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e Garde statt, die bekanntlich ohne Hoff⸗ zas auf eg hehe vbcerdegc⸗ wurde, und die bald unter dem Namen Elire⸗Regimenter“, welche durch die Herzoge von Or⸗ leans und Nemours gebildet und geleitet werden, wieder erschei⸗ nen wird. Diese au Kosten aller Regimenter, die ihnen jedes 100 ihrer besten Soldaten geliefert haben, Re⸗ gimenter sind bestimmt, die Garnison von Paris 2 bilden. Sie werden der Einwirkung der Prinzen unterworfen seyn, mit denen sie taͤglich in Beruͤhrung stehen, und werden die Bewachung der Festungswerke erlangen.“ 3 1
In der Deputirten⸗Kammer wurde heute die Eroͤrte⸗ rung über das Expropriations⸗Gesetz fortgesetzt. Dieselbe erscheint selbst den „Dobats“ so uninteressant, daß sie sie mit einigen Zei⸗ jen abfertigt, was sie dadurch erklaͤrt, daß es sich nur um einige Veraͤnderungen des schon bestehenden Expropriations⸗Gesetzes
andelt. d Die National⸗Garde von Toulouse, welche zur Besetzung der Obersten⸗Stelle 10 Kandidaten vorzuschlagen hatte, ist auf den seltsamen Einfall gekommen, die Kandidaten⸗Liste mit lauter Namen von Deputirten der aͤußersten Linken anzufuͤllen. Es geht daraus hervor, daß die republikanische Partei bei diesen ahlen völlig die Oberhand behalten hat. Man spricht heute davon, daß das Ministerium entschlossen sey, die Toulouser Na⸗ tional⸗Garde aufzuloͤsen.
Der Baron Mortier, Franzoͤsischer Gesandter in der Schweiz, ist gestern in Paris eingetroffen, und hatte gleich nach seiner An⸗ kunft eine Unterredung mit Herrn Gutzot.
Lord Brougham ist gestern in Paris eingetroffen.
Boͤrse vom 3. Mäͤrz. Heute herrschte große Stille in den Geschäften und da die Course der Consols etwas niedriger kamen, so blieb die Rente die ganze Boͤrse uͤber ausgeboten.
Großdritanien und Irland. “
Parlamentsverhandlungen. Oberhaus. Sitzung vom 2. März. Lord Dalhousie fragte, ob es die Absicht sei⸗ nes edlen Freundes, des Grafen von Aberdeen, sey, in der jetzi⸗ gen Session eine aͤhnliche Maßregel in Betreff des Streits uͤber das Schottische Kirchenpatronat einzubringen, wie in der vorigen. Graf Aberdeen antwortete, die herrschende Partei in der Schot⸗ tischen General⸗Kirchenversammlung habe geflissentlich das Geruͤcht verbreitet, daß er oder ein edler Herzog eine andere Maßregel einbringen wollte, die mehr auf Zwang berechnet seyn sollte; eine solche Absicht habe er aber niemals gehegt. Jene Partei wuͤnsche freilich nichs mehr als etwas Verfolgung, um als Maͤr⸗ tyrerin erscheinen zu koͤnnen, doch in diesem Augenblick sey sie selbst der verfolgende und tyrannische Theil, denn sie habe 8 Bruͤder, die dem Gesetze gehorcht und die ihnen von den
atronen präsentirten Pfarr⸗Kandidaten angenommen, aufs grau⸗ samste und unablaͤssigste verfolgt. Sie wisse, daß das richtige Gefuͤhl des Landes jetzt gegen sie sey, und sie moͤchte daher gar zu gern ein wenig Mitleid erregen. Es sey indeß zu hoffen, daß das bestehende Gesetz, wenn man es gemaͤßigt, besonnen und fest handhabe, sich stark genug gegen jene ehrwuͤrdigen Agitatoren erweisen und daß der Premier⸗Minister sich konsequent zeigen werde, denn wenn er und seine Kollegen nicht in dem Sinne handelten, wie der edle Viscount sich uͤber diese Sache im Ober⸗ hause ausgesprochen habe, näͤmlich daß das Gesetz geltend ge⸗ macht werden solle, so wuͤrde diese bloße Erklärung desselben wir⸗ kungslos seyn.
Unterhaus. Sitzung vom 2. März. Nachdem ein Antrag des Herr Wallace auf Ernennung einer Kommission
Einbringung der Bill nich schenswerth, daß das Land die Pläne einer Partei kennen lerne, die sich jetzt dem Staatsruder wieder so nahe glaube. Nach einigen weiteren Debatten, an denen auch O' Tonnell Theil nahm, und die auf beiden Seiten eine sehr leidenschaftliche Farbe tru⸗ gen, ertheilte das Haus dem Antragsteller die nachgesuchte Er⸗
laubniß. s
London, 3. Maͤrz. Die Koͤnigin und Prinz Albrecht sind, wegen ihres ausgezeichneten musikalischen Talents, zu Ehrenmit⸗ gliedern der Akademie der heiligen Caͤcilie in Rom, eines schon im Jahre 1584 gestifteten Instituts, ernannt worden.
