gen.
die an das Zugeständniß we
er ihn ermahnte, die Vergangenheit ruhen zu lassen und nicht
Zwistigkeiten durch Aeußerungen wie die, daß ein Theil der
die Erbschaft des anderen Theils nicht antreten,
in der Kammer anzuregen. Als Praäͤfident, als erfahrer Mann, muͤsse er, ihm sagen, daß dies nicht ie Art sey, um den jetzt ingenommenen Platz auf eine fuͤr sich 8 fuͤr das Land nuͤtzliche Weise auszufuͤllen. — Der Fuͤrst von
.“ 8— Moskwa sehr lebhaft und aufgeregt: „Sie glauben, Herr
nens eine Pflicht zu erfuͤllen, indem Sie diese Worte an Se. : * ich 28 eine Pflicht zu erfuͤllen geglaubt. rd zwischen uns richten.“ — Bei Abgang der Post
kammer mit Geset „Entwuͤrfen von lokalem
Interesse. Eeee,.—
8 g 1““ 8
aris, 9. Maͤrz. Die mit Pruͤfung der. Suvpplementar⸗ redite fuͤr 1841 beauftragte. Kommission hat gestern den Con⸗ seils Praͤsidenten und den Minister der auswaͤrtigen Angelegen⸗ heiten uͤber die fuͤr die Ruͤstungen verlangten Kredite vernommen. Die Minister haben erklärt, daß die Lage der Europaͤischen An⸗ gelegenheiten der Regierung in diesem Jahre nicht erlaube, den Effektiv⸗Bestand ihrer Land⸗ und See⸗Streitkraͤfte herabzusetzen. Der Marschall Soult hat in Bezug auf die fuͤr Algier verlangten Kredite hinzugefuͤgt, daß der General Bugeaud, der sich schon an Ort und Stelle befinde, den Zustand der Kolonie untersuchen, aber in keinem Falle mit Abdel Kader unterhandeln werde. Der Constiutionnel sucht heute Herrn Thiers wegen sei⸗ ner Beziehungen zu Herrn Granier von Cassagnac zu rechtferti⸗
Er versichert, daß Letzterer keine Art von Mission, sondern nur ein nachgesuchtes Empfehlungs⸗Schreiben von dem Conseils⸗ Praͤsidenten erhalten habe. Dieses sey ihm zu einer Zeit bewil⸗ ligt worden, wo das Kabinet vom 1. Maͤrz beinahe schon aufge⸗ loͤst gewesen waͤre. Der Vorwurf, den man Herrn Thiers viel⸗ leicht deshalb machen koͤnne, daß er einem Gegner der Emanci⸗
pation einen Empfehlungsbrief nach den Kolonieen mitgegeben
habe, widerlege sich dadurch, daß dem Herrn Thiers die anti⸗
abolitionistischen Ideen des Herrn von Cassagnac ganz unbekannt
gewesen waͤren. 1— Heute fand das Leichenbegaͤngniß des Marschall Victor,
C
Herzogs von Belluno, statt. Die Leiche des Marschalls war schon gestern Abend in der Kirche des Invalidenhauses ausgestellt, V
310
lich nothwendig, ist nicht der Zweck. Ohne die Colonisation würde die
Eroberung unfruchtbar seyn. Ich werde mir daher die Erstere eifrig angelegen seyn lassen; denn ich setze meinen Ruhm weniger darin, in den Schlachten zu siegen, als eiwas dauerhaft Nützliches für Frank⸗ reich zu gründen.“
In dem üͤbrigen Theil der Proclamation entwickelt Ge⸗ neral Bugeaud seinen Colonisationsplan, der hauptsaͤchlich darin besteht, die bisher befolgte Art der isolirten Pachthoͤfe gaͤnzlich aufzugeben, und dagegen die Kolonisten⸗ moͤglichst zahlreich in Doͤrfern zu versammeln. Er erklaͤrt, daß der Ackerbau der Haupt⸗ gegenstand seiner Sorgfalt seyn werde, da bei Gruͤndung einer Kolonie vor allen Dingen darauf Bedacht genommen werden muͤsse, daß sie sich ohne Unterstuͤtzung von ußen her ernaͤhren koͤnne. — Zu den Soldaten der frikanischen Armee spricht der General Bugeaud in folgender Weise:
„Der König hat mich an Eure Spitze berufen. Um eine solche Ehre bewirbt man sich nicht, denn man wagt nicht, darauf Anspruch u machen; wenn man sie aber wegen des Ruhmes, den Männer, wie Ihr, versprechen, mit Enthusiasmus annimmt, so mildert die Besorg⸗ niß, der ungeheueren Aufgabe nicht ewachsen zu seyn, der Stolz, Euch zu kommandiren. Ihr habt die Araber oft besiegt; Ihr werdet sie fer⸗ ner besiegen; aber es genügt nicht, sie in die Flucht zu treiben, wir müssen sie unterwerfen. Ich werde von Eurem Muthe, von Eurer Hingebung für Köntg und Vaterland Alles verlangen, was zu Errei⸗ chung dieses Zweckes nothwendig ist; aber nichts darüber hinaus. Ich werde sorgfältig darauf bedacht seyn, Eure Kräfte und Eure Gesund⸗ heit zu schonen. Die Ofsiziere aller Grade und die Unteroffiziere wer⸗ den mir, ich bin es fest überzeugt, darin beistehen.“ .
Die hiesige Sparkasse hat in der abgelaufenen Woche an neuen Zuschuͤssen die Summe von 776,547 Fr. erhalten. Die NSecJe ge beliefen sich auf 551,000 Fr.
oͤrse vom 9. Maͤrz. An der heutigen Boͤrse gingen ancherlei beunruhigende Geruͤchte, welche die Rente schnell zum
allen brachten. Es hieß naͤmlich, der Koͤnig waͤre krank, und shabe heute Morgen eine aͤrztliche Consultation stattgehabt. Mehmed
li habe sich geweigert, den Ferman des Sultans anzunehmen,
und sich den ihm auferlegten Bedingungen zu unterwerfen. End⸗ lich versicherte man, der Marschall Soult habe sich im Conseil gegen die Entwaffnung erklaͤrt und wolle zu einer Verringerung
der fuͤr das Kriegs⸗Departement verlangten Kredite seine Zustim⸗
mung nicht geben. Man bemerkte, daß bedeutende Verkaͤufe von
Sproe. Renten fuͤr Rechnung eines Amerikanischen Banquiers ge⸗
wo gegen Mittag eine Trauerfeierlichkeit statt4and. Von dort be- schahen. Die 5proc. Rente schloß zu 111.50, die 3proc. zu gab sich der Zug nach dem Kirchhofe des Pêre la Chaise, wo 77.10.
der Sarg in der Familiengruft beigesetzt wurde. Alle Notabili⸗
Die vier Zipfel des Leichentuches wurden von den Marschaͤllen Molitor und Reggio und von den Herren Chateaubriand und 1
V
taͤten der Karlistischen Partei wohnten dem Leichenbegäͤngnisse bei. 8
V
Hyde von Neuville getragen.
