1841 / 64 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

so koͤnne es dieselbe ja im Ausschusse erhoͤhen. Er sey . daß an den großen Feststellungen der Reform⸗ berdings dafg⸗ 8-5⸗ werde, aber darum wolle er sich nicht

Bill nicht mehr 1— elben binden, nicht an dem Buchstaben kleben n jedes Wort derse 8

eist der Maßregel sehen.

2 .= Stanley einige ungerechte Vor⸗ wuͤrfe gemacht worden, aber nichtsdestoweniger sey er ͤber⸗ zeugt, daß dieselbe unausfuͤhrbar waͤre, weil sich so allgemeine und entschiedene Feindseligkeit unter dem Irlaͤndischen Volk da⸗ gegen ausgesprochen habe. Herr Lucas, der sich gegen die mi⸗ nisterielle Bill erklaͤrte, hielt es zwar fuͤr angemessener, daß das Wahlrecht auf die Armen⸗Steuer basirt wuͤrde, als daß es, wie bisher, auf die bloße eidliche Versicherung des zur Registrirung sich meldenden Individuuus begruündet bleibe; aber, meinte er, man haͤtte als die 5 Pfd. Qualtfication nicht den Brutto⸗, son⸗ dern den Netto⸗Ertrag eines Pachtgutes oder gemietheten Hau⸗ ses, den reinen Gewinn, nach Abzug des Pacht⸗ und Mieths⸗ Zinses und anderer Lasten, ausstellen sollen; er selbst habe fruͤher den Vorschlag gemacht, daß man §8 Pfd. 5 Sh. Ertrag uͤber den Pachtzins als Wäͤhler⸗AQualification fuͤr Irland anneh⸗ men moͤchte. Nach der vorliegenden Bill aber wuͤrde man eine Klasse von Waͤhlern erhalten, die noch viel bestechlicher seyn wuͤrde, als die der fruͤheren Vierzigshilling⸗Freisassen, denn diese haͤtten doch etwas besessen, die nunmehrigen Waͤhler aber wuͤrden gar nichts besitzen. Lord Morpeth, der Secretair fuͤr Irland, suchte mehrere von Lord Stanley's Behauptungen zu widerlegen; er bestritt es, daß die ministerielle Bill dem Irleaͤn⸗ dischen Volk ein ausgedehnteres Wahlrecht verleihen wuͤrde, als das Englische es schon besitze, und meinte, daß das erstere immer noch gegen das letztere zuruͤckstehen werde. Mit einer Abschaͤtzung von 5 Pfund Revenuͤe zur Besteuerung fuͤr die Armenpflege werde fast immer wenigstens ein Pacht⸗Besitz von 5 bis 6 Acre Landes verbunden seyn. Es waͤre vielleicht besser gewesen, wenn man erst noch mehr Erfahrungen aus dem neuen Armen⸗Gesetz haͤtte schoͤpfen koͤnnen, aber Lord Stanley's Bill habe die Mini⸗ ster zur Beschleunigung ihrer Maßregel genoͤthigt, in welche man die Staͤdte, also die Hausmiether, eben so wohl aufgenommen habe, wie die Grafschaften, um die ganze Sache sogleich zu er⸗ ledigen. Der Minister erklaͤrte schließlich, daß die Maßregel, sei⸗ ner Ueberzeugung nach, durchaus im Geiste der Reform⸗Bill sey, er forderte das Haus dringend auf, das Irlaͤndische Volk durch Annahme derselben z8 versoͤhnen, und ließ auch eine Andeutung fallen, die wie eine Warnung vor den moͤglichen Gefahren klang, welche von Irland aus, wenn man ihm nicht Gerechtigkeit wi⸗ derfahren lasse, unter den jetzigen Zeitumstaͤnden dem Britischen Reiche drohen koͤnnten.

Unterhaus. Sitzung vom 23. Februar. Die Debatten uͤber die Irlaͤndische Waͤhler⸗Registrirung werden fortgesetzt. Fuͤr die ministerielle Bill sprechen die Herren Smith O'Brien, Ca⸗ rew, Pigott, Macaulay und Lord Howick; dagegen Herr Young, Sir R. Bateson, Dr. Lefroy und Sir W. Follett. Dann aber⸗ malige Vertagung der Diskussion.

u6“ Sitzung vom 24. Februar. Weitere Fort⸗ setzung der Diskussion uͤber die von Lord Morpeth eingebrachte Bill. Zu Gunsten derselben ließen sich die Herren Brotherton, C. Buller, Shiel und traten die Herren Milnes, Jackson, ham auf. zur Abstimmung zu schreiten, vertagt.