Ueber den Stand der Verhandlungen in Betreff der orien⸗ talischen Frage meldet der Morning Herald Folgendes: „Es finden jetzt in London Unterhandlungen zwischen den großen Maͤchten statt, welche den Juli⸗Traktat abgeschlossen haben. Es handelt sich um den Abschluß eines neuen und umfassenderen Traktats, in welchem Frankreich als Mitkontrahent einen bedeu⸗ tenden Platz einnehmen soll, und der die Erledigung der Tuͤr⸗ kisch⸗Aegyptischen Frage auf folgenden Grundlagen zum Zweck haͤtte: Nach Feststellung der Verhaͤltnisse zwischen dem Sultan Vund Mehmed Ali kommen die großen Maächte, mit Einschluß Frankreichs, uͤberein, die Integritaͤt und Unabhaͤngigkeit des Otto⸗ manischen Reichs fuͤr die Zukunft zu garantiren; die großen Maͤchte, mit Einschluß Frankreichs, kommen außerdem uͤberein, Mehmed Ali und seinen maͤnnlichen Erben das erbliche Paschalik Aegypten zu garantiren. Mancherlei Schwierigkeiten stellen sich einer solchen Uebereinkunft in den Weg, und es ist zweifelhaft, ob Rußland in dieselbe einwilligen kann und ob England es thun wird. Oesterreich ist zu Gunsten des Trakrats, weil Frankreich, wenn es einmal aus seiner Isolirung herausgezogen ist, zur Ent⸗ waffnung schreiten muß. Frankreich betreibt die Unterhandlung dringend, um seine fruͤhere Stellung wiederzugewinnen, und es wuͤrde als ein Meisterstuͤck des Guizotschen Kabinets zu betrach⸗ ten seyn, wenn es ihm gelaͤnge, Rußland durch einen Traktat zur Garantirung der Integritaͤt des Ottomanischen Reichs zu verpflichten. Unser Berichterstatter ist jedoch der Meinung, daß der Traktat nicht zu Stande kommen werde.“ Die Morning Post aͤußert sich zuversichtlicher uͤber den bald zu erwartenden Wiedereintritt Frankreichs in die Konferenzen der Europaͤischen Großmaͤchte, indem sie sagt: „Unsere Leser werden sich ohne Zweifel noch erinnern, daß wir so gluͤcklich waren, den Juli⸗Trak⸗ tat zuerst anzuzeigen, welcher das politische Gebaͤude des Euro⸗ paͤischen Systems in seinen Grundvesten erschuͤtterte. Seitdem hat diese Agitation nie aufgehoͤrt; ein bewaffneter Friede wurde als ein hohler Waffenstillstand erkannt, der nicht fortdauern konnte, ohne eine Kollision nach sich zu ziehen, und es war die fast all⸗ gemeine Ansicht aller großen Staatsmaͤnner Europa's, daß, statt einen Zustand der Dinge fortdauern zu lassen, der eine Konvul⸗ sion hervorbringen koͤnnte, wenn sie am wenigsten erwartet wuͤrde, und inzwischen die Huͤlfsquellen der Nationen durch unnoͤthige Abga⸗ ben zu erschoͤpfen, es weit besser waͤre, einen Krieg zu wagen und die Frage mit einemmale abzumachen, als die Quelle des Angriffs allgemein bekannt war. Unter so besorglichen Umstaͤnden sind wir so gluͤck⸗ lich, die taͤglich zunehmenden Hoffnungen der Vollendung eines Traktats, der bereits seit einiger Zeit auf dem Tapet war, anzu⸗ zeigen, wodurch die Französche Regierung wieder in den Schoß der Freundschaft mit den Maͤchten, von deren Bestimmung der Weltfrieden abhaͤngt, zuruͤckkehrt. Es stehen dem Abschlusse die⸗
ses Vertrages noch viele Schwierigkeiten entgegen, und es wuͤrde
unsererseits voreilig seyn, uͤber die Bedingungen eines Vertrags zu schwatzen, die jeden Augenblick unter den proteusartigen Ab⸗
zur Untersuchung der Functionen und der Verfassung der She⸗ riffs in Schottland, dem sich das Ministerium namentlich der Lord⸗Advokat, widersetzte, mit 86 gegen 37 Stimmen verwor⸗
fen worden war, suchte Herr Colquhoun um die Erlaubniß
nach, eine Bill einbringen zu duͤrfen, durch welche die auf die katholische Lehr⸗Anstalt zu Maynooth in Irland bezuͤglichen Ge⸗ setze abgeaͤndert werden sollten, damit das Parlament dann die⸗ ser Anstalten die Bewilligung entziehen koͤnne, welche dieselbe bisher jaͤhrlich aus Staats⸗Fonds erhalten, gegen die sich aber, wie der Antragsteller behauptete, die oͤffent⸗ liche Sitmme immer lauter ausspreche. Diese Bewilligung, sagte Herr Colquhoun, koͤnne jedoch nicht eher aufhoͤren, bis die beiden Akten zuruͤckgenommen wären, welche uͤber die Be⸗ aufsichtigung der genannten Anstalt handelten. Nach der ersten dieser Akten haͤtten die Visitatoren die Befugniß, die Lehrvor⸗ schriften zu entwerfen, die zu ernennen und die Dis⸗ ziplin zu reguliren; diese Visitatoren nun seyen Laien und Mit⸗ glieder der Regierung. Durch die zweite Akte aber sey jene Be⸗ sugniß den Geistlichen verliehen worden, die nun keine Visitatio⸗ nen mehr zuließen, und so sey die urspruͤngliche Bedingung, unter welcher die Lehr⸗Anstalt eine Geld⸗Unterstuͤtzung vom Staat em⸗ pfange, ganz vereitelt worden. Der Redner sprach dann uͤber die Gefaͤhrlichkeit fremden Einflusses auf den katholischen Klerus in Irland und uͤber die Schaͤblichkeiten der Leh⸗ ren, die an der Anstalt zu Magynooth vorgetragen wuͤr⸗ den, in deren Lehrbuͤchern unter Anderem die Katholiken aller Unterthanentreue, alles Gehorsams und aller Pflicht gegen Ketzer uͤberhoben wuͤrden. Er citirte Aeußerungen O' Connell's und An⸗ derer, um zu zeigen, daß die Priester zu Maynooth nicht die Loyalitaͤt der fruͤheren, im Auslande erzogenen Priester⸗Klasse be⸗ saͤßen, sondern fast in jeder Hinsicht bigotter und leidenschaftlicher seyen. Auf den Gebrauch der Anschuldigungen vom Altar herab und auf die politischen Drohungen und Strafen verweisend, welche jene Geistlichen sich herausnaͤhmen, fragte Herr Colquhoun, ob man einen solchen Mißbrauch der Kirchendienste zu Zwecken politischen Ehrgeizes laͤnger dulden oder gar hegen und unter⸗ stuͤtzen wolle. Koͤnne man die Verbreitung gefaͤhrlicher Lehren von Maynooth aus nicht hindern, so sollte man doch wenigstens durch Veraͤnderung der obenerwoͤhnten Gesetze jener Anstalt die Sanction des Staates entziehen; die Geldbewilligung werde dann eine Sache alljaͤhrlicher Erwaͤgung seyn. Lord Morpeth der Secretair fuͤr Irland, erwiederte darauf, er wuͤrde etwas darum geben, wenn er die Macht gehabt haͤtte, dem Antragsteller die Erlaubniß zu der gehaͤssigen Rede zu verweigern, die derselbe gehalten, und die so beleidigend fuͤr die Geistlichkeit und die Be⸗ vhen sey, welche die Mehrheit in einem Drittel des Reiches
ildeten.