— Galignani's Messenger enthaͤlt Folgendes: „Am Sonn⸗ tag Abend ward ein Courier mit Instructionen fuͤr den Baron
von Bourqueney nach London expedirt. Es wird behauptet,
daß die Franzoͤsische Regierung unangenehm uͤberrascht worden
sey, durch die Nachricht aus Konstantinopel, daß Lord Ponsonby, im Widerspruch mit den Instructionen von der Britischen Re⸗ gierung fortfahre, alles moͤgliche aufzubieten, die orientalisch
Frage immer mehr und mehr zu verwickeln, indem er die Stel⸗
lung Mehmed Al's unerträglich mache. Herr von Bourqueney
hat den Auftrag erhalten, Erklaͤrungen uͤber diesen Gegenstand
on Lord Palmerston zu verlangen.
Die Auotidienne enthaͤlt in einer Nachschrift Folgendes: „Wir erhalten bestimmte Nachrichten aus Alexandrien vom 23. Februar. Der Pascha hat sich geweigert, den ihm von ei⸗ nem Tuͤrkischen Kommissarius uͤberbrachten Hattischerif anzuneh⸗
men; er weist auf das Bestimmteste die Bedingungen zuruͤck,
gen der Erblichkeit uͤber Aegypten geknuͤpft sind, namentlich die, durch welche es ihm verboten wird, seine Nachfolger und die Offiziere in der Aegyptischen Armee zu ernennen.“
Der Graf Philipp von Chabot ist am 4. d. M. in Toulon eingetroffen, und wird sich von dort auf dem „Acheron“ nach
Alexandrien einschiffen, wo er in Abwesenheit des Herrn Cochelet, als General⸗Konsul fungiren wird.
Gestern Abend war hier das Geruͤcht verbreitet, daß der Krieg zwischen den Vereinigten Staaten und England erklärt
waͤre. Bisjetzt hat dasselbe noch keine Art von Bestaͤtigung er⸗ halten. Die Englischen Zeitungen sind heute nicht hier ein⸗ getroffen.
Da seit einigen Jahren mehrere Lehrstuͤhle bei der theologt⸗ schen Fakultaͤt von Paris erledigt und andere nur provisorisch be⸗
setzt waren, so hat auf die Vorschlaͤge des Erzbischofs von Paris in Gemäͤßheit der Ordonnanz vom 24. August 1838 der Minister des öffentlichen Unterrichts durch Beschluß vom 1. Maͤrz unter verschiedenen Titeln Professoren zu solchen Lehrstuͤhlen in dieser Fakultaͤt ernannt.
Die Advokaten Marie und Nogent⸗Saint⸗Laurent werden
Darmes vor dem Pairshof vertheidigen. Der Prozeß wird, wie es jetzt heißt, am 21. d. M. eroͤffnet werden.
Algier, 28. Febr. Am 22. um 1 Uhr Mittags ward ein
Dampfschiff signalisirt. Man wußte bald, daß es der „Phaëton“ war, der den General Bugeaud, neu ernannten General Gouver⸗ neur der Kolonie, am Bord hatte. Alsbald bemerkte man eine
große Bewegung in der Stadt; die Truppen traten unter's Ge⸗
wehr und der groͤßte Theil der Einwohnerschaft stroͤmte dem Quai
zu. Um 2 Uhr ging der „Phaston *¹h vor Anker, begruͤßt von den Kanonen des Forts. Der Contre⸗Admiral von Bougainville, und der General Schramm, interimistischer General⸗Gouverneur, empfingen mit ihren Generalstaͤben den General Bugeaud am Lande. Derselbe begab sich durch ein doppeltes Spalier von Truppen und unter dem Andrang der Bevoͤlkerung nach dem Re⸗ gierungs⸗Palaste. Daselbst angelangt, empfing der General Bu⸗ geaud die Geistlichkeit von Algier, mit dem Bischof Dupuch an ihrer Spitze, die Gerichtshoͤfe und die verschiedenen Behoͤrden und Verwaltungen. Im Laufe des Tages erschienen zwei Proclama⸗ tionen des neuen Gouverneurs, die eine an die Einwohner, die
andere an die Soldaten gerichtet. ee beginnt mit folgen den Wakten: h Die erstere beginnt mit folgen⸗
„Einwohner von Algier. Auf der R 1 übung des vnlktaerKonferandon m bee. e; 58,Sg⸗ müht, von dem Gedanken an eine ausgedehnte Eroberung in Afrika abzulenken. Ich glaubte, daß zur Erreichung eines solchen Zweckes eine zahlreiche Armee und große Opfer nothwendig wären; daß wäh⸗ rend der Dauer eines so ausgedehnten Unternehmens die Politkt Frank⸗ reichs dadurch gehemmt und sein innerer Wohlstand verzögert werden könnte. Meine Stimme war nicht mächtig genug, um einen Auf⸗ schwung zu verhindern, den vielleicht das Schicksal gewollt hat. Das Land hat einen anderen Weg eingeschlagen und ich muß ihn befolgen. Ich habe mich der schönen und großen Aufgabe unterzogen, dem Lande —e der Ausführung seines Werkes behülflich zu seyn. Ich werde dem⸗ selben fortan Alles widmen, was die Natur mir an Thätigkeit, an Hin⸗ gebung und an Entschlossenheit verliehen hat. Die Araber müssen üunterworfen werden; die Fahne Frankreichs darf allein auf diesem Afri⸗ anischen Boden wehen. Aber der Krieg, wenn auch jetzt unumgäng⸗
“ 8
Großbritanien und Irland. London, 8. Maͤrz. Aus New⸗Pork sind wieder neue wich⸗ ige Nachrichten 81 eingegangen. Der herrannahende Prozeß s8 Herrn Mac Leod nimmt dort alle Aufmerksamkett in An⸗ Such. Der Ausschuß des Repraͤsentantenhauses zu Washing⸗ on hat einen langen Bericht uͤber die Sache erstattet, dessen Fas⸗ ung hier als sehr verletzend uno drohend gegen England ange⸗
sehen wird. Ja, man ist der Meinung, daß, wenn dieser Be⸗
richt vom Kongreß und dem Praͤsidenten sollte gutgeheißen wer⸗ den, England darin geradezu eine Kriegserklaͤrung erblicken muͤßte. Der Courier sagt daruͤber: „Der Bericht des Herrn Pickens
ist ein verworrener, sich selbst widersprechender Mischmasch von
angeblichen Thatsachen und falschen Schlußfolgerungen. Das Haupt⸗Thema desselben bildet die Wegnahme und Ver⸗ brennung des Piraten⸗Dampfbootes „Caroline“ nebst der darauf
begruͤndeten Verhaftung, Cinkerkerung und Anklage des Herrn Mac Leod. Herr Pickens beginnt sogleich mit einer Unterdruͤckung oder vielmehr Entstellung, der Wahrheit. Die Zusammenrottung
Kanadischer Rebellen und Amerikanischer Raͤuber auf Napy⸗
