 7000, sondern nur 2000 Pfd. St.
Herr Wire, ein Begleiter Sir Moses Montefiore's auf des⸗ sen Reise nach dem Orient, ist in London angekommen. Sir Moses und Lady Montefiore verweilen noch in Genug, wo sie durch einen Unfall zuruͤckgehalten worden. Auf dem Wege naͤm⸗ lich zwischen dieser Stadt und Savona waͤre ihr Reisewagen bei⸗ nahe uͤber einen 300 Fuß hohen Felsenabhang in die See ge⸗ stuͤrzt, wenn nicht einer ihrer Bedienten die Pferde im letzten Moment noch zuruͤckgerissen haͤtte. Leider wurde der Diener da⸗ bei von den Pferden geschlagen und gerieth unter die Raͤder, die ihn graͤßlich zurichteten. Die Familie will die Heilung ihres Ret⸗ ters in Genua abwarten.
Die Kirche zu Malta, zu deren Bau die Koͤnigin⸗Wittwe 10,000 Pfd. St. angewiesen hat, schreitet rasch vor. Die Er⸗ bauerin beabsichtigt auch, durch Dotation dort ein protestantisches Bisthum zu gruͤnden.
Der Marquis von Normanby hat das Amt eines Präͤsiden⸗ ten der im vorigen Jahre gestifteten Shakspeare⸗Gesellschaft uͤber⸗ nommen. Die ersten Werke, welche von diesem Vereine heraus⸗ gegeben werden sollen, sind die Memoiren Edward Alleyn'’s, Schauspielers und Gruͤnders des Dulwich⸗College.
Der unlaͤngst verstorbene Dr. Mason, vormals Professor in Orford, hat der dortigen Universitaͤt 70,000 Pfd. St. zur Ver⸗ mehrung ihrer Bibliothek vermacht; außerdem seine ganze werth⸗ volle Sammlung Aegyptischer, Griechischer und Roͤmischer Anti⸗ quitàten und seine Papyrus⸗Rollen.
In Rockingham wurde dieser Tage ein gewisser Robarts zur Devortation nach Botany⸗Bai verurtheilt, der sich aus rei⸗ ner Eitelkeit noch mehr Verbrechen angedichtet hatte, als er wirk⸗ lich begangen. Bei seinem letzten Verhoͤr vor der Jury im Stadthaus, an dessen Schluß ihm sein Urtheil gesprochen wurde, warf er, waͤhrend man ihm sein Suͤnden⸗Register vorhielt, alle Augenblicke einen kokett lächelnden, um Bewunderung buhlenden Blick zur Galerie empor, wo die Damen saßen, nicht anders, als wuͤrde ihm eben ein Danksagungs⸗Votum des Parlaments verkuͤndigt. Auch schmeichelte es ihm sehr, in dem Verhoͤr, das ihm mit den Zeugen vorzunehmen gestattet war, eine bombastische Beredsamkeit glaͤnzen zu lassen. Im Gefaͤngnisse hatte er sich unaufhoͤrlich erkundigt, ob die Zeitungen viel von ihm spraͤchen, und ob sein Fall Aufsehen errege.
.—
Belgien.
Bruͤssel, 15. Febr. Im Jahre 1835 erschien eine von Herrn de Theux kontrasignirte Koͤniglich vori — gliche Verfuͤgung, worin es hieß, daß den großen Maͤnnern Belgiens Bildsäulen errichtet werden sollen. Spaͤter wurde eine Kommession ernannt, zur Be⸗ zeichnung derjenigen historischen Personen, denen diese Ehre zu Theil werden soll. Die Kommission stattete zwar einen Bericht uͤber ihre Vorpruͤfungen ab, doch ist seitdem nichts weiter uͤber ihre Wirksamkeit vernommen worden. Das gegenwärtige Mini⸗ sterium hat nun die Sache wieder aufgenommen und auf dem Budget der oͤffentlichen Arbeiten fuͤr 184 1 die Summe von 30,000 Fr zu diesem Zwecke verlangt. Die Repraͤsentanten⸗Kam, mer hat jedoch diesen Vorschlag nicht guͤnstig aufgenommen. Saͤmmr⸗ nUhe Sectionen mit Einschluß der Central⸗Section, haben sich dagegen entschieden, und zwar unter dem seltsamen Vorgeben, daß die Ge⸗ genwart allein nicht gut machen koͤnne, was so viele Jahrhunderte vernachlaͤssigt und unbeachtet gelassen haͤtten. Mit Recht wird von vielen Seiten gegen diesen Einwand bemerkt, daß die wͤͤh⸗ rend der letzten Jahrhunderte in Belgien bestandenen Regierun⸗ gen gar keinen Anlaß gehabt haͤtten, den großen Maͤnnern Vel⸗
giens Deukmaͤler zu setzen. Denn weder die Spanische, noch die Oesterreichische, noch endlich die Franzoͤsische und die Niederlaͤndische Regierung haͤtten diejenige Sympathie fuͤr Belgien haben koͤnnen, die man bei der jetzigen voraus⸗ setzen duͤrsfe. Unsere Kammer laͤßt sich jedoch ausschließlich von dem Prinzip der Sparsamkeit beherrschen und glaubt, weder der Geschichte noch der Kunst des Landes ein Opfer schuldig zu seyn. Es ist dies ein neuer Beweis des alten Axioms, daß de⸗ mokratisch eingerichtete Regierungen, wo es auf Bewilligung von Geldern ankoͤmmt, fuͤr andere, als die rein materiellen Beduͤrf⸗ nisse des Landes nur sehr wenigen Sinn haben. Großartige Unterstuͤtzungen von Wissenschaft und Kunst, Begruͤndungen von Monumenten zur Ehre des Vaterlandes gehen meistens nur von solchen Fuͤrsten aus, die, neben dem Sinn und der Begeisterung fuͤr diese hoͤchsten Lebens⸗Interessen, auch unbeschraͤnkt im Be⸗ sitze der Mittel sind, sie zu foͤrdern.
