aen Materialien an die Landtags⸗Mitglieder ausdruͤck⸗ 1 68 2.ag ae ne Gebrauche vertheilt worden. In Betracht daher, daß der hohe Gesetzgeber das staͤndische Gutachten uͤber den vorliegenden Entwurf, mit spe jeller Ruͤcksicht auf die davon zunaͤchst beruͤhrten Sonder⸗Interessen, gewaͤrtigen wolle, hat sich der Landtag zu dem allerunterthaͤnigsten Antrage vereinigt, „daß der Sraͤnde⸗Versammlung gestattet werden moͤge, zur Bearbeitung dieses Gegenstandes, in gleicher Weise wie dies bereits bei ande⸗ ren Veranlassungen, namentlich bei der Revision der Provinzial⸗ Gesetze, geschehen — eine besondere Kommmission aus ihrer Mitte zu bestellen, mit der Befugniß: bei ihren Arbeiten eine beliebige Anzahl qualifizirter Mitglieder der Bergbau⸗Gewerke hinzuzuziehen, nd mit der Aufgabe: die Resultate ihrer Pruͤfung dem nächsten andtage vorzulegen.“
Die diesfaͤllige Adresse soll unverzuͤglich abgefaßt und mit der Bitte um baldige Absendung an Se. Koͤnigl. Majestät, dem Landtags⸗Kommissarius uͤberreicht werden, in der Hoffnung, die Allerhoͤchste Entschließung darauf noch vor dem Schlusse des ge⸗ genwaͤrtigen Landtags zu empfangen. 8.
Prop. VII. Die Errichtung eines besonderen Ober⸗Appel⸗
lations⸗Gerichts fuͤr die Provinz zur Aburtelung der Prozeß⸗ und Untersuchungssachen als selbständige Spruch⸗Behoͤrde zweiter Instanz, und frei von allen Verwaltungs⸗Geschaͤften, namentlich Zon Aufsichts⸗, Einrichtungs⸗, Anstellungs⸗, Beschwerde⸗, Verlassen⸗ schafts⸗, Pupillen⸗, Hypotheken⸗ und Kassensachen, — fuͤr welche Einrichtung gewichtige Motive und die Erfahrung in denjenigen Provinzen sprechen, wo dergleichen Gerichte schon vorhanden, — ward als hoͤchst wuͤnschenswerth einstimmig anerkannt, und deren Vollzug von Sr. Koͤnigl. Maͤjestaͤt erbeten.
Prop. VIII. Der Entwurf einer Verordnung uͤber die Laudemial⸗Freiheit des durch Abloͤsung von Diensten, Ab⸗ gaben, Grundgerechtigkeiten und anderen Belastungen gegen Ka⸗ pital, erhoͤhten Kaufwerths eines laudemialpflichtigen Grundstuͤcks, dient zur Erlaͤuterung der §§. 720—721. Tit. 18. Thl. I. des Allgemeinen Landrechts, und beseitigt die hierin bei mehreren Gerichten vorwaltenden Zweisel und Abweichungen. Diskutirt wurde uͤber die Konsequenzen, welche aus dieser Verordnung auch auf solche Werths⸗Erhoͤhungen, die in der Entwickelung der In⸗ dustrie und in der natuͤrlichen Umgestaltung der Zeit⸗ und Preis⸗ Verhaͤltnisse beruhen, moͤglicher Weise zum Nachtheil des Berech⸗
gten gezogen werden und zu neuen Prozessen Anlaß geben koͤnn⸗ ten. Der Entwurf wurde jedoch, geleitet von Billigkeits⸗Ruͤck⸗ ichten gegen den Verpflichteten mit beschlußfaͤhiger Mehrheit an⸗ genommen. 1 Prop. IX. Die entworfene Verordnung uͤber die Wieder⸗ Einfuͤhrung der Legitimations⸗Atteste beim Pferdehandel, erachtete die Stände⸗Versammlung in ihrer Mehrzahl fuͤr wuͤn⸗ chenswerth, und stellte in ihrem Gutachten einige nothwendig scheinende Ergaͤnzungen, namentlich wegen Freilassung eines ange⸗ haltenen Pferdes zum Gebrauche des Besitzers, gegen Kautions⸗ Bestellung zur Allerhoͤchsten Erwaͤgung. 1 Prop. XI. Der Gesetz⸗Entwurf, wonach die nach dessen Publikation vorbedungenen Erbpachts⸗, Erbzins⸗ und Zins⸗
Thatsachen wahr sind; wenigstens sind wir im Stande, dasjenige zu bestaͤtigen, was uͤber die Stimmung des Wiener Kabinets gesagt wird. Herr von Saint⸗Aulaire hat nach Paris geschrieben, daß der Fuͤrst Metternich uͤber das Benehmen des Divan em⸗ poͤrt sey. Die Ehre der Maͤchte ist in der That dabei betheiligt, daß man nicht glaube, sie seyen Schuld an dem unredlichen Ver⸗ fahren der Pforte, die sich erlaubt, den Charakter ihrer Inter⸗ vention zu entstellen. Die Tuͤrkischen Minister benutzen ihre Lage mit jener Unverschämtheit, welche Leuten eigen ist, die ohne ihr Zu⸗ thun zum Gluͤcke gelangt sind. Sie hatten lange Zeit vor Meh⸗ med Ali gezittert; und jetzt, wo man denselben gedemuͤthigt hat, zeigen sie sich eben so unbarmherzig, als sie fruͤher feige waten. Man darf sich daruͤber nicht wundern; es ist dies die gewoͤhnliche Reaction bei gemeinen Naturen. Aber die Maͤchte sehen gewiß ein, daß ihre Wuͤrde es nicht erlaubt, sich solchen jaͤmmerlichen Leidenschaften zuzugesellen. Man betrachtet die orientalischen An⸗ gelegenheiten schon als abgemacht. Die Repraͤsentanten der Maͤchte hatten am 5ten d. M. in London ein Schlußprotokoll unterzeick⸗ net, und es dem Herrn Guizot mit der Aufforderung zugefertigt, dasselbe fuͤr Frankreich mit zu unterzeichnen. Wenn die Kabinette sehen werden, daß man sich in Konstantinopel bemuͤht, die Arran⸗ gements zunichte zu machen, welche sie mit so großer Muͤhe in London zu Stande zu bringen suchen, so wird die von dem Fuͤr⸗ sten Metternich ausgedruͤckte Gesinnung allgemein getheilt werden.“
Die zur Pruͤfung der Kolonial⸗Angelegenheiten niedergesetzte Kommission hat als Grundsatz aufgestellt, daß die Kolonicen eben so wie die anderen Theile des Franzoͤsischen Reiches in der De⸗ putirten⸗Kammer repraͤsentirt werden muͤßten. Die Regierung, der dieser Beschluß mitgetheilt worden ist, wird, wie es heißt, den Kammern einen, auf jenen Grundsatz basirten Gesetz⸗Entwurf vorlegen.