Island wird als eine ungewoͤhnliche und außerordentliche An⸗ sammlung von Abenteurern bezeichnert. Und es wird behauptet, die „Caroline“ sey als ein friedliches Faͤhrboot zwischen Schlosser am Amerikanischen Ufer und Navy⸗Island hin und hergefahren, denn es liege kein Beweis vor, daß Waffen oder Kriegs⸗Muni⸗ tionen auf dem Boote transportirt worden, außer viel⸗ leicht ein kleines sechspfuͤndiges Feldgeschuͤtz, welches einem Passagier gehoͤrt habe. Was aber ein schlichter Passagier mit Sechspfuͤndern zu thun haben konnte, scheint doch hoͤchst selt⸗ sam, denn man weiß nicht, daß es in den Vereinigten Staaten oder sonstwo uͤblich waͤre, daß Faͤhrboote schweres Geschuͤtz trans⸗ portiren, oder daß Passagiere zu Land oder zu Wasser mit Feld⸗ geschuͤtzen schießen oder auf die Jagd gehen. ierauf folgt eine Klassifizirung der Freibeuter von Navy⸗Island, die jedes andere Auditorium durch ihre schlagende Unrichtigkeit in Erstaunen ge⸗ setzt haben wuͤrde, die aber im Kongreß als die unzweifelhafteste Wahrheit angenommen wurde. „„ Ulle““, sagte Herr Pickens, „„die bei dem Ausbruch oder der Aufregung innerhalb der Bri⸗ tischen Jurisdiction bethetligt waren, behaupteten, Britische Um⸗ terthanen zu seyn, die sich im Widerstand gegen die Behoͤrden von Kanada, einer Provinz des Britischen Reichs, befaͤnden. Selbst zugegeben also, daß die „Caroline“ in einem Contreban⸗ den⸗Verkehr beschaͤftigt war, so wurde dieser Verkehr doch mit Buͤrgern betrieben, die sich fuͤr Unterthanen desselben Reiches aus⸗ gaben, wie diejenigen, welche als die gesetzmaͤßigen Beamten der Provinz galten.““ Das ist wahrlich das erstemal, daß behaup⸗ tet wird, jene Straßenraͤuber haͤtten den Titel Britischer Unter⸗ thanen fuͤr sich in Anspruch genommen. General Sutherland, der Schneider, und General van Rensselaer, Ober⸗Befehlshaber der Ban⸗ de, gaben sich wahrhaftig nicht fuͤr Britische Unterthanen aus, noch wei⸗ gerten sie sich, der Amerikanischen Gerichtsbarkeit sich zu unterwerfen, als von den New⸗Yorker Behoͤrden ein Schein⸗Prozeß gegen sie eingeleitet wurde. Die Anderen von dieser Zunft, die spaͤter in Kanada gefangen genommen, vor Gericht gestellt, uͤberfuͤhrt, hin⸗ gerichtet oder deportirt wurden, bestanden ihren Prozeß und lit⸗ ten ihre Strafe nicht als Britische Unterthanen, welchen Titel sie nicht fuͤr sich in Anspruch nahmen, auch nicht nach rein Briti⸗ schen Gesetzen, sondern nach dem Voͤlkerrechte, als Fremdlinge und Piraten. Dann faͤhrt Herr Pickens fort: „„Wenn zuvor den betreffenden Behoͤrden New⸗Yorks oder der Vereinigten Staa⸗ ten eine Vorstellung uͤber den Stand der Dinge zu Schlosser und uͤber das Benehmen derjenigen, die uͤber die „Caro⸗ line“ die Kontrolle fuͤhrten, gemacht worden wäaͤre, so wuͤrde doch wenigstens ein Schein von Achtung fuͤr un⸗ sere Souverainetaͤt und Unabhaͤngigkeit und eine Neigung, mit uns als Gleichstehenden zu unterhandeln, daraus hervorge⸗ leuchtet haben. Aber es wurde in dieser Angelegenheit, als haͤtte man unsere Behoͤrden mit Verachtung behandeln wollen, keine vorläufige Forderung oder Vorstellung gemacht.““ Was wuͤrden wohl Vorstellungen und Satisfactions⸗Forderungen bei einer Re⸗ gierung genutzt haben, die offenbar eben so abgeneigt ist, die einen anzuhoͤren, als unfaͤhig, die anderen zu gewaͤhren? Gesetzt den Fall, es haͤtten noch zeitig genug Vorstellungen zu Washington gemacht werden koͤnnen, ehe den Schuften auf Navy⸗Island ihr Unternehmen gegluͤckt waͤre, und die „Caroline ihrens chaͤndlichen Zweck erfuͤllt haͤtte, welche Genugthuung haͤtte man wohl erwarten koͤnnen, und woher haͤtte die Föderativ⸗Regierung die Macht hernehmen sollen, ih⸗
ren Willen, wenn sie diesen selbst gehabt haͤtte, geltend zu ma⸗
chen? Die hoͤchste Genugthuung, die zu erlangen gewesen waͤre,
wuͤrde ein leerer papierner Untersuchungs⸗Befehl von Seiten des mit leerer Gewalt zu Washington installirten Praͤsidenten an den in den Staats⸗Rechten unumschraͤnkten Gouverneur von New⸗ York gewesen seyn, den dieser dann mit aller Verachtung eines hohen Wuͤrdentraͤgers behandelt haͤtte, und so waͤre Großbrita⸗ nien, wie es in der That geschieht, von dem kleinen Staats⸗
Despoten schimpflich an das nominelle Haupt der Union zuruͤck⸗
verwiesen worden, um Genugthuung zu erlangen, welche Beide zu umgehen oder zu verweigern sich verschworen haͤtten. Die Kanadischen Behoͤrden hatten schon hinlaͤngliche Erfahrung, wie es mit dergleichen Vorstellungen fruͤher gegangen war, als man den Leuten zu Washington authentische Belege uͤber die Plaͤne
zusandte, welche die Amerikanischen Maraudeure an den Graͤnzen
geschmiedet hatten, um in die Arsenale der Vereinigten Staaten einzudringen, sich aller dort aufzufindenden Waffen, Munition und Geschuͤtze zu bemaͤchtigen und damit in Kanada einzufallen. Es ist allgemein bekannt, daß dessenungeachtet keine Vorkehrungs⸗ Maßregeln getroffen, daß die Arsenale erbrochen und Waffen und Munition bei hellem Tageslicht und unter den Augen der einwilligenden Beamten fortgeschleppt wurden. So viel geht uͤbrigens aus dem Bericht des Herrn Pickens hervor, daß die van Burensche Partei in der Verzweiflung uͤber ihren getaͤusch⸗ ten Ehrgeiz zum Kriege draͤngt und darauf hinarbeitet, die neue Harrisonsche Verwaltung, wo moͤglich, mit all dem Haß zu be⸗ lasten, der ihr daraus erwuchsen wuͤrde, wenn sie sich weigern wollte, dem angeblichen Verlangen des Volkes zu weichen.“ Die ministerielle Morning Chronicle hofft indeß immer noch auf eine guͤtliche Ausgleichung dieser Sache; diese Hoffnung be⸗ gruͤndet sie zum Theil darauf, daß Herr Mac Leod bei der Zerstoͤrung der „Caroline“ gar nicht zugegen gewesen, was unzweifelhaft sey, und anderen Theils darauf, daß eben der neue Praͤsident, General Harrison, der am 5. Maͤrz inaugurirt werden sollte, ein gemaͤßigter und einsichtsvoller Mann sey, der gewiß, unterstuͤtzt von der Einsicht seines Staats⸗Secre⸗ tairs, des Herrn Webster, sowohl die Mac Leodsche Angelegen⸗ heit wie die Graͤnzfrage in friedlicherem Sinn behandeln werde. Ein anderes ministerielles Blatt, der Observer, macht noch auf einen anderen Ausweg aufmerksam, naͤmlich daß Herr Mac Leod, als Auslaͤnder, fordern koͤnne, vor einen Unions⸗Gerichtshof ge⸗ stellt zu werden, das heißt vor ein Tribunal, welches seine Ju⸗ risdiction von der Central⸗Regierung der Vereinigten Staaten herleite, und daß, wenn Herr Mac Leod dieses ihm gesetzlich zu⸗ stehende Recht benutze, sein Prozeß vermuthlich nicht vor dem Monat September stattfinden wuͤrde, so daß unterdessen hin⸗ reichende Zeit waͤre, die Sache durch fernere diplomatische Unter⸗ handlungen auszugleichen. An der hiesigen Boͤrse haben die letz⸗ ten Nachrichten aus New⸗York, die bis zum 16. Februar rei⸗