Nach dem Borinage sind Truppen⸗Verstaͤrkungen gesandt worden, da sich dort neuerdings umruhige Bewegungen gezeigt haben. Die Zahl der Kohlen⸗Arbeiter, die, in Folge der letzten Widersetzlichketten gegen die Anordnung hinsichtlich der Arbeits⸗ Buͤcher noch immer in großer Aufregung sich befinden, belaͤuft sich auf 15,000, doch sind es nur einige Hundert, hauptsaͤchlich von Frankreich eingewanderte Leute, welche diese Aufregung fort⸗ waͤhrend unterhalten und zu ihren Zwecken zu benutzen suchen.
. Dͤnemar : k.
Kopenhagen, 13. Febr. Das Faͤdreland berichtet: „Wie man erfaͤhrt, ist die Vermaͤhlung des Kronprinzen auf den 22. Mai festgesetzt, welches bekanntlich der Hochzeitstag Ihrer Majestaͤten ist. Die Vermaͤhlung wird in Neu⸗Strelitz stattfin⸗ den, worauf das Linienschiff „Christian VIII.“ die Neuvermaͤhl⸗ ten aus dem naͤchsten Seehafen abholen wird, um sie nach der
auptstadt von Daͤnemark zu bringen. Wenn das Schiff im 82 anlangt, soll nach der festgesetzten Bestimmung eine Folge von Boͤten das Fuͤrstliche Paar nach dem Schloßplatze geleiten, wo es von Ihren Majestaͤten dem Koͤnige und der Koͤnigin em⸗ pfangen werden wird. Nach einem kurzen Aufenthalte auf dem Christiansburger Schloß, welches zu verschiedenen Festlichkeiten bestimmt ist, begeben sich die Neuvermaͤhlten auf eine kurze Zeit nach Sorgenfrei und gedenken dann den Rest des Sommers in Odense oder auf Frederiksgave zuzubringen.“
Durch Koͤnigliche Resolutionen vom 10ten und Iten d. ist das Personal der Marine im Ganzen ungefaͤhr um ein Zehntheil reduzirt worden. Im hoͤchsten Rang bleibt nur ein Vice⸗Admi⸗ ral mit oder ohne Admirals⸗Charakter.
Durch Koͤnigliche Resolution vom 10ten d. ist bestimmt, daß die Fabrik zu Usseroͤd aufgehoben und die Armee kuͤnftig durch Konkurrenz von Privaten mit Kleidern versehen werden soll; je⸗ doch wird die Fabrik so lange, bis jene Konkurrenz eröͤffnet wer⸗ den kann, unter einer eigenen dazu bestellten Kommission zu ar⸗ beiten fortfahren. Auch das millitairische Bekleidungs⸗Magazin in Kopenhagen, so wie ein Comtoir im General⸗Kommissariats⸗ Kollegium wird in Folge dieser Veraͤnderung aufgehoben werden.
Der Koͤnigl. nordische Verein fuͤr Alterthumsschriften hat in seiner Versammlung vom 30. Januar Se. Koͤnigl. Hoheit den Kronprinzen zum Praͤsidenten erwaͤhlt, und Hoͤchstderselbe hat mittelst Schreiben vom 3. Februar dem Verein zu erkennen ge⸗ geben, daß er mit Genehmigung Sr. Majestaͤt des Koͤnigs diese Wahl annehme. Der Vormann des Vereins knuͤpfte an seinen Vorschlag, dem Kronprinzen die Direction desselben anzubieten, folgende Hemerkung: „Der Stamm Sr. Koͤnigl. Hoheit hat seine Wurzel in der Vorzeit, welche Gegenstand der Nachforschun⸗ gen unseres Vereins ist, und unser Kronprinz ist der einzige die⸗ ses Stammes, der jene merkwuͤrdige nordische Insel besucht und bereist hat, auf welcher die großen historischen Werke geschrieben und aufbewahrt sind, welche der Verein sich zum Ziel gesetzt hat, fuͤr Forscher im Norden und außerhalb desselben zu erlaͤutern und zugaͤnglich zu machen. Er gehoͤrt solchergestalt jenem fernen Eilande in mehrerer Hinsicht an, und eben so wie das Land sein Interesse auf sich gezogen hat, wird er auch Freude daran fin⸗ den, sich mit den Erinnerungen aus dessen Vorzeit zu beschaͤfti⸗ gen und, zur gehoͤrigen Wuͤrdigung der Literatur mitzuwirken, in welcher unsere alte Daͤnische Sprache aufbewahrt ist.“
Deutsche Bundesstaaten.