und die Debatte wurde nochmals

Februar. Heute endlich

Unterhaus. Sitzung vom 25. Irland anzunehmende

kam man zur Abstimmung uͤber das fuͤr Irl . System der Waͤhler⸗Qualification und Registrirung, nachdem die Debatten vier Abende gedauert und 19 Redner fuͤr und 18 ge⸗ gen die ministerielle Bill gesprochen hatten. Am heutigen Abend nahmen im ersteren Sinn noch folgende Mitglieder das Wort: die Herren V. Stuart, Howard, Gisborne, J. O Connell, V. Roche, Daniel O'Connell und Lord John Russell; im letzteren, gegen die Maßregel: die Herren M. Gaskell, Lascelles, Chol⸗ mondeley, F. Tennent, F. Shaw, Oberst Conolly und Sir R. Peel. Nachdem indeß aus den ersten Reden uͤber diese Angelegenheit das Wesentlichste mitgetheilt und der Stand der Sache auch sonst noch so weit auseinandergesetzt worden ist, als es zu einer Beleuchtung der⸗ selben im Allgemeinen erforderlich war, kann es fuͤr das Ausland wenig Interesse haben, dieselben Argumente und Partei⸗Declama⸗ tionen von beiden Seiten immer von neuem wiederholen zu hoͤ⸗ ren. O'Connell warnte das Haus vor einer Feindseligkeit ge⸗ gen Irland in einem Augenblick, wo Frankreich, Spanien, Ruß⸗ land und Amerika ihr Auge auf den Parteien⸗Kampf im Briti⸗ schen Reiche gerichtet haͤtten und die Wichtigkeit seines Resultats sehr wohl einsaͤhen. „Wuͤrde wohl“, rief er aus, „Lord Stanley es gewagt haben, seine Bill einzubringen, wenn wir uns jetzt im Kriege mit Frankreich und Amerika befaͤnden? Und warum will man nicht die weise Politik der Preußischen Regierung nachahmen, die, durch Versoͤhnlichkeit daheim, an Staͤrke gegen das Ausland gewonnen hat? Die Unversoͤhnlichen sind die eigentlichen Repealer, und ich wurde in der That, ehe ich Irland verließ, ernstlich aufgefordert, den edlen Lord (Stanley) zum Ehren⸗Mitgliede der Repeal⸗Association zu ernennen. Man genehmige die vorliegende Bill, und man wird mir viel von meiner Macht und meinem Einfluß nehmen; ich fordere Sie auf, durch Gerechtigkeit gegen mein Vaterland mich zu entwaffnen.’ Sir R. Peel ruͤgte den ganzen Ton, in welchem O'Connell gesprochen, als hoͤchst ungeziemend und fragte ihn, wie er seine Landsleute so beschimpfen koͤnne, daß er auch nur im entferntesten die Moͤglichkeit eines Abfalls dersel⸗ ben von England in einem etwanigen Kriege mit Frank⸗ reich oder Amerika durchblicken lasse. Und wenn man

Sir W. Somerville vernehmen; dagegen Thesiger und Sir J. Gra⸗

Auch an diesem Abend war man noch nicht geneigt, kitet. Der Britische Konsul zu Boston legte sich zwar ins

diese Bill passiren ließe, so wuͤrde Herr O Connell im nächsten Jahre wieder ein neues Agitations⸗Mittel bei der Hand haben und das Parlament von einem Zugestaͤndniß zum andern draͤn⸗ den. Nachdem Sir R. Peel sich dann aufs entschiedenste gegen die neue, vom Ministerium aufgestellte Waͤhler⸗Qualisication fuͤr Irland ausgesprochen hatte, schloß Lord J. Russell die Debatte mit einer energischen Vertheidigung und Anempfehlung des mi⸗ nisteriellen Vorschlages, und es wurde nun zur Abstimmung ge⸗ schritten. Diese ergab

fuͤr die zweite Lesung der Bill 299

fuͤr Lord Stanley's Amendement 294

Majoritaͤt fuͤr die Minister 5 Stünmen.

Die Bill wurde hierauf noch pro forma an den Ausschuß

uͤberwiesen.

London, 26. Febr. Ihre Majfestaͤt die Koͤnigin empfing gestern aus den Haͤnden des Sardinischen und Brasilianischen Gesandten Schreiben ihrer respektiven Souveraine. Die verwitt⸗ wete Koͤnigin ist seit einigen Tagen unpaͤßlich, doch soll es schon etwas besser mit Ihrer Majestaͤt gehen, sie hatte sich eine hef⸗ tige Erkaͤltung zugezogen.

Die ministeriellen Blaͤtter sind sehr erfreut uͤber den Sieg, den das Ministerium gestern Abend im Unterhause, wenn auch nur mit einer Majoritaͤt von 5 Stimmen, erfochten hat. Wenn die Bill des Lord Morpeth auch im Ausschusse in ihren Details noch einige Veraͤnderungen erleiden sollte, so scheint doch das Prinzip derselben, eine neue Feststellung der Waͤhler⸗Qualification, nun gesichert zu seyn, und Lord Stanley's Gegen⸗Bill duͤrfte wohl bei der zweiten Verlesung verworfen werden, wenn ihr Ver⸗ fasser sie nicht vorher schon fallen laͤßt.

Das Budget fuͤr die effektiven und nicht effektiven Streit⸗ kraͤfte der Englischen Armee vom 1. April 1841 bis zum 31. Maͤrz 1842 ist nebst einer vergleichenden Uebersicht der Ausgaben fuͤr das Jahr, welches mit dem 31. Maͤrz 1841, und fuͤr das, wel⸗ ches mit dem 31. Maͤrz 1842 abschließt, dem Parlamente vorge⸗ legt worden. Folgendes ist ein das Personal betreffender Auszug

aus demselben:

Effektiver Bestand 121,112 121,121 MNNiihht effektiver 83,87 82,4722 202,983 203,503 r Indien abzuziehen 27,641 29,070 8 Bleibt 177,342 174,523 Weniger im Jahre 1842 2,819 Was die Ausgaben fuͤr die Landmacht betrifft, so haben dieselben 6,277,753 Pfd. St. fuͤr 184 % betragen, und fuͤr 184 ¼⁄ werden nur 6,258,306 Pfd. verlangt.