Man erinnert sich, daß, als in der Gazette de France die ersten dem Koͤnige zugeschriebenen Briefe erschienen, der Messager sogleich mit der Behauptung auftrat, daß es falsche oder verfaͤlschte Dokumente waͤren. Dieser Aeußerung halber, leitete die „Gazette de France“ einen Prozeß wegen Diffamation gegen den verantwortlichen Herausgeber des „Messager“ ein. Die Parteien waren zu heute vor das Zuchtpolizei⸗Gericht gela⸗ den, aber auf Gesuch des Vertheidigers des „Messager“ ward die Sache auf acht Tage verschoben.
Die Pairs⸗Kammer hat in ihrer gestrigen Sitzung den Gesetz Entwurf uͤber den Generalstab der Marine mit 100 Stim⸗ men Pgen 11 angenommen.
Eine telegraphische Depesche aus Bayonne vom Ilten d. meldet, daß der Spanische Finanz⸗Minister, Herr von Gamboa, seine Entlassung eingereicht und daß Herr von Ferrer jenes Mi⸗ nisterium interimistisch uͤbernommen habe.
Am 15ten d. M. wird die diesjaährige Gemälde⸗Ausstellung eröͤffnet werden. Der Katalog wird uͤber 3000 Nummern ens⸗ halten; aber es heißt, daß die Qualitaͤt der Quantitaͤt nicht ent⸗ sprechen werde. Die Herren Vernet, Ingres, Delaroche, Decamps und Ary Scheffer stellen in diesem Jahre nichts aus; dagegen sollen einige sehr schoͤne Gemaͤlde von Herrn Delacroix eingesandt
Gerechtsame auf einseitigen Antrag des Verpflichteten, nicht abloͤsbar seyn sollen, ohne daß dies durch ausdruͤckliche vertrags⸗ maäͤßige Bestimmung eingeraͤumt worden, wurde ebenfalls uͤber⸗ V
wiegend angenommen.
Zeitungs⸗Nachrichten.
8 Ausland.
Rußland und Polen.
St. Petersbura, 5. Maͤrz. Se. Majestaͤt der Kaiser hat Einwohnern der Bezirke der Millitair⸗Kolonie der Kaval⸗
lerie, eben so wie den Klein⸗Russischen Kosacken, eine Erleichte⸗
rung in Erfuͤllung ihrer Militairpflichten gewaͤhrt und unterm 23. Januar d. J. durch das Kriegs⸗Ministerium befohlen: 1) Die Rekruten⸗Aushebungen in der Militair⸗Kolonie der Kavallerie sollen nicht mehr jaͤhrlich, sondern nur ein Jahr um das andere stattfinden, dann aber stets acht Rekruten auf tausend Seelen nach den gegenwäaͤrtig fuͤr die Rekruten⸗Aushebungen in
der Militair⸗Kolonie der Kavallerie bestehenden Bestimmungen
ausgehoben werden. — 2) Die erste derartige Rekruten⸗Aushe⸗
bung in der Militair⸗Kolonie der Kavallerie soll im Januar
1843 beginnen, dagegen im Jahre 1842 gar keine Rekruten⸗Aus⸗, ebungen in gedachter Kolonie stattfinden. — 3) Die Dienstzeit
ür die Militair⸗Kolonisten wird auf 20 Jahre festgestellt, und 8
zwar sollen dieselben 15 Jahre bei den aktiven Truppen dienen, die uͤbrigen 5 Jahre aber auf unbestimmte Zeit beurlaubt und aͤhrend dieser Zeit den Sapassnyje⸗Truppen nach den fuͤr diesel⸗ ben bestehenden Bestimmungen zugetheilt werden. 4) Nach Ab⸗ lauf der gedachten 20 Jahre kehren die Militair⸗Kolonisten zu ihren Familien in ihren fruͤheren Stand zuruͤck. 5) Alle Kinder voon den aus der Militair⸗Kolonie ausgehobenen Soldaten niede⸗
8
ren Grades, welche waͤhrend der Dienstzeit der Letzteren geboren werden, werden nicht Kantonisten, sondern verbleiben ihren in der Militair⸗Kolonie angesiedelten Familien- 1“
8
St. Petersburg, 10. Maͤrz. Der Minister⸗Staats⸗ Secretair des Großfuͤrstenthums Finnland, Graf von Rehbinder, ist am 6ten d. M. mit Tode abgegangen. u“ 8
Frankreich.
Paris, 12. Maͤrz. Der Moniteur parisien (der bekannt⸗
lich nicht als halb amtliches Blatt betrachtet werden muß) enthäͤlt folgenden Artikel: „Die Berichte aus dem Orient haben nicht die ganze Wichtigkeit, welche ihnen diesen Morgen gewisse Journale bei⸗ messen. Der Ferman, welcher die Bedingungen umfaßt, die Mehmed Ali zuruͤckgewiesen, ist das Werk einiger Leiter des Divans, der naͤmlichen, welche sich seiner Zeit geweigert hatten, der Zu⸗ ruͤcknahme des Absetzungs⸗Dekretes beizustimmen, welches indeß
noch auf Anfordern der mit der Tuͤrkei allürten vier Maͤchte wi⸗ derrufen wurde. Es ist aller Grund vorhanden zu glauben, daß die Mehrzahl dieser Maͤchte gegenwaͤrtig die naͤmlichen Gesin⸗ nungen hat, welche sie damals veranlaßten, bei der Pforte Schritte zu Gunsten Mehmed Ali's zu thun. Briefe aus Wien
melden, daß das Oesterreichische Kabinet sich ganz laut uͤber den letzten Hattischerif beschwert, und ihn als einen foͤrmlichen Wi⸗
derspruch gegen den von den vier Maͤchten dargelegten Wunsch betrachtet. Die gut unterrichteten Personen glauben, daß der Sultan die in diesem Manifeste aufgestellten Bedingungen mo⸗ difiziren wird, wann er den schlimmen Eindruck, den dasselbe auf seine Allürten hervorgebracht hat, kennen wird. Es wird dem⸗ nach in der Loͤsung dieser Angelegenheit einige Zoͤgerung eintre⸗ ten, allein zuletzt wird sich Alles arrangiren.“ — Die Presse bemerkt zu obigem Artikel: „Wir glauben, daß die angefuͤhrten
worden seyn. Auch Gudin und Wintherhalter sollen Ausgezeich⸗ netes geliefert haben.
Das neue Engagement der Mlle. Rachel bei dem Théäädtre francais ist noch nicht zu Stande gekommen; und dieselbe wird am isten k. M., wo ihr jetziger Kontrakt ablaͤuft, vorlaͤufig eine Reise in die Departements machen. In Marseille erhaͤlt sie fuͤr zehn Vorstellungen 15,000 Fr. Spaͤter wird sie sich wahrschein⸗ lich nach England begeben, wo Herr Laporte ihr fuͤr jede Vor⸗ stellung 3500 Fr. bewilligt haben soll.
