1841 / 69 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

schollen sind, die jebt

—2 gesprochen waren, da huldigten aus ganzer

Namen des treuen Volkes die Abgeordneten aller en Provinzen. 41 Seang⸗ de Beutschan gens. wollen auch wir jetzt, nachdem wir 1 bur en Ruͤckblick auf die Vergangenheit geworfen und aus Fecere Hoffnung fuͤr die Zukunft geschoͤpft haben, die e degren Gelübde im Innern erneuern, und zum Schlusse die⸗ ser Feier der Eroͤffnung des sechsten Westphaͤlischen Provinzial⸗ Landtages dem verehrten, dem geliebten Koͤnige aus voller Brust ein dreimaliges Lebehoch erschallen lassen. Der König lebe hoch, und abermals hoch, und zum dritten Male hoch!!!“ 1.“

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.“ Rußland und Polen.

St. Petersburg, 1. 8. Des Kaisers Majestaͤt haben durch Tagesbefehl vom 17ten v. M. befohlen, daß den Militairs niederen Grades, mit Ausnahme der Junker und Unterfaͤhnriche der Garde⸗Schule, so wie der Zoͤglinge der Militair⸗Lehr⸗Anstalten, auf das strengste untersagt werden solle, in Miethswagen und Droschen zu fahren. Dasselbe Verbot gilt auch fuͤr die Polizei⸗

Beamten niedern Grades und nur sobald dieselben im Dienste

und in voͤllig dienstmäßigem Anzuge sind, duͤrfen sie sich der ge⸗

dachten Fahr⸗Gelegenheit bedienen.

89 der Stadt Nachitschewan und deren Umgegend fand am 25. November v. J. 40 Minuten nach 6 Uhr Abends ein Erd⸗ beben statt, welches 40 Sekunden anhielt, ohne jedoch bedeuten⸗ den Schaden anzurichten. Am 26sten und 27sten desselben Mo⸗ nats wiederholte sich das Erdbeben in zwei schwachen unterirdi⸗ schen Stoͤßen. Am 25sten dagegen war das Erdbeben auch im Dorf Scharur weit staͤrker, so daß es drei Haͤuser daselbst ein⸗ warf und in diesen mehrere Menschen toͤdtete. Nach den Be⸗ richten des Gouverneurs von Grusien hielt dasselbe dort bis zum 7. Dezember, jedoch in geringem Grade, an. -

Am 22sten v. M. ist hier der General der Kavallerie, Ge⸗ neral⸗Adjutant Fuͤrst Trubetzkoi, mit Tode abgegangen.

2 Frankreich.

Paris, 4. Maͤrz. Die Presse ist uͤber die Frage wegen der Auf⸗ loͤsung der Kammer anderer Meinung, wie das „Journal des De⸗ bats¹. Sie sagt: „Vor wenigen Tagen erklaͤrte das Ministerium im „Messager“, daß der ihm untergelegte Plan, die Kammer nach der Session aufzuloͤsen, durchaus ungegruͤndet sey. Gestern er⸗ klärt das „Journal des Débats“, daß nach der Abstimmung uͤber die geheimen Fonds kein vernuͤnftiger Mensch mehr auf den Ein⸗ fall kommen koͤnne, die Kammer aufzuloͤsen. Wir nehmen diese beiden Erklaͤrungen entgegen, die, so entschieden sie auch lauten, nichts an der Meinung aͤndern, die von uns zuerst ausgesprochen wurde. Wir beharren dabei, zu glauben, daß die Aufloͤsung stattfinden wird.“

Der Constitutionnel ist der Meinung, daß das Ministe⸗ rium jetzt die Kammer nicht aufloͤsen koͤnne. Es motivirt seine Ansicht in folgender Weise: „Man hat in der letzteren Zeit viel von der Aufloͤsung der Deputirten⸗Kammer gesprochen, und man glaubte allgemein, daß das Ministerium in der That entschlossen ware, von der jetzigen Legislatur keine vierte Session zu verlan⸗ gen. Aber seit der Eroͤrterung uͤber die geheimen Fonds hat sich die Gestalt der Dinge poͤllig geaͤndert, und das „Journal des Dobats ist beauftragt worden, den Geruͤchten von einer Aufloͤ⸗ sung zu widersprechen. Diese Meinungs⸗Veraͤnderung erklaͤrt sich durch die Debatte, die wir beigewohnt haben. Um die Kam⸗ mer aufzuloͤsen, um vor dem Wahlkoͤrper zu erscheinen, bedarf das Ministerium eines Programms. Herr Jouffroy hatte das⸗ selbe abgefaßt; er sprach allerdings den Gedanken des Ministe⸗ riums aus, und Herr 95 hat nicht gewagt, dies zu leugnen. Aber man konnte aus der Wirkung, die jenes politische Glaubens⸗ Bekenntniß in der Kammer hervorbrachte, auf die Wirkung schließen, welche es bei den Waͤhlern hervorbringen wuͤrde. Des⸗ halb bestreitet man jetzt den Gedanken an eine Aufloͤsung und deshalb versichert das „Journal des Debats“ mit unerschuͤtterli⸗ cher Zuversicht, daß die Opposition allein die Erneuerung der Kammer herbeigewuͤnscht habe.“

Herr Michel Chevalier, einer der thaͤtigsten Mitarbeiter am „Journal des Débats“, ist in die fuͤr ihn gewiß peinliche Noth⸗ wendigkeit versetzt, seine Ansichten uͤber die Befestigung von Paris in anderen Blaͤttern auszusprechen, da er mit der Redaction der „Débats“ hinsichtlich dieses Gegenstandes nicht uͤbereinstimmt. Er ist einer der entschiedensten Gegner des Fortifications⸗Planes. Herr Chevalier hat kuͤrzlich in dem Aube, einem in Metz er⸗ scheinenden Journale, ein Schreiben an den Grafen Mols uͤber die Befestigung von Paris einruͤcken lassen, worin er die Ansicht durchzufuͤhren sucht, daß man durch die Verwandlung der Haupt⸗ stadt in eine Festung die Flagge des Friedens vor der Flagge des Krieges streiche, die Wuͤnsche der Anarchisten erfuͤlle und einen Aufruf an die Empoͤrer und an die buͤrgerlichen Zwistigkeiten er⸗ gehen lasse. „Gegen das endlose Ungluͤck“, sagte er, „welches uns bedroht, ist die Pairs⸗Kammer unsere letzte Zu⸗

flucht. Moͤge sie den verderblichen Entwurf zuruͤckweisen, der von den Aposteln der Umwälzung ausgegangen, von dem Geiste des Schwindels und des Jrrthums unterstuͤtzt, durch die Schwaͤche einiger unserer Freunde leider geduldet wird, und als⸗ bald wird der Frieden nicht mehr angetastet werden koͤnnen. Moͤge sie den Frieden e.nas sie wird die Ordnung und die Dynastie gerettet haben! an hat dem Lande versichert, daß die Befestigung von Paris weder das Resultat der Furcht, noch eine Drohung waͤre; und in der That ist sie nicht die Drohung allein, oder die Furcht allein; sie ist beides zusammen; Drohung von Seiten Dieser, Furcht von Seiten Jener, und der Krieg von Seiten Aller. Was ist jener bewaffnete und vefestigte Frie⸗ den anders als der Krieg. Der Frieden ist kein Zustand der