Muͤnchen, I1. Febr. (M. p. Z.) In der hiesigen Koͤnigl. Erzgießerei herrscht fortwaͤhrend eine lebendige Thaͤtigkeit. So sind es jetzt insbesondere die Vorarbeiten zu dem Erzgusse der Kolossal⸗Statuen Jean Paul's und Mozart's nach Schwanthalel's Modellen, mit welchen man in jener Anstalt aufs eifrigste be⸗ schaͤftigt ist. Der meisterhaften Conception dieser Standbilder haben wir schon fruͤher in Kuͤrze Erwaͤhnung gethan. Waͤhrend Jean Paul in freier Natur an einen Stamm gelehnt mit leicht zur Seite geneigtem Haupte den Blick humoristisch, geist; und gemuͤthvoll ins Leben sendet, spricht sich dagegen in dem aufwaͤrts gerichteten Auge Mozart's jenes wunderbare Sichinsichselbstverlieren, das innere Lauschen auf die unablaͤssig in reichster Fuͤlle sich in ihm erzeugenden Melodieen aus, das den unsterblichen Tondichter in dem schoͤnsten Momente seiner schoͤpferischen Thaͤtigkeit bezeich⸗ net. Das schierige Problem, die allgemeine und ideale Charakteristik mit der individuellen in Einklang zu setzen, zeigt sich in beiden Statuen auf die genialste Weise gesoͤst, und wir glauben, daß gerade in dieser Gabe Schwanthaler Vorzüge, wie kein anderer der jetzt lebenden Plastiker, besitzt. Wie wir hoͤren, soll die Sta⸗ tue Jean Paul's, welche bekanntlich durch die Munificenz Sr. Majfestaäͤt des Koͤnigs dem Andenken des großen Dichters errich⸗ tet wird, zu Anfang des kommenden Novembers zu Baireuth, jene Mazart's aber zu Salzburg in der Mitte des August dieses Jahres feierlich enthuͤllt werden; es bereitet sich somit ein selte⸗ nes Doppelfest vor, bei welchem Vergangenheit und Ge⸗ genwart, Poesie und Kunst, in den anregendsten Bezie⸗
hungen sich verweben, und sich fuͤr jede ein ihr eigenthuͤm⸗
licher Triumph bereitet. Eine andere umfassende plastische Un⸗ ternehmung, die kolossalen vergoldeten Erzbildnisse der Koͤnigl. Vorfahren, wird gleichfalls aufs eifrigste befoͤrdert, so wie die großen bronzenen Kandelaber, die den Eingang des Thronsaales u schmuͤcken bestimmt sind. Eine wahre Zierde des neuen verg Ausstellungsgebaͤudes werden die Griechischen Landschaften 8en. mann's bilden, die zu dem Ausgezeichnetsten gehoͤren, was 8 er⸗ haupt in neuerer Zeit auf dem landschaftlichen Gebiete der unst hervorgebracht worden ist. Wie man vernimmt, werden diese Gemälde, um sie vor jeder Beschaͤdigung zu sichern, in die Waͤnde eingelassen, und mit eisernen Deckeln geschuͤtzt, die zur Zeit der sedesmaligen Kunst⸗ Ausstellung verschlossen werden, um den Raum fuͤr die auszustellenden Bilder zu benutzen, zu anderer Zeit aber geoͤffnet bleiben, um die Gemaͤlde zum Schmucke der inneren Raͤume des Gebaudes sichtbar zu lassen. Wie das Ende der Ludwigsstraße, so wird auch jenes der Brienner⸗ Straße durch einen imposanten Bogen von antiker Architektur 8 8 ““ j
ö“
11 Eö“
einen angemessenen und großartigen Abschluß erhalten. Der ganze Gebaͤude⸗Cyklus selbst wird aber erst durch die Auffuͤhrung der Ruhmeshalle auf der Sendlinger Anhoͤhe seine Ergaͤnzung finden, da dies Gebaͤude den dorischen Styl repraͤsentiren wird, wie die Glyptothek den Jonischen und das Kunstausstellungs⸗Ge⸗ baude den Korynthischen, da uͤberdies auch die spaͤtern Kunststyle aus christlichen Zeiten, gleichfalls, und zwar der Basilikenstyl in der Bonifazius⸗Kirche, der Byzantinische in der Allerheiligen⸗Hof⸗ kapelle, der Gothische in der Auermariahilf⸗Kirche, endlich die ver⸗ schiedenen Perioden des edelsten Italienischen (Roͤmischen und Florentinischen) mittelalterlichen Palaststyles in dem neuen Koͤ⸗ nigs⸗ und Saalbau ihre Vertretung gefunden. b
Muͤnchen, 15. Febr. Das Intelligenz⸗Blatt der Regierung von Nieder⸗Bagyern enthaͤlt folgenden, durch stattgefundenen Mißbrauch hervorgerufenen Erlaß: „Es ist wie⸗ derholt vorgekommen, daß in einem Markt ein sogenannter Thea⸗ ter⸗Verein sich gebildet, und nach vorhergegangenen, tief in die Nacht sich erstreckenden Proben, unter Mitwirken von Feiertags⸗ Schuͤlerinnen und im Beiseyn von Schulkindern, theatralische Vorstellungen gegeben hat. Abgesehen davon, daß Privat⸗ und Liebhaber⸗Theater, welche die mitwirkenden Individuen von den ernsteren Geschaͤften des Berufs abziehen, den Sinn fuͤr haͤus⸗ liches Leben untergraben, statt wahrer Bildung Eitelkeit, Empfin⸗ delei und Affectation verbreiten und uͤberhaupt Anlaß zu man⸗ cherlei Verirrungen geben, von Polizei wegen nicht beguͤnstigt werden koͤnnen, ist es unerlaͤßliche Pflicht der Polizei⸗Behoͤrden, jeder Bewilligung zu theatralischen Vorstellungen die genaue Wuͤr⸗ digung der Grts⸗ und Zeit⸗Umstaͤnde, dann der Verhaͤltnisse der mitwirkenden Personen vorangehen zu lassen.“ “
Stuttgart, 15. Febr. Gestern trafen Se. Erlaucht der Graf Wilhelm von Wuͤrttemberg mit seiner Gemahlin, der Prin⸗ zessin Theodolinde von Leuchtenberg, aus Muͤnchen hier ein und stiegen in dem fuͤr sie eingerichteten Quartiere, in dem Hause des Generals von Breuning, ab. 11“
A“ 1 8*
Rom, 9. Febr. (A. Z.) Ueber das im Monat Maͤrz vom heiligen Vater zu haltende Konsistorium unterhaͤlt man sich hier wegen der Wichtigkeit desselben in allen unseren Gesellschaften, denn außer, daß darin der Erzbischof von Lyon, Mons. de Bonald, so wie Mons. Acton, Uditore generale della rev. cam. apost. und der Assessor der Inquisition, Mons. Belli, zu Kardinaͤlen erhoben werden duͤrften, sagen selbst unsere hochgestellten Geistlichen, auch dem Erzbischof von Koͤln, der bis dahin hierher kowmen werde, sey diese Auszeichnung zugedacht
Die Koͤnigin⸗Wittwe von Neapel wird zwischen heute und morgen zum Besuche ihrer Tochter, der Koͤnigin Christine von Spanien, hier erwartet. Beide wollen die Faschingzeit hier zu⸗ bringen.
„Heute starb hier der Vieegerente Mons. Antonio Luigi Piatti⸗ Patriarch von Antiochien, geboren in Rom, den 31. Mai 1782.
Portugal.