In den Vereinigten Staaten hat sich ein neuer Vorfall ereig⸗ net, der die Mißhelligkeiten zwischen der dortigen und der Eng⸗ lischen Regierung noch steigern muß. Es wurde naͤmlich vor ei⸗

iger Zeit ein Sklavenschiff, „Tigris“, das unter Nord⸗Amerika⸗

tischer Flagge fuhr, von der Englischen Brigg „Water Witch“ der Afrikanischen Kuͤste weggenommen und der Schiffs⸗Faͤhn⸗

ich Jackson von letzterem Fahrzeug mit der Beute nach Massa⸗ hussetts geschickt, um dieselbe dort als gute Prise zu verkaufen. Die Gerichtshoͤfe von Salem in Maseachussetts erklaͤrten aber die Wegnahme des „Tigris“ fuͤr ungesetzlich, und es wurde eine auf 3000 Dollars lautende Schadenklage gegen Herrn Jackson 8.8

it⸗ tel und fuͤhrte zu Gunsten des Schiffs⸗Faͤhnrichs an, daß derselbe nur im Auftrage seiner Oberen gehandelt habe. Das half jedoch ichts, die Amerikanischen Behoͤrden erklaͤrten, das sey eine Sache für sich, die zwischen der Central⸗Regierung und England abzu⸗ machen waͤre, aber Herr Jackson muͤsse dessenungeachtet fuͤr den Schaden haften. Es leisteten darauf einige Kaufleute zu Boston fuͤr ihn Buͤrgschaft, und er wurde bis zur gerichtlichen Verhand⸗ lung der Sache freigelassen.

Belgien.

Bruͤssel, 26. Febr. Seit der gestern erfolgten Ruͤckkehr des Koͤnigs aus London spricht man hier von einer bevorstehenden Ministerial⸗Veraͤnderung. Es heißt, daß die Koryphaͤen der so⸗ genannten katholischen Partei, die Herren de Theux, Meulenaere, Desmaisieres und Deschamps moͤglicherweise wieder in das Ka⸗ binet eintreten.

Deutsche Bundesstaaten.

Frankfurt a. M., 28. Febr. In Bezug auf die in Deut⸗ schen Blaͤttern mitgetheilten Geruͤchte von der bevorstehenden Ab⸗ reise des Koͤnigl. Niederlaͤndischen Bundestags⸗Gesandten bemerkt die Ober⸗Post⸗Amts⸗Zeitung: „Es kann aus zuverlaͤssiger Auelle auf das bestimmteste versichert werden, daß von Seiten der Koͤnigl. Niederlaͤndischen Regierung bis zum heutigen Tage in Hinsicht einer bevorstehenden Veraͤnderung in dem Personale ihrer hiesigen Bundes⸗Gesandtschaft durchaus noch kein definitiver Beschluß vorliegt.“

JoRWEl

Nachrichten aus Damaskus vom 18. Jannar sprechen von Unruhen, die in dieser Stadt ausgebrochen waren. Einige Fanatiker hatten es gewagt, allen denen, die keine Muselmaͤnner sind, das Tragen des weißen Turbans und das Reiten durch gewaltsame Mittel zu verwehren; aber die weise und energische Dazwischenkunft des Gouverneurs hatte alles sogleich wieder in Ordnung gebracht. Die aͤrgsten Meuterer sind verhaftet und die strengsten Vorkehrungen getroffen worden, um noͤthigenfalls die Versuche der Ruhestoͤrer im Keime zu ersticken.

Aegypten. 8

Alexandrien, 28. Jan. Ein in der vorgestrigen Nach Gaza hier angekommenes Englisches Dampfboot hat uns die achricht gebracht, daß Ibrahim's Truppen (die also wohl den eg durch Palaͤstina eingeschlagen haben muͤssen) Jericho ver⸗ annt hatten. Dieser Akt von Vandalismus ist durch einige lintenschuͤsse, die auf sie, als sie unter den Mauern der Stadt oruͤberzogen, gefallen waren, veranlaßt worden. Ibrahim war noch an der Spitze eines ziemlich bedeutenden Armee⸗Corps; wenn er aber, wie alles vermuthen laͤßt, Befehl erhaͤlt, die Syrischen Soldaten in ihre Heimath zuruͤck zu schicken, koͤnnte es ihm wohl be⸗ gegnen, daß er so gut als allein nach Aegypten zuruͤckkehre. Nach den Gestaͤndnissen der vertrautesten Freunde des Pascha's herrscht die groͤßte Anarchie bei der Armee Ibrahim's und man ist im Palaste darauf gefaßt, die traurigsten Nachrichten zu erhalten. Unter diesen Umstaͤnden ist Mehmed Ali eiligst beflissen, mit dem Commodore Napier die erforderlichen Verabredungen zu treffen, und wo moͤglich die Ereignisse zu beschwoͤren. Das Dampfboot „der Nil“ ist sogleich nach

wird das Englische Dampfboot un⸗

man uͤbermorgen erwartet, 1 fuͤr Ibrahim und General Jochmus

verzuͤglich mit Instructionen nach Gaza abgehen.“

Berichtigung Sp. 3, 3. 56 ist statt „Grundsatzes“ zu lesen:; Grundbesitzes, und S. 259, Sp. 1, Z. 41 v. u. statt „Kasse“: Klasse.

Dauer der Eisenbahn⸗Fahrten am 2. März. Abgang Seitdauer Abgang Zeitdauer

von von 1 8 St. Potsdam. St. M.

42 40 40 36 52

Uhr Morgens. Um 7 Uhr Morgens.. Vormitt... 10 » Vormitt... Nachmitt.. 1 Nachmitt.. 0 Abends .. . „2 4 21 8

Abends...

83 2 7 ½ 8

Meteorologische Beobachtungen. Morgens V Nachmittags V Abends Nach einmalig er

1841. 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.

2. März.

Quellwärme 6,4 9 R. Flustwärme 0,0 0 R. Bodenwärme 0,90 R. Ausdünstung 0,023“ Rh. Niederschlag 0,033“ Rh.