Dinge, wo die Kanonen aufgepflanzt, die Lunten angezuündet blei⸗ ben, um jeden Augenblick bereit zu seyn, den Feuerschluͤnden zu begegnen, welche Europa gezwungen ist, gegen uns aufzustellen. Da, wo das Interesse des Friedens dem militairischen Interesse aufgeopfert wfrd, faͤngt das kriegerische System an, dessen Ziel

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der Krieg ist

vom 29.

General Castilla, Peruanischen Finanz⸗Minister zu machen. Waͤh⸗ rend einer Unterredung uͤber diesen Gegenstand erhitzte man sich,

allen werden, die Geluͤbde, die Ich zu Koͤni 8„, * Ich hier bestaͤtige“, und als die einem nigsberg⸗ aͤhnlichen Reden, denen die angefuͤhrten Worte

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Die hiesigen Blaͤtter enthalten ein Schreiben aus Callao v. J. folgenden Inhalts: „Herr Saillard, unser General⸗Konsul in Callao, hatte eine Reclamation bei dem

88 4 und der Femrkhes erlaubte sich se Ausdruͤcke gegen unseren Konsul. Herr Saillard verlangte sogleich persoöͤn⸗ liche Genugthuung. Herr Bouglet, Caxitain der Fregatte „The⸗ tis“ begab sich zu dem General Castilla, um ihn, im Namen des Herrn Saillard, um seine Waffen und seine Stunde zu be⸗ fragen. Der General Castilla erwiderte, daß er sich mit seinen Waffen als General der Kavallerie schlagen wuͤrde, nämlich zu Pferde und mit der Lanze. Herr Bouglet nahm das Duell u Pferde an, verabredete aber statt der Lanze den Saäͤbel. Als 8 Herr Bouglet am andern Morgen nach der Wohnung des Fv. Saillard begab, um ihn abzuholen, fand er das Konsular⸗ zebaͤude von einem Kavallerie⸗Piket umstellt, welches den Befehl hatte, Jenen Herrn zu folgen und jedes Zusammentreffen zu ver⸗ hindern. Herr Bouglet erklärte darauf den Herrn Saillard, daß er, da die Peruanische Regierung sich in die Sache gemischt habe, seinen Charakter als Franzoͤsischer Agent wieder annehmen, und als solcher Genugthuung fuͤr die Beleidigungen von Seiten des Peruanischen Ministers verlangen muͤsse. Dieser Rath ward be⸗ folgt, da aber jede Genugthuung verweigert wurde, so hat Herr Saillard sogleich jede Verbindung mit der Peruanischen Regierung abgebrochen, und erwartet jetzt seine Instructionen auch Paris.”

Das Journal des Debats enthaͤlt heute einen Artikel uͤber die letzten Verhandlungen im Britischen Parlamente, den es solgendermaßen beginnt: „Die beiden Bills der Lords Stan⸗ ley und Morpeth beschäftigen fortwaͤhrend ausschließlich die Eng⸗ lischen Journale. Auch die Karrikatur hat sich jener Polemik be⸗ maͤchtigt, und der Kuͤnstler dessen Anfangs⸗Buchstaben H. B. so populair in England geworden sind, charakterisirt jenen Streit, mit seiner gewoͤhnlichen Laune in einer Zeichnung, welches ein Pferderennen darstellt. (Westminstertriak⸗Stakes.) Die beiden Pferde sind im Begriff abzureiten. Das Erstere, (Lord Stan⸗ ley) ist natuͤrlich vom reinsten Vollblut, lebhaft, schaͤumend vor Ungeduld, und der, welcher es reitet, kann es nur mit Muͤhe zuruͤckhalten. Das Andere, (Lord Morpeth) hat wohl noch einige Spuren von Race, aber es ist augenscheinlich durch schlechte Gesellschaft und durch gemeine Arbeiten entar⸗ tet, es zeigt wenig Eifer zu laufen, eben so wie Lord John Russell, der es reitet; aber neben ihnen steht der furcht⸗ dare O' Connell mit einer großen Peitsche in der Hand, auf den der arme Lord Russell mit der klaͤglichsten Miene von der Welt blickt. Wir wuͤrden dieser geistreichen Satyre, die des politischen Ernstes unwuͤrdig scheinen koͤnnte, nicht gedenken, wenn sie nicht mit einem sehr gesunden Sinne den wirklichen Charakter einer Frage bezeichnete, in welcher wir trotz dem großartigen Anschein, welchen man ihr geben moͤchte, nichts anderes erblicken koͤnnen, als eine Partei⸗Streitigkeit und ein wahrhaftes Rennen um Portefeuilles.“ Auf den Gegenstand selbst einge⸗ hend, sagt das oben genannte Blatt an einer anderen Stelle jenes Artikels: „Wir weichen dieses Mal ent⸗ schieden von einer so Achtung gebietenden Autoritaͤt, wie die des Lord John Russell ab, und zwar aus der Ueberzeugung, daß der verderblichste Irrthum in England darin besteht, aus⸗ schließlich politische Mittel auf soziale Leiden und physische Uebel anzuwenden, die die Gesetzgebung allein nicht heilen kann. Ir⸗ land stirbt vor Hunger, und um es zu naͤhren, will man ihm etwas geben, was wie allgemeines Stimmrecht aussieht. Was soll nun aber ein Mensch, der dem Hungertode nahe ist, mit sei⸗ nem Votum anders machen, als es verkaufen, und es gegen Brod austauschen? Das allgemeine Stimmrecht fuͤhrt nur zur Herrschaft der Reichen. Einer fast bettelnden Bevoͤlkerung poli⸗ tische Rechte verleihen, ist der unbarmherzigste Spott auf das Repraͤsentativ⸗System.“