chen, zwar keinen guͤnstigen Eindruck gemacht, doch setzte man
seine Hoffnung auf den Schluß des an den Kongreß erstatteten Berichts, der allerdings die Ueberzeugung ausspricht, daß eine friedliche Erledigung der Sache noch moͤglich sey. Die Debatte aber, welche uͤber den Bericht (auf den wir noch zuruͤckkommen werden) im Kongresse stattgefunden hatte, war sehr kriegerisch gewe⸗ sen. Die Mehrzahl der Redner erklaͤrte sich mit der in dem Bericht aufgestellten Ansicht einverstanden, daß die Central⸗Re⸗ gierung nicht befugt sey, in der Sache einzuschreiten und den Staat New⸗York zur Freigebung des Herrn Mac Leod zu ver⸗ anlassen. Der Verfasser des Berichts, Herr Pickens, Senator
fuͤr Suͤd⸗Karolina, scheint uͤbrigens kein sehr erfahrener Staats⸗ mann zu seyn, denn bei einer Hinweisung auf die große Macht
und die bedeutenden Huͤlfsquellen, die Großbritanien jetzt u Gebote staͤnden, und auf die letzten Erfolge seiner Waffen, die seinen Ehrgeiz noch mehr spornten und es zu Uebergriffen geneigt machten, giebt er unter Anderem die Staͤrke der Britischen Landmacht auf eine Million an, waͤh⸗ rend sie doch wenig mehr als den zehnten Theil davon betraͤgt. Einige gemaͤßigte Redner, unter ihnen Herr Granger und Herr Fillmore, aus New⸗York, der. Expraͤsident Adams, Herr Everett aus Vermont, protestirten zwar energisch gegen die Publication des Berichts, weil das Haus und das Land sich dadurch kom⸗ promittiren wuͤrden; aber der Druck desselben wurde mit 103 gegen 68, also fast mit einer Majoritat von zwei gegen eins beschlossen. Der Morning Post wird aus Paris von angeblich gut unterrichteten Personen geschrieben, daß die zwischen dem Fran⸗ zoͤsischen Kabinet und den Maͤchten, die den Juli⸗Traktat unter⸗ zeichnet, eroͤffneten Unterhandlungen bis zu dem Punkte gelangt seyen, daß man hoffe, die orientalische Frage werde binnen eini⸗ gen Wochen definitiv geordnet seyn Der von Herrn Gutzot ge⸗ machte Vorschlag, die Lage der Christen in Syrien zu verbessern, nicht, wie es in einigen Blaͤttern geheißen, unabhaͤngig zu ma⸗ chen, sey von Oesterreich und Preußen sehr guͤnstig aufgenommen, gebilligt und lebhaft unterstuͤtzt worden. Von einem christlichen Gouverneur zu dem Ende koͤnne natuͤrlich, in Beruͤcksichtigung der Autoritat und Unabhaͤngigkeit der Pforte, keine Rede ”. aber man hoffe, die Pforte werde fuͤr Syrien einen besonderen Pascha ernennen, der unter der Kontrole der großen Europaͤi⸗ schen Maͤchte staͤnde, damit man eine Garantie habe, daß die Christen in Syrien nach den Grundsätzen der Humanität regtert
wuͤrden. Als Lord John Russell neulich im Unterhause bei den De⸗
batten uͤber das Armee⸗Budget, welches uͤbrigens nur 9 Mann
mehr fuͤr dieses Jahr verlangt, als fuͤr das vorige, geaͤußert hatte, man wuͤrde allerdings die Armee noch verstaͤrken muͤssen, wenn die anderen Großmaͤchte in ihren Ruͤstungen fortfuͤhren, machte Sir R. Peel folgende, oft von lebhaftem Beifall des Hauses unterbrochene Bemerkungen:
„Ich bin ebenfalls vollkommen für E obgleich ich darüber klagen könnte, daß die Reglerung so unvollkommene Berichte über die auswärtigen Verhältnisse mitgetheilt hat. Ich will nicht von Sparsamkeit reden, wo es sich um die Ehre und die Interessen 5 Landes handelt. Ich hoffe jedoch, wie sehr auch die Jugend veEr rieg wünschen mag, daß die Regierung Alles thun und in sgennn Eurons Unterstützung genug finden wird, um den Frieden zu erha 85 uropa wird eine schwere Verantwortlichkeit auf sich 2 evean 4 sich in einen Krieg stürzte. Was hätte der Krieg für einen Zweck, und wo wäre sein Ende? Mir scheint, keinen anderen Zweck, als zu zeigen, wer der stärkste ist, und er würde also erst mit völliger Erschöpfung enden. Ich kenne keine Zeit, wo so wenig vernünftiger Grund zu einem allgemeinen Kriege war, als jetzt, und ich hoffe, daß die öffent⸗ liche Meinung Kraft genug haben wird, die Interessen der Civilisation
u wahren und die unruhigen Gemüther zu nl eln. Würde der Krieg reilich trotzdem für England nöthig, so soll man sehen, wie es auftreten und alle Parteiungen vergessen würde. Dann würde ich ver⸗ gessen, daß ich immer zum Prleden gerathen habe, ich würde für den alten Ruhm meines Vaterlandes mich erheben, und wir würden zei⸗ gen, daß England seinen alten Kriegsruhm verdient, daß alle drei Reiche berelt sind, die Ehre und die Interessen unseres großen Vater landes zu behaupten. So wenig Vertrauen ich daher in die jetzige Regierung habe, so werde ich sie doch unterstützen, wenn sie eine Ver⸗ stärtung der Armee und der Marine verlangt. Ich hoffe, daß es nicht nöthig seyn wird, und daß die Schatten, welche jetzt auf die allgemeine Ruhe geworfen worden, bald verschwinden werden. Was Amerika be
ng noch vermehren,
daß man die Aufregu . ssionen einen haltlo⸗
echte Konze würde es bedauern, wenn inem Brüdervolke aufhörten, d das Verlangen nach Ge⸗
trifft, so glaube ich nicht, aber auch, daß man nicht durch unger sen Waffenstillstand annehmen muß.