aͤtten Lehrer an derselben Doktrinen vorgetragen, die ihr
5 dem protestantischen Glauben abwendig machen 8.e. katholischen Kirche in die Arme fuͤhren koͤnnten, so haͤtte man wohl die Frage aufstellen koͤnnen, ob eine solche Universttaͤt nicht von den Zwecken ihrer Stiftung abge⸗ wichen sey. Die Denunciationen vom Altar aus tadelte der Minister allerdings, aber er erklaͤrte es fuͤr hoͤchst ungerecht, des⸗ halb allen Religions⸗Lehrern eines Volkes, welches sich an Maͤ⸗ zigkeit, Keuschheit, Geduld und Ausdauer von der Bevoͤlkerung Englands und Schottlands auszeichne, ohne Unterschied denselben Vorwurf zu machen. Indeß widersetzte der Minister
Waͤre Magpnooth eine protestantische Universitaät, und
ch der
wechselungen der Diplomatie sich veraͤndern koͤnnen. Obgleich die gegenwaͤrtige Staats⸗Verwaltung ihre Ansichten zu Gunsten Frankreichs gleichsam nur unter dem Zwange des Tory⸗Interesses und des Interesses jeder anderen Partei in England geaͤußert hat, so ist es doch nur gerecht, zu sagen, daß Lord Palmerston immer der Franzoͤsischen Allianz guͤnstig war, und wir koͤnnten mehr als einen Diplomaten nennen — sey es ein Esterhazy oder Buͤlow — der, wenn sich Schwierigkeiten gegen die so sehr gewuͤnschte Ausfuͤh⸗ rung erhoben, neue Modificationen angab und neue Mittel vor⸗ schlug, um die getrennte Freundschaft zwischen England und Frank⸗ reich wieder anzuknuͤpfen. Ohne weiter etwas hinzuzufuͤgen, aber indem wir die allgemeinen Aeußerungen der guten Gesinnungen gegen Frankreich, welche die Eroͤffnung der Parlaments⸗Session charakterisirten, die darauf folgende Verminderung einer sehr gro⸗ ßen Streitmacht in den Reihen der Franzoͤsischen Armee auf Befehl des Marschall Soult und das noch neuere Benehmen des Herrn Guizot in Antwort auf eine Interpellation in der Deputirten⸗Kammer zusammennehmen, wird keiner unserer Leser daran zweifeln, daß unsere Hoffnungen wohl begruͤndet sind. Wir koͤnnen nur hinzufuͤgen, daß es eine Sache von der hoͤchsten Feneen fuͤr den Frieden und die Handels⸗Sicherheit Euro⸗ a's ist.
Die Times berechnet, daß die Minister auch in einem ganz vollzaͤhligen Hause bei der zweiten Lesung ihrer Irlaͤndi⸗ schen Waͤhler⸗Bill nur eine Maäoritaͤt von 7 Stimmen gehabt haben wuͤrden. Fuͤr diese Bill waren 5 Petitionen mit 34,359 Unterschriften, gegen dieselbe 38. mit 35,265 Unterschriften einge⸗ gangen; fuͤr die Bill des Lord Stanley 42 Petitionen mit 92,311 und gegen dieselbe 82 mit 347,483 Unterschriften. Zu Belfast in Irland wurde am 25. Februar wieder eine Versamm⸗ lung zu Gunsten der Morpethschen Bill gehalten und eine Pe⸗ tition an die Koͤnigin beschlossen.
Auf Antrag des Herrn Hume werden dem Unterhause die zwischen der Britischen Regierung und den anderen Europͤischen Großmaͤchten hinsichtlich der Syrischen Vorfaͤlle gepflogene Kor⸗ respondenz und ein Verzeichniß der Kosten, welche der Prozeß des Grasen Cardigan im Oberhause verursacht hat, vorgelegt werden.
Nach Berichten aus Mexiko vom 14. Dezember liegt der Handel seit der Insurrection im Juli v. J. sehr darnieder; der Zoll von 15 pCt., uͤber den so viel Klage erhoben worden ist, be⸗ steht noch immer, ungeachtet aller Vorstellungen der fremden Ge⸗ sandten gegen denselben.
Aus einem Bericht uͤber die Porto⸗Einnahme ergiebt sich, daß dieselbe sich jetzt nur auf 29 pCt. von dem fruͤheren Ertrage des Briefporto's, vor Reduction desselben, belaͤuft.
Aus der Schiffs⸗Liste vom Vorgebirge der guten Hoffnung rsieht man, daß die Entdeckungs⸗Expedition unter dem Befehl des Capitain Roß am 15. Augnst zu Hobarttown in Neu⸗Hol⸗ land im besten Wohlsein angekommen war, und daß dort eine neue Sternwarte errichtet wurde. Herr Gonzales, der neue Spanische Gesandte am hiesigen Hofe, ist hier eingetroffen; man glaubt, er bringe Instructionen zur Abschließung eines Handels⸗Vertrages mit. 1 w Es heißt, daß der bisherige Britische General Konsul in Alexandrien, Oberst Hodges, in gleicher Eigenschaft an die Stelle b. verstorbenen Herrn Canning nach Hamburg versetzt wer⸗
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“ — 111“*“ 1“ . t; im Gegentheil schien es ihm wuͤn⸗
Schottland ernannt ist, wird binnen Kurzem dorthin abgehen.
Der Graf von Rosse, einer der Irlündischen Repraͤsentativ-
Pairs, ist am vorigen Mittwoch im 83sten Jahre seines Alters gestorben. 8 Sir Moses Montesiore ist von seiner Mission nach Damas⸗
kus wieder hierher zuruͤckgekehrt.
Gestern hat hier eine sehr zahlreiche Versammlung der
Glaͤubiger des Hauses Montefiore stattgefunden; aus dem der⸗
selben vorgelegten Status ergiebt sich, daß die Aktiva 125,000 Pfd., die Passiva 94,000 Pfd. betragen, und daß man in weni⸗
gen Monaten bedeutende Rimessen aus Australien erwartet. Es ist ein Comité eingesetzt worden, welches am 12. d. M. den
Svv uͤber die beste Art der Liquidirung der Geschaͤfte
dieses Hauses berichten soll.
Am hiesigen Fondsmarkt soll jetzt groͤßerer Geldmangel herr⸗
schen, als es seit Neujahr jemals der Fall gewesen.
Lord Brougham hat sich vorgestern nach dem Kontinent ein⸗ geschifft; man glaubt, daß er wieder sechs Wochen im suͤdlichen Frankreich zubringen wolle.
In der Nacht vom 27sten zum 28sten v. M. stuͤrzten hier in Fleet⸗Street zwei Haͤuser ein. Zum Gluͤck wurden die Be⸗
wohner noch zeitig genug gewarnt, um sich retten zu koͤnnen.
2
8
Der Schaden wird auf 2000 Pfd. geschäͤtzt. RNiederlande.