Der Messager enthaͤlt heute folgenden Artikel:⸗ „Die „Wuͤrzburger Zeitung“, der Fraͤnkische Courier und einige andere Deutsche Blaͤtter behaupten, daß Franzoͤsische Behoͤrden auf dem linken Rheinufer, und namentlich in Lauter⸗ burg Schritte gethan haͤtten, um Bayerische Soldaten zum De⸗ sertiren aufzufordern; man haͤtte denselben versprochen, ihnen den Werth ihrer Waffen und Effekten zu bezahlen und ihnen die Wahl der Franzoͤsischen Regimenter, in die sie eintreten wollten, uͤber⸗ lassen. Diese Thatsachen sind gaͤnzlich erlogen; es hat nichts dem Aehnliches stattgefunden; wir geben ihnen das foͤrmlichste De⸗ menti. Selbst wenn Thatsachen der Art nicht den rechtlichen Grundsaͤtzen der Franzoͤsischen Regierung durchaus entgegen waͤ⸗ ren, so wuͤrde schon die gegenwaͤrtige Gesetzgebung auch nur den Gedanken daran unmoͤglich machen. Der Art. 2 des Gesetzes vom 21. Maͤrz 1832 untersagt die Zulassung eines Fremden in Fran⸗ zoͤsische Regimenter. Nur in Bezug auf die Fremden⸗Legion in Afrika ist eine Ausnahme gemacht worden; und auch in die⸗ sem letzteren Falle werden die Fremden erst nach ihrer Ankunft in Afrika und ihrer Einverleibung in die Legion bewaffnet und equipirt. Sie koͤnnen uͤbrigens auf dem Kontinent nicht in Fran⸗ zoͤsschen Diensten bleiben. Der Marschall Soult hat jene Be⸗ stimmung des Gesetzes vom Jahre 1832 in einem solchen Maaße in Ausfuͤhrung gebracht, daß er sie sogar auf die Hautboisten und Regiments⸗Schneider, die keine Auslaͤnder seyn duͤrfen, angewen⸗ det hat. Wir fuͤgen hinzu, daß die Franzoͤsische Regierung De⸗ serteurs aus Deutschland auf das Gesuch ihrer Familien und durch Vermittelung der Konsuln stets zuruͤckgeschickt hat.

Im Moniteur parisien liest man: „Wir. haben gestern gemeldet, daß die Fortifications⸗Kommission der Pairs⸗Kammer mit einer Majoritaͤt von 4 Stimmen gegen 3 beschlossen haͤtte, ein Amendement vorzuschlagen. Wir glauben zu wissen, daß dies Amendement in der Wiederaufnahme des von der Vertheidigungs⸗ Kommission im Jahre 1836 vorgeschlagenen Systems besteht. Es wird in demselben darauf angetragen, die Hauptstadt auf den an⸗ erkannt guͤnstigsten Punkten mit detaschirten Forts zu umgeben. Dieser ersten Vertheidigungs⸗Linie soll alsdann entweder eine Si⸗ cherheits⸗Mauer, oder die jetzt bestehende Zollmauer hinzu gefuͤgt werden. Was die cremelirte und bastionirte Ringmauer betrifft, so erklaͤrt sich die Majoritaͤt der Kommission entschieden gegen

6 2 drg der Deputirten⸗Kamer dauert die Eroͤrterung uͤber den Expropriations⸗Gesetz⸗Entwurf noch immer fort. Die Theil⸗ nahme von Seiten der Deputirten ist so gering, daß gestern nach Eröffnung der Sitzung nur 15 Mitglieder anwesend waren.

Wer erinnert sich nicht des beruͤchtigten Prozessées der aus der im Anfang 1817 veruͤbten Ermordung des Fualdes zu Rhodez hervorging, und der Clarisse Manson, Tochter des Prevotal⸗ Gerichts⸗Frasidenten Enjalran zu Rhodez, die in so romantischer Weise in die so entsetzliche Zeugenschaft dieses Mordes verwickelt wurde? Der Fall fand bekanntlich in dem Hause des Gastwirthes Bancal statt, wo man den Fualdes gleichsam abschlachtete. Waͤh⸗ rend der Handlung dieses Verbrechens spielten bekanntlich zwei

herumziehende Musiker auf einer Drehorgel vor dem Bancal⸗ 8 Hause und verschwanden bald darauf. Der Courrier 8 heätres berichtet nun unter der Ueberschrift offiziell dög⸗ diese Thatsache: „Die Gerechtigkeit wandte, wie man

ls Alles an, um die beiden Menschen zu entdecken, dc an a Theilnehmer des Mordes durch jenes entsetzche Aeeompasnemene

bezeichnete. Es war unmoͤglich, ihrer wieder habhaft zu werden. Gestern nun hat der Herzog D.... einen Brief aus Rhodez erhalten, in welchem man ihm meldet, daß die Leichname dieser beiden Menschen, so wie die Orgel, deren sie sich bedient atten, in dem Garten des Jausion, eines der Moͤrder, aufge⸗ worden sind. Man hatte sie dort begraben. Diese Un⸗ gluͤcklichen hatten sich also unschuldigerweise zu diesem entsetzli⸗ chen Dienst hergeben muͤssen. Und die schreckliche Bancal, die von diesem Verbrechen wissen mußte, ist gestorben, ohne es ent⸗ deckt zu haben.“ Beinahe alle Franzoͤsischen Blaͤtter wiederho⸗ len diese Mittheilung des „Courrier des Théatres“. Nur scheint uns der Schluß auf die Unschuld der beiden Musiker zu vorei⸗ lig. Spielten sie unwissentlich dessen, was in dem Hause Ban⸗ cals vorging, vor demnselben auf der Orgel, so war kein Grund vorhanden, sie spaͤter zu toͤdten. Man konnte sie vielmehr nur als Mitwisser eines Geheimnisses toͤdten, daß man bei ihnen nicht sicher glaubte. Gezwungen konnten sie auch nicht wohl vor dem Hause auf der Straße musiciren.

Nach den Registern, welche bei dem Bohren des artesischen Brunnens mit großer Puͤnktlichkeit gefuͤhrt worden sind, besteht der Pariser Boden auf dem linken Ufer der Seine bis zu einer Tiefe von 647 Metres aus folgenden Bestandtheilen: Von 0 bis 10 Metres: S e. Boden, vormaliges

ett der Seine. 11 41 Thonerde und quarziger Sand.

42 140 » Weiße Kreide und schwarze Feuersteine.

141 165 » Graue Kreide.

166 506 Außerordentlich harte graue Kreide, die mit Baͤnken von glimmerhaltigem Thon abwechselt.

507 546 Blauer, gruͤner, schwarzer Ton mit Glimmerschuͤppchen, in welchem sich viele Fossilien und Eisenkies vorfinden.