Boͤrse vom 12. Marz. Trotz der schlechteren Notirungen aus London war doch heute die Rente in Folge des Artikels im „Moniteur parisien“ gefragter als gestern. Die 3 proc., welche zu 76. 40 eröffnete, schloß zu 76.70, und die 5proc. stieg von 110.50 auf 110. 90.
α Paris, 11. Maͤrz. Die Briefe, welche wir aus Algier, Toulon und Marseille erhalten, sprechen von militairischen Ruͤ⸗ stungen, die mit großer Thaͤtigkeit betrieben und dem neuen Ge⸗ neral⸗Gouverneur unserer Afrikanischen Besitzungen gestatten wer⸗
den, gegen die Mitte des Aprils den Feldzug zu eroͤffnen. Zwei unserer 885 werden nach Algier gehen, um dort unter dem
Befehl des Generals Bugeaud zu kaͤmpfen. Der Herzog von
Aumale, Oberst⸗Lieutenant des 24sten Linien⸗Regiments, welches in Afrika steht, reist schon heut ab; der Herzog von
Nemours, wel⸗ cher das Kommando einer Division uͤbernimmt, wird seinem Bru⸗ der in einigen Tagen folgen. Die Offiziere der Afrikanischen Armee, welche waͤhrend des Winters nach den zwei muͤhseligen Feldzuͤgen Urlaub erhalten hatten, fangen gleichfalls schon an, Paris zu verlassen, um bei Zeiten in Afrika einzutreffen und an dem Feldzuge theilnehmen zu koͤnnen.
Es ist, wenn ich nicht irre, die sechszehnte große Expedition gegen die Araber in den zehn Jahren, waͤhrend welcher wir die Eroberung ihres Landes versucht haben. Hierbei sind jedoch we⸗ der die Verproviantirungs⸗Expeditionen, die wir mehrmals nach Tlemcen, Mostaganem u. s. w. zu unternehmen genoͤthigt waren, noch die untergeordneten Expeditionen, die uns den Besitz von Blida, Koleah, Oran, Arsew, Mostaganem, Dschidschelli, Bona, Budschia, Milah, Setif u. s. w. verschafften, mitgerechnet; ferner auch nicht die Fouragier⸗Expeditionen und die Razzias, die seit einiger Zeit saͤmmtlich mit großem Erfolge und oft auf große Entfernungen hin ausgefuͤhrt wurden; ebenso wenig die endlosen Vorposten⸗Gefechte, die kleinen Streifzuͤge welche wir taͤglich auf das feindliche Gebiet unternehmen und die oft ziemlich langen und mit Gefechten untermischten milttairischen Promenaden der Garnison von Konstantine. Wenn ich daher sage, daß wir die sechszehnte Expedition auszufuͤhren im Begriff sind, so meine ich, daß seit dem Jahre 1830 zum sechszehnten Male ein wirkliches Armee⸗Corps den Feldzug in der Absicht eroͤffnet, um den Ara⸗ bern, wo und in welcher Anzahl man sie auch treffe, was nicht immer leicht ist, eine Schlacht zu liefern, mit einem Worte, den deobn Krieg zu fuͤhren, so gut dies in einem solchen Lande moͤg⸗ lich ist.
Sechzehn Feldzuͤge in zehn Jahren, viertausend Tage eines Kampfes, der sich fast gleichzeitig uͤber einen Raum ausdehnte, welcher der Laͤnge nach mehr als 200 Lieues und einen Flaͤchen⸗Inhalt von mehr als hundert Quadrat⸗Lieues umfaßt! Und was haben wir dadurch erlangt? Die Provinz Konstantine ausgenommen, besitzen wir in der That nur das Terrain unter unseren Fuͤren und im Bereich unserer Kanonen; unsere Armee ist noch genothigt, alle Subsistenz⸗Mittel aus Europa zu beziehen; noch im vorigen Jahre haben die Araber bis an die Mauern von Algier 88 ersten duͤrftigen Kulturversuche mit Feuer und Schwert v; 9 tet; jetzt sind die Staͤmme uͤberall unter den Waffen und ni zts deutet darauf hin, obwohl es behauptet wird, daß sie geneigter waͤren, als am ersten Tage, den Frieden und unsere Herrschaft anzunehmen. 8
Dies ist die Wahrheit und ich habe sie hier ausgesprochen,
weil ß, daß sich in Deutschland fuͤr unsere Afrikanische Armee stets eine Sympathie zu erkennen giebt, deren edelmuͤthige Aufrichtigkeit ich selbst zu wuͤrdigen Gelegenheit hatte. Warum auch die Wahrheit verhehlen? Frankreich koͤnnte nur dann ein Interesse dabei haben, wenn es sich des Kampfes, den es unter⸗ nommen, unwuͤrdig gezeigt, wenn es sich Schlaffheit und Furcht⸗ samkeit haͤtte zu Schulden kommen lassen. Dies ist, dem Him⸗ mel sey Dank, nicht der Fall; die tapferste Armee Europa’'s haͤtte dort nicht mehr thun koͤnnen, als unsere Afrikanische Armee gethan, und das Land hat, unter gewiß sehr schwierigen Umständen, nicht aufgehoͤrt, seinen energischen Willen dadurch zu erkennen zu geben, daß es mit jedem Jahre die Huͤlfsmittel an Menschen und Geld vermehrt, die zur Disposition des Kriegs⸗ Ministers gestellt werden, um die Herrschaft Frankreichs im Nor⸗ den von Afräka definitiv zu begruͤnden. Jetzt betraͤgt das spe⸗ zielle Budget von Algier mehr als 60,000 Mann und 60 Mil⸗ lionen Franken, also mehr als das Budaet fast aller der kleineren Staaten Europa's. Dies sagt Alles. Ich behaupte jedoch nicht daß wir gar keinen Fehler gemacht haben, und daß, wenn wir noch einmal von vorn anfangen koͤnnten, wir genau in dieselben Irrthuͤmer verfallen wuͤrden, wie bisher. Ich meinerseits glaube an Nie⸗ mandes Unfehlbarkeit, weder an die eines einzelnen Menschen, noch an die eines ganzen Volkes; aber ich glaube, daß wir kei⸗ nen Hauptfehler begangen, und da wir denn doch unser Blut und unser Geld hingeben mußten, weder um das Eine, noch das Andere gefeilscht haben. Wenn wir noch nicht weiter gekommen sind, so liegt dies an einer Menge von Hindernissen, die wir, trotz der unausgesetzten Energie unserer Angriffe, noch nicht alle zu uͤberwinden vermochten; es liegt an den bewundernswuͤrdigen Widerstande der Araber⸗Staͤmme, der, wenigstens in den Pro⸗ vinzen Oran und Algier, kein anderes Resultat haben wird, als vollstaäͤndigen Sieg, oder gaͤnzlichen Untergang, Zerstreuung oder allmaͤliges Zuruͤckdraͤngen der Araber nach der Wuͤste; es liegt endlich an dem sozialen Zustande des Landes, an der Natur des⸗ selben, die Alles gegen den Angriff und Alles fuͤr die Verthei⸗ digung gethan hat.