Aus dem Haag, 3. Maͤrz. Der Belgische Gesandte beim hiesigen Hofe, Fuͤrst von Chimay, hat wegen des leidenden Ge⸗
sundheitszustandes seiner Gemahlin die hiesige Residenz auf einige Zeit verlassen. Bruͤssel, 4. Maͤrz. Drei Mitglieder der Repraͤsentanten⸗
Kammer haben bei derselben einen Vorschlag eingereicht, wonach der Staat allen denjenigen Unternehmern, die auf eigene Rechnung
Kanaͤle, Eisenbahnen und Landstraßen bauen wollen, ein Zins⸗
Minimum von 3 proc. garantiren soll.
Schweden und Norwegen.
Stockholm, 26. Febr. Der Koͤnig hat zur Beseitigung
mancher Uebelstaͤnde, welche daraus entstehen, daß neue Gesetz⸗ Vorschlaͤge dem Reichstage erst spaͤter vorgelegt worden, und keine Zeit mehr vorhanden ist, damit die Regierung den Reichs⸗ stäͤnden ihre zustimmende oder abweichende Ansicht mittheilen koͤnne, die nachstehende Proposition dem Reichstage zugehen lassen: „Kann der Koͤnig nicht vor der Trennung der Reichs⸗ staͤnde seinen Beschluß fassen und mittheilen, so ist er unbehindert, vor der Eroͤffnung des naͤchstfolgenden Reichstages dem Vor⸗ schlage woͤrtlich beizupflichten und die allgemeine Bekanntma⸗
rchung desselben ergehen zu lassen. Geschieht dieses nicht, so wird
der Vorschlag als weggefallen betrachtet, und benachrichtigt der Koͤnig die Reichsstaͤnde bei ihrer naͤchsten Zusammenkunft von den Gruͤnden, welche die Annahme des Vorschlages ge⸗ hindert u. s. w.“
Unterm 22sten d. haben Se. Majestaͤt auf den Vorschlag des Chefs des See⸗Departements eine neue Regulirung des Per⸗ sonals der Koͤnigl. Flotte und der Gehalts⸗Bestimmungen ange⸗ ordnet, wobei insonderheit Ruͤcksicht genommen worden auf das
Beduͤrfniß einer Erhoͤhung der geringen Loͤhnungen in den nie⸗ — be geeen Graden, so weit die von den Sraͤnden fuͤr das Personal esti
mmten Anschlaͤge solches gestatten. —
Der Staats⸗Ausschuß hat die erneuerten Propositionen der Regierung von Anschlaͤgen fuͤr das Staats⸗Comtoir und fuͤr das Koͤnigl. Theater verworfen und zwar ohne Abstimmung einhellig, wegen der Verfassungswidrigkeit solcher Erneuerung. Auch die Proposition zu Emolumenten fuͤr adjungirte Mitglieder der beiden Hofgerichte ist durchgefallen.
Die Baͤckerzunft in Leipzig ist mit einem Schreiben bei un⸗
serem Koͤnige eingekommen, worin sie berichtet, von Gustaf Adolf
dem Großen eine Fahne von blauem und gelbem Seidenzeuge um Geschenk erhalten zu haben, auf welcher das Schwedische Wappen prachtvoll in Gold und herrlichen Farben gestickt gewe⸗ sen. Diese Fahne, auch mit einer Inschrift, die den Namen des erhabenen Gebers und die Veranlassung zu dem Geschenk, naͤmlich den guten Willen, den die Zunft zur Zeit der Schlacht von Breitenfeld an den Tag gelegt, ausspricht, ist nun uͤber 200 Jahre alt, und die Zunft, welche solche in ihren Prozessionen bei feierlichen Gelegenheiten getragen, fuͤrchtet, ihr Kleinod ganz durch das Alter zerstoͤrt zu sehen. Eine Zeichnung der Fahne begleitete das Schreiben, und Se. Majestaͤt, um ein so merk⸗ wuͤrdiges Zeugniß der Achtung des großen Koͤnigs fuͤr die Baͤk⸗ kerzunft zu erhalten, haben beschlossen, eine solche ganz neue Fahne brodiren zu lassen und jenem Baͤcker⸗Amte zu schenken.
Dahemark.
Kopenhagen, 2. Maͤrz. (Alton. Merk.) Nach der vorjaͤhrigen Volkszaͤhlung hier in Kopenhagen betrug die Einwoh⸗ nerzahl 120,819, fast noch einmal so viel, als vor einem Jahr⸗ hunderte. Im Jahre 1740 belief fie sich auf 64,716.
Der Winter ist noch immer anhaltend und ziemlich streng; die Macht der Sonne hat ihm jedoch seine Rauheit genommen, und man giebt sich um so lieber allen Winterfreuden hin, je kuͤr⸗ zer es mit ihrer Dauer zu seyn scheint. Schlitten und Fußgaͤn⸗ ger sieht man taͤglich auf dem von Zelten geschmuͤckten Sunde; auch mit Schweden ist die Communication uͤbers Eis immer noch lebhaft und sogar von Bornholm, wo sie wohl schon lange aller direkten Verbindung mit der Welt entbehren, ist uͤber Schwe⸗ den ein Fußgaͤnger angekommen.
„Faedrelandet,“ das sich der Sache Westindiens, vom Stand⸗ punkt der Pflanzer aus, seit einiger Zeit sehr warm annimmt, berichtet, „daß ein großer Theil der Pflanzer den Wuͤnschen Sr. Mafestaͤt des Koͤnigs entgegengekommen sey, nr sich unter ge⸗ wissen Bedingungen zu einer allgemeinen Emancipation der Sklaven als dem einzigen Mittel, wodurch freie Arbeiter auf die
er Zgebracht, und die Zuckerproduction mit der Existenz 1efichese werden koͤnne, bereitwillig erklaͤrt haͤtten. Sie bitten, auf den Fall, daß ihre Bedingungen angenommen wuͤrden, Sr. Majestaͤt dem Koͤnig einen Vorschlag vorlegen zu düͤrfen, worin sie sowohl auf das Interesse des Mutterlandes als das der Kolonie Ruͤcksicht nehmen wollen.“ Das jaͤhrliche Opfer, das den Pflanzern zugemuthet wird, ist hier zu 50,000 Piaster angegeben. “
Deutsche Bundesstaaten. Stuttgart, 3. Maͤrz. Se. Koͤnigl. Majestaͤt haben den Herzog Maximilian von Leuchtenberg, Kaiserl. Hoheit, unter die 8; des Ordens der Wuͤrttembergischen Krone aufge⸗ en.