Lissabon, 1. Febr. (Times.) Man kann sagen, daß es jetzt vier Arten von Opposition in der Deputirten⸗Kammer iebt, naͤmlich 12 Septembristen, 5 Doctrinairs, ungefaͤhr § Ultra⸗Char⸗ tisten und eine Anzahl von Eventualisten, wie Herr Gorjao in der vorigen Session sie nannte, indem er sich, aus Mangel an Vertrauen in die Regierer des Staats, zu ihnen bekannte.
Der Beschluß der National⸗Garde von Lissabon, welche bei
den Cortes eine Petition gegen ihre Verpflichtung, als Miliz in den neu ausgehobenen Bataillonen zu dienen, einreichte, was hier so großes Aufsehen gemacht hat, ist von dem Buͤrger⸗Corps von Porto nachgeahmt worden. Der Bericht der Kommission, welcher die erstere Petition uͤberwiesen wurde, setzt jedoch auseinander, daß der General⸗Admistrator von Lissabon die Befugnisse seines Amtes nicht uͤberschritten habe, da der Dienst jener Bataillone nur auf eine Zeit lang gefordert worden sey. Noch ist keine Entscheidung von den Cortes getroffen, und die Buͤrger⸗Soldaten weigern sich daher noch immer, dem Besehl der Obrigkeit zu gehorchen. . . Der Gouverneur von Mazambique, Brigadier Joaquim Pereira Marinho, ist seines Postens entsetzt worden, weil man ihm Schuld giebt, daß er seine Instructionen uͤberschritten habe; sein Nachfolger ist noch nicht ernannt.
Der Graf von Bomfim, als Kriegs⸗Minister, und der Graf von Avilez, als Militair⸗Kommandant von Estremadura, hielten gestern auf dem Handelsplatz eine Musterung uͤber das erste und das zweite National⸗Handels⸗Bataillon, uͤber das erste Koͤnigl. Freiwilligen⸗Bataillon und uͤber die National⸗Kavallerie ab; diese Truppen beliefen sich zusammen auf 1200 Mann Infanterie und 50 Kavalleristen. Auf den Linien von Lissabon sind jetzt 141 Stuͤcke Geschuͤtz aufgepflanzt. Am 26sten v. M. schiffte sich das 6te Infanterie⸗Bataillon auf dem Dampfboot „Porto“ nach Portod ein, und das 27ste ging nach Peniche ab; am Tage dar⸗ auf wurde ein Artillerie⸗Park nach Ceimbra und das 26ste In⸗ fanterie⸗Regiment, welches von Cascaes hierher gekommen war, nach Campo Major abgeschickt. Am Dienstag vorher war das Ste Infanterie⸗Regiment von Setubal hier eingeruͤckt. In den naͤchsten Tagen sollen noch andere Regimenter nach verschiedenen Punkten des Koͤnigreichs von hier abgehen.
Der Finanz⸗Minister Ferraz hat deshalb resigniren muͤssen, weil verschiedene seiner Gesetz⸗Entwuͤrfe, die er der Deputirten⸗Kammer vorlegte, besonders das, welches die in neuerer Zeit erst abgeschaff⸗ ten Feraes oder Grundzinsen wiederherstellen, also eine Art von Feudal⸗System zuruͤckfuͤhren sollte, großen Widerstand fanden.
Türte.. “ Konstantinopel, 27. Jan. Man glaubt, daß mehrere Englische Marine⸗Offiziere, nach dem Beispiel Mülbes Paschas, in den Dienst der Pforte treten und Kommandos auf der Eng⸗ wenigstens will man wissen, daß
lischen Flotte erhalten werden, we 8 von London die Bewilligung erhalten haͤtten,
Hutige Antraͤge anzunehmen, sobald sie ihnen gemacht werden oeanas güen Fiaust, 88 die neue Organisirung der Ottomani⸗ schen Marine bis Mitte Maͤrz vollendet seyn duͤrfte, worauf sie sich nach Konstantinopel begeben wird.
Aus Syrien wird berichtet, daß die Desertionen im Aegyp⸗ tischen Heere so zugenommen haben, daß Ibrahim schon auf dem Marsche zwischen Damaskus und Messerib fast ein Drittel sei⸗ ner Mannschaft verlor. .
Zwischen dem Tuͤrkischen Statthalter von Herzegowina und dem Vladika von Montenegro ist ein Waffenstiklstand bis Ende April d. J. abgeschlossen worden, und es sind wieder Verhand⸗ lungen zum Zwecke eines foͤrmlichen Friedens im Zuge.
Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika.
New⸗York, 16. Jan. Gestern haben die Banken zu Phi⸗
Rothwendiger Verkauf.
E
ladelphia ihre Baarzahlungen wieder begonnen, was auf den hie⸗ sigen Geldmarkt sehr guͤnstig einwirkte. Man hatte bekanntlich noch bis in die letzte Zeit bezweifelt, daß die Banken jene Maß⸗ regel auszufuͤhren im Stande seyn wuͤrden.
An der Graͤnze sind wieder einige Versammlungen gehalten worden, in denen heftige Beschluͤsse gegen das Verfahren des Herrn Mac Leod in Kanada angenommen wurden; man legt je⸗ doch wenig Gewicht auf diese Demonstrationen. Dagegen hat weiter oͤstlich ein anderes unangenehmes Ereigniß stattgefunden, welches die gereizte Stimmung zwischen den Englaändern und
8 Amerikanern nur noch zu steigern geeignet ist. Drei Amerikaner —— die Herren Templeton, Cady und Kenwick, wurden auf
ihrem Wege von Bangor nach Kanada bei Madavaska von einem Trupp Britischer Soldaten angehalten, und da sie sich wider⸗ setzten, wurde Herr Cady durch einen Schlag mit dem Flinten⸗ Kolben zu Boden geworfen, Herr Templeton erhielt eine Bajo⸗ net⸗Wunde in die Schulter und Herr Kenwick, der entfliehen wollte, eine Kugel in die Huͤfte. Ein herbeikommender ffizier verhinderte fernere Feindseligkeiten.
Inland.
