1841 / 81 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Soldaten in diesem Sinne

tet, damit ihr euren ver⸗

2. v“

Stralsund, 12. Maͤrz. Vei der Civil⸗Bevoͤlkerung des hiesigen Regierungs⸗Bezirks sind im verflossenen Jahre 5995 Kinder geboren und 4198 Menschen gestorben, also 1797

mehr geboren als gestorben, wodurch eine Vermehrung der Be⸗ vöͤlkerung von etwas uͤber 1 pCt. stattgefunden hat. Unter den Geborenen befanden sich 594 uneheliche Kinder, mithin unter 10 nur 1 uneheliches. Die Zahl der Getrauten war 1393 Paar. Durch Ungluͤcksfaͤlle kamen 80 Personen und durch Selbstmord 39 ums Leben. Das Alter von 90 Jahren und daruͤber erreichten 19 Personen. Mehrgeburten und zwar nur Zwillings⸗Geburten kamen 71 vor. Die Summe aller Einwohner vach der Zählung von 1840 betrug 168,523.

Chͤslin, 12. März. Im Jahre 1840 sind im hie⸗ sigen Regierungs⸗Bezirk 16,057 Kinder geboren und 10,688 Menschen gestorben, mithin 5369 mehr geboren als gestorben. Ungefaͤhr das 15te Kind war ein uneheliches. Es kamen 155 Zwillings⸗Geburten und eine Drillings⸗Geburt vor. Unter den Gestorbenen erreichten 50 Personen ein Alter uͤber 90 Jahre, 23 endigten ihr Leben freiwillig und 95 kamen durch allerhand Ungluͤcksfaälle um. Getraut wurden 3353 Paare. Die am Schlusse des Jahres erfolgte Zaͤhlung hat eine Volksmenge von 388,174 Personen ergeben.

Besehle und strenge Ermahnungen ertheilet.....

General⸗Lieutenant J. P. P. Beier. (Nekrolog.)

Am 25. Januar c. verstarb zu Lilienthal bei Bresl⸗ General⸗Lieutenant a. D., Herr Beier. Er gehoͤrte zu den sel⸗ tenen Maͤnnern, deren Verstandesklarheit, Geistesanlagen und Befaͤhigung uͤberhaupt, die Erreichung eines Standpunktes be⸗ gruͤnden, den die Geburtsverhaͤltnisse nicht erwarten ließen. Wohl mag es den Zeitgenossen geziemen, einen Blick auf das Leben eines so ehrenhaften Mannes zu werfen und dessen Andenken der Nachwelt aufzubewahren. . 8

Johann Peter Paul Beier war am 15. Juni 1769 zu Loslau in Ober⸗Schlesien geboren; sein Vater, Unteroffizier im braunen Husaren Regiment von Wolfradt, stammte aus Boͤh⸗ men, seine Mutter, eine geborne Guth, von armen Aeltern aus Schlesien. In der Garnisonschule seines Geburtsortes empfing er den ersten Unterricht, dann schickte ihn sein Vater in die Stadt⸗ schule zu Leobschuͤtz, wo er gute Fortschritte machte und nament⸗ lich durch den Umgang mit einem toleranten katholischen Kaplan in seinem Streben, sich durch Kenntnisse auszuzeichnen, lebhafte Nahrung fand und sogar Neigung zeigte, sich spaͤter dem geist⸗ lichen Stande zu widmen. In Gemaäͤßheit der damaligen Ein⸗ richtungen mußte er als Soldatensohn jedoch schon im dreizehn⸗ ten Lebensjahre in das Regiment, dem sein Vater angehoͤrte, eintreten. Dies geschah im April 1782 in der Eskadron des Oberst von Froreich, welche in Beuthen in Ober⸗Schlesien in Garnison stand. Genannter Oberst erkannte in Beier bald den wißbegierigen talentvollen Knaben, gewann ihn lieb, ließ ihn in der Musik, zu der er besondere Neigung zeigte, unterrichten, auch die Garnisonschule fortgesetzt besuchen und machte ihn nach kur⸗ zer Zeit zum Trompeter seiner Eskadron.

Die Entdeckung der sehr schoͤnen Handschrift, die sich Beier zu eigen gemacht hatte, gab Veranlassung, ihn bald nebenbei als Schreiber zu beschaͤftigen, welchen an sich geringfuͤgigen Umstand wir als die Basis seiner spaͤteren Carriere ansehen koͤnnen. In den Maaß⸗ und Stamm⸗Rollen des Regiments, erscheint er in⸗ deß noch im Jahre 1792 als Trompeter aufgefuͤhrt und nahm als solcher auch an dem Feldzuge nach dem Rhein Theil. Waͤh⸗ rend desselben (1792 bis 1794) fand Beier mehrfache Gelegen⸗ heit, sich durch Tapferkeit und Besonnenheit auszuzeichnen, und zum Lohn wurde er schnell zum Unteroffizier, Quarnermeister und achtmeister befoͤrdert. Schon in dieser Zeit beabsichtigten seine Oberen, ihn zum Offtzier vorzuschlagen, wenn ihm nicht der Mangel an den zur Equipage noͤthigen Mitteln dabei im Wege gestanden haͤtte. Sein wohlwollender Regiments⸗Chef, General von Wolfrodt uͤbernahm es, ihn damit auszustatten und so wurde Beier am 6. Januar 1796 zum Kornet und soaleich auch zum Adjutanten des Regiments ernannt. In diesem Verhaͤltniß wußte er sich durch bescheidenes, sittsames und gefaͤlliges Betragen so⸗ wohl allgemein als auch speziell bei dem neuen Chef des Re⸗ giments, General Schimmelpfennig von der Oye, beliebt zu