111“ 1“ 1“ 3 — Der General⸗Masor Sir Neil Douglas, der zum Befehls⸗ haber der Britischen Truppen in Neu⸗Braunschweig und Neu⸗
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an allen Straßenecken angeschlagen: „Dampsschifffahrt.
den 1. Maͤrz — sellschaften.“
Pald bestaͤtigt.
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Gestern fruͤh ist Se. Kaiserl. Hoheit der Herzog von Leuch⸗ tenberg von hier wieder abgereist.
Kassel, 3. Maͤrz. Vom 23. Februar bis gestern wurden er Versuche angestellt, welche das Interesse eines zahlreichen Publikums in Anspruch nahmen. Die vom Baron d'Hanens
uund Comp. den Stäͤdten Deutschlands dargebotene Beleuchtung
durch Luft⸗ und Dampflicht (air and vapour light) war Gegen⸗ stand des Experiments. Am Martins⸗Kirchplatze war um ein iereck von Gebäͤuden eine Reihe von Luft⸗ und Dampflichtern angebracht, welche von 7 Uhr Abends bis Mitternacht brannten. Eins derselben erleuchtete den unteren Saal des Hotels zur goldenen Krone ganz allein. Die zur Straßen⸗Beleuchtung vorgerichteren mach⸗ ten einen uͤberraschenden Effekt. Um eine Kugel her lodern zehn Flammen auf, deren Anblick an das blendende Licht des unlaäͤngst von Doöbler hier gezeigten Hydrogen⸗Gas⸗Mikroskops erinnert. Sie verdunkelten die naͤchsten Reverbéren. Drei derselben er⸗ leuchteten den ganzen Martinsplatz bis zur Kirche hin. Diese Wirkung setzt in Erstaunen, wenn man erfaͤhrt, daß die Unter⸗ haltung der zehn Flammen in der Stunde nur fuͤnf Heller kostet. Freilich war die Anlage einiger entfernteren Lichter minder gelun⸗ gen, da der Mechanismus der Leitung noch nicht zur Vollkom⸗ menheit gebracht wurde. Indessen ist das bei den ersten Proben nicht anders zu erwarten, und man darf sich versprechen, daß die Unternehmer auch darin ihr Ziel vollstaͤndig erreichen werden.
Darmstadt, 4. Maͤrz. Gestern Mittag ist Se. Koͤnigl. Hoheit der Prinz Adalbert von Preußen von Berlin hier einge⸗ troffen, und bei Sr. Hoheit dem Prinzen Karl abgestiegen.
Wiesbaden, 3. Maͤrz. Folgendes Publikandum ist hier Durch
das Erscheinen von circa 60 großen Segelschiffen von Mainz, welche seit 4 Uhr diesen Morgen beschaͤftigt sind, die Durchfahrt
zwischen den beiden vor Biebrich liegenden Inseln mit Steinen zu sperren, ist alle Verbindung mit Biebrich mit den Dampf⸗
und anderen Schiffen aufgehoben. Biebrich und Wiesbaden, 1841. Die Agenturen der Dampfschifffahrts⸗Ge⸗
Karlsruhe im Maͤrz. (Mannh. Journ.) In den letz⸗ ten Tagen des vorigen Monats sind die Rekruten der außeror⸗
8 v Consecription bei ihren Regimentern und Corps einge⸗ ruͤckt.
Saͤmmtliche Dienstmannschaft ist in den Kasernen unter⸗ gebracht, und es mußten dazu als fuͤnftes Stockwerk die Speicher
eeingerichtet werden, welche einem militairischen Lager gleichen. —
Seit einigen. Tagen werden die seither und fruͤher schon einge⸗ ruͤckten Rekruten im Freien fuͤr den neuen Beruf eingeuͤbt, und nur bei ganz schlechter Witterung findet, das Exerciren in den Ka⸗ sernen statt. Durch den Rekruten⸗Zugang der verstaͤrkten diesjaͤh⸗ rigen und außerordentlichen Conscription haben die Regimenter fast durchgaͤngig die nach seitheriger hoͤchsten Bestimmung bei⸗ nahe um ein Drittel erhoͤhte Sraͤrke erhalten, wodurch mit Einschluß des neu errichteten, dem Leib⸗Infanterie⸗Regiment einverleibten Karabinier⸗Bataillons das Großherzogliche Kriegs⸗ Kontingent nebst den bundesgesetzlich bestimmten Reserven auf⸗ gestellt werden kann. Die Komplettirung des Großherzoglichen Offizier⸗Corps duͤrfte aber im Falle eines Krieges immerhin noch einigen Schwierigkeiten unterliegen. Se. Koͤnigl. Hoheit der Groß⸗ herzog haben unter gestrigem Datum 34 Kriegsschuͤler zu Port⸗ epéefaͤhnrichen ernannt und solche Sich durch den Chef des Ge⸗ neralstabs vorstellen lassen. Durch ihre weitere Befoͤrderung kann das Großherzogliche Offizier⸗Corps in allen Waffen fuͤr den Friedensfuß ergaͤnzt werden. In allen Zweigen der Ausruͤstung wird seither mit großer Thaͤtigkeit gearbeitet und demnaͤchst werden die Mon⸗ tirungs⸗Kammern fuͤr die Bekleidung des Kriegs⸗Kontingents und der Reserve, im Falle der Mobilmachung des Großherzoglichen Armee⸗Corps, die hinreichenden Vorraͤthe besitzen. Die Umwand⸗ Steinschloßgewehre in Perkussions⸗Gewehre, womit die Zeughaus⸗Direction und die Regiments⸗Buͤchsenmacher beauftragt sind, ist dadurch minder schnell fortgeschritten, daß fuͤr letztere zur Anstellung geschickter Arbeiter die jetzige Zeir nicht guͤnstig ist.
Gotha, 6. Maͤrz. Die Gesetz⸗Sammlung fuͤr das Her⸗ zogthum Sachsen⸗Koburg⸗Gotha enthaͤlt eine Verordnung, wo⸗ nach die Einziehung der aͤlteren, dem neuen Landes⸗Muͤnzfuße nicht entsprechenden inlaͤndischen Muͤnzen zunaͤchst mit der ohne Markzeichen ausgepraͤgten Scheide⸗Muͤnze beginnen soll.