BVonn, 14. Febr. (Koͤln. Ztg.) Zu der dritten Ver⸗ sammlung der Gelehrten Italiens, welche mit Großherzogl. Ge⸗ nehmigung in diesem Jahre vom 15ten bis Schluß September in Florenz stattfinden wird, haben mehrere Deutsche Gelehrten sehr angelegentliche und freundliche briefliche Einladungen erhal⸗ ten. Sie sind von dem General⸗Praͤsidenten Marchese Cosimo Ridolfi und dem General⸗Secretair Cav. Ferdinando Tartini un⸗ terzeichnet. Zu Assessoren der Versammlung sind erwaͤhlt der Professor Cav. Gaetano Giorgini, Großherzogl. Studien⸗Super⸗ intendant, und Cav. Giuseppe Gazzeri, Professor der Universi⸗ taͤt zu Pisa.
Die junge Universitaͤt zu Athen ist bereits mit ihren aͤlteren Schwestern in Deutschland in literarischen Verkehr getreten. Es ist ein Austausch der akademischen Gelegenheitsschriften zwi⸗ schen ihnen verabredet und eingeleitet, und das naturhistorische Museum zu Bonn hat von Athen eine Sendung fossiler Knochen erhalten, deren Untersuchung ein wissenschaftliches Resultat gab. Diese wurden, in der naͤchsten Umgebung der Stadt, in einem röͤthlichen, feinkoͤrnigen, weichen Sandsteine gefunden und gehoͤren dem dreizehigen, vorweltlichen Pferde (Ulippotherium graciso) und einem Rhinoceros an. Knochen dieser Thiere fanden sich auch in der Gegend von Eppelsheim bei Worms neben einander. Das Museum besitzt Zaͤhne und Schaͤdelknochen jenes Pferdes, die bei Linz am Rhein und bei Guͤls an der Mosel im Loͤß vorka⸗ men, und andere Theile des Skelets aus einer Hoͤhle am Altai, am rechten Ufer des Flusses Tschryscki, die dort mit Rhinoceros⸗ aͤhnen und mit Knochen der Hoͤhlen⸗Hyaͤne angetroffen wurden.
ie wissenschaftliche Aufmerksamkeit, welche dem Funde zu Athen gewidmet wurde, bestaͤtigt demnach die weite Verbreitung jenes merkwuͤrdigen Pferdes einer aͤlteren Periode unseres Planeten und dessen Zusammenleben mit einem Nashorn.
Wissenschaft, Kunst und Literatur.
Berlin. In der Sitzung des wissenschaftlichen Kunst⸗Vereins vom 15ten d. legte Prof. Kugler die Zeichnung einer großen bronze⸗ nen Grabplatte des 1Aten Jahrhunderts, mit gravirten Darstellungen, u Lübeck befindlich, und Abdrücke von mehreren Theilen der gravirten
arstellungen vor. „Die Zeichnung und die Abdrücke sind von dem Maler Milde in Lübeck mit großer Sorgfalt gemacht und zu einer Herausgabe Lübischer Denkmäler bestimmt, welches Werk für die Kunst⸗ eschichte von Nord⸗Deutschland von großer Wichtigkeit seyn dürfte. — Der Architekt und Rittergutsbesitzer von Quast legte die an Ort und Stelle aufgenommenen Grundrisse und Zeichnungen der Galla⸗ Placidia⸗Kapelle in Ravenna vor, welche dem 5ten Jahrhundert ange⸗ hört und wohl eine der ältesten seyn dürfte, bei welcher die Form des Lateinischen Kreuzes zum Grunde gelegt wurde. rof. Schöll, vor kurzem von seiner Reise durch Griechenland zurückgekehrt, gab eine lebendige Schilderung der Attischen Landschaft, der Umgebungen Athens und insbesondere der Akropolis, „dieses erha⸗ benen Postamentes, würdig, die Tempel der Götter Griechenlands zu tragen.“ Er legte die neunesten Aufnahmen der Akropolis vor und be⸗ e einen in das Einzelne gehenden Nachweis der dortigen Alter⸗ thümer.
Der Graf A. Raczynski theilte dem Vereine in einer ausführ⸗ lichen Abhandlung: „Vorschläge zur Beförderung der öffent⸗ lichen Theilnahme an den Kunst⸗Ausstellungen in Berlin mit. Daß sich die Theilnahme des Publikums daran seit fünf Jahren bedeutend vermindert haben muß, ergiebt sich daraus:
8 0 Die Einnahme im Jahre 1836 betrug 18,659 Rthlr. 1838 „ 12,638 »⸗ 1839 „⸗ 8,873 8 8 1840 „» 6,60 8 » Als vornehmsten Grund der verminderten Theilnahme des Publi⸗ kums sieht der Graf Raczynski außer der alljährlich angeordneten Ausstellung vornehmlich die Nachsicht an, mit welcher hei der Annahme der ausgestellten Gemälde verfahren wurde. Er schlägt vor, ein Co⸗
215
mité aus Kunstfreunden und Kunstkennern als Repräsentanten des Irst zu ernennen, welche über die Annahme ballotiren sollen.
en Bildern der Düsseldorfer Schule, welche durch die Vermit⸗ telung des dortigen Direktors eingesendet werden, soll ein eigener Saal angewiesen werden; eben so den Franzosen und Niederländern. Die einheimischen Bilder sollen nach ihren Gattungen geschieden werden, so daß ein Saal den historischen Bildern und Portraits, ein zweiter den Landschaften und Architekturen, ein dritter den Genre⸗Bildern n. s. w. bestimmt werden würde. Die Vorschläge fanden allgemeinen Anklang und wurde der Wunsch, den ganzen Aufsatz veröffentlicht zu sehen, lebhaft ausgesprochen. 2- ½ —
Zur Denkmäͤler⸗Kunde.