machen. 3 Die fehlgeschlagene Hoffnung sich durch einen Ehebund mehr an seine Garnisonstadt Gleiwitz zu fesseln, und die Aussicht bei dem neu errichteten Bataillon Towarezycz schneller zu avanciren, ließen Beier seine Versetzung zu demselben beantragen. Im Maͤrz 1800 trat er als Sekonde Lieutenant in dieses Corps ein. Auch hier erwarb er sich bald die Achtung und Zufriedenheit seiner Chefs, der Generale von Guͤnther und von L'Estog. Auf Ver⸗ anlassung dieser Maͤnner besuchte er die Militair⸗Schule zu Koͤ⸗ nigsberg in den Jahren 1803 bis 1805; mit welchem befriedi⸗ genden Erfolge, das haben seine spaͤteren Leistungen und mehrere euͤchtige Ausarbeitungen, die sich in seinem Nachlasse fanden, dar⸗ gethan. Im Jahre 1806 wurde er Premier⸗Lieutenant, 1807 Stabs⸗Rittmeister. In den Feldzuͤgen dieser beiden Jahre zeich⸗ nete er sich durch geschickte Fuͤhrung eines detaschirten Komman⸗ dos ruͤhmlich aus, wohnte den Affairen bei Waltersdorf, Brauns⸗ berg und Koͤnigsberg bei, und wurde mit dem Orden beur le merite begluͤckt. Nach Versetzung in verschiedene Uhlanen⸗Regi⸗ menter bekam Beier 1809 im West⸗Preußischem Uhlanen⸗Negi⸗ ment eine Eskadron, avancirte 1812 zum Major, 1814 zum Com⸗ mandeur dieses Regiments und noch in demselben Jahre zum Oberst⸗ Lieutenant. In den glorreichen Feldzuͤgen 181 9⁄14 nahm er mit Aus⸗ zeichnung Theil an den Schlachten und Gefechten von Groß⸗ Goͤrschen, Groß⸗Beeren, Thießen, Waltersdorf bei Zahna, Den⸗ newitz, Leipzig, Wesel, und an der Einnahme von Herzogenbusch, Lille, Soissons. Bei Groß⸗Goͤrschen trug er eine schwere Verwun⸗ dung davon, erwarb sich aber auch das eiserne Kreuz zweiter Klasse, bei Groß⸗Beeren das eiserne Kreug erster Klasse und den St. Annen⸗Orden zweiter Klasse. Im Jahre 1815 fuͤhrte er sein Regiment in die Schlacht von Belle⸗Alliance, in deren Verlauf er die Fuͤhrung der Brigade des ruͤhmlich gefallenen Hberst von Thuͤmen uͤbernahm. 8 Seine Ernennung Fs interimistischen Brigade⸗Commandeur erfolgte am 30. Juni 1815; im Oktober desselben Jahres empfing er den Orden pour le mérite mit Eichenlaub und wurde zum Oberst befoͤrdert. 1817 ging er als wirklicher Brigade⸗Comman⸗ deur nach Peosen. Mit Ruͤcksicht auf seine besondere Kenntniß des Pferdes und seine uͤbrige Qualification zu einem so tige

erhielt Beier im, Jahre 1818 den Auftrag, die Leitung des neu eingerichteten kominissarischen Remonte⸗Ankaufs im Inlande zu uͤbernehmen. Die befriedigende Ausfuͤhrung dieses Auftrages veranlaßte in den folgenden Jahren dessen Wiederholung. In⸗ zwischen wurde Beier im Jahre 1819 auch zum Praͤses der Exa⸗ minations⸗Kommission fuͤr Port⸗d'Epée⸗Faͤhnrichs bei der Lten und 10ten Division ernannt. Im Jahre 1820 wurde er, nach Abgabe des Brigade⸗Kommando's, ausschließlich fuͤr das Remonte⸗ Geschäft bestimmt und 1822 unter Allerhöͤchster Anerkennung sei⸗ ner Verdienste um diese Parthie, zum Inspecteur des Remonte⸗ wesens ernannt; 1823 auch zum General⸗Major befoͤr⸗ dert. Als anderweite Zeichen der Allerhoͤchsten Zufrieden⸗ heit mit seinen Dienstleistungen empfing er 1820 den Ro⸗ then Adler⸗Orden dritter Klasse, 1825 den zweiter Klasse mit Eichenlaub und 1832 bei Gelegenheit seines funfzigjaͤhrigen Dienst⸗Jubilaͤums den Stern zur zweiten Klasse desselben Or⸗ dens. In der Ueberzeugung, daß sein Koͤrper die mit seiner Stellung verbundenen großen Anstrengungen nicht mehr lange zu ertragen im Stande seyn wuͤrde, suchte er zu Ende des Jahres 1835 seine Entlassung nach, weiche ihm auch unter Ernennung zum General⸗Lieutenant huldreichst gewaͤhrt wurde.

So wie als Krieger im Felde, zeichnete der Verstorbene sich auch bei Ausuͤbung der ihm 18 Jahre lang uͤbertragen gewese⸗ nen friedlichen Functionen ruͤhmlich aus. Er uͤbte auf die Ent⸗ wickelung und regelmaͤßige Gestaltung des Remontewesens, wel⸗ ches die Armee mit besseren Pferden versorgte und dem Lande die vormals ins Ausland gegangenen Summen vollstaͤndig er⸗ hielt, den bedeutendsten Einfluß aus. Viele zweckmaͤßige Ein⸗ richtungen bei diesem Verwaltungszweige sind ihm zu verdanken. Mit der strengen Wahrung der militairischen und finanziellen Interessen, wußte er zugleich auf humane Weise die Zufrieden⸗

gen seine Untergebenen.

stellung der Produzenten zu verbinden. Bei dem Abmarsch des ersten Ulanen⸗Regiments aus Bonn (1817), wo dasselbe unter B's. Kommando seit dem Friedensschlusse in Garnison gestanden, empfing er ein herzliches Dankschreiben des Magistrats fuͤr die von ihm bewiesene Humanitat und stets erhaltene musterhafte Mannszucht. Eben so gingen ihm bei Gelegenheit seines Dienst⸗ Jubiläums und bei seinem Ausscheiden aus dem Sraatsdienste zahlreiche Beweise der Anerkennung von Cerporationen, von sämmtlichen Beamten seiner Partie und von sehr vielen Einzel⸗ nen zu.