33 4,9“ „Par. 334,34“ „Par. ((,60 N 16u EWTTIII1“ 88 pCt. 77 pCt. 85 pCt. trübe. Schnee. trübe. O. O. SSO. Wärmewechsel 0,490 O. SO. 8,50. 334,89 Par. 3,8 0 R.. 6,1 0 R. 83 vCt. OSO.

335,84“ „Par. 6,50 R. 7599 NR

Luftdruck Luftwärme Thaupunkt Dunstsättigung Wetter

Wolkenzug Tagesmittel:

Aus wurtige Börsen. Amsterdam, 27. Februar. 18 Niederl. wirkl. Schuld 507/168. 5 % do. 98. Kanz-Bill. 22 %.

5 % Span. 22 2⁄16. Passive —. Ausg. Zinsl. Preuss. Präm. Seh. —. Pol. Oesterr. —. 1 8

—. 5

Antwerpen, 26. Februar. Zinsl. —. Neue Anl. 22 ⁄[. Hamburg, 1. März. Bank-Actien 1605 G. Engl Russ. 106

London, 24. Februar. Belg. —. Neue Anl. 23 ⁄1. Passive 5 ⅞. 3 % 19. Engl. Russ. —. Bras. 71 ½. Columb. 22 ¼. Mex. 27 ½. Peru 16 ½. Chili 60 8

Cons. 3 % 88 ⁄¾.

Paris, 26. Februar. 5 % Rente fin cour. 112. 95 3 % Rente fin cour. 76. 55. 50 % Neapl. au compt. 101. 85. 5 % Span. Kente 247⁄¶1l. Passive 6. 3 % Port. —.

Wien, 26. Februar. 5 % Met. 105 ⅞1. 4 % 99. 3 % 78 ½¼. 2 ½ % 55. Bank-Actien 1624. Anl. de 1834 133 ½. de 1839 108 ½.

Koͤnigliche Schauspiele.

Donnerstag, 4. Maͤrz. Im Schauspielhause: Zum ersten⸗ male: Estelle, oder: Vater und Tochter, Drama in 1 Akt, nach dem Franzoͤsischen des Scribe. Hierauf: Onkel Brand, Lustspiel in 3 Abth., nach dem Franzoͤsischen, von L. Angely. 4

Freitag, 5. Maͤrz. Im Opernhause: Faust, dramatisches Gedicht von Goethe, in 6 Abth.

Im Schauspielhause: Le Verre d'eau, 5 actées et en prose, par Seribe.

Sonnabend, 6. Maͤrz. Im Schauspielhause: Fidelio, Oper in 2 Abth. Musik von L. von Beethoven.

Sonntag, 7. Maͤrz. Im Opernhause: Die Zerstreuten, Posse in 1 Akt. Hierauf: Der hinkende Teufel, pantomimisches Ballet in 3 Abth. und zehn Gemaͤlden, von Hoguet. (Herr Camprubi und Dlle. Dolores Serral werden hierin tanzen.)

Im Schauspielhause: Egmont, Trauerspiel in 5 Abth., von

Goethe.

1 % 8

comédie-nouvelle en

Koöͤnigsstaͤdtisches Theater. Donnerstag, 4. Maͤrz. Die schlimmen Frauen im Serail. Zauberposse mit Gesang in 2 Akten, von Told. Musik von Proch. Freitag, 5. Marz. Die schlimmen Frauen im Serail.

Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen. Gedruckt bei A. W. Hayn.

Literarische Anzeigen. Bei F. Dümmler, u. d. Linden 19, erschien so eben: und Kollation aus Veranlassung eines

un 1 als Handschrift abgedruckt. 10 sgr.

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ichschen Buchbandlung in Göttingen. L. v., Grundriss zu Vorlesungen über die Griechische Metrik. Ato. 1 Thlr 10 sgr. Lücke, Dr. Fr., Erinnerungen an Karl Otfried Müller. gr. 8. 10 sgr. 8 B., Forschungen auf dem Gebiete der alten Philosopbie. I. Bd. Die theologischen

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Allgemeiner Anzeiger fuͤ

Lehren der Griechischen Denker. Eine Prüfung der Darstellung Cicero's. gr. S. 2 Thlr. 10 sgr. . 2 . (Allen Philosophen, Philologen, Theologen vom Gutachten uͤber Erbtheilung, Abschlagszah⸗‚höchsten Interesse.) Grimm, J., Weisthümer, Thl. I. Thl. 1. 2. kosten 7 Thlr. 20 sgr. scheint Ostern 1841. Conradi, J. W. H., Bemerkungen über die Va- und vesonders über Schönlein's Meinung von denselben. Gauss, C. F., dioptrische Untersuchungen. gr. 4.

Umrisfs à 1 ½ Thlr. Planck, H., de Euripidis Troica Didascalia. gr. 8.

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Tnl. 3. er- In Berlin ist zu haben

in Stargard 6 F. Müller: 0

des Dr. Andreas Stanisla Bischofs von

Preis 10 sgr. und auf Das am 3. Januar d. J. herbeigeführte kraurige ndet in ganz ben wohlgetroffenes

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pädagogischer

Vorlesungen. 2te verm. 8

Ausg.

r die Preußischen Staaten.

In Berlin zu haben bei Wilhelm Besser (Beh-und seiner Mensch

in der Enslinschen Buchh. (5. Müllexr), Breite Str. 23, in Küstrin in derselben,

Irbli1 us v. Hatten, Erm eagne. 88 Chines. Papier 281 eine so atsen ge Art Ende dieses hohen Deutschland die allgemeinsie Theilnahme. Bildniß dieses so

8

enfreundlichkeit wegen allgemein ge⸗

liebten Mannes dürfte Vielen willkommen seyn. 2 C. Flemming.