Unter den mannigfaltigen Erzeugnissen der mittelalterlichen Kunst dürften die, mit gravirter Linear⸗Zeichnung versehenen bron⸗ zenen Grabplatten gelegentlich wohl eine nähere Würdigung ver⸗ dienen, obgleich die geschriebene Kunsthistorie ihrer bis jetzt kaum an⸗ ders als nur beiläufig gedenkt. Steinerne Platten solcher pürr kommen häufig genug vor, doch haben diese selten einen höheren künstlerischen Werth; bei den bronzenen dagegen ist in der Regel, wie auch schon das kostbare Material voraussetzen läßt, die Arbeit sehr gediegen. Die vorzüglichsten Werke dieser Art gehören dem vierzehnten Jahrhundert und in Deutschland, wie es scheint, vornehmlich den mehr nördlichen Gegenden an. Auf ihnen ist gewöhnlich das Bild des Verstorbenen, ganze Figur in Lebensgröße, dargestellt, mit allem Schmucke der ihm zukommenden Kleidung; unter dem Haupte häufig ein Kissen, welches von Engeln gehalten wird, umher ein Teppichgrund, der Name mit reichen Gothischen Architekturen verziert, deren Nischen und Tabernakel durch kle. 3 Heiligen⸗Figuren erfüllt werden; anderes anmuthiges, zu⸗ meist el üfalls figürliches Beiwerk auf den übrigen Rändern. ie Arbeiten sind ganz wie Kupferstiche behandelt, und sie gehören in der That zu den beachtenswerthesten Vorgängern dieser Kunst. Zwei sol⸗ cher Bronze⸗Platten sind in dem Schimmelschen Werk über die Cister⸗ zienser⸗Abtei Altenberg bei Köln in verkleinerter Nachbildung heraus⸗ gegeben worden. Eine dritte von sehr ausgezeichneter Arbeit bewahrt die Nikolai⸗Kirche zu Stralsund. Eine vierte befindet sich zu Lübeck, vermuthlich in der dortigen Domkirche. Dies letztere Werk, etwa der Mitte des vierzehnten Jahrhunderts angehörig, erscheint eigenthümlich bedeutsam durch die Gestalten zweier Bischöfe, die darauf nebenein⸗ ander dargestellt sind, so wie durch den größeren Reichthum des Zier⸗ werkes und der anderweittgen Scenen von kleinem Maßstabe, welche jene Gestalten umgeben. Herr Maler Milde zu Lübeck hat von ein⸗ zelnen Theilen dieser Platte Formen in Letterngut genommen und mit⸗ telst der letzteren Abdrücke auf Papier anfertigen lassen, welche somit gewissermaßen als Kupferstiche des vierzehnten Jahrhunderts zu betrachten und den Sammlern und Forschern in diesem Kunstfachesehr interessant seyn dürften. Nur unterscheidet sich sein Verfahren, dem größeren Maßstabe seiner Gegenstände angemessen, insofern von dem eigentlichen Kupferdruck, als er nicht die Vertiefungen mit Schwärze ausfüllt, sondern umgekehrt die Erhöhungen mit einem hellen, bronzefarbigen Ton auf das geschwärzte Papier abdrückt. Im Interesse der Kunstgeschichte würde es sehr er⸗ freulich seyn, wenn man auch an anderen Orten, wo sich ähnliche in⸗ teressante Arbeiten vorfinden, dasselbe Verfahren in Anwendung brin⸗ gen und auf solche Art den Freunden alterthümlicher Kunst dankens⸗ werthe Mittheilungen bereiten wollte. — Die genannten Abdrücke, welche Herr Milde angefertigt, werden, so viel uns bekannt ist, in einem grö⸗ zeren, umfassenderen Werke über die Kunst⸗Denkmäler von Lü⸗ beck erscheinen. Der Reichthum, den diese Stadt, das Haupt der Hanse, daran besitzt, ist zu bekannt, als daß es nöthig wäre, die Kunst⸗ freunde noch besonders auf die Wichtigkeit eines solchen Unternehmens aufmerksam zu machen. Auch steht ohne Zweifel zu erwarten, daß das altgefeierte Lübeck selbst einem Werke, welches dem Ruhme seiner Vor⸗ zeit gewidmet ist, diejenige Theilnahme schenken werde, die zur würdi⸗ gen Ausstattung desselben nöthig ist. F. K.
8 0 21 2 I Thlr. zu 30 Sgr. Wechseel-Cou’n 5 2 422
Amsterdam. 2 Pl. Kurz do Fl. 2 Mt. Hamburg.. Mk. Kurz do 88 ö — Mk. 2 Mt. London. 1 1 LSt. 3 Mt. Parias .. 8 Fr. 2 Mt. Wien in 20 Xr. 8 Fl. 2 Mt. Augsburg 8 50 Fl. 2 Mt. Thlr. 2 Mt. Leiprig WA . . Thlr. 8 Tage Frankfurt a. M. W2Z2.. Fl. 2 Mt. Petersburg. SRbl. ³3 Woch.
Auswärtige Börsen.
Amsterdam, 16. Februar. 1 Niederl. wirkl. Schuld 4915⁄16. 5 % do. 97 ⁄2. Nanz-Bill. 217⁄. 5 % Span. 22 . Passive —. Ausg. —. Zinsl. —. Preuss. Präm. Sch. —. Pol. —. Oesterr. —.
3 Antwerpen, 15. Februar. Zinsl. 6 ⅞1. Neue Anl. 221/16.
8 Frankfurt a. M., 17. Februar. 8
Oesterr. 5 % Met. 106. 1057⁄1. 4 % 98 ⅞ Br. 2 ½ % 55 ⁄ Br. 1 % 24 1 G. Bank-Actien 1962. 1960. Partial-Obl. —. Loose zu 500 Fl. 134 1. 13à ¼4. Loose zu 100 Fl. —. Preuss. Präm. Sch. 80 ½ G. do. 40 % Anl. 100 ⅞ G. Poln. Loose 73. 72 ¼. 5 % Span. Anl. 23 7⁄1. 23 ¾. 2 ⁄½ % Holl. 495/⁄16. 403⁄19.
Eisenbahn-Actien. St. Germain 710 G. Versailles rech- tes Ufer 425 G. do. linkes 320 G. München-Augsburg —. Strafs-
8
burg-Basel 250 Br. Leipzig-Dresden 101 Br. Köln-Aachen 92 ½ G
Hamburg, 18. Februar.