Streng im Dienst, war er außer demselben wohlwollend, theilnehmend und liebenswuͤrdig gegen Jedermann, besonders ge⸗ Diese, so wie seine zahlreichen Freunde, unter denen einige Jugendgefaͤhrten ihm vorzuͤglich werth waren, verehrten ihn mit der innigsten Liebe. Ganz im Stillen reichte er vielen Beduͤrftigen im reichen Maße die helfende Hand. Das ihm fruͤher versagte Gluͤck des ehelichen Lebens, suchte er noch in den spaͤteren Jahren. Er fand es in der 1825 ge⸗ schlossenen Verbindung mit der verwittweten Freiin von Koͤnigsegg, geborne von Berge, eine Frau von ausgezeichnet edlem, den sei⸗ nigen richtig erfassenden Charakter. Um ihr einen angenehmen Aufenthalt und sich selbst fuͤr den Lebensabend im Kreise der Seinigen einen ansprechenden Ruhepunkt zu verschaffen, kaufte er das Gut Lilienthal bei Breslau und erbaute dort nach ihrem und seinem Geschmack ein schoͤnes und bequemes Wohnhaus. Viel zu fruͤh (1832) entriß der Tod ihm die treffliche Gattin, die ihm eine dreijahrige Tochter und die Sorge fuͤr deren Erzie⸗ hung hinterließ. Gleich nach dem Ruͤcktritt aus dem Staats⸗ dienst, begab der General⸗Lieutenant Beier sich auf sein Gut und lebte dort, in der Naͤhe treuer Freunde, sich mit Musik und dem Studium Deutscher Literatur beschaͤftigend, still bis an sein Ende. Wiederholte Schlaganfaͤlle, denen seine sonst kraͤftige Koͤrper⸗Con⸗ stitution mehrfach widerstand, fuͤhrten durch eine Lungenlaͤhmung, nach vielen Leiden und dreiwoͤchentlichem Krankenlager, am 25. Januar c. seinen Tod herbei.

Wissenschaft, Kunst und Literatur.

Berlin. Die hiesige Sing⸗Akademie hat den Komponisten der Russischen National⸗Hvmne „Gott sev des Kaisers Schutz“, Oberst Lwoff, in Anerkennung seiner Verdienste um die Instrumental, und Vokal⸗Musik, zu ihrem Ehren⸗Mitgliede ernannt. Mexis Lwoff, Adju⸗ tant des Kaisers von Rußland und Direktor der Kaiserlichen Kirchen⸗ Kapelle zu St. Petersburg, hat sich durch die Instrumentirung des Pergoleseschen Srabat mater, welches er zugleich min Chören verstärkte so wie durch Compesition von Motetten und mehreren Phantasieen über Russische Nattonal⸗Thema's für die Violine, denen Lipinski auch in Deutschland Anerkennung verschaffte, und durch sein ausgezeichnetes Quartettspiel als Violinist einen ehrenvollen Rang unter den Kompe⸗ nisten und Virtuosen der Gegenwart erworben.

Berlin. In der Versammlung des wissenschaftlichen Kunst⸗ Vereins am jdten d. hielt der Architekturen⸗ und Landschafts⸗Maler, Herr C. Rundt, einen Vortrag über die Werke der beiden Sicialini⸗ schen Maler Crescenzio da Palermo und Pietro Novelli. Er legte der Gesellschaft eine Auswahl seiner eigenen Sicilianischen Stu⸗ dien vor, unter denen diesmal die Begräbniß⸗Kapelle der Könige Si⸗ ciliens die Ausmerksamkeit ganz besonders in Anspruch nahm, da Herr Rundt nicht allein architektonische Ansichten davon aufgenommen, sondern auch einzelne Verzierungen und Inschriften mittheilte.

Der Landschafts⸗Maler Labhart aus Schaffhausen, welcher den Freunden Schweizerischer Gegenden schöne Erinnerungs⸗Blätter nach Berlin gebracht hat, legte dem Verein eine Auswahl seiner Arbeiten vor, in denen durch die Vereinigung der Guache⸗ und Dachfarben⸗ Malerei gute Effekte erreicht werden.

Ein Brief aus Neapel, durch Professor Zahn mitgetheilt, enthielt folgende interessante Nachrichten über dortige neueste Ausgrabungen:

„Bei Salerno sind kürzlich mehrere schöne Bronzen gefunden wor⸗ den, Unter denen sich eine Venus und eine Zieze besonders auszeich⸗ nen, die Königl. Regierung hat dieselben fuͤr das Museo Barbonico angekauft.“ 8

1 Bei Puzzolt ist ein Grabmal aufgefunden, mit einer schönen Glas⸗ Vase mit zwei Henkeln und Deckel, nebst zwei Lagrimatoji und viele Goldfäden von Fransen (Frangie). Vor einiger Zeit ist bei Torre del Greco, wo in alter Zeit auch eine kleine Ortschaft war, welche ebenfalls im Jahre 79 nach Christi Geburt gleichzeitig mit Pompeji, Herkulanum, Stabiae, Oplontis, Taurania und Teglana verschüttet wurde, ein schö⸗ ner Mosatk⸗Fußboden gefunden worden; außerdem hat der Priester, der Eigenthümer dieses Terrains, mehrere Ausgrabungen gemacht, wo⸗ bei er in ein Haus gekommen, wo noch die Beschläge von Bronze und Eisen der Thüre erhalten, und in demselben viele schön gearbeitete Stücke von Clfenbein, von Stühlen und Betten vorgefunden; man wird hier die Ausgrabungen fortsetzen.“ 8

Von dem Prachtwerke: „das Huldigungs⸗Fest der Ritter⸗ schaft der Provinz Brandenburg am 18. Oktober in ein hatte der Kunsthändler Sachse, einige Probedrucke nach ven Zeich⸗ nungen von Hopfgarten und C. Schu 8 gegg Anzahl der eingegangenen Bestellungen auf kolorirte 5 M e hat die Versendung der ersten Lieferung dieses, die I. 8 8* der vaterländ. schen Geschichte in einem „hist orischen Bildersaale darstellenden Werkes bisher noch verzögert. ö

————

Dauer der Eisenbahn⸗Fahrten

1““

am

19. März.

A

Berlin.

bgang von

Abgang von Potsdam.