— — Frankfurt, 5. Maͤrz. Man war hier nicht wenig uͤberrascht von den Geruͤchten, welche sich am verflossenen Dienstag Nachmittag schon uüͤber eine von Seiten der Großherzoglich Hessischen Regierung angeordnete und ausgefuͤhrte gewaltsame
perrung des Hafens von Bieberich verbreiteten. Es war und ist allerdings eine allbekannte Sache, daß die Großherzoglich Hessische Regierung gegen den Bau eines Hafens bei Bieberich, wodurch die Interessen der Stadt Mainz namentlich sehr beein⸗ traͤchtigt wuͤrden, seit mehreren Jahren reklamirte, allein bei der
Herzoglich Nassauischen Regierung keine Beruͤcksichtigung ihrer
desfallsigen Klagen fand, auch wohl nicht finden konnte. Dessen⸗ zungeachtet wollte man anfangs den Geruͤchten uͤber dies jeden⸗ falls sehr beklagenswerthe Ereigniß — um so beklagenswerther,
da es die auswaͤrtige Presse leicht zu unrichtigen Schluͤssen ver⸗ leiten kann — keinen Glauben schenken, fand sie aber doch als⸗ Von einer großen Anzahl Schiffe wurde eine Masse von eigends dazu vorbereiteten Steinen in der Nacht vom Isten zum 2ten d. oberhalb Bieberich gebracht und auf versenk⸗ ten Fahrzeugen eine lange und breite Steinmauer errichtet, wel⸗ che sich allerdings auch in das Herzogl. Nassauische Rhein⸗Fluß⸗ ebiet erstrecken soll, die Passage der Schiffe auf der Herzoglich assauischen Seite und mithin das Landen bei Bieberich unthun⸗ lich macht. Die oͤffentliche Meinung spricht sich sehr mißbilligend uͤber diese gewaltsame Handlung aus, nach allem, was man aber hoͤrt, war die Steinflotte die Schiffbruͤcke bei Mainz in der Nacht ohne Kenntniß des Festungs⸗Gouvernements passirt. Schon aus strategischen Gruͤnden wird die Steinmauer im Rhein in der Naͤhe der Bundesfestung Mainz nicht geduldet werden koͤnnen, hsf Wegschafsung aber mit großem Zeitaufwand und enormen osten verknuͤpft seyn.
Se. Durchlaucht der Herzog von Nassau traf vorgestern von Wiesbaden, wohin Hoͤchstderselbe an demselben Tage erst von einer Rheinreise S war, in unserer Stadt ein und soll Bundespraͤsidial⸗Gesandten, Herrn Grafen von Muͤnch⸗
e heehgasse. eine Konferenz gehabt haben. — Heute war Se. Durchlaucht der Landgraf von Hessen⸗Homburg, Gouverneur der Bundesfestung Mannz, in unserer Stadt anwesend.
Se. Koͤnigl. Hoh. der Prinz Adalbert von Preußen nahm in unserer Stadt nur einen kurzen Aufenthalt.
Die Bundesversammlung hatte in dieser Woche ihre ge⸗ wohnte Sitzung ausgesetzt. Es bestaͤtigt sich, daß der Koͤnigl
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1 11“ Wuͤrttembergische Gesandte zu Wie
zum Bundesgesandten Sr. Majestat des Koͤnigs von Wuͤrtem⸗ berg ernannt worden.
Unsere Boͤrse zeigte in dieser Woche keine große Bewegung, auch unterlagen die Fonds keiner wesentlichen Veranderung. Die Taunus⸗Eisenbahnactien sind allerdings etwas gewichen, werden aber immer noch nahe mit 100 Fl. Agio bezahlt. Die Grippe zeigt sich auch hier stark, doch nicht in gefaͤhrlichem Charakter.
Hamburg, 1. Maͤrz. Die Hafenbewegung von Hambur in den letzten 4 1“ 88 2601, 1s 205⸗ 183 2941, 1840 2935 ankommende Schiffe; die Zahl der abgegange⸗ nen Schiffe betrug in denselben Jahren 2536, 2676, 2835, 2951. Dagegen ist zu bemerken, daß die bloß mit Ballast angekomme⸗ nen Fahrzeuge 197, 229, 270 und 295, die mit Ballast abge⸗ gangenen Fahrzeuge 780, 751, 803 und 905 betrugen. Von den angekommenen 2935 Fahrjeugen im Jahre 1840 kamen 1022 aus England, 463 aus Holland, 222 von Bremen und der We⸗ ser, 212 von der Nieder⸗Elbe, 196 von Frankreich, 142 von Suͤd⸗ Amerika, 137 von Oldenburg und Friesland, 123 von Westin⸗ dien, 111 von Belgien, 70 von den Vereinigten Staaten, 45 aus dem Mittelmeer u. s. w. Unter den Flaggen waren die zahlreichsten: Englische 882, Hannoversche 496, Hamburger 348, Daͤnische 334, Hollaͤndische 323, Franzoͤsische 126, Bremer 105 ꝛc.
Oesterreich.
Triest, 26. Febr. Nachdem die Quarantaine der Fregatte „Guerriera“ heute abgelaufen war, ist Se. Kaiserl. Hoheit der Erzherzog Friedrich an das Land gestiegen, und bei dieser Gele⸗ genheit sowohl von den Behoͤrden als von den Einwohnern feier⸗
lich und theilnehmend begruͤßt worden. Saͤmmtliche Schiffe im
Hafen hatten ihre Festflaggen aufgehißt, das Militair bildete auf dem Hafendamme ein Spalier, durch welches der Prinz, beglei⸗ tet von dem Erzherzog Albrecht, nach dem Hotel zog, und Kano⸗ nenschuͤsse ertoͤnten sowohl vom Kastell als von saͤmmtlichen Lloyd’'schen Dampfschiffken. 1
%— Wien, 1. Maͤrz. Der Erbgroßher Darmstadt ist hier eingetroffen. Am verflossenen Seehserste⸗ hat die Vermaͤhlung des Eng⸗ lischen Botschafters mit der Tochter des Koͤnigl. Preußischen Ge⸗ sandten, Graͤfin von Maltzahn, stattgefunden. Dem Vernehmen nach gedenkt Lord Beauvale nach Eintritt der besseren Jahres⸗ zeit mit seiner Gemahlin eine Urlaubsreise nach England zu un⸗ ternehmen. Auch der Russische Botschafter am hiesigen Hofe hat einige Monate Urlaub erhalten. Herr von Tatistschew war in der letzten Zeit haͤufig leidend. Ueber die Ernennung eines diesseitigen Botschafters am Russischen Hofe verlautete bisher nichts Bestimmtes. Es heißt, daß General Graf Wrbna sich auf einige Zeit nach St. Petersburg zu begeben im Begriffe ist. — Der bekannte Oesterreichische Reisende, Bergrath Rußegger, verweilt gegenwaͤrtig in unserer Stadt. Die Mildthaͤtigkeit der Bewohner des Oesterreichischen Kai⸗ serstaates wird jetzt fuͤr die Syrischen Christen, namentlich fuͤr die Bergvoͤlker des Libanon, welche unter dem Aegyptischen Schrek⸗ kenssystem und waͤhrend ihres heldenmuͤthigen Kampfes gegen Ibrahim's Uebermacht so furchtbar gelitten haben, in Anspruch genommen. In allen Kirchen der Monarchie wird zur Unter⸗ stuͤtzung der leidenden Glaubensgenossen aufgefordert. Es ist nicht zu zweifeln, daß zahlreiche Beitraͤge das Elend dieser Ungluͤcklichen lindern werden. Wie furchtbar uͤbrigens Syrien unter Ibrahim's Verwaltung ausgesaugt, wie hart dies Land in dem letzten Feld⸗ zuge und noch waͤhrend des Ruͤckzugs der Aegypter von Damas⸗ kus mitgenommen wurde, geht aus den Briefen der sich noch dort befindlichen Oesterreichischen Offiziere hervor.