unsere freundschaftlichen Beziehungen zu e aber höher sieht die Ehre des Landes un
Schottische General⸗Kir e Gerichtshoͤfe de hmendem Eifer fort. Versammlung zu
rechtigkett.“ chen⸗Versammlung setzt ihren s Landes in Betreff der Pa⸗ Am 4ten d. M Edinburg versam⸗ Geistlichen, welche, hre Stellen beibehalten, d in denen sie durch sich eines Kirchen⸗ liche Amtsfaͤhigkeit ver⸗ u Auchterar⸗
Kampf gegen di tronats⸗Frage mit zuneht war die Kommission dieser melt und entschied vorlaͤufig, daß alle dieje n Gemeinde zum⸗Trotz, i den Patronen eingesetzt un Gerichtshoͤfe bestaͤtigt word uldig gemacht und ihre geist dieser Fäͤlle, den
der protestirende in die sie von Ausspruch der Vergehens sch wirkt haͤtten. In Bezug auf einen üͤberdies mit einer Majoritaͤt von daß der Gerichtshof hauses ausgelegt,
das Gesetz nach die Statuten des Reichs Bryce war der einzige Es unterliegt kaum ei
diese Beschluͤsse ihrer gespannt darauf,
gen eine erklaͤrt, , indem er der Ansicht des Ober verletzt habe. diese Erklaͤrung stimmte.
die General⸗Versammlung wird, und man ist sehr er dann einschlagen werden, bisher stets geweigert haben, Streits ins Parlament ; reimonatliche S
Der Pfarrer 1 weifel, daß Kommission b welches Verfah⸗ die bekanntlich, eine Maßregel u bringen. tatus der Bank die umlaufenden Noten derselben ta 7,567,000 Pfd, ihre Vorrath baaren Geldes letzten Berichte eine Vermeh⸗ 2,000 Pfd. und eine Ver⸗ d Depositen
ren die Minist
Schlichtung dieses Am Sonnabend ist der d ublizirt worden;
von England p 000 Pfd., die Deposi
betragen 16,372 Hypothek 22,725,000 Pfd, 4,076,000 Pfd.; es hat rung der Noten zum Bel minderung in dem zum Betrage von
aufe von 14 rrathe von baarem Gelde 260,000 Pfd. stattgefunden.
Niederlande.
Aus dem Haag, 10. Maͤrz. Generalstaaten hat gestern M wieder begonnen.
Die zweite Kammer der 2 Uhr ihre Wirksamkeit selben folgende vier Gesetz⸗Ent⸗ des besonderen und exceptio⸗ hums Limburg; 2) üuͤber die Suͤd⸗Holland, Nord⸗Hol⸗ heilung der Gerichts⸗Bezirke pupillarische Sicher⸗ Graf von Rechteren wurde als neues und nahm seinen Platz ein.
von Limburg⸗Stirum ist zum Hoheit des Prinzen Friedrich ernannt
Es wurden der gelegt: 1) zur Aufhebung Zustandes des Herzogt Gerichts⸗Organisation der P land und Limburg; 3) uüͤber die in der Provinz Limb heitsbestellungen. Mitglied eingefuͤhrt Der Kammerherr Gr Hofmarschall Sr. Koͤnigl.
nellen Rechts⸗
urg und 4) uͤber gewisse
Schweden
Stockholm, 2. Maͤrz. Herr von Loͤwenskjold, zum R ist Herr Due,
und Norwegen.
Nachdem der bisherige Staats⸗ eichsstatthalter von Nor⸗ bisheriger Norwegischer Norwegischen Staats⸗
wegen ernannt worden, Staats⸗Secretair, vorigen Sonnabend zum Minister befoͤrdert.
Oesterreich. „ 9. Maͤrz. eiche Menschenmenge vor de oheit des Erzherzogs Karl versamr ogs Friedrich beizuwohnen. iu Mittag ein und eilte sogleich in mit zaͤrtlicher Ungeduld erwart r Prinz den Fuͤrsten Staats⸗ die Uniform eines Fregatten⸗Capitains welche er sich in der Syrischen Man bemerkte mit Freuden, eit vollkommen gesund und bluͤhend aussieht, und s die Spuren einer vor einigen weren Krankheit vollkommen ve
ein Vorfall
Am verflossenen Sonntage Mor⸗
ns sah man eine z m Thore des alastes Sr. Kaiserl. Ankunft des Erzherz junge Prinz traf wirkli die Armee seines ihn Gestern beehrte de einem Besuche; er trug und auf der Brust die Orden, Campagne er Kaiserl. Hoh engungen des Feldzuge Jahren uͤberstandenen sch
enden Va⸗ Kanzler mit
worben hat.
Tagen trug sich hier deutenheit, ohne Zweifel in den lleicht von manchen der gebeutet werden duͤrfte. Bloß Versionen sicher zu stellen, atbestandes folgen. Franzoͤsischen Botschaft geht in der Schildwache voruͤber, diese ruft Munde zu nehmen, und setzt, da ihre Weisung, wie von
Vor einigen seiner Unbe besprochen,
gen Sinne aus aus gegen irr einfache Erzaͤh eingetroffener Herrengasse rauchend an einer ihm zu, die Cigarre aus dem nicht sogleich Folge Seiten des jungen etwas unsanfte Weise in Vollzug. zur Wehre, einige Polizeimaͤ haften, dem jedo Botschaft angehoͤre, Schauplatze des Au ruͤckzukehren. aͤftigt, den Thatbestand genau enen ergiebt sich in jedem das erste Unrecht h Faͤrbung fehlt; wenn k hinuͤbergezogen werden sollte, in boͤswilliger Absicht geschehen. Koͤniglich Wuͤrttembergische Gesand als Gesandter am Bundestage, Als sein Nachfolger wurde in Stuttgart, Baron Huͤgel, Paris, genannt. daß Herr von Blomberg in London, Herr von Huͤgel ersetzt werden soll. f der großen Donau hat ge⸗ stattgefunden.
Schweiz.