Um 8 ½

11 ½ 1 7

6 10

Uhr Morgens.

Uhr Morgens.. Vormitt... Nachmitt..

Abends . 5

Vormitt... Nachmitt.. . Abends...

40 41 40. 55

Zeitdauer .M.

430

1841.

19. März.

Meteorologische Beobachtungen. Morgens Nachmitlags Abends Nach einmaliger 6 Uhr. 2 Uhl. 10 Uhr. Beobachtunga.

Luftdruck.

Luftwarme Thaupunkt

Dunstsättigung Wetter.

Wind . Wolkenzug

Jaolamittel: 326 44“ Nar.

336,02“ Par. + 2 90 R. + 1,0 ° R. 81 „Ct. nebilg. S.

336 31“‧Per. + 11 90 R. 65 vECe. heite..

S. S. 65 R. 390 N. 74 Ct. S

335,01"“„Par. v 519 8h. + 32* R. 77 vCt. heiter. S.

Quellwärme 6,5 9 R. Flußwarme 190 R. Bodenwarme 1 40 R. Ausdünstung 0,0232“ Rh. Niederschlag 0.

29⁰.

Börsc. 1841.

Berlince⸗ Den 20. Marz

Warmewechsel †. 12,60

eStaals-⸗Zeitun

Amtl. Nachr.

Landtags⸗Angelegenheiten. Begründung des Entwurfs der Ver⸗ Sennan über Wiedereinführung der Legitimations⸗Atteste beim Pferde⸗ Handel.

Frankr. Pairs⸗Kammer. Bericht des Herrn von Mounier über den Gesetz⸗Entwurf in Betreff der Befestigung von Paris. Paris.

Ur. Cour.

Pr. Cour. S neüe-r. “73,;9.

Briet. 1 Celd

St. Schuld

Pr. Eugl. Obl. 30. Präm. Sch.d. Seeh Schuldv. Schuldv. Stadt-Obl. Daunz. do. in Th. Westp. Psandhr. 31 Grofsh. Poz. do. Ostpr. Pfandbr. do. Kur- u. Neum. do. ¹ Schlesische do.

Kurm. Neum. Berl.

Ponun.

Coup. und Sch. d. K

„Sch. 1033 10005⁄1 81 ⁄2 10123 1012⁄3 103 ½ 48

10112 100512 1017s 103

103 ½

Actien.

Uiecl. Pots. Eiseuh. 120 14 17, do. Prior. Act. 44 102 ⁄½ u d. Lpz. Eisenb. 113 ½ 10. do. yrior. Act. 4 102 Berl. Auh. Eisenb. 106⁄½ 13, dv. Prior. Act. 102 —1½

„14- al marco ANone Dukaten Fciedrichsd'or And. CGoldmün- zeu à 5 Th.

Disconto

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Pr. Cour. Thlr. zu 30 Spr. Brief.*yw(eld.

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Amsterdam do IIamburg.

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Wien in 20 Xr. ..

Augsburg-

Breslau. Leipzig WZ... Frankfurt a. MN. W2Z2.

Petersburg

Fl. Fl. Mk. Mk. L.St.

Kurz

2 Me. Kurz Mt. Mt. Mt. Mt. Mt. Mt. Tage it Woch.

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T 99, ¼½ 100⁄4 1 11112

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Niederl. wirkl. Schuld 507⁄μ. b % do. 977⁄¶.

Spuan. 21 ⁄⁄1. 2 .2 2 8 Präm. Sch. —.

90 50⁄%

Auswürtigage Börsen Amsterdam, 16. März. Passive 515⁄116 Ausg. —. Zinsl. —. Preuvs. Pol. 1271⁄à2. Oesiwwr 103 5 ⁄¶ͤ.

Autwerpen, 15. März.

Zinsl. 6. Neue Anl. 21 ½¼.

Oesterr. 5 %, Met. 106 ¼ G. 4 % 98 24

0 1 % 2

500

1 Fl.

Frankfurt a. M., 16. März. 1 4. 2 % ½ %, 56 Br. Bank-Act. 1954 Br. Pa tial-Obl. —. Loose zu

(2* Br. Loose zu 100 Fl. Preuss. Prüiim.

134 %

Sch. 81 ⅛¼ (CC. do. % Aul. 101 ¾ Br. Poln. Loose 71 G. 5 %

Spuan. Aul. 22 ⁄. Eisenbahn-Actien.

223;

229/4.

2 ½ % Holl. 49 ⁄¶. 499/16 St. Germain 710 G. Versailles rech-

tes Ufer 390 G. do linkes 300 G. München-Augsburg 86 ½ G. Siruss-

burg-Basel 245 Br. Leipzig-Dresden 100 ¾ Br. Köln-Aachen 93 ¾ G. Bank-Actien 1600 G. 8

Cons. 3 %, 87 ⅛. Ausg. Sc 3⁰% 18 ½ . 27 ½. Peru 161½.

5 %

Neapl. au compt. 102. 20. 5 % Spau. Rente

Port. —.

Lond. 3 Met. 3813⁄19. 300 Fl. —.

5 %,

Bank Actien 1633.

Hlamburg, 18. Murz.

Engl Kuss. 1003⁄/3.

Loundon. 13. März.

z. Hel Neue Aul. 23 ⁄½. Passive 5 ¾- h. 12 ⅛. 2 ½ %, Holl. 50 ¼. 5 % 99 ¼. 5 % l'ort. 30³¼. Eugl. Russ. —. Bras. 71. Columb. 22 ½¼. Mex. Chili —.

Paris. 15. Mürz.

111. 25 3 % Kente fin cour. 77. 5 5 % 24 ½. Passive 5 ⁄1. 3 %

Rente fin cour

Petersburg, 12. März. Hlamb. 345 1. Paris 405. do. 500 Fl. 73 ½. do. 200 Fl. 261,2. Wien, 15. Mürz. 4 % 98 %f 3 % 1“ 2 ⁄½ % n Anl. de 1837 135 ½. de 1839 113.

Poln. à Par.