Erlauben Sie mir daher, Ihnen eine kurze Uebersicht von den Haupt⸗Schwierigkeiten zu geben, die bisher die Forschritte unserer Waffen aufgehalten haben und noch lange Zeit aufhalten werden. Es kann dies als eine Art Einleitung dienen und mir kuͤnftighin viele Wiederholungen ersparen. Also zur Sache.
Der moralische Zustand des Landes. Ich werde zuerst, aber nur um der Sache zu gedenken, jenen blinden Fa⸗ natismus erwaͤhnen, der allen muhammedanischen Voͤlkerschaften eigen ist. Aber der Fanatismus in Algerien hat etwas Eigen⸗ thuͤmliches, welches vielleicht die moralische Energie des Wider⸗ standes verdoppelt, den wir in diesem Lande finden. In der That stehen die Menschen, die man in Europa barbareskische Piraten nennt, bei ihren Glaubensgenossen in einem ganz beson⸗ deren Rufe des Muthes und der Heiligkeit. Bis zum Jahre 1830 glaͤnzten sie im Islam mit jenem ritterlichen Heiligenschein — dies ist das passende Wort, — den lange Zeit hindurch die Johanniter⸗Ritter von Jerusalem besaßen. Gleich diesen eskortir⸗ ten sie die Pilger, welche nach den heiligen Orten wallfahrteten, gleich diesen waren sie in bestaͤndigem Kampfe gegen die Unglaͤubigen. Waͤhrend der Halbmond durch Oesterreich und Rußland in der Tuͤrkei und in Persien, durch Frankreich in Aegypten, durch England in Indien gedemuͤthigt wurde, setzte das siegreiche Al⸗ gier den heiligen Krieg fort und zwang die meisten christlichen Staaten den erniedrigenden Tribut zu zahlen, den der Koran allen Unglaͤubigen auferlegt. So war Algier der Trost der mu⸗ selmaͤnnischen Welt, und der Ruhm seiner Reis oder Heerfuͤhrer war groß in allen dem Halbmond unterworfenen Laͤndern. Wenn die Muhamedaner auch noch nicht, wie wir, Journale haben, um die Neuigkeiten schnell zu verbreiten, so bieten ihnen doch ihre Lebensweise, ihr sozialer Zustand und die Gesetze ihrer Re⸗ ligion weit wirksamtere Verbindungs⸗ Mittel dar, als man auf den ersten Blick glauben moͤchte. Groͤßtentheils Nomaden und mit einer erstaunlichen Leichtigkeit der Ortsveraͤnderung begabt,
fuͤhren sie unzaͤhlige Heerden und ungeheure Karavanen von den
außersten Enden der Afrikanischen Wuͤste bis zu den Graͤnzen China's. Außerdem legt ihnen der Koran die Pflicht auf, we⸗ nigstens einmal in ihrem Leben die heilige Stadt Mekka zu be⸗ suchen und Burkardt zäaͤhlte daselbst im Jahre 1813 mehr als 30,000 Pilger, die von allen Theilen der muselmaͤnnischen Welt dort zusammengestroͤmt waren. Auf diese Weise verbreiteten sich die Neuigkeiten durch das Geschwaͤtz der Karavanen, in den Standlagern dieser Hirten, in den Bivouaks der Pilger, in den Basars und in den Moscheen zuweilen mit ungemeiner Schnelligkeit. Im Jahre 1812 erfuhr die Englische Regierung in Indien das Resultat der Schlacht an der Moskwa und den Brand von Moskau durch Karavanen lange vorher, ehe Europaͤische Schiffe ihr diese Nachricht uͤberbrachten. Hierdurch wird es begreiflich, wie der Ruhm von Algier sich in Afrika und Asien verbreitet hatte und wie derselbe in eben dem Maße stieg, als der Halb⸗ mond fast uͤberall dem Europaͤischen Genie unterlag. Dieser Ruhm war so fest begruͤndet, daß Muselmaͤnner in anderen Laͤndern ein religioͤses Werk zu thun glaubten, wenn sie dem Schatze der Stadt Algier ihr Vermoͤgen vermachten, wie ehemals fromme Christen den Commenden des Maltheser⸗Ordens. Alle diese Um⸗ staͤnde hatten in der Bevoͤlkerung von Algier eine Art von paint d'honneur und einen Christenhaß erzeugt, der dort mit einer Hef tigkeit und Energie auftritt, wie vielleicht in keinem anderen Lande des Islams. Ein Kriegslied, welches jetzt unter den Zelten der Staͤmme gesungen wird, und dessen Uebersetzung mir ein Offizier der Afrikanischen Armee uͤbersandt hat, erinnert mit eben so viel Stolz und Schmerz an die Zeit, wo der Ruhm von Algier ben Trost der Kinder des Propheten und den Schrecken der Unglaäu⸗ bigen bildete. Diese Poesie, voll von einer wilden Energie, 68 mit einem beredten Aufrufe zum Maͤrtyrerthum dessen die Glaͤu⸗ bigen theilhaftig werden wuͤrden, welche im 1 die Christen sterben. Der “ gegeben, er ist
rch ei Fr 1 ugel getöͤdtet . 8 s8. ag iseahe Svas d2s Landes. Wenn man im civi⸗ lisirten Europa Krieg fuͤhrt, so ist der Gewinn einiger Schlach⸗ ten und oft einer einzigen hinreichend, um der feindlichen Armee den Besitz einiger Staͤdte zu verschaffen, wo die Faͤden einer komplizir⸗ ten Verwaltungzusammenlaufen, wo sich die Interessen und Angelegen⸗ heiten einer Provinz konzentriren, wo sich eine große Anzahl von Verbindungsstraßen vereinigen, und der Besitz dieser Staͤdte reicht hin, um den Widerstand voͤllig aufzuheben. Dies ist namentlich dann der Fall, wenn es der feindlichen Armee gelungen ist, sich der Hauptstadt des Landes zu bemaͤchtigen, wo die Regierung ihren Sitz hat. Dann muß der Besiegte sich dem Gesetze des Staͤrkeren unterwerfen, denn außerdem, daß nunmehr sein Ver⸗ theidigungs⸗System nach solchen Niederlagen nur noch sehr ge⸗ ringe Resultate haben kann, ist der Sieger in der That Herr aller großen Interessen des Staats, Herr des Vermoͤgens Aller, Herr aller Mittel der organisirten Gewalt, und uͤberdies findet er auf dem Lande und in den Stͤdten Sieuerpflichtige, welche
ihm die Kriegskosten bezahlen muͤssen, Frohnpflichtige, die Lebens⸗ und Transport⸗Mittel liefern und Arbeiten verrichten muͤssen. In Afrika findet sich von dem Allen nichts. Die Einwohner kennen kaum die ersten Elemente einer regelmäͤßigen Verwaltung, sie sind groͤütentheils Nomaden. Wenn der Feind erscheint, ist „das Lager in einem Augenblick abgebrochen; Greise, Frauen und Kinder beladen die Lastthiere, treiben die Heerden, welche den eigentlichen Reichthum der Staͤmme bilden, vor sich her, waͤhrend die Krieger den Ruͤckzug decken und jeden Busch, jeden Felsen,
1 jede Schlucht benutzen, um den Marsch des Angreifenden aufzu⸗ halten und daturch den Ihrigen Zeit zu verschaffen, alle ihre Reich⸗
thuͤmer in Sicherheit zu bringen, dann verschwinden sie, ehe mand sich dessen versteht. Hier gewinnt man durch eine Schlacht nur⸗ das Schlachtfeld und einige Leichen, nichts weiter. Es giebt al⸗ lerdings auch einige Staͤdte in Algerien, aber sie sind von den verachteten Rassen der Juden und Mauren bewohnt, die in den Augen der Araber nichts repraͤsentiren. Welche Staͤdte, Algier
und Konstantine ausgenommen, haben sie gegen uns vertheidigt?