Der gesetzgebende Koͤrper hat fol⸗ legte Tagsatzungs⸗Instructionen Die Gesandten werden auische Kloster⸗Aufhebun Bundes⸗Vertrags einfach
zu, der, trotz Franzoͤsischen Blaͤttern selben in einem gehaͤssi⸗ um Sie im lasse ich hier eine lung des Th Ein ganz kuͤrzlich Attaché der
geleistet wird, Diplomaten behauptet, sofort Der Attaché
um den Ungestuͤmen zu ver⸗ ch auf seine Erklaͤrung, daß er der Fra sogleich gestattet wird ftrittes nach dem nahe iesem Augenblicke ist u erheben.
uner eilen herbei,
, unmittelbar von dem n Botschafts⸗Hotel zu⸗ nde Behoͤrde Aus dem Vor⸗ alle, gleichviel welcher von atte, daß diesem Handel
also die Sache auf das so kann dies nur
die betreffe
jede politische Feld der Politi mlich oder 1b te, Freiherr von Blomberg, wird, nach seinem estimmungsorte abgehen. der Sohn der Kriegs⸗Ministers gegenwaͤrtig Gesandtschafts⸗Rath in aber mit Bestimmtheit vernommen, durch den Koͤniglichen Gesandten i lohe, und dieser durch Herrn von
Der vielbefuͤrchtete Eisgang au stern, ohne allen Unfall,
Nun wird
Neuchatel, 6. Maͤrz. gende vom Staatsrath ihm vorge 65 gegen 7 Stimmen genehmigt. vor Allem verlangen, daß das Aarg als eine Verletzung des Art. 12 des nn vneinh revocirt werde. Sodann werden sie an der Dis⸗ 1ussg 6 9 welche Weise die Bestimmungen des Bundes⸗Ver⸗
gs fuͤr die Zukunft garantirt werden, Theil ne 2 orhebalt zu den geeigneten Ma 1“ orschlag, jedenfalls von Coercitiv⸗Maßregeln zu die schuldigbefundenen Kloͤster außerhalb der
men und un⸗
ter Ratifications⸗ nahmen stim⸗
311
unterstuͤtzt. — Zu Gesandten sind ernannt die Herren Calamẽͤ und Pierre.
Schwyz, 5. Mäaͤrz. Gestern hat der große Rath seinen Ge⸗ sandten folgende Instruction egeben; 1) daß die Tagsatzung Aar⸗ gau anhalte, seinen Beschluß zuruͤckzunehmen; 2) der voroͤrtli⸗ chen Regierung Mißbilligung ihrer Handlungsweise auszudruͤcken. In den uͤbrigen Punkten haben die Gesandten freie Hand.
Schaffhausen, 8. Maͤrz. Der große Rath beschloß am 5. Maͤrz mit äi gegen 32 Stimmen nach dem Antrage der Mehr⸗ heit des Regierungsrathes folgende Instruction: „Es sey der Stand Aargau anzuhalten, das bekannte Kloster⸗Dekret zuruͤckzu⸗ nehmen mit Vorbehalt der Bestrafung wirklich erweislichen Hoch⸗ verraths.“ Der Kampf war hart, wie aus der kleinen Mehrheit zu entnehmen ist.
Luzern, 6. Maͤrz. Die Luzernsche Instruction fuͤr die außerordentliche Tagsatzung ist vorgestern beschlossen worden. Luzern erkennt als Grundsatz, daß Klöster nicht willkuͤrlich aufge⸗ hoben werden koͤnnen; falls nun die Aargauischen Kloͤster den Hund anrufen sollten, so behalte sich Luzern vor, die Gruͤnde der dortigen Aufhebung zu pruͤfen; einstweilen sey die Vollziehung der vortgen gs Weschäse einzustellen. 114“ 8 Staicken.
Rom, 2. (A. Z.) Die im gestrigen Konsistorium gehaltene paͤpstliche Allocution lautet, wie folgt:
Ehrwürdige Brüder! Die betrübte Lage der Religion in Spanien und mehreres gegen das Recht der Kirche daselbst Verordnetes und Ge⸗
reichend würdigen Zustand wiederher ustellen. Aber ganz anders fam
Regierung. nach erfolgter Unterwerfung der ihr früher widerspänstigen Provinzen, aus dem friedlicher gewordenen Stande ihrer eigenen An⸗
gelegenheiten nur größeren Muth geschöpft zu haben scheint, die heili gen Rechte der Spanischen Kirche und dieses beiligen Stuhles nieder⸗
ordnungen über
ben, welche in den erwähnten, eben erst der
7
der Staatsregierung versprochen wird.
rung muthig in Schutz nahmen.
diejenigen, welche, ihres Standes und ihrer Pflicht vergessen, sich mit
aus dem Metropolitan⸗Kapitel von Sevilla, welcher schon lange zum
len zum Kapitular⸗Vikar gewählt worden. Als derselbe später wegen gewisser arger Lehren, die aus seinen öffentlichen Predig
7
gen diese so grausame (immanem)
schehenes haben Wir in Eurer Versammlung, ehrwürdige Brüder, schon vor fünf Jahren bejammert, und jene Unsere Rede bekannt machen lassen, um die Madrider Regierung zu gesunderen Entschließungen zu vermögen, oder wenigstens damit von inserer apostolischen Mißbilligung jener Vorgänge eine feierliche Urkunde der Welt vor Augen läge. Wir enthielten Uns nach jener Zeit von anderweitigen strengeren und öffent⸗ lichen Beschwerden, nicht eiwa weil man in Spanien der Kirche neue Unbilden zuzufügen aufgehört hätte, sondern weil Wir sahen, daß die Reclamationen der Prälaten jenes Reichs, Unserer ehrwürdigen Brüder, z wiederholtenmalen einen mindestens theilweise guten Erfolg hatten. Darum fuhren auch Wir fort, die Sache der Kirche gleicherweise durch mildere Maßnahmen zu schützen, mittlerweile von der Hoffnung aufrecht gehalten, daß im Verlaufe der Zeit durch diese Unsere Nachsicht ein leichterer Weg würde geöffnet werden, die dortigen Trübsale Israels zu heilen, und den heiligen Dingen, wenn nicht ihren früheren Glanz, doch einen hin⸗
es, als Wir uns versprachen, ehrwürdige Brüder, da die Madrider
zutreten (ad jura . .. conculcanda). Dahin gehört unter Anderem, daß den weltlichen Magistraten neuerlich (Dekret vom 10. Dez. 1840) geboten worden ist, dahin zu sorgen, daß die Dekrete ihre irkung nie verfehlen, durch welche im Jahre 1835 den Bischöfen, gewisse sel⸗ tene Fälle ausgenommen, die Beförderungen auf geistliche Stellen un⸗
tersagt worden sind. Desgleichen ein anderes Dekret (vom 6. und 13. Dezember v. - wodurch erklärt wird, daß die früheren Ver⸗ Finziehung fast sämmtlicher Manns⸗Klöster mit
ihren Gütern sich auch auf diejenigen Klöster zu erstrecken ha⸗ Madrider Regie⸗
rung unterworfenen Provinzen unversehrt bestanden hatten. Und nicht einmal die heiligen Kirchengebäude werden verschont, indem durch ein weiteres Dekret (9. Dezember v. J.) verordnet ist, daß ohne Verzug alle zu den Klöstern gehörigen Tempel in öffentlichem Aufstreich (ad hastam) verkauft werden sollen, mit alleiniger Ausnahme derjenigen, in denen zur Zeit noch Goztesdienst gefeiert werde, welcher aber in der That kaum noch in einem jener Kirchengebäude gehalten werden kann, da dieselben, zugleich mit den Klöstern, ihres ganzen Besitzthums beraubt. worden sind. Dazu kam das jüngst (am 31. Januar 1841) erlassene Dekret über ein den nächsten Cortes (comitiis) vor ulegendes Gesetz, daß auch die Weltgeistlichkeit, welche schon lange eines sehr großen Theils ihrer Einkünfte beraubt worden, nunmehr aus allem Besitz von Kirchen⸗ gütern herausgeworfen, und, eben so wie die Ordensgeistlichen, gleich⸗ sam auf den Zustand von Miethlingen herabgebracht, von dem bitt⸗ weise erlangten Solde 8 stipendio) leben soll, der ihnen von