Met. 107. 1-279o

Sonntag, 21. Schwank in 1 Akt, vill's, von A. Cosmar. den, choregraphisches und musikalisches Intermezzo in

und 4

Koͤnialiche Schauspiele.

Maͤrz. Im Opernhause; Eine Treppe hoͤher,

mit Benutzung eines Franzoͤsischen Vaude⸗

Hierauf, auf Befehl: Die Hamadrya⸗

2 Abtd. Musik

Gemälden, von Colombey und P. Taglioni.

von A. Adam. Im Schauspielhause: Die Ahnfrau, Trauerspiel in 5 Abth,

von Grillparzer. (Dlle. Montag,

staͤbliche

Hierauf: in 4 Abth., Dienstag, 23. Maͤrz.

Genehm

aus Veranlassung ihres 50 jaͤhrigen Jubilaͤums: Dorothea, idyllisches Familien⸗Gemaͤlde

Gedicht,

sches Ballet in 1 Akt,

H. Erck: Bertha.) 22. Mäaͤrz. Im Schauspielhause: Auslegung der Gesetze, Lustspiel in 1 Akt, von Broͤmel. Zum Ernst und Humor, Luste piel von Bauernfeld. Im Opernhause: Mit Allerhoͤchster der K. Schauspielerin Madam Wolff, Herrmann und 89 4 ea,n nach Goethe's ) Hierauf: as Jubilzum, militairi⸗ 18 Zegte 8. Balletmeister Hoguet 1

Die buch⸗

iguna, als Benefiz

Im Schauspieihause: Iphigenia in Tauris, große Oper in

4 Abth.,

Sonntag, 21. Maͤrz. Zum 25sten Male: Frauen im Told. Kontag, 22. Maͤrz. drea. Romantische Oper in 3 Akten, von vom Kapellmeister Franz Glaͤser. (Herr Wild, K. sänger zu Wien: Andrea, als Gast.)

Fran

Musik von Gluck.

tisches Theater. Die s klimmen Serail. Zauberposse mit Gesang in 2 Arten, von Musik vom Kapellmeister Proch. Zum erstenmale wiederholt: An⸗ C. P. Berger. Musik K. Hof⸗Opern⸗

mit Tanz. Koͤnigsstäaͤd

Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.

Enanenen

Gedruckt bei A. W. er.

19 6

6 183,

995⁄

anz-Bill. 227, 16-

Verschiedenes über die orientalischen Angelegenheiten. Lamar⸗ tines Bericht über das literarische Eigenthum, vorzüglich in Betreff Vermischtes. Privatbrief: *Paris. Ver⸗ mischtes.

Großbr. u. Irl. London. Zeitpunkt der aus Washington zu er⸗ wartenden Antwort. Orientalische Frage. Verwerfung des An⸗ trags gegen das kathol. Seminar zu Montreal. Admiral Elliot's Nachfolger. Handels⸗Traktat zwischen Portugal und den Vereinig⸗ ten Staaten und Portugiesische nleihe.

Niederl. Haag. Neue Ersparnisse bei der Armee.

Deutsche Bundesst. Fulda. Bonifacius⸗Monument. Karlsruhe.

Schweiz. Ueber die Instructions⸗Ertheilungen.

Italien. Neapel. Berichte aus Sicilien.

Span. Madrid. Gamboa und Ferrer. Weitere Gerüchte über Ministerwechsel. Vermischtes.

Griech. Athen. Die Ernenn. Maurokordato's zum Min. des Ausw. Griechische Sympathieen mit Kandien.

Mexiko. Finanzen. Vorschlag zur Errichtung einer constitutionel⸗ len Monarchie. nland. Trier. Schenkung. iss., K. u. L. Berlin. Konzert zu wohlthätigem Zwecke. Geschichte des Hospitals St. Cyriaci zu Halle von F. A. Eckstein.

Amtliche Nachrichten.

Kronik dagges.

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Gutsbesitzer von Behr⸗ Negendanck auf Passow in Mecklenburg, in Gefolge der Zu⸗ sicherung Allerhoͤchstihres in Gott ruhenden Herrn Vaters, des Koͤnigs Majestaͤt, den St. Johanniter⸗Orden zu verleihen geruht.

Wie derholte Anzeige.

Die Koͤnigliche Akademie der Kuͤnste wird in diesem Jahre eine oͤffentliche Preisbewerbung in der Bildhauerei veranstalten, und ladet alle ven, so wie die Eleven der Kunst⸗Akademie zu Duͤsseldorf, zur Theilnahme an derselben hierdurch ein. Um zugelassen zu wer⸗ den, muß man entweder die Medaille im Aktsaale der kademie ewonnen haben, oder ein Zeugniß von dem Direktor der Kunst⸗ ademie zu Duͤsseldorf oder von einem anderen ordentlichen Mitgliede der Koͤniglichen Akademie der Kuͤnste beibringen. Die Meldungen der Theilnehmer muͤssen bis zum 31. Maͤrz d. J. bei dem unterzeichneten Direktor der Akademie eingehen. Der Preis besteht fuͤr Inlaͤnder in einem Stipendium von jaͤhrlich 500 Rthlr. zu einer Studienreise auf drei nach einanderfolgende In Die Zuerkennung des Preises erfolgt bei der Feier des eburtstages Sr. Majestaͤt des Koͤnigs am 15. Oktober d. J.

in oͤffentlicher Sitzung der Akademie.

erlin, den 5. Januar 1841.

Direktorium und Senat der Koͤniglichen Akademie der Kuͤnste. Dr. G. Schadow, Dirrektor. 1

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1

Se. Durchlaucht der General⸗Lieutenant Prinz Friedrich zu Hes⸗

Angekommen: und Gouverneur von Luxemburg, sen, von Luxemburg.

Landtags⸗Angelegenheiten.