Gestern starb hier nach langen Leiden General Campana, Direktor des militairisch⸗geographischen Institutes. Die Straße uͤber den Spluͤgen, bekanntlich eines der kunstvollsten Meisterstuͤcke der Straßenbaukunst, ist das Werk vieses ausgezeichneten Offiziers.
Wien, 3. Maͤrz. Se. Majestaͤt der Kaiser haben dem Un⸗ garischen Hof⸗Kanzler, Grafen von Mailath, das Großkreuz des Stephans⸗Ordens verliehen.
Prag, 4. Maͤrz. Am 22sͤten v. Me starb auf ihrem Schlosse zu Sichrow die Fuͤrstin von Rohan und Herzogin zu Foath geborene Prinzessin von Rohan⸗Guemenée. Seit dem Jahre 1830 in Boͤhmen angesiedelt, ist die Fuͤrstin hier stets eine Befoͤrderin jedes gemeinnuͤtzigen Unternehmens gewesen.
Preßburg, 24. Febr. (Preßb. Z.) Der wichtigste Ge⸗ genstand der General⸗Congregation unseres loͤblichen Komitats“ die gemischten Ehen betreffend, wurde zwei Tage hindurch vorige Woche verhandelt. Ernst und gewichtig waren diese der Wuͤrde des Vortrags angemessenen Berathungen; mit der groͤßten gegen⸗ seitigen Achtung wurden gediegene Reden gehalten, die in dieser Angelegenheit von den Komitaten Abauj, Pest, Zala und Gran eingelangten Schreiben verlesen, und dieselben hierorts zur Kenntniß zu nehmen beschlossen. &
Schweiz. Von der Schweizer Gräͤnze, 24. Febr. (A. Z.) Das Franzoͤsische Kabinet hat seinem Gesandten in der Schweiz auf⸗ getragen, sich darauf zu beschraͤnken, die Reclamationen des Oe⸗ sterreichischen Gesandten gegen die Aufhebung der Kloͤster in Aar⸗ gau muͤndlich zu unterstuͤtzen, sich uͤbrigens jedes offiziellen und
u“ Einschreitens in dieser Angelegenheit zu enthalten.
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Rom, 22. Febr. (A. Z.) Die Herzogin von Cambridge wurde am letzten Freitag mit ihrer Tochter, der Prinzessin Au⸗ guste, durch den Koͤnigl. Hannoverschen Gesandten, Legationsrath Kestner, dem Papst vorgestellt, welcher sich geraume Zeit mit der Herzogin unterhielt. — Am 19ten d. verschied hier nach langen Leiden die Tante des Herzogs von Lucca, Prinzessin Marie An⸗ toinette, im 67sten Lebensjahr. Sie hatte hier, von der Welt ge⸗ schieden, viele Jahre in dem Kloster der Ursulinerinnen als Nonne (nicht Aetissin, wie gewoͤhnlich angegeben wird) dem Gebet und der Froͤmmigkeit gelebt und ihr Privatvermoͤgen theilweise ihren Ordensschwestern hier und in Parma, so wie eine Leibrente ihrem Beichtvater vermacht. Man fuͤrchtet, das von ihr hinterlassene
Testament werde von dem Herzog von Lucca nicht anerkannt wer⸗
den, da es gegen eine bestimmende Verordnung nicht von seiner Regierung approbirt seyn soll.
Von der Italienischen Graͤnze, 22. Febr. 8 Nach Briefen aus Rom scheint es, daß die 5Sn 8 18 nicht bloß durch die Anwesenheit des Don Sebastian in Fäüc abgehalten wird, sich an den Hof ihres Koͤniglichen Bruders zu begeben aß si influͤsterungen der
n, Herr Baron von Blomberg,Rathgeber ihrer Partei folgt, die ihr vorstellen, wie es sich fuͤr
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sie nicht gezieme, sich in einem Lande niederzulassen, dessen Sou⸗ verain ihre Regierung nie anerkannt und sogar ihrem Todseind Unterstuͤtzung geleistet habe; dabei sollen sie die Königin glauben zu machen suchen, daß die in Spanien sich entwickelnden Ereig⸗ nisse sie bald an die Spitze der Regentschaft zuruͤckrusen duͤrften. Die verwittwete Koͤnigin von Neapel wollte höchstens acht Tage bei ihrer Tochter in Rom verweilen. Der Insant Don Seba⸗ stian in Neapel lebt in angenehmen Verhaͤltnissen am dortigen Hofe; er bewohnt nicht nur ganz kostenfrei ein schoͤnes Palais, sondern erhaͤlt auch von seinem Oheim dem Koͤnig eine an⸗ sehnliche Appanage. — In einem von guter Hand kommenden Berichte aus Bourges (Frankreich) wird behauptet: Ludwig Philipp habe dem Don Carlos, der sich in einem Zustande 8gf. licher Verarmung befinde, nachdem derselbe einige fruͤhere Of⸗ ferten zuruͤckgewiesen, neuerdings angeboten, von ihm nicht als Koͤnig der Franzosen, sondern als Chef des Hauses Orleans und Mitglied des Hauses Bourbon die noͤthigen Unterstuͤtzun⸗ gen aus seiner Privat⸗Kasse anzunehmen. Don Carlos hahe trotz seines Elendes erwiedert: „er erkenne zwar mit geruͤhr⸗ tem Herzen die Großmuth des Koͤnigs, allein seine Grundsaͤtze erlauben ihm nicht, von einem Souverain Unterstuͤtzung anzu⸗ 8.. dessen Regierung ihn gegen alles Voͤlkerrecht gefan alte.“
Neapel, 20. Febr. (A. Z.) Se. Mafestaͤt der König hat dieses Jahr an den Karnevals⸗Belustigungen im Corso keinen Theil genommen, sondern das Geld, welches er gewoͤhnlich auf Maskenzuͤge u. s. w. verwendete, fuͤr die Verungluͤckten in Gragnanof bestimmt. Außerdem hat Se. Majestaͤt noch fuͤr den⸗ selben wohlthätigen Zweck die Summe von 10,000 Piastern (24,000 Fl.) aus seiner Privatkasse ausgesetzt. — Die anhalten⸗ den Regen haben durch Abloͤsung des Terrains von den Bergen, namentlich an abhaͤngigen Gegenden, vielen Schaden angerichtet und theilweise hoͤrt man von Transplantirung großer Landstuͤcke mit Baͤumen und Huͤtten auf niederer gelegenes Grund⸗Eigen⸗ thum, wodurch zwischen den beiden Eigenthuͤmern Streitigkeiten entstehen. “
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Madrid, 23. Febr. Die vielbesprochene große Revüͤe ist auf unbestimmte Zeit vertagt, doch bleiben die in der Umgegend von Madrid konzentrirten Truppen in ihren gegenwaͤrtigen Stand⸗ quartieren. s heißt, eine dieser Divisionen sey beauftragt, die Koͤnigin nach Aranjuez zu eskortiren, wohin dieselbe noch vor Eroͤffnung der Cortes eine Reise machen soll. Die Berichte aus den Provinzen lauten befriedigend. Auf keinem Punkte ist die Ruhe gestoͤrt worden. Alles würde noch besser gehen, wenn das Geld weniger rar waͤre; der fuͤhlbare Mangel an Baarschaften bereitet einigen Lokal⸗Behoͤrden große Verlegenheit. b
Der Finanz⸗Minister Gamboa ist von der Provinz Navarra zum Abgeordneten gewäͤhlt. Unter den von derselben Provinz zu Senatoren Vorgeschlagenen ist der Minister des Auswaͤrtigen, Jose Maria Ferrer.