Keine. Abdel Kadel selbst ließ Mascara, Blida, Koleah, Me⸗
deah, Miliana in Brand stecken, als wir uns derselben bemaͤch⸗
tigen wollten; wir fanden nichts, als Ruinen, wo wir meisten⸗ theils nicht einmal unsere Garnisonen unterbringen konnten. Wenn es uns daher in der Provinz Konstantine besser gegluͤckt ist, als in den Provinzen Algier und Oran, so liegt dies darin, daß jenes Land weit mehr industrielle und kommerzielle Interessen hat, als die beiden anderen Provinzen; weil es eine weit groͤßere An⸗ zahl von Städten und in den zahlreichen Bergketten, die es nach allen Richtungen durchziehen, eine zahlreiche Bevoͤlkerung besitz
die durch ihre Doͤrfer, ihren Ackerbau und ihre Industrie an den Boden gekettet ist; weil die Bevoͤlkerung der Thaͤler eine ander Rasse ist, als die der Gebirge, mit der sie sich nicht vermisch
und die in zu engen Thaͤlern lebt, als daß das Nomaden’ Leben
sich dort haͤtte ausschließlich entwickeln koͤnnen, wie in der nu †
von Arabern bewohnten Ebene von Oran oder Algier; es lieg mit einem Worte darin, weil der Mensch in diesem Lande sei Familie, seine Huͤlfsmittel, Das, was ihm theuer ist, — nich so leicht fortschaffen kann. 9 Interessen beeintraͤchtigen, auch sind die Staͤmme im Allgemeinem treu, und in diesem Jahre haben mehrere den in Konstantinopel kommandirenden General ersucht, ihnen Soldaten anzuvertrauen, die sie mit der Europaͤischen Landwirthschaft bekannt machen koͤnnten. Die physische Beschaffenheit des Landes. Die Regentschaft Algier besteht bekanntlich aus der langen Kette des Atlas mit zwei schmalen Abfaͤllen gegen Norden und gegen Suͤ⸗ den. Daher fehlt es an einem großen Wasserlaufe, den wir zu einer guten Vertheidigungs⸗Linie machen koͤnnten; alle Fluͤsse in Algerien sind fast auf ihrem ganzen Laufe durchwatbar. Auch das Gebirge ist fuͤr uns, die wir bei allen unseren Expeditionen ein ungeheueres Material mitschleppen muͤssen, nur ein Hinder⸗ niß; fuͤr die Araber ist es ein Leichtes, das Gebirge zu passiren und taͤglich sehen wir sie mit ihren unermuͤdlichen Rostim Abhaͤnge im Galopp hinaufreiten, wo unsere Infanterie, die doch hinsichtlich des Marschirens und der Gewandtheit ihres Gleichen sucht, nur mit Muͤhe folgen kann. Was haben wir da zu hoffen, wenn wir mit so endlosen Zuͤgen von Gepaͤck operiren muͤssen? Die meteorologische Beschaffenheit des Landes ist uns nicht weniger unguͤnstig, denn sie macht jede große Operation unmoͤglich. Im Winter ist uns die strenge Kaͤlte im Wege, denn sobald wir unsere Kantonnements verlassen haben, sind unsere Truppen genoͤthigt⸗ alle Naͤchte unter freiem Himmel zuzubringen. Im Sommer macht die große Hitze unseren, nothwendig mit schwerem Gevpaͤck beladenen Soldaten jede Bewegung unmoͤglich. Der Anfang des Fruͤhlings und das Ende des Herbstes sind stets durch Regen von unglaublicher Heftigkeit und Dauer bezeichnet. Wehe der Expedition, die von dieser furchtbaren Suͤndfluth uͤberrascht wird! Ein Deutscher Offizier, der den zweiten Feldzug nach Konstantine mitmachte, erzaͤhlte mir, daß waͤhrend der vier Tage und vier Naͤchte, die der Ein⸗ nahme der Stadt vorhergingen, die Franzoͤsische Armee jener Plage ausgesetzt gewesen sey. Der Boden war so aufgeweicht,
daß die Soldaten, um zu schlafen, kein anderes Mittel sahen,
als das Bajonet von den Flinten abzunehmen, den Kolben gegen
die Erde und die Muͤndung gegen die Brust zu stemmen, um
auf diese Weise ihrem erschoͤpften Koͤrper einen Stuͤtzpunkt zu verschaffen, dessen Gleichgewicht jeden Augenblick gestoͤrt wurde, denn an Niederlegen auf den Boden war nicht zu denken, man wuͤrde buchstaͤblich im Schlamm ertrunken seyn. Als eine benach⸗ barte Anhoͤhe mit Kanonen besetzt werden sollte, waren zweihundert Pferde kaum im Stande eine einzige Kanone in dem Schlamm, worin sie versunken war, in Bewegung zu setzen. Damals spannten sich die Soldaten vor die Kanonen und unter Absingung von National⸗Liedern gelang es ihnen endlich, die Batterie aufzustellen. Freilich unter⸗ lag auch eine große Anzahl Soldaten den Anstrengungen. Es bleibt uns in der That zum Operiren nur die Zeit vom April
bis Ende Juni — im Zuli verlieren wir der Hitze wegen immer
viele Leute am Schlagflusse — und vom Anfange des Septem⸗ ber bis gegen die Mitte des Oktober. Wenn endlich das Klima
von Algier an sich sehr gesund ist, so sind es doch keinesweges esunder zu machen, bedarf es der Arbeit des Menschen, und diese mangelt voͤllig seit Die Ebenen und die Thaͤler, wo sich alle von den Bergen herabstroͤmenden Gewaͤsser sammeln, und fuͤr deren
alle Theile der Regentschaft. Um das Land Jahrhunderten.