» 546 » 547 » Gruͤner Thonsand. Jenseits dieser Sandbaͤnke trifft man nur ganz gruͤnen Sand, in welchem sich das Wasser bewegt, welches bei Beruͤhrung der Sonde bis auf die Erdoberflaͤche dringt.

Boͤrse vom 4. Maͤrz. Auf das heute an der Boͤrse ver⸗ breitete Geruͤcht, daß die Repraͤsentanten der großen Maͤchte in London einen neuen Traktat unterzeichnet haͤtten, und daß Frank⸗ reich demselben beigetreten wäͤre, stellte sich große Kauflust ein, und die Rente blieb zu steigenden Coursen fortwaͤhrend gesucht. Die 3proc. Rente stieg von 76.75 auf 77. 20, und die 5 proc.

von 113.35 auf 113.75. Alle uͤbrigen Papiere waren eben⸗

falls gesuchter und steigend im Course.

Großbritanien und Irland.

London, 3. Maͤrz. Ueber den Sund⸗Zoll bemerkt die mi⸗ nisterielle Morning Ehronicle noch Folgendes: „Allerdings ist von fruͤhen Zeiten her ein Schiffs⸗Zoll im Kattegat erhoben worden, aber die Daͤnische Regierung vermag es nicht, den Be⸗ weis zu fuͤhren, daß durch Gebrauch oder durch Traktate die jetzigen Aögaben oder die Art ihrer Erhebung gerechtfertigt wuͤrde. Ohne auf jene gute alte Zeit zuruͤckzugehen, wo der Sund⸗Zoll mit der Waare gar nichts zu thun hatte, sondern bloß in dem Tribut eines Geld⸗Rosenobeis fuͤr jedes Segel bestand, reicht es hin, zu bemerken, daß der Daͤnische Anspruch, der allgemeinen

nnahme nach, hauptsaͤchlich auf dem Traktat von Christianopel vom Jahre 1645 und auf einem spaͤteren Traktate oder einer Convention von Kopenhagen vom Jahre 1701 beruht. Der Traktat von Christianopel enthaͤlt eine Zoll⸗Skala, welche angeblich die Grundlage des jetzigen Tarifs seyn soll, und er bestimmt, daß nicht namhaft gemachte Waaren nach dem kaufmaͤnnischen Gebrauch verzollt werden sollen. Dieser Gebrauch ist, nach der Erlaͤuterung des Kopenhagener Traktats, 1 pCt. ad valorem von den Waaren beguͤnstigter Nationen, unter welche Kategorie jetzt Großbritanien und alle bedeutenden Handelsmaͤchte gehoͤren, und 1 ¼ pCt. als das Maximum, welches von den Waaren der nicht in gleicher Weise beguͤnstigten Nationen zu erheben waͤre. Daß dies waͤhrend eines großen Theils des vorigen Jahrhunderts fuͤr die rechtmaͤßige Abgabe galt, ist bekannt, obwohl man nicht so leicht auffinden kann, um welche Zeit eigentlich der jetzige Miß⸗

brauch begann. In Buͤschings Geographie, einem zu seiner Zeit

sehr beruͤhmten Deutschen Werke, ist gesagt, daß im Jahre 1752 Ehestche⸗ Hollaͤndische, Schwedische und Franzoͤsische Schiffe im Sund nicht durchsucht wurden und nur 1 pCt. fuͤr Waaren ent⸗ richteten, welche der Tarif nicht spezifizirte, daß jedoch andere Nationen 1 ½¼ pCt. zu entrichten hatten und sich einer Durchsuchung unterwerfen mußten. Was also Daͤne⸗ mark, als ersten Schritt zur Begruͤndung eines gesetzlichen Rechts zu thun hat, ist die Nachweisung, daß das in der letzten Zeit aufgestellte gebrauchsmaͤßige System innerhalb der Graͤnzen der traktatenmäßig sanctionirten Zoͤlle liegt. Wie die Daͤnische Regierung aber dies darthun will, ist uns unbegreiflich, denn die ebrauchsmaͤßigen Abgaben sind in der That um 2, 4, ja 6 pCt. oher als die gesetzlichen. Zucker, Kaffee und andere Kolonial⸗ Waaren, die nicht im Tarif spezifizirt sind, gehoͤren zu den durch den Gebrauch am hoͤchsten belasteten Artikeln; und diese gebrauchs⸗ maͤßigen Abgaben sind nicht einmal in der Form eines offiziellen Tarifs festgestellt, so daß die Zoͤlle beliebig noch mehr erhoͤht werden koͤnnen, wenn nicht bald fremdes Einschreiten da⸗ gegen stattfindet. Ob die Daͤnische Regierung nicht mit gutem Fug aufgefordert werden kann, diejenigen Summen zuruͤckzuzahlen, von denen es zu erweisen ist, daß sie im Widerspruch mit den gesetzmaͤßigen Tarif erhoben worden sind, dies ist auch ein wohl zu erwaͤgender Punkt, und wir hoffen zuversichtlich, daß Lord Palmerston in dieser Beziehung die ge⸗ rechten Anspruͤche Britischer Unterthanen nicht unbeachtet lassen wird. Wir wissen wohl, daß die Danische Regierung 8 8 nen Theil ihrer Sund⸗Einnahmen fuͤr Leuchtthuͤrme üe däch verwendet; aber dieser Theil ist sehr unbedeutend . Zuge 8 zu dem, wofuͤr das Publikum nichts zuruͤck enips 1 ic 8 499 ben, daß Daͤnemark zu einem Zoll berechtigt Fieemaͤßige Gdan⸗ hohe Zeit, daß die jetzige Zoll⸗Erhebung in e sig zutacsesahet. md, vnd dapgstene auf A. den 1 2 3 ir leben nicht i iten, wo e EE“ im Wund oder der Hannoverschen in den Gewaͤffern der Elbe gestattet seyn kann, die Schifffahrt nach ih⸗ cw e 890 zu hemmen. Ueber die Stade⸗Zoͤlle sagen wir e ner nichts, als daß wir hoffen, die Kommission, welche L blich zur Regulirung derselben ernannt worden, werde befrie⸗ degende Resultate herbeifuͤhren. Aber wir koͤnnen es denen, die um eine Reform unseres Tarifs bemuͤhen, nicht genug aus Herz legen, daß eine Veraͤnderung in den Sund⸗Zoͤllleen eine der unerlaͤßlichsten Praͤliminarien zur Erweiterung unserer Handels⸗ Politik ist.“ Nach der Times war die Abstimmung uͤber die zweite Ver⸗ lesung der Morpethschen Bill in Betreff der Iräändischen Waͤh⸗

ndermaßen vertheilt: Fuͤr dieselbe: Mitglieder aus England und Wales 213, aus Schottland 27, aus Irland 59, zusammen 299. Gegen die Verlesung; Mitglieder aus Eng⸗ land und Wales 249, aus Schottland 16, aus Irland 29, zu⸗ Es geht daraus hervor, daß es nur die Schotti⸗ schen und Irlaͤndischen Mitglieder waren, welche der zweiten Ver⸗ lesung die Mehrheit verschafften.