Berlin, 21. Maͤrz. In Bezug auf den, den Provinzial⸗ Landtagen vorliegenden Entwurf der Verordnung, betreffend die Wiedereinfuͤhrung der Legitimations⸗Atteste beim Pferde⸗ handel, theilen wir hier mit, was zur Begruͤndung des Ent⸗ wurfes in den Motiven zu demselben uͤber die bisherige Gesetz⸗ gebung hinsichtlich dieses Gegenstandes, so wie uͤber die Noth⸗ wendigkeit der Wiedereinfuͤhrung der Legitimations⸗Atteste ge⸗ sagt wird:

Veranlaßt durch die zwischen den Ministerien des Innern und der Polizei und der Sr entstandene Meinungs⸗Ver⸗ schiedenheit uͤber eine Anfrage der Regierung zu Danzig, „ob zu den nach der Verordnung vom 28. September 1808 zum Ver⸗ kaufe der Pferde erforderlichen obrigkeitlichen Attesten jedesmal der vorschriftsmaͤßige Attest⸗Stempel zn verwenden sey?“ kam auf den Antrag der beiden genannten Ministerien die Aufhebung der Verordnung vom 28. September 1808 zur Berathung des Staats⸗Ministeriums. Saͤmmtliche Ministerien traten diesem Antrage bei, und auf den Immediat⸗Bericht vom 17. April 1832 geruhte des Koͤnigs Majestaͤt durch die Kabinets⸗Ordre vom 4. August 1832 unter Wiederherstellung der Strafen des Allge⸗ meinen Landrechts fuͤr den Pferde⸗Diebstahl, die Verordnung vom 28. September 1808 gaͤnzlich aufzuheben. Noch waren indeß nicht zwei Jahre seit der Aufhebung der Verordnung vergangen, als schon die Staͤnde der Provinz Preußen in der Denkschriftvom 1. Maͤrz 1834 auf Wiedereinfuͤhrung der in jener Verordnung vorgeschrie⸗ benen Legitimations⸗Atteste fuͤr den Pferde⸗Verkauf und der da⸗ mit zusammenhaͤngenden Bestimmungen, mit einigen Modisicatio⸗ n6n, antrugen, indem sie behaupteten, daß seit der Allerhoͤchsten Kabinets⸗Ordre vom 4. August 1832 die Pferde⸗Diebstaͤhle sich wie Weise vermehrt haͤtten. Hierauf wurden bef Staͤnde in dem Landtags⸗Abschiede vom 19. Januar 1835

eschieden: „daß zufoͤrderst die Thatsachen, auf welche der An⸗ 7 7

trag gegruͤndet werde, speziell eroͤrtert, und ermittelt werden sollte, ob seit Publication der Ordre vom 4. Au 832 ei

8 d . August 1832 eine solche Vermehrung der Pferde⸗Diebstaͤhle eingetreten sey, welche die Wiederaufhebung dieser vor so kurzer 3 6 b 7. 8 stimmung rechtfertigen moͤchte.“ zer Zeit erst ertheilten Be⸗

In Folge dessen wurden die Regierungen und Ober⸗Landes⸗

gerichte der Provinz Preußen zu Ermittelungen uͤber die Wir⸗

befaͤhigten jungen Kuͤnstler, insbesondere ihre Ele⸗

Berlin, Montag den 226en Maͤrz

kung der Allerhoͤchsten Kabinets⸗Ordre vom 4. August 1832 ver⸗ anlaßt, und ihre Berichte stimmten alle darin uͤberein, daß die Zahl der Pferde⸗Diebstaͤhle seit Aufhebung der Verordnung vom 28. September 1808 sich fast auf das Doppelte gesteigert habe. Da sich diese Vermehrung jedoch hauptsaͤchlich in den mit Polen grenzenden Kreisen bedeutend zeigte: die Aufhebung der Verordnung auch in eine Zeit siel, wo im Koͤnigreiche Po⸗ len in Folge der kaum reprimirten Insurrection ein sehr bedeutender Mangel an Pferden herrschte, so daß der vortheil⸗ hafte Verkauf im Auslande ein Anreiz zum Diebstahl innerhalb Landes war: so waren die Provinzial Behoͤrden daruͤber nicht untereinander einig, ob die Vermehrung der Pferde⸗Diebstähte allein in der Aufhebung der mehrerwaͤhnten Verordnung ihren Grund habe? Es wurde deshalb uͤber diesen Gegenstand folgen⸗ der Passus in den Landtags⸗Abschied vom 28. Oktober 1838 auf⸗ genommen: „Um sich zu uͤberzeugen, ob wirklich die Vermeh⸗ rung der Pferde⸗Diebstaͤhle in dem fruͤher bestandenen, aber wie⸗ der aufgehobenen Vorbeugungsmittel, oder in anderen nur vor⸗ uͤbergehend eingetretenen Umstaͤnden ihren Grund habe? und ob deshalb die Erlassung eines Gesetzes uͤber diesen Gegenstand noth⸗ wendig sey, oder nicht? sey es erforderlich gewesen, die Erfahrun⸗ gen mehrerer Jahre zu Rathe zu ziehen, durch welche allein er⸗ wiesen werden konnte, ob, nach Beseitigung der in Betrachtung kommenden voruͤbergegangenen Verhaͤltnisse, der Uebelstand von selbst und ohne Gesetz aufhoͤren werde, oder nicht?“ Deshalb seyen von den Provinzial⸗Behoͤrden die erforderlichen Nachwei⸗ sungen uͤber die sich ergebenden Erfahrungen und Sachverhaͤlt⸗ nisse erfordert, und nach deren Eingang der Minister des Innern und der Polizei beauftragt worden, den Entwurf einer Verord⸗ nung anzufertigen und zur Berathung vorzulegen.