Abfluß nicht gesorgt ist, sind daher durch Suͤmpfe verpestet und
erzeugen die unseren Soldaten so gefaͤhrlichen Fieber. Der Na⸗
tur uͤberlassen, bieten fast alle Gipfel des Atlas einen erschrecken⸗ den Anblick von Unfruchtbarkeit dar; ihre Erddecke ist in die Thaͤler hinabgespuͤlt, und sie gewaͤhren dem Soldaten kein Huͤlfsmittel irgend einer Art. Die Thaͤler sind uͤbrigens trotz ihrer unbestreitbaren und fuͤr den Soldaten oft ein noch ungesunderes Operations⸗Terrain, weil er da nicht einmal Holz findet. Verwuͤstet durch die Sorg⸗ losigkeit der Araber oder verbrannt, um als Duͤnger fuͤr ihre erbaͤrmliche Acker⸗Kultur 8 dienen, sind die Wäͤlder von dem Boden der Regentschaft fast verschwunden. Bei der Expedition nach Konstantine trug jeder Soldat, außer seinen Effekten, den fuͤnf Paketen Patronen und Lebensmitteln auf acht Tage, auf e. Tornister noch ein kleines Buͤndel Holz, um die Suppe zu Hierzu kommt noch, daß man, da es nirgends etwas 92 8 88 giebt, nothwendig fuͤr die ganze Dauer des Feldzugs i und alles fuͤr die Hospitaͤler Erforderliche mit⸗ . es 9 und da es nirgends Landstraßen und Wege giebt, deciie uns 49 dies ganze Material auf die kostbarste, umstaͤnd⸗ thier vern eise, naͤmlich auf dem Ruͤcken der Maul⸗ ies sind die großen Schwierigkei ie wi gkeiten, gegen die wir zu “ die anfaͤngliche Unbekanntschaft niit rechnen, die wir best „den Gebraͤuchen der Bevoͤlkerung zu egt hatten. Sie sehen, daß dies Alles uns noch eine lange Zeit des K 24 6 8a S in Aussicht stellt, eh es Kampfes und der Ausgaben aller Art „ehe wir befriedigende Resultate erlangen koͤn⸗
Dort koͤnnen wir jeden Augenblick die
sten Grund sehe, weshalb Jemand, seines Glaubensbekenntnisses wegen, von irgend einem buͤrgerlichen Amt ausgeschlossen werden sollte. „Das ehrenwerthe Mitglied“, sagte der Minister am Schluß seiner Rede, „wendet namentlich ein, daß die Juden, wenn man sie
feordern wuͤrden. sagen, was die Juden in Zukun maoͤchten; so viel aber weiß ich, daß, wenn sie alle andere Privi⸗
nen. Wir werden ohne Zweifel noch lange angegriffen und der Unfaͤhigkeit, zu kolonisiren, beschuldigt werden; aber wie langer Zeit bedurften nicht die Roͤmer von dem ersten Punischen Kriege bis auf Sylla, um ihre Herrschaft in Afrika definitiv zu befesti⸗ gen? Hatten sie, diese Meister in der Kolonisirung, zehn Jahre nach ihrem ersten Eroberungs⸗Versuch in diesem Lande, so viel gethan, wie wir seit 18307 (Schluß folgt)
Mittel gefunden haben wuͤrden, den Nachdruck zu sichern.
hre Wetke in Belgien gegen
Man spricht hier von einem neuen Projekt, eine Eisenbahn
von Dufsel uͤber Lierre, Tournhout, Roeremonde und Duͤsseldorf
anzulegen. — nehmens stellen, meinen, die Lieue werde nur
Zgganze Bahn nur 3 Mill. Fr. kosten.
Spitze des Unter⸗
ich an die sich 75,000 Fr., die
Die Herren, welche
Ueber den Stand der Eisenbahnen in Belgien sagt der Mi⸗
nister der oͤffentlichen Arbeiten in einem offiziellen Berichte: „Am
Parlaments⸗Verhandlungen. Unterhaus. Sitzung om 10. Maͤrz. Sir W. Rae zeigte an, daß er naͤchsten Montag um die Erlaubniß nachsuchen werde, eine Bill zur Er⸗ ichtung eines Monuments fuͤr Walter Scott zu Edinburg ein⸗ ringen zu duͤrfen. Herr Hutt will naͤchsten Dienstag darauf ntragen, das Haus solle erklaͤren, daß der Koͤnig von Daͤnemark nicht berechtigt sey, den Tarif der Sundzoͤlle, welche jetzt zu Hel⸗ singoͤr erhoben wuͤrden, beizubehalten, und daß die Sundzölle eine Revision erheischten, um Englands Handels⸗Verkehr mit den Ostsee⸗Haͤfen zu erleichtern. Hierauf entspann sich eine Debatte uͤber die zweite Lesung der Bill, wonach die Juden von dem Eide entbunden werden sollen, der bei der Uebernahme von staͤdti⸗ schen Aemtern abgelegt werden muß. Sir R. Inglis widersetzte sich dieser von Herrn Hawes eingebrachten Maßregel, Lord J. Russell aber bekämpfte die Einwendungen dieses Tory⸗ Mitgltedes aufs entschiedenste, indem er erklaͤrte, daß er zwar die Ausschließung von Bekennern einer anderen Religion von christ⸗ lichen Kirchenaͤmtern fuͤr angemessen halte, aber nicht den gering⸗
u Gemeinde⸗Aemtern zuließe, am Ende auch alle anderen Privilegien V ritischer Unterthanen und selbst die Zulassung ins Parlament Nun kann ich zwar keinesweges wissen oder 2 zu verlangen geneigt seyn legien fordern, ich ihr Gesuch unterstuͤtzen werde.“ (Großer Bei⸗ fall.) Bei der Abstimmung ergaben sich 137 Stimmen fuͤr, und 24 gegen die Bill, so daß dieselbe mit einer Majoritaͤt von 113 Stimmen zum zweitenmal verlesen wurde. Im Subsidien⸗Aus⸗ schuß wurden dann 8 Mill. Pfd. aus dem konsolidirten Fonds zur Deckung der ausgegebenen Schatzkammerscheine bewilligt. London, 11. Marz. Die „Times“ brachte gestern in einer zweiten Ausgabe ihres Blattes neue Nachrichten aus den Vereinigten Staaten (s. unten den Artikel von Nord⸗Amerika) unter der Ueberschrift „Krieg mit Amerika“; sie meldete, daß der Senat mit einer bedeutenden Majoritaͤt die Vertreibung der Eng⸗ laͤnder aus dem streitigen Gebiet beschlossen und erklaͤrt habe, dasselbe gehoͤre, kraft des Graͤnz⸗Traktats von 1783, unzweifel⸗ haft den Amerikanern; auch sollten Fonds und Streitkraͤfte der⸗ Union angewendet werden, um diese Maßregeln zu vollziehen.