Bei einer kuͤrzlich gehaltenen Versammlung in Cork, welcher der Pater Mathew beiwohnte, zeigte einer der Redner an, daß dem Mäßigkeits⸗Vereine § katholische Praͤlaten und 700 katho⸗ lische Geistliche beigetreten wären; die letzte Reise des Paters habe 1,147,000 Mitglieder gewonnen, so daß nun im G in Irland 4,647,000 Personen Thee⸗Totalisten seyen.

Die Reiter⸗Statuͤe des Her der Leitung des Herrn Wyath i Man vermuthet, sie werde im Ganzen 50,000 Pfd. wiegen. wird eine Hoͤhe von 32 Fuß uͤber das Piedestal erhalten. Geht es an, so wird man die Statuͤe ganz und gar aus den Kanonen gießen, die von dem Herzog erbeutet worden sind. des Pferdes, das beinahe zur Haͤlfte fertig ist, soll sehr schoͤn und die Aehnlichkeit der Figur des Herzogs uͤberraschend seyn. Das Comité hat zwei Jahre zur Vollendung des Werkes be⸗ stimmt; von dieser Frist sind bereits 11 Monate verstrichen. Die Reiter⸗Statuͤe des Herzogs von Wellington wird die kolossalste von allen aͤhnlichen Standbildern seyn, die man bisher gese⸗

en hat. b harh der ministerielle Globe sagt, man hoffe an der Boͤrse allgemein, das fruͤhere gute Einvernehmen zwischen und England bald hergestellt bereits einen guͤnstigen Einflu

Der Preußische Gesandte arbeitete vorgestern laͤngere Zeit im Ministerium der auswaͤrtigen Angelegenheiten. Seine Abreise bis zum Juni verzoͤgern, wenn die erwickelungen nicht unerwartet schnell

ler⸗Registrirung folge

sammen 294.

ogs von Wellington geht unter rer Vollendung rasch entgegen.

Das Modell

u sehen, was auf den

duͤrfte sich, wie man glaub noch obwaltenden politischen beseitigt werden.

Dieser Tage ist ein allgemeiner Befehl ergangen, die Sol⸗ daten der Armee mit Bibeln und Gebetbuͤchern zu versehen, wenn sie lesen koͤnnen und darum nachsuchen.

Der Morning⸗Post wird aus Paris geschrieben, es heiße, daß die Taufe des Grafen von Paris, welche am 1. Mai statt⸗ haben solle, von einer allgemeinen Amnestie begleitet seyn werde, welche sich auch auf Louis Napoleon und dessen Gefaͤhrten er⸗ strecken wuͤrde.

Der Sunderland Herald meldet, daß neuerdings wieder

auf dem Markte von York eine Frau von ihrem Manne an den Meistbietenden fuͤr die Summe von 7 ½ Shilling versteigert worden sey. Die Deutsche Opern⸗Gesellschaft unter Herrn Schumann hat das Drurylane⸗Theater fuͤr 50 Abende gemiethet. Herr Al⸗ fred Bunn soll Direktor seyn, und außer den bereits im vorigen Jahre gegebenen Opern will man auch die Hugenotten auffuͤhren. Als Mitglieder der Gesellschaft nennt man die S Haizinger, Staudigl und andere ausgezeichnete Saͤnger. Die Vorstellungen werden durch die Huͤlfsmittel eines großen Thea⸗ ters noch mehr gehoben werden.

Deutsche Bundesstaaten.

Darmstadt, 2. Maͤrz. (Schw. M.). Es ist schon fruͤ bekannt geworden, daß unsere Standesherren gegen das Gesetz vom Jahr 1836, die Grundrenten⸗Abloͤsung betreffend, bei un⸗ serer Regierung Protestation eingelegt haben, indem sie behaup⸗ ten, dasselbe sey auf eine, sie nicht verbindende Weise erlassen re jedenfalls des Anhaltpunktes eines sie in richtigem Da mehrere Eingaben dersel⸗

chroͤder⸗Devrient,

und entbe Maße entschaͤdigenden Betrages. ben ohne den gewuͤnschten Erfolg waren, indem die Regierung auf der Vollziehung des fraglichen Gesetzes, in Verbindung je⸗ doch mit den, den Standesherren durch das standesherrliche Edikt gemachten Bewilligungen, d. h. richterlicher Ermittelung des ih⸗ nen zu bewilligenden Entschaͤdigungs⸗Betrags, beharrte, so haben sich die Standesherren mit der von ihnen der Regierung bereits eventuell angekuͤndigten Beschwerde an die Deutsche Bundes⸗ Versammlung gewendet.

Maͤrz. (F. O. P. Z.) Die in der Nacht vom aͤrz d. J. vorgenommene Sperrung des Rheinarms, welcher zwischen den, oberhalb Bieberich gelege⸗ nen Inseln, der Petersau, der Ingelheimer Au und dem Bie⸗ bericher Woͤrth, durchfließt, erregt hier fortdauernd allgemeines Aufsehen, und wird, je ruhiger man solche uͤberlegt, um so un⸗ Das Thatsaͤchliche ist Folgendes: In der Rhein⸗ schifffahrts Convention vom Jahre 1831 ist bekanntlich fuͤr Bie⸗ Nachdem die zu dessen erster