Bank-Actien 1620 Br. Engl. Russ. 106 ⁄½. 8
Paris, 15. Februar.
5 % RKente fin cour. 112. 20. 3 % Kente fin cour. 76. 20. 5 % . au compt. 101. 85. 5 % Span. Kente 24 ¾4. Passive 6. 3 % ort. —.
Meteorologische Beobachtungen. 1841. Morgens Nachmittags Abends Nach einmaliger 19. Februar. 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.
336,41 „Par. 336,02„Par. 337,10 „Par. Quellwärme 6,5 0 R. + 0,60 R. + 5,20 R. + 1,8 0 R. Flußwaͤrme 0,6 0 R. 0,00 R. + 3,00 R. + 07° R. Bodenwärme 1,00 R. 91 vCt. 77 pCt. 88 pCt. Ausdünstung 0,022“ Rhy. trübe. halbheiter. halbheiter. Niederschlag 0. 8 S. S. S. Waermewechsel †+. 5,50
Luftdruck Luftwärme Thaupunkt Dunstsättigung
Dauer der Eisenbahn⸗Fahrten am 19. Februar.
Abgang Zeitdauer Abgang von — von
Berlin. St. M.] Potsdam. (St. M.
Uhr Morgens. 42 [Um 7 Uhr Morgens. — 46 „ Vormitt... 42 [ » 10 » Vormitt.. — 40 „ Nachmitt.. 42 » 1 » Nachmitt. — 49 „ Abends... 52 „ 4 ½ „ „ 8 40 „ “ 57 1p 7 ½¼ »„ Abends... 56
Berliner Börse. DEx 20. FEhnnAR 1841. 8
8 Pr. UCour. 3 8 Pr. Cour.
] Brief. 1[ Geld. Brief. Geld. St. Schuld-Sch.] 4 1033 1031 Pr. Eugl. Obl. 320. 4 19922 — *JAeuen. V Präm. Sch. d. Seeh— 80 3⁄2 801⁄12 Brl. Pots. Eisenb. . — Kurm. Schuldv. 3½ 1017⁄1 101 ⁄1¶ sdo. do. Prior. Act. ,42 102 ½ Neum. Schuldv. 31 1017⁄⁄ 101 3⁄¼¶ Mgd. Lpz. Eisenb. — Berl. Stadt-Obl. 103 ¾ do. do. Prior. Act. 102 ½ Danz. do. in Th. 48 Berl. Anh. Eisenb. — Westp. Pfandbr. 101 ¾ do. do. Prior. Act. 2 ¹ 102 Grossh. Pos. do. 1057/1. Ostpr. Pfandbr. 102
·
Gold al marco 208 ½ Pomm. do. 1031/12 Neue Dukaten — Kur- u-Neum. do. 103 ⁄2 Friedrichsd'or 13 Schlesische do. 102 ½ And. Goldmün- Coup. und Zins- zen à 5 Th. 6 71 Sch. d. K. u. N. 98 Disconto 4
Zeitdauer
Wolkenzug — S. — 9. 1 Tagesmittel: 336,51“„ Par. + 2,5 ° R.. +†. 1,20 R.. 85 vCt. S.
Koͤnigliche Schauspiele.
Sonntag, 21. Febr. Im Opernhause: Voltaire's Ferien. Robert und Bertrand, pantomimisches Ballet in 2 Abth., von Hoguet.
Im Schauspielhause: Das Glas Wasser, Lustspiel in 5 Abth., nach Scribe, von A. Cosmar.
Montag, 22. Febr. Im Schauspielhause: Egmont. Trauer⸗ spiel in 5 Abth., von Goethe. Musik von L. van Beethoven.
Dienstag, 23. Febr. Im Schauspielhause: Das Tagebuch. Hierauf: Die unterbrochene Whistparthie.
Mittwoch, 24. Febr. Im Opernhause: Iphigenia in Aulis, große Oper in 3 Akten. Musik vom Ritter Gluck. Ballets von Hoguet. (Neu einstudirt.)
ꝛIm Schauspielhause: Franzoͤsische Vorstellung.
Koͤnigsstaädtisches Theater. 8 Sonntag, 21. Febr. Auf Begehren: Der Vater der Debu⸗ tantin. Posse in 4 Akten, nach Bayard, von B. A. Herr⸗ mann. Hierauf: Die Wiener in Berlin. Posse mit Gesang in 1 Akt, von K. von Holtei. Montag, 22. Febr. Zum erstenmale: Die schlimmen Frauen im Serail. Zauberposse mit Gesang in 2 Akten, von Franz Told. Musik vom Kapellmeister Proch. Dienstag, 23. Febr. Zum erstenmale wiederholt: Die
schlimmen Frauen im Serail.
Mittwoch, 24. Febr. Die schlimmen Frauen im Serail.
Donnerstag, 25. Febr. Die schlimmen Frauen im Seralil. Es wird gebeten, bei Empfang der Billets sich zu uͤberzeu⸗ gen, ob sie auch mit dem Tage bezeichnet sind, zu welchem sie gefordert wurden, weil fuͤr Irrungen in dieser Hinsicht nicht ein⸗ gestanden werden kann, und ein Jeder also den daraus fuͤr ihn entstehenden Nachtheil sich selbst beizumessen haben wuͤrde.
8 Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen. “ Gedruckt bei A. W. Hayn
nx⸗
aoehwemeysSsaswwadeewvemmevagvn
8 Bekanntmachungen.
Königliches Kammergericht in Berlin.
ehörigen, im Hypothekenbuche des Kammergerichts Fol. I. pag. 337 verzeichneten und in der Westprieg⸗ nitz belegenen Rittergüter Bresche, Mollnitz II. An⸗ theils und Reetz, jedoch mit Ausschluß: 1) der von der Bauerngemeine zu Bresche als Be⸗ sitzer ihrer bäuerlichen Stellen, bisher geleisteten Dienste und Abgaben,
veln junger Kiefern,
3) des Rittergutes Bresche,
4) der an den Bauer Nühse verkauften Ackerpar⸗ celle zu Reetz,
5) der den Neumannschen Eheleuten verkauften Ak⸗ kerparcelle,
6) der dem Schulze, Winterfeld und Sengebusch 7) der dem Fatke verkauften Ackerparcelle,
celle und
Gerechtigkeit, hinsichts der so Kamps⸗ und runden Sacelasetennten er 39.
nebst Hypothekenschein und Be
ingungen in der Re⸗
gistratur des Kammergerichts einzusehenden Faxe, sollen 5) der Witwe des Tünchers Conrad S
am 10. Juli 1841, Vormittags um 10 Uhr, an ordentlicher Gerichtsstelle subhastirt werden.