Hannover, im Verlage der Hahnschen Hofbuch⸗ handlung ist so eben 88 und in Berlin bei E. S. Mittler (Stechbahn 3) zu haben:

Beschreibung der von dem Oberst⸗Lieutenant Long 8 erfundenen hölzernen Brücke.

Aus dem Englischen übersetzt

von Lieutenant C. Gau Mit 7 lithogr. Tafeln.

ser. eistlichen

hoch geachteten

Kahira abgeschickt worden, um den Commodore an Bord zu nehmen und bei seiner Ruͤckkehr, die

gr. 5. 1840. 2. 1 Thlr. verklingen wird, und daß in demselben der Anker fester Hoffnung

Im gestrigen Blatte der St. Z. S. 258, Amtl. Nachr. 8 8 Landtags⸗Angelegenheiten. Provinz Preußen. Dankschretben

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. 1. April beginnt ein neues vierteljähriges Abonnement zu

Großbr. u. Irl.

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Berlin, Freitag den bdien Maͤrz

1 In Betracht anzuzeigen, da 29 die im Monat am Vorabend eines Datums frei ins

Inhalt.

an Se. Majestät. Provinz Posen. Eröffnungsreden des Kgl. 1— u. des Landtags⸗Marschalls. Provinz Wes⸗ . 588 . Ferhs Fang 588 Verhandlungen über n Fonds. Paris. Vermischtes. Privatschreiben. (Gen. Bugeaud 117, Sezeee he von Al 85 1ö“ uterh. Stanley's Registrirungs⸗Bill. Geneh⸗ Fv v. Pension für Lord Keane und seine Eeben. F Das Ministerium und die Tories. Demonstrat. für die Morpeth⸗ sche Bill. Brougham über die Repeal⸗Frage. Lond. Universität. 2 Ber1— sgn⸗ elg. Brüssel. Angriffe gegen die Minister in der Kammer. Deutsche Bundesst. Bapern, München. Festungsbau in Ger⸗ mersheim. Eisenbahn nach Mittel⸗Deutschland. Darm⸗ sadi. Pe Emil nach St. Petersburg. Schweiz. Zürich. Kreisschreiben in Bezug auf Aarga. talien. Neapel. Ungewöhnlich milde Winterwitterung. Griech. Athen. Errichtung einer Nationalbank. Türkei. Konst. Freiheit des Handels mit Aegypt. wieder hergestellt. Pestfall in Konstant. Nachrichten aus Smyrna. Inland. Iserlohn. Kabinets⸗Ordre an die dasige Bürgerschaft.

-

Amtliche Nachrichten.. Kronik des Tahe8.

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Professor der Architek⸗ tur, Dr. Brauns zu Braunschweig, den Rothen Adler⸗Orden dritter Klasse, und dem Prediger Wintzer zu Paaren und Per⸗ wenitz bei Nauen, den Rothen Adler⸗Orden vierter Klasse zu verleihen geruht.

Se. Majestaͤt der Koͤnig haden dem Bayerschen Konsul und Stadtrath Bartels in Köcn, die nachgesuchte Erlaubniß zur Anlegung des ihm vo dem Koͤnige von Bayern Majestaͤt verliehenen Ritterkreuzes des Rerdienst⸗Ordens vom hei⸗ ligen Michael zu ertheilen geruht.

Der bei dem Land⸗ und Stadtgericht Hoͤrter angestellte Justiz⸗Kommissarius Franz Joseph 8.n., 78 Rotarius im Departement des Ober⸗Landesgerichts zu Pader⸗ born bestellt worden.

Abgereist: Se. Excellenz der Kurfuͤrstl. Hessische General⸗ Lieutenant von Haynau, und dder General⸗Major, General⸗Adjutant Sr. Majestaͤt des Koͤnigs und Toßees⸗ der Jäger und Schuͤtzen, von Neu⸗ mann, nach Kassel.

Landtags⸗ Angelegenheiten.

83 Provinz Preußen. ꝛDanzig, 1. Maͤrz. Der hier versammelte Landtag der Pprovinz Preußen hat nachstehendes Dankschreiben an Se. Ma⸗ jestat den Koͤnig gerichtet.

„Allerdurchlauchtigster ꝛc.!

Ew. Koͤnigl. Majestaͤt haben die Einberufung der tiefunter⸗ thaͤnigsten Unterzeichneten zu dem siebenten Provinzial⸗Landtage des Koͤnigreichs Preußen anzubefehlen geruht.

Hierin ein unschaͤtzbares Zeichen Allerhöͤchstdero hochherzigen Vertrauens erkennend, fuͤhlen wir uns zum ehrerbietigsten Danke verpflichtet. Unser tiefempfundenes Dankgefuͤhl wird aber noch Pen⸗ besonders gesteigert, durch den wahrhaft landesvaͤterlichen