„Mit welchen Augen übrigens die Vorsteher der Regierung den Klerus betrachten, dieß erhellte zumal aus jenem Edikt, durch welches vor nicht langer Zeit (unterm 30. November v. J.) den aus Anlaß des Bürgerkrieges in die Verbannung Gewanderten die Rückkehr in ihr Vaterland gestattet wurde. In diesem Amnestie⸗Edikt liest man nämlich, daß die Geistlichen überbaupt ausgenommen sind. Und doch ist es eine bekannte Sache, daß viele durch Tugend und echte Gelehr⸗ samfeit (sana doctrina) ausgezeichnete Geistliche in jener Zeit aus den svanischen Landen nicht darum vertrieben worden, weil sse wirklich in jeuem Kampfe die Sache der anderen Partei unterstützten, sondern nur darum, well sie die Sache der Kirche gegen die Eingriffe der Regie⸗
C1. wir sagen es mit Schmerzen — es fehlt nicht in Spa⸗ nien eine, wenn auch nur kleine Zahl von Priestern, die sich das Wohl⸗ wollen der Madrider Regterung erworben hat; es sind dies nämlich
derselben zur Unterdrückung der Kirche Zu verschwören kein Bedenken trugen, und die auf den Wink eben derselben Regierung die Sprengel verwalten, deren Bischöfe entweder gestorben oder in der Verbannung zu leben gezwungen sind. Unter dieser Zahl war ein gewisser Priester
Bischof von Malaga von der Regierung ernannt und nach ihrem Wil⸗
ten und Schriften bekannt worden, in schweren Verdacht der Ketzerei gerathen, ward er von eben jenem Kapitel von Malaga bei! dem Gerichtshofe des Erzbischofs von Sevilla verklagt, und anfangs zwar, indem die Regierung selbst der Forderung jenes geistlichen Ge⸗ richtshofes beistimmte, in die Stadt Sevilla verwiesen, hernach aber, auf die von ihm ergriffene Berufung an die weltlichen Richter der Provinz, gewann er nicht nur bei diesen, sondern auch bei den höchsten Vorstehern der Regierung eine so große Gunst, daß man ihn dem obenerwähnten geistlichen Gerichtshof unter dem Vorwande zugefügter Gewalt und nicht zuständiger Jurisdiction entzog und in die Verwal⸗ tung der Kirche von Malaga wieder einsetzte, wobei man dem betref⸗ fenden Dekret die fast hohnlachende Klausel aufügte, daß mit feiner Wiedereinsetzung der besonderen Anklage auf Häresie gegen diesen Priester Uichts präjudicirt werden solle. (Ut praecipuae de haeresi causae nihil inde öö“ haberetur.) Ge⸗ erletzung des heiligen Rechtes in
einer Frage der Kirchendoktrin reklamirte in einer Eingabe an die Re⸗ gierung unterm 20. November v. J. Unser geliebter Sohn Joseph Ramirez de Arellano, Unserer Nuntiatur in Spanien in geistlichen Dingen Stellvertreter; so wie er auch durch andere Beschwerdeschrif⸗ ten an die Regierung d. d. 5ten und 17ten desselben Monats, so wohl wegen einiger Richter des Tribunals oder der Rota Ecclesiastica der⸗ Nuntiatur, die ein weltlicher Stadt⸗Magistrat von ührung hres Amtes suspendirt, Vorstellungen gemacht hatte, als auch wegen des ehrwürdigen Bruders, des Bischofs von Caceres, und mehrerer sonstigen Geistlichen, die man da und dort gequält, vertrieben oder aus ihrem Amte geworfen und durch Gewaltthat weltlicher Obrigkeit An⸗ dere an ihre Stelle gesetzt hatte; desgleichen nicht minder we⸗
entfernt, ehrwürdige Brüder! daß die Regierung von dem unternomme⸗ nen Eingriff in das kirchliche Recht sich abbriugen ließ, beharrte sie vielmehr dabei, in Entrüstung über eben diese Reclamationen, besonders die letzte, welche die Angelegenheit des Presbpteriums von Sevilla be⸗ traf, selbst gegen Unseren Bice⸗Nuntius mit Heftigkeit zu toben, (desae- virs institit). Ihr kennt diese Vorgänge aus mehreren bekanntgemach⸗ ten Nuntiatur⸗Verichten, so wie darüber auch von der Madrider Re⸗ gierung selbst⸗ veröffentlichte Aktenstücke vorhanden find, so daß es hier⸗ orts genügt, mit wenigen Worten feierliche Verwahrung dagegen einzu⸗ legen (paucis detestari). & „Sobald die Regentschafts⸗Mitglieder jeue letzte Reclamation em⸗ pfingen, begehrten sie sogleich über die ganze Sache ein Gutachten des höchsten weltlichen Gerichtshofes, und indem sie dies Unserem Vice⸗Nun⸗
jeder Communication mit ihnen zu enthalt Dann aber gegen Ende Dezembers dekretirten sie nach dem Rathe jenes Gerichtshofes, daß eben die⸗ ser Unser geliebter Sohn Joseph Ramirez seine Amtsführung als Vice⸗ Nuntlus einzustellen und gleichzeitig das neben der Nuntiatur bestehende geistliche Berufungsgericht (rota] aufzuhören habe; zudem daß vorer⸗ wähnter oberster weltlicher Gerichtshof so schnell als möglich in einem neuen Gutachten über die Art und Weise berichten solle, welche von Seite der Spanischen Unterthanen fortan in Bezug auf diejenigen Angelegenhelten einzuhalten sey, in denen bis dahin 7ne ens geistll⸗ chen Gericht erkannt zu werden pflegte, desgleichen wie k uftighin die⸗ selben kirchlichen Gnadenspendungen (gratiae — Ablässe u. dgl. 7), welche von der Nuntiatur gewährt wurden, zu erlangen sepen, ohne daß man darum sich mit Bitten nach Rom zu wenden nöthig habe; endlich daß Ramirez selbst, gleichsam als hätte er durch ungerechte, ungehor⸗ same und ihm nicht zuständige Reclamationen die Würde der Re⸗ gierung beleidigt, durch Beschlagnahme aller, entweder aus der Spa⸗ nischen Staats⸗Kasse, oder von der Spanischen Kirche ihm zufließenden Einkünfte bestraft, und er alsbald über die Gränze Spaniens abgeführt werden solle. Alles das wurde dann, so wie es befohlen war, durch militairische Hand vollstreckt, und der von der Regierung selbst, wie gesagt, unterm 1. Januar veröffentlichte Zusammenhang dieser Sache hat die Herzen aller guten Kat oliken mit Trauer erfü 1.*
„Wir erachten es für uͤberstüssig, hier die böslichen Behauptungen widerlegend zu durchgehen, die man in jenem, von der Madrider Re⸗ gierung gutgeheißenen Erkenntniß oder Gutachten des obersten Gerichts⸗ bofes liest. Aus demselben erhellt je och offenbar, daß der Gerichtshofund die Regentschaftsmitglieder (gubernii praesides) gegen Unseren geliebten Sohn Ramirez zu vem Zarae um so strenger verfahren sind, auf daß sie Andere von ähnlichen Reclamationen abschreckten. Und daraus, ehrwürdige 8 Brüder! ersehet ihr klärlich, was für ein Zustand der Kirche in Spa⸗ nien in der Zukunft bevorsteht, wenn nicht einmal gestattet ist, in schriftlichen Eingaben an die Regierung gegen dassensge zu reklamiren was wider das Recht der Kirche von der weltlichen wird. Wche aber Uns, wenn Wir, Angesichts einer solchen Erschü rung der heiligen Dinge, einer so schweren Bedrückung der Kirch heit in jenem Reiche, nicht eine Mauer enzgegensetzen für das Haus Isracl, sondern Unsere Seufzer noch fernerhin auf die Gränzen einer geheimen Beschwerdeführung beschränken! Es drängt Uns auch der Eifer väterlicher Liebe, von dem Wir erfüllt sind, für das katholische Volk der Spanier, welches sich sonst um die Kirche und diesen heiligen Stuhl sehr wohl verdient gemacht hat, und das Wir nun in Folge der erwähnten Störung der dortigen Kirchen⸗Angelegenheiten in der Religion gefährdet sehen.“ (Schluß folgt.)