wunderbaren Fruchtbarkeit
Es zeigt sich jedoch heute, daß das genannte Blatt vermuthli
im ersten Augenblick eine Resolution des Senats von Maine fuͤr einen Beschluß des Kongreß⸗Senats zu Washington gehalten hatte. Die heutigen Blaͤtter uͤberschreiben daher auch ihre ausfuͤhrlicheren Berichte aus Amerika nur „muthmaßlicher Krieg mit den Ver⸗ einigten Staaten“. An der Boͤrse waren diese Nachrichten heute
herab, da jedenfalls, welchen Ausgang die Sachen auch nehmen moͤgen, der Fruͤhjahrs⸗Handel zwischen den beiden Laͤndern durch den jetzigen gespannten Zustand sehr leiden duͤrfte, wozu noch
koͤmmt, daß die traurige Lage der Bank der Vereinigten Staaten
vermuthlich das ganze Jahr hindurch den Unternehmungsgeist in
Amerika laͤhmen wird. Die Tory⸗Blaͤtter wollen die Hoffnungen nicht theilen, welche die ministeriellen auf die Regierung des neuen Praͤsidenten der Vereinigten Staaten setzen, der am 4. Maͤrz sein Amt
angetreten haben muß; sie erinnern daran, daß selbst die Herren Web⸗
ster und Granger, welche als Mitglieder des neuen Kabinets und als sehr friedlich gesinnt bezeichnet werden, sich mit Hinsicht auf die Graͤnzfrage sehr entschieden gegen Großbritanien ausgespro⸗ (chen haͤtten, und daß dem Ersteren selbst in einer sehr kriegeri⸗ schen Versammlung zu Buffalo eine Danksagung fuͤr seine fruͤ⸗ here energische Vertheidigung der Amerikanischen Rechte in der Sache des Dampfboots „Caroline“ votirt worden sey. Das Ein⸗ zige, worauf die Tory⸗Blaͤtter noch einige Hoffnung auf Erhal⸗ tung des Friedens schoͤpfen, ist der schwache Vertheidigungs⸗
31. Dezember
29,561 Lieues, 14 Fr. 59 Cent.;
der allgemeine Gegenstand des Gesprachs und druͤckten die Fonds
1840 waren sowohl fuͤr die bereits befahrenen Sectionen und fuͤr das Transport⸗Material als fuͤr die im Bau begriffenen Abtheilungen im Ganzen 79,909,206 Fr. 98 Cent. ausgegeben. Am 1. Januar 1841 waren zur Vervollstaͤndigung des gesetzlich bestimmten Systems noch aufzuwenden: 1) fuͤr die voͤllige Beendigung der gegenwaͤrtig befahrenen Sectionen 3,334,000; 2) fuͤr die Vervollstaͤndigung des fuͤr das ganze System nothwendigen Materials 3,778,500; 3) fuͤr die im Bau begriffenen Sectionen 40,642,500, im Ganzen also
77,755,500 Fr. Während die Verwaltung sich bestrebte, den
Bau der Bahn im Innern des Landes thaͤtig zu betrei⸗ ben, versaͤumte sie auch nichts, um die Fortsetzung derselben auf den Fe en. Gebieten zu sichern. Die neuerliche Uebereinkunft
mit der Rheinischen Gesellschaft sichert die baldige Herstellung
einer Eisenbahn von dem Meer und Antwerpen an den Rhein, und gestattet Belgien, bei der Tarif⸗Bestimmung auf dem Preu⸗ ßischen Gebiete seine Stimme mit geltend zu machen. Das Bud⸗ get fuͤr 1840 bewilligte fuͤr die Eisenbahn im Ganzen 3,090,000 Fr., wovon die Betriebs⸗Kosten auf 13 Sectionen waͤhrend des ganzen Jahres und auf einer Section acht Monate hindurch gedeckt werden sollten. Dieselbe Summe war im vorhergehenden Jahr fuͤr eine weit beschroͤnktere Benutzung der Bahn bewilligt; es gelang jedoch, durch Ersparnisse aller Art, damit auszu reichen. In dem Central⸗Magazine zu Mechein und in den anderen Magazinen und Werkstaͤtten befanden sich uͤbri⸗ gens zu Ende des Jahres Materialien ꝛc. fuͤr eine bedeutende Summe. Die Betriebskosten haben bisher, seit sechs Jahren, bis 31. Dezember 1840, im Ganzen 10,626,477 Fr. betragen. Die Wagenzuͤge legten in derselben Zeit mehr als 640,000 Lieues zuruͤck, und der Durchschnittspreis eines Wagenzuges betrug dem⸗ nach fuͤr die Lieue 16 Fr. 55 Cent., wobei alle Unterhaltungs⸗ kosten der Bahn, des Materials, die allgemeinen Ausgaben, so
wie der Werth der bedeutenden Vorraͤthe mit inbegriffen sind.
Im Jahre 1836 wurden 10,074 Lieues uruͤckgelegt, und die Durchschnittskosten fuͤr die Lieue betrugen 8 Fr. 75 Cent.; 1836 1837 61,594 Lieues, 19 Fr. 32 Cent.; 1838 129,755 Lieues, 21 Fr. 23 Cent.; 1839 174,261 Licues, 17 Fr. 69 Cent.; 1840 236,221 Lieues, 12 Fr. 68 Cent.
Deutsche Bundesstaaten.
Detmold, 4. Marz. (Mind. Sonntagsbl) Wir koͤn⸗ en die angenehme Nachricht mittheilen, daß das Fuͤrstenthum Lippe sich fuͤr den Anschluß an den großen Deutschen Zoll⸗Ver⸗ band wirklich entschieden hat. 11“
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Der Landrath ertheilte seiner Gesandtschaf
—
Baselland. I1 hohe Gesandtschaft wird sich dahin aussprechen, daß der hiersei⸗ tige Stand zur Zeit sich nicht veranlaßt finde, uͤber die beruͤhrten Verhaͤltnisie im Kanton Aargau sich auszusprechen, bis die be⸗ theiligte Regierung zu unparthetischer und leidenschaftsloser Wuͤr⸗ digung einen aktenmaͤßigen Bericht vorgelegt haben wird. Es wird dieselbe dahin wirken, daß die uͤbrigen Mitstaͤnde dem Stande Aargau ebenfalls das ihm zustehende Vertheidigungsrecht unverkuͤmmert gewaͤhren und gegen ein allfaͤllig entgegenge⸗ setztes Verfahren als unbillig und reglementswidrig protestiren. 2) In Bezug auf die Intervention auswaͤrtiger Staaten oder Personen wird die h. Gesandtschaft unter Berufung auf die garantirte Sebststaͤndigkeit der Schweizerischen Eidgenossenschaft, jede derartige Einmischung in unsere inneren Angelegenheiten auf das bestimmteste von der Hand weisen. 3) Endlich wird die h. Gesandtschaft dahin wirken, daß die Staͤnde auf dem Wege der gegenseitigen Belehrung dahin gebracht werden, daß die vorlie⸗ gende Frage nicht zu einer Kollision zwischen den Eidgenossen fuͤhre, sondern die Ruhe und Eintracht fort und fort mehr be⸗ festigt werde. Saͤmmtliche drei Artikel wurden einstimmig ange⸗ nommen, und dann zum Gesandten Herr Landrath Steph. Gutz⸗ willer erwahlt. 8“
zustand der Vereinigten Staaten.