usdruck dieses huldreichen Vertrauens in den Worten des Aller⸗ hoͤchsten Eroͤffnungs⸗Dekrets vom 23sten v. M., und wir koͤnnen, wir duͤrfen es uns nicht versagen, dasselbe mit dem ganzen offenen Vertrauen auszusprechen, welches nach Ew Koͤnigl. Majestaͤt eigenen und unvergessenen Worten das Verhaͤltniß Deutscher Staͤnde ihrem Deutschen Fuͤrsten gegenuͤber von Alters her bezeichnet hat. Wenn wir gleich nie gezweifelt haben, nie zweifeln werden, daß Ew. Koͤnigl. Majestät unsere treue Gesinnung stets erkannt haben, wenn wir gleich, wie von dem Pulsschlage unserer Her⸗ zen, davon uͤberzeugt sind, daß diese unsere treue Gesin⸗ nung, diese unsere unwandelbare und kein Opfer fuͤr Koͤnig und Vaterland scheuende Hingebung sich bewähren werde fuͤr und fuͤr, in guten wie in boͤsen Tagen, so bleibt es doch ein tief be⸗ friedigendes, ein jedes maͤnnlich feste Herz erhebendes Gefuͤhl, diese Gesinnung durch solchen Ausdruck vollen Vertrauens, von dem 7-.,egn Koͤnige erkannt und besiegelt zu sehen. enn Ew. Koͤnigl. Majestaͤt in Erinnerung der unvergeß⸗ lichen Erbhuldigungsstunde am 10. September v. J., die huld⸗ volle und theuere Versicherung auszusprechen geruhen: „daß der Ton, die Seele, mit welcher wir das Geldb⸗ d der Erbhuldigung Allerhoͤchst Ihnen geleistet, nicht los unvertilgbar und ewig jung in Ihrem Herzen leben

werden, sondern daß diese Erinnerung Ew. Koͤnigl. Ma⸗ jestaͤt die Kraft giebt, auch fuͤr die staͤndischen Verhaͤltnisse

eeiine lebendigere Zeit zu gewinnen.“

so koͤnnen wir unsererseits vor Gott und unserem Gewissen ernst⸗ lich bezeugen, daß das Bild jener unvergeßlichen Stunde in Koͤ⸗ nigsberg mit Fwammenzuͤgen in unsere Hersen gezeichnet ist, daß

das damals gesprochene lebendige Wort un önigs uns nie

eres

ärz erscheinenden Nummern der Staats⸗Zeitung a

2 Rthlr. Bestellungen darauf werden, wegen der

Die Redaction der Allgemeinen Preußischen Staats⸗ Dr. J. W. Zinkeisen.

des allgemeinen Interesses, welches die Mittheilungen über die Verhandlungen der Provinzial⸗Landtage gewähren dürften, sieht sich die unterzeichnete Redaction veranlaßt,

. G g auch ein Extra⸗Abonnement von 20 Silbergroschen stattfindet, wofür das Blatt

Haus geschickt wird, Auswärtige erhalten es auf dem kürzesten . durch die betreffenden Post⸗Aemter, welche die Bestellungen annehmen. Mit dem estimmung der Stärke der Auflage, bei Zeiten erbeten. K. 2

2*

und innigen Vertrauens Grund gefunden hat, mit welchem wir

2 4 eeeg W Allergnädigst angekuͤndigte ebendigeren Zeit fuͤr die staͤnd feradi een g ständischen Verhältnisse

Kann es von dem vertrauensvollen Eingehen in Allerhoͤchst⸗ dero landesvaͤterliche Absicht, von dem innigen Mitwirken, von dem tieferen und richtigen Verstaͤndniß Allerhoͤchstdero getreuer Staͤnde abhaͤngen, ob diese Zeit eine gute, eine segensreiche werde, ob in ihr jede Bestrebung, Mißtrauen zwischen Haupt und Glieder zu saͤen, zu Schanden gemacht werden koͤnne, so wollen Ew. Koͤnigl. Majestaͤt nicht zweifeln, daß die von Aller⸗ hoͤchstdenenselben gestreute Saat zur schoͤnsten Frucht reifen und an Nee und Gliedern, nach den Worten des hohen Apostels, die Einigkeit im Geiste nicht fehlen werde durch das Band des ;

Mit tiefer Bewegung haben uns die huldreichen Worte er⸗ fuͤllt, in welchen Ew. Koͤnigl. Majestaͤt die Adresse des Huldi⸗ dungs⸗Landtags eine loyale und das in der Antwort auf dieselbe, ausgesprochene Vertrauen, ein wohlverdientes nennen.

Ew. Koͤnigl. Majestaͤt wollen fest daran halten, daß ein an⸗ deres als ein loyales Wort aus unsern Herzen, von unsern Lip⸗ pen nie kommen werde, daß stets und mit jedem Nerv' wir da⸗ hin streben werden, Allerhoͤchstdero Vertrauen immer wobl zu verdienen und daß, so Gott will, diese Gesinnung nicht erloͤschen kann, so lange das von Gott so hoch begnadigte, so reich geseg⸗ nete Haus Hohenzollern uͤber Preußen herrschen, so lange Preu⸗ ßens Land und Volk von Preußischen Staͤnden vertreten wird.

Mit Ernst und Eifer werden wir uns dem hochwichtigen Werke unterziehen, womit die Huld unsers Koͤnigs und Herrn und das Vertrauen des Landes uns geehrt hat. Durchdrungen von dem heiligen Ernste unsers Berufes, und nach dem edlen Beispiele, das vom Throne herab uns gegeben ist, bekennen wir uns schuldig der Rechenschaft vor Gott, vor Koͤnig und Vater⸗ land von jeder Stunde unseres Wirkers.

In dieser Gesinnung ersterhen wir—

yESEVWVw. Königl. Mazestät 84 allerunterthaͤnigste, treugehorsamste Provinzial⸗ Staͤnde des Koͤnigreiche Preußen. (Folgen die Unterschriften.)