“
Konstantinopel, 17. Febr. (A. Z.) Der Abgesandte der Pforte, welcher mit der Belehnung ehmed Ali’'s beauftragt worden ist, soll den Befehl erhalten haben, Alexandria nicht so⸗ gleich zu verlassen, falls Mehmed Ali gegen den Inhalt des In⸗ vestitur⸗Fermans Bedenklichkeiten erheben sollte, sondern uͤber die sich eiwa ergebenden Schwierigkeiten anherzuberichten. Die Pforte scheint nicht ungeneigt, dem Pascha solche Bitten zu gewähren, die ohne dem Wesen der Anordnungen des Sultans Abbruch zu thun, Modificationen in den Nebenbestimmungen des Fermans bezwecken sollten. Hinsichtlich der freien Wahl, die der Sultan in der Bestimmung des jeweiligen Nachfolgers auf dem erledig⸗ ten Posten des Paschaliks sich vorbehielt, und in welcher er sich bloß insofern bindet, daß er immer einen Nachkommen Mehmed Ali's zum Pascha ernennen will, wird die Pforte nur schwer nachgeben. Dies scheinen die fremden Repraͤsentanten ein⸗ zusehen, weshalb sie sich bewogen fuͤhlten, die Abreise der Ge⸗ neral⸗Konsuln nach Alexandrien zu contremandiren. Denn sollte sich Mehmed Ali weigern, den Großherrlichen Ferman, so wie er ist, anzunehmen, so waͤre die Entscheidung der Aegyp⸗ tischen Frage, die man bereits als ge chlossen ansah, wieder hin⸗ ausgeruͤckt. .
Von der Tuͤrkischen Graͤnze, 24. Febr. (A. Z.) Nach Berichten aus Bucharest ist die Adresse der Wallachischen Gene⸗ ral⸗Versammlung auf die Eroͤffnungs⸗Rede des Fuͤrsten Ghika keinesweges zur Snge evengeh des Fuͤrsten vsge gag, so wenig als die Wahl der Secretaire. Die General⸗ ersammlung zeigt sich darin nicht sehr bekuͤämmert um die Gefahr, in welcher die Fuͤrstliche Familie schwebte, und schreibt alle Umtriebe ausschließ⸗ lich fremdem Einfluß zu. Demzufolge sind die aus Paris an⸗ langenden Exemplare des „National“ einer aͤußerst strengen Cen⸗ sur unterworfen worden.
Die mit dem Oesterreichischen Dampfboote „Lodovico“ hier eingegangenen Nachrichten aus Syrien lauten sehr erfreulich und widerlegen alle von den Anhaͤngern Mehmed Ali's ausge⸗ streuten Geruͤchte uͤber den Zustand der Anarchie, worin der b⸗ marsch der Aegyptischen Armee das Land gestuͤrzt habe. Die Briefe aus Beirut vom 11. Februar geben eine erfreuliche Schilderung von dem Zustande des Landes. Die Ruhe ist uͤberall wiederhergestellt, und die Ordnung kehrt allmaͤlig in die verschiedenen Verwaltungszweige zuruͤck. Auch der Handel belebt sich wieder. Syrien ist jetzt vollstaͤndig von den Aegyptischen Truppen geraäumt. Ibrahim Pascha ist in Gaza ernstlich erkrankt und wird von dem ersten Arzte der Errfscee lotte behandelt. Man fuͤrchtet bei seiner bekannten Unmaͤßigkeit fuͤr sein Leben.
Man schreibt aus Rhodos vom 16. Februar: Auf der Insel Kalymnos haben ernstliche Unruhen stattgefunden, deren Ursache man noch nicht kennt. Zwei oder drei Personen sind getödtet und eine große Anzahl verwundet worden. Die Bewoh⸗ ner der Insel hatten sich in zwei Parteien getheilt, von denen die bedeutendste, welche den Angriff mit Gewalt zuruͤckzuweisen genoͤthigt war, aus den angesehensten, so wie aus allen friedlichen Personen bestand und wenigstens drei Viertel der ganzen Bevoͤl⸗ kerung bildete.
La Plata⸗Staaten.
Buenos⸗Ayres, 20. Dez. (Engl. Bl.) General Oribe hat eine Depesche an die hiesige Reglerung eingesandt⸗ worin er uͤber ein Treffen vom 28. November berichtet, in welchem 8 valle bei einem Ort, genannt Quebracheto, gaͤnzlich geschlagen worden sey, 1500 Todte, seine, gesammte Actillere, sein Sfaätst und eine große Monge von Gefangenen verloren bötte, nns 8 7 mit genauer Noth entkommen waͤre. „Die Armee der 1 — die heißt es in diesem Bericht, „ist vernichtet. Die ene gefollen: von Lavalle selbst getragen wurde, 9 “ hen. Desglei⸗
gen der neuen Etntheilung der Pfarreien in Madrid, welche oie dor⸗ tige weltliche Macht sich anzumaßen für gut befunden. Aber weit
er wurde gezwungen, sie auf der Fl luch chen haben die Unitarier eine große Menge affen auf der Fluͤcht
tius Ramtrez anzeigten, bedeuteten sie ihm zugleich, daß er sich mittlerweile