Auch die Staͤnde der Provinz Brandenburg wurden auf den in ihrer Denkschrift vom 1. April 1837 gestellten Antrag: daß die Legitimations⸗Atteste beim Pferde⸗Verkaufe wieder einge⸗ fuͤhrt und die ausstellenden Behoͤrden angewiesen werden moͤch⸗ ten, in diesen Attesten jedesmal auch den Gesundheits⸗Zustand des Ortes, woher das Pferd kommt, zu bescheinigen, in dem Land⸗ tags⸗Abschiede vom 14. Oktober 1838 dahin beschieden: „daß we⸗ gen Wiedereinfuͤhrung von Legitimations⸗ und Ausstellung von Attesten uͤber den oͤrtlichen Gesundheits⸗Zustand beim Pferde⸗ handel bereits in Folge eines aͤhnlichen Antrages des vorigzaͤhri⸗ gen Preußischen Provinzial⸗Landtages der Minister des Innern und der Polizei, mit Vorlegung einer Verordnung beauftragt worden, wodurch der Zweck der von den Staͤnden uͤber diesen Gegenstand vorgelegten Petition werde erreicht werden.“

Die Resultate der in Folge dieser Allerhoͤchsten Erklaͤrungen vorgenommenen Ermittelungen liegen vor. Sie weisen nach, daß in der Provinz Preußen die Zahl der Pferde⸗Diebstaͤhle allerdings sehr zugenommen hat. Im Jahre 1830 betrug dieselbe 506, im Jahre 1836 dagegen 1258. In dieser Steigerung liegt allerdings wohl ein praktischer Beweis, daß der Diebstahl an Pferden an⸗ ders zu behandeln ist, als der an anderen Sachen. In dem Umstande naͤmlich, daß bei dieser Gattung des Diebstahls die entfremdete Sache selbst zugleich das bequemste Mittel zur Flucht und zur Verdeckung des Verbrechens darbietet, waͤhrend andere Gegenstaͤnde dem Diebe die Flucht meistens erschweren, ist es begruͤndet, daß die gewoͤhnlichen Mittel zur Erforschung des Pferde⸗Diebes in den meisten Fällen nicht ausrei⸗ chen. Wenn aber auch anzuerkennen ist, daß die wie⸗ der vorgeschlagenen Legitimations⸗Atteste kein unfehlbares Mittel zur Verhuͤtung und Entdeckung des Pferde⸗Diebstahles abgeben koͤnnen, so treffen dech die fruͤher gegen deren Wirksam⸗ keit geaͤußerten Bedenken hauptsaͤchlich nur die mangelhafte Aus⸗ fuͤhrung der Verordnung vom 28. September 1808 und einige, wohl zu beseitigende Bestimmungen derselben. In der Haupt⸗ sache erscheint daher die Ansicht der Staͤnde und Provinzial⸗Be⸗ hoͤrden begruͤndet, daß diese Legitimations⸗Atteste durch die her⸗ gestellte allseitige Verfolgung am geeignetsten sind, die Entdeckung der Pferdediebe zu erleichtern, und so durch die Furcht vor der

sicher eintretenden Bestrafung und durch die Gefahr, die Frucht

des Vergehens zu verlieren, dem Verbrechen vorzubeugen.

Wir theilen nunmehr aus dem Entwurfe selbst die wichtigsten Bestimmungen mit:

(§. 1.) Wer ein Pferd verkaufen, vertauschen, verschenken

oder sonst veraͤußern will, ist verpflichtet, sich uͤber seine Befugniß dazu, auf Erfordern der Polizei, durch ein Attest seiner Orts⸗ Behoͤrde auszuweisen. (§. 2.) Fuͤhrt er diesen Nachweis nicht: so soll die Polizei⸗ Behoͤrde das Pferd anhalten und davon, daß dies geschehen, un⸗ ter genauer Beschreibung des Pferdes, unverzuͤglich in den Kreis⸗, Wochen⸗ oder Nachrichts⸗Blaͤttern der Umgegend, auf Kosten des Besitzers, oͤffentliche Anzeige machen, mit der Aufforderung zur Anmeldung der etwa an das Pferd zu machenden Eigenthums⸗ Anspruͤche.

(§. 3.) Werden dergleichen Anspruͤche binnen 4 Wochen nicht angemeldet, so wird dem Besitzer das Pferd, gegen Bezah⸗ lung der Kosten des Aufgebots und der Futterung, aus dem polizeilichen Verwahrsam zuruͤckgegeben.

(§. 4.) Wer ein Pferd von einer ihm unbekannten Person erwirbt, ohne daß sich dieselbe durch ein vorschriftsmaͤßiges Attest ruͤcksichtlich ihrer Befugniß zur Verfuͤgung uͤber das Pferd aus⸗ gewiesen, hat dadurch allein schon eine Holl ei⸗Strafe von 5 Rthlr. oder 8 Tage Gefaͤngniß verwirkt. Das Pferd aber wird ange⸗ halten und damit verfahren, wie §. 1 vorgeschrieben worden.

(§. 7.) In den Staͤdten sind die Magistraͤte, und wo be⸗ sondere Polizei⸗Behoͤrden sind, diese letzteren, auf dem Lande die Gutsherrschaften und die Polizei⸗Beamten in den Domainen⸗ Ortschaften zur Ausstellung solcher Atteste fuͤr ihre Gerichts⸗Ein⸗ gesessenen befugt und verpflichtet. Wo Dominien nicht 8.. stellen die Dorfgerichte die Atteste aus.

(§. 8.) Die Ausstellung des Attestes soll denjenigen nicht versagt werden, welche nachweisen, wie sie zum redlichen Besitze des Pferdes gelangt sind, oder zwei einwandsfreie Zeugen fuͤr die Thatsache stellen, daß sie seit drei Mona as Pferd in freiem Gebrauch gehabt haben. 8 8

pel⸗ und kostenfrei.

eitungs⸗Nachrichten. Ausland.

Frankreich.

Pairs⸗Kammer. Sitzung vom 16. März. Da zu heute die Verlesung des von dem b Mounier abgefaßten Berichts uͤber den Fortifications⸗Entwurf angesetzt worden war, so hatten sich die oͤffentlichen Tribuͤnen schon fruͤhzeitig gefuͤllt. Um 1 ½ Uhr ward die Sitzung eroͤffnet, mußte aber dann noch auf einige Zeit suspendirt bleiben, weil die Fernhnx sion sich noch einmal versammelt und ihre Berathungen noch nicht beendigt hatte. Die Herzoge von Orleans und von Nemours nehmen ihre Pläͤtze als Pairs ein. Um 2 Uhr besteigt der Ba⸗ ron Mounier die Rednerbuͤhne, und verließ den Bericht der Kommission, welche mit Pruͤfung des Fortifications⸗Entwurfes beauftragt ist.