8 ppprovinz Posen. Posen, 1. Maͤrz. Ueber die gestern stattgefunde Eroͤffnung des Provinzial⸗Landtages ist noch Folgendes zu berichten: Nach einer auf die Bedeutung des Tages Bezug habenden gottes⸗ dienstlichen Feier in der evangelischen Kreuzkirche und in der ka⸗ tholischen Pfarrkirche, versammelten sich die Abgeordneten der Staͤnde des Großherzogthums Posen gegen 12 Uhr Mittags in dem Sitzungs⸗Saale auf dem Koͤniglichen Schlosse. Von den u Virilstimmen berechtigten Staͤnden waren persoͤnlich anwesend: e. Durchlaucht der Fuͤrst Wilhelm Radziwill und der Graf Athanasius von Raczynski. Der Fuͤrst von Thurn und Taxis wurde vertreten von dem Rittergutsbesitzer, Rittmeister a. D. von Zacha auf Strelitz, so wie der Fuͤrst Sulkowski durch den Grafen Joseph von Mycielski auf Rokossowo. Die 22 Abgeordneten der Ritterschaft, 16 städtische und 8 Deputirte aus dem Stande der Landgemeinden waren saͤmmtlich erschienen. Der Koͤnigliche Land⸗ tags⸗Kommissarius, Wirkliche Geheime Rath und Ober⸗Praͤsident, Sig Flottwell, begab sich, eingeholt von einer Deputation der taͤnde, und begleitet von zwei Regierungs⸗Mitgliedern, in die Versammlung und hielt die Eroͤffnungs⸗Rede. Er erinnerte an die wichtigen Ereignisse seit der letzten Versammlung des Pro⸗ vinzial⸗Landtages, vornehmlich an das Dahinscheiden des hochse⸗ ligen Koͤnigs, dessen ehrwuͤrdiges Bild, welches der setzte Landtag als eine wuͤrdige Zierde des Versammlungs⸗Saales bestimmt hatte, und welches nun zum erstenmale auf diese Versammlung hinabschaute, den ruͤhrenden Eindruck dieser Worte erhoͤhte. Aber in dem erhabenen Thronerben, unserem jetzt regterenden Koͤnige und Herrn, fuhr der Redner fort, sey dem Lande ein neuer Stern der Hoffnung aufgegangen. Er wies darauf hin, wie die ersten Regierungs⸗Maßregeln Sr. Majestaͤt des Koͤnigs, Werke der Weisheit und Milde, wie namentlich jene hoch⸗ herzigen Verheißungen in den unvergeßlichen Worten des Koͤnigs bei der Erbhuldigung zu Koͤnigsberg, welche alle Unterthanen von jedem Volksstamme und jeder Konfession mit gleicher Fuͤrsorge und Liebe umfassen, wie sie eine ganz besondere Bedeutung fuͤr diesen von verschiedenen Volksstaͤmmen und verschiedenen Glaubens⸗ genossen bewohnten Landestheil haben, wie das Allerhoͤchste Er⸗ oͤffnungs⸗Dekret einen neuen Beweis liefern werde, welche landes⸗ vaterliche Theilnahme Se. Majestaͤt auch fuͤr die National⸗Eigen⸗ thuͤmlichkeit des in dieser Provinz vorherrschenden Volksstammes hege. Er wuͤnschte den versammelten Abgeordneten daher Gluͤck, daß sie dazu berufen seyen, mitzuwirken zur Erreichung jenes großen Ziels: „daß sein Volk mannigfach und doch Eins werden moͤge, wie das edle Erz, das aus vielen Metallen zusammengeschmolzen nur ein eini⸗ es edelstes ist.“* Sodann wurden der Versammlung uͤber den Zustand und das sehr erfreuliche Gedeihen derjenigen Provinzial⸗ Institute, welche unter Mitwirkung der fruͤheren Landtage ins geben getreten sind, und uͤber Gegenstaͤnde der Verwaltung, welche ein besonderes Interesse fuͤr die Abgeordneten der Stände haben, speziellere Aufschluͤsse gegeben. Am Schlusse dieser Rede uͤbergab der Herr Landtags⸗Kommissarius zu Häͤnden des Herrn Landtags⸗Marschalls, Oberst Grafen von Poninski, die Allerhoöͤchst erlassenen Eroͤffnungs⸗ und Propositions⸗Dekrete. Der Herr Landtags⸗Marschall hielt demnächst eine Rede in Polnischer Sprache, in welcher er besonders des von Sr. Maje⸗

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Zeitung (Friedrichs⸗Straße Nr. 72).

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staͤt auch der Polnischen Volksthuͤmlichkeit verheißenen Schutzes gedachte und die Versammlung daran erinnerte, durch edle Frei⸗ muͤthigkeit, gruͤndliche Ueberlegung und Eintracht die Pflichten ihres Berufes zu erfuͤllen. Er schloß mit einer an den Herrn Landtags⸗Kommissarius gerichteten Gegenrede in Deutscher Sprache, wonaͤchst dieser im Namen Sr. Majestaͤt des Königs den 5ten Provinzial⸗Landtag feierlich fuͤr eroͤffnet erklarte.

Um 3 ½ Uhr war große Mittagstafel von etwa 130 Ge⸗ decken bei dem Koͤniglichen Landtags⸗Kommissarius, zu welcher außer den Herren Landtags⸗Deputirten, die hohe Ueneralität, die Chefs der Provinzial⸗Behöͤrden, Mitglieder der Landes⸗Kol⸗ legien und der Geistlichkeit beider Konfessionen und viele Militair⸗ und Civil⸗Personen aus der Stadt und Umgegend zugezogen waren. In einer Rede voll kraͤftiger Begeisterung und tief ge⸗ fuͤhlter Liebe fuͤr den allverehrten Pandesherrn brachte der Ober⸗ Praͤsident Herr Flottwell den 89 auf das Wohl Sr. Maje⸗ staͤt des Koͤnigs, der General der Infanterie Herr von Grolman den Toast auf das Wohl Ihrer Majestaͤt der Koͤnigin, und der Herr Landtags⸗Marschall einen Toast auf das Wohl des Koͤnigl. Hauses aus, worauf ein mehrmaliges Lebehoch unter stuͤrmischem Jubelruf antwortete. Verschiedene Toaste auf das Wohl der Provinz, des nun bald aus der Prcein scheidenden Herrn Ober⸗Praͤsidenten und des Herrn Landtags⸗Marschalls folgten und beschlossen dieses s t. welchem Wuͤrde und Frohsinn herrschten, gegen

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Heute haben die Berathungen des Provinzial⸗Landtags ihren Anfang genommen. Provinz Westphalen.