Bis jetzt ging die Schließung der patriotischen Klubs uͤberall ohne Schwierigkeit vor sich; Beweis genug, daß die revolutio⸗ Tendenzen keinen Anklang bei der Masse des Volkes
nden.
Die Baskischen Provinzen sind in Folge der Ankunft der Division Zabala mit neuer Einquartierung bedruͤckt, waͤhrend sie kaum erst von den Leiden des Buͤrgerkrieges sich zu erholen be⸗ ginnen. Ein Schreiben aus Bilbao im „Castellano“ ruft aus: „O suͤße Wohlthaten des Friedens! o armes Baskisches Volk! o Regentschaft, wie sind deine Werke groß und wunderhar!“
Die „Hof⸗Zeitung“ meldet die Ernennung des Generals Miguel Araoz zum politischen Statthalter der Canarischen Inseln.
Portugal.
gelmaͤßig auszuzahlen.
Lissabon, 22. Februar. Die Frage uͤber die Beibehal⸗ tung der National⸗Garde ist noch nicht entschieden; der Plan der Regierung, dieselbe in eine National, Miliz umzugestalten, ist der Kriegs⸗Kommission der Deputirten⸗Kammer uͤberwiesen worden; man glaubt, daß diese sich zu Gunsten desselben erklären und daß er, vielleicht mit einigen Modiflcationen, durchgehen werde.
In dreizehn Kirchspielen der Hauptstadt ist man damit be⸗ schaͤftigt, Petitionen gegen die Einfuͤhrung der neuen Miliz und gegen die verhaßte Foraes oder Grund⸗Rente zu Stande zu hrin⸗ gen. Man fuͤrchtet in den Cortes, bei Gelegenheit der Disku sionen uͤber die erstgenannte Maßregel, gewaltsame Demonstr tionen der Zuhoͤrer und hat daher militairische Sicherheitsmaß⸗ regeln durch Verstaͤrkung der Wachen an dem Versammlungshause 82 getroffen; die Diskussionen haben indeß noch nicht stat gefunden.
Der Finanz⸗Minister, Herr de Miranda, hat sich uͤber de traurlgen Finanz⸗Zustand des Landes in den Cortes unverholen erklaͤrt und zugleich angezeigt, daß er die von ihm 88 ver langte Befugniß zur Vorauserhebung der Steuern nicht anneh
men koͤnne, wenn die Bedingung daran geknuͤpft werden solle
den Civil⸗ und Militair⸗Beamten allmonatlich ihr Gehalt re⸗ Diese Erklaärung hat eine Art von pani⸗ schen Schrecken unter den Agioteurs und Wucherern verbreitet, die einen National⸗Bankerott als nahe bevorstehend betrachten. Auch die Lissaboner Bank stand im Begriff, die Dtskontirung der fuͤr die Pensionen der Land⸗ und Seeoffiziere ausgestellte Promeß⸗Scheine zu suspendiren, nahm aber diesen Beschluß vo kaͤufig zuruͤck, als die Minister, aus Furcht vor den Folgen de selben, ihr die Lissaboner Zoll⸗Intraden des Monats April ve pfaͤndeten.
„Die Deputirten⸗Kammer hat die freie Ausfuhr der chilla aus Portugal und den Azoren gegen eine Abgabe vo 30 Reis bewilligt.
Visconde Sa da Bandeira ist auf sein Gesuch von dem ihm waͤhrend der kriegerischen Ruͤstungen gegen Spanien uͤbertra enen Posten eines Gouverneurs der Festung Elvas und eines Kom⸗ mandanten des 7. Militair⸗Distrikts entlassen worden. 8 In Algarbien zeigen sich wieder Miguelistische Guerillas; sie haben eine kleine Abtheilung Koͤniglicher Truppen uͤberfallen, de ren Befehlshaber, einen Lieutenannt des 5 Jager⸗Regimentes, getoͤdtet und Casanel, Cachupa und Martin Longo besete⸗ die dort liegenden Besatzungen mußten sich in die respektiven Citadel⸗ len zuruͤckziehan.
ist uͤbergetreten und hat die niedrigen Ufer⸗Geg
L— olgen der durch den unaufhoͤrlichen 8 8 8 en.
ten Ueberschwemmungen sind sehr verderblich wesen. auf den Seiten ganz unter Wasser gesetzt. Wäͤhrend der letzten drei dene es chesr eweg elces, eahena Jaes einigermaßen aufgeklaͤrt hat, indeß ist noch die 99 88oe 19n
di - 5 ilen Laͤnge und die Hauptstadt herum auf 5 Meilen e. werden kann, und
ein vollständiger Sum der nicht passirt auch 8. 858 2. is bis die bessere Witterung