inrichtung erforderlichen Herstellungen vollzogen worden waren, haben seit einigen Jahren die Dampfschiffe und Frachtschiffe bei Bieberich angelegt, und ihren Kurs von da nach Mainz zwi⸗ schen den genannten Inseln fortgesetzt. Fahrwassers zwischen der Petersau und dem Biebricher Woͤrth ist an dem oberen Ende der Letzteren auf Nassauischem Gebiete eine Fangbuhne angelegt, und deren Bau seit ungefaͤhr drei Jahren Es kann hier auf das bestimmteste versichert werden, daß wegen dieses Bauwesens nie Verhandlungen zwi⸗ schen der Großherzogl. Hessischen und der Herzogl. Nassauschen Regierung stattgefunden haben, voch viel weniger von der Erste⸗ ren bei der Letzteren eine Beschwerde daruͤber erhoben worden ist. Unerwartet erschienen in der Nacht vom 28. Februar auf den 1. Maͤrz Segelschiffe, deren Anzahl zwischen 90 bis 110 an⸗ gegeben wird, rheinabwaͤrts kommend, vor den genannten Inseln, und legten sich daselbst in doppelter Reihe vor Anker. Schiffe waren mit Neckar⸗Sandsteinen beladen und mit Arbei⸗ tern, deren Zahl auf 300 angegeben wird, unter Bedeckung ei⸗ ner Abtheilung der Großherzogl. Hessischen Gendarmerie, be⸗ mannt. Diese begannen nun, unter der Leitung von Technikern, mit groͤßter Eile das, ohne Zweifel lange im Stillen vorbereitete Werk, den Rheinarm, welcher zwischen der Petersau und dem Bibricher Woͤth durchfließt, durch einen Steindamm abzusperren, und so den von Bibrich kommenden Schiffen die Durchfahrt ab⸗ Der anbrechende Tag zeigte dieses Werk seiner Vol⸗ und bis zum Mittag des 1. Maͤrz stand der tig, bis 2 Fuß uͤber den Wasserspiegel her⸗ Wir begnuͤgen uns hier, diese Thatsachen zur Offen⸗

Wiesbaden, 28. Februar auf den 1.

begreiflicher.

berich ein Freihafen bestimmt.

Zur Verstaäͤrkung des

fortgesetzt worden.

lendung nahe Steindamm fer vorragend. kundigkeit zu

1 Wiesbaden, 5. Maͤrz. Durch ein in dem heutigen „Ver⸗ ordnungs⸗Blatte“ erschienenes landesherrliches Edikt ist die Ersff⸗ nung der diesjaͤhrigen StaͤndeVersammlung auf den 20sten d.

M. festgesetzt worden.

Oesterreich.

Triest, 28. Febr. Der Erzherzog Friedri

ch hat gestern

289

1 8 begeben. Zuvor besuchte er noch das glaänzend beleuchtete

Theater, wo er mit gleichem Enthusiasmus wie vorgestern begruͤßt, wurde. Eine große Menschenmasse begleitete ihn zum Dampfboot und ein tausendstimmiges Lebehoch erscholl, als derselbe vom Ufer stiee. 1.“ Spanien. hhsvn.;

Madrid, 25. Febr. Gestern hatte im Palais ein großer Ball im Kostuͤme statt, wobei die Koͤnigin und die Infantin die Honneurs gemacht haben. Alles, was Madrid an ausgezeichne⸗ ten Persoͤnlichkeiten besitzt, nahm an demselben Theil. Im ersten Range dieser Assemblée bemerkte man die Mitglieder der Regent⸗ schaft, das diplomatische Corps, mehrere Spanische Granden, die Ehrendamen der Koͤnigin u. s. w.

Die Regentschaft haͤlt haͤufig Sitzungen, um sich uͤber die Wahl der Senatoren aus den von den Provinzen eingesandten Kandidaten⸗Listen zu berathen. Auf heute Abend ist eine Sitzung der Regenschaft angesagt, zu welcher auch der Schatz⸗Direktor, der Direktor der Renten und die Unter⸗Staats⸗Secretaire der ministeriellen Departements beschieden worden sind. Es ist offen⸗ bar, daß man sich mit Gegenstaͤnden von hoher Wichtigkeit be⸗ schaͤftigen wird.

Die Regentschafts⸗Frage, die in diesem Augenblicke die Ge⸗ muͤther ernstlich beschaͤftigt, wird eine der ersten seyn, die den Cortes vorgelegt werden wird. Es ist wahrscheinlich, daß die Regentschaft aus drei Mitgliedern zusammengesetzt werden wird; indeß fragt sich, wer, neben dem Herzog von Vitoria, zu diesen hohen Functionen berufen werden wird. Die umlaufenden Ge⸗ ruͤchte, von denen man keines verbuͤrgen mag, sagen, Herr Ar⸗ guelles werde eine solche Charge nur im aͤußersten Nothfalle uͤber⸗ nehmen, und was Herrn Calatrava betreffe, so werde er nur einwilligen, wenn man ihm nicht Espartero beigebe. Somit schei⸗ nen die beiden Maͤnner, von denen man am meisten in dieser Sisgch⸗ gesprochen hatte, von dieser Position ausgeschlossen.

tadtgeruͤchte bezeichnen die Herren Sancho und Gomez Becerra subsidiarisch fuͤr die Regentschaft. Der Erstere ist einer unserer parlamentarischen und politischen Notabilitaͤten und empfiehlt sich durch Charakter und versoͤhnliches Gemuͤth. Herr Gomez Be⸗ cerra besitzt keine dieser Eigenschaften; uͤberdies weiß man, daß er gewohnt ist, nach den Einfluͤsterungen des Herrn Calatrava zu handeln. Diese Elemente erscheinen demnach zu heterogen, als daß man an die Stabilitaͤt einer Regentschaft glauben koͤnnte, die auf so ungleichen Basen beruhet. Die Minoritaͤt, die eben⸗ falls in der Regentschaft repraͤsentirt seyn moͤchte, schiebt Namen ohne Klang vor: van Halen, Rodil und Linage, Kandidaten, die keine Chance fuͤr die ersten Functionen des Staats haben.

Der Marschall Saldanha wird zu Ende der naͤchsten Woche nach Lissabon zuruͤckkehren.

8 Portnsgb...

Lissabon, 22. Febr. (Morn. Chron.) Die Diskussion uͤber den Handels⸗Traktat mit den Vereinigten Staaten hat in den Cortes noch nicht stattgefunden; die beiden Ausschuͤsse fuͤr die diplomatischen und Handels⸗Angelegenheiten, denen er uͤber⸗ wiesen worden ist, werden sich indeß ohne Zweifel zu Gunsten desselben erklaͤren.

Die verschiedenen Beschwerden, welche wegen des Projekts hinsichtlich der National⸗Garde uͤber die Regierung erhoben wor⸗ den sind, hat der Ausschuß, dem sie uͤberwiesen wurden, fuͤr un⸗

die in Folge der Spanischen Drohungen getroffenen außerordent⸗ lichen Maßregeln, der dem Ausschuß zur Untersuchung von Con⸗ stitutions⸗Verletzungen uͤberwiesen war, ist von diesem vollkommen gebilligt worden, indem derselbe erklaͤrte, daß das Ministerium wegen aller dieser Handlungen auf eine Indemnitaͤts⸗Bill den gerechtesten Anspruch habe.