Muͤnster, 28. Febr. llerhoͤchstem Befehle zufolge, fand hier heute um Mittag, nachdem die Mitglieder vorher in den Kirchen beider Konfessionen einem feierlichen Gottesdienste bei⸗ gewohnt hatten, die Eroͤffnung des 6ten Westphaͤlischen Provin⸗ zial⸗Landtages statt. Die Erwartungen, welche die Provinz von diesem Landtage hegte, finden schon jetzt ihre Begruͤndung durch das den Ständen mitgetheilte Allerhoͤchste Eroͤffnungs⸗Dekret und die Allerhoͤchste Proposition wegen eines Steuer⸗Erlasses, neue Beweise der Huld und landesvaͤterlichen Absicht liebten Herrschers.

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Deputirten⸗Kammer. Sitzung vom 25. Februar. (Nachtrag.) Der Schluß der (gestern abgebrochenen) Rede des Herrn Thiers lautet folgendermaßen:

„Der Herr Berichterstatter ist, wie man sich erinnern wird, einer von denen gewesen, die die Wichtigkeit der orientalischen Frage in einem hohen Grade übertrieben haben; er war es, der ihnen hier sagte, daß Frankreich eine aus dieser Frage herrührende Demüthigung nicht würde ertragen können; und er klagt die Männer an, welche bereits einge: gangene Verbindlichkeiten vorfanden und diese nicht rückgängig machen wollten, daß sie das Ungluͤck verschuldeten, was unserer Politik zuge⸗ stoßen ist. Ich verkenne nicht, wie gewisse Personen es thun, die Wich⸗ tigkeit unserer Interessen in Aegypten und Sprien, aber sie waren nicht so bedeutend, um sich deshalb den Gefahren eines allgemeinen Krieges auszusetzen. Frankreich hatte dreimal gegen Europa seine Willensmei⸗ nung ausgesprochen und dann darauf nun noch einmal darauf zurückzukommen, erschien mir gefährlich, unmöglich und würde die Folgen herbeigeführt haben, welche heute den Herrn Berichterstatter und den Minister der auswärtigen Angelegenheiten so sehr betrüben. Lassen Sie mich die Frage in wenig Worten zusammenfassen: Ich fand eingegangene Verbindlichkeiten vor; ich entschloß mich, im Imeresse der Ehre und des Einflusses Frankreichs, sie aufrecht zu erhalten; sie aufzugeben, schien mir gefährlich. So eben hat der Herr Minister des Innern gesagt, daß man zwischen der Politik des Krieges und des Friedens 8 richten habe. Diese Frage ist der Kammer nie vorgelegt worden. Geräusch im Centrum.) Man erlaube mir einige Erläuterungen. Um was handelte es sich, als die Frage vor die Kammer gebracht wurde? Frankreich mußte, um zur Zeit der orientalischen Frage handelnd auf⸗ treten zu können, vollständig gerüstet seyn, und das war es nicht. Es hatte 320,000 Mann Truppen, von denen ungefähr 30,000 zum Gen⸗ darmen oder Peteranen⸗Corps gehörten; 70,000 Mann waren in Afrika; also blieben nur 229,000 für Frankreich, die durch das ganze Land ver⸗ streut waren. In den Listen waren 21,000 Pferde aufgeführt, wir hat⸗ ten aber in der That keine 15,000 Mann Kavallerie. (Unterbrechung) Sie bestreiten meine Angaben! („Nein! Nein!“ Herr von Lamar⸗ tine: „Man bestreitet nur den Nutzen ihrer Citate auf der Redner⸗ bühne.“) Wäre unser Zustand noch derselbe, würde ich es nicht gesagt haben. Ich schilderte nur die Lage der Dinge, wie sie zu der Zeit war, da ich die Leitung der Geschäfte übernahm. Unter der Zelt haben ministerielle Krisen und Ministerwechsel stattgefunden; es sind Hemm⸗ nisse eingetreten, die von solchen Krisen unzertrennlich sind, und wäh. rend derselben isi der Gegenstand des Streites verschwunden, der Pascha ist unterlegen. Welches ist die Frage, die man vor die Kammergebracht hat? Ist es die des Krieges oder des Friedens gewesen? 9 erinnere mich 2 sehr wohl der kurzen, gewandten und für den Minister der . gen Angelegenheiten sehr nützlichen Feoge Er sagte: 8 die hat nachgegeben, weshalb streiten Sie sich? Die Kammer aumal Frage wegen 5— und Frieden nicht entschieden; davon vorjentallsche wie auch heute nicht mehr die Rede. So, fübtt mich naen zu verlan⸗ Frage dahin, von dem Kabinet nothwendige gr Uern⸗ zild des Krie⸗ gen. Warum zeigt man uns noch immer da Weshalb auch

Rede. 8 ge nse ens. . Tage in einem so guten

a’'s willen, der heut zu⸗ Vernehmen mit machas stebt Das äre lcherlich. Glauben Sie