Aus Portsmouth wird unterm 6. Maͤrz gemeldet, die Kriegsschiffe „Indus“ und „Tweed“ seyen ausgelaufen, um sich nach Spithead zu begeben und dort weitere Befehle zu erwarten. Sie sollen nach Amerika bestimmt seyn. Aus Sherneß meldet man unterm Sten, daß die Kriegsschiffe „Monarch“ und „Ver⸗ non“ den Befehl erhalten haͤtten, sich zu verproviantiren und nach Spithead zu begeben. Es heißt, dieselben seyen ebenfalls nach Amerika bestimmt.
Einem in Alexandrien verbreiteten Geruͤcht zusolge, waͤre der jetzt dort befindliche Commodore Napier dazu bestimmt, das Kommando der Britischen Expedition in China zu uͤbernehmen.
Der in einer Versammlung saͤmmtlicher Actionaire der verei⸗ nigten Actien⸗Bank von London und Westminster erstattete Be⸗ richt lautet sehr guͤnstig, indem der reine Ertrag waͤhrend der 6 Jahre ihres Bestehens jedes Jahr sehr ansehnlich gestiegen ist; derselbe belief sich naäͤmlich im Jahre 1835 auf 8400, im Jahre 1836 auf 15,000, im Jahre 1837 auf 32,000, im Jahre 1838 auf 35,000, im Jahre 1839 auf 46,000, im Jahre 1840 auf 48,000 Pfd. St. Das Kapital der Bank betraͤgt gegenwaͤrtig nahe an 600,000 Pfd. St. und soll durch Ausgebung von 10,000 Reserve⸗Actien auf 800,000 Pfd. gesteigert werden.
Der Herzog von Wellington gab dieser Tage dem diploma⸗ tischen Corps ein glänzendes Diner, bei welchem bloß der Fran⸗ zoͤsische Geschaͤftstraͤger fehlte. 3
Niederlande.
Aus dem Haag, 12. Maͤrz. Hollaͤndischen Blaͤttern zu⸗ folge, ist der General List zum Posten eines General⸗Gouverneurs von Niederlaͤndisch⸗Indien bestimmt.
Belgien.
Bruͤssel, 13. Maͤrz. Die Franzöͤsische Schriftstellerin George Sand, oder vielmehr ein sie hier vertretender Buchhaͤndler, hat die hiesige Buchhandlung Haumann u. Comp. wegen Nach⸗ drucks verklagt. Der Buchhaͤndler Jamar zeigt naäͤmlich einen Vertrag vor, wonach ihm George Sand von ihrem letzten Buche „Le Cömpagnon du Tour de Franceë das Verlagsrecht fuͤr Bel⸗ gien verkauft hat und klagt nun gegen Haumann u. Comp., die diesen Roman nachgedruckt haben. Man ist begierig auf die ge⸗ richtliche Entscheidung, da, wenn diese zu Gunsten der Kläͤgerin
wohnten. hatte zuerst das Wort, und legte freimuͤthig die mißliche Lage
ausfaͤllt, die Franzöoͤsischen Schriftsteller nunmehr ein leichtes
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. Spaniteee Madrid, 4. Maͤrz. Im Palaste ist unter dem Vorsitze
des Herzogs von Vitoria ein großer Ministerrath gehalten wor⸗
den, welchem alle Chefs des Finanz⸗Ministeriums, so wie der fruͤhere Finanz⸗Minister, Don Joseph Alvarez Mendizabal, bei⸗ Der gegenwaͤtige Finanz⸗Minister, Herr Gamboa,
des Schatzes dar; die Armee verschlinge die wenigen Fonds, die man zur Disposition habe; nichts desto weniger sey es un⸗
ter den gegenwaͤrtigen Umstaͤnden unerlaͤßlich, die Armee auf
dem Fuße, auf dem sie sich befinde, aufrecht zu erhalten; man koͤnne nicht daran denken, sie zu verringern; alle bis jetzt gemachten Schritte, um ein Anlehen zu kon⸗ trahiren, seyen fruchtlos geblieben; es werde unmoöͤglich seyn, ein Anlehen zu Stande zu bringen, so lange man sich nicht dazu entschließen werde, mit der Englischen Regierung den auf die Einfuhr der Baumwollen⸗Waaren der Britischen Fabriken bezuͤglichen Vertrag einzugehen. Herr Mendizabal soll diese Pro⸗
position unterstuͤtzt haben. Ein anderes Mitglied bemerkte, die
Nation köoͤnne 40 bis 50 Millionen Realen jaͤhrlich sparen, wenn man die Corps der Carabiniers und Kuͤstenwaͤchter aufhebe, deren Dienst durch die Armee versehen werden koͤnne. Es wurde in dieser Sitzung jedoch kein definitiver Beschluß gefaßt.
Die Regierung soll beunruhigende Nachrichten uͤber den Zustand von Valencia, Castellon de la Plana, Alicante und Mur⸗ cia erhalten haben, wo wegen Aufhebung der patriotischen Ver⸗ eine ernstliche Unruhen auszubrechen drohten. Die in Ocaña 1 .g Truppen haben Befehl erhalten, sich Valencia zu n
Aegypten.
Alexandrien, 24. Febr. (Times.) Die Bestimmung des Hattischeriss uͤber die Vererbung des Paschaliks ees wird vom Pascha fuͤr die unertraͤglichste von allen ECW- gehalten. Er hat dem Commodore Napier affen 8978. micht sich einer solchen Einmischung in seine voterltch⸗ 8* Fas. ee. unterwerfen und in eine Anordnung nicht eenr s ber offenbar nur das Mittel seyn wuͤrde, Zwletrachn der Marine⸗ seinen Nachkommen auszusen. Der Senhr midersetzt haben und Handels⸗Kommissarien soll er sich nichs sehf no aepartemnente besonders da diese Zweige doch fortan als Britische Den
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folgende Instruction fuͤr die außerordentliche Tagsatzung: „Die