Die Minister⸗Frage ist noch immer im status quo; die erle⸗ digten Stellen sind noch nicht wieder besetzt, und es ist auch keine Aussicht auf eine baldige definitive Ausfuͤllung derselben vorhanden.

Der Marquis von Saldanha wird binnen kurzem von Ma⸗ drid hier zuruͤck erwartet, und Herr Lima soll fuͤrs erste noch als Gesandter dort bleiben. Herr Aguilar, der neue Spanische Ge⸗ sandte am hiesigen Hofe, wird sich auf dem Douro nach Porto begeben und von da hierher kommen.

Am Freitage wurden Diego Alves und Antonio Celleiro, die beiden Hauptvollfuͤhrer des vor anderthalb Jahren hier an dem Dr. Andrade veruͤbten Mordes, auf dem gewoͤhnlichen Hinrich⸗ tungsplatz Cars de Tajo aufgehaͤngt. Ihr Verbrechen war so graͤßlich, daß der Poͤbel kein Mitleid mit ihnen zeigte, wie er es wohl sonst bei aͤhnlichen Gelegenheiten hier zu thun pflegt. Ein anderer Mitschuldiger, dessen Gestaͤndniß sehr viel gur Enthuͤllung der ganzen Graͤuelthat beitrug, und das Weib Gertrude, welche mit Diego Alves lebt und von Allem wußte, sind auf Lebens lang nach Afrika verbannt worden. Zwei Soldaten, die zu derselben Bande gehoͤrten, wurden schon vor einigen Monaten hingerichtet. Das Verfahren der Justiz in dieser Sache hat hier einen sehr guten Eindruck gemacht, und es herrscht jetzt in Lissabon groͤßere Ord⸗ nung und Sicherheit als seit mehreren Jahren.

Tuͤrkei.

Smyrna, 9. Febr. (Journ. de Smyrne.) Auf die An⸗ zeige, daß sich in der Umgegend von Smyrna eine Raͤuberbande aufhalte, befahl Osman Pascha den Bewohnern der verschiedenen benachbarten Doͤrfer, sich bereit zu halten, um auf das erste Zeichen die Verfolgung jener Bande beginnen zu koͤnnen. Als da⸗ er der Aga von Burnabat, Mustapha, vorgestern erfuhr, daß die aͤuber sich in den Bergen von Burnabaschi befaͤnden, setzte er sofort die Bewohner von Kavaklidere und Tschiklar hiervon in Kenntniß, die auch augenblicklich ausruͤckten. Es gelang ihnen bald, unter Anfuͤhrung des Aga den Schlupfwinkel der Raͤuber aufzusinden, die, als sie sich eingeschlossen sahen, den Angriff be⸗ gannen, aber nachdem zwei von ihnen getoͤdtet waren, die Flucht ergriffen. Saͤmmtliche Raͤuber wurden als Griechen erkannt. Am letzten Sonnabend fand in dem hiesigen Griechischen Gymnasium die oͤffentliche Pruͤfung der Zoͤglinge in der Franzoͤ⸗ sischen Sprache statt. Ein zahlreiches und gewähltes Auditorium wohnte dieser Feierlichkeit bei und hatte wiederholt Gelegenheit, sich von den außerordentlichen Fortschritten der Schuͤler zu uͤber⸗ zeugen. Der Lehrer der Franzoͤsischen Sprache, Professor J. Reggio, hielt nach beendigter Pruͤfung eine Rede uͤber den Nutzen des Unterrichts, die mit großem Beifall aufgenommen wurde.

Syrien.

Alus Syrien, 26. Febr. (A. Z.) Obwohl ein Theil der

Englischen Flotte den Archipelagus verlassen hat und nach Malta zuruͤckgekehrt ist, so stoßen doch noch immer neue Verstaͤrkungen

zu ihr. Der Stand der Englischen Flotte im Mittelmeer ist ge⸗

Abend Triest verlassen und sich mit dem Dampfboot nach Vene

genwaͤrtig folgender: in der Bay von Marmarizza liegen 8

begruͤndet erklaͤrt, nnd der allgemeine Bericht der Minister uͤber

deutende Werke, an welchen, beim durchgängigen 3

wenigen Ausnahmen von Sandstein und Büngse gen 1 die Zierathen in mannigfaltiger Durchbrechung geformt un r. e häufig auch durch Verglasung . sind. Die mitunter vo mende schichtweise Anwendung solcher, mei

nienschiffe, 1 Kotvette und 3 Damplböte vor Mealta befinben

sich 6 Linienschiffe, 2 Gabarren, 4 Dampffregatten und 6 Dampf⸗ boͤte. Das Linienschiff „Asia“ und die Fregatte „Pique“ sind nach England unter Segel gegangen. Zwei von England kommende Schiffe haben in Malta Land und See⸗Offiziere und 150 Artille⸗ risten ausgeschifft. Das A7ste Regiment ist auf einem Transport⸗ schiff von Malta nach Westindien abgesegelt. 2 In St. Jean dAcre ist wieder ein Pulver⸗Magazin in die Luft geflogen. Zwei Englische Seeleute wurden leicht verwunhet; die Tuͤrken erlitten groͤßeren Verlust, und eine Anzahl Kameele und Schafe wurden unter den Truͤmmern begraben. Die Engli⸗ schen Seeleute und Soldaten haben an den Fiebern in Syrien ziemlich gelitten, selbst die Aerzte blieben nicht frei davon. Ge⸗ neral Mitchel, welcher Sir Charles Smidt im Ober⸗Kommando der Tuͤrkischen Truppen ersetzte, ist an der Dysenterie gestorhen. Die Getraidepreise in Beyrut sind um 30 pCt. gefallen, und es war fortwaͤhrende Neigung zum Sinken vorhanden. Uebrigens ist die Ruhe in Syrien noch keinesweges hergestellt, und die Wege sind fortwaͤhrend durch Raͤuberbanden unsicher gemacht. 1u““] China. 1“ Der East⸗Indian⸗Telegraph enthaͤlt Nachrichten aus Tschusan vom 17. Oktober, nach welchem die Chinesen nur Zeit sn gewinnen suchen. Der Kaiser, heißt es, wuͤrde sich freilich aͤngst mit den Englaͤndern verglichen haben, wenn er nicht drei Millionen Psd. St. fuͤr das vernichtete Opium zahlen solle. In Canton beschaͤftige sich eine Kommission damit, die Grund⸗ lagen einer Uebereinkunft zu entwerfen, und die Englische Flotte werde sich nach Canton begeben, um die definitive Antwort der Chinesischen Regierung entgegenzunehmen. Laute diese Antwort nicht guͤnstig, so werde man den Krieg beginnen und zunäͤchst Canton angreifen. . E1“

Inland.