„Es ist hier Niemand“, sagte er beim Eingange seines Vor trages, „der nicht die Sorge fuͤr die Sicherheit Frankreichs zu seinen ersten Pflichten zaͤhlte. Es ist uns von der egierung des Koͤnigs ein Gesetz⸗Entwurf vorgelegt worden, der darauf abzielt, Paris mit einer Enceinte und einem Guͤrtel von detaschirten Forts zu umgeben. Dieser Entwurf ist auf verschiedene Weise gewuͤrdigt worden, in und außerhalb dieser Kammer haben sich die Meinungen daruͤber getheilt; dies ist ohne Zweifel zu be dauern; aber es hat doch auch insofern seinen Nutzen, als di Frage reiflicher und von allen Seiten erwogen werden wird.“

Der Berichterstatter erinnerte daran, daß man sich seit dem Jahre 1792, wo die Graͤnzen Frankreichs von allen Seiten be⸗ droht gewesen waͤren, und spaͤter in den Jahren 1814, 1818, 1833 und 1836 mit der Befestigung von Paris beschaͤftigt habe. Pa⸗ ris befestigen, heiße allerdings nicht, Europa bedrohen; aber da der Gedanke dieser Befestigung mit anderen drohenden Maßregeln in Verbindung stehe, so koͤnnte Europa leicht durch die Ausfuͤh⸗ rung desselben mißtrauisch gemacht werden, und an die Bildung einer Coalition denken, der vorzubeugen Frankreichs eifrigstes Be⸗ streben seyn muͤsse. Hierauf zu dem uͤbergehend, was sich im Schooße der Kommission ereignet hatte, entwickelte der Baron Mounier alle die Argumente, welche ein Theil der Mitglieder je⸗ ner Kommission zu Gunsten der Befestigung der Hauptstadt gel⸗ tend gemacht hatte. Die Frage, ob Paris uͤberhaupt befestigt werden solle, waͤre von der Kommission mit 6 Stimmen gegen 1 bejaht worden. Diese Majoritaͤt waͤre aber nicht so kompakt ge⸗ blieben, als es sich darum gehandelt haͤtte, das System festzustel⸗ len, welches bei der Befestigung von Paris in Anwendung ge⸗ bracht werden solle. Der Berichterstatter ging hierauf ahsabe licher auf die Pruͤfung der verschiedenen Systeme ein, die in der Deputirten⸗Kammer zur Sprache gekommen waren, und erklaͤrte zuletzt, daß die Majoritaͤt der Kommission sich dem Systeme ange schlossen habe, welches in einer Vertheidigung der Außen⸗ werke bestehe. (Bewegung.) Die Kommission habe dadurch ge⸗ wissermaßen die Worte bekraͤftigt, welche der Conseils⸗Praͤsident zu verschiedenen Malen ausgesprochen habe; derselbe haͤtte bemerklich ge macht, daß er die Enceinte nur als eine Ergaͤnzung der Fortificarion, und weil sie zur Befriedigung gewisser politischen Anforderungen nothwendig sey, angenommen habe. Der Antrag der Kommission lautete schließlich dahin, den ersten Artikel des Gesetz⸗Entwurfes beizubehalten; den zweiten Artikel aber, der das System einer bastionirten Enceinte aufstellt, in folgender Weise zu veraͤndern: „Die Befestigungs⸗Arbeiten werden bestehen: 1) Aus kasemat 1 tirten und bastionirten Werken, deren Hauptpunkte St. Denis Charenton, die Hoͤhen von Jvry und der Mont Valerien seyrn sollen; 2) aus einer Sicherheits⸗Mauer, welche die beiden Ufer der Seine umfaßt.“ Die auf diese Weise beschraͤnkten Befesti gungs⸗Arbeiten wuͤrden 45 Millionen Fr. weniger kosten, als in dem Gesetz⸗Entwurfe der Regierung verlangt wuͤrde. Diese Er⸗ sparniß koͤnne zur Vollendung der Eisenbahnen und zur Verbes⸗ serung der Kanaͤle verwendet werden. G Unmittelbar nach der Verlesung dieses Berichts, die beinah 2 Stunden gedauert hatte, draͤngten sich eine Menge von Pairs dem Buͤreau zu, um sich einschreiben zu lassen. Es werden re⸗ den fuͤr den Entwurf der Regierung: der General Pelet, der Fuͤrst von der Moskwa, die Herren Persil, von Argout, Rossi, die Generale Cubieères und Baudrand und die Herren Ségur⸗Lamoignon, von Coignv, Cousin un von St. imon; gegen den Entwurf und fuͤr die Amen dements der Kommission: die Villiers⸗Duterrage Decaux, von Noailles, iennet, Charles Dupin, Mols, von Harcourt, Dejean, General von Castellane, General Tirlet, Gautier und von Fezensac, also 11 Mit⸗ glieder fuͤr und 14 gegen den Entwurf.

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16. Maͤrz. Der Moniteur parisien erblickt ü den letzten Aeußerungen des Lord Palmerston im Parlament einen Tadel des Benehmens der Pforte. Die Erklaͤrung des Englischen Ministers beweise, daß England eben so wenig, wi die Maͤchte des Kontinents, geneigt sey, die letzten Forderungen der Tuͤrkei zu unterstuͤtzen. „Da wir einmal uͤber diesen Gegen⸗ stand sprechen“, bemerkt das oben genannte Journal, c fuͤgen wir hinzu, daß das kuͤrzlich in London von den Repraͤsentanten der vier Maͤchte abgefaßte Schluß⸗Protokoll von dem Franzoͤsi⸗ schen Kabinet nicht mit unterzeichnet worden ist, obgleich es foͤrmlich dazu aufgefordert worden war. Wir glauben, ges af Erwaͤhnung dieser Thatsache beschraͤnken zu muͤssen, 8 un 88 16 eine Darlegung der Gruͤnde verschiedener Art einzulassen, welche jene Weigerung vorgeschrieben haben.

Paris,

Bedingungen des letzten Hattischerifs zu klagen,

8 bi 2, Man thut Unrecht, uͤber die Die Quotidienne sagt: 8n. we gxage