Alle unbekannten Real⸗Prätendenten werden aufge⸗ fordert, sich, bei Vermeidung der Präklusion, spätestens
Die zur Konkursmasse des Rittergutsbesitzers Grothe in diesem Termine zu melden.
Nothwendiger Verkauf. Ober⸗Landes⸗Gericht zu Köslin. Subhastations⸗Patent.
Das im Stolpschen Kreise belegene Allodial⸗Gut Damerkow B., landschaftlich abgeschätzt auf 5310 Thlr 2) der vor der Gutswohnung in Bresche, stehenden 5 sgr. 8 Pf., zufolge der nebst Hypothekenschein und Pappeln, der sechs bei dem Mollnitzer Hofe ste⸗ Bedingungen in der Registratur einzusehenden Tare, henden Eichen, 22 Kiehnbäumen und fünf Ka⸗soll am 30. April 1841, Vormittags um 10 Uhr,
aan ordentlicher Gerichtsstelle subhastirt werden. Köslin, den 1. October 1840. Königl. Ober⸗Landes⸗Gericht. Civil⸗Senat.
Königl. Preuß. Land⸗ und Stadtgericht. 8 Koenau. Die unbekanunten Erben der nachgenannten Erblasser: verkauften Ackerparcelle, 1) des Ernst August Kerst zu Walschleben, gestorben p. am 8. November 1833; 1 8) der dem Käthner Wendt verkauften Ackerpar⸗ 2) des Hutmachergesellen Christian Bader von hier, 9) der d 1 b gestorben zu Augsburg am 2. vErn 1831; ) der dem Käthner Eggert überlassenen Erbpachts⸗ 3) des Buchdruckers Christian Wilhe von hier, durch rechtskräftiges Erkenntniß vom Juni 1835 für todt erklärt;
abgeschätzt auf 22,180 Thlr. 8 sgr. 7 pf., zufolge der ³) des Einwohners Johann Georg Bach, von Wal⸗ der Passivorum die Erlassung öffentlicher tersleben, gestorben zu Linderbach am 7. Juni 1837; nöthig geworden, als werden hiermittelst alle diejenigen, auswärtigen Verk
eifarth (auch welche aus irgend einem Rechtsgrunde Ansprüche und 50 Thalern verboten.
2. Dezember 1839;
wandten aufgefordert, sich binnen spätestens in dem auf
Erblasser als herrenloses Gut dem gesprochen werden wird. Erfurt, am 28. Januar 1841.
114*“ v.
werden hierdurch nebst ihren Erben oder nächsten Ver⸗nis den 19.
den 29. Dezember c., Vormittags 10 Uhr, vor dem Deputirten, Herrn Land⸗ und Stadtgerichts⸗ der jeßt vorhandenen Masse werden ausgeschlossen und Rath Lozzen, an hiesiger Land⸗ und Stadtgerichtsstelle abgew anstehenden Termine entweder in Person oder durch einen zulässigen Bevollmächtigten aus der 8 hiesigen Justiz⸗Kommissarien, von denen in ermangeln⸗ der Bekanntschaft die Herren Justiz⸗Kommissarien Dr. Koch und Justizrath Rötger vorgeschlagen werden, zu melden und ihr Erbrecht gehörig nachzuweisen, sonst aber zu gewärtigen, daß das Vermögen der genannten
1“ v““ 5eeen F hlege Fünehänn ven Neumann und 18 1 . en Ehefrau Johanna geborne Weyergang wegen ländi brikant d Handelsleute. m Albert Köber Insufficienz ihres Vermögens zur Deckun ge⸗ Schul⸗ [1.aeeeg 8 den bonis cedirt und deshalb zum Zweck der Reguli⸗ bleibt der Handel, so wie das Aushängen von Handels⸗ rung dieser Debitsache und der genauen Konstatirung firmen, auch aller und jeder sonstiger⸗ . s S
Allgemeiner Anzeiger fuͤr die Preußischen Staaten.
Seyfart, Seifert und Sepfert), Friederike gebornen Forderungen an gedachte Kaufmann Neumannsche Ehe⸗ Meidrodt (auch Meidrott), von hier, gestorben am 3
ute oder deren Vermögen zu haben vermeinen, zu deren behufigen Anmeldung und Verisication in termi⸗ ebruar, 5. und 19. März d. J., 9 Monaten und Morgens 10 Uhr, bei dem Nachtheile vor uns zu er⸗ scheinen geladen, daß sie sen durch die am 2. April d. J. zu publizirende Präklusiv⸗Sentenz damit von
esen werden. Datum Greifswald, den 29. Januar 1841. Direktor und Assessores des Stadtgerichts.
ahl der (L. S.) . r. oefer.
Bekanntmachung. 1. Die diesjährige ts Ostermesse beginnt den 26. April
mit dem 1 5. Mat. b 2. Während dieser drei Wochen können alle inlän⸗ dische so wie die den Zollvereinsstaaten ange⸗ en örenden Fabrikanten und Handwerker, ohne einige eeschränkung von Seiten der hiesigen Innungen, öf⸗ fentlich hier feil halten und Firmen aushängen. Gleiche Berechtigung haben alle andere aus⸗
önigl. Fiskus zu⸗ und endigt
2. Außer vorgedachter dreiwschentlicher Frist
. tend erkmale Seeazata s hfezen „Ferräufern 85 einer Geldstrafe bis zu