Aachen, 5. Maͤrz. (Aach. Z.) Gestern hat eine Sitzun des Administrations⸗Rathes der Rheinischen Eisenbahn⸗Gesellschaft stattgefunden, welcher der Wirkliche Geheime Rath und Ober⸗ Praͤsident der Rhein⸗Provinz, Herr v. Bodelschwingh, die Chre erwies, beizuwohnen, und in welcher die Direction den Plan ent⸗ wickelte, demzufolge die Gesellschaft die Aachen⸗Koͤlner Bahn his nach Minden fortsetzen solle. Von welcher Wichtigkeit dieses großartige Projekt ist, leuchtet auf den ersten Blick ein; wenn jede Fortsetzung einer Eisenbahnlinie fuͤr die urspruͤngliche Bahn immer von dem groͤßten Gewinne ist, so muß hier insbesondere noch jeder Patriot das hoͤchste Interesse an der Verwirklichung eines Planes nehmen, welcher die wichtigsten Glieder des Vaterlandes mit dessen Herzen in engere Verbindung bringt. Staat und Volk koͤnnen nur dabei ihren Vor⸗ theil finden, und es war daher vorauszusehen, wie dies auch bereits zugesagt worden, daß unser, alles Große und dem allgemeinen Wohle Ersprießliche eifrig foͤrderndes Gou⸗ vernement, einem solchem Unternehmen seine „Beguͤnstigung und Unterstuͤtzung“ zusichern werde. Wir freuen uns daher, heut schon anzeigen zu koͤnnen, daß, wie wir vernehmen, der obige Plan bei dem Administrations⸗Rathe mit Beifall aufgenommen worden ist, und daß wir schon in den naͤchsten Tagen die Vor⸗ traͤge und Verhandlungen daruͤber mittheilen zu duͤrfen hoffen. Fuͤr Aachen insbesondere wird es ebenfalls von Interesse seyn,

u vernehmen, daß man auch in Mastricht jetzt thätig damit eschäͤftigt ist, eine Bahn nach Aachen zu fuͤhren und daß schon eine Deputation von dort hier angekommen ist, um wegen dieses Anschlusses mit der Direction unserer Bahn zu unterhandeln. Es zeigt sich so schon jetzt der wichtige Einfluß, welchen die Rhei⸗ nische Bahn auf den Verkehr unserer ganzen Provinz ausuͤben wird, das Vertrauen, welches sie einfloͤßt, so wie welche glaͤnzende Zukunft ihr an und fuͤr sich bevorsteht.

Koöͤln, 5. Maͤrz. (Koͤln. Ztg.) Den 4. Maͤrz Abends 7 Uhr starb nach fuͤnftaͤgigem schmerzlichen Leiden an einem asthmatischen Uebel der Koͤnigliche Konsistorial⸗ und Regierungs⸗ Schulrath und Direktor des Koͤniglichen Friedrich⸗Wilhelms⸗ Gymnasiums, Dr. Karl Friedrich August Grashof, Ritter des Rothen Adler⸗Ordens vierter Klasse und des Russischen St. Anne Ordens dritter Klasse, in einem Alter von 70 ½ Jahr.

Wissenschaft, Kunst und Literatur. Pommerns Kunstgeschichte. Nach den erhaltenen Denk maͤlern dargestellt von Dr. F. Kugler. Stettin, 1840 (Zugleich Ster Jahrgang der Baltischen Studien.) 8 Man wundert sich, über diesen Gegenstand ein so starkes Buch

vor sich zu sehen, aber man wird durch den reichen Inhalt angen 8 überrascht. Der durch mehrere kunstgeschichtliche nsSn⸗ .. ,22 kannte Verf. hat in der That erst eine Entdeckungsreise in dieses Ge biet seiner nächsten Heimat gemacht, und dadurch des Auftrags des Pommerschen eschichts⸗ und Alterthums⸗Vereins, mit huldreicher Un terstützung Sr. Majestät des hochseligen Königs, sich völlig befriedigend entledigt. Man erkennt nun auch hier in der Kunst eine lebendige und mannigfaltige Entwickelung, wie in der Geschichte dieses ansehnli⸗ chen Ostseelandes, welches einst, mit blühenden Städten, auch eine be⸗ deutende Macht, von jeher aber, bei früherer Slawischer Bevölkerung, der Deutschen Einwirkung offen war, die sich in allen Richtungen, in der Poesie und im Leben, an den Höfen der Fürsten und im Gemein⸗ wesen der Städte, auf ähnliche Weise bewährte, wie in Schlesien, Böh⸗ men, Polen. Und so erhalten wir denn hier auch eine bedeutende Er⸗ gänzung der vaterländischen Kunstgeschichte.

Die Baukunst, als das feste Haus der übrigen Bildkünste, ist

auch hier der älteste und umfassendste Kunsistamm; und wenn sie auch nicht in das Heidenthum zurückreicht, so beginnt sie doch gleich mit dem Christenthum, welches, mit der übrigen Bildung in seinem Gefolge, aus Deutschland kam, und ist in allen Gestaltungen, bürgerlichen wie kirchlichen, der Deutschen Kunst gemäß. Die nächste frühe Verbindung zeigt sich hier auch darin, f zwei Baumeister aus Stettin, Hein⸗ rlich Braunsberg und Ni

hunderts die Katharinen⸗Kieche und den Mühlthor⸗Thurm in Bran⸗ denburg bauten. So sehen wir denn 899. früher wie später, ähn lichen Gang der Kunstbildung, wie in der Mark.

olaus Kraft, anfangs des 15ten Jahr⸗

Die ältesten, einfachsten Kirchen sind aus behauenen Feld

steinen (Granit) im Rundbogen, oft nur theilweise übrig (in Kam⸗ min und Kolbatz und auf Rügen in Bergen und Altenkirchen), oder nur an Zierathen (in Eldena); oft schon gemischt, gleichzeitig, oder im Fortbau oder Umbau, mit dem älteren, schweren und strengen Spitzbo⸗ gen, der den Uebergang bildet, oder auch gänzlich in diesem Spitzbo⸗ gen. Von reicherer Ausbildung im Romanischen Rundbogen⸗ Styl steht nichts Ganzes mehr zu Tage, dergleichen doch die

noch aufzuweisen hat.

b 2 3 scheinen dagegen be⸗ Im Gothischen Spitzbogen⸗Styl Iicegen, g5 (mft

schwar glasirten Steine erinnert an so

manche zebrastreifige Italläͤnische Bauten. Die älteren Gothischen Kirchen